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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Katze frisst nichts mehr



olvradam
19.06.2002, 17:31
Hallo!

Unsere Hauskatze (knapp 14 J. alt) nimmt seit ca. 10 Tagen keine Nahrung mehr zu sich - und das, nachdem sie operiert wurde: Ein Abszess am Gesäuge wurde entfernt.

Antibiotika- und Cortison-Spritzen brachten nur kurzfristig Erfolg. Die Blutwerte bezüglich Niere und Diabetes sind o.k., die Lymphknoten sind nicht geschollen. Auch sei im Rachen nichts auffällig (Mandeln; allerdings scheint der Kehlkopf gemäß einer Röntgenaufnahme leicht geschwollen). Behandelt wurde sie bisher mit Infusionen (Kochsalz und Glukose).

Die auffällig hohe Wasseraufnahme unserer Katze wird mit den Nebenwirkungen der Cortison- und/oder Antibiotika-Präperate erklärt.

Nebenbei: Unsere Katze bekommt wegen leichtem Wasser in der Lunge alle drei Tage eine Viertel Entwässerungstablette.

Aktuell wird in einem Labor das Blut auf eine virale Erkrankung hin untersucht.

Alles in allem scheinen unsere beiden Tierärzte aber eher ratlos - vielleicht habt Ihr ja den entscheidenden Tipp??

Liebe Grüße,

Oliver Adam

Sigrid
19.06.2002, 17:38
Hallo Oliver!
Oje, das arme Tier. Gibt es denn gar keine Leckereien (evtl. sonst verbotene), die ihren Appetit wieder anregen können? Nützen auch keine Aufbaupräparate etwas? Nach einer "Vital-Spritze" hat mein Opa damals immer wieder richtig zugelangt, wenn er an Appetitlosigkeit litt. Hilft das bei ihr auch nicht? Ich hoffe, das wird wieder.
LG
Sigrid

urshurak
20.06.2002, 13:11
Hi, mein Großer -12 Jahre- hatte auch eine Phase, in der er sehr schlecht gefressen hat; 10 Tage lang garnichts zu fressen ist allerdings heftig; ihr könntet eine ganz geringe Dosis Valium vom Tierarzt geben lassen, das wirkt bei ganz vielen Katzen appetitanregend; und einfach reichlich Lieblingssachen anbieten; viel Glück!
Gruß urshurak

UschiW
21.06.2002, 02:56
Hallo Oliver,

lass bei der armen Süssen unbedingt eine Ultraschall-Untersuchung machen. Denn nur dabei kann man eine Veränderung an den inneren Organen erkennen. Deine Geschichte erinnert mich stark an meinen Schorschi (13 Jahre). Er frass auch nichts mehr nach einer Operation an den Zähnen. Die Blutwerte waren auch alle in Ordnung und er bekam täglich Infusionen. Eine TA, die sich auf Ultraschall spezialisiert hat, stellte dann fest, dass er sehr stark vergrösserte Nieren hatte und somit die schlimme Diagnose, Nieren-Leukose.(Ist oft im Blut nicht nachweisbar).
Aber durch den Ultraschall hatte ich endlich Gewissheit und konnte Schorschi von seinem Leiden befreien.
Ich wünsche Dir, dass es sich um etwas harmloseres handelt, aber um der Katze willen.....

Alles, alles Liebe und viel Glück
Uschi

UschiW
21.06.2002, 03:04
Was ich noch vergessen habe,

Schorschi trank auch vermehrt. Meine TA und auch die andere TA, die den ultraschall machte erklärten mir, dass viele Katzen den Leukose-Virus von Geburt an im Blut haben, er aber oft erst durch eine Stress-Situation (wie eine Operation) ausbricht.
Schorschi bekam auch die letzten Tage starke Untertemperatur. Gib bitte wieder Bescheid.

Uschi

olvradam
23.06.2002, 19:25
Leider hat alles Hoffen und alle medizinische Kunst nichts mehr ausrichten können: Unsere Katze wurde immer apathischer - die Blutwerte ergaben viel zu viele weiße Blutkörperchen und einen schlechten Leberwert. Beim Abtasten fand der TA noch eine Schwellung in der Leber: Lebertumor ... Es ist unendlich traurig mitanzusehen, wenn die Katze eingeschläfert werden muss, tröstlich ist nur, dass dies ein Akt der Barmherzigkeit ist.

Traurigr Grüße,

Oliver

Sigrid
24.06.2002, 11:01
Lieber Oliver!
Das tut mir unendlich leid. Kann sehr gut verstehen, wie Euch jetzt zumute ist. Samtpfote fehlt überall, oder? Über diese Trauer können keine Worte oder Gesten hinwegtrösten. Die Wohnung ist leer und die ganze Vergangenheit mit der Katze wird lebendig. Die letzte Konfrontation mit der Endlichkeit bei meinem Samtpfoten hatte ich vor fast zwei Jahren. Ich war hin- und hergerissen. Einerseits wollte ich zu Hause sein, weil ich meinte, meinem Kater da näher zu sein und ich ihn überall zu hören bzw. zu sehen glaubte und andererseits konnte ich die leere Whng nicht ertragen und rannte damals stundenlang durch Wälder und Parks.
Auch wenn man sein Leiden verkürzen konnte, es ist traurig einen Freund zu verlieren und man vermisst ihn.
Damals war ich mir sicher, dass ich nie wieder eine Katze haben möchte, damit ich diese Entscheidung nie wieder treffen muss und nie wieder diesen Verlust empfinde. Je mehr Zeit verging, je unerträglicher wurde die leere Whng für mich und 5 Monate nach Maschis Gang über die Regenbogenbrücke (schon wenn ich das schreibe, muss ich wieder Heulen), war die Zeit reif für einen Gang ins Tierheim und jetzt bestimmen wieder 2 Katzen über meine Freizeit - und ich bin froh darüber.

Ich wünsche Euch alles Gute und viel Kraft, um den Verlust zu verarbeiten.
LG
Sigrid

UschiW
24.06.2002, 15:50
Hallo Oliver,

keiner kann so mitfühlen wie ich, da ich im letzten halben Jahr zwei meiner Miezen verloren habe. Von meinem Schorschi habe ich Dir schon geschrieben und kurz davor wurde meine kleine "stöpsel" überfahren. Bei der "stöpsel" habe ich mir eingeredet, dass sie wahrscheinlich nicht gelitten hat, sondern fröhlich vom Mäusejagen in den Katzenhimmel gesprungen ist. Ich habe es mir wirklich eingeredet. Aber als wir sie endlich gefunden hatten, war ziemlich sicher, dass es sehr schnell ging.

Beim Schorschi war das anders. Ich hab sein Leiden tagelang mitangesehen. Wir haben 13 Jahre miteinander verbracht und er fehlt mir (genau wie die stöpsel) sehr. Manchmal mache ich mir Vorwürfe, dass ich vielleicht zu lange gewartet habe. Auf der anderen Seite wollte ich keine, wenn auch eine ganz klitzekleine Chance auslassen, um ihn vielleicht doch noch zu retten.

Als dann die letzte (Ultraschall) Diagnose kam und auch ich den Tatsachen ins Auge schauen musste, dass er nicht mehr zu retten ist, wollte ich ihm wirklich die Leiden ersparen. Ich habe ihn mit nach Hause genommen und wir haben uns noch einen Abend lang voneinander verabschiedet. Wie gute Freunde das tun. Meine TA war so nett und kam abends am Feiertag zu mir nach Hause. Schorschi lag an seinem Lieblingsplatz (meinem Bett) in warme Handtücher gewickelt (die Untertemperatur) und hat geschnurrt. Es war, als ob er gefühlt hat, bald gehts mir gut.

Die Spritze hat er gar nicht mehr gespürt. Ich bin mir nur sicher, dass er wusste, dass ich bei ihm bin.

Jetzt weiss ich, dass er auch im Katzenhimmel bei der kleinen "stöpsel" ist und dort schmusen die zwei weiter, wie vorher bei mir.

In Tränen
Liebe Grüsse
Uschi