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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Impfung bei Katzen



Weinrichshain
19.06.2002, 15:06
Impfreaktion ?

Seit einigen Jahren musste ich feststellen, dass einige meiner Katzen unmittelbar nach dem Impfen gegen Katzenschnupfen/Katzenseuche (virbac / virbagen) krank wurden. Zwei meiner Katzenbabys (aus verschiedenen Würfen) starben sogar bzw.
wurden eingeschläfert, nachdem eine entsprechende Behandlung zu keinem Erfolg führte. Nach Ansicht des Tierarztes bzw. der Tierklinik soll kein Zusammenhang mit der Impfung bestehen; die Katzen wären auch so krank geworden. Demzufolge wurde nicht gegen Impfschock / Impfreaktion therapiert, sondern gegen Infektion etc.
Ich bin allerdings der Meinung, dass es sich hier eindeutig um eine Impfreaktion handelt, da die Tiere gesund und kräftig waren. Welcher Katzenfreund hat ähnliche Erfahrungen gemacht ? Bitte schreibt mir auch, mit welchem Impfstoff Ihr gute Erfahrungen gemacht habt. Danke !
Ilona
ilona.weinrichshain@lycos.de

Angoracat
20.06.2002, 11:40
Hallo Ilona,

wurden die Kitten obduziert? Wurde dort nichts gefunden?

Viele Grüße

Ute

Weinrichshain
21.06.2002, 11:42
Eines dieser Kitten wurde obduziert (in der Universitäts-Tierklinik), ohne Ergebnis: Die Ursache konnte nicht festgestellt werden. Es wurde mir nur soviel gesagt, es handelt sich um keine Krankheit, Virus etc.
Vielleicht wollten die auch nicht mit der Sprache rausrücken.
Wenn es sich doch um eine Impfreaktion handelt und das nachweisbar ist, müsste ja dann die Firma Schadensansprüche befürchten. Deshalb vertuscht man es lieber. Es ist ja "nur eine Katze", um die es hier geht!

Gruß und schönes Wochenende
Ilona

Gerdi
21.06.2002, 13:30
Hi Ilona, das mit deinen Miezen tut mir aber leid.
Kannst du mal genau die Symptome beschreiben? Darüber steht leider nichts in deinem Posting. Wie hast du das gemerkt, was haben die Katzen gemacht, welche Behandlung etc.

Ich hatte mal Clamydien (lebendimpfstoff) geimpft vor vielen Jahren und alle meinen Babies fingen zum Schniefen und Schnupfen hinterher an. Von befreundeten Züchtern habe ich das Gleiche gehört. Es passiert nicht immer, aber manche Tiere reagieren ganz einfach darauf. Seitdem ist die Clamydien-Impfung für mich erledigt. Nie wieder.

Liebe Grüße

Angoracat
21.06.2002, 13:48
Hallo Gerdi,

ich impfe seit 1994 meine Katzen gegen Chlamydien (damals Lebend-, heute Totimpfstoff). Ich hatte niemals eine derartige Reaktion.

Eine wie bei Dir beschriebene Reaktion habe ich nur ein einziges Mal bei einem Züchter gehört, dessen Bestand allerdings mit einer Immunschwäche vorbelastet war.

Viele liebe Grüße

Gerdi
22.06.2002, 10:08
Hi Ute,
damals - 1992 - (da war der Impfstoff ziemlich neu auf dem Markt) hatte ich eine einzige Zuchtkätzin und einen Kater und einen Kastraten, also keinen "Riesen-Bestand". Da die Jungtiere vor und nach dem "Clamydienwurf" dieser Katze und die Katze selbst jedoch immer super gesund waren und die Tiere daraus mittlerweile auch schon 10 und 9 und 8 Jahre ohne nennenswerte Wehwehchen sind (ich stehe mit den Besitzern in freundschaftlicher Verbindung), denke ich nicht, dass es an einer Immunschwäche an sich lag. Mein Tierarzt sagte damals, dass das Immunsystem im Gegenteil zu stark auf den Impfstoff reagierte (siehe Allergie), was bei Lebendimpfstoffen eben passieren kann. Leider höre ich auch heute noch immer wieder von Züchterkollegen, dass sie Probleme nach der Clamydienimpfung hatten und haben - auf andere Lebendimpfstoffe reagierten die Katzen dagegen nie mit Problemen, nur bei Clamydien, was mich nachdenklich stimmt, denn bei einem schwachen Immunsystem, müsste es bei anderen Lebendimpfstoffen gleichfalls zu Reaktionen kommen. Warum ausgerechnet und immer wieder bei Clamydien? Ehrlich, ich habe keine Antwort drauf, ich weiß nur, dass ich seither definitiv keine 8 oder 9 Wochen alte Babies gegen Clamydien mehr habe impfen lassen und mich auch nie wieder mit dem Impfstoff befasst habe, sondern es den neuen Besitzern anheim stelle, ob sie mit der Auffrischungsimpfung dies nachholen oder nicht. Zumal ein geimpftes Tier trotzdem an Clamydien erkranken kann, der Verlauf dann zwar nicht so krass ist, man jedoch behandeln muss. Als Züchter sind Seuche/Schnupfen/ Leukose für Zuchttiere vorgeschrieben. Es gibt in USA neuerdings eine Impfung gegen das sog. Katzenaids - für freilaufende Tiere ja noch verständlich, aber nicht für Wohnungskatzen. Bei der FIP-Impfung soll mittlerweile die Grundimmunisierung für ein Leben lang ausreichen!? Es gibt eine Impfung gegen Pilz, die keinen 100%igen Schutz bietet, dafür aber schweineteuer und für einen Züchter mit mehreren Katzen (und gerade für die wäre ein gewisser Schutz eigentlich wichtig) fast nicht finanzierbar ist und - meiner Meinung nach - in falscher Sicherheit wiegt. Auch die Schnupfen-Impfung bietet keinen 100%igen Schutz wie bekannt ist. Diese Impfstoffe basieren auf totem Material. Ich will auf gar keinen Fall jetzt eine "Impfdiskussion" entfachen! Also bloß keine Postings ;) weil auf den Punkt gebracht es so ist: Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob und was er impft - diese Entscheidung kann niemand abnehmen. Und da jede Katze anders reagiert und man das Wie vorher nicht weiß, ergeben Ratschläge für und wider eigentlich keinen Sinn. Ohne Impfung gäbe es sicherlich immer noch viele Leukose-Fälle, ohne Impfung gerade für Freiläufer bedeutend mehr Seuche-/Schnupfen-Fälle. Es ist also wichtig, dass man impft. Für mich - um es nochmal deutlich zu sagen - stellt sich im Prinzip nur die Frage ob Lebendimpfstoff oder nicht und ob unbedingt wichtig. Lebendimpfstoff: NEIN! Ansonsten: JA. FIP-Impfung: Nein (da einfach zu viele Für und Wider). Leukose: Ja, hat sich bewährt, Seuche/ Schnupfen: Ja, hat sich ebenfalls bewährt, Pilz: Nein (zu schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis); Tollwut: eigentlich Nein, ist aber vorgeschrieben für Ausstellungskatzen; die neue Impfung gegen "Katzenaids": Nein.
Angeblich basiert die Clamydienimpfung (Virbagen) immer noch auf Lebendimpfstoff (habe extra gefragt). Welche Firma hast du? Ich bin da echt nicht mehr auf dem Laufenden - gut, dass du erwähnt hast, dass du totes Impfmaterial benutzt. Würde mich jetzt interessieren.

Angoracat
22.06.2002, 16:59
Hallo Gerdi,

einen Lebendimpfstoff gegen Chlamydien gibt es seit einigen Jahren nicht mehr. Früher als ich mit damit begann meine Katzen auch gegen Chlamydien zu impfen, war er halt noch lebend, kam von der Firma Solveigh und hieß Dohycat-Chlam. Auch mit diesem Impfstoff hatte ich niemals Probleme.

Zur Zeit gibt es hier in Deutschland nur zwei Impfstoffe gegen Chlamydien (beides Totimpfstoffe): Fevaxyn und Fevaxyn-Pentofel und kommen von der Firma Fort Dodge. Fevaxyn schützt vor Katzenschnupfen, -seuche und Chlamydien und Fevaxyn-Pentofel zusätzlich noch gegen Leukose.

Meine Kitten verlassen das Haus mit 12-13 Wochen und sind mit dem Impfstoff Fevaxyn-Pentofel gegen Katzenschnupfen, -seuche, Chlamydien, Leukose und Tollwut (Rabivac) 2 fach geimpft, also fertig. FIP oder diese Pilzimpfung muß vom neuen Besitzer ggfs. geimpft werden, weil ich persönlich denke, dass noch mehr Impfungen den kleinen Körper sonst zuviel belasten könnten.

Ich habe mit meinem Impfschema gute Erfahrungen gemacht und werde es beibehalten :-)

Viele Grüße

Gerdi
22.06.2002, 20:55
ich habe eine meiner Bekannten, die Clamydien-Probleme hatte gefragt: die Babys wurden - es war 2000 - mit Lebendimpfstoff geimpft! Anscheinend gibts den doch noch!? Ich habe sie auf dein Posting verwiesen.

Ich impfe meine Bärchen mit 9 Wochen Seuche/Schnupfen, mit 12 Wochen nochmal, dann ab der 14. Woche Leukose, mit 4 Monaten Tollwut falls Ausstellungstier und dann nochmal Leukose, welche bei Liebhabertieren dann schon die neuen Besitzer machen lassen müssen. So sind die Impfungen schön verteilt und belasten weniger.