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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stutenherde mit Hengst - geht das auf Dauer?



Sandra1980
30.08.2003, 21:06
Hallo!

Ich hab mal wieder viel Zeit gehabt um mir Fragen auszudenken. Diesmal geht es um den Wunsch einmal eine kleine Zucht zu haben.
(man muss ja Traeume haben!;) )

Also,
Wenn ich jetzt sagen wir 5 Stuten habe, und endlich den Traumhengst gefunden habe, wo ich auch denke dass der zu allen fuenf gut passt, kann ich den dann theoretisch einfach kaufen und auf eine grosse Weide mit meinen Stuten stellen?
Und dann im naechsten Fruehjahr Fuenf Babys erwarten?

Und wenn er "seine Arbeit getan" hat, dann wird er kastriert.
Wobei wo ich das jetzt schreibe denke ich mir - wieso kastrieren? wenn er so gut ist dass ich fuenf babys will, warum dann kastrieren?
Ok, aber was dann? wenn ich ihn bei den Stuten lasse gibt es ja schliesslich diverse Probleme. Und die Hengsthaltung ist ja auch nicht so einfach...

Wenn ich mehrere Stutenherden haette, und den Hengst abwechselnd zu ihnen stelle, geht das gut?

Schon komisch, als ich nur nachgedacht habe war das alles so einfach und logisch, aber jetzt...

Naja, vielleicht will ja jemand seinen Kommentar zu meinem Hirngespinst abgeben?!

Sandra

AnnaS
31.08.2003, 09:32
Oje Sandra, also meine Meinung zu diesem Hirngespingst sieht nicht sonderlich positiv aus.

Züchten sollte man nur dann, wenn man eine Rasse verbessern will. Wenn man dazu beiträgt, dass eine Rasse (in deinem Fall wohl Araber?) erhalten bleibt, und eben durchaus verbessert wird.
Ich finde es äußerst verantwortungslos, wie manche ihre Pferde (und auch Hunde) einfach so mal decken lassen, um nette Babys raus zu bekommen, ohne vorher entsprechende Untersuchungen zu haben, und ohne vorher eben auch die Zuchtqualität der Tiere bestätigt zu haben (durch z.B. einen gekörten Hengst).

Wenn du züchten willst, dann solltest du dich vorerst darauf beschränken, einen gekörten Hengst zu halten (was die schon an Unterhalt und Anschaffung unendlich viel kosten wird, es sei denn du steigst auf eine Shetty-Zucht um).
Oder aber du nimmst dir zwei, drei zur Zucht zugelassene Stuten, und machst dich dann auf die Suche nach einem geeigneten Hengst, der nicht deiner ist, der aber deine Stute(n) deckt.

Wenn du EIN Fohlen aus deiner eigenen Stute möchtest, um dieses Fohlen zu behalten, groß zu ziehen, und später mal mit diesem Fohlen weiterkommen möchtest (wie Veronika), dann ist das ja noch ok. Doch die professionelle Zucht sollte dann doch wirklich nur unter den geeigneten Umständen erfolgen.

Abgesehen davon kannst du einen Deckhengst niemals mit anderen Stuten auf einer Weide friedlich laufen lassen, und dann auf ordentlich Nachwuchs hoffen. Das geht zu 100% ins Auge. Du wirst große Prügeleien haben, du wirst einen Hengst haben, der über die Zäune geht, wenn irgendwo anders eine Stute rossig ist, und du wirst mehr Ärger damit haben, als dass es dir irgendwas bringt. Außerdem förderst du so die Inzucht, wenn dann nämlich ein Stutfohlen dabei rauskommt, was dann auch wieder irgendwann geschlechtsreif ist und mit dem Hengst gemeinsam auf der Weide steht, usw.

Also überleg dir bitte gut, ob du ein seriöser Züchter sein willst, der mehr Geld reinsteckt als er wieder heraus bekommt, oder ob du einfach nur sinnlos vermehren möchtest, und das unter solchen Umständen sogar ohne Sinn und Verstand (sorry, aber so ist es wirklich bei solcher Haltung).

Gruß
Anna

Sandra1980
31.08.2003, 18:27
Hallo Anna!

Wie gesagt, ein Hirngespinst!
Kam wahrscheinlich noch von den Nachwirkungen meiner OP.
Es war halt eine schoene Vorstellung ein guter internationaler Zuechter zu sein, der genuegend Geld und Platz hat und seinen Traum verwirklicht hat.

Naja, das Inzuchtproblem sehe ich eigentlich nicht, da ja eigentlich die Pferde verkauft werden.

Allerdings gibt es wahrscheinlich echt Probleme mit dem hengst und anderen rossigen Stuten.

Ich haette natuerlich schon geschaut dass der Hengst gut ist, ebenso sie Stuen (ich glaub das hab ich schon geschrieben), aber insgesamt muss ich schon auch sagen, es war eine Schnappsidee! wird niemals passieren, einfach aus dem Grund dass ich nicht die hohen Standards verwirklichen kann die ich mir selbst, der Umgebung und den Pferden setzen wuerde.

Nur eines ist mir immernoch nicht klar.
Du schreibst dass es grosse Pruegeleien gibt wenn ein Hengst mit mehreren Stuten auf einer Weide ist. Warum?
Ist das nicht in der Natur auch so?
Und wenn ich genau die Stuten ausgesucht habe, die zu diesem Hengst passen, kann man dann wirklich von Zucht ohne Sinn und Verstand sprechen? Natuerlich vorrausgesetzt dass ich genuegend Ahnung habe (was ich natuerlich nicht habe, aber es geht ja gar nicht darum, dass ich das wirklich machen moechte).

Hmm, selbst jetzt wo es mir besser geht muss ich sagen - die Vorstellung "zurueck zur Natur" gefaellt mir. Ich bin nicht gerade dafuer eine Stute zu fesseln und dann den hengst draufzulassen. Mag an meiner Vergangenheit liegen, aber ich bin mehr dafuer dass die Stute auch ein Wort mitzureden hat. Und wenn ihr der Hengst nicht gefaellt, sie ihn nicht ausstehen kann, dann soll sie doch auch bitte nciht gezwungen werden!
Und ist das nicht sogar in Saudi-Arabien noch so? eine Herde hat eine ewig grosse Flaeche zur verfuegung und dann werden einmal im Jahr die Babys abgesammelt?

Liebe Gruesse,
Sandra

AnnaS
01.09.2003, 09:40
Hi Sandra

Das Problem ist, dass du in den meisten Teilen unserer zivilisierten Welt nicht einfach so "Weideunfälle" (auch wenn sie mehr oder minder geplant sind) hinterher auch wirklich gut weiter verkaufen kannst. Die meisten Leute wollen halt die traditionell gezüchteten Pferde.

Mittlerweile gibt es ja schon die Zwischenstufen zwischen "Stute gefesselt und Hengst drauf" und "zurück zur Natur". Es gibt viele Hengste, die auf der Weide decken. Doch die kommen dann dazu, wenn die Stute rossig ist, wenn sonst keine andere Stute mit auf der Weide ist (zumindest keine andere rossige), und wenn es dann nicht klappt, dann soll es halt nicht so sein.

Ich denke da halt etwas anders. Ich denke, ehe man züchtet, sollte man wirklich richtig Ahnung davon haben, und eine ganze Zeit lang (jahrelang) bei einem Züchter gearbeitet und gelernt haben, ehe man selbst sowas in Angriff nimmt. Es gibt einfach zu viele Tiere, die niemand mehr haben will, weil sie nicht von einem bekannten Züchter kommen, weil sie keine überragenden Papiere haben, weil sie nicht den Zuchtanforderungen entsprechen.

Und ich muss auch sagen, dass ich keinerlei Ahnung von Zucht habe. Darum kann ich dir auch keine effektiven Tips geben. Nur wenn man wirklich keine Ahnung hat (wie du ja selbst von dir sagst), dann sollte man das Züchten wirklich lieber denen überlassen, die das können. Ist ja nicht böse gemeint. Aber ich sehe es so, dass man wirklich dafür arbeiten soll, wenn es ein großer Traum ist, aber nicht einfach "just for fun" damit anfangen sollte, um zu sehen, ob es gut geht oder nicht. Dafür sind es halt Tiere.

Gruß
Anna

Katastrophenzoo
01.09.2003, 14:38
Hallo,

ich melde mich auch mal wieder zu Wort und ich muss widersprechen!

Es gibt Weidehengste und das funktioniert sehr gut!

Anfang April werden alle Stuten, die von dem Hengst gedeckt werden sollen, nach einer Tupferprobe (Ausschluss von Geschlechtskrankheiten) zusammen mit dem Hengst auf die Weide gestellt und dann entweder nach und nach oder alle zusammen Ende August wieder in den Stall gestellt.
Wichtig dafür ist ein intelligenter Hengst. Letztes und vorletztes Jahr stand Calgary in Holstein als Weidehengst zur Verfügung und der war im Sommer echt fertig, da er den ganzen Tag damit beschäftigt war auf seine Stuten aufzupassen und deshalb zu wenig gefressen hat. Eigentlich ist der Hengst wirklich so schön, wie kaum ein zweiter, aber nach einigen Monaten Weidehengst war er nur noch ein Schatten seiner selbst.
Fashion King steht im Harz als Weidehengst zur Verfügung und er verkraftet das ohne weiteres und das obwohl er schon 20 Jahre alt ist.

Also vom Grundsatz her ist die Idee auch in Deutschland zu verwirklichen, allerdings muss man sich darüber im klaren sein, dass sowohl der Hengst als auch die Stuten zu nichts anderem mehr zu gebrauchen sind, da man sie nicht aus der Herde rausnehmen darf (wenn dann nur endgültig), die Stuten dürfen auf gar keinen Fall Eisen haben und der Hengst hat Stress. Natürlich muss die Weide sicher eingezäunt sein, aber das ist ja eh klar.

Ausserdem sollte der Hengst schon so gut sein, dass es zu schade wäre ihn zu kastrieren, sonst ist es echt nur sinnloses Vermehren.

Meines Erachtens wäre es am sinnvollsten, den Hengst auch anderen Stuten zur Verfügung zu stellen und nicht nur 5 eigenen. Weidehengste sind sehr begehrt bei Problemstuten, da die Trächtigkeitsrate super ist.

Sandra1980
01.09.2003, 22:32
Hmm. Interessant.

Jedoch stimme ich Anna absolut zu. Ich habe keine Erfahrung und lasse die Finger davon. Wenn ich jedoch im Lotto gwinnen wuerde (wuerde ich denn spielen...) koennte ich mir das schon eher vorstellen. Allerdings dann mehr als Geldgeber, da ich auch mit nem HAufen Geld noch immer keine Ahnung habe!

Aber diese Moeglichkeit mit dem Weidehengst gefaellt mir wirklich gut! (Allerdings dachte ich ich haette da jetzt was neues "erfunden"!:D )

Na, aber jetzt kuemmer ich mich erstmal um meine Kleine und schau was sie so macht...

Sandra

Katastrophenzoo
02.09.2003, 16:45
Hi Sandra,

aber Du bist doch erst 23! Du kannst ja noch jahrelang Erfahrung sammeln und dann Deinen Traum von einer eigenen Zucht mit eigenem Hengst verwirklichen.
Wenn Du mit Deiner Kleinen erstmal züchtest, dann erfährst Du ja da schon ganz viel, lernst Leute kennen, die sich damit auskennen und so weiter.
Ich finde das ist ein schöner Traum, ich würde ihn nicht einfach aufgeben, nur weil er momentan noch unrealistisch ist.

Sandra1980
03.09.2003, 03:52
Das stimmst schon auch Veronika!

Also, dann reden wir mal wieder darueber wenn ich 50 bin!
:D

Tata
03.09.2003, 21:14
Wenn das so einfach gehen würde, wäre das klasse! Erstmal soll man ja züchten, nicht vermehren, also muß der Hengst gekört sein und von den Zuchtverbänden anerkannt sein. Um das zu bekommen, muß man entweder viel Geld für einen gekörten Hengst ausgeben oder mind. 10 Jahre selber gezüchtet haben, damit ein selbstgezogener Nachkomme gekört wird.

Die Möglichkeit des Weidehengstes wird allerdings sehr eingeschränkt. Man darf einfach nicht vergessen, das die Pferde auch auf Turnieren vorgestellt werden müssen, damit man auch fremde Stuten bekommt, daher ist Weidehengst gerade bei den Warmblüter so gut wie unmöglich (ich kenne 1), die meisten decken im FS und TG, NS auch wenig. Da muß ich den meisten wiedersprechen. ES gibt in der Warmblutzucht kaum noch Weidehengste und den Natursprung (wobei das lange nicht so natürlich abläuft wie der Name verlauten läßt).

Man muß allerdings, wenn man züchten will, auch irgendwann anfangen, natürlich hat man keinen Namen und vielleicht bekommt man nicht das Geld raus, ABER Pferdezucht lohnt sich auch nicht wirklich!!!!!!!!!!! Wer meint das große Geld zu verdienen, kanns gleich lassen, wie gesagt man braucht ca. 10 Jahre im Allgemeinen um auch mal Gewinn zu machen und um anerkannt zu werden. Es sei denn man hat mehrere Millionen und legt die auch gut an.

Ich habe dieses Jahr meine ersten Fohlen und aus Erfahrung kann ich sagen, obwohl ich jahrelang bei einem Züchter ausgeholfen habe, man lernt NIE aus. Das ist einfach so! Jeder fängt klein an und ein Fohlen großzuziehen zu einem guten Reitpferd ist eine wirklich schwere Aufgabe, da man viel, viel falsch machen kann.

Es gibt allerdings einen Mangel an jungen wirklich interessierten Züchtern und an blutgeprägten Pferden bei den Warmblüter, daher kann man in dieser Richtung auch von den Verbänden in den nächsten Jahren noch etwas Unterstützung erwarten.

Tata

Sandra1980
04.09.2003, 14:52
Hallo tata,
danke fuer deinen beitrag,
allerdings muss ich sagen MEIN Hirngespinst hatte sich auf einen guten Hengst bezogen, schliesslich will ich ja auch moeglichst gute Fohlen. Desweiteren moechte ich auch das arabische Pferd erhalten, wehalb ein Warmblut ja eh nciht in Frage kommt. (sondern ein Araber!;) )
Zum Geldverdienen wuerd ich das auch nciht machen, da hab ich andere Vorstellungen.

Es waere mehr eine Art Hobby, eine Lebensaufgabe.
Deshalb ja auch der Gedanke es mit 50 oder so zu beginnen. Bis dahin ist das Haus abbezahlt, ich habe einigermassen viel Geld auf der Seite und die Kinder sind auch alt genug.
(soweit meine Planung:D )

Ich habe also noch ewig viel Zeit dazuzulernen und ich wuerde nie behaupten dass ich ausgelernt habe. Das Leben ist ein staendiger Lernprozess. In jedem Bereich.

Jedoch fidne ich es schoen dass Du nach langer Taetigkeit bei einem Zuechter nun Dein Glueck versuchst. Weisst Du denn dann viel ueber Genetik/Vererbungslehre? Ueber die verschiedenen Blutlinien?

Liebe Gruesse,
Sandra

Ach ja, Der Weidehengst und die Tuniere - Nun, ich bin mir ja nicht sicher wie das in fast 30 Jahren aussehen wird, aber ich glaube noch fest daran dass es sanft geht und dass beinhaltet nicht solche Vergewaltigungen der Stute!:mad:

Tata
06.09.2003, 11:38
Hallo Sandra,

es ist sicherlich ein schöner Traum, es gibt eigentlich nichts schöneres, als wenn man eigene gute Fohlen aufwachsen sieht. Bei mir war es eigentlich noch nicht geplant, aber meine Stute war verletzt und über ein halbes Jahr nicht reitbar. Ich wollte eigentlich erst dieses Jahr sie decken lassen, aber habe mir dann gedacht, na ja, dann kann sie auch dieses Jahr.

Mein Fohlen hat selber 12,5 % Araberblut :), leider habe ich teilweise festgestellt, das Araber bei einigen viel auf Schönheit gezüchtet wurden und die Leistung hinten anbleibt. Mein Traum wäre der Hengst Padrons Mahogany ox. Ein tolles Pferd.

Ja das Thema Genetik ist auf den ersten Blick recht langweilig aber wenn man sich damit beschäftigt sehr interessant. Die Linien der Pferd zurückzuverfolgen ist klasse und super informativ, man bekommt dank Internet fast alles raus.

Ich wünsche dir, das du dir deinen Traum erfüllen kannst und dich von niemanden abhalten läßt.

Liebe Grüße

Tata

Mel&Purzel
09.09.2003, 08:00
wie hast du eigentlich das bil unter deinen namen gebracht?

LG Mel:)