PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Risse in der Hufwand



rossini
06.08.2003, 21:43
Hallo,

mein jetzt 10-jähriger Wallach hat Probleme mit den Hufen.

Im letzten Jahr mußte ich im Juni alle vier Eisen abnehmen lassen, da diese bereits vom hinsehen runtergefallen sind. Nach Rücksprache mit meinem Schmied bin ich auf Hufschuhe umgestiegen. Nach einem dreiviertel Jahr Hufschuhe und Barfußlaufen wurde mein Pferd im April diesen Jahres wieder beschlagen.

Trotz intensiver Hufplege und Zusatzfutter bilden sich am rechten Vorderhuf Risse. Die Risse beginnen an der Sohle und arbeiten sich langsam aber sicher bis zum Nagel hinauf, so daß mein Pferd schon nach fünf Wochen neu beschlagen werden mußte.

Was kann ich machen, um diese Rißbildung zu verhindern oder zumindest zu vermindern. Vielleicht ein Hufbad mit Zusatz?

Ich muß noch dazu sagen, daß dieser Huf eine Fehlstellung hat und schnabelförmig wächst.

Der Schmied möchte allen "Schnickschnack" vermeiden, da er an der steilen Wand ohnehin schon schlecht nageln kann.

Wer kann mir helfen?

Danke.

gudrun
07.08.2003, 14:03
hat deinpferd recht trockene hufe??was meinst du mit dem schnick schnack den dein schmied nicht will.was sagt der eigentlich zu dem problem??also ein hafi bei uns hat auch recht trockene hufe der wird im sommer gewässert also huf so 5 min in einen eimer mit wasser stellen.
mal ne frage hat er an diesem huf zufällig strahlfäule??
so jetzt warte ich mal auf deine antworten .vieleicht kann ich dir weiterhelfen.
gudrun

Katastrophenzoo
07.08.2003, 16:51
Hallo Rossini,

mit Wasser wäre ich bei rissigen Hufen sehr vorsichtig. Das kann helfen, es kann den Huf aber auch noch spröder machen und dann wird es noch schlimmer.

Ich würde ihm Biotin füttern, aber den Erfolg davon merkst Du erst nach einem Jahr, weil erst dann der Huf einmal runtergewachsen ist.

Ausserdem kannst Du ein wirklich gutes Huföl in den Kronrand einmassieren, aber auch da gibt es keine schnellen Erfolge.

Dann gibt es noch einen Huffestiger, dessen Name mir leider nicht mehr einfällt. Ziemlich teuer, aber ich habe damit schon sehr gute Erfolge erzielt.

Wichtig für gute Hufe ist ausserdem: Wechselnder Boden, wenig auf Asphalt reiten und viel Koppel. Beim Reiten kann es sinnvoll sein Hufglocken anzuziehen, damit er sich die Eisen nicht runter reisst.

rossini
08.08.2003, 19:06
Hallo Gudrun,

mit "Schnickschnack" meint mein Schmied Einlagen, die zwar stoßdämpfend wirken, aber mindestens 5 mm dick sind. Dadurch und der zusätzlich sehr steilen Hufwand hätte der Schmied Schwierigkeiten beim Nagel. Das möchte er nicht riskieren.

Mein Pferd hat keine sehr trockenen Hufe. Nicht mehr als andere Pferde bei der zur Zeit herrschenden extremen Trockenheit.

Strahlfäule hat uns im Winter, als er barfuß gelaufen ist, sehr schlimm zu schaffen gemacht, ist aber vollkommen ausgeheilt.

Gruß
Claudia

rossini
08.08.2003, 19:16
Hallo Veronika,

ich mache derzeit noch kein Fußbad. Wollte erst mal wissen, ob dies sinnvoll ist oder ob jemand so was schon mal probiert hat.

Der Huf wird nach dem Reiten gesäubert (ca. jeden zweiten Tag mit Wasser, sonst trocken) und anschließend mit Hypona Hufbalsam eingeschmiert.

Den Huffestiger von Keralit habe ich auch schon probiert.

Ich habe dem Pferd zwei Jahre lang Biotin gefüttert. Der Erfolg war leider nicht so berauschend. Jetzt füttere ich ein spezielles Zusatzfutter der Firma N.A.F.

Die Hufpflege in Verbindung mit dem Zusatzfutter hat zu einem sehr guten Ergebnis geführt. Die drei anderen Hufe, übrigens ohne Fehlstellung, sehen sehr gut aus. Auch der Schmied ist damit zufrieden. Nur der Huf mit Fehlstellung macht uns leider immer noch Sorgen.

Das Pferd geht fast täglich auf die Koppel. Aber auch die sind zwischenzeitlich knochentrocken. Sonst wird er in der Halle, auf dem Sandplatz, auf der Springwiese und im Gelände geritten. Ich versuche natürlich Asphalt zu vermeiden, aber in unserer Gegend ist der Boden überhaupt sehr hart. Wir haben überwiegend Kieswege.

Gruß
Claudia

AnnaS
09.08.2003, 09:19
Was ich erstaunlich finde - ein Schmied sollte doch eigentlich Ahnung von Hufen haben und auch sagen können, was man am besten bei so einem Huf machen kann (ob nun Wässern, Öl, Zusatzfutter, spezieller Beschlag, etc.). Ich meine, DAS ist doch SEIN Handwerk.

Ich finde diese Frage, wie so viele Gesundheitsfragen, sehr schwer per Ferndiagnose zu beurteilen.
Es gibt einige Grundregeln:
1.) Hufe wässern
2.) Kein Huf-Fett
3.) wenig harten Boden
4.) Gute Hufpflege

Das sind Dinge, die kann (muss) man grundsätzlich beachten, und dann hat man (normalerweise) keine großen Probleme. Wenn aber anatomische Probleme auftauchen, und das ist ja eine Fehlstellung, dann kann man per Ferndiagnose nie zuverlässig Ratschläge geben. Denn bei einem Riss im Huf hilft normalerweise Eisen. Da das aber scheinbar nicht hilft bzw nicht möglich ist, muss man sich genau ansehen, woran es liegt. Liegt es an der Felstellung, muss diese behoben bzw so gebessert werden, dass auch keine Risse mehr entstehen. Und dazu kann hier glaub ich niemand wirklich etwas großartig sagen, weil er das Pferd nicht kennt.

Es ist nicht böse euch gegenüber gemeint, aber bei solchen Dingen frage ich mich echt immer, wieso die Schmiede heutzutage entweder keine Lust, keine Zeit oder keine Kompetenz mehr besitzen, um ihre Arbeit auch bei solchen Problemen vernünftig auszuführen.

Gruß
Anna

rossini
09.08.2003, 15:20
Hallo Anna,

hier tust Du meinem Schmied allerdings unrecht. Er geht immer wieder auf Fortbildungen (zuletzt für Klebeeisen) und reitet selbst Vielseitigkeit bis zur Klasse M. Ihn interessiert der Beschlag von Distanz- oder Sportpferden genauso wie der Beschlag von Freizeitreitern. Ohne meinen Schmied wäre ich nicht so gut über die Barfußzeit des letzten Jahres gekommen.

Er ist mit dem Allgemeinzustand der Hufe auch sehr zufrieden. Trotzdem habe ich gehofft in diesem Forum weitere Tipps oder Ratschläge zu bekommen, welche ein noch besseres Ergebnis bringen.

Das Huf-Balsam, welches in benutze, hat mir übrigens mein Schmied empfohlen. Ein anderes vom Schmied empfohlenes Mittel hat mein Pferd leider nicht vertragen.

Mit Kauf dieses Pferdes habe ich zwar nicht den Stall, aber den Schmied gewechselt. Unser "alter" Schmied hat meinen jetzt 19-jährigen Rentner auch immer gut beschlagen. Dieser war bzw. ist allerdings auch kein Problempferd im Bezug auf Beschlag.

Mein jetziger Schmied wurde mir übrigens auch vom Tierarzt empfohlen.

Danke für die Ratschläge.

Gruß
Claudia

AnnaS
09.08.2003, 17:08
HI Claudia

Ok, dann tut es mir leid. Meine Erfahrungen mit den Schmieden sind leider wirklich so, dass sie sich heut zu tage kaum noch dafür interessieren, was mit den Hufen ist. Sie arbeiten nach dem Motto "Ausschneiden, evtl Eisen drauf und gut ist". Ich hatte nur gedacht, dein Schmied würde dir schon das richtige raten, und das zusammen mit meinen Erfahrungen - nun, ja wie gesagt, es tut mir leid, und ich beglückwünsche dich zu einem wohl wirklich tollen und kompetenten Schmied.

Gruß
Anna