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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich trauere auch! Um meine Donna...



Sandra1980
08.06.2002, 17:24
Ihr alle, die ihr dieses Forum besucht habt ja wahrscheinlich mit dem gleichen, oder ähnlichen Problem zu kämpfen.
Meine Donna hat mich mit nicht einmal 14 Jahren verlassen. Und das schlimmste daran ist, dass ich glaube, dass sie bei der endgültigen Spritze leiden musste!
Es ging ihr eigentlich nicht wirklich schlecht, ok, sie ist öfters mal umgefallen, aber das hat sie anscheinend nicht wirklich gestört. Aber dann habe ich entdeckt, dass eines ihrer Augen rot war. Es hat innen geblutet! Daraufhin bin ich sofort mit ihr zum Tierarzt, der sie dann an einen Augenspezialisten überwiesen hat. Der wiederum traute sich nicht sie zu narkotisieren, hat nur den Augeninnendruck gemessen und ihr etwas für ihr Herz gegeben. (Mit Ultraschall hat er gesehen, das es vergrößert war und dass sie Wasser im Bauch hatte) Entwässerungtabletten hat sie auch bekommen, sowie noch zwei Spritzen.
Ihr Zustand hat sich daraufhin gebessert. Sie fiel nicht mehr um und schien fitter zu sein. (der erste Tierarztbesuch war ein Freitag) Am Montag sollten wir nochmals zum Tierarzt. Dieser war recht zufrieden, aber gab ihr erneut Spritzen und Tabletten. Eine Woche später, am Sonntag nachmittag hat sie nichts mehr gefressen. Dann ging es so schnell! Sie lag nur noch da, stand nur auf wenn wir kamen, als ob sie sich zwar freuen würde, aber eigentlich viel zu müde war. Es wurde immer schlimmer. Sie fraß nichts mehr! Nicht einmal ihre Lieblingwurst oder ähnliches. Dann trank sie auch nichts mehr. Habe ich ihr einige Tropfen ins Maul getan leckte sie zwar, aber wollte doch nicht. Sie tat es nur mir zuliebe!
Am Dienstag dann hat mein Freund sie gesehen, und er ist so erschrocken! Er hat sie etwa 2 Wochen nicht gesehen, und so hat er die Veränderung natürlich besser als wir gesehen! Und hat gemeint, dass sie leidet, dass sie nicht mehr will. Ich habe das auch schon befürchtet. Ich habe den Tierarzt abgerufen, ob er vorbeikommen kann, weil ich glaube man muss meinen Hund einschläfern!
Er kam dann auch recht schnell und sie hat ihn nicht angebellt, nur mal kurz böse angesehen. Er untersuchte sie kurz und meinte auch dass es besser sei. Meine geliebte Donna!
Ich war bei ihr und habe sie gestreichelt. Erst gab er ihr die Beruhigungsspritze, damit sie einschläft und nichts mehr spürt. Dann nahmen wir von ihr Abschied. Ich weinte so um sie! Auch meine Mama weinte! Nur die Männer (Papa und mein Freund) schienen nicht so berührt zu sein. Dann als sie ganz fest schlief meinte er es sei soweit. Ich nickte und gab so das ok für die Todesspritze! Ich habe es wirklich getan!
Und dann diese Spritze! Ich glaube er gab sie ihr ins Herz. Sie bäumte sich kurz auf und lag dann still. Sie ist tot!
Mein Hund, der mich 2/3 meines Lebens begleitet hatte ist tot! Sie ist um 22:17 gestorben, im April. Der Tierarzt ist gegangen, die Männer haben schon mal angefangen das Grab zu schaufeln, und wir haben geweint. Schließlich wollten wir sie zudecken, doch das wirkte scheußlich, so dass wir sie offen ließen und sie beobachteten. Wir warteten auf ein Lebenszeichen, dass sich ihr Brustkorb hebt, dass sie uns ansieht, doch nichts geschah. Ist unsere geliebte Donna tatsächlich tot? Ist ihr Geist schon weg? Wir erinnerten uns an so manche schöneStunde, an lustige Ereignisse, und auch daran, wie sie als kleiner Hund mal bewusstlos an der Straße lag. So sah sie jetzt auch aus, nur dass sie jetzt nicht mehr aufwachen würde.
Die Nacht über blieb sie in ihrem Körbchen im Haus. Am nächsten Tag haben wir sie beerdigt. Ich habe ihr noch einen Ball und einen Abscheidsliebesbrief mitgegeben. Mein Freund legte sie in ein Laken gewickelt und auf ein Kissen gelegt (Sie sollte es ja weich haben) sanft in das Grab. Ich habe sie mit erde bedecht. Das war ein schreckliches Geräusch und Gefühl die Erde auf ihren Körper gleiten zu lassen. Ich habe die Stelle, wo ihr kopf war möglichst lange verschont, doch schließlich musste auch das sein. Als nichts mehr zu sehen war hat mein Freund weitergemacht. Sie bekam eine Grabplatte, damit sie ein Dach über dem Kopf hat und nicht so nass wird. I
ch habe schon Angst, wenn sich diese Platte mal senkt. Dann weiß ich, jetzt ist mein kleiner Hund ganz weg...
Ich träume noch oft von ihr.

Bald werden wir ins Tierheim fahren und das Hundefutter abgeben. Wir haben nämlich noch soviel da, und so ist es wenigstens für einen guten Zweck. Ich hätte es viel lieber meinem Hund gegeben!
Einen "Neuen" Hund werden wir uns nicht holen. Das wäre für uns irgendwie so, wie wenn eine Vase kaputt ist und man kauft sich eine neue.
Unsere Donna ist einmalig!

Donna, ich werde immer an Dich denken, und hoffe dass Du es jetzt gut hast! Ich habe Dich so geliebt, meintreuer, kleiner Hund!
Dein Mini-Fraule Sandra


PS: Kann mir jemand sagen, ob sie Schmerzen bei der Spritze hatte?!

Sunny0803
08.06.2002, 19:49
Hallo Sandra!

Zuerst möchte ich Dir sagen, dass ich wirklich mit Dir fühle!
Vor etwas über einem Jahr wurde mein erster Hund eingeschläfert, er war fast 15 Jahre alt und mein halbes Leben bei mir. Er hat keine Spritze ins Herz bekommen, sonder erst ein Beruhigungsmittel und dann in die selbe Kanüle eine Überdosis Narkosemittel.
Wie erwähnt habe ich keine Erfahrung mit der Spritze ins Herz, aber mein TÄ hat damals erklärt, dass er nach dem Beruhigungsmittel gar nichts mehr spürt. Ich denke, das war auch bei Deiner Kleinen der Fall. Sie ist friedlich eingeschlafen, zu Hause, mit ihren Lieben. Wenn man überhaupt von einem schönen Tod sprechen kann, hat sie ihn gehabt!!!!
Ich könnte mir vorstellen, dass das Aufbäumen nur eine Nerven Reaktion war .
Mach Dich bitte nicht verrückt mit dem Gedanken, dass sie gelitten hat.
Ich denk an Dich

Liebe Grüße
Sunny

collienose
13.06.2002, 02:50
Hallo

Zunaechst die Frage nach dem Leiden BEI der Euthanasie: Man verwendet ein ueberdosiertes Narkosemittel; die Wirkung nahezu aller bei Narkosen verwendeten Wirkstoffe ist auch ein negativer Einfluss auf Atmung und Kreislauf: das Herz wird langsamer, die Atmung flacher, bis beides aussetzt. Die narkotisierende Wirkung wird vorher eintreten, so dass das Tier nichts merkt.
Ein Grund, dem Tier vorher eine "Beruhigungsspritze" zu geben ist, dass man dadurch Reflexe reduziert, nicht immer jedoch ausschaltet und jegliche weitere Schmerzen (wie eine Injektion ins Herz) nimmt. Reflexe sind unwillkuerliche Reaktionen und koennen bei der Euthanasie erschreckend sein: das Tier atmet einige Male krampfhaft, als ob es "nach Luft schnappt" . An diesem Punkt sind die Tiere allerdings schon "weggetreten" das Herz schlaegt nicht mehr, das Gehirn ist nicht mehr ausreichend durchblutet, das Tier ist bewusstlos.
Noch ein Wort zum "es ging ihr nicht wirklich schlecht":
Kippt der Hund um und laeuft wieder weiter, wird das verursacht durch eine Unterversorgung des Gehirns mit Naehrstoffen; ich glaube nicht, dass die Hunde dabei leiden. Es ist in etwa so, als ob einem Schwarz vor Augen wird: es tut nicht weh und ist schnell vorbei.
Wenn sich bereits Fluessigkeit in der Bauchhoehle ansammelt , bedeutet das, dass das Herz nicht mehr in der Lage ist, das Blut ausreichend zu pumpen; es sammelt sich im Gewebe und den Koerperhoehlen an. Die kann Lunge sich nicht mehr asureichend ausdehnen, denn die Fluessigkeit in der Bauchhoehle "drueckt" gegen das Zwerchfell. Auch in der Lunge ist Fluessigkeit; also hat der Hund permanent Atemnot, wenn man nichts dagegen macht. Das habt Ihr jedoch getan! Ihr habt versucht, dem Hund medikamentell zu helfen, als das nicht mehr moeglich war, habt Ihr dem Hund einiges erspart! Derartige fortschreitende Herzerkrankungen kann man nicht heilen, man kann sie nur in ihrem Fortschreiten verlangsamen.

Sandra1980
14.06.2002, 09:56
Hallo Sunny, hallo Collienose!
Danke für die Anteilnahme.
Sunny, hast Du wieder einen Hund? Das hörte sich so an. Was war Deiner für eine Rasse?
Collienose, bist Du Tierarzt? Es kommt mir halt auch etwas hart vor, dass sie die endgültige Spritze ins Herz bekommen hat und nicht einfach in die Vene, oder einen "normalen" Muskel. Nur weil sie klein ist... Müsste man sich halt mehr Zeit nehmen...
Es ist schlimm... Ich mache mir auch Vorwürfe, dass wir nicht schon früher etwas untertnommen haben. "geschnarcht" hat sie nämlich schon länger. Aber sie schien noch fit zu sein, und schnarchen tun wir doch eigentlich alle mehr oder weniger...
Aber der Tierarzt der sie immer geimpft hat, meinte halt das sein ganz normal... Sie ist halt alt... Und auch die Warzen seien normal. Dass das vielleicht Anzeichen für Krebs sein könnten schien er nicht zu wissen. (Sie hatte teilweise schwarze Warzen)
Naja,
Wie die anderem so schön sagen, sie wird an der Regenbogenbrücke warten und gesund und jung mit anderen Hunden spielen (Und ich schätze auch Katzen jagen, das hat sie geliebt, und wenn die Katze einfach stehen bleibt hat sie sie über den Haufen gerannt..) bis ich komme! Oder bis meine Eltern kommen. Wir waren alle drei für sie wichtig.

Nun, der Schmerz wird schon noch lange da sein, aber ich hoffe dass ich das letzte Aufbäumen vergessen kann oder wirklich einmal als Reflex ansehen kann.

Sandra

Sunny0803
14.06.2002, 19:27
Hallo Sandra!

Moritz war ein Dackel-Basset-Mix. Der tollste Hund überhaupt!!!
Ich war erst 14 als ich ihn bekommen habe. Aber er war immer bei mir, als ich zu Hause ausgezogen bin habe ich ihn mitgenommen, er gehörte ja zu mir!
Er hat mir den Abschied viel leichter gemacht, als Deine Kleine. Ich hatte schon über eine Woche überlegt, ob es noch lebenswert für ihn war. Dann habe ich einen Termin mit meiner TÄ vereinbart, um mit ihr darüber zu reden. Am Tag vorher kam ich von der Arbeit und er hat mich zum ersten mal seit Wochen wieder richtig wahr genommen. Er sass auf seinem Kissen, hat mich angeschaut und kam dann zu mir. Wir haben dann ein letztes mal seine Meerschweinchen sauber gemacht. Er sass neben mir, hat zu mir hoch gesehen und mir ein Bussi gegeben...Das war so schön! Ich habe gedacht, dass ich ihn doch noch etwas länger bei mir haben kann...
Am nächsten Tag war er wieder apatisch und die Wohnung war wieder einmal mit Kot versaut. Beim Kotabsetzen ist er manchmal umgefallen und kam aus eigener Kraft nicht mehr hoch. Wir sind dann in die Klinik gefahren, er ist vor der TÄ und mir ins Behandlungszimmer gelaufen , die TÄ hat mich nur traurig angeschaut und genickt. Dann kamen nochmal alle Ärztinnen und Helferinnen und haben sich verabschidet. Ich habe mich auf einen Stuhl gesetzt, meinen kleinen Opa auf den Schoss genommen und er hat die Spritze bekommen...
Wenn ich jetzt an ihn denke, sehe ich ihn mit riesigen Augen auf seinem Kissen sitzen.
Oh mann, es tut ganz schön weh, sich so an die Details zu erinnern. Die Tränen laufen schon wieder.
5 Wochen danach war ich mal wieder in einem Tierheim und da war Leo! Bzw Rasco, so hiess er damals noch. Bei meinem Freund und ihm war es Liebe auf den ersten Blick, bei mir auf den 2. Wir durften ihn gleich mitnehmen. Das ist am Sonntag ein Jahr her. Leo ist auch der tollste Hund überhaupt, nur anders. Ich liebe ihn abgöttisch auch wenn, oder vielleicht weil er nicht so leicht zu handeln ist wie Moritz.
Ich habe jetzt den Roman geschrieben, dabei wollte ich Dir nur sagen: Ich wünsche Dir, dass Du Dich auch bald nur noch an die schönen Momente erinnerst. Eigentlich bin ich mir sicher, dass es so sein wird.
Sie hat keine Schmerzen gehabt!!!

Alles lIebe
Sunny

Sandra1980
12.07.2002, 19:13
Hallo Sunny,
Bei mir sind die Tränen schon wieder am laufen! Langsam glaube ich aber auch dass es so auf jeden Fall besser war. Selbst wenn sie kurz leiden musste ist das bestimmt besser als noch länger voller leiden zu leben. Manche Menschen würden auch gerne einen kurzen, vielleicht auch etwas heftigen Todeskampf in Kauf nehmen, anstatt sich lange rumzuquälen und nur noch am Leben erhalten zu werden, aber da ist es ja nicht erlaubt. So gesehen haben es unsere Tiere schon gut. Besser wäre es zwar, sie würden selbst sagen wann es soweit sein soll, aber wenn man genau hinsieht, merkt man es. (Wir wollten es nicht wahrheben, aber mein Freund hat das ausgesprochen, was uns allen klar war, und das in nur zwei kurzen Worten: "Oh Gott!"
Ich werde mir auch früher oder später einen Hund aus dem Tierheim holen. Vielleicht in vier Jahren oder so...
Vergessen werde ich sie nie!
Das geht wahrscheinlich jedem so. Ich werde weiter die Einträge lesen und mit Euch allen mitfühlen!
Sandra (und Donna)