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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fressen, Fressen und nochmals Fressen



doggie
07.06.2002, 18:06
Hallo,

unsere Hündin (14 Monate, 18 kg) ist erst seit kurzem bei uns. Jetzt suche ich Euren Rat zum Thema Fressen, weil ich mittlerweile wirklich Panik habe ihr zuwenig zu geben etc. etc.
Ich füttere sie morgens und abends, mit Royal Canin medium adult und gebe ihr insgesamt 300 gramm. Aufgeteilt also jeweils 150 gramm. Ab und zu mische ich noch Dosenfutter bei (Rinti pur) und über den Tag verteilt bekommt sie Leckerchen zu Erziehungszwecken oder auch mal ein Stück getrockneten Pansen einfach so. Klingt für mich ausreichend, aber scheinbar reicht es ihr überhaupt nicht. Nun weiß ich nicht ob es auf "normale" Verfressenheit zurückzuführen ist oder ob ich ihr eventuell nicht genug gebe. Auf der Straße stürzt sie sich auf alles was so rumliegt, sie kommt teilweise nicht mal dazu ihre "Geschäfte" zu erledigen weil sie mit dem Schnuppern nach Essen so ausgelastet ist. Gehe ich vor der Fütterung mit ihr spazieren zieht sie mich förmlich wieder Richtung Heimat. Wenn sie nur ein Leckerchen sieht, speziell wenn es kurz vor den Fresszeiten ist sabbert sie alles voll. Der gefüllte Napf ist innerhalb von 1,5 Minuten leer.

Ich bin echt verzweifelt. Mache ich etwas falsch? Sollte ich ihr die ganze Zeit TroFu hinstellen? Habe eigentlich gelesen daß man nur zweimal täglich etwas geben soll.

Alpha
07.06.2002, 21:12
Hallo Doggi!
Wenn Deine Hündin kein "Endlos-fresser"ist(sehr selten,kommt jedoch vor),spricht nichts dagegen,sie selber entscheiden zu lassen,wann sie wieviel Hunger hat,indem Du ihr einen stets gefüllten Napf mit Trockenfutter zur Verfügung stellst.Wundere Dich dann nicht,wenn sie in den ersten zwei Tagen sich "richtig den Bauch vollhaut",das ist normal.Auf Dauer wird sie dann vielleicht auch mal einen Tag gar nichts fressen,dann mal nur ein paar Bröckchen zwischendurch "mümmeln",an anderen Tagen sich gehörig vollmampfen und sich danach mit prallem Bauch drei Stunden in die Sonne hauen(wie Wölfchen).Das tun meine Hunde auch.Beachte dabei jedoch in der ersten Zeit,daß sie vor und nach den Spaziergängen nicht direkt sich vollstopft,wegen der drohenden Magendrehung.Du kannst auch in der ersten Zeit,bis sie "weiß",daß sie immer satt werden darf,den Napf abends so zwei Stunden vor dem letzten Spaziergang,wegstellen,damit sie nicht nachts plötzlich "muß"und ihn ihr erst am morgen so eine Stunde nach dem ersten Spaziergang wieder hinstellen.Bis sie geregelt frisst.Ansonsten solltest Du ihr verbieten,Dinge von der Strasse "aufzulesen",bis sie das Verbot "generalisiert"auf alle Dinge auf der Strasse.
Normalerweise sollen Hunde ca 1%ihres Körpergewichts fressen,sie können bis zu 10%vertragen.Auf Dauer wird sich die Hündin auch daran "halten".Wenn das Futter Lockstoffe enthält,wird sie allerdings eher zuviel fressen,eben wegen der Lockstoffe wie Fett usw.Es gibt viele Sorten,die einen erhöhten Fettgehalt aufzeigen,eben weil sonst kein Hund das "Zeug" fressen würde.Deine Hündin benötigt einen Fettanteil von 8%,mehr nicht.Schau einfach mal auf der Packung nach.Die Proteinwerte sollten um die 22% betragen.
Lieben Gruß,Alpha

Jette
07.06.2002, 22:49
Hallo Doggie :)
also, ich denke darüber total anders als Alpha. Ich habe auch eine Retriever-Hündin und das schon seit über 9 Jahren. Dieses "Ich-muss-alles-fressen-und-wenn-es-auf-der-strasse-im-dreck-liegt"-Syndrom ist meiner Meinung nach völlig Retriever-typisch. Fast alle Retriever, die ich kenne, machen das, Scheiße steht auf der Hit-liste ganz oben. Bei euch auch??? ... :)
Ich fütter meine auch 2 Mal am Tag, morgens und abends und da bekommt sie nicht sehr viel sonst würde sie gleich zulegen. Aber auf den Spaziergängen ist es ihr fast höchstes Ziel, komplett alle fressbaren Dinge, die so rumliegen, einzusammeln und zu meinem Ärger herunterzuschlingen. Auch das Futter stopft sie in einem Affenzahn in sich rein, als wäre das ein Wettbewerb.
Aber trotzdem stelle ich ihr das Futter nicht den ganzen Tag hin, sonst würde sich meine Alte so fett fressen, bis sie sich nicht mehr bewegen könnte.
Ich habe das in den ganzen 9 Jahren nicht richtig rausbekommen, aber bleib aufjedenfall dabei, ihr das Auflesen zu verbieten, weil es ja auch Hundehasser gibt, die vergiftete Köder auslegen.
Viel Glück mit deinem Goldi

Jette + Anhang ;)

doggie
08.06.2002, 18:03
Danke für Eure Antworten, Alpha und Jette.
Ich fürchte den ganzen Tag Fressen hinzustellen werde ich mit ihr wohl besser nicht wagen. Bei ihrem ständigen Appetit geht das bestimmt in die Hose. :-)
Alpha, noch einige Rückfragen an Dich, mit "verbieten Dinge von der Straße zu nehmen" meinst Du daß ich ihr Leckerlis oder ähnliches hinlege und dann verbiete sie zu nehmen? Habe ich Dich da richtig verstanden? Wenn ja, werde ich das mal versuchen.
Die Auswahl des "richtigen" Futters ist wirklich eine Wissenschaft für sich. Ich habe schon diverse Nährwerttabellen gewälzt, aber die meisten haben sowohl mehr Fett als auch Protein wie von Dir angegeben (außer vielleicht die LightVersionen, aber da bilde ich mir ein sie noch weniger sattzubekommen). Mit dem Royal Canin bin ich nicht so glücklich, da unsere Hündin erstens ziemlich ordentliche Blähungen hat und auch die Kotmenge sensationell ist (von der Farbe gar nicht zu reden). Darf ich fragen welches TroFu Du fütterst? Nachdem viele davon schwärmen bin ich versucht Bozita auszuprobieren - oder eben Nutro. Allerdings haben wohl so ziemlich alle Rübenschnitzel drin...
Boah, das ist wirklich eine Wissenschaft für sich. Gibts ein Studium "Auswahl des korrekten Hundefutters"? *ggg

Liebe Grüße

Sanni
11.06.2002, 11:28
Hallo Jette,
bin deiner Meinung.Habe meinen Retr.zwar erst 2 Wochen,aber wenn ich ihm permenent Futter anbieten würde,wäre er bestimmt schon geplatzt.Auch das "Unterwegsfressen"ist bei uns genauso.Habe noch große Angst,weil Sanni macht keine Unterschiede zwischen Kot,Unkrautvertilger,Schlamm im Bach,Scherben:eek: ,Grüzeug aller Art(kommt gelegentlich wieder raus)usw..Ich denke,mit unseren Retrievern haben wir uns echte Müllschlucker zugelegt.Ob ich da toleranter werden kann und meine Ängste abstellen werde:( :( ???

Natalie
11.06.2002, 16:41
Original geschrieben von Alpha
... benötigt einen Fettanteil von 8%,mehr nicht.Schau einfach mal auf der Packung nach.Die Proteinwerte sollten um die 22% betragen. Hallo Alpha,
woher weißt Du das so genau? Hängt das nicht auch z.B. damit zusammen, wie aktiv der Hund ist, wie groß oder klein, alt oder jung? Du empfiehlst hier immer diese Werte, als ob nichts anderes richtig sein könnte! Wenn nun jemand seinen Hund mit einem 23/9-Futter ernähren würde, wäre das Deiner Meinung nach schlimm?

Mein Hund bekommt ein Futter mit 27% Protein und 17% Fett. Dafür muss er davon nicht so viel fressen wie von einer weniger gehaltvollen Sorte, und produziert entsprechend weniger Kot. Das ist für einen Stadthund durchaus eine Überlegung wert, finde ich.

doggie
11.06.2002, 18:02
Natalie, ich bin zwar kein Spezialist, aber mir erscheint es logisch nicht zu fett- und proteinreich zu füttern. Die wenigsten normalen Hunde sind doch so enorm beansprucht daß sie das bräuchten, oder? Im Falle meiner Hündin, die am Tag ca. drei Stunden draußen unterwegs ist erscheint mir der angegebene Protein- und Fettgehalt jedenfalls ausreichend. Aber wie gesagt, ich bin (noch???? *g) kein Experte...

Alpha, falls Du Dich nochmal äußerst, schau doch bitte falls Du Lust hast auch nochmal zu dem Proteinthread, ich hatte Dir nochmal geantwortet und wäre an reantwort interessiert. :-)

Allerseits einen schönen Abend!

doggie
11.06.2002, 18:02
Das Unwort des Tages: "nochmal" :-))

Setzen, Sechs! :-)

Inge1810
11.06.2002, 19:16
@ Alpha, Du hast geschrieben

Wenn Deine Hündin kein "Endlos-fresser"ist(sehr selten,kommt jedoch vor),
Also ich denk da etwas arg anders drüber, denn so selten ist das gar nicht, wie man hier sieht und bei vielen anderen Hundehaltern mitbekommt. Ich kämpfe auch mit einem Hund, der sich bis in`s Koma fressen würde und ausreichend Futter hinstellen wäre für meinen Hund fatal.
@Wolfgang, ich denke nicht, dass Du toleranter werden sollst. Ängste solltest Du abstellen, denn die wirst Du sonst die nächsten 10-15 Jahre mit Dir rumschleppen. Allerdings solltest Du ganz schnell daran arbeiten, dass Dein Hund nicht alles aufnimmt, denn wenn er sich für Scherben interessiert, ist das schnell lebensgefährlich. Selbst Steine sind ratzfatz verschluckt und wenn die in den Darm geraten..... nicht auszudenken. In Sachen Fressen gehe ich mittlerweile sehr streng mit meiner Kleinen um, denn es geht nicht anders. In der Wohnung ist alles Essbare verbarrikadiert, weil sie alles in sich hineinstopfen würde. Wir hatten schon ein paar Vorfälle, die gar nicht spaßig waren. Beim Gassigehen habe ich gar nicht erst (obwohl ich sonst mit Leckerle arbeite) angefangen, sie zu bestechen, damit sie mir ihre Fundstücke übergibt. Da kenne ich keine Kompromisse. Aus ist aus und da kann es schonmal vorkommen, dass ich sie anknurre oder ihr in`s Maul fasse und die Errungenschaft raushole. In manchen Fällen muß es schnell gehen und da kann ich nicht darauf warten, dass sie es freiwillig hergibt. Klappt mittlerweile ganz gut, dass sie es (wasauchimmer) gar nicht erst aufnimmt, wenn sie mein "aus" hört. Mist fressen ist so ne Sache. Da sind wir noch dran und ich versuche sie halt so oft wie möglich auf frischer Tat zu ertappen (dreimal die Woche hat sie nen "leckeren" Misthaufen direkt vor der Nase und pirscht sich immer wieder in dessen Richtung). Du wirst wohl lernen müssen, mit Deinem Müllschlucker zu leben. Ich bezeichne meine Süße auch immer als Staubsauger ;) Ein Teil ist wohl mit Erziehung abstellbar, aber niemals alles, also Vorkehrungen treffen, Tresortür vor die Küche mit Alarmanlage und viel Spaß bei neuen Einfällen den Vielfraß vom Überfressen abzuhalten :D

doggie
12.06.2002, 12:12
Hallo,

mal wieder das Futterthema.

Unsere Hündin ist ein Retriever-Pointer Mix und jetzt 14 Monate alt. Soll in diesem Alter noch Welpenfutter gefüttert werden?

Sanni
12.06.2002, 12:41
Hallo doggie,
was ich so höre,ist bei dir entscheidend,wie hoch die Proteine und Fette im Futter sind.Dein Hund ist,denke ich ,langsam erwachsen und braucht keine Unmengen mehr an Energie,oder?Du kannst doch am besten selber sehen,ob dein Hund das Futter verarbeitet,oder ob er Speck ansetzt.Ich las Meinungen,die bereits für einen Wechsel zu Adults mit 6Monaten raten(wegen der hohen Proteine und Fette).
Ich denke,dass ich bei meinem Hund(Retr./Shepherd)mit 12 Monaten auf ein anderes Futter wechseln werde.Ich denke,dass bis dahin die Hauptwachszeit vorüber ist,hohe Proteine also nicht mehr nötig sind,und das ich somit ein HD-Risiko vielleicht etwas reduzieren kann.
Habe hierüber auch schon 10000000000 Meinungen gehört,bin aber auch weiterhin für Tips und Ratschläge offen und dankbar.

doggie
12.06.2002, 17:14
Hi Wolfgang,

bei meinem Hund in Verbindung mit Futter irgendetwas festzustellen ist sehr schwierig, denn wenn ich ihr einen 3 kg Sack hinstellen würde hätte sie den in einer halben Stunde verputzt. Direkt gesagt: ihr ist es immer zu wenig, von daher kann ich nicht richtig ermessen ob ihr das Futter zu wenig protein enthält oder nicht.
Ich werde aber wohl beim normalen Erwachsenenfutter bleiben.

Liebe Grüße

Chaostruppe
28.06.2002, 08:23
wenn ich die Beiträge hier so lese, bin ich versucht zu glauben, ich hab zumindest in Bezug auf fressen mit meinen Hunden Glück gehabt. :) Die bekommen halt fast ausschließlich Trockenfutter, weil sie auf Naßfutter Durchfall bekommen. Und manchmal so als kleines Leckerchen zwischendurch z.B. nen Becher Hüttenkäse oder so.
Bei mir sind die Näpfe IMMER gefüllt, die Hundis können also fressen wann immer sie Lust dazu haben. Machen sie aber nicht!!! Sie fressen von sich aus fast nur abends, ungefähr zwei Stunden nach unserem täglichen Riesenspaziergang, und auch nie den ganzen Napf voll auf einen Rutsch. Da wird halt im Laufe des Abends immer wieder mal ein bischen gefressen.
Und weil ich die Näpfe ja sobald nur noch ein paar letzte Krümel drin sind nachfülle, hab ich keine Kontrolle darüber, wer wieviel frißt. Das mach ich eigentlich schon immer so, und keiner meiner Hunde ist zu dick.

Naja, wenn ich mit nem Eimer frischem Pansen ankomme sieht das schon anders aus. Einmal stehn die da total drauf, und außerdem gibt´s den fast nur an Weihnachten und zum Geburtstag sozusagen. (Ich mein, das ist echt was ganz besonderes) :) Da wird dann gefressen was das Zeug hält, aber es sei ihnen gegönnt! :)

Aber sagt mal, was habt ihr denn gegen Pferdeäppel? Meine Hunde fressen die auch ab und zu. Nicht jeden den sie finden, und auch nicht jeden Tag, und sie nehmen dann nur ein oder zwei Mundvoll. Aber Pferdeäppel ist doch im Grunde nur vorverdautes Grünzeug, oder? Was ist denn daran schädlich? Ich find´s schlimmer, wenn sie sich drin wälzen. :)
Lieben Gruß

SteffiL
28.06.2002, 09:14
Möööönsch... ich war gerade fast fertig mit meiner Antwort, da wurde die Seite automatisch geschlossen??


Huhu doggie,

was ich sagen wollte war folgendes ;-))

Ich denke, es gibt auch unter Hunden die, die beim "Superkonzentriert-Allesdrin-aber-dafür-nur-300g-am-Tag" Futter lange Zähne kriegen. Ich find Hunger - oder Appetit - auch gemein ;-))
Mein Tipp: Kauf dir Füllstoffe wie die Reispops von Grau (also wenig Kalorien, kaum Fett) und servier sie mit Magerquark oder fettarmem Joghurt oder Lunge oder... als dritte Mahlzeit mittags oder gib die 300gr auf einmal und ersetzt mit den Füllstoffen die andere Mahlzeit. Zwischendurch magere Leckerlis wie getrockenete Lunge, davon kann man dann guten Gewissens auch mal mehr rausrücken, ich schneid die auch klein und nehm sie auf Spaziergänge mit. Dann hat deine Süße mal mehr zu kauen, setzt aber nicht an. Wenn ihr Gewicht und Aussehen mit deiner Fütterungsweise stimmt, machst du ja bisher alles richtig!

Liebe Grüße
Steffi