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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wendungen reiten



Budjonnyfan
15.07.2003, 17:09
Hi zusammen,
ich habe jetzt die Reitbeteiligung auf dem 6 jährigen Wallach (schulpferd) bekommen. Nur mal so zur Auskunft!!!!

Ich habe mir letztens ein Buch "die Hilfegebung des Reiters" gekauft und bin jetzt etwas verunsichert was die Hilfegebung angeht. Hat eigentlich jede Bahnfigur ihre spezielle Hilfegebung? Zum Beispiel habe ich gelesen das man wenn man das Pferd in die Ecke reiten will, das Pferd nach innen stellen muss. Das habe ich bisher nie gemacht und letzte Reitstunde hab ich es so gemacht und das Pferd ist nach innen gewendet, obwohl ich die Ecke ausreiten wollte. Ich hab bisher immer meinen inneren Schenkel verwahrend und den äußeren treibend an den Gurt genommen und das Pferd ist immer in die Ecke gegangen.
Auch habe ich es bisher noch nie geschafft mein Pferd im Galopp auf den Zirkel zu bringen. Wendet das Pferd dann doch, hört es zum Galoppieren auf. Wenn ich versuche auf den Zirkel zu wenden im Galopp nehm ich den äußeren Schenkel immer noch verwahrend ,drücke mit ihm aber stärker das Pferd nach innen und den inneren Schenkel lasse ich treibend am Gurt. Arbeite ich vielleicht zu wenig mit den Zügeln? Ist das überhaupt richtig so? Ich möchte nämlich dieses Jahr das Kleine Hufeisen machen und da ist das Galoppieren in der Abteilung Vorraussetzung und mir ist es bisher nie gelungen.
Mein weiteres Problem ist, das ich im Trab beim Aussitzen automatisch in die Steigbügel reinrutsche und somit mein Tiefer Absatz nicht mehr tief ist. Ich kann das einfach nicht korrigieren. Liegt es vielleicht daran das ich mit der Hüfte nicht richtig mitgehe?
Ich hoffe ihr könnt meine Fragen in Bezug auf die Hilfegebung beantworten!
Ach ja vielleicht wisst ihr das ja auch, Welche Rechte habe ich in Bezug auf eine Reitbeteiligung auf einen Schulpferd? Hab ich überhaupt irgend welche Rechte?

Freu mich auf Antworten:D

Gruß
Steffi

Katastrophenzoo
15.07.2003, 19:34
Hallo Steffi,

das waren jetzt aber viele Fragen, ich werde es mal der Reihe nach versuchen.

Nein, es hat nicht jede Bahnfigur ihre spezielle Hilfe. Pferde werden schliesslich nicht dressiert sondern reagieren ganz logisch auf Hilfen. Also man könnte einem Pferd auch beibringen, dass es auf Finger schnippen angaloppiert, tatsächlich gibt man aber Hilfen, die das Pferd so beeinflussen, dass es angaloppiert. Das bedeutet dass die Hilfen immer logisch sein müssen!
Und damit bin ich auch schon beim Ecken ausreiten: Wenn Du logisch überlegst, muss das Pferd nach innen gestellt sein, sonst kann es ja unmöglich in Bewegungsrichtung gebogen werden und dann rennt es sich gegen seine eigenen Füsse.
Die Hilfengebung die Du bisher angewandt hast ist also genau seitenverkehrt! Natürlich kann man ein Pferd mit dem äusseren Zügel in eine Ecke ziehen, aber das hat nichts mit reiten zu tun.
Zirkel im Galopp: Eines ist sicher, Du tust mit absoluter Sicherheit nicht zu wenig mit dem Zügel, es ist nahezu unmöglich zu wenig mit dem Zügel zu tun. Da hapert es auch nicht an der Hilfengebung sondern am unabhängigen Sitz und das kannst Du nur üben.
Dass Du zu tief in Steigbügel rutschst liegt vermutlich nicht an der Hüfte sondern daran dass Du im Knie klemmst und deshalb keinen Druck mehr auf den Steigbügel bekommst. Ich habe vor vielen Jahren mal ein Video gesehen und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vergessen habe, wer da geritten ist, aber derjenige hatte zwischen Steigbügel und Stiefel jeweils ein Ei und er hatte eine so gleichmässige Schenkellage, dass das Ei weder kaputt gegangen ist noch runtergefallen ist und dann wird reiten zur Kunst.
Übrigens hast Du nur das Recht das Pferd zu reiten so lange das erwünscht ist und Du dafür bezahlst. Das kann jederzeit gekündigt werden, ansonsten hast Du gar keine Rechte und auch beim Reiten musst Du Dich an die Vorgaben des Besitzers halten.
Viel Spass noch

AnnaS
16.07.2003, 09:01
Ich schließe mich Veronika an, in dem, was sie geschrieben hat.
ZU WENIG kann man mit den Zügeln nicht machen. Je unabhängiger von den Zügeln du reitest, um so besser reitest du, und um so besser geritten ist das Pferd unter dir. Im Gegensatz dazu kannst du aber zu wenig mit Schenkel und Gewicht reiten, und das ist dann nicht besonders toll.

Wenn du "ganz normal" z.B. Ganze Bahn reitest, ist dein Pferd auf den Seiten (kurze und lange Seiten) immer gerade gestellt, mit einem ganz kleinen Hauch Innenstellung. Nur in den Ecken stellst du das Pferd nach innen. Der äußere Schenkel liegt verwahrend am Pferd, damit es dir nicht nach außen weg drängelt. Das innere Bein hingegen "schiebt" das Pferd weiter nach außen, oder du reitest (wie bei Volten, oder auch in der Ecke) das Pferd um deinen inneren Schenkel.
Stellst du das Pferd nun nach außen, der innere Schenkel liegt nur verwahrend am Pferd und mit den äußeren treibst du, hat dein Pferd eine Außenstellung, mit der es früher oder später gegen die Bande laufen würde.
Wie Veronika schon sagt - stell dir die Situation bildlich vor und überlege dann logisch.

Wenn du ein Schulpferd reitest, gehe ich mal davon aus, dass es ein gut gerittenes Pferd ist. Wenn es nun also aufhört zu galoppieren, wenn du auf den Zirkellinie gehst, dann vermute ich mal, dass du in dem Moment mit Stellung, Biegung, treibenden Hilfen und Zügelhilfen "überfordert" bist, also irgendwas von dem nicht mehr machst, und das Pferd ist verwirrt. Es kommt aus dem Takt, aus der Balance, und dann galoppiert es nicht weiter.

Ein kleiner Tip von mir als Reitlehrerin:
Galoppiere erst mal Ganze Bahn. Wenn du dir dann sicher bist, dass du die richtigen Hilfen gibst, wenn der Galopp taktrein ist, und du das Gefühl hast, dein Pferd macht mit, dann wendest du einfach mal auf eine Zirkellinie ab. Du brauchst dazu nicht unbedingt den richtigen Zirkel einhalten, sondern du wendest einfach an einem Punkt ab, wo du dir sicher bist. Ob das nun gleich ein "genormter" Zirkel ist oder nicht, ist erst mal wurscht. Hauptsache, du bekommst ein Gefühl dafür. Da macht es gar nichts, wenn der Zirkel mal größer wird, denn meist hast du ein besseres Gefühl und auch Timing, wenn du nach Gefühl reitest und nicht nach Vorgabe. Verstehst du?

Ich sage zu meiner einen Reitschülerin (Anfängerin mit dummerweise jungem, unerfahrenen Pferd) immer, dass erst mal das Wichtigste beherrscht werden muss - Hilfen, Grundgangarten, und die Kontrolle über sich selbst und übers Pferd. Und wenn man da sicher ist, dann kommt der "Feinschliff". Dann wird gelernt, wie man das ganze auch in kleineren Hufschlagfiguren einhält, wie man seine Hilfen verfeinern kann.
Wir sind nun seit einiger Zeit (einigen Wochen) dabei, dass das Mädel erst mal die GGA und vernünftige Zirkel beherrscht. Das Pferd war jetzt im Frühjahr 3 Monate in der Ausbildung bei Beerbaum, und kannte vorher nichts. D.h. sie stehen beide am Anfang. Und es dauert, bis man wirkliche Fortschritte sieht, aber das ist doch egal. Hauptsache, man behält den Spaß dabei (und zwar sowohl Reiter als auch Pferd) und die Motivation. Überforderung und zu viel Ehrgeiz bringen da gar nichts. Genauso wie bei dir mit deinem kleinen Hufeisen. Wenn es dieses Jahr noch nicht so sein soll, dann halt im nächsten Jahr. Wer drängt dich denn? Du solltest dir nicht sagen "das und das will ich jetzt aber schaffen, schließlich will ich mein K.H. machen", sondern du reitest erst mal und lernst. Und wenn du dann soweit bist, kannst du sagen "jetzt kann ich es, jetzt melde ich mich zum K.H. an".

Was für Pflichten und Rechte du an einem RB-Pferd hast, musst du mit dem Verein klären. Das ist individuell. In der Regel hast du aber nur das Recht, so-und-so-viel-Mal in der Woche zu reiten (nach Vereibarung). Mehr Rechte hast du normalerweise nicht. Sprich, wenn man dir das Pferd wegnimmt, kannst du gar nichts machen, genauso wenig wenn es verkauft werden soll. Aber ich würde das mit dem Verein klären.

Gruß
Anna

Budjonnyfan
16.07.2003, 15:41
Hallo,
der Wallach den ich als Reitbeteiligung bekommen habe ist noch ziemlich unsicher und unerfahren, da er erst 6 Jahre alt ist. Einige auf dem Reiterhof sagen auch das er viel zu früh als Schulpferd verwendet wird und das er dafür einfach noch zu jung sein. Ich hab einfach Angst beim Reiten dieses Pferdes jetzt einfach zuviel falsch zu machen, sodass er das richtige Reagieren auf feine Hilfen ganz verlernt.
Wobei kann es denn liegen, das, wenn ich mein Pferd in die Ecke reinreiten will und nach innen stelle, es in die Bahnmitte reinläuft? Ich mein wenn ich die Hilfen nach innen gebe dann geht das Pferd doch auch nach innen.
Das mit dem Galopp werde ich jetzt mal ausprobieren. Ich glaub ich werd jetzt mal ganz langsam noch mal anfangen mich in jeder Reitstunde gründlich auf die Hilfen konzentrieren und einige Wendungen im Trab und Schritt probieren, wenn das klappt und ich einwandfrei ganze Bahn galoppieren kann, dann auch im Galopp. Vielleicht hab ich mich mit all dem wirklich etwas unter Druck gesetzt.
Ich darf meine Reitbeteiligung ja dreimal die Woche reiten. Zweimal die Woche reite ich in der Reitstunde und Sonntags reite ich ihn nicht in der Reitstunde. Ist das eigentlich okay? Ich mein in Bezug auf die Sache das ich noch Anfängerin im Reiten bin ?

Gruß
Steffi

Katastrophenzoo
16.07.2003, 16:50
Hallo Steffi,

eigentlich sollte ein 6jähriges Pferd, das ja schon 2 - 3 Jahre unterm Sattel ist mit seiner Grundausbildung schon so weit sein, dass alle "normalen" Dinge funktionieren. Weisst Du wie lange er schon Schulpferd ist? Ich habe den Eindruck, dass da bei der Grundausbildung einiges nicht optimal war.

Du musst unterscheiden zwischen "Hilfen nach innen" und "nach innen stellen". Also die Zügel sind beim Ecken ausreiten völlig unwichtig, Du musst das Pferd nur mit dem inneren Schenkel am Gurt an der Bande halten. Dann sollte sich das Pferd um Deinen Schenkel herum biegen und dann kommt die Innenstellung ganz von alleine.

Ich persönlich finde es sehr gut, dass Du zweimal mit Unterricht und einmal ohne reitest, da Du dann sonntags die Möglichkeit hast, für Dich zu üben was Du unter der Woche gelernt hast. Aber Du musst dann natürlich extrem diszipliniert sein, keine Ungeduld, nichts ausprobieren was Du noch nicht gelernt hast und immer daran denken, dass das Pferd niemals schuld ist. Sondern gerade so Sachen wie tief in die Ecken reiten, Übergänge von einer Gangart in die andere, saubere Hufschlagfiguren im Schritt und Trab, kannst Du dann sehr gut üben.

AnnaS
16.07.2003, 18:16
Da war Veronika wieder mal schneller als ich. Und wieder mal schließ ich mich ihren Worten an.

Zum Thema 3x die Woche reiten, und 1x davon allein:
Ich hatte vorhin ja schon kurz von meiner einen Reitschülerin erzählt. Sie hat halt noch diverse Problem(chen) mit ihrer Stute, da auch sie noch sehr unerfahren ist (erst 4jährig, ca 5 Monate unterm Sattel). Ich bin bis jetzt 3x die Woche bei ihr, und auch nur dann reitet sie. Die restlichen Tage der Woche macht sie Bodenarbeit zum Muskelaufbau und zur Gymnastizierung.
Nun wollen wir den Unterricht auf 2x die Woche reduzieren, damit sie auch die Chance hat, ohne mein Gemecker ;) reiten zu können, und mal in Ruhe auszuprobieren, was sie gelernt hat. Wir machen es so, dass ich diese Woche noch 3x hinfahre, aber am Freitag werde ich nur da sitzen und zusehen. Für den Notfall also da sein. Aber ich halte mich ansonsten raus, damit sie testen kann, ob sie auch ohne Hilfestellung klar kommt. Das ganze hab ich so vorgeschlagen, eben damit sie einmal auch probieren kann, wie es ohne Reitlehrerin ist.

Was nun deinen Wallach angeht, denke ich schon, dass er eine solide Grundausbildung hat. Doch Pferde in dem Alter sind eben doch noch leicht zu verunsichern. D.h. wenn vom Reiter falsche Hilfen kommt, ist ein Pferd in dem Alter schnell an dem Punkt, wo es nicht mehr weiß, was es jetzt eigentlich tun soll. Daher finde ich 6 Jahre auch etwas früh für ein Anfänger-Schulpferd.
Für dich muss es jetzt eine doppelte Herausforderung sein - erstens, an dir zu arbeiten und zweitens, das Pferd nicht zu "versauen". Meiner Meinung nach solltest du deinem Reitlehrer noch viel mehr Löcher in den Bauch fragen. Das ist besser, als hier im Forum. Ich z.B. erkläre meinen Mädels auch etwas und sage "Und jetzt versuchst du das mal". Klappt es nicht, wiederholen wir alles, bis es klappt. Aber das eben live, eben direkt auf dem Pferd. So kann man es auch prompt umsetzen, und das ist alle Mal wichtiger als der theoretische Unterricht, wenn man nicht auf dem Pferd sitzt.

Gruß
Anna

Budjonnyfan
17.07.2003, 15:38
Hallo,
ich weiß nicht wie lange er schon ein Schulpferd ist. Schätzungseise grob gesagt ungefähr ein Jahr. Bin mir aber wie gesagt nicht sicher.
Es wär zum Abschluss vielleicht echt noch hilfreich wenn ihr mir erklären könntet was ihr unter "Stellung nach innen" und "Hilfe nach innen" versteht, denn irgendwie kann ich mir grad darunter nichts vorstellen.

Trotzdem schon mal danke für eure bisherigen Antworten!!!!!

Steffi;)

AnnaS
17.07.2003, 15:51
Eine Hilfe nach innen ist so zu sagen der "Befehl", dass das Pferd nun nach innen gehen soll (z.B. bei einer Volte, beim Abbiegen auf die Zirkelline, generell beim Abbiegen nach innen). Eine Stellung nach innen ist nur die Stellung im Genick, so dass du das innere Auge des Pferdes leicht schimmern siehst. Diese Innenstellung hast du eigentlich immer in den Ecken, während eines Zirkels auch. Immer dann, wenn das Pferd nicht gerade geht. Und in einer Volte hast du dann ebenso die Innenstellung wie die Biegung auch.

Gruß
Anna

Katastrophenzoo
17.07.2003, 16:01
@ Anna: Wieso warst Du jetzt schneller??? Ich antworte immer zuerst! :D

@ Steffi: Du kannst mal was ausprobieren. Sollte eigentlich funktionieren, aber klappt zugegebenermaßen nicht mit jedem Pferd. Am besten am Anfang oder Ende der Reitstunde und dann wenn nicht zu viele andere Reiter in der Bahn sind, damit Du keine Schwierigkeiten mit dem Herdentrieb bekommst.
Also: Reite am hingegebenen Zügel Schritt und nach der zweiten Ecke der kurzen Seite schaust Du zu dem Punkt auf der anderen Seite der Diagonalen. Das Pferd sollte dann eigentlich durch die ganze Bahn wechseln. Du hast dann also eine Hilfe nach innen gegeben, ohne die Zügel auch nur benutzt zu haben und ohne irgendeine Stellung nach innen.
Und dann nimmst Du die Zügel auf, schaust gerade aus und stellst das Pferd aber (leicht) nach innen. Das Pferd sollte dann weiter gerade aus laufen obwohl es nach innen schaut. Du gibst dann also keine Hilfe nach innen, stellst aber nach innen.

AnnaS
17.07.2003, 17:38
Tja, Veronika. Nun wollt ich mir auch mal wieder das Recht des Ersten herausnehmen, nachdem ich dir bis jetzt immer den Vorrang gelassen hab :D .

Die Übung ist gut, nur würde ich (allein der Verständnis halber) noch hinzufügen, dass man mit den Schenkeln und dem Gewicht das Pferd auf die Diagonale lenken sollte. Sprich, man schaut in die entgegengesetzte Ecke, und drückt sein Pferd praktisch mit dem Schenkel rüber und schiebt es ebenso mit dem Gesäß rüber. Nur schauen bringt meist nicht all zu viel.

Gruß
Anna

Katastrophenzoo
17.07.2003, 18:56
Das ist natürlich eine Gradwanderung!

Eigentlich habe ich die Schenkel- und Gewichtshilfen absichtlich weggelassen, da ich demonstrieren wollte, dass man durch blosses Gucken schon so deutliche Hilfen geben kann, dass das Pferd das begreift. Ausserdem habe ich Bedenken, dass ein Anfänger dann anfängt mit den Schenkeln zu klopfen und im Sattel rumzurutschen um das Pferd zu "lenken" und dann funktioniert es sicher nicht. Andererseits genügt natürlich nur Augenverdrehen überhaupt nicht. Sondern man muss eben aktiv in eine Richtung wollen und das Pferd kommt dann mit.

Mit meiner Stute ist das super einfach, aber die ist ja nun aus dem Reitsport verabschiedet und mit der Stute die ich derzeit reite geht das zwar auch aber es ist bedeutend schwieriger.

AnnaS
17.07.2003, 20:45
Hm, also ich finde, für Anfänger ist es durch das bloße Gucken unmachbar. Meine Reitschülerinnen verdrehen dann den Hals - und nix passiert :rolleyes: . Wenn ich ihnen aber sage, sie sollen sich dabei vorstellen, wie sie nur mit dem Gewicht und den Schenkeln ihr Pferd lenken können, und sie sollen eben ihr Pferd in die richtige Richtung "schieben", dann verstehen sie es und prompt klappt es auch. Daher finde ich es für Anfänger recht schwer, weil sie sich erfahrungemäß dann echt nur auf ihren Blick fixieren und sich nicht "reindenken" können.

Aber Steffi, probier es ruhig mal so, wie Veronika geschrieben hat. Klappt es nicht, probierst du meine Variante. Klappt das auch nicht - dann müssen neue Tips her ;)

Gruß
Anna

Budjonnyfan
17.07.2003, 22:03
OKAY dann probiere ich das morgen in meiner Reitstunde gleich mal aus und berichte dann morgen abend darüber!!
Bin echt gespannt ob es klappt, aber wird sich ja dann herausstellen.
Jedenfalls nochmal danke für eure Tipps!!!!!

Steffi

Budjonnyfan
19.07.2003, 13:13
Hallo!!!
Das mit den Ecken ausreiten, mit der Innenstellung ist wirklich so, das ich das immer seitenverkehrt gemacht hab. Ich habs zwar mit den Ecken ausreiten in meiner Reitstunde gestern nicht immer geschafft, aber einmal ist er voll schön in die Ecke geritten. Immerhin ein Anfang.
Wir sind gestern Abteilung geritten und ich war ganz hinten und vor mir ist ein Mädchen geritten, das erst einige Stunden in der Reitbahn ist. Diese Abteilung gestern war ein reines Durcheinander, da vorne eine Reiterin auf einem ganz schnellen Pferd geritten ist und der Abstand immer furchtbar groß war. So musste ich immer irgendwie abkürzen und konnte keine ordentlichen Bahnfiguren reiten.
Ich bin auch auf meiner Reitbeteiligung die übrigens "Lukas" heißt ohne Gerte geritten. Wie gesagt das Pferd ist noch ziemlich jung und unerfahren und ich will jetzt einfach mal nur Vertrauen zu ihm aufbauen. Deshalb hab ich mir vorgenommen in der ersten Zeit die Gerte einmal weg zu lassen. Denn es ist auch so das er ziemlich großen Respekt vor der Gerte hat verglichen mit Angst. Und am Anfang der Reitstunde durften wir ja noch frei reiten und ich habe versucht ihn immer von den anderen Pferden wegzubringen und hab auch mal einen leider etwas schlampigen Zirkel versucht. Ist er den Zirkel gegangen ohne hilfesuchend zu einem anderen Pferd hinzuwollen, hab ich ihn immer gelobt. Ich musste zwar immer seinen Kopf von seiner Sicht zu den anderen Pferden weg"ziehen" aber er hat sich ja dann doch immer wieder "gefügt". Ich hoffe das ich bei ihm so weiter komme, denn schließlich werde ich dieses Pferd dreimal die Woche reiten und da will ich schon ein Pferd reiten, das mir vertraut. Und das ist doch das aller, aller Wichtigste, oder?
Mal noch eine Frage an euch, wie würdet ihr denn mit einem 6jährigem Pferd umgehen, das schon beim Stehenbleiben Probleme macht, in der Reitbahn immer versucht hinter den anderen Pferden herzulaufen? Ist diese Art "Taktik" was ich mir bei ihm ausgedacht habe sinnvoll oder gibt es daran was auszusetzen? Oder bin ich vielleicht im Bezug auf eine Reitbeteiligung etwas übertrieben empfindlich?

Ich freu mich auf Antworten,
Steffi

calla
19.07.2003, 21:38
Also das mit der Gerte würde ich anders machen und zwar hatte mein Pferd früher auch extreme Angst vor der Gerte weil sie damit geschlagen worden is ,damit sie springt usw... und mir hat es am meisten gebracht ertsmal am Anfang eine wirklich sehr kleine Gerte mit zuinehmen, damit sie sich daran gewönht , dass da was ist, halt erstmal nicht anticken oder so einfach ruhig halten. Das kann man von Zeit zu Zeit steigernund dann ma an der Schulter anklopfen oder so. Meiner STute macht die Gerte jezz nichts mehr aus sie ist zwar immernoch emofindlicher als andere pferde sprich reagiert auch mehr wenn ich sie longieren und mit der Peitsche mal schnaltzen hat aber keine Angst mehr und trotzdem Vertrauen gefunden. Wichtig ist auch , dass du wenn du eine Gerte mitnimmst sie immer in der Hand behälst du nicht dannwenn dein Pferd mal schneller wird wegwirfst , weil dieses immer nehmen un wieder weg macht dein Pferdnur unnötig nervös und dich selbst auch.

Versuch also möglichst immer mit Gerte zu reiten, es ist wirklich besser, weil sonst gewöhnt sich dein Pferd (bzw.Reitbeteiligung) nie daran und es wird sicher auch Angst vor der Gerte haben, wenn es Vertrauen zu dir hat , wenn es sich nicht dran gewöhnt.

Wollt ich nur mal gesagt haben.....;)

Wieoft reitest du deine Reitbeteiligung eigentlich, das hab ich nciht so ganz verstanden??

Liebe Grüße Kristina

Budjonnyfan
20.07.2003, 09:42
Hi Kristina!!!!

Ich reite ihn zweimal in der Woche in den Reitstunde und am Sonntag reite ich ihn allein ohne Reitstunde.
Mit der Gerte kannst du schon Recht haben. Aber ich will Ihn auch deshalb ohne Gerte versuchen zu reiten, weil er von allen anderen Reitschülern immer mit Gerte geritten wird und er es dann bald wie die anderen Schulpferde auch überhaupt nicht mehr gewohnt ist ohne Gerte sich reiten zu lassen. Denn es ist wirklich so das sich alle Schulpferde in dem Reitstall nur mit Gerte gut reiten lassen. Sobald die Gerte weg ist reagiert kein Pferd auf irgendwelche Hilfen. Ich finde für die Schulpferde ist die Gerte eine Art Bestrafung. Ich meine die Gerte wird doch von Reitschülern kaum als Hilfsmittel eingesetzt, sondern eher als Bestrafung, wenn das Pferd nicht in die Wendung geht zu langsam geht oder nicht galoppiert. Es ist doch wirklich so. Er hat nicht so extrem Angst vor der Gerte wie du vielleicht denkst, aber er reagiert halt oft ziemlich heftig auf geringes Antippen mit der Gerte. Ich mein das ist ja nicht weiter schlimm. Wirklich schlimm ist es ja mit ihm in der Reitbahn. Er rennt da wirklich immer jedem Pferd hinterher. Das ist echt ziemlich schlimm. Na ja ich werde mal sehen wie es heute geht, weil ich ihn ja heute alleine reite.

Steffi

AnnaS
20.07.2003, 11:30
Hm, Steffi, ich glaube, du könntest mir diesen Beitrag übel nehmen. Ich hab ihn gestern schon gelesen und hätte gleich antworten können (mach ich eigentlich immer so), aber ich wollte mir doch noch mal durch den Kopf gehen lassen, wie ich das am "taktvollsten" schreibe.

Ich befürchte nämlich, dass du keine Chance haben wirst, dem Pferd das kleben abzugewöhnen. Das was du nämlich beschreibst ist kein "Hilfe suchen bei den anderen Pferden", sondern es ist eine Unart, die mehr oder weniger (man müsste es sehen um es zu beurteilen) verfestigt ist. Kleben kann es sein, in dem es einfach in der Halle oder auf dem Platz grundsätzlich zu den anderen Pferden hindrängt, oder aber auch, dass es sich z.B. gar nicht allein vom Hof reiten ließe, wenn du ins Gelände gehen wolltest (das wäre dann schon recht extremes Kleben).

Das Problem ist - man kann diese Unart abgewöhnen, keine Frage. Dazu gehört jedoch viel Erfahrung, und du musst wissen, wie du deine Hilfen richtig einsetzt, wie du wirklich auf die Sekunde genau reagierst, denn man muss bereits den Ansatz erkennen und im Ansatz reagieren.

Und bitte sei nicht böse, doch du bist eben noch ein Anfänger, der Probleme bei der richtigen Hilfestellung im "normalen Reiten" hat. Das ist ja nicht schlimm, wir waren alle mal Anfänger, und wussten alle irgendwann mal nicht, wie wir welche Hilfe geben.
Wenn du nun trotzdem den "Mut" (manche Anfänger haben ja noch extrem Angst) und den Ehrgeiz hast, deinem RB-Pferd diese Unart abzugewöhnen - Respekt! Doch dann brauchst du zumindest eine kompetente Anleitung, die die nächste Zeit gemeinsam mit dir und dem Pferd arbeitet, die sich darauf konzentriert, was das Pferd macht und wie du dich verhalten musst. Und ich habe ehrlich gesagt nicht das Gefühl, dass in diesem Reitstall jetzt eine kompetente Anleitung da ist. Es sei denn, es läge an dir und du wärst nicht bereit, diesen Anleitungen zu folgen. Denn ganz ehrlich - die Fragen die du stellst, sollten sich alle während des Unterrichtes klären, aber nicht anschließend in einem Forum.

Zu dem hast du das Problem, dass bei dir in der Reitstunde auch Abteilung geritten wird. Es gibt nicht uneffektiveres und idiotischeres als Abteilungsreiten, es sei denn, man will seine Gruppe als Lehrer gerade auf einen Reiterwettbewerb vorbereiten. Und in diesen Abteilungen wird dem Pferd natürlich ein großer Gefallen getan: Du hast keine Chance, das Pferd von den anderen weg zu kriegen, und das Pferd befindet sich dicht an dicht mit seinen Kumpels.

Wenn du den Kopf von Lukas "weg ziehst" weil er nach den anderen Pferden sieht, dann wirst du damit keinen Erfolg haben, denn wie du selbst schreibst - er FÜGT sich nur. Du wirst ihn dadurch niemals überzeugen können, sondern du hast nur so lange Glück, bis er sich eben nicht mehr fügt. Ich weiß, was du meinst mit "Kopf weg ziehen". Und selbst wenn es nicht grob ist - auf Dauer machst du das Pferd damit stumpf im Maul, und dann wird er sich nicht mehr fügen, denn es ist ihm schlichtweg egal, wie du an den Zügel herum zerrst. Und da viele Anfänger sich solcher Methoden bedienen, sind die Schulpferde größtenteils abgestumpft, verritten, usw.

Thema Gerte: Drücke einem Anfänger keine Gerte in die Hand! Eine Gerte ist ein Hilfsmittel, was jenach Bedarf dosiert eingesetzt werden kann. Dosieren kann es ein Anfänger nicht, denn zum Reiten lernen gehört auch das Erlernen von Fingerspitzengefühl. Nun sind alle Schulpferde da mit Gerte geritten. Ich kann mir dafür nur den einen Grund erklären, nämlich dass der/die Reitlehrer einfach nur keine Lust haben, sich intensiv mit dem Reiten lehren zu befassen.

Nun sollte ja eigentlich nach so einer Ausführung auch noch ein Lösungsvorschlag kommen. Und da tue ich mich ziemlich schwer. Denn meiner Meinung nach gehört jemand mit Erfahrung auf Lukas, der ihm zumindest das Kleben wieder abgewöhnt. Einer, der ihn also Korrekturreitet. Wenn du ihn dann wieder reitest, gehört genau die Person, die ihn Korrektur geritten hat, an deine Seite, um dir intensivst Unterricht zu geben. Und wenn du dann keinen schlampigen Zirkel mehr reitest, nicht mehr die Seiten bzw Stellungen verwechselst, wenn du dann ein Pferd unter dir hast, was dir genauso was beibringt wie du ihm - dann kannst du loslegen und allein mit ihm arbeiten.

Gruß
Anna

Katastrophenzoo
21.07.2003, 20:20
Darf ich mal wieder in allen Punkten widersprechen? ;)

Wenn ich davon ausgehe, dass Lukas ein normales Schulpferd ist an dem Steffi eine Reitbeteiligung hat, aber auf dem noch mehrmals täglich wechselnde Reiter sitzen, dann ist Steffis Einfluss auf seine Erziehung vernichtend gering. Also wenn er am Tag 4 Stunden läuft, dann läuft er in der Woche 28 Stunden und davon 3 Stunden unter Steffi.
Deswegen muss sich Steffi meines Erachtens keine Gedanken um seine Erziehung machen (daher auch mein Ansatz, dass es egal ist wenn er beim Aufsitzen nicht stehen bleibt)

Das Kleben kann sich geben wenn er seinen Job besser kann, gerade bei jungen Pferden erlebt man das häufig. Also ich denke nicht, dass man ein Schulpferd korrigieren kann wie jedes andere Pferd, man muss einfach schauen dass man das beste daraus macht.

Zum Thema Gerte: Ich reite zwar fast immer ohne Gerte weil sie mich stört, aber grundsätzlich bin ich der Meinung, dass eine Gerte beim Reiten dazu gehört. Wenn man sie nicht braucht muss man sie ja nicht benutzen. Und gerade für Anfänger kann eine Gerte eine echte Hilfe sein, natürlich niemals um ein Pferd zu schlagen, aber um sich Respekt zu verschaffen (den man ja schon dadurch hat, dass ein erfahrenes Pferd weiss dass man eine Gerte mithat), denn gerade auf Schulpferden ist man sonst häufig völlig verloren.

@Anna: Deine Vorschläge sind natürlich alle korrekt, aber sie sind in der Realität einer Reitschule einfach nicht zu verwirklichen.
Lass mich raten: Du hattest nie "Unterricht" zu zwanzigst im Kreis rum mit völlig ausgelatschten Schulpferden, oder?
Ich hatte das und deshalb kommt mir Steffis Beschreibung von ihrer Reitschule auch ziemlich gut vor, auch wenn ideal natürlich was anderes ist!

Budjonnyfan
21.07.2003, 21:38
Hi zusammen!!

Ich will Lukas auf alle Fälle weiterhin als Reitbeteiligung behalten und versuchen aus uns beiden einigermaßen ein Team zu machen.
Gestern bin ich ihn ja das erste mal alleine in der Halle geritten. Das erzähle ich euch jetzt einfach mal. Also am Anfang bin ich halt Schritt am langen zügel gegangen und habe Bahnfiguren wie Zirkel, Ecken ausreiten und Handwechseln geübt. Auch wenn er ziemlich langsam gegangen ist, immerhin ist er einigermaßen gegangen, auch wenn er etwas verwirrt darüber war sonntags jetzt auch schon geritten zu werden. Als ich dann allerdings angetrabt bin, war das nicht besonders angenehm, da er kaum in die Wendungen gegangen ist und ziemlich langsam gelaufen ist. Er ist meinen Schenkel auch ziemlich oft zur Bahnmitte ausgewichen (vom hufschlag weg), wie kann ich das vermeiden und woran liegt das? Später ist jedenfalls eine andere Reiterin mit ihrer Reitbeteiligung dazugekommen, sodass wir zu zweit in der Halle waren und das gings dann los. Er hat wieder mal versucht zu der Stute hinzuziehen und hat auf weiche hilfen nicht mehr reagiert. Zum angaloppieren habe ich ihn auch wieder nicht gebracht. Bei mir ist es aber wirklich immer so, dass wenn ich ein Pferd mit den Zügeln nach innen stelle das es dann nach innen geht. Er ist dann zum Beispiel immer auf den Zirkel gegangen obwohl ich ja angaloppieren wollte. Jedenfalls hab ich es dann aufgegeben und hab meine "Reitstunde" beendet. Kurz gesagt: Es war eine Halbe Katastrophe!!!!:0( Echt zum Heulen!!
Aber irgendwie ist es doch eine Herausforderung dieses Pferd weiter zu reiten. Was halt auch noch ein rießen Fehler von mir ist ist, dass ich im Trab meine Beine einfach nicht unter kontrolle hab. Trab ich leicht stehe ich entweder zu weit auf oder meine Beine sind nicht am Pferd. Sitze ich aus befindet sich bald mein ganzes Bein im Steigbügel oder ich treibe das Pferd zu sehr mit meinem Kreuz vorwärts. Ich glaub das sind Probleme, die könnt ihr langsam echt nicht mehr lesen! Aber es regt halt auf weil es jedesmal irgendwie die selben sind.
Morgen die nächste Reitstunde, mal schauen wie es da läuft.

Liebe Grüße
Steffi

AnnaS
22.07.2003, 09:51
Hi Veronika

Du darfst mir in allen Punkten widersprechen, sonst wäre es ja langweilig. Immerhin waren wir uns schon eine ganze Weile einig ;) .

ABER ich mag dir jetzt gar nicht mehr unbedingt widersprechen, weil ich es für sinnlos halte.
Zu deiner Vermutung, ich sei noch nie mit 20 anderen im Kreis geritten - Doch, bin ich. Und nachdem ich gesehen habe, dass es mir nichts bringt, habe ich diesen Stall schnellstens verlassen. Denn ich wollte reiten lernen, und nicht einfach nur lernen, wie ich auf dem Pferd zu sitzen habe und so gut es geht mit dem Tempo der anderen mitzuhalten.
Leider halten sich noch viele Reitschulen an diese Methode, weil es wohl schnell verdientes Geld ist. Ich nehm 10€ für eine Reitstunde. Wenn ich mir nun vorstelle, ich hätte 20 Reiter in einer Stunde, und das zwei Mal die Woche - wär doch mal ne Idee, dann müsste Fienchen keinen Handstand lernen :D .
Aber im ernst, wenn ich sowas lese, sitz ich hier halt und denke mir "Na toll, was soll man dazu sagen?". Man hat eben seine ganz konkreten Antworten, die auch weiterhelfen würden, aber wie du schon sagst - es ist halt nicht realisierbar an Steffis Stelle. Aber damit sie sich nicht das Reiten verdirbt, sollte sie sich überlegen, ob sie so gut aufgehoben ist in einem solchen Stall und auf diesem Pferd. Denn wenn du dir ihren letzten Beitrag durchliest, dann siehst du, dass so niemals ein Reiten lernen möglich ist, weil sie noch nicht mal dazu kommt, die Grundsätze des Reitens zu lernen und zu verinnerlichen. Sie steigt dann vom Pferd und beendet ihre Stunde. DAS ist schon mal ein grober Fehler, aber ich kann sie sogar verstehen. Was bleibt ihr auch anderes übrig? Anschließend ist sie frustriert, und auf Dauer wird es sie so absolut demotivieren.

Dass Anfänger mit Gerte reiten sollten, sehe ich nun mal ganz anders. Denn ein Anfänger kann den Einsatz der Gerte gar nicht richtig dosieren, weil dazu das Fingerspitzengefühl fehlt und die richtige Einschätzung. Nach meiner Erfahrung wird viel zu oft einfach mal "drauf gehauen". Seit dem bin ich gegen die Gerte bei Anfängern. Und dass eine Gerte dazu gehört - hm, es gibt auch Pferde, die kannst du nicht mit Gerte reiten, weil sie abdrehen, sobald du mit Gerte oben drauf sitzt. Das wiederum würde ich persönlich auch abändern, so dass das Pferd nicht mehr abdreht, aber das wäre ein anderes Thema.

@ Steffi:

Wie du oben schon lesen konntest, war es ein Fehler, bei einem Misserfolg aufzuhören. Du solltest dir angewöhnen, nicht gleich aufzuhören, sondern zumindest etwas zu reiten, was dein Pferd auf jeden Fall befolgt, damit du mit einem Erfolg aufhörst. Es ist erstens für dich wichtig, und zweitens für dein Pferd. Auf Dauer lernt er nämlich, dass er nur ein bissl rumzicken braucht und schon die Stunde zu Ende ist.

Gruß
Anna

Katastrophenzoo
22.07.2003, 18:44
@ Anna
Soso es ist also sinnlos mit mir zu diskutieren...
Wie soll ich das denn jetzt verstehen?:rolleyes: :0( :p

@ Steffi
Wenn Du alleine reitest musst Du unbedingt darauf achten, dass Du Dich nicht überforderst. Dinge, die Dir echte Schwierigkeiten machen, solltest Du in der Reitstunde üben. Und alleine dann eher die Sachen vertiefen, bei denen Du nicht in Hektik kommst. Also z.B. Ecken ausreiten im Schritt und im Trab, wenn es im Trab nicht klappt, wieder Schritt und ausatmen. Saubere Hufschlagfiguren reiten etc.
Du überforderst Dich ständig weil Du nie einsehen willst wie unglaublich mühsam es ist, reiten zu lernen. Versuche mal ruhiger und gelassener zu werden und Spass am reiten zu haben, ohne Dich immer zu ärgern was alles noch nicht geht. Also versuche Dich an den kleinen Erfolgen zu freuen und darauf Schritt für Schritt aufzubauen, statt Dich immer zu ärgern, dass das Pferd noch nicht so reagiert wie es soll.

AnnaS
22.07.2003, 20:27
He, ich diskutiere natürlich gern mit dir weier :eek: . Nur sah ich halt keinen großen Sinn mehr darin, hier auf dieses spezielle Thema hin zu diskutieren, einfach weil ich Ratschläge dann gebe, wenn ich die Hoffnung habe, dass man wenigstens ausprobieren KÖNNTE, ob es was bringt oder nicht. Selbst wenn man nicht meiner Meinung ist, diskutiere ich gern weiter. Tatsache ist ja aber, dass sämtliche Verbesserungsvorschläge nichts bringen werden, weil Steffi gar nicht die Chance hat, etwas zu verbessern. Das liegt natürlich nicht an ihr, und gerade das ist schade. Denn sie ist ehrgeizig, sie möchte ja gerne. Nur so wird sie es halt nicht schaffen.

@ Steffi - belehre mich eines bessern und überzeug mich ;)

Gruß
Anna

Katastrophenzoo
22.07.2003, 20:44
Du bist zu streng!
Natürlich kann man viel viel schneller reiten lernen wenn man Einzelunterricht auf einem geeigneten gut ausgebildeten Pferd von einem wirklich kompetenten Reitlehrer bekommt.
Aber man kann die Anfänge auch in einem normalen Schulbetrieb lernen und so wie Steffi das schreibt, ist es bei ihr nicht so schlecht. Auch beim Abteilungsreiten kann man etwas lernen und gerade wenn mehrere Anfänger gleichzeitig reiten macht Abteilung viel Sinn um Chaos zu vermeiden.

Ich muss gestehen, ich mag das Thema. Vermutlich deshalb weil ich das letzte mal Anfänger Unterricht gegeben habe, als ich selbst noch mehr oder weniger Anfänger war.

Und mit Dir diskutiere ich am allerliebsten!

AnnaS
22.07.2003, 20:58
Hm bin ich wirklich zu streng? :confused: Ich muss gestehen, ich hab den Kopf zur Zeit recht voll und bin wohl nicht ganz so "geduldig" zur Zeit.

Aber im Ernst, natürlich kann Steffi auch so reiten lernen, auch wenn es ein bissl länger dauern mag. Was mich dabei stört, ist, dass Steffi noch nicht richtig reiten kann und schon gleich ein Problem mit dem Pferd lösen will / muss. Respekt vor ihrem Ehrgeiz, keine Frage. Nur ich habe halt die Befürchtung, dass es sowohl für sie als auch für das Pferd nach hinten losgehen kann.

Darum sag ich ja, sie soll mich überzeugen (als kleinen Ansporn ;) )

Gruß
Anna

Budjonnyfan
25.07.2003, 14:22
Hallo zusammen,
die letzte Reitstunde war echt der blanke Horror!!!! Wir waren insgesamt zu dritt in der Halle und Lukas hat mich innerhalb einer halben Stunde 3mal abgeworfen. Danach hab ich mich wirklich nicht mehr raufgetraut, zumahl ich mir meinen Ringfinger verstaucht habe. Eine Reitschülerin ist mit ihrem Pferd galoppiert und er wollte immer diesem Pferd hinterherrennen, ich hab dann immer versucht ihn auf dem Hufschlag zu halten aber er ist mir dann das erste mal durchgegangen. Ich bin runtergefallen und hab mich wieder draufgesetzt und dann ist er schon wieder losgaloppiert ich bin wieder runtergefallen und wieder aufgestiegen bis ich schon wieder unten lag. Dann hab ich aufgegeben. Nach der Reitstunde habe ich mit einer Reitschülerin noch geredet und die meinte, das Lukas einfach mal losrennen wollte und das ich ihn einfach mal lostraben hätte lassen sollen. Hätte ich das aber gemacht wäre er irgendeinem Pferd hinterhergefetzt. Ich werde ihn wahrscheinlich jetzt wirklich als Reitbeteiligung wieder aufgeben. Denn letztendlich hat es für mich keinen Vorteil, schließlich bringt es mir nichts in jeder Reitstunde Angst haben zu müssen das er mich wieder pausenlos runterwirft. Jedenfalls bin ich jetzt mit all meinen guten Vorsätzen am Ende, soviel steht fest. Das mit einer Reitbeteiligung war halt einfach ein Fehler den ich leider zu spät gesehen habe.
Trotzdem vielen, vielen Dank für eure Antworten (auch wenn sie letztendlich umsonst waren)!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Eure
Steffi:0(

Katastrophenzoo
25.07.2003, 14:48
Du wirst doch deswegen nicht gleich aufgeben wollen!!!

Ich fliege auch äusserst ungern vom Pferd und wenn mich ein Pferd richtig runterbuckelt, dann steige ich auch heute noch mit wackeligen Knien wieder auf, aber deswegen höre ich doch nicht auf zu reiten.

Vielleicht bist Du mit dem jungen Pferd momentan wirklich noch überfordert. Wahrscheinlich hatte er einfach nur einen "schlechten" Tag, also sprich: Es war endlich wieder kühler, er hatte weniger Bewegung oder sonst irgendetwas und er wollte rennen. Dann hat er gemerkt, dass Du Angst hast und ist selbst panisch geworden.

Ich persönlich halte nichts davon, dass man unbedingt wieder rauf muss um seine Angst zu überwinden. Ich finde es besser sich nach einem Sturz auf das bravste Pferd zu setzen, dass man finden kann und das so lange zu reiten, bis es einem langweilig wird. Wenn Du sowas jetzt nicht als Reitbeteiligung haben kannst, dann nimm doch wieder normale Reitstunden und sprich mit Deinem Reitlehrer, dass Du nur 100% brave Pferde reiten willst, weil Du Angst hast.

AnnaS
25.07.2003, 16:02
Was heißt "so schnell aufgeben"? Wenn Steffi klug ist, wird sie sich entsprechend ihres Könnens ein Pferd (Reitbeteiligung / Schulpferd) suchen, auf dem sie in allererster Linie erst mal lernen kann, und was die "Option" bietet, noch ein Stück weiter zu kommen.

Dieser Lukas gehört nun mal in etwas erfahrenere Hände. Veronika, würdest du einen kompletten Anfänger auf dieses Pferd setzen und deinen Reitunterricht abhalten? Oder würdest du eher zu dem betreffenden Reitschüler sagen, er solle mal nicht aufgeben? Ich meine, was ist wohl bei einem solchen Pferd im Vordergrund? Das der Mensch reiten lernt, und erst mal eine gewisse Sicherheit bekommt? Oder dass das Pferd irgendwie korrigiert wird? Ich denke mal, letzteres. Und eine Korrektur kannst du nicht von einem Anfänger erwarten. Ganz im Gegenteil: Wenn man als Anfänger eine Reitschule bezahlt und den Unterricht bezahlt, dann sollte für den Anfänger selbst erst mal vordergründig sein, dass er auch für sein Geld reiten lernt und ein wenig Sicherheit bekommt. Und wenn das der Fall ist, kann man noch immer auf ein Pferd umsteigen, das vielleicht nicht ganz so einfach ist.

Gruß
Anna

Katastrophenzoo
25.07.2003, 16:06
Aber genau das habe ich doch geschrieben!

Ich hatte bei Steffis Posting den Eindruck, dass sie dabei ist aufzuhören zu reiten. Also habe ich ihr geraten erstmal wieder ganz brave Pferde zu reiten...

AnnaS
25.07.2003, 16:21
Oh sorry. Dann hab ich dich missverstanden. Ich dachte, du meinst es in Bezug auf Lukas, also ob sie mit Lukas so schnell aufgeben will.

Ok, ich bin im Moment etwas gereizt wegen meinem Fienchen. Und da überließt man schon mal in so einer Stimmung kleine Details, die zur richtigen Verständnis wichtig wären :rolleyes: .

Entschuldige

Gruß
Anna

Katastrophenzoo
25.07.2003, 16:33
Was ist mit Deinem Fienchen?

Ich gebe zu es war auch etwas verwirrend, schliesslich habe ich 4 Absätze lang geschrieben, gib nicht auf und dann im letzten Satz: Reit das Pferd nicht mehr.

AnnaS
25.07.2003, 17:45
Ich mach mir ziemliche Gedanken um die Kleine. Hab ich ausführlich unter Sandras "Import-Therad" geschrieben. Passte irgendwie dazu ;) .
Aber heut Abend kommt noch der TA, und dann mach ich mir entweder noch viel mehr Sorgen, oder ich bin beruhigter :( .

Gruß
Anna

Sandra1980
25.07.2003, 18:15
Anna, ich hoffe dass es Deinem Fienchen den Umstaenden entsprechend gut geht!

(ich habe nicht in meinem Thread darauf geantwortet, dachte ja shcliesslcih du haettest es sicher noch wo anders geschrieben...)

Und halt uns ein bisschen auf dem laufenden, ja?

Steffi, die Experten haben ja schon gesprochen;) , da ist jetzt auf die Schnelle nichts mehr hinzuzufuegen.

Nicht aufgeben! Reiten (auf den passenden Pferden) ist so schoen!

Sandra

Budjonnyfan
26.07.2003, 10:32
Gestern bin ich schon wieder von Lukas runtergefallen. Mein Reitlehrer hat ihn dann für 20 Minuten an die Longe genommen und am Ende der Reitstunde musste ich mich nochmal auf ihn drauf setzen und 10 Minuten schritt reiten. Er ist insgesamt in der halben Stunde drei mal durchgegangen. Zweimal konnte ich mich oben halten und beim Dritten mal hat er es dann doch geschafft. Wir sind Abteilung geritten, wo er normalerweise sehr brav ist. Mein Reitlehrer meinte auch, dass er das nur bei mir macht.
Würde es vielleicht etwas bringen, wenn ich auf ihm Longenstunden nehme????
Zum Thema Aufgeben. Mein Reitlehrer hat gemeint, das ich so oft von ihm runterfallen werde bis ich meinen Fehler erkenne und daraus lerne. Ich mein ich weiß schon das es nichts negatives ist vom Pferd zu fallen, aber ich hab ja schon richtig Angst auf dieses Pferd zu steigen und so weiterzureiten, als wäre nichts gewesen. Als es mich diesmal runtergehauen hat da war das schon etwas schmerzhafter als die anderen Male an denen ich vom Pferd gefallen bin.
Ich weiß auch das das keine Guten Vorraussetzungen für eine Reitbeteiligung ist, wenn man vor diesem Pferd Angst hat und diesem Pferd kein Stück mehr vertraut.
Jedenfalls bin ich durch diese ganzen Stürze in meinem Selbstvertrauen in Sachen Reiten und Hilfegebung sehr verunsichert. Ich mein vielleicht liegt mir das Reiten einfach nicht und vielleicht werde ich es nie kapieren. Ich mein ich habe mir immer soooo große Ziele vor Augen gehalten, von wegen Turnierreiterin werden. Ich kann mir das auch irgendwie nicht vorstellen das ich nach einem Jahr reiten immer noch zu Anfängern gehören soll. Ich mein die Anfänger die von der Longe kommen, könnens nach einigen Stunden schon besser als ich. Das ist doch echt nicht mehr normal, oder?

Übrigens, mal so nebenbei gesagt Anna, bist zu zufällig Reitlehrerin? Ich mein du hast mir schon voll oft Fragen beantwortet und du scheinst sehr viel Ahnung von Pferden zu haben?!?!



Danke für eure Antworten,
Gruß Steffi

AnnaS
26.07.2003, 11:35
Hi Steffi

Erst mal zu deiner Frage an mich:
Ja, ich gebe Reitunterricht, und bin in dem Sinne wohl Reitlehrerin. Allerdings habe ich nie einen Trainer C-Schein gemacht, den man braucht, um richtig "offiziell" Unterricht geben zu können. Das war mir einfach zu teuer.

Nun zu deinem Problem:
Dein Reitlehrer hat Recht. Du wirst so oft vom Pferd fallen, bis du gelernt hast, wie du deine Hilfen richtig einsetzt, um das Pferd und auch dich unter Kontrolle zu haben. Das ist ganz logisch. Ich glaube, in seinen Anfängen ist jeder mal vom Pferd gefallen, und nicht nur ein Mal.
Das Problem ist, dass du in meinen Augen ein vollkommen ungeeignetes Pferd hast zum Reiten lernen. Das Pferd ist nicht böse, aber es weiß genau, wie es sich gegen dich durchsetzen kann. Und in letzter Konsequenz fliegst du vom Pferd. In vorletzter Konsequenz steigst du ab, weil du "keine Lust" mehr hast oder Angst hast. Und ich ALLERLETZTER Konsequenz steigst du nie wieder auf ein Pferd, weil es dich absolut demotiviert, wie man an deinem letzten Beitrag sehen kann. Das kann nicht Sinn und Zweck einer Reitstunde bzw des ganzen Unterrichtes sein. Und dein Reitlehrer wäre eigentlich gefragt, um auch sowohl pädagogisch als auch psychologisch auf dich einzuwirken.

Nach deinem letzten Sturz hat er eingegriffen - er hat Lukas longiert. Das ist schön und gut, denn so hat Lukas wenigstens mal wieder gesehen, dass er damit nicht durchkommt. Er wird es aber nicht auf dich beziehen, sondern er hat halt eine "Maßregelung" bekommen, die aber nicht von dir ausging, verstehst du? Dein Reitlehrer hat nur allgemein gezeigt "So nicht", aber er hat nicht gezeigt "Mit Steffi nicht so", denn das kann er auch nicht zeigen, weil du es tun müsstest. Du kannst es aber nicht, weil du es nie gelernt hast.

Zu deinen Zweifeln:
Natürlich ist es gut möglich, dass du nach einem Jahr Unterricht noch als Anfänger zählst. Dass du deine Hilfen noch nicht einsetzen kannst und vom Pferd fällst. Nur frag dich selbst mal, ob du denn bisher so qualitativ wertvollen Unterricht gehabt hast, dass es anders sein könnte.
Ich hab es schon mal erwähnt - ein kompletter Anfänger gehört an die Longe, bis er gelernt hat, in allen 3 GGA das Gleichgewicht zu halten und seinen Sitz unter Kontrolle zu haben. Dann sollte er die ersten Mal frei reiten, sprich nicht in der Abteilung, um zu gucken, wie er auf das Pferd einwirken kann. Dazu gehört ein "idiotensicheres" Pferd.
(Kurze Anmerkung: Ich meine jegliche meiner Ausdrücke hier nicht persönlich und schon gar nicht beleidigend oder niedermachend!)
Und dann steigert man sich langsam mit dem entsprechenden Unterricht. Und all das fehlte bei dir.

Dein zusätzliches Problem ist, dass du ZU ehrgeizig bist. Das hab ich dir schon mal gesagt (Thema Hengsthaltung, Thema Kleines Hufeisen, Them Schwieriges Pferd). Jetzt denkst du ans Turnier reiten. Na logisch, es ist ein Traum. Doch begrab den Traum, bis du soweit bist. Natürlich kannst du so weit kommen. Und selbst ein untalentierter Reiter (wobei ich dir natürlich nicht unterstelle, dass DU untalentiert bist!) kann bei entsprechendem Unterricht und einer entsprechenden Lehrzeit auf Turniere gehen. Für so jemanden ist es vielleicht begrenzt auf E- oder A-Niveau. Und trotzdem kann er in seinem Rahmen Turniere reiten.
In welchem Rahmen du das mal kannst hängt von deiner Ausbildung ab. Und die scheint nicht wirklich gut zu sein.

Auch das sagte ich schon mal:
Entweder, du bist unkooperativ, oder aber du hast ein Händchen für schlechte Reitlehrer/Schulpferde. Ich weiß es nicht. Ich glaube eher an letzteres.

Sag mir mal bitte, woher du kommst.

Gruß
Anna

Inge1810
26.07.2003, 12:14
Guten Morgen Steffi,
soderla, jetzt kriegst mal dezent die Meinung von mir gesagt ;)
Keine Angst, das ist nicht schlimm, aber jetzt ist mir ganz klar, warum Du keinen Schritt weiterkommst. Ich mache es meist so, dass ich von mir erzähle und hoffe, dass Du daraus entnehmen kannst, was ich Dir sagen möchte.
Als ich vor vielen Jahren merkte, dass ich wohl die Pferdeleidenschaft von meinem Großvater vererbt bekommen habe, kämpfte ich viele Jahre drum Unterricht zu bekommen (ich muß aber dazusagen, dass ich als Kind schon ein eigenes Pony hatte, das aber weniger zum Reiten geschaffen war). Meine Mutter hat sich lange geweigert, aber als ich dann anfing, mit den Nachbarspferden durchs Gelände zu reiten, kam sie wohl doch darauf, dass es besser wäre, ich würde es richtig lernen und nicht nur auf gut Glück draufsitzen. So kam ich in einen Reitstall, in dem ich einmal die Woche Unterricht hatte (in der Abteilung). Ich hatte überhaupt keine Ambitionen Turnierreiterin zu werden, weil ich einfach nur Pferde liebte und spürte, wieviel Kraft mir diese Tiere geben können. Ich habe die langsamsten Anfängerpferde geritten und war glücklich. Fast unbemerkt wurde ich im Lauf der Zeit sattelfest und nach 2-3 Jahren durfte ich bereits die lebhafteren Pferd reiten, die mich manchmal ganz schön in den Dreck warfen :D, aber egal, denn dieser Stolz und diese Kraft von Pferden war stärker, als die Angst wieder runterzufallen. Nach 3-4 Jahren verließ ich den Stall und hatte meine erste Reitbeteiligung, eine liebe Hafi-Stute, danach kam eine Norweger-Stute und so ging es weiter, bis ich bei dem Vollblut-Hengst angelangte und mit ihm Privatunterricht nahm. Zwischendrin hatte ich eine längere Reitpause, wegen der Geburt meines Sohnes und der fehlenden Zeit. Turnierambitionen habe ich immer noch nicht, da ich immer noch wegen der Faszination der Pferde in den Stall gehe, aber was ich Dir damit sagen will, ist einfach nur, dass Du Dich in Gedanken und Träumen wohl schon als erfolgreiche Turnierreiterin auf einem tollen Hengst siehst und dabei aber vergißt, dass dem ein langer Weg vorausgeht. Das setzt Dich unter Druck und das nimmt Dir die Freude, einfach nur zu reiten. Ich finde es sehr schade, dass Du es nicht einfach genießen kannst, wie es ist, sondern ständig viele Schritte weiter sein willst. Damit bist Du zum Scheitern verurteilt. Die Pferde merken ganz genau, was Du willst und was Du kannst und Lukas hat Dir ganz klar seine Meinung dazu gesagt, nämlich runter mit Dir, so wird er mit Dir nicht zusammenarbeiten und er hat verdammt Recht, findest Du nicht auch? Vergeß doch mal, was Du gerne möchtest und lerne das Reiten zu fühlen, Pferde in ihrem Wesen zu verstehen und zu lieben. Alles andere kommt von selbst und es wird sich in einigen Jahren zeigen, wie talentiert Du bist. Für mich ist die Reiterei nur Gefühlssache und es gibt nichts Schöneres, als so tolle Wesen als Partner zu haben. Ich könnte Dir so tolle Geschichten erzählen, was ich mit meinem Süßen alles erlebt habe, denn es ist mehr, als nur draufsetzen und gib ihm.
Bitte denk mal etwas drüber nach.
Ganz liebe Grüße

Budjonnyfan
27.07.2003, 09:42
Hallo,
ich komme aus Gaimersheim und reite in Echenzell.
Ich glaube ihr habt wirklich recht mit eurer Aussage, das ich einfach zu ehrgeizig bin. Ich mein ihr habt schon recht, reiten lernt man nicht von einem Tag auf den anderen. Und wahrscheinlich habe ich mich auch mit dem Turnierreiten zu sehr unter Druck gesetzt. Ich wollte dieses Jahr auch unbedingt das kleine Hufeisen machen, wollte mir einen Hengst zulegen, das wäre ja sowieso der volle Reinfall geworden. Vielleicht sollte ich mir einfach zeit lassen und einfach selbst den Umgang mit Pferden genießen und es auch mal wegstecken wenn mich meine Reitbeteiligung runterbuckelt.
Ach ja und wenn er mich abwirft, wenn ich ihn alleine reite, was soll ich dann tun um ihm zu zeigen, das das so nicht geht. Ich meine mein Reitlehrer hat ihn an die longe genommen und ich? soll ich dann einfach wieder aufsteigen und weiterreiten als wäre nichts gewesen? Das muss ich ehrlich sagen, fällt mir nach diesem Sturz ziemlich schwer.

Gruß,
Steffi

AnnaS
27.07.2003, 09:58
HI Steffi

Ich will dir jetzt mal einen Weg beschreiben, den ich an deiner Stelle gehen würde. Bzw sind es ZWEI mögliche Wege:

Erster Weg:
Du gehst freiwillig ein paar Schritte zurück und nimmst in deinem Reitstall erst mal Longenstunden. Dort lernst du, wie du richtig auf dem Pferd sitzt, du lernt ein Gleichgewicht zu halten, und du baust wieder etwas mehr Vertrauen auf. Dann nimmst du Reitstunden, in denen du dich mal ganz auf deine Hilfengebung konzentrieren kannst, und zwar auf einem Pferd, was die Fehler auch verzeiht und dich nicht gleich in den Sand setzt. Das schließt natürlich ein, dass du erst mal nicht mehr in der Abteilung reitest und den anderen hinterher trottest, sondern dass du die Chance hast, "frei" zu reiten.
Nun musst du dich nur fragen, ob es wirkllich möglich ist in dieser Reitschule (klingt für mich nicht danach).

Zweiter Weg:
Du verlässt diesen Stall und suchst dir eine "private" Reitbeteiligung. Das eben auf einem Pony oder aber auf einem absolut artigen Pferd. Glaub mir, heutzutage haben viele Pferdebesitzer keine 100%ige Zeit mehr für ihr Pferd und sind froh, wenn sie eine Reitbeteiligung bekommen könnten. Normalerweise zahlt man um die 50€ dafür, und ich wette mit dir, dass es ungefähr so viel ist, wie du diesem Reitstall in den Hint*** schiebst für Unterricht, den du scheinbar in der Pfeife rauchen kannst.
Und dann fängst du LANGSAM wieder an. D.h. du nimmst dir Zeit, um überhaupt Vertrauen aufzubauen. Du gehst mit dem Pferd spazieren, du dödelst rum, du longierst, um zu sehen, wie das Pferd überhaupt reagiert, usw. Dann wird recht schnell der Punkt kommen, an dem du dir selbst sagst "ich möcht mich so gerne mal raufsetzen". Dann tust du es einfach. Und du wirst so lernen, dass eigentlich gar nichts passiert. Und so wird deine eigener Ehrgeiz, es vernünftig zu schaffen, automatisch größer. Dann willst du mal versuchen, anzutraben, danach möchtest du versuchen, anzugaloppieren. Natürlich wirst du erst mal nicht perfekt auf dem Pferd sitzen. Natürlich wirst du noch immer keine perfekten Hufschlagfiguren reiten. Doch du baust dir eine Basis auf, auf der du dann letztlich alles verfeinern kannst. Und dann ergibt sich sicherlich die Möglichkeit, mit diesem Pferd vernünftig Unterricht zu nehmen.

Und Steffi, es gehört auch zum Unterricht dazu, deinem Reitlehrer zu sagen "Ich hab das nicht verstanden, ich möchte, dass man es noch mal erklärt". Das MUSS drin sein bei einem Reitlehrer.

Nun zu deiner Frage, wie du dich Lukas gegenüber durchsetzen kannst, wenn er dich abwirft. Antwort: Gar nicht. Du kannst es nicht, weil du Angst hast. Du kannst es nicht, weil du nie gelernt hast, wie es geht. Du kannst es nicht, weil du keine Unterstützung dabei hast.

Es macht mich ehrlich gesagt ziemlich wütend, dass es Reitlehrer gibt, denen das alles vollkommen wurscht ist. Dass es Reitlehrer gibt, die ihre Schüler blöde in der Abteilung trotten lassen, anstatt einen anständigen Unterricht zu geben. Und dass es Reitlehrer gibt, die sich nicht einsetzen, damit die Schüler reiten lernen, so wie es sein soll.
Ich hoffe für dich, dass du dich richtig entscheidest.

Gruß
Anna

Budjonnyfan
27.07.2003, 22:05
Hallo Anna!!!!

Ich bin Lukas heute wieder geritten und diesmal allein. Bevor ich überhaupt aufgestiegen bin, bin ich mit ihm noch einige Runden in der Halle rumgelaufen. Und dann ist er sogar stehengeblieben, während ich aufgesessen bin. Was er bei mir ziemlich selten gemacht hat. Überraschenderweise hat er kein einziges Mal Andeutungen gemacht mich abzuwerfen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, das das im Reitunterricht wieder anders aussehen wird.
Die Idee mit dem Longieren hatte ich auch schon. Die Frage ist nur ob ich ihn als Schulpferd überhaupt longieren darf. Ich mein Sonntag darf ich ihn ja alleine reiten, aber schaut das nicht etwas dumm aus, wenn ich ihn vor dem Reiten oder danach an die Longe nehme?? Zudem habe ich in meinem ganzem Leben noch kein Pferd longiert, geschweige denn eine Longe schon mal in der Hand gehabt. Und ich darf ihn dann wohl kaum longieren. Kann man eigentlich dafür ein Abzeichen machen, für das Longieren? Es wäre bestimmt nicht schlecht, wenn ich ihn longieren könnte.
Ich nehme in einer Woche erst mal einige Longenstunden, bis ich mir mit den einzelnen Hilfen und meinen Sitz wieder vertraut geworden bin.
Ich versuche jetzt auch mich nicht mehr so leicht unterkriegen zu lassen und versuche über den kleinsten Fortschritt stolz oder sollte ich sagen froh zu sein. Stolz hört sich sonst noch so eingebildet ein. Und das ich mich heute immerhin schon wieder auf dieses Pferd getraut habe ist doch schon mal ein winziger Fortschritt. Auch wenn er furchtbar langsam getrabt ist und auch einen schrecklich lahmen schritt gegangen ist und auch nicht angaloppiert ist, ich habe mich wieder auf ihn draufgesetzt und ich hätte nicht gedacht, dass es mir so leicht fallen würde.

Gruß,
Steffi

AnnaS
28.07.2003, 09:32
HI Steffi

Natürlich darfst du stolz sein. Du sollst sogar stolz sein. Ich meine, es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Stolz und Überheblichkeit. Also freu dich über die kleinen Erfolge, und sei stolz auf dich, dass du es geschafft hast :) .

In gewisser Weise freut es mich, dass du Lukas geritten hast. Aber wie wird es, wenn wieder andere Pferde mit in der Halle sind? Es klingt jetzt vielleicht wirklich pessimistisch, aber schön reden bringt ja auch nichts. Ich denke nämlich, dass sich Lukas gestern halt arangiert hat, weil er sich arangieren wollte. Verstehst du? Es war ja nichts interessantes da. In deiner nächsten Reitstunde werden aber vielleicht die anderen Pferde wieder interessanter sein als du, und dann geht das Spiel von vorne los.
Ich gebe nicht Lukas die Schuld. Ich gebe aber auch nicht dir die Schuld. Das einzige Problem ist die Konsetaltion "Lukas-Steffi", weil du dich noch nicht richtig "bemerkbar" machen kannst da oben. So nach dem Motto "Hallo, ich bin auch noch da!". Natürlich wünsche ich dir, dass es nicht so wäre. Ich würde es dir auch absolut gönnen, wenn du dich mit Lukas irgendwie so verständigen kannst, dass du wieder zuversichtlicher aufs Pferd gehst.

Ich finde es SEHR gut, dass du Longenstunden nehmen willst. Und empfinde das nicht so als geringwertig, denn selbst die "Profis" gehen ab und an an die Longe, um ihren Sitz korrigieren zu lassen, und sich ganz auf ihren Sitz zu konzentrieren.

Und wenn du Lukas vor dem Reiten longieren möchtest, solltest du den Gedanken "Wie sieht das denn aus?!" ganz, ganz schnell vergessen. Etwas sehr wichtiges beim Reiten ist: DU willst dich auf das Pferd setzen und nicht die anderen. Also ist es dir auch völlig egal, was die anderen sagen könnten. DU musst mit dem Pferd klar kommen und nicht die anderen. Ich sehe da kein Problem drin.

Ein Abzeichen fürs Longieren ist absolut unwichtig. Wichtig ist, dass dir jemand vor Ort zeigt, wie du longierst. Ich könnte es dir jetzt zwar erklären, doch das wäre genau das, was du sicherlich schon oft gesehen hast. Das bringt nichts. Wichtig ist, dass du dir zeigen lässt, worauf du achten musst, und dass dir jemand erst mal unterstützend zur Seite steht. Eigentlich ist longieren ganz einfach.
Ob du das darfst, kann dir natürlich nur der Reitverein sagen. Ich würde aber nicht verstehen, wieso du ihn nicht longieren dürftest, denn eine RB soll ja mit dem Pferd arbeiten, und zur Arbeit gehört auch das regelmäßige Longieren.

Gruß
Anna

Budjonnyfan
28.07.2003, 15:38
hallo Anna,
ich werde jetzt erst mal schauen wie es in der nächsten Reitstunde und dann mit den Longenstunden läuft. Ich werde dann mal meinen Reitlehrer auf das Longieren ansprechen. Und du hast recht, warum sollte man mir das nicht erlauben ihn zu longieren, einmal in der Woche habe ich die möglichkeit allein mit ihm zu arbeiten und zum Reiten gehört mit Sicherheit auch das Longieren. Helfen würde mir das longieren jedoch ganz bestimmt viel.

Danke jedenfalls das du und natürlich auch die anderen versucht habt mir zu helfen!!!!!

Gruß,
Steffi:cu: