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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pinkelproblem ?



mark
03.07.2003, 21:34
Hallo,

seit 3 Wochen haben wir einen Setter / Husky ... Mix aus dem Tierheim. Etwa 1,5 Jahre alt., Rüde frisch kastriert.

Wie wir erfahren haben, haben die Vorbesitzer ihn abgegeben weil er "unrein " sei. Zum Schluß wurde er anscheinend nur nich im Keller gehalten und bekam ab 17 Uhr nichts mehr zum Saufen.

Die 1. Woche ging alles sehr gut. Die 1. Nacht war er naturgemäß aufgeregt und hat mich 3 mal geweckt. Kurz raus mit ihm und er konnte sich erleichtern. Ab der 2. Nacht klappte es problemlos durch.

Seit ein paar Tagen passiert es nun, dass er bei uns auf dem Balkon (wo er fressen bekommt) pinkelt. Immer kurz bevor er das Fressen bekommt . Müssen kann eigentlich fast nicht sein, weil wir erst vor ner halben Stunde vom Spatzierengehen kamen.

Beim ersten mal hab ich nur fassungslos zugesehen, beim 2. mal geschimpft (währenddesse) und dann mit Pfui und einem Klaps auf die Seite das Pinkeln unterbrochen. (er meldete sich vorher auch nicht das er raus muss, und der Menge nach zu urteilen war es nicht dringend).

Gerade eben hat er es geschafft bei meiner Nachbarin (sie hat ihn zum Leckerlie geben in die Wohnung geholt) auf den Teppich zu pieseln.

Was will er mir damit sagen? :confused:

Auch im Garten piselt er öfters beim Spiel mitten rein. Anfangs hat er auch über sein (neues) Spielzeug gepinkelt.

Markierung? Was mich dann aber wundert, dass er bei diesen Aktionen wie eine Hündin pieselt, obwohl wir beim normalen Spazierengehen das mit dem Beinchen heben langsam hinbekommen....

Irgend welche Ideen? Calming Singnal denke ich ist es nicht. Ist vehementes "Pfui" und Klaps auf die Seite genug als gegen Maßnahme?

Grüßle Mark

Marianne Zmija
03.07.2003, 22:18
Vielleicht ist er ja krank?

Rottisternchen
03.07.2003, 23:05
Ich denke das ist die aufregung. Macht er das denn auch wenn er mit anderen Hunden spielt? Oder kurz vorher?
Das kannst du dann vielleicht mit Bachblüten in der Griff bekommen.

AnnaS
04.07.2003, 09:20
Hi Mark

Ein Klaps auf die Seite ist meiner Meinung nach nicht genug, sondern viel zu viel! Schläge (und da beziehe ich so einen Klaps mit ein) sollten eigentlich nicht vom Herrchen ausgehen, denn das wäre ja im weitesten Sinne "Gewalt". Klingt jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber Setter sind sehr sensible Hunde. Auch wenn er ein Mix ist, kann er natürlich dementsprechend sensibel sein. Als ich eine Jugendliche war, hatten wir auch einen Setter (Irish Setter), eine Hündin. Heute sehe ich sehr deutlich, wie sie sich meiner Peppa ähnelte, denn Peppa ist auch extrem sensibel. Mit so einem Klaps kannst du da wirklich alles kaputt machen, denn für einen solchen Hund ist das nahezu ein Weltuntergang.

Zu dem Pinkelproblem - auch ich habe es z.T. mit Peppa und hatte es bis vor kurzem ganz extrem. Und zwar immer dann, wenn sie aus irgendwelchen Gründen "protestieren" will. Also wenn irgendeine Situation ist, die für sie ungewohnt ist oder die ihr absolut nicht passt.
Zum Beispiel wenn sie mal einen Tag lang nicht richtig ausgelastet wird, dann weiß ich, sie pinkelt nachts in die Wohnung. Oder wenn es bei uns mal etwas stressig ist, oder es mal Ärger mit unserem Sohn gibt, pinkelt sie hin.
Ich könnte mir bei deinem Hund sehr gut vorstellen, dass es ähnlich ist.

Vielleicht hat er bei dem Vorbesitzer auch irgendwas gehabt, was nicht "so richtig" war. Also pinkelte er so zu sagen zum Protest (auch wenn es vermenschlicht ausgedrückt ist). Dann wurde der Hund in den Keller gesperrt, was ja auch nicht das Gelbe vom Ei ist, genauso wenig, wenn er ab 17 Uhr nichts mehr zu trinken bekommt.
Dann kam das Tierheim, und nun du als neuer Besitzer.

Natürlich sollst du nun nicht nur Verständnis für deinen Hund haben und sagen "Oh der Arme, naja dann pinkelt er halt in die Wohnung). Konsequent dagegen angehen solltest du natürlich schon.
Das hier war ein bissl Ursachenforschung, so zu sagen ;) .

Das erste wäre, du gehst ihm heimlich nach, und sobald er Ansätze zum Pinkeln macht, sagst du energisch "Nein". Und zwar ohne ansonsten einzuwirken.
Hilft das nicht, wirst du etwas "härter":
Du könntest z.B. in Situationen, wo du weißt, dass er pinkeln wird, dich mit irgendwas bewaffnen, womit du werfen kannst. Ich hab z.B. eine kleine Tubberdose mit Plastikdübeln gefüllt, was scheppert, wenn ich es werfe.
Dann, wenn er den Ansatz zum Pinkeln macht, wirfst du diese Dose, aber so, dass er dich nicht sieht, also nicht diesen Wurf mit dir in Verbindung bringt. Er soll sich erschrecken, was es ihm unangenehm macht, dort hin zu pinkeln.
Anschließend solltest du noch mal kurz mit ihm rausgehen, so dass er draußen pinkeln kann. Aber wirklich nur zu dem Zweck. Also Leine dran lassen, nicht mit ihm spielen, sondern wirklich nur raus, pinkeln lassen und wieder rein. Sonst hat er bald raus, wie er wunderbar einfach zu einem Extra-Spaziergang nach draußen kommt.

Was du brauchst sind enorm viel Nerven, Geduld und Konsequenz. Aber bitte schlage deinen Hund nicht, auch keinen Klaps. Denn wie gesagt, bei einem sensiblen Hund kannst du damit viel zerstören. Auch wenn es einen wirklich manchmal verleitet, wenn der Hund ständig in die Wohnung pinkelt, denn natürlich ist man irgendwann nur noch genervt.

Gruß
Anna

mark
04.07.2003, 14:35
Hallo Anna,

vielen Dank für deine ausfühlriche Antwort.

Also zum Thema krank. Definitiv nicht. Wurde im Tierheim gecheckt und wir waren nochmals mit ihm beim Tierarzt. Soweit also alles in Ordnung.

Thema Vorbesitzer: Bin ich mir sicher dass es Protestpinklen war, da sie wohl etwas mit ihm überfordert waren und ihn "sehr autoritär" zu erziehen versucht haben. Z.B. haben Sie ihn wenn er nicht gefolgt hat (z.B. auf Fuss...) einfach sehr grob auf den Rücken geworfen.

Also der Klaps war wicklich nur einer. Ich will da nix verharmlosen. Beim Bubel schubs ich ihn heftiger. Er hat darauf auch nicht ängstlich reagiert sondern nur erschrocken.

Protest könnte nur sein, dass er sein Fressen nicht schnell genug bekommen hat. Es stand fertig im Bad, ich musste aber noch warten bis das Büchsenfleisch (aus dem Kühlschrank) soweit aufgewärmt war, dass er sich den Magen nicht verdirbt.

Soweit zu den Ursachen, aber was dagegen tun?
Ich werde jetzt auf alle Fälle verstärkt aufpassen und den anfängen wehren.
Keine Angst ich hab schon Verständnis für Ihn und bin ihm nicht (lange;-) böse, alles in allem ist es nämlich ein super klasse Hund.

Warum er allerdings der Nachbarin in die Wohnung gepinkelt hat????? Wir waren vorher lange spazieren, er hatte gefressen und ging ihr freiwillig (mit Leckerli gelockt) nach. Keine Türe war verschlossen, er ohne Hinderung wieder gehen können.

Reines "Nein" reicht übrigens nicht. So hab ich es die ersten Male probiert. Da schaut er mich nur an und pinkelt weiter.
Das mit der Schepperdose ist denke ich ein guter Trick (keine Angst ich hab schon richtig verstanden und ziele daneben;-).

Wie hast du es bei Peppa in den Griff bekommen ?

Gruß Mark.

linus & mika
04.07.2003, 15:10
Hi mark,

ist nur eine Vermutung, kann auch sein, daß ich total daneben liege, aber könnte es sein, daß der Hund einfach noch nicht stubenrein ist? (auch in seinem Alter?) Das würde ich jetzt aus Deiner Erzählung vermuten, daß er sich nicht meldet und bei der Nachbarin gepinkelt hat. Und zwar stubenrein im Sinne von, er weiß überhaupt nicht, was sein Klo ist und wo es ist.

Ich stelle mir nur gerade vor, wenn ich in einem Keller gehalten würde, völlig gestresst wäre, mein Rudel mich verlassen hat, mir vielleicht nie einer gezeigt hat, wo das Klo ist oder wie das aussieht, würde ich auch Probleme damit haben.

Lobt Ihr ihn denn, wenn er draussen sein Geschäft erledigt? Vermutlich weiß er auch noch nicht mal, was Nein heisst, scheinbar hat es ihm ja nie einer beigebracht, sondern es wurde einfach resigniert.

Probiers doch einfach nochmal von vorne, wie wenn er ein Welpe wäre. Liebevoll und geduldig, bevor Du mit der Schütteldose anfängst.

Hund pinkelt in die Wohnung, erwischt auf frischer Tat, mit einem NEIN nach draussen befördern und wenn dort erledigt, brav gemacht, Lob und Knuddel

Hund pinkelt in die Wohnung, nicht erwischt, kein Kommentar, wegwischen aber trotzdem nach draussen gehen und dort Loben

Vielleicht kriegst Du das so hin, natürlich mit Geduld, Liebe und Konsequenz.

AnnaS
04.07.2003, 15:14
Gar nicht :( . Es ist besser geworden, aber weg ist es noch lange nicht.
Sie pinkelt noch ab und an hin, wenn sie meint, aus irgendwelchen Gründen protestieren zu müssen, oder wenn mein Sohn (so wie jetzt :mad: ) lautstark mit seinem Freund im Kinderzimmer spielt und es früher oder später Ärger gibt.
Sie pinkelt komischer Weise nicht dann hin, wenn gerade so eine Situation ist, sondern abends, wenn hier richtig Ruhe eingekehrt ist. Ist komisch irgendwie.
Naja, abends versuche ich dann immer, sie auf frischer Tat zu ertappen.
Das sieht dann so aus:

Sie liegt im Flur auf der Decke, wir sind am Fernsehen gucken im Wohnzimmer. Irgendwann steht sie auf und schüttelt sich, ich setzt mich hin, und beobachte sie. Geht sie in die Küche, gehe ich vorsichtig hinterher. Trinkt sie nur, ist es ok. Macht sie Ansätze zum Pinkeln, sag ich energisch "Nein". Sie dreht sich um, guckt ganz unschuldig, und legt sich wieder hin.
Das geht ein paar Mal so, bis sie es aufgibt, oder ich zu langsam war :rolleyes: .

Ich hab mich mehr oder minder damit "abgefunden". Ich toleriere es zwar nicht, aber ich habe aufgehört, mich darüber zu ärgern. Ärgerlich ist nur, dass Billy somit schwer stubenrein wird, und sich natürlich auch ständig von Peppa abguckt, dass man ja gut und gerne mal die Wohnung als Klo benutzen darf.
Wobei das jetzt auch nicht mehr so ist, denn Billy ist eigentlich stubenrein. Unglücke passieren nur noch, wenn ich es halt nicht schnell genug mitbekomme, dass er wach ist. Peppa ist da eindeutig das größere "Schwein".

Wie gesagt, du brauchst viele Nerven. Aber irgendwann wirst du es auch schaffen, da bin ich überzeugt.

Gruß
Anna

paschalinchen
04.07.2003, 15:36
:cu:

sag mal.... hat zwar nichts mit diesem thema zu tun, aber..... wo aus niedersachsen kommst du genau? vielleicht könnt man sich ja mal treffen???

Und ich finde die meinungen der anderen völlig korrekt. Der Hund hat da anscheinend irgendwas noch nicht verknüpft. Wann wurde er denn kastriert? Rüden können auch inkontinent werden nach einer Kastration.

Tja, na dann! Schönen Tag noch ihr lieben und viel Glück bei der Ursachenfindung!

@Anna, melde dich doch mal über mein Profil......

mark
04.07.2003, 16:23
Hallo,

>der Hund einfach noch nicht stubenrein ist?

Glaube ich eigentlich nicht, da ersich z.B. in der 1. Nacht 3 mal gemeldet hat, mit typischem Pfinzen. Raus in den Garten und sofort ne riesen Lache.

Ich hab ihn auch im Büro dabei, und da muss er auch 4 Stunden im Zimmer liegen und teilweise auch mal ne halbe Stunde alleine sein. Da gabs auch noch nie ein Pinkelproblem.

>Ich stelle mir nur gerade vor, wenn ich in einem Keller
>gehalten würde, völlig gestresst wäre, mein Rudel mich

Dadurch ist er sicher durch den Wind, aber sonst klappts auch und komischerweise hat er das 1. Mal erst nach einer Woche reingemacht. Eigentlich nachdem er sich eingelebt hatte und etwas selbstsicherer wurde (ging schnell!)


>Lobt Ihr ihn denn, wenn er draussen sein Geschäft erledigt?

Aber natürlich. So haben wir ihn sogar zum Beinheben gebracht, das er am Anfang nicht draufhatte. Sobald der Fuss nach oben ging haben wir nen Freudentanz für ihn veranstaltet ;-)


>Vermutlich weiß er auch noch nicht mal, was Nein heisst,

Doch doch. Auf Nein hört er in anderen Zusammenhängen sehr gut! Er ist jetzt so sicher bei uns, dass er anfängt auszutesten. -> Sofaliegen, Nase auf den Tisch etc.... Da wirkt ein strenges Nein sofort. Sogar beim Jagen wenn er einen Duft in die Nase bekommt bricht er durch ein (rechtzeitiges und energisches) Nein ab.

Entweder er pinkelt weil im was nicht passt, oder es ist ne Unterwürfigkeitsgeste (da er dann auch immer im Sitzen pinkelt).....

Ich werde beobachten, reagieren und Erfolge melden ;-)

linus & mika
04.07.2003, 16:29
Hi mark,

dann ist es sicher nicht das Stubenrein Problem, sondern eher, wie Du schon sagst, eine Unterwerfung oder Unsicherheit. Vielleicht hat er sich ja doch noch nicht richtig eingelebt und hat Angst, etwas falsch zu machen und wieder in den Keller zu müssen. Dieser Stress kann ja nur ab und an auftreten, ist ja bei uns auch nicht anders.

Vielleicht hat er seinen Platz im neuen Rudel noch nicht gefunden und fühlt sich deshalb verunsichert. Aber Ferndiagnose ist ja immer recht schwierig. Aber Tipps und Anhaltspunkte kann man ja für sich rausholen.

Gib ihm vielleicht noch etwas Zeit und hab Geduld mit ihm. Zeig ihm genau, wo sein Platz im Rudel ist, damit er sich sicher und geborgen fühlt. Auch mit Konsequenz, also feste Regeln einführen. Daran kann sich der Hund orientieren.

Ansonsten wüsste ich auch nicht weiter. Viel Erfolg wünsche ich Dir jedenfalls und das wird schon ;)