PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Großer böser schwarzer Hund!!



Zottel
03.07.2003, 11:44
Hallo,
kann mir vielleicht jemand helfen?

Mein Hund wurde mit einem Jahr fast von einem Dobermann totgebissen. Seit dieser Zeit führt er sich an der Leine auf wie ein Killer! Hinzu kommt, dass er schwarz ist und man ja weiß, dass schwarze Hunde beißen (schwarz = böse). Das kann ich mittlerweile nicht mehr hören. Immer hab ich das Gefühl ich muss mich vor anderen Leuten rechtfertigen. "Der bellt nur weil er spielen will." Der ist unsicher" u.s.w.!
Gestern war wieder was ganz tolles: Eine Frau mit Rad & Hund, ich denke Hütehund! Der fing von weitem schon an meinen Hund zu "hüten" (geduckt-stehengeblieben-geduckt). Das gefiel meinem wohl nicht und er bellte. Der andere Hund griff ihn frontal an und lief direkt weiter. Die Frau sagte: Mein Hund habe ihn provoziert, durch das Bellen. Tick ich anders? Wenn mein Hund so wäre und sich provozieren lassen würde, käm er an die Leine oder hätte einen Maulkorb! Prompt hatte ich abends den Salat, er bellt jetzt noch viel fürchterlicher andere Hunde an als zuvor! Weiß jemand Rat? Würde micht sehr über Hilfe freuen!

Christina2012
03.07.2003, 12:10
hallo zottel, ich kann dir zwar nicht weiter helfen, wollte dir aber sagen, dass du nicht alleine bist. ich habe auch einen von den großen schwarzen, also auch ganz bösen hunden...
du müsstest mal unsere nachbarn sehen. schaut sich jonny nur um, um zu gucken wer da kommt heißt es gleich: der will mich fressen!

tja, so ist das in unser geselschaft. schwarze haben es einfach schwerer! 0(

LG christina

Christina2012
03.07.2003, 12:12
ich meine natürlich gesellschaft!!! :)

linus & mika
03.07.2003, 13:08
Höh, hab ich aber auch noch nie gehört. Leider kann ich Dir da keinen Zuspruch geben, ist natürlich schwierig, man kann ja andere nicht umerziehen, immerhin hat der andere ja den ersten Schritt gemacht, weshalb Deiner anfing zu bellen. Weiterhin hat er schlechte Erfahrungen gemacht, das kommt noch erschwerend hinzu.

Hastu mal an eine gute Hundeschule gedacht? Damit er den Kontakt zu anderen Hunden pflegen kann und das Vertrauen wieder gewinnt? Vielleicht verbunden mit irgend was lustigem, Agility oder sowas, damit er nicht gleich die Kriese kriegt, wenns auf den Hundeplatz geht, sondern auch ein bisschen abgelenkt ist. Vielleicht kann er dort auch lernen, mit den Signalen andere Hunde gelassener umzugehen.

billymoppel
03.07.2003, 15:27
hallo zottel,
bitte nicht böse sein, aber ich kann dir eigentlich nur raten, professionelle hilfe in anspruch zu nehmen.
denn natürlich provoziert ein bellender hund andere hunde. meine kleine bellt und provoziert auch, auch wenn es zu ihrem glück bisher folgenlos geblieben ist. das die gründe bei dir wie bei ihr nachvollziehbar sind, mag sein, ändert aber nichts an dem problem. angstagression ist ein tanz auf dem vulkan! was du über den hütehund geschrieben hast, klingt für mich überhaupt nicht nach hüten, sondern nach dem versuch, sich einem fremden rüden schicklich und halbwegs defensiv anzunähern.
eine resozialisierung ist ein langwieriger prozess, mit meiner hündin bin ich seit 1,5 jahren dabei und es wird ganz laaaangsam besser. immer zwei schritte vor und einen zurück.
aber wie gesagt, die situation bei dir sollte sich ein fachmann anschauen. mach es dir nicht zu leicht und schiebe die schuld auf andere, deinem hund nützt du damit nichts.
er hatte ein traumatisches erlebnis und ist damit verständlicherweise nicht fertig geworden, da heißt es einfach von vorn anfangen.
als akutprogramm würde ich dir empfehlen, zunächst jedes zusammentreffen mit anderen rüden zu vermeiden, wenn es möglich ist. auch nicht anleinen (das würde ja nichts ändern), sondern irgendwo gehen, wo es keine anderen hunde gibt oder nur solche, die mit ihm zurechtkommen. damit er erst mal wieder selbstvertrauen aufbaut. eine dauerhafte lösung istz das sicher aber nicht.

lg
bettina

Tina2809
03.07.2003, 15:58
Hallo Zottel!
Ich habe auch einen "großen schwarzen" mit dem ich schon zu Welpenzeiten immer schief beäugt wurde.
Das Beste und einzige probate Mittel, den unwissenden Mitmenschen Paroli zu bieten ist eine entsprechende Arbeit mit dem Hund: also Trainer oder Hundeschule.
Man kann Euer erfahrungsbedingtes Problem sicher nicht in 4 Wochen lösen, aber mit Geduld und Liebe wird das sicher!
Mein Hund ist mittlerweile 1 Jahr alt und hat die "ich hör grade so schlecht" Phasen so ziemlich hinter sich- und ich kann mich echt kaum erinnern, wann wir das letzte Mal beschimpft, beleidigt oder dumm angemacht wurden.
Ihr werdet lernen, solche bisher unangenehmen Situationen zu meistern und mit anderen klarzukommen.
Nimm Dir die Zeit, Du wirst viel entspannter und mit einem Lächeln an solchen Leuten vorbeigehen können.
LG
Tina

Zottel
04.07.2003, 09:53
Ich möchte mich für die schnellen Antworten auf meinen Beitrag bedanken!
Eigentlich möchte ich nur erreichen, dass mein Hund ohne ein Wau an anderen vorbeigeht! Denn wir waren in der Hundeschule, er wird jetzt zwei Jahre alt und ist dort der Vorzeigehund Nr. 1! Er versteht sich sowohl mit Hündinnen als auch mit Rüden. Die Bellerei ist nur die Leine, wenn er frei laufen würde, gibt er keinen Piep von sich. Doch wenn irgendwo ausdrücklich steht "Hunde sind an der Leine zu führen" halte ich mich auch daran. Wie gesagt, groß und schwarz, will man da Ärger? Wenn es Zank in der Hundeschule gab, hat er sich dazwischen gestellt und geschlichtet! War Welpengruppe, ging er als erster zu den Kleinen in die "Manege". Vielleicht kann man ja das Bellen an der Leine mit was Unangenehmen verbinden? Hat da vielleicht jemand einen Tipp?

Liebe Grüße Zottel

Thomas
04.07.2003, 10:11
Vielleicht kann man ja das Bellen an der Leine mit was Unangenehmen verbinden?
Mann könnte, aber das würde ich auf keinen Fall machen. Was lernt der Hund dabei? Er verknüpft mit dem Negativ-Einwirkung ja nicht nur das Bellen sondern in erster Linie auch den anderen Hund. Der Schuss kann also sehr leicht nach hinten losgehen.
Arbeite lieber darauf hin, das Dein Hund bei Hundebegegnungen an der Leine mit einem <nicht bellen> etwas positives verbindet. Es muss sich für ihn lohnen, ruhig zu sein.

Gruß
Thomas

lila100
04.07.2003, 12:24
Hallo,
wir haben auch einen Hund, 4 Jahre alt, der an der Leine ein Teufel in Reinkultur ist. Und halt auch n u r an der Leine.
Wir haben es in einer Hundeschule probiert, die mit positiver Bestärkung wirbt.
Als unserer einen großen angegangen ist, ging mein Mann mit ihm aus dem Kreis heraus, um ihn zu beruhigen.
Die Trainerin sofort hinterher, schimpfte mit meinem Mann und sagte, ich zeige Ihnen mal, wie man das macht.
Ging mit unserem Hund wieder in den Kreis, er ging wieder den Großen an und die Trainerin riß unseren an der Leine herunter und brüllte ihn zusammen. Klasse, dafür brauche ich keine Hundeschule. Wir sind nicht mehr hingegangen.
Wir haben dann mal eine Einzeltherapeutin kommen lassen, die sagte sofort: nur ein Geschirr anlegen. Dadurch, dass das Halsband beim Vorpreschen und Bellen am Hals wehtut, bezieht er diesen Schmerz auch auf den fremden Hund und wird immer wütender.
Jetzt hat er nur noch ein Geschirr an und wenn uns ein Hund entgegenkommt und: solange er noch ruhig ist, gibt es ein Leckerchen. Also positive Bestärkung.
Und es klappt. Nicht immer, aber immer öfter. Wenn er erstmal bellt, gehen wir wortlos weiter, ist er ruhig, gibt es Leckerchen.
Irgendwann wird er (hoffentlich) fremde Hunde herbeisehnen, denn er ist verfressen.:p

LG
Gabi

Thomas
04.07.2003, 12:30
Hey Gabi, warum hast Du Dich eigentlich nicht schon früher im Forum angemeldet? Hätte ich mir einige Beitäge sparen können.... ;)

-->100%ige Zustimmung.

Gruß
Thomas

lila100
04.07.2003, 12:51
@ Thomas,
danke.
Aber ich bin viel zu unsicher, allgemeingültige Ratschläge zu geben, kann ja immer nur von meinen Hunden erzählen, was,wann, wie, wo und evtl. warum.

LG
Gabi:cu:

volker
04.07.2003, 13:23
Hallo Gabi,
hallo Thomas,

Im Grundsatz o.k. aber in der Konsequenz nicht ganz.

Wenn ich mit meinem Hund auf einen anderen Hund auflaufe und meiner beginnt zu bellen, ist es nicht richtig weiter zu gehen, und wenn er wieder ruhig ist ihn zu belohnen, da ich ihn für den kompletten Vorgang inkl. bellen belohne.

Das Leckerlie muß vor dem bellen dem Hund angezeigt werden aber nur dann an ihn übergeben, wenn er ohne zu bellen an dem anderen Hund verbei gegangen ist.

ruhig-bellen- ruhig = Leckerlie ist falsch, richtig ist

ruhig- Leckerlie anzeigen- anderen Hund ohne zu bellen passieren = Lob und Leckerlie.


Grüße Volker

lila100
04.07.2003, 13:42
Hallo Volker,
wir geben Max, solange er ruhig ist, wenn er aber den anderen Hund schon sieht, ein Leckerchen.
Man soll ja die 1-2 Sekunden für´s Belohnen einhalten.
Er bekommt also nicht das Leckerchen während oder nachdem er gebellt hat, sondern bevor er anfängt.
Bellt er dann in unmittelbarer Nähe des Hundes bzw. der Entfernung, die für ihn selbst schon unmittelbar ist, bekommt er nichts und wir gehen wortlos weiter.
Wenn wir vorbei sind und er ist wieder ruhig, dann kommt nochmal ein Leckerchen, aber auch erst, wenn er wieder ganz "runtergekommen" ist von seinem Trip und nach einer Sitz-Übung.

LG
Gabi

:p

volker
04.07.2003, 14:08
Hallo Gabi,

sorry hatte ich falsch verstanden, herausgelesen.


Gruß Volker