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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie weit darf der Hund vorlaufen??



Saka
27.06.2003, 16:46
Hallo ihr:cu:
ich war vorhin mit Rusnik spazieren. Außerhalb in der Bauernschaft. Super runde, wir laufen dann so 2 Stunden, schön ruhig. Da kam mir heute ein Mann auf dem Rad entgegen und meinte ich sollte meinen Hund anleinen, die Jäger hätten gestern noch zwei Hunde erschossen. Sie wären im Feld gewesen. Und laut Gesetz darf ein freilaufender Hund nicht mehr als 10m von seinem Herrchen bzw, Frauchen entfernt sein. Das kann doch nicht stimmen, oder? 10 m :confused: Wenn der Jäger mit einer Schrottflinte auf meinen Hund schießt der 10m nur von mir entfernt ist, könnte er ja auch leicht mich treffen. Und dürfen die schießen, obwohl erkannbar ist, das mein Hund gar nicht jagt? Ich meine der Hund müßte dann doch schon am rennen sein, wenn er nur so durch das Gras läuft können die doch nicht schießen. Ich war total verwirrt. Wo soll ich denn sonst noch mit dem Hund ohne Leine spazieren gehen?:(
saka

Cockerfreundin
27.06.2003, 18:41
Hallo, Saka!

Das versteh ich nicht: ist es denn dort, wo Ihr lauft, ausgewiesenes JAGD-Gebiet? Dann gehört der Hund an die Leine. Jäger haben in der Tat das Recht, in ihrem Gebiet, einen unangeleinten und erkennbar jagenden Hund (Auslegungssache) nach 2 Verwarnungen zu erschießen. Leider :-((

Oder ist es eine Bauernschaft, wo die Felder, an denen Ihr langlauft, den Bauern gehören. Auch dort kann es Dir passieren, dass ein Bauer, der sieht, dass ein Hund sich ins Feld hinein begibt, Dir Ärger machen. Aber erschießen kann er den Hund in dem Fall wohl nicht.

LG von
Annette + Basti :-)

billymoppel
28.06.2003, 09:26
hallo annette,
so einfach ist das nicht.
außerhalb geschlossener ortschaften besteht jagdrecht einfach überall. dazu braucht es kein ausgewiesenes jagdgebiet. der grundbesitzer hat jagdrecht zunächst selbst, wenn er nicht ausüben will oder kann MUSS er es verpachten. ich als grundbesitzer habe in deutschland nicht die möglichkeit zu sagen, auf meinem grund und boden soll nicht gejagt werden. das ist eine extreme beschneidung der eigentumsrechte, das bverg hat das aber wegen des märchens von der hege und pflege für rechtens erklärt. der eugh hat diesbezüglich aber große bedenken, daher wird in dem geplanten neuen bundesgesetz dies geändert werden (wenn es denn so kommt).
also, kann man sich niemals und nirgendwo sicher sein, dass nicht ein bekloppter mit der knarre steht.
der jäger darf natürlich nur wildernde hunde (und katzen) erschießen. bekanntlich sieht die traurige wahrheit anders aus. richtwerte, was wildern ist, gibt es nicht. was hat der jäger auch schon zu befürchten? eine geldstrafe wegen sachbeschädigung? den entzug des jagdscheins sicher nicht -eine krähe hackt der andern kein auge aus.

@saka

sollte es in dem gebiet, wo du gehst, schon vorkommnisse gegeben habe, würde ich mir schleunigst was anderes suchen. er hat das gewehr und du nicht. eine debatte, was wildern ist, werden solche typen mit dir nicht führen.
am sichersten ist man sicher in gebieten, wo relativ wenige ansitze zu finden sind und relativ viele leute unterwegs sind.
felder, die mit ansitzen umstellt sind, würde ich wirklich meiden oder den hund anleinen.

lg
bettina

Saka
28.06.2003, 10:10
Guten morgen,
Rusnik und ich kommen gerade vom morgenspaziergang.
Ich habe mich schon die Tage gefragt, warum dort kaum noch Leute mit ihren Hunden spazieren gehen? Ich verseh einfach nicht, wenn mein Hund 15m vor mir läuft, das der Jäger ihn abschießen kann. Vor allem weiß ich dann wirklich nicht mehr wo wir spazieren gehen können. Wir haben einen Wald direkt vor der Haustür. Dort steht aber ein Schild, bitte Hunde anleinen. Außerdem ist dort der Bär los. Alle 2 min. kommt ein Jogger oder Fahrradfahrer, und du schaust nur hinter dir, ob da einer kommt und du den Hund zur Seite nehmen mußt. Der andere Wald, 5min. mit dem Auto entfernt, steht kein Schild. Dort haben mich dann die Jäger angesprochen, ob mein Hund hören würde, ob ich den unter Kontrolle hätte, ob der abgerichtet sei, nachdem ich mir die Sprüche angehört habe, fragte ich was das sollte? Da meinten die: ja wir schießen sonst auf die Hunde, wenn die frei rumlaufen. Da habe ich schon gewechselt.Je mehr ich darüber schreibe, desto deprimiertet werde ich. Dazu kommt noch das Aussehen meines Hundes. Sie ist ein Schäferhund-Mix. Irgendwas nordisches steckt mit drin. Sie ist dunkelbraun bis schwarz und hat den Kopf und Brustkorb eines Huskys. Auf der Entfernung hat sie soviel ähnlichkeit vom Gesichtsausdruck mit dem Wolf, daß die Leute oft die Straßenseite wechseln, dabei ist Rusnik die Liebste und schmusigste Hündin die ich kenne. Wenn mir die jemand wegschießt,:mad:
So mal schauen wo wir heute spazieren gehen. Ich glaube wir fahren heute mit dem Rad, dann habe ich sie immer an der Leine. Außerdem ist heute nachmittag noch Hundeschule, werde dort auch nochmal nachfragen, wo die alle mit ihren Hunden spazieren gehen.
Cu Saka

Cockerfreundin
28.06.2003, 13:54
Hallo, Bettina!

Sieh an, das mit dem uneingeschränkten Jagdrecht wußte ich nicht. Uns hat es im Spaniel -Club mal ein Förster (und Jagdhundeausbilder) so erklärt, wie ich es oben geschrieben hatte. Ist jetzt aber auch schon wieder über ein Jahr her.

Na, dann haben wir hier in unseren Wäldern, wo wir laufen, und bei uns im Wiesengrund wirklich noch Glück! Obwohl ich auch, wann immer ich den Bauer mit seinem Mähdrescher rumgurken sehe, Basti an die Leine nehme und mich in die andere Richtung verziehe. Möchte nicht riskieren, dass Klein Basti unter den Mähdrescher gerät.

LG von
Annette + Basti :-)

Tina2809
28.06.2003, 17:02
Hallo Saka!

An Deiner Stelle würde ich mich erkundigen (bei der Gemeinde, zu der dieses Gebiet gehört), ob es evtl. Jagd- oder Nturschutzgebiet ist, bzw. wie die geltenden Regelungen für Hunde sind. Somit bist Du informiert und kannst Dich dementsprechend mit Deinem hund dort mehr oder weniger frei bewegen.
Bei uns hier zählt ein Teil unseres Gassigebietes zum Naturschutzgebiet- wenn der Jäger dort einen Hund unangeleint entdeckt, gibts ein Ordnungsgeld. Wenn der Hund jagt, darf geschossen werden, ist aber hier noch nie vorgekommen.
Also: besser nachfragen!

LG
Tina

billymoppel
28.06.2003, 17:59
halla saka,
ich gebe dir völlig recht - es ist besch... ich bin aus vielen gründen ein erklärter gegner des des geltenden jagdrechts, nicht nur wegen der tausenden von hunden und vor allem katzen die dadurch jedes jahr sinnlos getötet werden.
die mentalität dieser leute ist einfach ist in den meisten fällen einfach zum schreien. und natürlich geht es primär ums töten.
es gibt sogar fälle, wo hunde direkt neben dem besitzer erschossen wurden oder im eigenen garten, weil sie kein halsband trugen. natürlich werden solche extrem-fälle bestraft. aber der hund ist erstmal tot.
ich kann nur an meinen rat festhalten: such dir ggenden, wo es viele ausgewiesen wanderwege gibt und hin und wieder wanderer unterwegs sind - dort werden sich die jäger aus sicherheitsgründen auf die hochsitze beschränken. und meide felder, die mit diesen umstellt sind.

@annette

ich habe auch großes glück: da, wo ich meist mit den hunden unterwegs bin, befinde ich mich im status quo mit dem jäger. wir hatten mal eine kleine auseinandersetzung und seitdem ist klar: er läßt unsere hunde in ruhe und wir verbreiten uns nicht groß darüber, wieviele kaninchen zum abknallen im herbst er aussetzt.
der förster, den du angesprochen hast, meinte mit jagdgebiet wahrscheinlich die, in denen er das sagen hat - also staatsforst (eine menge wald befindet sich ja in der öffentlichen hand), naturschutzgebiete, totalreservate etc.

gruß
bettina

Saka
28.06.2003, 19:17
Hallo,
wir kommen gerade aus der Hundeschule, die ist dort, wo wir spazieren gehen. Der Trainer sagte, daß sei nicht das erstmal dort in diesem Jahr. Hat mir auch noch einen Tipp gegeben, wo wir noch hingehen könnten.
Für heute ist Rusnik erstmal kaputt.
Und morgen wollen wir eh schwimmen gehen:D
Da freut sich Rusnik sowieso am meisten, wenn es ins Wasser geht.
Trotzdem geht es in meinem Kopf nicht rein, wie diese Jäger einfach so drauflos schießen. Heute hingen dort überall Zeitungsausschnitte, mit einem Bericht wo drin stand, wie Verantwortungslos doch die Hundebesitzer sind. Wieder haben Hunde Rehe zu tode gehetzt. Das hat mich so auf die Palme gebracht. Alle Hundebesitzer werden mal wieder über einen Kamm geschert. Wurde auch sofort wieder angesprochen, dabei war Rusnik an der Leine, wir waren mit dem Rad unterwegs. Ob ich den Bericht gelesen hätte und ich sollte doch auf den Hund aufpassen.
Manchmal braucht man ein ganz schön dickes Fell, bei den Sprüchen. Die Menschen wissen gar nicht wie toll es ist einen Hund (Tier) zu haben. (Darf meinen Chinchillas nicht vergessen)
Saka :cool: