PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rüdenproblem mit Fundhund



Kirsti
22.06.2003, 23:24
Hallo,
ich habe ein großes Problem.
Wir haben zwei Hunde. Ein Weibchen (Ayla)und einen fünf Monate alten Rüden. (Watson)Beide verstehen sich prächtig. Sie ist der Boss.
Im Urlaub in Spanien haben wir einen total verletzen Hund (ca. 1 Jahr alt )auf der Strasse gefunden. Da die Verhältnisse dort eine absolute Katastrophe sind, haben wir ihn behandeln lassen und mitgenommen.
Gesundheitlich geht es ihm (Pedro) jetzt gut. Er ist auch sehr lieb zu uns und auch zu unseren Kindern (6 und 9). Mit unserer Hündin versteht er sich auch prächtig, aber leider mit dem Rüden nicht.
Die ersten Tage ging es noch, doch dann haben sich beide beim Spielen verfangen, es kam Panik auf und seitdem ist nur noch Chaos.
Hin und wieder spielen sie noch, doch plötzlich unterwürft Pedro den kleinen Watson, besteigt ihn etc. der zeigt sich auch sehr unterwüfig, wirft sich auf den Rücken etc.
Pedro hört aber nicht auf, selbst nicht, wenn Watson schon mächtig jammert und quiekt.
Pedro hatte sich auch schon in Watson verbissen. Es sind abolut keine Showkämpfe, sondern absolut blutiger Ernst.
Watson ist in den paar Tagen schon ganz verängstigt geworden. Geht Pedro möglichst aus dem Weg, aber der hat ihm sofort auf dem Kiecker und greift auch an. Fellfetzen und Blut waren es bisher, ich fürchte aber, dabei bleibt es nicht.
(Er hört auch nicht selbst auf, sondern ich muss sie trennen)

Ich kann die beiden nun gar nicht mehr zusammenhalten.
Pedro ist jetzt viel im Garten (es macht ihm nicht soviel, da er es von Spanien ja wohl gewohnt ist) aber eine Dauerlösung ist das nicht.
Für mich auch super anstrengend, immer genau zu achten, dass keine Tür offen steht, die Kinder nicht aufpassen etc. (wir wohnen in einem Neubau, kein Bauernhof oder so)

Ich möchte den armen Kerl aber nicht einfach ins Tierheim bringen, da er sonst ein ganz lieber Kerl ist und die Streicheleinheiten genießt. Er ist auch nicht so hübsch, dass eine Vermittlung wohl schwierig wäre.
Ich möchte nicht, dass er vom Regen in die Traufe kommt.

Da ich über seine Vergangenheit nichts weiß (dem Fell am Hals nach zu urteilen war er wohl an der Kette, dann ausgesetzt) kann man natürlich auch nicht von gut sozialisiert sprechen.

Wie gesagt, mich hat er sofort als akzeptiert, auch die Kinder und meinen Mann und auch Ayla als Hunderudelführer.
Nur eben der andere Rüde.
Auch beim Spazierengehen mag er Rüden nicht so gerne.

Was kann ich tun?
Ich brauche eine möglichst schnelle Lösung. (falls es die überhaupt gibt)

Ich habe auch schon hier über Kastration und Hormonspritze gelesen, bin aber nicht sicher, ob das die Lösung wäre.
Vor allem, sollte ich dann Pedro kastrieren, oder den kleinen Watson (der ist doch noch zu jung, oder?)

Ich hoffe, ihr habt schnell eine Idee

Viele Grüße
Kirsti

Hovi
22.06.2003, 23:42
Hallo Kirsti,

ich will Dir ja nun keine Angst machen, aber diese Geschichte ist fast identisch mit der, welche eine gute Bekannte von mir erleben mußte.

Auch sie holte zu ihrem "Doppelpack" (Rüde u. Hündin) noch eine Spanierin dazu. Die spanische Hündin war sehr dominant und unterdrückte die Alteingesessene nach Strich und Faden, es kam auch zu Beißereien.

Leider wurde meiner Bekannten zu spät klar, wie gravierend das Problem wirklich ist. Sie packte alle drei Hunde für eine kurze Autofahrt in den Kofferraum... und als sie sie wieder herauslassen wollte, hatte die spanische Hündin der anderen Hündin die Kehle durchgebissen. Hinterher waren dann die Vorwürfe, die die Menschen sich machten, riesig, aber sie brachten den toten Hund nicht mehr zurück...

Wenn sich das Problem tatsächlich nicht bessert, würde ich an Deiner Stelle sehr genau überlegen, ob ich den neu hinzugekommenen Hund behalte. Du schreibst, die Kämpfe seien echte Beschädigungskämpfe und der Neue hört auch dann nicht auf, wenn der ältere sich unterwirft. Das sind sehr schlechte Zeichen, leider :(, denn es deutet darauf hin, dass es Pedro nicht um die Rangordnung geht, sondern wohl eher darum, den Nebenbuhler zu beseitigen.

Ich kann nur sagen, was ich tun würde (nachdem ich diese Geschichte bei meiner Bekannten mitbekommen habe): Ich würde einen guten Platz für Pedro suchen, wo Du ihn vielleicht auch mal besuchen kannst... und ihn natürlich nur gegen Schutzvertrag abgeben.

Viele Grüße
Claudia

Kirsti
23.06.2003, 00:18
Hallo Claudia,
danke für deine Antwort.
Das ist ja schlimm, was da passiert ist.

Das hoffe ich natürlich nicht, aber ich nehme das schon sehr ernst. Daher lasse ich sie jetzt ja auch gar nicht mehr zusammen. Ich will meinen Watson ja auch nicht gefärden, denn er hat auch keine Chance gegen Pedro.

Wir werden es morgen mal mit dieser Hormon-Spritze versuchen und falls das helfen sollte, könnte ja auch eine Kastration helfen. Ich hoffe es so sehr.

Aber wir gewöhnen uns alle schon an den Gedanken, dass wir ihn abgeben müssen.

Wenn ich jemanden Lieben wüßte, wäre das zwar auch schmerzhaft, aber okay. Nur einfach ins Tierheim bringen, kann ich ihn nicht.

Sorgenvolle Grüße
Kirsti

billymoppel
23.06.2003, 08:17
hallo kirsti,
eine kastration oder hormonspritze macht eigentlich nur sinn, wenn man den tendenziell unterlegenen hund (also den jungen und der ist zu jung) kastriert.
aber auch nur dann, wenn die rangordnungskämpfe an der gleichwertigkeit scheitern. auch das ist offensichtlich nicht der fall bei euch, da der kleine sich ja unterwirft.
ansonsten wird man die situation eher verschärfen.
trotzdem, da die situation ja eh schon verschärft genug ist, würde ich es bei mit der spritze beim großen mal antesten.
ich gehe mal davon aus, dass ihr die rangordnung sonst akzeptiert. also der große kommt in allem zu erst dran?
ansonsten glaube ich auch nicht, dass sich die situation bereinigen läßt.
ihr solltet, falls die möglichkeit besteht, einen verhaltenstherapeuten hinzuziehen, der sich die situation vor ort anschaut.
ich kann dich gut verstehen, wie du dich fühlst. du bist offensichtlich ein sehr verantwortungsbewußter mensch, der meint mit dem spanier sich jetzt nicht einfach aus der affäre ziehen zu können.
aber ich denke, ihm wäre wohl wirklich am besten geholfen, wenn du versuchst, für ihn ein neues zu hause zu finden.
meine hunde sind auch keine schönheiten und ich habe sie trotzdem (oder gerade deswegen?) genommen.

Kirsti
23.06.2003, 08:47
Hallo Billy (?)

Ja, die Rangordnung wird eingehalten. Ein Problem war die ersten Tage, dass Pedro natürlich nciht mal annäherend stubenrein, gleich mehrfach das Sofa etc. angepinkelt hat und er daher die erste Nacht draußen, seit der zweiten Nacht in der Küche schläft.

Also der Kleine schon den Vorzug hat, näher bei uns (und Ayla) zu sein.
Und um sie jetzt zu trennen, ist eben auch Pedro mehr draußen. (Der Kleine jault sofort, wenn er ausgesperrt wird. Pedro akzeptiert das, er kennt das draußen sein ja).

Umso häufiger ich Pedro allerdings ins Haus lasse (und er sich an Wohnzimmer etc. gewöhnt) umso schlimmer wurde das Dominanzverhalten.
Erst gab es nur den Krach im Garten, im Haus war noch ok.
Aber seitdem Pedro sich auch im Haus "sicherer" fühlt, es wohl als sein Revier ansieht, umso mehr Krach gibt es.

Ich weiß halt überhaupt keine Lösung.
Als wir uns Watson angeschafft haben, habe ich mich vorher sehr gründlich informiert, was man bei einem zweiten Hund beachten muss. Und es hat super geklappt.
Da Pedro ja nicht geplant war, konnte ich mich nicht informieren und nicht vorbereiten.

Ich hatte sooooo sehr gehofft, wir bekommen das hin.

Naja, ein kleines Fünkchen Hoffnung ist noch die Spritze, auch wenn ich befürchte, du hast recht, wenn müßte der Kleine kastriert werden.
Aber das will ich noch versuchen. Wenn das nicht klappt, kann und muss ich ihn wohl abgeben.

Wer Tipps hat, an wen ich mich (außer den Tierheimen) wenden kann um ihn in liebevolle Hände zu geben, kann mich sehr gerne anmailen. Kirsti@Kirsti.de

Danke
Kirsti :(

billymoppel
23.06.2003, 11:13
hallo kristi,
ich würds auch versuchen, auch wenn es der landläufigen meinung widerspricht. aber schlimmer kann es ja nicht mehr werden.
ist die schilddrüse von pedro mal untersucht worden?

lg
bettina, die das letzte mal ihren namen vergessen hat

Superjeile Zick
23.06.2003, 11:45
Hallo Kirsti,

ich finde es auf die Entfernung hin sehr schwierig das Ganze zu beurteilen.

Hast Du schon mal überlegt jemanden aus einer Hundeschule zu Dir kommen zu lassen, der sich das Probelm vor Ort ansieht und Dir dann erklären kann wo genau das Probelm liegt.

Hier mal ein Link zu guten Hundeschulen:
http://www.ig-hundeschulen.de

Hoffe ihr bekommt das Probelm in den Griff.

Kirsti
23.06.2003, 12:34
Hallo Bettina, hallo Nadine,

ich war gerade beim Tierarzt und habe ihm die Spritze geben lassen. Er wollte sich dort gleich wieder mit einem anderen Rüden anlegen.
Wir kamen aus dem Untersuchungszimmer, der andere lag da ganz brav und Pedro keifte sofort los (der andere war auch noch ein Mini-hündchen, also allein von der Größe schon keine Konkurrenz, aber das scheint unbedeutend zu sein.)

Die Ärztin sagte, die Spritze müßte in ein bis zwei Tagen wirken. Falls sie denn wirkt.

Wir werden sehen.
Komisch war, als wir nach Hause kamen, hat er sowohl Ayla, als auch Watson freudig begrüßt. Hat Watson sogar die Lefzen geleckt.
Dann sind wir raus, Watson pullerte und Pedro hob sofort das Bein und hat Watson sogar angepinkelt.

Die beiden Sachen wiedersprechen sich doch, oder?
Erst freudig, ja fast liebevoll lecken, dann dominieren???

Irgendwie kommt er mir so vor, als wüßte er nicht recht, wo er wie hingehört. Ist ja zwar auch kein Wunder, er kennt das ja wohl nicht. (Wir sind erst seit Mittwoch aus Spanien da, er ist also erst ein paar Tage bei uns)

Ich bemühe mich jetzt noch mehr, die Rangordnung einzuhalten.
So bei Leckerchen geben ist das kein Problem. Da wird von allen brav gewartet, bis der andere hat (Ayla, Pedro, Watson)
Aber streicheln darf ich Watson nicht, dann bellt Pedro wie wild.

Ich hoffe, ich verhalte mich zumindest richtig. Nicht, dass ich es noch irgendwie schlimmer mache.

Grüße
Kirsti

PS. Schilddrüse haben wir noch nicht untersuchen lassen. Die Zeit war bisher zu kurz. Kann es daran denn auch liegen?

Superjeile Zick
23.06.2003, 13:05
Hallo Kirsti!

Also scheint Pedro selbst sehr unsicher zu sein. Außerdem weiß du ja nicht, was er vorher in Spanien vielleich auf der Straße mit Rüden erlebt hat.

Was sagt eingentlich Ayla zu dem Ganzen. Verteidigt oder hilft sie bei den Beißerein einem von den Beiden oder versucht sie zu trennen?

Kirsti
23.06.2003, 13:25
Hallo Superjeile,

tja, was macht Ayla. Ist immer etwas schwer zu erkennen.
Grundsätzlich ist Ayla sehr ruhig (fast erhaben) sie ist ein Schweizer-Sennenhund und hat die Ruhe weg *lach*

Sie geht dann schon dazu und schnüffelt. Aber so recht zu erkennen, was sie macht/machen will, ist nicht.

Früher mal hat ein fremder Hund Watson angemacht, da war ganz deutlich, dass Ayla zwischen ging und Watson verteidigte.
SO ist es jetzt nicht.

Aber zumindest durch ihre Nähe, wird alles dann noch schlimmer. Sie wirkt auf jeden Fall verstärkend.

Ich weiß es noch nciht recht, welche Rolle sie einnimmt.
Gruß
Kirsti

Hovi
23.06.2003, 13:46
Hallo Kirsti,

ich hoffe sehr, dass Du für euch alle die richtige Entscheidung triffst...

Bis dahin lass bitte Watson und Pedro nicht unbeaufsichtigt zusammen, nichtmal für eine Minute!

Viele Grüße
Claudia

sandinchen
23.06.2003, 14:27
Hallo Kirsti,

leider habe ich auch keinen ulitmativen Tipp für dich. Den wird es wohl auch nicht geben.

Ich denke aber, du solltest dir einen Hundepsychologen zu Rate ziehen, der beurteilen kann, ob das mit den dreien zusammen überhaupt zu machen ist.

Du sagtest es könnte sein, dass Pedro ein Kettenhund war. Dann spricht ja schonmal einiges dafür, dass er verhaltensgestört (das Wort klingt so böse :( ) ist. Deine Hündin toleriert er vielleicht noch, aber wer weiß, was dem armen Kerlchen schon alles widerfahren ist und zu was es ihn treiben könnte. Manchmal tun Menschen den Tieren so schlimme Dinge an, wovon sich die Tiere einfach nicht mehr erholen und so werden sie zur Gefahr für ihresgleichen...Aber das wissen wir ja leider alle.
Ich kann mir gut vorstellen, wie beschi**** du dich fühlst. Zu euch ist Pedro lieb und bestimmt würde er euch nie was tun. Das macht es natürlich schwer. Du möchtest ihn nicht aufgeben. Aber ich denke, du solltest jetzt an deinen kleinen Watson denken. Er kann ja auch nix dafür, dass Pedro so viel Pech hatte.
Ich würde jetzt nichts riskieren, sondern mir schnell professionelle Hilfe holen.

Liebe Grüße
Sandra

billymoppel
23.06.2003, 14:53
hallo kristi,
ich halte es im eigenen rudel für normal, dass ayla als chef nicht eingreift, wenn subordinierte tiere die rangordnung ausmachen, was anderes ist es sicher, wenn ein hund auf dem spaziergang getroffen wird.
es ist wohl einfach eine verfahrene situation: pedro ist als kettenhund wahrscheinlich nicht sozialisert, obwohl ich finde, dass die angriffe auf einen welpen (!), der watson ja noch ist, völlig übertrieben sind, auch für einen schlecht sozialisierten hund. also ein fünf monate altes kerlchen hätte bei billy noch relative narrenfreiheit.
dazu kommt sicher ein gerütteltes maß an verunsicherung bei pedro und das ihr gerade ihn aussperren musstest, aber klar, kann man keinen welpen in den garten stecken, auch wenn es rangordnungsmäßig das richtige gewesen wäre.
wobei ich nicht glaube, dass auch bei völlig korrektem verhalten eurerseits sich die lage zum wirklich guten wenden würde.
ich glaube, ihr seid da auch an ein ultradominantes prachtexemplar geraten. seine dominanz wendet sich ja auch schon ansatzweise gegen euch, wenn du schreibst, dass er knurrt, wenn ihr den welpen streichelt. wie verhält er sich sonst gegen euch? kannst du ihm futter entziehen, von plätzen vertreiben?
mit der schilddrüse hatte ich angesprochen, weil ich mal gelesen habe, dass schilddrüsenüberfunktion auch zu gesteigerter aggressivität führt. allerding ist sie selten, viel seltener als unterfunktion, kann aber auch ein durchgangsstadium zu dieser sein. zur sicherheit würde ich vielleicht schon mal die werte bestimmen lassen.
ansonsten kann ich mich nur claudia anschließen, keine sekunde allein.
und verhalthenstherapeuthische hilfe. addressen verhaltenstherapeuthisch arbeitender ta's bekommst du bei der landestierärtzekammer.

lg
bettina

sandinchen
23.06.2003, 15:08
ich halte es im eigenen rudel für normal, dass ayla als chef nicht eingreift

Pedro ist doch nicht lange da, oder? Ich denke da kann man doch aus Aylas Sicht noch überhaupt nicht von einem Rudel sprechen. Oder wie meintest du das jetzt?

Kirsti
23.06.2003, 15:48
Hallo,

das war ein Mißverständnis. Pedro knurrt nicht uns an, wenn ich Watson streichele, sondern Watson.
Er drängelt sich dazwischen und bellt Watson auch an.

Zu uns ist er tadellos. Knochen etc. läßt er sich wegnehmen. Platz räumt er sofort, auch bei den Kindern.
Das ist alles kein Problem.

Naja, vielleicht wirkt ja die Spritze doch. Ich berichte mal in ein paar Tagen.

Gruß
Kirsti

irene
23.06.2003, 16:07
Möchte nicht in deiner Haut stecken! Einen echten Rat kann ich dir auch nicht geben, ich kann dir nur sagen, was ich versuchen würde. Da aus irgend einem Grund die zwischenhundliche Verständigung bei Pedro gestört ist, würde ich ihm jede Auseinandersetzung mit dem Kleinen verbieten. Wieweit versteht der denn deine Befehle? Kennt er "Nein!" oder "Schluß!"? Du hast ja schon zwei Hunde erzogen, weißt ja sicher, wie man das übt. Da er ein durch und durch verunsicherter Hund ist, braucht er auch ganz dringend ein starkes Herrchen, dass ihm Sicherheit gibt und Regeln, die jetzt seinen Alltag bestimmen. Versuche ihm klar zumachen, dass Raufereien mit dem Kleinen einfach nicht gestattet sind! Basta! Ich glaube schon, dass man das kann, auch wenn es ja immer heißt, man soll sich in die Rangordnungskämpfe nicht einmischen. Hat man aber ein Meerschweinchen im Haus, dann sagt den Hunden der Instinkt auch, das man das jagen und fressen kann und Frauchen sagt "Nein!"

Aber so und so brauch Pedro sicher eine Hundeschule, wo er das Zusammentreffen mit anderen Rüden üben und ebentuell auch seine Angst und Unsicherheit abbauen kann. Er ist noch jung, ich denke schon, dass man da noch einiges wieder gerade biegen kann.

Ich wünsche dir gute Nerven und viel Glück und pass gut auch deinen Kleinen auf!

Grüße

Irene

billymoppel
23.06.2003, 16:56
hallo irene,
dass halte ich nicht für richtig.
das mag im einzelfall funktionieren und auch, wenn man einen hund nur mal paar tage aufnimmt, aber dauerhaft ist eine ungeklärte rangordnung (aus welchen gründen auch immer) oder eine andere ungeklärte situation wie sie hier wohl gegeben ist, ein spiel mit dem feuer.
zwischen erzwungenem frieden und wahrem frieden besteht doch ein gewaltiger unterschied. ein meerschwein steckt man in seinen käfig, aber hunde kann man nicht auf dauer in jeder situation im auge behalten. man möchte mal weggehen, sie mal im auto lassen etc.
und selbst könnte man sich so durchsetzen, man will ja ein rudel, dass friedlich und enstpannt miteinander lebt. die dauernde spannung wüdre man auch so fühlen. und wie gesagt, der tag, wo sich dann alles entlädt, den würde man nicht verhindern können.
nach dem derzeitigen verhalten, halte ich ihn auch nicht für einen kanditaten für den hundeplatz. das könnte zu einem zu einer totalen überforderung werden, wenn er tatsächlich völlig unsozialisert ist oder in einem fiasko enden. da braucht es zeit und geduld und wenn die ursachen seines verhaltens abgeklärt sind, ein paar ausgewählte hundebegegnungen mit steigender intensität.

@sandinchen

hunde fühlen die kleinen signale, die vor allem der mensch aussendet, wohl sehr genau. und so wissen sie mit sicherheit schon am ersten tag, wer ein neues rudelmitglied ist und wer nur mal besuchshalber da ist.

@kristi

wäre schön, wenn du uns auf dem laufenden hälst.
wie ist pedro eigentlich sonst? macht er den eindruck, z.b. auf spaziergängen, hochgradig verunsichert zu sein? ist er nervös oder überdreht? zeigt er an euch übermäßige anhänglichkeit?
waren eure hunde eigentlich mit, als ihr ihn in spanien aufgelesen habt oder sind sie erst zuhause mit ihm und er mit ihnen in kontakt gekommen?

lg
bettina

irene
23.06.2003, 17:38
...ich glaube nur nicht, dass es ein reines Rangordungsprobelm ist, denn sicher hat sich der Kleine längst unterworfen und er fürchtet sich ja auch vor Pedro. Also was will Pedro noch? Sicher wird der Kleine, der noch nicht einmal geschlechtsreif ist, nicht um eine Vorrangstellung kämpfen. Das müssen sie also nicht jeden Tag auf´s neue auskämpfen, es muss an etwas anderem liegen. Aber ich hab wirklich keine Ahnung an was. Alleine kann sie die beiden sowieso lange nicht lassen und gegen diese groben Angriffe gegen einen jungen, unterlegenen Hund würde ich auf alle Fälle jedesmal SOFORT einschreiten. Aber das ist wirklich nur eine laienhafte Meinung meinerseits. Hier ist ein Profi gefragt, denn dieses Verhalten kann man wohl doch als unnormal bezeichnen, oder??

Hovi
23.06.2003, 20:30
Hallo Irene,

ich stimme Dir da voll und ganz zu .... zumal der Vorfall mit meiner Bekannten jetzt grade mal einen Monat zurück liegt.

Sie dachte auch, die Spanierin müßte noch "sicherer" werden, ihren "Platz im Rudel" kennenlernen etc.

Heute weiß sie, dass sie ihren Platz längst eingenommen hatte und es ihr einzig darum ging, die Nebenbuhlerin zu beseitigen.

Diese Hündin war ebenfalls extrem menschenfreundlich. Der schwächeren Hündin, die sich längst unterworfen hatte, hat sie dennoch die Kehle durchgebissen.

Vielleicht sollte man bedenken, dass diese Hunde in ihren Heimatländern einen extrem harten Überlebenskampf durchstehen müssen.

Viele Grüße
Claudia

sandinchen
23.06.2003, 20:52
Man darf auch nicht vergessen, dass Hunde Hunde sind und es durchaus vorkommen kann, dass ein Mitstreiter mal beseitigt wird. So hart das auch klingt.
Aber ich denke, wenn Pedro wirklich an der Kette groß geworden ist, wann hätte er denn dann die Möglichkeit haben sollen, normale Hunde-Erfahrungen zu machen? Er tut mir jedenfalls ganz schön leid. Jetzt hat er eine Familie gefunden, die ihm ein zuhause und vor allem Liebe gibt und er macht sich selbst unwissender-weise alles zunichte. Ironie des Schicksals, oder? :(

billymoppel
23.06.2003, 21:56
da hast dur recht, sandra.
manchmal wünscht man sich wirklich, mit seinen hunden reden zu können.

@irene

ich gebe dir vollkommen recht, dass es sich eher nicht um ein unterordnungsproblem handelt. einen fünf monate alten welpen derart niederzuknüppeln, dazu besteht sicher auch objektiv aus rüdensicht nie eine notwendigkeit. es sei denn, der hund verfolgt ein ziel, dass über rangordnung hinausgeht. falls er ein ziel hat. falls er nicht nur völlig hysterisch ist
nur wie gesagt, bis man die ursachen herausgefunden hat, falls das möglich ist, kann man die hunde schon per befehl auseinanderhalten, aber eine dauerlösung stellt das nicht dar, weil man eben nicht überall augen hat. ich würde da eher eine mehr oder weniger strikte trennung bevorzugen, bis man entweder einen lösungsansatz gefunden hat oder den hund abgegeben hat.
neben der tatsache, dass es hunde gibt, die einfach nicht verträglich sind und nichts außer der totalen niederlage akzeptieren, sind doch aber auch andere ursachen denkbar: der hund steht wahrscheinlich unter extremem streß, er könnte krank sein, höllenängste haben... das von hier aus zu beurteilen ist ja nicht möglich.
aber er ist ja auch noch sehr jung, da muss man die flinte vielleicht auch noch nicht engültig ins korn werfen.
natürlich braucht man hilfe für sowas.

lg
bettina

Kirsti
23.06.2003, 22:14
Hallo ihr,
ich finde es erstmal toll, wie sehr ihr euch Gedanken über unser Problem macht.
Ich kannte dieses Forum bisher nicht, bin mir aber sicher, hier zu bleiben :-)

Der Tag heute war ganz gut.
Ich hatte schon morgens das Gefühl, Pedro fühlt sich etwas ruhiger, ausgeglichener.
Ich glaube, bisher war er ziemlich aufgekratzt (wie bei Kindern, wenn etwas neu ist.)

Auch hat er ja heute die Spritze bekommen, ob es nun daran schon liegt (die Ärztin meinte, es dauert 2-3 Tage, falls es wirkt)

Zu der Frage von ? (finden deinen Namen jetzt nicht):

wäre schön, wenn du uns auf dem laufenden hälst.
wie ist pedro eigentlich sonst? macht er den eindruck, z.b. auf spaziergängen, hochgradig verunsichert zu sein?

Nein, nicht unsicher. Begeistert, freudig, aufgekratzt, interessiert.
ist er nervös oder überdreht? zeigt er an euch übermäßige anhänglichkeit?

Nein, er wirkt eigentlich wie ein normaler Junghund.
Nur wenn ein Rüde uns entgegenkommt, fängt er sofort an zu kläffen...

waren eure hunde eigentlich mit, als ihr ihn in spanien aufgelesen habt oder sind sie erst zuhause mit ihm und er mit ihnen in kontakt gekommen?

Nein, sie waren nicht mit. Wir haben sie aber außerhalb von unserem Haus zusammengeführt. Aber auch das klappte nicht so richtig (mit Watson)

Mal sehen, wie morgen der Tag wird.
Gruß
Kirsti

P.S. Und nein, ich lasse die beiden nicht eine Minute alleine. Keine Sekunde, dafür ist mir das viel zu heikel.

cheroks
24.06.2003, 10:16
Hallo Kirsti,
gewöhne Pedro doch erstmal langsam an einen Maulkorb bzw. leichten Drahtbeisskorb, der verhindert das Schlimmste.
Dann würde ich dir raten eine Hundetherapeuten zu suchen, der mit dir deinen Pedro mal genauer ansieht.
Da er 1 Jahr alt ist, ist m.M. noch nicht alles verloren, wenn es auch keine schnelle Lösung für dein Problem gibt.

Wie verhälst du dich denn, wenn Pedro Watson "überfällt" oder wenn er auf der Strasse auf Rüden trifft?

LG Tina