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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweithund! Ja oder nein?!



Saka
22.06.2003, 14:45
Hallo.
ich habe letztes Jahr eine 4jährige Schäferhündin (nicht kastriert)aus dem Tierheim geholt. Wir besuchen seit dem die Hundeschule. Haben den Familienbegleithundekurs gemacht und sind jetzt beim Agility. Sie kam am Anfang mit fast keinem Hund zurecht. Jetzt klappt es mit großen Rüden ganz gut.
Sie ist einfach super dominant(nur anderen Hunden gegenüber, nicht bei mir). Ich würde aber liebend gerne noch einen kastrierten Schäferhund-Rüden dabei haben. Ich weiß nur nicht, ob ich es riskieren kann. Hat vieleicht jemand schon Erfahrungen in dieser Richtung gemacht?
Saka

Verena
22.06.2003, 23:16
hallo, saka.

das kommt ganz auf den rüden an.
dass hündinnen rüden unterbuttern, ist der normalfall. frage ist, wie gut er damit umgehen kann. ein recht robustes kerlchen wird dennoch zu seinem recht kommen und der hündin auch mal zeigen, wie weit sie gehen darf. ein hund marke sensibelchen hätte vermutlich seine probleme.
bei uns lebte ein jahr lang eine pflegehündin mit unserem rüden zusammen - er hat derart gelitten, dass man mitheulen wollte. er ist ein typ, der vieles hin nimmt und sich so gut wie nie beschwert. dementsprechend war sein nacken regelmäßig zerbissen, er wich ihr aus, wo er nur konnte und blühte immer in dem moment auf, in dem sie die wohnung verlassen hatte. und diese hündin war noch nichtmal verhaltensgestört, sondern schlicht ein energiebündel.
ich bin grundsätzlich immer dafür, hunden einen artgenossen zu gönnen, aber damit die hunde dann auch die vorteile daraus ziehen können, müssen charaktere und kompatibilität stimmen. daher empfehle ich dir das buch von gudrun beckmann "hunde sind doch rudeltiere" aus dem cadmos verlag. das beste, was ich zu dem thema bisher lesen durfte.

gruß, verena

Marianne Zmija
23.06.2003, 05:36
Ich bin der meinung zwei Hund sínd besser als einer.
Frag doch mal im Tierheim nach ,vielleicht gibt es ja dort einen der zu Euch passt.

Saka
24.06.2003, 20:16
Hallo
ich habe Rusnik aus dem Tierheim, und war super enttäuscht.1.weil man mir sagte mit anderen Hunden klappt schon. 2. man konnte mir nicht sagen, ob sie kastriert ist(Abgabehund). 3. war ich 2 Tage später beim Tierarzt und der stellte fest, daß sie eine schwere Ohrenentzündung hat. Dazu kommt noch, daß sich nie jemand erkundigt hat. Keiner fragte mal nach oder kontrollierte. Und wenn ich weiter weg in ein Tierheim fahre, wie kann ich dann rauskriegen wie sich Rusnik verhält, wenn der Hund in die Wohnung kommt?
saka

billymoppel
25.06.2003, 08:03
hallo saka,
dass ist eben der vorteil, wenn man einen hund aus dem heimischen th nimmt: in dem fall könntest du erst mal ein paar tage mit zu spazieren gehen nehmen und hättest einen ersten anhaltspunkt, wie es läuft. zwischenrein könntest du dann auch deiner wohnung mal einen besuch abstatten und schauen, wie die hunde sich da verhalten.
aber ich kann schon verstehen, dass du von deinem th enttäuscht bist, wenn die hündin nicht nur einen tag da war, hätten sie schon ein paar mehr angaben machen können.

lg
bettina

AnnaS
25.06.2003, 09:03
Es ist jetzt vielleicht eine recht riskante Meinung, aber hast du dir schon mal überlegt, einen Welpen als Zweithund zu nehmen? In der Regel vertragen sich dominante Hunde auch mit Welpen und wenn sie dann zusammen aufwachsen (bzw wenn deine Hündin dabei ist, wenn der Welpe aufwächst), wird es hinterher vielleicht keine Probleme geben (außer eben normale Rangordnungsgeschichten).
Es KANN klappen, muss aber nicht. Und darum würde ich mir an deiner Stelle auch nicht nehmen lassen, dass deine Hündin und ein evtl neuer Hund sich vorher wirklich anständig kennenlernen.
Dass du DEM Tierheim nicht mehr vertraust, kann ich gut verstehen. Aber liegen denn andere Tierheime so weit von euch weg, dass es nicht mehr möglich wäre, ein paar Mal mit eurer Hündin dort vorbei zu schauen?

Gruß
Anna

Saka
25.06.2003, 21:05
Hallo,
Rusnik war 5 Monate in dem Tierheim, und als Abgabehund sollte man doch sagen können, ob sie kastriert ist. Als wir uns entschlossen haben einen Hund aus dem Tierheim zu nehmen, waren wir erst in einem anderen hier in der Umgebung. Wo man uns allerdings mitteilte, daß die Hunde besser dort im Tierheim aufgehoben wären, als bei uns. Weil sie ist manchmal 4 Stunden alleine, ich denke das ist vertretbar. Und wir wollten halt einen großen Hund, da unterstellte man uns, wir hätten keine Zeit den zu erziehen. Aber Rusnik konnte keine Kommandos und jetzt machen wir schon Agility. Ich gehe mind. 2 Stunden täglich mit ihr raus und wir haben einen großen Garten. Mit einem Welpen habe ich auch schon gedacht, allerdings hat sie letztens auch einen angeknurrt. Je kleiner die Hunde sind, desto agressiver ist sie.Am besten sind große Rüden. Wäre es dann besser einen dominaten Rüden oder einer der sich ihr unterwirft?
Saka

billymoppel
25.06.2003, 23:15
hallo saka,
das läßt sich so pauschal sicher nicht sagen, ob dominant oder unterwürfig. wesensfest, krisenerprobt sollte er sein und sozial.
mein mittelgroßer rüde kommt mit großen und dominanten hündinnen hervorragend zurecht. er liebt sie sogar ausnehmend. er selbst ist nicht der super-dominante typ, aber auch nicht einer, der sich die butter vom brot nehmen läßt. er ist so vom typ schlaumeier-schlawiner. und sehr ausgeglichen. also keiner, der gleich vom stuhl kippt, wenn ihm eine dame mal die zähne zeigt.
zu einem welpen würde ich dir ehrlich nicht raten. welpenschutz gibt es nicht und gleich gar nicht bei hündinnen.
im interesse des kräftegleichgewichts würde ich auch mal überlegen, ob du nicht lieber einen unkastrierten rüden nehmen solltest und die hündin kastrierst. das ändert zwar nix an ihrer dominanz, aber der rüde hat dann wenigstens noch die sexuelle komponente, mit der gegenhalten kann.
aber insgesamt geht nix über ausprobieren. eigentlich weiß man immer schon nach einem ersten spaziergang, ob eine hohe wahrscheinlichkeit besteht, dass es klappt.
ein kleines aber habe ich für dich aber auch noch: du hast bereits eine hündin, die nur eingeschränkt sozial mit hunden ist, mit noch einem rüden dazu können begegnungen mit anderen hunden zu einem echten problem werden. nehmen wir mal an, du hast den passenden rüden. denkbar ist durchaus, dass deine hündin dann rudelverhalten zeigt und auch fremde rüden dann nicht mehr akzeptiert. gleichzeitig wird es ja schwer sein, dem rüden begegnungen mit anderen hündinnen zu ermöglichen, weil deine ja unverträglich ist.
das kann, muss aber nicht sein.
und du hast dann auch 80-90 kg am arm hängen, das ist auch eine frage der körperlichen beherrschbarkeit. ich würde mir das nicht zutrauen.vielleicht denkst du daher auch mal einen rüden, der ein bißchen kleiner ist, dem es dann auch leichter fällt, der hündin gegenüber zurückzustecken.

PS: das th scheint ja echt mies zu sein. soviel gehört doch nun für erfahrenen tierpfleger auch nicht dazu, einer hündin mal den finger in die schnulle zu stecken und zu schauen, ob noch alles da ist. und da sicher mehr als ein hund da ist, sollte man doch erwarten können, dass die verträglichkeit mal angetestet wird.

lg
bettina

Saka
26.06.2003, 15:47
Hallo Bettina,
da hast du natürlich recht. Mit zwei so großen Hunden, wird das Gassigehen schon so erschwerlich. Es ist so schon schwer Rusnik an einer Hündin vorbeizuführen, damit sie kein Theater macht. Nur bei einem kleinere Hund, den akzeptiert sie glaube ich nicht. Sollte man dann doch besser sie alleine halten? Wir gehen 1x in der Woche zur Hundeschule 2 Stunden und beim Gassigehen gibt es auch große Rüden mit denen sie klarkommt. Sie ist also gut beschäftigt, wir gehen jetzt auch oft schwimmen. Sie hat noch hier zuhause 4 Chinchillas, die hat sie zum fressen gern;) Jetzt liegt sie auch im Garten und hofft das ein Rüden vorbeikommt (sie ist in der Standhitze). Hast du eine Hündin oder einen Rüden? Was denkst du/ihr darüber sie jetzt noch (5 Jahre) kastrieren zu lassen?
Saka

billymoppel
26.06.2003, 19:58
hallo saka,
ich habe zwei hunde: der rüde heißt billy und ist ca. 10 jahre alt (mittelgroßer voll-mischling). ihn habe ich im alter von fünf aus dem th. mein mädchen heißt moppel (ich betone hier im forum immer wieder, dass ich für den namen nicht verantwortlich bin), sie wird sechs und ich habe sie vor anderthalb jahren aus schlechter haltung übernommen. sie ist ein dackel-mit-was-großem-drin und etwas größer als ein normaler dackel.
vielleicht ist rusnik wirklich ein hund, den man allein halten sollte, so aus der entfernung kann ich das natürlich nicht beurteilen. die frage ist halt: kommt sie mit großen rüden zurecht oder mag sie sie wirklich gern?
prinzipiell ist es sicher so, dass hunde gern zu zweit sind, es sei denn der eine part ist halt überfordert, wie verenas beispel zeigt. du scheinst mir da auch unsicher zu sein. wenn du nicht wirklich sicher bist - laß dir einfach noch ein bißchen zeit. ich wollte auch lange bevor moppel dazu kam, einen zweiten hund. ich habe mir immer gesagt: wenn es soweit sein soll, wird der zweite hund bei mir klingeln - entweder läuft er mir zu oder ich sehe ihn irgendwo und weiß, dass es dieser ist und kein anderer. und so war es am ende auch: eine freundin vom tierschutz zog um, bemerkte die miserable lage der kleinen, erzählte mir davon, ich ging nachschauen: und möppi stand da.
für billy ist sie vielleicht nicht ganz die idealbesetzung, er hätte eventuell was großes dominantes (moppel ist eher der zickig-unterwürfige typ) lieber gehabt. aber sie mögen sich und für moppel ist billy garantiert die idealbesetzung. es gab bisher nicht eine ernsthafte auseinandersetzung - einfach weil die rollen so klar verteilt sind.
was die kastration angeht: moppel war ja gut vier, als sie zu mir kam. ich habe auch sie kastrieren lassen, schon aus dem grund, weil mein alter herr die welt wohl nicht mehr verstanden hätte, wenn ich ihn zum kastraten gemacht hätte. seine stellung zu all seinen rüden-kumpels hätte sich geändert, dass wollte ich ihm nicht antun. in der beziehung hat eine kastration des weibchens sicher weniger auswirkungen. und wenn sie gesund ist, um eine narkose zu überstehen, warum nicht. natürlich ist es ein op und damit ein risiko, aber bei gemischten rudeln muss man sich ja entscheiden, wenn man keinen nachwuchs produzieren will. meine kleine hat es gut überstanden und ihr verhalten hat sich kein bißchen geändert. bedenken muss man bei der sache aber auch, dass vor allem große hündinnen wie deine, nach der kastration zu inkotinenz neigen können. also gibt es für und wieder. wenn du einen kastrierten rüden gefunden hast, der zu rusnik paßt, dann soll es eben so sein.
mein vorschlag wäre noch, eventuell mal nach einem ältern herrn ausschau zu halten. die haben meist keine probleme mehr damit, in der rangordnung hinten zu stehen und fangen auch nicht mehr mit jedem rüden eine klopperei um die weltherrschaft an. dann kannst du dich bei spaziergängen auf deine hündin konzentrieren.

lg
bettina

PS: ich habe billy ausgerichtet, dass rusnik in der standhitze ist - er wollte sofort seine koffer packen:D

Saka
26.06.2003, 21:49
Hallo Bettina,
ich weiß nicht, ob Rusnik gerade in Stimmung ist. Wir waren mit dem Fahrrad unterwegs und sie war schwimmen. Jetzt liegt sie auf der Couch und ist fix und fertig.
Zur Kastration: wegen dieser Sache mit der Inkontinenz habe ich auch bedenken. Was allerdings z.Zt. dafür spricht ist (lange Geschichte), sie hat wieder Haarausfall. Das fing letztes Jahr auch vorher an. Wir haben Blutentnahmen gemacht, Allergieteste, Haarkulturen angelegt, 8 Wochen nur Pferdefleisch mit Kartoffeln gekocht um eine Futtermittelallergie auszuschließen. War aber alles o.K. Dann waren wir bei einer Tierheilpraktikerin, sie dachte erst es ist Sebadinits, aber so richtig wissen wir auch nicht, ob das stimmt. Da es jetzt wieder anfängt, dachten die Tierheilpraktikerin und ich schon, ob es nicht mit der Läufigkeit zu tun hat. Also hormonell bedingt. Da wäre eine kastration vielleicht sinnvoll. Nur ich mag gar nicht daran denken, daß sie eine Narkose bekommt. Sie hat einmal eine bekommen, wegen ihren Ohren, die mußten gespült werden und sie ließ sich da nicht rankommen. Ich sollte sie halten, später mußte man mich halten:D . Obwohl ich im medizinischen Bereich tätig bin, konnte ich das bei ihr nicht haben. Vielleicht hast du recht und der richtige Rüde läuft uns über den weg, wenn wir gar nicht damit rechnen.
Saka

dobby
26.06.2003, 22:02
@ Saka,

darf ich Fragen, in welchem TH du warst? habe nämlich ähnliche Erfahrungen gemacht. Aruscha ist ein wahrer Engel. Gegen sie ist nix zu sagen, aber man hatte mir eine chronische Bindehautentzündung, eine beidseitige Ohrenentzündung verschwiegen, und der nächste Impftermin laut TH wäre dieses Jahr im Oktober gewesen, war aber laut Impfpass 4 Wochen nachdem ich sie übernommen hatte. Und seit ich sie habe sindwir Stammgast beim TA.

Interessant zu hören, dass noch jemand solche Erfahrungen gemacht hat (wenn auch nciht ganz so schlimm wie ich).

Dobby und Sorgenkind Aruscha

Saka
27.06.2003, 16:35
Hallo Doby,
wir waren in Münster und in Rheine, Rusnik kommt aus Rheine. Ich habe auch gerade deine andere Frage gelesen wegen dem nachts umherlaufen, Rusnik macht das auch seit neustem. Ich dachte vielleicht liegt das an ihrer Läufigkeit. Manchmal geht sie auch wieder nach unten, aber vielleicht ist ihr auch nur zu warm oben.
Saka

Chaostruppe
27.06.2003, 19:02
Ich habe momentan sechs Chaoten, und im Grunde ist das gar nicht so schwer. Mit "nur" Zwei wäre ich inzwischen wohl gar nicht mehr ausgelastet. :)

Nur ein kleines Beispiel von wegen Unverträglichkeit und so. Mein großer Rüde, inzwischen fast 12 und etwas weiser, war ehemals Rüdenhasser und nicht sonderlich zimperlich. Will sagen, ich hatte so einige TA-Rechnungen zu bezahlen. :( Ebendieser Rüde lebt inzwischen mit noch drei geschlechtsreifen Rüden zusammen, und es funktioniert.
Einer der Drei ist ein Pflegehund (Tierschutzhund, der zur Vermittlung steht), und war eine echte Premiere, denn ich hätte mich früher nie getraut einen intakten Rüden in Pflege zu nehmen und hatte immer nur Hündinnen. Die ersten 1 1/2 Tage waren sehr anstrengend, aber seit dem gehört der kleine Robin dazu und es gibt keine Probleme mehr. Mein Großer spielt sogar mit Robin, und das hat er wirklich NOCH NIE mit irgendeinem Rüden gemacht, nichtmal mit den anderen Zwei, die ja schon von Kindesbeinen an dazugehören.

Auch ein auf den ersten Blick vielleicht unverträglicher Hund KANN sich mit anderen Hunden sogar mehr als arrangieren. Bei meinen würde ich wirklich sagen, sie gehören zusammen und der Große würde seinem Rudel niemals etwas tun. Ich würde es an Deiner Stelle probieren. Vielleicht erstmal mit dem Hund meiner Wahl gemeinsam spazieren gehen um zu sehen wie ich mit beiden klarkomme, wobei man aber auch berücksichtigen muß, daß ein Hund eine enorme Entwicklung durchmacht wenn er in ein neues Zuhause kommt. Alle meine Hunde sind nicht mehr die, die sie ganz zu Anfang waren!

Letztendlich liegt es an Dir als Cheffe, wie die zwei nach außen agieren (sofern sie sich untereinander verstehen). Ich jedenfalls wünsche Euch beiden noch einen dritten, und zwar als große Bereicherung!

Liebe Grüße,
Andrea