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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verspannungen



Selke
19.06.2003, 13:01
Hallo ich habe einen VollblutHafimix mit acht Jahren. Manchmal wenn man schon länger mit ihm in der Dressur arbeitet schießt er plötzlich wenn man galoppiert ohne Panik aber verdammt schnell los. Nach zwei Runden über den Reitplatz beruhigt er sich schnell wieder und ist locker. Danach geht er auf beiden Händen schön locker und ruhig. Sein rechtes Auge ist seit der Geburt etwas schlechter aber er kommt toll damit klar. Diese Aktionen macht er auch nur auf der rechten Hand. Gestern habe ich dann beim putzen bemerkt das er in der Mitte seines Rücken da wo der Sattel aber nicht aufliegt anscheinend ziemlich verspannt ist. Kann mir jemand einen Tip geben wie ich diese Verspannung lösen kann mit Übungen oder ähnlichem. Wäre sehr dankbar wenn mir jemand helfen kann.

Im vorraus vielen Dank und freundliche Grüße

Tina Selke

AnnaS
20.06.2003, 09:37
Hi Tina

Wenn es genau an der Sattellage ist, würde ich als erstes Mal den Sattel testen, ob er noch gut passt und ob er überall heil ist.
Wenn das der Fall ist, solltest du viel Bodenarbeit machen. Zum Beispiel Stangentreten, über Cavalettis gehen, usw.
Beim Longieren solltest du erst mal ohne Ausbinder arbeiten, damit dein Pferd die Chance hat, sich vorwärts-abwärts zu strecken. Und möglichst auch ohne Gewicht (also ohne Sattel).

Das Pferd meiner Reitschülerin (4Jahre) hat zur Zeit das gleiche Problem. Sie kam vor 8 Wochen aus dem Profiberitt, und seitdem hieß es, so schnell wie möglich fit werden (das Mädel ist 14 Jahre und konnte sich bisher nicht gegen ihre ehrgeizigen Eltern durchsetzen).
Vor einer Woche hab ich dann den Eltern klar gemacht, dass wir an meiner Schnmerzgrenze angelangt sind, und dass ich es nicht weiter unterstütze, wenn das Pferd nun schon Probleme bekommen hat. Nach einer kurzen "Kopfwäsche" konnte ich mich dann durchsetzen und hab nun seit einer Woche das Okay dafür, es so machen zu können, wie ich meine, ohne jeglichen Ehrgeiz der Eltern.

In dieser Woche haben wir nun erreicht, dass das Pferd um einiges lockerer geworden ist, sich endlich vorwärts-abwärts strecken kann, und auch wieder viel motivierter ist.
Wir machen es so:

3x die Woche gebe ich Unterricht. Meist wird sie dann geritten.
Beim Reiten muss meine Reitschülerin nun vorwiegend im Schritt und Trab reiten (nur leichttraben, nicht aussitzen). Dabei entscheiden wir dann, ob sie mit einer vorwärts-abwärts-Tendenz reitet, also unausgebunden, und mit viel Streckung und Dehnung. Oder ob wir den Halsverlängerer dran machen, damit die Stute lernt sich zu tragen, und Muskeln aufzubauen.
Bei ersterem reitet meine Reitschülerin viel auf Handwechsel, und viele "Spielereien", wie z.B. mit geschlossenen Augen reiten, ohne Zügel reiten, etc um das eigene Gleichgewicht zu finden und um die Hilfen zu verfeinern. Bei zweiterem reitet sie kleinere Hufschlagfiguren wie Volten (allerdings dann nur im Schritt, denn beim Traben sollte man dabei ja aussitzen), viele Wechsel, etc.

Bei beidem nur kurz galoppieren, und zwar im leichten Sitz, auch wieder nur mit vorwärts-abwärts-Tendenz.

Mehr als 3x die Woche soll sie nicht reiten. An 3 Tagen (also wenn Unterricht ist) wird also geritten, an 3 Tagen macht sie Bodenarbeit, und einen Tag bekommt sie einen Ruhetag.
Bei der Bodenarbeit dann also wie gesagt entweder unausgebunden longieren, und dann auch Stangen mit einbauen, den Longierzirkel mal stark verkleinern und wieder vergrößern, viele Wechsel des Tempos und der Hand, usw.
Ausgebunden longiert wird auch nur mit Halsverlängerer, und nicht mit starren Ausbindern oder so, damit auch hier die Möglichkeit des vorwärts-abwärts-Strecken besteht.

All das wird aber abwechselnd gemacht, damit man halt nicht immer nur das gleiche macht und da alles wichtig ist. Sowohl eben die richtige Arbeit, bei der sich aus Muskeln aufbauen sollen, als auch die etwas entspanntere Art, wo es eben in erster Linie um ein entspanntes Laufen und Trainieren geht.

Du musst aber auch in Erwägung ziehen, dass sich dein Pferd evtl einen Wirbel ausgerenkt haben könnte. Das bekommst du dann natürlich nicht mit so einem Training hin, sondern du musst es einrenken lassen. Anschließend ist dieses Training aber sehr gut zum Aufbau des Pferdes.

Gruß
Anna

Selke
26.06.2003, 00:33
Hallo Anna
vielen Dank für deine Tips ich arbeite nun schon seit einer Woche mit Rosmarinöl und mache im Moment nur noch Bodenarbeit das macht ihm auf jeden Fall total viel Spaß und er entspannt total und baut sein Vertrauen zu mir immer mehr auf. Ich denke das ich nächste Woche mal einen Pferdepysiotherapeuten kommen lasse um zu kontrollieren ob bei ihm ein Wirbel ausgerenkt ist. ABer ich denke ich werde ihn dann wieder aufbauen wie du es mit der Stute tust.

Vielen Dank.
Gruß Tina