PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Helft mir!!!!



Budjonnyfan
16.06.2003, 08:52
Hi zusammen!!!!
Ihr werdet bestimmt schon die Augen verdrehen, wenn ihr schon wieder einen Beitrag von mir seht und ich schon wieder irgendein Problem hab, aber diesmal brauch ich einfach dringend euren Rat.
In meiner neuen Reitschule, reite ich zur Zeit ziemlich oft eine 12jährige Stute. Im Umgang ist sie total lieb und brav, am Anfang der Reitstunde im Schritt am langen Zügel geht sie auch ganz brav alle Bahnfiguren und reitet willig die Ecken aus. Sie reagiert auf meine Schenkelhilfen, doch sobald ich die Zügel annehme wird sie erst mal langsamer und hört nur noch selten auf meine Hilfen (zügle-schenkel-gewicht). Im Schritt geht sie dann auch furchtbar langsam, so langsam das man wirklich meint sie kippt gleich um. Gehts dann in den Trab versucht sie immer zur Seite, in die Bahnmitte auszuweichen. Dann muss ich sie immer mit der Gerte an ihrer Schulter richtig rausdrücken, weil sie auf meine Schenkel nicht reagiert. Ihr Trab ist auch voll langsam. Letztens hab ich leichtgetrabt und mein Reitlehrer meinte, weil sie sooo langsam war, ich soll nicht so weit aus dem Sattel aufstehen sondern aktiver werden. Aber ich muss halt soweit aus dem Sattel raus, sonst sitze ich praktisch aus. Ich mein man fühlt ja an den Tritten des Pferdes wie weit man austehen muss beim Leichttraben, ach ja und mal ne allgemeine Frage, wie kontrolliere ich meine Schenkel beim Aussitzen, immer wenn ich aussitze, versuch ich meine Schenkel locker zu lassen, aber dann schlendern sie einfach nur so rum, spanne ich sie an geh ich mit meinem Oberkörper vor. Okay, nun zu meinem größtem Problem, dem Galopp. Also manchmal galoppiert sie mir an, aber meistens nicht. Ich kann Galopphilfen geben wie ich will sie galoppiert trotzdem nicht. Weiß sie keinen Ausweg mehr, trabt sie in die Bahnmitte. Galoppiert sie aber an (da muss ich ihr immer voll den inneren Schenkel dran"hauen"), dann galoppiert sie voll schnell irgendwo in der Reithalle herum. Ich schaffe es einfach nicht, sie auf dem Hufschlag zu halten. Mit feinen Hilfen komm ich bei Ihr einfach nicht weiter. Mein Reitlehrer meinte auch mal, das man bei Ihr nicht so viel mit den Zügeln arbeiten darf. Das heißt ich soll sie nicht so sehr annehmen, im Trab und schritt ist es ja okay, die Bahnfiguren kann ich auch mit einer leichten Verbindung zum Pferdemaul reiten, aber im Galopp muss ich ja irgendwie versuchen sie draußen zu halten. Außerdem muss ich sie ja im Galopp mit den Zügeln nach innen stellen, stell ich sie nach innen, halt sie mit dem anderen Zügel aber auch draußen, rennt sie mir wieder in die Bahnmitte.
Ich möchte doch einfach nur mit diesem Pferd zurechtkommen. Es ist wirklich sooo eine liebe Stute und es wäre doch echt schade wenn mir die Freude an ihr durch diese Probleme verderbt werden würde. Zudem reite ich sie ja ziemlich oft. Ich geh auch immer neuer Hoffnungen und Vorsätze in die Reitstunde, wenn ich sie habe. Es ist ja nicht so das ich denke oh nein jetzt muss ich die schon wieder reiten , sondern ich denk mir eher, dass es gut so ist, schließlich will ich mit ihr ja Fortschritte machen.
Also bitte, bitte helft mir!!!!!!!!!

Gruß, Steffi

AnnaS
16.06.2003, 09:02
Hallo Steffi

Entschuldige, aber ich verstehe dich nicht. Du hast nun die Reitschule gewechselt - sehr gut! Doch wie sieht es denn mit dem neuen Reitlehrer aus? Sinn und Zweck ist es doch, dass du WÄHREND des Unterrichtes etwas lernen sollst. Das beinhaltet auch, WÄHREND des Unterrichtes DEINEN REITLEHRER mit Fragen zu Löchern, wenn etwas nicht klappt.

Nach all dem, was du beschreibst, sind deine Hilfen Schuld dran, dass du die Probleme hast, und nicht das Pferd. Du schreibst von "feinen Hilfen", doch ich glaube nicht, dass du solch feine Hilfen gibst, wenn das Pferd einfach nicht reagiert. Dann wiederum schreibst du von "voll den Schenkel dranhauen", aber selbst wenn du das Wort "hauen" in Anführungszeichen setzt, denke ich mal, dass man sich darunter dann schon eine etwas unsanftere Schenkelhilfe vorstellen darf. Und irgendwo macht es einen ziemlich unkoordinierten Eindruck, was bei dir bzw auf dem Pferd passiert.

Man muss dich auch auf dem Pferd sehen, und kann dann erst effektive Ratschläge geben. Der einzige Tip von mir jetzt ist, dass du mit deinem Reitlehrer drüber sprichst und dir von ihm was sagen lässt.

Gruß
Anna

Sandra1980
16.06.2003, 16:38
________
| |
| Dafuer! |
|________|
|


Insgesamt solltest Du Dich vielleicht nicht ganz so sehr auf die virtuelle Welt verlassen sondern mehr mit den "echten" Leuten reden.
In diesem Falle waere erstmal der Reitlehrer der Ansprechpartner.

Schaust Du eigentlich auch mal bei anderen Reitstunden zu? Wie kommen denn andere mit der Stute zurecht?

Sandra

Sandra1980
16.06.2003, 16:39
Da klickt man extra auf Vorschau, und dann verzieht es einem das "Dafuer-Schild" doch noch...

Nun, auf jeden Fall,
Steffi, bitte rede mit dem Reitlehrer!

Alles Gute,
Sandra

Inge1810
16.06.2003, 18:24
Hallo Steffi,
also erstmal gut, dass Du eine neue Reitschule gefunden hast und ich hoffe sehr, dass Du dort besser und vor allem richtig lernen kannst.
Dann möchte ich mich den anderen anschließen, denn das Reiten kann man nur in der Praxis lernen und niemals in einem Forum. Eine direkte Korrektur ist nötig, aber soviel kann ich dazu sagen, dass ich den Eindruck aus Deinen Schilderungen gewonnen habe, dass Du noch kein Gefühl für die Hilfen hast, denn das Reiten besteht nur aus Gefühl. Das Bild, das ich vor Augen habe, sieht so aus, dass Du viel zu stark in den Zügeln hängst und auch den Einsatz der Schenkel noch nicht richtig kontrollieren kannst. Du fällst nach vorne, wie Du geschildert hast und das alles zusammengenommen, kann nix werden. Aber das sind alles Dinge, die Du im Lauf der Zeit lernen wirst. Versuche erstmal mit der Hand weicher zu werden und achte darauf, nicht am inneren Zügel zu hängen, denn der äußere führt das Pferd und der innere ist fast überflüssig, also nur da, um das Pferd nach innen zu stellen (und soweit dürftest Du noch nicht sein, dass Du ein Pferd korrekt durchstellen kannst). Wenn Du am inneren Zügel hängst, brauchst Du Dich nicht wundern, wenn das Pferd nicht mehr ordentlich am Hufschlag geht und Du brauchst Dich auch nicht wundern, wenn das Pferd im Schritt fast umkippt. Also unbedingt von den Zügeln wegkommen, denn wenn das Pferd im Schritt so verhalten geht, hast Du bald Taktfehler drin, denn ein Pferd soll im Schritt schreiten, aber dazu mußt Du es etwas loslassen. Es ist ein ständiges Spiel und immer mit viel Gefühl. Das sind aber alles Sachen, die Du mit Deinem Reitlehrer abklären solltest, also sprech ihn direkt drauf an und schilder ihm Deine Probleme, wie Du sie hier schilderst und er soll Dir mal ganz genau zugucken und Dich korrigieren. Denk dran, dass das Pferd niemals schuld ist. Übe, übe, übe und werde niemals zornig, denn wie gesagt, das Pferd ist nicht schuld und Du bist am Lernen. Du kannst das Pferd noch gar nicht so "in der Spur" halten, weil Du die Kraft noch gar nicht hast (Kraft nicht im Sinne von hinklopfen und rumreißen). Es ist ein Zusammenspiel von allem und wie schwer es ist, das Gefühl dafür zu kriegen, weiß wohl jeder von uns, aber daher bemüh Dich bitte, dass Du dem Pferd nicht so am Maul zerrst und versuche Deine Schenkel sanfter und richtig einzusetzen.
Viel Erfolg und sag doch mal Bescheid, was Dein Reitlehrer gesagt hat. Das interessiert mich.
Grüße

Inge1810
16.06.2003, 18:39
Ach, auch wenn ich gegen theoretische Tipps bin, einen hab ich noch, weil das ein unwahrscheinlich häufiger Fehler ist :D
Guck niemals nach unten oder irgendwo kreuz und quer durch die Halle, sondern guck immer dahin, wo Du auch hin willst und sitz dabei stolz und ruhig arrogant auf dem Pferd, denn es ist schließlich ein stolzes Tier ;) O-Ton meiner Reitlehrerin, denn auch ich hab das anfangs nur zu gern gemacht "Was suchst Du auf dem Boden? Dort wirst Du nix finden, also schau in die Richtung, in die Du reiten willst, nehm die Schultern zurück und setz Deinen arroganten Blick auf, denk dran, dass Du auf einem Pferd sitzt, da kannst Du Dir schon was drauf einbilden..." Dabei mußte ich immer schmunzeln und Recht hatte sie damit, denn schon war mein verbissener Blick weg. :D

Budjonnyfan
16.06.2003, 19:36
Hi !!!!

Ich sag ja immer wieder zu meinem Reitlehrer das ich dieses Problem hab, aber er sagt dann immer ich meine Schenkel mehr drannehmen soll und nicht so viel mit den Zügeln arbeiten soll. Aber ich mein wenn ich die Zügelhilfen im Galopp wirklich nur sehr fein gib dann geht mein Pferd in den falschen Galopp.
Anna, du hast gesagt ich hab von feinen Hilfen geredet, gib sie aber nicht. Ich hab damit eigentlich gemeint das ich es lernen will meinem Pferd mit feinen Hilfen zu zeigen, was ich von ihm will. Das das "Dranhauen" mit dem Schenkel keine feine Hilfe ist, darüber bin ich mir auch klar. Aber nur so geht sie überhaupt schneller. Aber genau das will ich ja in Zukunft vermeiden, weil ich weiß das es kein Pferd der Welt verdient hat, es grob zu behandeln.
Die Stute hat eine Reitbeteiligung und die kommt viel besser mit ihr aus. Kann es vielleicht daran liegen, das die Stute es zu sehr gewohnt ist mit Sporen zu reiten und sie auf normale Schenkelhilfen nicht reagiert? Wäre vielleicht ein etwas billiger Grund, denn wahrscheinlich liegt es wirklich nur an mir. Ich mein klar werdet ihr mir jetzt wieder einen Vortrag halten von wegen mein Reitlehrer taugt nichts, aber das glaub ich einfach nicht. Ich mein jetzt bin ich schon in ner anderen Reitschule und da hab ich die gleichen Probleme wieder, das ist doch nicht normal oder? Ich wäre echt froh wenn ich wenigstens von einem von euch präzise, genaue Antworten auf meine Fragen bekommen könnte. Ich mein klar, ihr seht mich nicht wie ich auf dem Pferd sitze, aber alleine mit der Theorie könnte ich schon viel anfangen.
Ich freu mich wirklich auf jede Reitstunde in der ich diese Stute reiten darf und das alles wird immer durch diese Probleme getrübt. Ich lese mir auch immer Pferdezeitschriften durch, schau mir auf Bildern vorbildlich sitzende Reiter an, lese in Pferdebüchern, die ganzen Hilfen, aber es wird einfach nichts. Sobald ich es versuche in die Praxis umzusetzen, klappts einfach nicht. Bin ich zu locker auf dem Pferd, zu verspannt, sind meine Schenkel nicht dran oder meine Fäuste geschlossen, mein Oberkörper krumm oder vorgebeugt. Diese Fragen stelle ich mir nach jeder Reitstunde. Ich mein ich hab noch nach keiner Stunde sagen können, heute war ich gut. Sollte ich vielleicht noch ein paar Longenstunden nehmen, meint ihr das hilft vielleicht einen besseren sicheren Sitz zu bekommen????

Jedenfalls danke für eure Antworten!!!

ps. INGE: dein Satz mit dem eingebildeten Sitz auf dem Pferd gefällt mir echt gut, wahrheitsgemäß und witzig ziemlich originell, echt!!!!:D

Gruß, Steffi

Katastrophenzoo
16.06.2003, 20:21
Hallo Steffi,

ich glaube ich habe das schon mal geschrieben: Reiten lernt man nur durch reiten!

Und dieses verbissene Alles-Richtig-Machen-Wollen bringt leider gar nichts. Natürlich ist es schwieriger auf einem Schulpferd reiten zu lernen, da diese Pferde lesen und schreiben können und natürlich sofort ausnutzen wenn jemand nicht die richtigen Hilfen gibt. Und dann achten sie darauf dass die Reitstunde so wenig anstrengend wie möglich wird. Aber gerade diese Pferde zeigen einem ganz genau was man kann da sie einem nichts schenken.

Longenstunden zwischendrin um den Sitz zu verbessern sind immer gut, aber die Schwierigkeit beim Reiten ist nicht der richtige Sitz so lange man nichts anderes tun muss. Nahezu jeder Mensch ist in der Lage sich korrekt auf ein stehendes Pferd zu setzen. Wenn das Pferd sich bewegt wird das schon schwieriger und wenn man dann dem Pferd auch noch ganz genau klar machen will, wie es sich bewegen soll, wird der korrekte, unabhängige Sitz schon fast zur Kunst.

Der französische Reitlehrsatz schlechthin heisst: "Calme, droit, en avant". Das heisst übersetzt ungefähr: "Bleibe ruhig und gerade wenn Du vorwärts kommen willst" aber auch "Ruhig, Gerade, Vorwärts"
Und das ist eigentlich die Grundlage. Genau wie Inge es vorhin sehr schön erklärt hat: Setz Dich arrogant ganz gerade (trotzdem locker) auf's Pferd, schau gerade aus und reite auch gerade aus. Achte dabei darauf, dass die Zügel gleich lang sind und die Hände weit unten. So wie Du das beschreibst, habe ich den Eindruck, dass Du die Hände nach oben ziehst und dann verlierst Du jede Führung, ausserdem ist es für das Pferd sehr unangenehm und dadurch wird es natürlich nicht williger.

Ein meiner Meinung nach ganz hervorragendes Buch um die Grundlagen des Reitens begreifen zu können ist von Horst Stern "So verdient man sich die Sporen". Kennst Du das?

Sorry ist jetzt sehr lang geworden und sehr theoretisch, aber ich hoffe ich konnte begreiflich machen, dass Reiten ganz, ganz viel Arbeit ist. Mein ehemaliger Reitlehrer meinte mal, dass zum wirklich gut reiten maximal 10% Talent gehören und mindestens 90% Schweiss, Ausdauer, Fleiss, Nachdenken und Üben, Üben, Üben...

Sandra1980
16.06.2003, 20:26
Hi Steffi,
Ich dachte irgendwie Du haettest schon Longestunden genommen?!
Ich bin auf jeden Fall der Meinung, das das etwas helfen wuerde.
Muessen ja gar nicht viele sein, einfach mal nur welche, bei denen Du dem Reitlehrer sagst, dass Du endlich Deine ganzen kleinen fehler ausmerzen moechtest, und er Dich dann auch die ganze Zeit korrigiert. Das faengt beim Sitz an, geht ueber die HAltung der verschiedenen Extremitaeten und hoert wahrscheinlich irgendwo bei den exacten Hilfen auf.
Du musst allerdings darauf gefasst sein, dass es Dich ganz schoen nerven wirst. Wenn er richtig gut ist (und Du etwas sensibel) wirst Du vielleicht sogar den traenen nahe sein. Aber am Ende wird er Dich loben, weil das bringt wirklich was! Dann kannst Du sicher schon stolz auf Dich sein! Und bei der naechsten Longestunde geht es schon wesentlicher besser.
Vielleicht kannst Du dann auch mal eine Stunde Einzelunterricht machen (zu meiner Zeit war das nur was fuer die Reichen, weiss nicht wie das jetzt ist...)

Und denk daran, Ein Reitlehrer, der nur die ganze Zeit in der mitte steht und bahnfiguren ansagt ist nicht wirklich das, was Du im Moment brauchst.

Alles Gute,
Sandra

PS: Wenn du schon alle moeglichen Buecher gelesen hast bringt es wahrscheinlich nicht wirklich viel wenn Dir hier jemand noch mehr Theorie erzaehlt... Oder?

AnnaS
17.06.2003, 09:27
Zum Thema Longenstunden:
Ich denke, JEDER Reiter sollte zwischendurch mal eine Longenstunde bekommen, einfach um sich mal wieder ganz auf seinen Sitz zu konzentrieren. Zu dieser Longenstunde gehört dann aber auch das Reiten ohne Bügel, ohne Zügel, mit geschlossenen etc.
Als Reitanfänger allerdings sollte man so lange Longenstunden bekommen, bis man in der Lage ist, ein Pferd ohne große Probleme in alle drei GGA zu bekommen, und auch aus jeder GGA wieder durchzuparieren. Erst dann sollte ein Reitanfänger wirklich frei reiten. Ist meine Meinung.

Anschließend sollte ein Reitanfänger dann ein paar Einzelstunden bekommen, um das Pferd auch frei in der Halle/auf dem Platz reiten zu können. Einzelstunden sind dafür notwendig, damit sich der Reitlehrer wirklich ganz auf den Reiter konzentrieren kann und nicht auf mehrere Reiter konzentrieren muss.
Erst wenn die Hufschlagfiguren einigermaßen sitzen, die GGA sitzen, und der Reiter das Pferd unter Kontrolle hat, geht man in die Gruppe (in der aber bitte individuell geritten wird, also kein Abteilungsreiten), verfeinert alles und baut langsam aber sicher auf.
Das sind die Grundlagen, die man einfach braucht, um richtig reiten zu lernen.
Ich glaube, bei dir fehlen diese Grundlagen, denn sonst gäbe es diese Probleme nicht, die du jetzt auch wieder hast. Du sagst es selbst, es liegt nicht am Pferd und nicht am Reitlehrer, es liegt an dir. Es liegt aber auch nur indirekt an dir, denn was du nicht gelernt hast, kannst du auch nicht können.

Und allein aus diesem Grund werden dir tausend Bücher und noch mehr Pferdezeitschriften nichts nützen, geschweige denn Tips aus einem Forum.

Wie läuft denn dein Unterricht ab? Wie viele Reiter sind in deiner Gruppe? Wird einzeln geritten oder in der Abteilung? Darfst du frei entscheiden, was und wie du reitest, oder wird Gangart, Hufschlagfigur, etc vorgegeben?
Das wäre für weitere Erklärungen mal ganz interessant zu wissen.

Gruß
Anna

Budjonnyfan
17.06.2003, 16:13
In meinen Reitstunden reiten wir in einer Gruppe von drei bis vier Reitern, manchmal bin ich auch nur allein. Das ist ganz unterschiedlich. Sind wir viele Reiter ungefähr fünf, dann reiten wir oft Abteilung oder wenn Anfänger mitreiten. Ich reite also sehr selten in der Abteilung. Bisher bin ich vier mal in diesem Reitstall in der Abteilung geritten. Wir dürfen alle Hufschlagfiguren reiten aber nur auf Kommando die Hand wechseln. Der Reitlehrer sagt und allerdings, wenn wir galoppieren oder antraben (leichttraben) dürfen, galoppieren müssen wir allerdings nicht.
Ich habe übrigens nach einer Reitbeteiligung auf einen der Schulpferde gefragt. Der Wallach ist allerdings ziemlich jung (6jahre) und auch nicht unbedingt brav. Ich hoffe sehr, dass ich diese Reitbeteiligung krieg, denn die Besitzer des Hofes meinten das das nächste Woche in einer Sitzung des Vereins beschlossen wird, dem Vorstand oder so. Wisst ihr zufälllig was das heißen soll? Ich mein hätte der Verein einen Grund mit diese Reitbeteiligung nicht zu geben? Denn ich mein wenn das dieser Vorstand entscheidet. Na ja vielleicht wisst ihr das ja. Jedenfalls hoffe ich wirklich sehr darauf, denn wenn ich dreimal die Woche das gleiche Pferd reite, klappts vielleicht auch besser.

okay, auf alle Fälle, danke für eure bisherigen Antworten!!!!

Gruß,
Steffi

Katastrophenzoo
18.06.2003, 17:08
Hallo Steffi,

ich finde das hört sich ziemlich gut an, was Du von der Reitschule schreibst. Meiner Meinung nach ist gelegentlich in der Abteilung reiten gar nicht schlecht, das diszipliniert nämlich.
Ausserdem habe ich immer noch den Eindruck, dass Du einfach zu ungeduldig bist. Reiten lernen dauert!

Ein Verein muss demokratisch organisiert sein und wenn die Pferde dem Verein gehören und das Vereinsleben ernst genommen wird, dann muss auf einer Vereinssitzung beschlossen werden, was mit den Pferden passiert.

Curl
10.08.2003, 21:20
Hi,

will dir jetzt nicht zu nahe treten, aber sowohl dein Sitz als auch deine Hilfengebung scheint eine Katastrophe zu sein.

Erstmal zum Muskeln anspannen: die einzigen Muskeln, die du anspannen musst, sind die Bauchmuskeln. Der Hintern muss entspannt sein, sonst titschst du im Sattel rum, die Beine müssen locker hängen bleiben und auch die Hüfte muss locker sein. Du muss mal beim Reiten ausprobieren, wie stark du deine Bauchmuskeln für dieses Pferd anspannen musst.

Wenn du gerade sitzt und genug Körperspannung hast (das ist das mit dem Bauch anspannen), dann kannst du erst anständige Hilfen geben, mit der Hüfte locker mitgehen und deine Beine wackeln nicht wild rum.

Und erst dann kriegst du auch den Schenkel ans Pferd.

Galopphilfe: bei der Galopphilfe kommt es nicht ausschließlich auf feine Zügelhilfen an. Pferd stellen, Gewicht auf den inneren Gesäßknochen (NICHT in der Hüfte einknicken oder das innere Bein wer weiß wie weit runtertreten!), äußerer Schenkel verwahrt, innerer treibt, gleichzeitig gibt die innere Hand (UND NUR DIE!) nach. Innen musst du weitertreiben, bei jedem Galoppsprung. Den äußeren Zügel musst du natürlich dranlassen (nicht ziehen!), sonst geht dir das Pferd über die innere Schulter weg.

Leichttraben: man steht nicht auf sondern lässt sich werfen. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Bei JEDEM Einsitzen musst du treiben. Und die Zügel darfst du weder wegschmeißen noch daran rumziehen, du musst immer im Takt nachgeben und wieder annehmen, das können wenige mm bis hin zu wenigen cm sein. Du musst ausprobieren, wie viel das bei deinem Pferd sein muss.

Und deinen RL, mit Verlaub, würde ich mal hin den Hintern treten. Es kann ja wohl nicht sein, dass ihm nur einfällt (zu Recht zwar), dass du die Schenkel mehr rannehmen musst, er dir aber nicht sagt, wie.

Ach, da fällt mir noch ein, wenn du die Zügel aufnimmst, musst du natürlich hinten mehr nachtreiben, sonst wird dein Pferd zu Recht langsamer. Es hat mal irgendwann gelernt, wenn du vorne aufnimmst und hinten genug nachtreibst, hinten mehr unterzutreten. Und wenn eben nicht so viel nachgetrieben wird, soll es langsamer werden. Und genau das tut es.

Das, was du hinten nachtreibst, musst du vorne abfangen und das, was du vorne abfängst, musst du hinten nachtreiben können.

Auch hier empfehle ich als Lektüre Richtlinien Band 1 aus dem FN-Verlag und natürlich Sitzschulung an der Longe.

Ciao und viel Erfolg,
Curl.