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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Flegelphase???Brauche Zuspruch!!!



Simonemueller
13.06.2003, 22:32
Hallo Ihr vielleicht Leidgeplagten mit Junghund,
ich habe eine jetzt 10 Monate alte Hündin (spätentwickelnde Rasse, noch nicht läufig gewesen) mit super Sturkopf. Soweit so gut. Ich dachte eigentlich, alles Erdenkliche gemacht zu haben, um die Knalltüte zu "Gehorsam" zu erziehen: Viel Liebe, Geduld, richtiges Mass an Stränge, Welpen- und Junghundkurs, so viel Konsequenz wie möglich. Anfänglich hat das auch alles (naja fast alles) ganz gut geklappt. Inzwischen ist mein größtes Problem das leidige "Komm". Von Anfang an haben wir das mit Locken, Spielstimme, Leckerchen etc. eingeübt, hat funktioniert, doch jetzt nicht mehr :-(( Ich hab schon von unterschiedlicher Seite gehört / gelesen, das sei die Flegelphase. Hoffentlich! Wer kann meinen geschundenen Nerven ein wenig Zuversicht geben? Wird das wieder? Wenn ja wann? Und wie sollte man sich am besten verhalten? Wer hat Tips? Mein Hundetrainer meint (was sicher alles richtig ist), am besten nur rufen, wenn sie sicher kommt (also gar nicht!!) oder immer mal wieder die Richtung wechseln, damit sie aufmerksam bleiben muss (ist sie aber überhaubt nicht: "Aha, Frauchen geht da hin, ich aber lieber woanders!"). Wie könnte ich momentan mit ihr üben? Es ist wirklich ALLES interessanter als das rufende Frauchen! Für Tips / Erfahrungen / Zuspruch bin ich sehr dankbar!
Simone

ChristineG
13.06.2003, 22:55
Hallo Simone,
ich kenne Dein Leid nur zu gut. Ich besitze eine Leonbergerhündin, also einen großen Hund, der noch länger braucht um ganz erwachsen zu werden. Sie hat auch immer mal so Phasen, da geht gar nichts. Ich nenne das immer Entwicklungsschub, daß hält so ca. eine Woche und dann wird es wieder besser.
Mit dem "Hier" kämpfe ich aber weit häufiger. Sie ist auch sehr neugierig, schnuppert hier und da und achtet dann auch nicht darauf wo ich hingehe. Verstecke ich mich, sucht sie mich zwar und ist froh mich zu finden, aber beim nächsten Mal ändert sich auch nichts. Das schlimmste ist, daß sie jeden Hund klasse findet und am liebsten hinrennen würde. Das wird zwar mit zunehmendem Alter besser (so wie alles, glaube mir), aber es nervt schon. Ich nehme jetzt immer ein Ball zum spielen mit, den liebt sie so sehr, daß alles andere egal ist. Probiere so etwas doch auch mal aus. Ansonsten kann ich nur sagen, habe Geduld, bleib ruhig, behalte Deinen Humor und über weiter mit ihr... es wird garantiert wieder besser.
Gruß Christine

Ilona
13.06.2003, 23:05
Hallo liebe Simone,

also ich möchte versuchen, Dich ein wenig zu trösten:) Aus der Ferne kann ich es zwar nicht sehen, denke aber, wenn ich das Alter Deiner Hündin lese, auch an eine pubertäre Phase.

Wann die vergeht? Naja, keine Ahnung, ist sicher bei jeder Hündin/jedem Rüden anders. Vielleicht dauert es einen, vielleicht zwei Monate? Diejenigen hier, die mit ihren Hunden so eine Phase bereits durchgemacht haben, können Dir sicher was dazu sagen.

Verliere nur nicht die Geduld. Warst Du auch mal in einer solchen Phase? Na, dann frag mal Deine Eltern, wie lange die bei Dir gedauert hat. Und bei nem Hund dauert es garantiert nicht so lange;)

Aber mal im Ernst: Deine Hundetrainerin hat schon Recht, wenn sie sagt, am besten nicht rufen, wenn man sich sicher sein kann, dass sie anderes im Kopf hat. Oder anders herum: nur rufen, wenn man sich sicher sein kann, dass sie auch wirklich kommt. Also, wenn sie schon unterwegs ist zu Dir.

Hilfreich wäre, in dieser Zeit mit einer Leine zu arbeiten. Frei laufen lassen würde ich die Hündin nur, wenn ich sicher bin, dass ich sie nicht ständig zu mir rufen muss. Also ohne Leine, in nahezu ablenkungsfreier Umgebung. Kommt sie in Deine Richtung: locken "Komm", Leckerchen, Spiel - was auch immer.

Das Thema "Kommen auf Ruf" hatten wir ja hier schon öfter. Hattest Du bisher eine Hündin, die gut gehorcht hat, würd ich den Erziehungserfolg nicht aufs Spiel setzen, indem ich in dieser schwierigen Phase den Hund öfter mal erfolglos rufen muss.

Und noch was: keine Angst, dass Dein Hund die Kommandos in der pubertären Phase vergißt. Der übliche Gehorsam stellt sich wieder ein, wenn diese Phase vorbei ist. Vorausgesetzt, man ist in dieser Zeit weiterhin liebevoll-konsequent. Ein Kommando einmal gesagt, hat Hund zu befolgen. Auch in der pubertären Phase. Allerdings bin ich in dieser für den Hund schwierigen Zeit als Mensch erfindungsreicher als zuvor, wenn es darum geht, dem Hund Gehorsam abzutrotzen.

Lieben Gruß, Illi

Christina2012
14.06.2003, 12:03
hallo simone.
mein jonny ist gerade 4 jahre alt. er hat einige von diesen phasen hinter sich, denn mir wurde erklärt, dass sie öfter mal wieder kommen...
aber, das geht vorbei.
wenn jonny wieder einmal seine phase hatte und nicht kommen wollte, weil alles andere interessanter war, habe ich es mit einer alternative versucht. ich habe ihm befohlen ins platz zugehen. entweder war dies für ihn ein befehl, der so zusagen ein "reload" für ihn war und ihm wieder eingefallen ist, dass er ja gehorchen soll, er also auf mein komm-rufen hin auch tatsächlich gekommen ist. manchmal hat ihn das aber auch trotzdem noch so sehr interessiert, was dort war, dass er nicht kam, aber er lag im platz, ich konnte also zu ihm hingehen. 2 meter vor ihm habe ich seinen namen gerufen, so dass er aufmerksam wurde und habe dann komm gesagt. meist tat er dies dann auch (vielleicht weil ich so nah war...??!!)
natürlich ist das keine lösung, wenn deine süße in ihrer pflegelphase auch nicht auf das platz reagiert, aber ein versuch ist es vielleicht wert.
ansonsten würde ich auch mit einer langen leine über...

viel glück, christina

Gavain
14.06.2003, 12:22
Hallo!

Kenn ich..., kenn ich....
Bis zum Alter von 6-7 Monaten war ich auch super stolz auf Lovis, weil sie immer kam, so toll ohne Leine bei Fuß lief... und dann kam die Pubertät... und Frauchen war kurz vorm Verzweifeln ...
Ist nicht immer so lustig, aber das geht vorbei! Behalt deinen Humor, deine Geduld udn Konsequenz. :)
Wir gehen im Augenblick mit der SChleppleine raus. Das hat mehrere Vorteile. Erstmal üben wir so das "hier" wieder, weil sie ja nicht einfach wegdüsen kann, wenn ich rufe, da ich sie so stoppen kann. Zum zweiten hat sie so einfach mehr Freilaufmöglichkeiten. Denn ich weiß ja, wenn was sooooooo interessantes kommt (Kinder, andere Hunde, Menschen, Katzen ...) kann ich sie trotzdem zurückrufen udn im Notfall auch holen - und sie weiß das inzwischen auch schon wieder ganz gut :D :D :D
Sie kann so trotzdem mit Mama über die Wege udn Wiesen düsen, aber eben nicht völlig machen was sie will. Kleine Erfolge haben sich da schon nach recht kurzer Zeit eingestellt.

Vielleicht versucht ihr es auch mal damit. Sonst eben weiter immer loben, eventuell Leckerchen als Belohnung, wenn sie gleich kommt ... das ganze Programm eben.
GEht schon vorbei!
Viel Geduld und Spaß!

Katrin

Cockerfreundin
14.06.2003, 14:25
Hallo, Simone!

Basti (Cocker, 2 Jahre und 2 Monate) hat die Puuuubertäääät nun hinter sich ... und lass Dir sagen: Sie geht vorüber :-)))

Was das nicht Kommen in der Pubertät betrifft, war DAS nicht so sehr unser Problem ... da gab es anderes: jeden Müll aufnehmen, obwohl Hund weiß, was "PFUI" bedeutet ... jeden anderen Rüden anstänkern und sich PRÜGELN :-(( .... usw ... usw ....

Wenn Basti allerdings angefangen hat, beim Kommen unzuverlässig zu werden, gab es bei uns 3 Maßnahmen, die variabel eingesetzt wurden:

a) SOFORT pfeifen, wenn er anfing, eine Spur aufzunehmen (i.d.R. Damenpipi ...) . Funzte, weil Basti von Welpenpfoten an auf die Pfeife konditioniert war. Allerdings ist er danach i.d.R. sofort wieder abgedüst ... also
b) Richtungswechsel mit und ohne Ansage + Verstecken ....
c) In dem Augenblick, wo Basti nach dem "Komm-Ruf" zu mir schaute, hab ich mich gebückt und ein stöckchen aufgehoben ... DAS war für ihn das ALLERGRÖSSTE und er kam tatsächlich angedüst ... dann das Stöckchen 2-3 x durch die Beine gezogen, so dass Wuff nen kleinen Slalom laufen durfte und dann hab ich ihm das Stöckchen geworfen ...

Wie lange die Pubertät dauert? Weiß nicht. Die erste harte Phase begann bei Basti auch so mit 9/ 10 Monaten und dauerte bestimmt so 2 Monate. dann kamen aber immer wieder nochmal Wellen. Erst seit seinem 2. Geburtstag würde ich sagen: wir sind durch :-)))

Ansonsten: nur nicht den Humor verlieren. Aaaallles wird guuut ;-))

LG von
Annette + Basti :-)

Maggie_HH
14.06.2003, 18:14
Ich will dir ja nicht deine Zuversicht nehmen, aber wenn Basti jetzt 2 Jahre alt ist, kann noch eine Pubertätsphase kommen!!! ;) Bei Rüden kann es zwischen dem 2.und 3. Jahr nochmal richtig "abgehen"!!! :D Aber vielleicht hast du ja auch "Glück" mit Basti!!!!

Juliane

Ps: @ Simone: Das wichtigste bei der Hundeerziehung (ob nun Pubertät oder nicht) ist die KONSEQUENZ!!!!! (und zwar die 100%ige!!!!!!!!!!!!!!);)

ChristineG
14.06.2003, 18:47
@Annette,
den Trick mit dem Stöckchen wende ich bei Emma auch an, allerdings nur wenn ich keinen Ball dabei habe. Das funktioniert bei ihr auch 1a.
Gruß Christine

Cockerfreundin
15.06.2003, 13:17
Zitat
____

Ich will dir ja nicht deine Zuversicht nehmen, aber wenn Basti jetzt 2 Jahre alt ist, kann noch eine Pubertätsphase kommen!!! Bei Rüden kann es zwischen dem 2.und 3. Jahr nochmal richtig "abgehen"!!!
____

sagen wir's mal so: ich bin auf alles gefasst ;-)) ....
aber die kleinwüchsigen Hunde (und Basti ist ja mit knapp 39 cm ein Zwerg-Spaniel ;-) ...) sollen wohl etwas eher "erwachsen" sein als die großen Rassen...

Wie auch immer ... im augenblick genießen wir jedenfalls das Erwachsensein :-))

LG von
Annette + Basti :-)

husky_mafia
16.06.2003, 08:56
Hallo Simone,

ja, ja, die Flegelphase! Die haben alle mit ihren Hunden durchgemacht. Das geht vorüber. Nur mach Dich darauf gefasst, dass noch einige folgen werden, da kann es oft noch schlimmer werden.

Der Vorschlag mit der Schleppleine ist übrigens sehr gut. Dadurch lernt Dein Hund, wie weit er sich überhaupt von Dir entfernen darf. Das kapiert er in der Regel sehr schnell. Mit meinen Huskies arbeite ich nur so, sie bremsen dann immer ab, weil sie wissen: Halt, Stop, gleich kann ich nicht weiter!

Du solltest aber bei jedem Spaziergang immer die Unterordnung mit einbauen! Ich halte es so, dass meine Hunde eine Weile an der Leine nach Herzenslust toben dürfen, dann gibt es ungefähr 10 Minuten Unterordnung mit dem ganzen Programm, dann natürlich ganz dickes Lob und Schmusi , dann darf wieder gespielt werden. Das mache ich meistens 2 mal auf meinen Gängen. Wenn das "Komm" bzw. "Hiier" (ich weiß nicht, wie Ihr sagt) nicht klappt, leg Deinen Hund im Platz ab und ruf ihn mit dem bekannten Kommando. Kommt er nicht sofort zu Dir, gib ihm einen kurzen Leinenruck! Wenn er dann zu Dir gekommen ist, lobe ihn ganz überschwenglich und zeig ihm Deine Freude! Dein Hund merkt dann: "Oh, das habe ich toll gemacht, mein Frauchen freut sich!". Und das ist doch, was Dein Hund will - nämlich Dir eine Freude bereiten!

Also, Kopf hoch und Geduld haben! Nur durch intensive und konsequente Arbeit mit Deinem Hund wird er den Gehorsam lernen. Denke daran: Bei der Erziehung eines Hundes liegen Lob und Tadel ganz eng zusammen!

Liebe Grüße

Elvira und die Husky-Mafia

husky_mafia
16.06.2003, 10:56
Liebe Simone,

ich habe mir in der Zwischenzeit noch Gedanken gemacht, wie man Dir noch helfen könnte. Dazu brauche ich noch eine Information:

Um welche Rasse handelt es sich bei Deiner Hündin? Falls es ein Mischling ist, wäre es interessant zu wissen, was alles drinsteckt.

Vor 5 Jahren bekam ich meinen ersten Hund, ebenfalls ein Mischling - nämlich Husky-Schäferhund- Golden-Retriever! Selbstverständlich war er ein reinrassiger Huschägore! Als uns Passanten dann mit ihm und der ersten Sib. Husky-Hündin sahen, fragten sie, was er denn für eine Rasse sei. Sib. Husky war ja klar bei der Hündin. Wenn wir dann Kimba's Rasse nannten, nickten sie wissend mit dem Kopf und meinten: "Ja, das ist auch eine nordische Rasse!". :p :p :p

Jetzt bin ich etwas abgewichen, aber Spaß muss auch sein. In Kimba steckten 3 sog. "Arbeitshunde", d. h. sie wollen und müssen arbeiten.

Ich weiß nicht, wo Deine Hündin ausgebildet wird. Ist es eine private Hundeschule, die 3mal wöchentlich trainiert oder gehst Du auf einen Hundeplatz, wo meist nur am Wochenende trainiert wird? Wenn das der Fall ist, musst Du selbst wirklich jeden Tag selbst mit ihr üben!!!

Wegen der späten Läufigkeit mach Dir keine Sorgen. Ich hatte eine Husky-Hündin, die erst mit 11 Monaten läufig wurde.

Würde mich freuen, wenn Du Dich noch einmal meldest wegen der Rasse!

Grüße

Elvira und die Husky-Mafia (die ausgesprochen arbeitsfreudig ist!)

Simonemueller
16.06.2003, 12:29
erst mal herzlichen Dank für Deine Mühe. Also, bei meiner Paula handelt es sich um einen rassetypischen Sturkopf :D, nämlich einen Hound, genauer einen Otterhound. Das erklärt schon einiges, d.h. die große Selbständigkeit, die ja bei Laufhunden und Arbeitshunden allgemein vorhanden sein muß. Von daher wußte ich schon vorher, auf was ich mich einlasse (habe immerhin 2 Jahre auf meinen Traumhund gewartet). Bei meiner Hundeschule wird einmal pro Woche am WE trainiert und ich übe die Sachen dann zweimal täglich allein.
Simone

husky_mafia
16.06.2003, 13:03
Hallo Simone,

vielen Dank für Deine Info.

Leider muss ich da aber passen, da ich mich mit dieser Rasse überhaupt nicht auskenne! Da es sich aber um einen Lauf-und auch Arbeitshund handelt, solltest Du ihm vielleicht mal Aufgaben stellen. Gibt es etwas, was er sehr gern macht? Ich meine jetzt natürlich nicht das Rumtoben usw.! Apportieren z. B. oder etwas verstecken, das er dann suchen muss. Wenn er dazu Lust hat, könntest Du das mit der täglichen Arbeit bei der Unterordnung verbinden. Das ist dann für ihn nicht so eintönig. Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass die reine Unterordnung den Hund schnell mal "sauer" werden lässt, deshalb musst Du Dir irgend etwas einfallen lassen.

Meine Huskies sind ebenfalls ganz enorme Sturköpfe! Hin und wieder muss ich dann zeigen, wer der Boss ist. Denk daran, Du bist der Boss, nicht Dein Hund!!!

Wofür wird denn der Otterhound eigentlich eingesetzt?

Liebe Grüße und nicht verzweifeln

Elvira und die Husky-Mafia ( :) hi, hi, Frauchen meint, sie ist der Boss! Wir lassen sie mal in dem Glauben.)

Cockerfreundin
16.06.2003, 13:17
Hallo, Elvira!

Schau doch mal bei www.otterhound.ch herein :)

Eine liebevoll und fachkundige Seite über diese Jagdgefährten.

LG von
Annette + Basti :)

husky_mafia
16.06.2003, 13:28
Hallo Annette,

guter Tipp, werde mir das nachher mal anschauen!

Liebe Grüße an Dich und Basti!

Elvira und ihre Husky-Mafia