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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : deprivationsschäden (lang)



gini_aiko
12.06.2003, 16:15
hier eine interessante arbeit zu dem thema (von: http://www.beta-dog.de/welpen/deprivationsschaeden.html)

admin
12.06.2003, 17:09
@gini_aiko
schön, daß Sie den Link gepostet haben! :)
Leider unterschätzen immer noch viele Ersthundebesitzer (und auch "erfahrene") die Bedeutung der Sozialisationsphase und damit den Besuch der Welpenschule.

Die Zeit zwischen der 6. und maximal 14. Woche ist hinsichtlich Erfahrungssammlung immens wichtig und wertvoll. In dieser Phase überwiegt die Neugier und die Tiere nehmen neue Umweltreize als positive Bereicherung auf.
Danach beginnt die Angst die Nuegier zu überwiegen (analog dem "Fremdeln" von Säuglingen), so daß es schwieriger wird Hunde an all die nötigen Umweltreize ud grundlegenden Verhaltensweisen zu gewöhnen.

Daher lege ich bei Anfragen von Welpenbesitzern auch immer großen Wert auf diesen Hinweis.

Beste Grüße;)
dr. kirsten thorstensen
vet services manager

zooplus AG

Ilona
12.06.2003, 18:20
Hi Gini,

auch von mir ein "Danke!" für den Link:-)

grad die Sozialisierungsphase der Welpen wird von vielen Welpenbesitzern - aus Unkenntnis? - unterschätzt. Dann, wenn die lieben Welpen keine lieben Welpen mehr sind, sondern Junghunde, treten Probleme auf und das Wundern darüber, wie es zu diesem und jenem Verhalten kommen konnte, beginnt.


Ich muss ehrlich gestehen, ich plädiere stark dafür, den Welpenbesitzern eine eigene Plattform für den Erfahrungsaustausch zur Verfügung zu stellen. Aber egal, in welches Forum man auch geht, es gibt zwar nahezu überall eine Rubrik "Welpen", aber allermeistens nur, um dort Welpen zu vermitteln. Schade, eigentlich:(

Und auch hier in diesem eigentlich sehr guten Forum mangelt es an einer solchen Plattform.

Vielleicht liest ja einer der Admins diesen Eintrag und kann sich dazu äußern?

Liebe Grüße, Illi

gini_aiko
12.06.2003, 18:29
liebe frau doktor thorstensen und @ all,

sie haben recht, leider schenken viele dieser (wichtigsten) phase zu wenig aufmerksamkeit. besonders bei den vielen einzelhunden muss auf eine artgerechte sozialisierung geachtet werden. leider erachten viele welpentreffs, welpenkurse ... noch nicht für notwendig. das finde ich einerseits sehr schade, da es einfach traumhaft schön ist sein *baby* in einem pulk mit anderen welpis toben zu sehen bzw. zu sehen wie der kleine langsam abteuerparcous erkundet oder oder oder oder. anderseits ist es m.e unumgänglich die prägung, die im rudel der mutter begonnen wurde weiter zu führen, da es maßgebend für das spätere sozialverhalten des hundes ist.

kleines beispiel aus der praxis:
als ich mit aiko in den welpenkurs gegangen bin, begann am gleichen tag ein junghundekurs. ein junges paar kam mit ihrer dsh hündin bzw. die hündin kam dem jungen paar. die süße war fünf monate alt - sie wurde mit 8 wochen vom züchter geholt und hatte ab diesem zeitpunkt selten kontakt zu hunden bzw wenn NIE zu welpen. der grund für das paar eine huschu aufzusuchen war der, dass die hündin nach einer gewissen zeit (ca. ab dem 4ten LM) andere hunde IMMER wie wild anbellte, anknurrte und auf sie losgehen wollte. man beachte das alter !!4!! monate jung die kleine. in dem einem monat bis sie sich zur hundeschule begaben hatte die hündin einem kniehohen mix ein ohr abgebissen ... also wie gesagt die zwei kommen mit der hündin (deren verhalten gegenüber menschen wirklich traumhaft war) aufs gelände ... die hündin bellt, knurrt, springt an der leine ... erwürgt sich fast am halsband ... mein trainer vom weku geht mit der hündin in eine ruhige ecke und beruhigt sie ... klärte mit dem paar das weitere vorgehen ab und schickte sie nach hause. ein teilnehmen am kurs war in diesem stadium nicht möglich ... er hatte einzelarbeit für den abend vereinbart mit der hündin und seiner *alten* sicheren hündin ... das ganze war ende august letzten jahres ... da der trainer (und ich auch) aufgrund restrukturierung des vereines diesen verlassen hat (neues motto der huschu back to the dshausbildungsroots ... sprich schreien, schlagen, brüllen ...) habe ich lang nichts von der hündin gehört. gestern traf ich zufällig den trainer ... wir kamen ins plaudern ... die hündin hatte auch seine hündin verletzt und sie sind immer noch am arbeiten, es gibt fortschritte aber sehr langsam und schleppend ... dieses erlebnis war für mich auch ausschlaggebend den link hier zu posten,
denn viele haben absolut keine ahnung was diese wenigen wochen im welpenleben bewirken oder eben nicht bewirken in punkto sozialverhalten!

liebe grüße
claudia mit aiko

Tina2809
12.06.2003, 20:05
Ich hoffe nur, Welpenbesitzer und solche, die es werden wollen lesen sich das auch mal durch!
Von mir auch ein kleiner Erfahrungsbericht. Von Anfang an haben wir den Welpenkurs regelmässig besucht (bei uns 2* die Woche). Timmy hatte in den ersten 5 Monaten ein extrem anderes Verhalten als die anderen Welpen. Er war zwar sehr sozial, verspielt und keineswegs Hunden gegenüber dominant oder aggressiv, doch wenns ans "Arbeiten" ging (im WeKu das spielerische Heranführen an verschiedene Kommandos, verschiedene Hindernisse gemeinsam bewältigen) hatte er jedesmal "Austicker". Bellen, knurren, rumzicken, Leine beissen, Schuhe beissen - sobald ein Kommando kam und ihm nicht der kopf danach war, wurde er sehr bockig:( (meine Nerven haben gelitten sag ich Euch...).
Von anderen Welpenbesitzer kam dann oft: "Meiner ist ja nicht so schlimm wie Ihrer, mit dem müssen sie mehr üben".
Fazit: Timmy und zwei Labbis sind die Einzigen, die Welpen- und Junghundekurs regelmäßig besucht haben und mit Abstand die am Besten sozialisierten Hunde.
Mit keinem der drei gab es jemals Ärger, kein Gekläffe, kein Chef spielen, alles angenehme, ausgeglichene Hunde.
Und der Rest?
Bellt, knurrt, wenn andere Hunde kommen, sehr wenige Beschwichtigungssignale, keine Konfliktfähigkeit- Stresshunde- nciht alle so extrem aber die Meisten haben ne "kleine" Macke.
Alles aus der menschlichen Sicherheit raus unterschätzt worden..leider mal wieder zum Leidwesen des Hundes.
LG
Tina

Hovi
12.06.2003, 23:52
Hallo Claudi,

grad heut wieder hatte ich eine Begegnung mit einem Hundchen, das eindeutig dringend in eine Welpengruppe gehört.

Es handelt sich um einen Flat Coated Retriever (Kennst Du die Rasse zufällig :D :D .D ??), der einer 65jährigen Dame gehört. Der Kleine ist jetzt 17 Wochen alt und ausschließlich an der Flexileine, Hundekontakte hat er NULL.

Leider hatte er heute dann doch Hundekontakt, und zwar mit Dustyn :(, der scheinbar mit seinen dreizehn Wochen glaubte, Graf Rotz spielen zu müssen. Und Dustyn hatte nix besseres zu tun, als den (etwa gleich großen) Flat umzurennen, sich aufgeblasen über ihn zu stellen und ihn nicht mehr aufstehen zu lassen. Seine Besitzerin war total durcheinander, sie war mit dieser "gefährlichen" Situation völlig überfordert.

Schon wegen der Verletzungsgefahr durch diese blöde Flexi "pflückte" ich Dustyn runter, fragte die Dame, ob sie denn mit ihrem Hundchen auch auf einen Hundeplatz geht... als Antwort: "Ach nein, das ist doch was für die jungen Leute!"...
schade um den Welpen!

Grüßle
Claudia

gini_aiko
13.06.2003, 00:06
liebe claudia,

solche zeilen machen wirklich traurig ... es ist so schade um tollen welpen ... es ist einfach riesenprobs vorprogrammiert ... :( :( :(

könntest du den kleine vielleicht einsacken, verpacken und nach ösiland verfrachten ... flat ;) *schmelz*

lg claudi mit aiko

Hovi
13.06.2003, 00:12
Claudi, das würd ich machen, wenn er nicht immer an dieser BLÖDEN Flexileine hängen würde... aber so müsste ich Dir die Oma ja auch mitschicken, denn die hängt hintendran.... :(

Grüßle
Claudia

Girasol
13.06.2003, 11:21
Hallo Claudia,

das ist wirklich ein super- Link!
Danke!

LG
Girasol

dobby
13.06.2003, 11:41
@ beide Claudias!!!

Also ich hatte vor einigen Monaten auch so eine merkwürdige Begegnung. Ich war abends mit Aruscha unterwegs, da trafen wir auch einen Welben (ich meine natürlich Welpen!). Keine Ahnung wie alt der kleine war, ich kenne mich da nicht so aus. Jedenfalls war er auch an der Flexi und wollte natürlich gleich zu Aruscha (ohje, großer böser Wolf!). Die ältere Dame, die hinten dran hing hat ihn dann auch gelassen und die beiden haben sich beschnuppert (wenigstens etwas). Aber der Hammer: Die alte Dame hatte einen schlimmen Fuß. Sie erzählte mir was von wegen 'sie könne nicht mehr so viel laufen und mit dem kleinen unternehmen, deshalb wollte sie auch eine kleine Rasse (weiß leider nicht, was es für eine war. Sah mir nach nem Mischling aus). Ich habe dann nur ungläubig mit dem Kopf geschüttelt und habe meinen Hund eingesammelt und bin nach Hause.

Der arme Fratz:(

Was wohl aus ihm geworden ist???

Ciao
Aruscha und Dobby (äh, umgekehrt:p )

Girasol
13.06.2003, 12:20
Na, wenn wir schon dabei sind: meine Begegnung mit den Flexis am Wochenende:

Wir waren im Wald, Luna lief an ihrer 3m Schleppleine frei. Da kamen uns eine Frau und ihr Mann mit ihren 2 Neufundländern ( glaube ich zumindest) an Flexileinen entgegen. Als sie uns erblickten, nahmen sie ihre Hunde ganz kurz und eng an sich ran. Deshalb haben wir Lunas Schleppleine auch in die Hand genommen und Luna lief brav neben uns. Nachdem die beiden ganz rechts liefen, liefen wir eben ganz links. Der Mann ging problemlos an uns vorbei, allerdings ruckte er schon an der Leine, damit der Hund so eng an ihm gepresst weiterlief. Als aber die Frau kam, rieß sie der rießige Hund zu uns rüber. Da die Hunde schon alleine durch die Haltung der Leinen und durch das Verhalten der Leute einen seltsamen und unsozialisierten Eindruck machten, wollten wir keinen Kontakt zu lassen, zumindest nicht zerrend an der Leine. Also stellte sich mein LG zwischen Luna und dem zerrenden seltsamen Hund, und sagte, daß er so keinen Kontakt möchte. Das passte aber der Frau nicht, sie sagte ihrem Hund etwas von "Komm wir gehen, solche blöden Leute!" und ging weiter!
Die Hunde waren übrigens nur ca. 7 Minuten an der kurzen Flexileine Gassi.
Bei denen möchte ich auch kein Hund sein!

Hovi
13.06.2003, 12:51
Thema Flexileinen:

Es ist schlichtweg unmöglich, einen großen schweren Hund an einer FLEXI einigermassen sicher unter Kontrolle zu bekommen. Da kann man ihn genausogut gleich frei laufen lassen.

Diese Dinger haben wirklich nur Nachteile: Der Hund lernt, zu ziehen, er ist an so einem Ding unkontrollierbar (zumindest, wenn er mehr als 15 kg wiegt), es besteht eine hohe Verletzungsgefahr mit den dünnen Schnüren, und der Besitzer macht sich in der Regel nicht die Mühe, den Hund zu erziehen, weil: es gibt ja diese praktischen "Freilaufleinen" (ein Paradoxon), da kann man sich das HIER doch sparen...

Ich frag mich, wer so einen Mist erfunden hat!

Viele Grüße
Claudia

dobby
13.06.2003, 13:13
Wo wir schon beim Thema Flexi sind:

Also ich habe für Aruscha damals (als ich es nicht besser wusste;) ) auch eine gekauft. Ich bin auch gut damit zurechtgekommen (und gezogen hatte Aruscha damals an jeder Leine!!!). Und auch heute verwende ich sie noch ab und zu. z.B. an jener Stelle unserer "Morgenstrecke", an der sie mir jedesmal ausgebüchst ist um Enten zu jagen. Dort mache ich sie an die die Leine, bis die kleinen Entchen groß genug sind um schnell vor Aruscha zu entkommen (ich weiß, das löst das Problem Jagen nicht, aber wir arbeiten dran). Und damit sie nicht ständig neben mir hertrotten muss, sondern ein wenig mehr spielraum hat, hatte ich die Flexi dafür.

Allerdings habe ich mir jetzt eine Schleppleine gekauft. Was die Flexi dann wohl überflüssig machen wird.

Aber das war eigentlich nicht das Topic dieses Threads, gell???

Gruß
Dobby

;)

igelchen
13.06.2003, 13:17
Hallo Leute,

die optimale Prägung ist ein ziemlich komplexes Thema. Helgas Welpen sind ja nun 3 Wochen alt, d.h. treten in die "Prägungsphase" ein. :) Ihr glaubt gar nicht, WIE unterschiedlich die Tipps sind, die man so zur Sozialisation der Kleinen bekommt. :rolleyes:

Wir versuchen, die Kleinen mit möglichst allem vertraut zu machen. Eben genauso, wie ich es mit Ayshra auch gemacht habe (nur dass bei ihr alles schief ging :rolleyes: ). Also beginnen jetzt die ersten "Ausflüge", Spielzeugeroberungen usw. :)

Und noch ein wenig OT zur Flexileine:
Ich bin wirklich froh, dass es die gibt! Denn solche alten, tauben und fast blinden Hunde wie Timmy fühlen sich damit pudelwohl. :)

LG
Igelchen

Hovi
13.06.2003, 13:58
Hallo Igelchen,

gut, bei kranken Hunden ist die Verwendung einer solchen Leine akzeptabel. Hatte Bandit ja auch dran damals, als er Leinenzwang hatte.

Aber nicht bei völlig unerzogenen, gesunden Hunden als Ersatz für die Erziehung.

Eine Flexi sollte die absolute Notlösung sein, wenn der Hund sehr alt oder krank ist.

Grüßle
Claudia

igelchen
13.06.2003, 15:27
Hi Claudia,

dann sind wir uns ja einig. ;)

Ayshra kommt mit der Flexileine übrigens NICHT zurecht: Sie trottet dann immer dicht neben mir und wirkt völlig geknickt... Sie weiß eben, dass man nicht an der Leine ziehen darf - somit kann sie an einer normalen Flexi ca. 50cm weit von mir weg. :rolleyes: Ok, das Problem kann man lösen, indem man eine Mini-Flexi (für Westies o.ä.) verwendet - aber dazu muss der Hund wiederum gut erzogen sein, weil diese Minis einen 30kg-Hund NICHT aufhalten können. :D

LG
Igelchen

admin
13.06.2003, 19:15
@Ilona,
an sich ist die Rubrik "Welpen" oder "Aufzucht" eine gute Idee über die wir bei Einrichten des Forums auch nachgedacht hatten. Allerdings umspannt diese Rubrik in sich alle Bereiche der anderen Rubriken wie Erziehung und Verhalten, Gesundheit, Ernährung, so daß die Sache aus dem Ruder laufen würde. Daher haben wir und gegen diese Erweiterung entschieden.

NickvanBergen
13.06.2003, 20:41
Leider muss ich mal wieder gegen den Strom schwimmen;ich komme super mit der Flexi klar,natürlich sollte man keine Schnüre nehmen sondern Gurtband bei einem großen Hund.Ich find die Flexi einfach sehr praktisch wen man grad mal nicht die Möglichkeit den Hund freilaufenzulassen.Beim normalen Spaziergang nehme ich jedoch auch eine Lederleine.
lg
nick

gini_aiko
13.06.2003, 20:46
Original geschrieben von NickvanBergen
Leider muss ich mal wieder gegen den Strom schwimmen;ich komme super mit der Flexi klar,natürlich sollte man keine Schnüre nehmen sondern Gurtband bei einem großen Hund.Ich find die Flexi einfach sehr praktisch wen man grad mal nicht die Möglichkeit den Hund freilaufenzulassen.Beim normalen Spaziergang nehme ich jedoch auch eine Lederleine.


;) ;) ich muss mich nick glaub ich das erste mal anschließen ...
wir gehen sehr gerne wandern und diesen gebieten (alpen, naturschutzgebiete, ...) ist zu 99 % strenge leinenpflicht. wie nick schon sagte gilt es bei großen hunden flexis mit gurtband zu verwenden und diese auch nicht zum dauergebrauch einzusetzen. aber bei unseren wandertouren find ich sie überaus praktisch und aiko zieht deshalb nicht. so kann er in bäche sich abkühlen, mal nen stock apportieren, schnüffeln ... .

klar zu differenzieren gilt aber für jene die die flexileine als erziehungsersatz verwenden ... das halte ich ebenfalls für absoluten quarkes!

lg claudi mit aiko