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chiti
11.06.2003, 23:56
Hi,
ich hab da ein Problem: unserer Labi-Mix-Hündin "Digs" beginnt zunehmend nach kleineren Kindern (ca. 3-6 Jahre) zu schnappen und diese auch bedrohlich anzuknurren.
Das erste Mal habe ich dieses Verhalten beobachtet, als uns unsere Nachbarn mit ihrer kleinen Tochten begegneten. Diese lief freudig auf Digs zu um sie zu streicheln. Nach dem zweiten "Streichler" schnappte sie ohne Vorwarnung. Das ist schon ein paar Tage her. Neulich mußte ich Digs mit zur Arbeit nehmen (Kinderheim mit 8 Kid, 10-16 Jahre, fühlt sich dort recht wohl, wenns nicht grad zu turbulent ist). Dort -sie hat sich unter den Tisch zurückgezogen, weil es etwas turbulent zuging) hat sie auch nach einem Kind geschnappt, dass direkt auf sie zuging und sie streicheln wollte. Kann ich noch nachvollziehen, war eine für sie zu bedrohliche Situation -obwohl dieser Junge wirklich ein "Händchen" für Hunde/Tiere hat und Digs relativ gut kennt. Naja außer einem Schreck und einer kleinen Schmarre ist nix passiert. Heute waren unsere Schwiegereltern mit Digs unterweg und zum Richtfest eingeladen. Dort hat sie mehrmals nach vorbeilaufenden Kindern geschnappt und diese zähnefletschend angeknurrt. Selbst die Bratwürste haben sie nicht wirklich interessiert.
Langsam mache ich mir wirklich Gedanken und Sorgen. Woran kann das liegen, was können wir tun?

Digs ist
- ca. 3 Jahre alt (sogenau weiß das niemand)
- Labi-Rotweiler-Mix (Soll es jedenfalls sein)
- sehr anhänglich, verschmußt und verspielt
- kann überhaupt nicht alleine bleiben (jault wirklich alles
zusammen & wühlt die Wohung um)
- ca. 1/2 Jahr bei uns

Interessant ist vielleicht noch, dass sie sich mit wenigen Weibchen versteht und mit Rüden in der Regel garnicht. Wobei dass auch immer weniger werden. Als wir sie aufgenommen haben, hat sie auch mal (wenn´s sich nicht vermeiden ließ) mit dem ein oder anderen Rüden gespielt

Ich wäre für jeden Rat dankbar

Gruß chiti

sandinchen
12.06.2003, 07:37
Ich persönlich würde an so einem ernsten Problem nicht erst selbst "rumdoktern", sondern mir die Hilfe eines guten Hundefachmanns zu Rate ziehen. Denn wenn du nicht weißt (ich mein das nicht böse), woher ihr Verhalten kommt, dann brauchst du vielleicht jemanden, der analysieren kann, warum sie sich so verhält.
Ich denke jedenfalls, dass du gleich handeln solltest, bevor dieses Verhalten erstmal zur Gewohnheit wird.
Vielleicht ist ihr ein Kind mal, als du es nicht bemerkt hast, zu nah auf die Pelle gerückt und sie hat es sich mit dieser Methode vom Leib gehalten. Aber wie gesagt. Sprich mit einem guten Hundetrainer oder -therapeuten, der sich mit sowas auskennt. Ich würde das jedenfalls tun.

Liebe Grüße
Sandra

Snoopy007
12.06.2003, 08:32
@chiti

Hallo,

ich stimme da Sandra voll zu. Wenn Du sie auch nicht von anfang an hattest, kann es ja durchaus sein, dass sie schlechte Erfahrungen mit Kindern gemacht hat.
Bekannte von mir hatten mal einen Schäferhund aus dem Tierheim. Der fing auch nach ca. 1 Jahr an, Kindern und Männern gegenüber komisch zu werden. Auf jeden Fall haben die nichts weiter gemacht und am Ende war der Hund so aggressiv, dass er ins Tierheim zurückging.
Also da ist frühe Hilfe sicherlich viel Besser!!
LG Tanja

Ilona
12.06.2003, 09:00
Hallo Chiti,

ist auch wirklich nichts zwischen einem Kind und Digs vorgefallen, von dem Du nichts weißt? Seit wann zeigt Digs das Verhalten? Ich habe immer ein Problem, wenn ein Hundebesitzer schreibt: "Plötzlich (und unerwartet) beißt mein Hund kleine Kinder..." oder so ähnlich. Die Betonung liegt hier auf "plötzlich". Dieses Wort hat selten seine Berechtigung bei Verhaltensänderungen unserer Hunde. Ausnahme: gesundheitliche Probleme, Schmerzen etc.

Und ganz ohne Vorwarnung schnappt ein Hund auch nicht zu. Das sind Ausnahmen. Hast Du Deinem Hund, als er das Kind der Nachbarin biss, in die Augen schauen können? Da hättest Du rechtzeitig gesehen, dass gleich was passieren wird. Es muss nicht immer knurren sein. Hab ich an eigenen Hunden auch schon erfahren dürfen.

Chiti, lass Deinen Wauzi gesundheitlich checken, falls das schon ne Weile her ist. Manchmal kommt auch diesbezüglich was ans Tageslicht.

Noch ergänzend ein Tipp, wenn Du Deinen Hund mit in Deine Kindergruppe nimmst: Schiebe eine Erziehungsstunde für die Kinder ein, wenn möglich, in denen Du ihnen erklärst, wie sie sich gegenüber Hunden zu verhalten haben. Erzähle ihnen was über die Körpersprache unserer Hunde, damit sie diese (Körper-)Sprache "verstehen" lernen. Machst Du alles richtig, müßten die Kinder eigentlich plötzlich noch aufmerksamer und rücksichtsvoller mit Digs umgehen, als sie es vielleicht ohnehin schon tun.

Ja, und der Knackpunkt wäre dann letztlich, Digs entweder von den 3 - 6jährigen konsequent fern zu halten oder ein aktives Desensibilisierungstraining zu starten, Digs also "immun" gegen kleine Kindermonster zu machen. Das ist ein wenig aufwendig und Du musst wissen, ob Du das willst.


Die anderen haben sicher hier auch noch was dazu zu sagen.

Grüße von mir, Illi

cheroks
12.06.2003, 09:32
Hallo Chiti,
weisst du denn etwas über ihre Vorgeschichte?
Ist Digs mit Kindern groß geworden?
Ich kenne so ein Verhalten von meiner Hündin die ein sehr gutes Sozialverhalten hat. Sie hat es aber einfach nicht mit Kindern. Sie lässt sich zwar kurz ein bisschen streicheln, aber ihr wird es schnell zu nah und zu eng. Sie hat einmal nach einem Kind geschnappt (in die Luft abgeschnappt) um dem recht aufdringlichen Kind zu sagen, lass mich in Ruhe und fass mich nicht an! Hunde sehen so kleine Kinder nicht als (Über) Mensch, sondern eher wie einen Junghund, den man eben zurechtweisen kann, da er noch nicht die soziale Reife erlangt hat. Nur wenige Hunde gewähren Kindern die "Narrenfreiheit" von der viele Menschen ausgehen (wobei ich immer vorsichtig bin und Kinder und Hunde nie unbeaufsichtigt lasse)

Ich habe ihr zwar klar gemacht, dass das nicht ok war, bei ihr reicht ein Nein, aber ich habe daraus gelernt ihr Kinder weitestgehend vom Hals zu halten. Mein anderer Hund kann von Kindern gar nicht genug bekommen. Die dürften theoretisch auch auf ihm reiten und ihm Schleifchen in die Ohren knoten, er würde es über sich ergehen lassen und sogar genießen.

Ist Digs denn eher ein dominanter Hund? Vielleicht kann man an diesem Punkt ansetzen um ihr Allgemeinverhalten zu verbessern? Ich würde auch dringend daran arbeiten, sie allein lassen zu können. Ich bin der Meinung, zwei drei Stunden muss ein Hund ohne Mensch auskommen, ohne aus Frust die ganze Bude auseinander zu nehmen.

LG Tina

Naddel633
12.06.2003, 15:34
Meine Freundin hat auch einen Hund, der als Welpe mal von Kindern "gejagt" wurde! Da war sie noch bei der Züchterin!

Ich könnte mir allerdings auch gut vorstellen, da sie nie alleine bleibt, und du sie überall hin mitnimmst, das sie Dich als "MIttelpunkt" ansieht und keiner zu nahe kommen darf! Es kommt oft vor, das Hunde, die sehr an ihrem Partener hängen zu solchem Vehalten neigen! Da Digs offensichtlich enorme "Verlassensängste" hat, will sie dich bzw. die Leute bei denen sie gerade ist "beschützen" oder eben sagen" Laßt mich und meine Leute in Ruhe"! Es ist vielleciht auch gerade der Punkt, das es Kinder sind- denn Kinder sind sehr einnehmend und das merken HUnde! Kleinkinder stehen sehr oft im Mittelpunkt, und viellciht will Digs keinen an sich bzw. dich ranlassen wegen der Verlassensängste!

Unabhängig davon, ob das die Ursache ist, würde ich dennoch einen Fachmann hinzuziehen! Dennoch solltest du mit deiner Hündin das "alleinebleiben" üben- es gibt auch vertrauen! Denn wenn sie weiß, das sie sich immer auf dich verlassen kann und du sie nie verläßt- dann hat sie vielleicht auch mit anderen Menschen/Hunden keine Probleme mehr, weil sie genau weißt, das du sie gegen nichts auf der Welt eintauschen würdest!

Also, viel Glück für dich und deine Digs!