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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wie festige ich das Hören auf den Pfiff?



Yosoy
04.06.2003, 15:42
Hallöle!
Also, ich habe mich erstmal standardgemäß für ein normales Pfeifen entschieden, da darauf ja irgendwie jeder Hund hört, sogar meiner!
Er weiß, dass ich clicke, wenn er auf den Pfiff kommt, das klappt alles super, auch schon im Garten und manchmal auch, wenn er wieder irgendeinen Vogel jagen will und er dies unterlassen soll. Allerdings war ich heute auf dem Feld und der Gute hat wieder irgendetwas gerochen und ist losgetrabt. Ich habe gepfiffen und gerufen und geschaut ob irgendwo ein anderer Hund ist, den er entdeckt haben könnte. Gott sei Dank nichts. Nach Weitergehen und Pfeifen kam er dann auch zu mir zurück. Aber ihr könnt euch nicht vorstellen wie mir die Knie gezittert haben. Also gibt es irgendeinen Trick, dass er sich nicht durch die Ablenkung, sondern durch mich ablenken lässt? Alles freundliche Herumgequitsche hinter seinem Rücken , von wegen , lass uns spielen, schau hier usw. bringt herzlich wenig. Ab und zu lässt er sich durch das Quitschen des Balles ablenken, dass aber dann auch beim dritten Mal Ablenkungsversuch missglückt. Also, brauche ich nur Geduld oder kann mir da jemand helfen. Wenn er unter Ablenkung nicht kommt, dann lernt er es ja nie!:( Er hat ja seine Belohnung automatisch : vertriebener Vogel, Hund beschnüffelt ). Wie gesagt ohne funktioniert es!!
LG
Yosoy+ Arrek

Cockerfreundin
04.06.2003, 18:37
Hallo!

Also, Basti ist ja (wie bereits mehrfach berichtet) vom 2. Welpentag an bei mir mit der Pfeife groß geworden .... und wir hatten (und haben) sie auch draußen immer mit dabei. Parallel dazu hat er natürlich das Kommen auf Ruf gelernt ... Beides mit steigendem Schwierigkeitsgrad und untersteigender Ablenkung (wobei für Basti nicht Wild die Ablenkung war/ ist oder andere Hunde, sondern herumliegendes Essbares, Menschenk*** etc :-((( ...)

Zitat
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Alles freundliche Herumgequitsche hinter seinem Rücken , von wegen , lass uns spielen, schau hier usw. bringt herzlich wenig.
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Auch ich habe meinem Kleinen das Kommen natürlich so beigebracht, dass das Herkommen etwas gaaaanz tolles ist .... allerdings hat er von Anfang an lernen müssen, dass PFEIFEN nichts ist, worüber ich mit meinem Hund diskutiere, sondern Pfeifen heisst: "Du, Hund, setzt JETZT SOFORT UND UNVERZÜGLICH Deinen Hintern in Bewegung und lässt von dem ab, was Dir gerade interessanter erscheint". Hatte zur Folge, dass er beim Pfeifen nie vorsitzen mußte nach dem Kommen, sondern es reicht, dass er zu mir aufschliesst. Aber DAS erwarte ich von ihm. Deshalb pfeife ich z.B. auch nur dann, wenn ich wirklich will, dass er JETZT SOFORT kommt. Und gleichzeitig setze ich mich in Bewegung (von ihm weg).

Natürlich gabs (und gibt es) fürs Kommen/ Aufschließen auf Pfiff jedes Mal eine Belohnung ... Lob, manchmal auch Leckerli .... aber dieses Rumgehampel mit Quitschbällen o.ä., damit Wuff kommt, gab es nie und gibt es nicht. ICH pfeife und Wuff kommt, .... so einfach geht das.

LG von
Annette + Basti :-)

Yosoy
04.06.2003, 19:32
Kurz gesagt, unter steigendem Schwierigkeitsgrad. Also, wenn was rumliegt, was er will, dann kommt er und lässt es. Was wäre dann der nächste Grad, sag bitte nicht die Vögel, dabei sind wir gerade. Ich kann mal jemanden bitten, meine Katze 3 Meter weiter herumzuwedeln, mal gucken, ob er dann auf mich hört oder zur Miez latscht. Ragdfahrer und Spaziergänger sind für ihn eh unwichtig, wie bringt man ihm das bei Pferden bei?Ich kann ihn doch nicht solange in die Fesseln schnappen lassen, bis er kommt. Außerdem ist da das Probelm mit seiner eigenen Belohnung. Er hört ja nur bei Tieren nicht, um es kurz zu fassen, und das ist wirklich nicht schön, besonders wenn meine Augen besser sein müssen, als seine Nase und seine Ohren. :(

JanaLPN
04.06.2003, 20:19
Hallo,

jetzt machst du es mit dem Pfeifen genauso falsch wie vorher mit dem Rufen. Während der Lernphase darf so etwas, wie du beschrieben hast, nicht passieren. Dein Hund lernt doch wieder, dass er kommen will, wann er will. Du könntest also entweder deinen Hund an die Schleppleine nehmen und somit unter Kontrolle behalten, wenn ihr spazieren geht, und/oder du rufst/pfeifst ihn nicht, wenn du weißt, dass die Ablenkung zu groß ist.

Liebe Grüße

sandinchen
04.06.2003, 21:31
@ Anette
Ich will dir wirklich nicht auf die Füße treten, aber so wie du das bei euch beschreibst, ist das zu einfach gesagt als getan. Hat dein Basti immer sofort reagiert? Wie hast du ihm denn beigebracht, dass Pfeifen sofort kommen und nicht erst später bedeutet? Du hast hier beschrieben, wie es bei euch jetzt klappt und dass freut mich natürlich auch. Aber du hast jetzt irgendwie gar nicht beschrieben, wie Yoysoy auch an diesen Punkt kommen kann. Was bedeutet es, nicht mit deinem Hund zu diskutieren?
Wenn meiner mal wieder was Tolleres als Frauchen entdeckt hat, dann setzt er sich auch nicht immer gleich in Bewegung. Wenn ich mich dann ganz schnell in Bewegung setze, dann kommt er mir hinterher gejagt, aber deswegen hat er trotzdem noch nicht kapiert, dass Pfeifen "sofort antreten" bedeutet. Also lass mal ein paar Episoden rüber, wie du mit Basti nicht diskutierst. :D

@ Yoysoy
Tröste dich. Mein Hundchen hat auch manchmal wichtigere Dinge im Kopf als Frauchen. Ich kenne es zu gut, wenn man dauernd im Zwiespalt ist. Einerseits dem Hund so viel Freiraum wie möglich bieten, andererseits keine Fehler im Training zulassen (Selbstbelohnung etc.) Gib nicht auf. Auch wenn jeder Hund alles lernen kann, denke ich doch, dass man mit manchen Hunde härtere Nüsse zu knacken hat. Ich werde meinem Hund wohl z.B nur mit eisernem Willen beibringen können, nichts zu fressen, was draussen rum liegt. Mein Hund hat sein erstes halbes Lebensjahr auf der Straße gelebt. Was will ich von ihm erwarten?
Wo hast du denn deinen Hund her und wie lange hast du ihn denn schon?

Liebe Grüße
Sandra

Ilona
04.06.2003, 23:37
Hey Yosoy,

also, wie ich in einem meiner Antworten an Dich, glaub ich jedenfalls, schon mal geschrieben habe:

Jedes nicht ausgeführte Kommando "Komm" (Pfiff oder Wort) bedeutet, 10 erfolgreiche Komm-Übungen hintendran setzen müssen, damit der Lerneffekt erhalten bleibt. Ist eine Faustregel, die Du im Hinterkopf behalten musst.

Gebe hiermit Sandra völlig Recht: der Fehler ist schon der, dass Du wieder pfeifst und rufst und gestikulierst, obwohl die Ablenkung, unter der Du übst, noch viel zu groß ist. Dein Hund mag wohl im Ansatz "begriffen" haben, dass er auf Pfiff zu kommen hat, aber jetzt muss er erst noch lernen, dass der Pfiff immer gleich und sofort und unter allen Umständen Kommen bedeutet. Und das ist ein Lernprozess. Ein längerer.

Deshalb: Nie, nie, nie, never ever pfeifen, wenn Du Dir schon vorher denken kannst, dass irgendwas in der Ferne oder in der Nähe interessanter als Du sein KÖNNTE. Oder wenn er schon am Lospreschen ist. Du kannst doch Deinen Hund lesen, sollte ja nicht so schwer sein zu erkennen, wie sehr oder ob er grad abgelenkt wird. Warte den Zeitpunkt ab, wo die Ablenkung nachläßt, er sich nach Dir umschaut etc. und pfeife erst dann.

Es ist ein bißchen typisch, aber mies vom Menschen, den Hund rennen zu lassen, dann, wenn er sieht, dass Hund abgelenkt ist, zu pfeifen nach dem Motto: Na, mal sehen, ob er wieder nicht hört:(

Yosoy, nochmal: Üben unter Ablenkung IMMER und zunächst NUR an der Leine! Üben ohne Ablenkung mal mit, mal ohne Leine. Der Pfiff soll ein Erfolgsgarant fürs Kommen werden, vergiß das nicht. Behalte immer die Kontrolle über Deine Kommandos. Und damit über Deinen Hund.

Die ganz kleinen Schritte machen den Weg zu einem sicheren Gehorsam.

Liebe Grüße, Illi

Ilona
04.06.2003, 23:52
Hi Yosoy,

ich hab grad mal den Clickerthread durchgelesen, da ist mir noch was eingefallen. Ob es helfen wird, weiß ich nicht, bei uns geht es ganz gut.

Um unterwegs die Aufmerksamkeit meines Hundes auf mich zu lenken, hab ich geübt (natürlich zunächst zuhause usw.), dass Benji mich anguckt, wenn er seinen Namen hört. Ich sage also etwas fragend "Benji?", er schaut und ich kann ihm dann vermitteln, dass ich was will. Das geht deshalb ganz gut, da ich ihn mit dem Namen von seinem Tun ablenken kann, um ihm dann das gewünschte Komm-Signal zu geben.

Ich habe mir hier das Prinzip zunutze gemacht, dass der Name des Hundes, vom Menschen ausgesprochen, IMMER und NUR was Gutes bedeutet. Vielleicht klappt das mit dem Kommen deshalb bei uns schon recht gut. Nicht 100-prozentig, aber doch immerhin so, dass ich zufrieden sein kann.

Du könntest es mal versuchen. Mit dem Clicker kann man das schnell und zuverlässig antrainieren:)

Nochmals Grüße, Illi

sandinchen
05.06.2003, 07:42
@ Ilona
Den Fehler mit dem Namen habe ich auch schon gemacht. Wie schnell rutscht einem Mal ein "Dax, pfui" raus, wenn Hundi grad anfängt z.B. den Teppich anzunagen. Ich war mir dessen erst gar nicht bewusst. Hab dann in "Hunde sind anders" diese Stelle gelesen und dann hat's bei mir ordentlich geklingelt.


aber jetzt muss er erst noch lernen, dass der Pfiff immer gleich und sofort und unter allen Umständen Kommen bedeutet.

Du schreibst das so schön, aber irgendwie klingt das für mich immer so, als würdest du deinem Hund in einer ruhigen Minute zur Seite nehmen und ihm alles erklären :rolleyes: :D
Wie sehen denn deine Konsequenzen aus, wenn Hundi nicht sofort kommt? Ich renn dann meistens los und dann kommt mir mein Dicker auch hinterher. Was tust du denn dann? Ich meine, es tut dem Hund ja nicht weh, wenn er nicht gleich kommt. Magst du etwas konkreter werden, damit sich klein Sandra ein Bild davon machen kann, was es bedeutet, dem Hund das "sofort" verständlich zu machen?

AnnaS
05.06.2003, 08:16
Also ich persönlich finde es gar nicht schlimm, wenn man den Namen auch bei einer "Rüge" oder Ermahnung nennt. Und irgendwie geht es mit zwei Hunden auch gar nicht anders. Wenn beide nebeneinander stehen, und nur der eine Mist macht, dann kann ich ja nicht einfach nur "Nein" oder "Aus" sagen, denn das wäre verwirrend.
Somit kommt also ein "Billy nein" oder ein "Peppa aus". Und die beiden wissen dann ganz genau, wer gemeint ist. Ich glaube viel mehr, dass es auf die Betonung ankommt.
Wenn ich ermahnend "Peppa nein" sage, ist es doch ein Unterschied, als ob ich freudig "Peppa hier" rufe. Genauso bei Billy. Sage ich streng "Billy nein", ist es ebenso ein Unterschied, als ob ich ihn freudig rufe.

Ich glaube, letztlich ist es völlig wurscht, was man sagt, hauptsache die Betonung stimmt und der Hund weiß, ob er gerade Mist macht, in dem Mensch ermahnend und "streng" etwas sagt, oder ob Mensch freudig und aufmunternd etwas sagt.

Gruß
Anna

Cockerfreundin
05.06.2003, 09:16
Wie ich Basti beigebracht habe, auf die Pfeife sofort zu kommen?

Nun.... in der Konditionierungsphase hab ich jedes Mal gepfiffen, wenn es was zu fressen gab. Also: Pfiff ... Basti kommt und bekommt wasaus der Futterschüssel. Bestimmt 50 Mal nur in Haus und Garten geübt. War etwas schwierig damals, weil Mini-Basti mir ja nicht von der Pelle gewichen ist....

Später dann hab ich seinen kindlich-jugendlichen Ehrgeiz, lernen und gelobt werden zu wollen, ausgenutzt und hab das Kommen auf Pfiff zunächst auch draußen NUR in Situationen geübt, wo ich 100%tig sicher sein konnte, dass er SOFORT kommt. Ich hab die Übung täglich wiederholt, jedoch in einer Übungseinheit NIE mehr als 1x, wenn es geklappt hat.

Wiederum später hab ich dann auch unter wachsender Ablenkung, beim Spazierengehen etc. Basti herangepfiffen. Ich hab mich dabei bemüht, auch in dieser Phase immer den Zeitpunkt zu erwischen, wo ich mir relativ sicher sein konnte, dass er auf den Pfiff kommt.

Den Ernstfall = Ich pfeife nur 1x und Wuff hat SOFORT zu kommen hab ich dann (ca. zu Beginn der Pubertät) 2-3 Mal wie folgt provoziert: Ich merkte, dassBasti mit irgend etwas gaaaaanz wichtigem beschäftigt ist ... gehe weiter, ohne dass mein Hund es zu bemerken scheint ... pfeife 1x den Doppelpfiff ... da wir beide weit und breit alleine sind, KANN dieser Pfiff nur Basti gelten :rolleyes: .... Wuff reagiert nicht ... ich verstecke mich lautlos hinter einem vorher avisierten Baum/ Busch o.ä. .... und warte .... Der Schrecken war groß, als Basti bemerkte, dass ich weg bin.... Nach dem Finden Wiederholung der Abrufübung mit Pfeife ...

Nicht mit meinem Hund zu diskutieren heisst bei uns, dass ich bestimmte Dinge wirklich nur EINMAL sage und dann SOFORT reagiere ... wenn ich also pfeife und Basti kommt nicht, laufe ICH weg bzw. verstecke mich. Allerdings bin ich meistens in Diskutierlaune, so rigoros bin ich nur selten.

LG von
Annette + Basti :)

Yosoy
05.06.2003, 11:49
Hallöchen!

Wahrscheinlich kann ich mich in sooo vielen Sachen nicht zügeln und konnte hier auch nicht mehr 4 Wochen warten, bis wir umziehen, sondern mit dem Hund gleich anfangen wenigstens auf den Pfiff zu hören. Ist ja auch glaube ich irgendwo verständlich, denn jeder will ja, dass sein Vierbeiner hört und ohne Leine laufen kann. So sehe ich, dass noch ein Assecoire in meiner Sammlung aus Halties, Halsbändern, Geschirren, Leinen dazu kommt, nämlich die Schleppleine. Jedoch hatte ich bisher davon Abstand genommen, da es zu dieser ja auch geteilte Meinungen gab. Ist sie nun doch sinnvoll? Dass mit dem 10 Mal für ein Misslungenens habe ich wirklich in die Tat umgesetzt und fleißig mitgezählt. Jetzt aber noch mal zur Schleppleine, soll ich diese benutzen?
Nicht, dass ihr denkt, ich hätte eure Tipps aus dem Beitrag mit der Pfeife nicht beherzigt, im Gegenteil, nur weiß ich nicht, wie groß die Ablenkung ist, wenn ich nichts sehe, aber Hund, und daher habe ich ihn auch auf dem Feld logischerweise heran gepfiffen, was anfangs etwas missglückte. Er stand ja nur da und hat in die Gegend gestarrt und bevor um die Ecke vielleicht ein Pferd kommt, versucht man es mal mit dem Pfiff. Sonst halte ich die Augen immer offen!!! Bei den Vögeln im Garten pfeife ich höchstens nur noch, wenn wir weiter weg stehen, da er ja sonst hinrast. Das sollte sich nicht so anhören, als ob Hund andauernd mein Signal missachtet und ich wie eine Verrückte pfeife. Ich wollte eigentlich nur wissen, ob sich dass mit dem Ablenken lassen mit der Zeit klärt, oder ob man da nachhelfen kann.
LG
Yosoy+ Arrek
´
@ Cockerfreundin

Ich finde das wirklich sehr lieb, dass du dir soviel Arbeit mit dem Erklären gemacht hast, aber Basti war im Gegensatz zu meinem Hund ein Welpe, mit sozialen Kontakten und so weiter. Dass hört sich für mich alles genauso an, wie die vielen Bücher, die bei mir im Regal stehen, aber bei mir nichts helfen. Arrek ist 3 1/2 Jahre und bei solch einem Hund, der gelernt hat zu machen, was ER will ist das sicherlich etwas schwerer, als bei enem Welpen. Er hört zwar, aber er setzt halt Prioritäten und das müssen wir in den Griff bekommen. Ein erwachsener Hund denkt ganz anders als ein Welpe. Obwohl das mit dem Nachlaufen und immer in der Nähe bleiben bei ihm auch heute noch so ist;) .
VG

Ilona
05.06.2003, 15:23
Original geschrieben von sandinchen
@ Ilona


Du schreibst das so schön, aber irgendwie klingt das für mich immer so, als würdest du deinem Hund in einer ruhigen Minute zur Seite nehmen und ihm alles erklären :rolleyes: :D


Liebes Sandinchen,

jau, genau so komme ich mir manchmal auch vor. Als ob ich meinem Hund das Leben erkläre:D Ach, weißt Du, an einer Stelle muss ich Dich mal korrigieren: das mit dem sofort herkommen klappt ja nicht 100-prozentig, höchstens 98 %ig:) Aber das reicht mir so, wie es ist.
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Wie sehen denn deine Konsequenzen aus, wenn Hundi nicht sofort kommt? Ich renn dann meistens los und dann kommt mir mein Dicker auch hinterher. Was tust du denn dann?

Kommt Benji mal nicht sofort, warte ich ca. eine Minute und rufe noch einmal. Dann sollte es klappen. Oder ich geh zu ihm, wenn er einmal nicht gehört hat, greife leicht ins Halsband oder hinten ins Geschirr und sage ruhig "Benji, komm". Er läßt spätestens, wenn er mich neben sich spürt, von dem ab, was er tut und folgt mir. Vorteil bei uns: Benji ist niemals mehr als 15 m von mir weg. Da ist das mit dem Gehorsam eigentlich nicht gar so schwer. Ich kann viel schneller Einfluss nehmen, als wenn er 30 m oder weiter weg wäre.
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Magst du etwas konkreter werden, damit sich klein Sandra ein Bild davon machen kann, was es bedeutet, dem Hund das "sofort" verständlich zu machen?

Die prinzipielle Frage ist meines Erachtens hier, wie stark eine Bindung zwischen Hund und Halter ist. Und das misst man am Besten daran, wie gehorsam oder wie aufmerksam der Hund mir gegenüber bei Spaziergängen ist. Zuhause ist ja eh immer alles kein Thema. Aaaaaaaaaaber, sobald man vor die Tür geht, ist die Welt interessant und nicht mehr Frauchen. Kennen wir das? Klar:)

Wie schätzt Du Eure Bindung ein?

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Ich meine, es tut dem Hund ja nicht weh, wenn er nicht gleich kommt.

Und grad eben weil es nie weh tut, sondern nur gut tut, wenn Hund zu Frauchen kommt, kommt mein Benji auch so gern auf Ruf. Er mag halt sein Frauchen;) Wie ist es bei Euch?

Übrigens, neben allem Schnickschnack, den es nach dem Rufen gibt (Leckerchen in allen Varianten, Ballspiele auf der nächsten Wiese etc.), ist der absolute Hit bei uns Luftballons über ne Wiese jagen. Nicht jeden Tag, denn er frißt die Reste ganz gern mal auf, aber doch so einmal die Woche. Und wer weiß, ob nicht ein "Benji, komm" nicht eben gleich bedeuten könnte, wir wollen Lufballon spielen?

Liebes Sandinchen, die Trickkiste ist relativ groß, aus der man immer mal wieder was hervorzaubern kann, um sich zum Nabel der Welt für den Hund zu machen:) Und was meinst Du, wie zuverlässig ein "Komm" wird, wenn ich nach befolgtem Kommando ein Highlight für den Hund aus dem Ärmel zaubere.

Hab ich Dir helfen können? Wenn nicht, frag einfach weiter, ok?

Lieben Gruß, Illi

linus & mika
05.06.2003, 16:08
Also wie ich schon mal in einem anderen Thread geschrieben habe, wir haben das KOMM völlig vergessen RICHTIG zu üben, wir dachten irgendwie, das wird er schon wissen, völlig doof. Aaaaber, wir haben einen anderen Trick, bei dem er wirklich IMMER kommt, ganz egal, was um ihn herum los ist.

"Guck mal"

Zapp, Kopf dreht sich um, Hund wackelt vor Freude und kommt angerannt. Und zwar deshalb, weil es auf dieses Guck mal IMMER was spannendes zu sehen, spielen, Fressen gab. Und zwar IMMER, ausnahmslos. Entweder, ein neuer Ball, oder eine Entenfamilie im Bach oder ein Vögelchen auf einem Baum. Das ist mir erst vorgestern aufgefallen, als ich mit einem anderen HF gesprochen hatte, um ihn zu fragen, wie er es schafft, daß sein Hund immer sofort kommt. Linus trödelt dann immer, schnuppert hier und da, guckt zwar mal rüber, aber sieht, äh gibt eh nix spannendes, oder Frauchen hat die Leine in der Hand oder es geht hoch in die Wohnung, oder Spiel wird abgebrochen oder ich darf nicht mehr schnüffeln. Mir fiel dann auf, daß es bei Komm nie was besonders spannendes gab, immer nur bei Guck mal und daß er deshalb auf dieses Signal immer kommt. Ich kann auch nur guckuk sagen oder Guck, dann ist er völlig schnell bei mir. Ist mir auch völlig egal, ob andere drüber schmunzeln, hauptsache er hört dann und kommt.

Vielleicht solltest Du bei deinem Hund mal schauen, auf was er besonders reagiert. Vielleicht hast Du in Verbindung mit Spielen oder Leckerlie oder wenn Du ihm was gezeigt hast, immer ein Signal benutzt, was er sich behalten hat und dann wirklich IMMER von der momentanen SAche ablässt und freudig zu Dir rennt. Falls das nicht der Fall ist, würde ich mal versuchen, das Signal KOMM ganz wegzulassen und ein völlig neues zu nehmen und zwar auch die Tonlage mit zu verändern, wie wenn Du ihm was zeigst, oder es was ganz tolles gibt (zum Beispiel Knochen frisch vom Metzger oder so). Manchmal sagt man Komm nämlich oft viel zu genervt oder langgezogen oder "Jetzt komm endlich" und zieht vielleicht sogar, das merkt sich ein Hund und wenn er nicht an der Leine ist, dann erst recht nicht.

Wenn Linus partout nicht kommen will (ich nutze das Guck mal auch nur, wenn ich wirklich was zum Gucken habe, sonst nutzt sich das ja wieder ab), drehe ich mich einfach um und gehe. Oder wenn er rumtrödelt oder schnüffelt, verstecke ich mich und beobachte ihn vom Versteck aus. Dann darf er mich suchen und das ist dann meistens so ein Schock für ihn, alleine gelassen zu werden, daß er das so bald nicht mehr macht.

Hatten wir kürzlich auf einem Feld, wo wir ziemlich alleine waren und er einfach irgend wo stehen geblieben ist und sich festgeschnüffelt hat. Komm und Hier hat nix genützt, er hat nicht mal geschaut, er fühlte sich halt sicher, die gehen eh nicht ohne mich. Hehe von wegen, wir haben uns im Feld versteckt und ihn suchen lassen. Mann war der panisch. Ist sogar dauernd an uns vorbei gelaufen, wir mussten aufpassen, daß wir nicht laut los prusten. Als er uns dann schließlich gefunden hat, hat er sich wie ein irrer gefreut uns abgeschlabbert und ist uns auf dem Rest des Spazierganges nicht mehr von der Seite gewichen, bzw. auf einem schmalen Feldweg hat er sogar ab und an zurück geschaut, wo denn der Hintermann bleibt, bloss nicht mehr jemanden verlieren. Natürlich geht das mit einem Welpen super gut, da man ja seine Instinkte sein Rudel zu verlieren ausnutzen kann, aber ich kann mir schon vorstellen, wenn die Bindung auch zum erwachsenen Hund sehr groß ist, kann sowas durchaus gut klappen, neu zu trainieren. Und die Bindung wird umso größer, wenn man auf Spaziergängen oder zu Hause mal ein bisschen Spiel und Spaß einlegt. Stures Gassi gehen ödet einen Hund bald an, und dann ist natürlich jeder Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und Artgenosse interessanter als man selbst. Linus läuft nach so einer Aktion völlig desinterssiert ohne Leine an jedem Jogger vorbei.

Schau doch mal unter http://www.spass-mit-hund.de Da sind zahlreiche Spielchen und Aktivitäten geschildert, die eine Bindung festigt und wo beide Spaß haben.

Damit will ich auch gar nicht bestreiten, daß Du keine gute Bindung zum Hund hast, keinesfalls. Nur je mehr Du sie stärken kannst, desto eher wird alles um den Hund uninteressant sein, nur Du bist wichtig.

Yosoy
05.06.2003, 17:53
@ linus & Mika!
Ich habe keine Ahnung, wem der Beitrag jetzt galt, aber ich habe ihn mir einfach mal zu Gemüte gezogen und antworte jetzt auch:) . Das mit dem "Guck mal!" hatten wir ja schon, ne?;) . Manch ein Hundl hier in der Gegend würde sich freuen an meiner Seite gassi zu gehen. Wenn kein anderer Hund zum Spielen da ist , versuche ich ihn immer anzuspornen, Baumstämme zu transportieren, verscharte Leckerlies auszugraben, das Spielzeug zu suchen, zu Land und Wasser apportieren usw. . Aber ein anderer Hund oder ein Pferdchen sind halt wichtiger! Hat aber wie gesagt auch was mit der vorhergehenden Erziehung zu tun. Ich versuche den Dicken jetzt mit Clicker "gerade zu biegen":D .
Die Bindung ist auch ziemllich gut. Auf dem Spaziergang dreht er sich ohne Leine immer nach mir um, und läuft mich anschauend an der Leine neben mir ( bis auf 1- 2 miese Tage, die er mal hatte :rolleyes: ). Sonst ist er auch immer da, wo ich bin und weicht mir, bis auf diese 3 Ausnahmen nicht von der Seite : Tiere zum Jagen, Hunde und Pferde. Jogger usw. sind für ihn vollkommen gleichgültig, jedenfalls lässt er sich ohne Einwand bei der Seite behalten.
Tja, trotzdem ist meine Frage mit der SCHLEPPLEINE noch nicht geklärt! Kann da vielleicht jemand einen Tipp geben?;)
LG
Yosoy+ Arrek

Yosoy
05.06.2003, 17:54
@ linus & Mika

Die Homepage werde ich gleich mal besuchen!:)

sandinchen
05.06.2003, 20:21
@ Anette
Das war doch mal 'ne ausführliche Ansage :D Danke dir.

@ Ilona
Ich habe meinen Hund ja erst seit etwa 3,5 Monaten. Aber trotzdem würde ich unsere Bindung als gut bezeichnen. Wenn ich mit ihm alleine unterwegs bin, dann gibt es auch kaum Probleme (bis auf den Jagdtrieb). Wir haben eine 10 m Entfernungsgrenze eingeführt. Er bleibt also ständig stehen, dreht sich zu mir um, ich bestärke das variabel mit C+B und Spielzeug. Anders ist es, wenn ich mit einer Freundin und ihrem Hund unsre Standardstrecke laufe. Ich denke, mein Hund weiß einfach genau, dass er mich gleich wieder findet und traut sich dann auch mal aus meiner Sichtweite zu verschwinden. Es ist nämlch eine Sackgasse - auf der einen Seite Fluss, auf der anderen Wiese. Wir laufen einmal hin und zurück. Ich ärger mich oft, wenn er mal durch die Büsche verschwindet. Aber wenn wir andere Strecken laufen, dann tut er dies nicht. Er schaut immer wo ich bin.

Ich habe eine zeitlang auch eine Schleppleine benutzt, aber sie wieder weg gepackt. Mein Hund ist keiner der sich für Stunden verabschiedet. Die Schleppleine diente nur dazu, den Jagdtrieb zu kontrollieren. Er rannte auch "nur" ein paar hundert Meter weg um dann panisch sein Frauchen zu suchen. Denn wenn er mal gemerkt hat, dass ich weg bin, dann sucht er mich sofort. Mittlerweile leine ich ihn an kritischen Stellen einfach an der normalen Leine an. Ansonsten habe ich mir gesagt: "Vertrau ihm." Ich geh selten irgendwo spazieren, wo wirklich Gefahr für ihn besteht. Natürlich möchte ich noch mehr dafür tun, dass ich ihn auch bei Wildkontakt abrufen kann, aber soweit sind wir noch nicht. Meist reicht es, wenn ich weg laufe, es sei denn, eine Katze hüpft direkt vor seiner Nase aus dem Gebüsch.

Es ist also nicht so, dass mich mein Hund ständig ignoriert. Ich wollte lediglich mal hören, was ihr genau meint mit "nicht diskutieren" etc. Schließlich lerne ich ja durch eure Aussagen auch noch was dazu.

@ Mika
Ich muss Yoysoy schon recht geben. Es ist schon ein enormer Unterschied, ob man einen Hund als Welpen oder bereits erwachsen bekommt. Sei froh, dass es mit Linus so gut klappt.

linus & mika
06.06.2003, 15:07
@ sandinchen,

jepp das stimmt. Hab ich das nicht irgendwo reingeschrieben, falls nicht, sorry, stimme ich Dir voll und ganz zu. Logo ist es mit einem Welpen wesentlich einfacher. Ich wollte eigentlich nur sagen, daß wir KOMM im eigentlichen Sinn nie korrekt geübt haben und die falschen Verknüpfungen beim Hund gelandet sind. Daher ist uns erst wesentlich später aufgefallen, daß der Hund perfekt auf Guck mal hört. Ich dachte mir, vielleicht gibt es auch bei erwachsenen Hunden so ein Signal, wo er wirklich immer kommt und er weiß, daß es dann auch immer was spezielles gibt. Nicht unbedingt Leckerlies, aber irgendwas zum Gucken, Schnüffeln, Wegtragen oder sonstwas. Da ich hier im erwachsenen Part nicht mitreden kann, habe ich das auch nur mal so als Erfahrungswert von mir aus erzählt. Hätte ja durchaus sein können, daß plötzlich jemand einfällt, ja logo, wenn ich das und das sage oder mache, kommt der Hund immer. Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.