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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hundepfeife für zuverlässiges Kommen?



Yosoy
29.05.2003, 22:17
Hallo ihr alle zusammen!
So, nachdem meine Fellmurmel und ich riesige Fortschritte in Sachen fremde Hunde machen, ( nur mal so als Beispiel: ich konnte mich heute 15 Minuten mit einer Frau unterhalten, währenddessen mein Dicker seelenruhig neben mir lag, obwohl auf dem gegenüberliegenden Grundstück 2 Hunde „ihren Hügel“ stolz bellend und herumstreifend beschützten. Im Gegenteil, er blickte sogar aufmerksam zu mir auf und reagierte total desinteressiert auf die Vierbeiner. Wer die Vorgeschichte kennt wird verstehen, dass ich unheimlich stolz war )
möchte ich den nächsten Schritt machen und das nächste Problem langsam in Angriff nehmen.
Das wäre, er hört nur, wenn er will auf „ komm“ oder „ Hier“. Und diese Augeblicke sind ziemlich selten, denn meistens sind die Radfahrer am Zaun oder die Fliegen und die Katze und das Meerschweinchen interessanter als ich.
Er kommt dann auch, aber in der Zeit wäre das „auslösende Objekt“ für diese Reaktion herangenaht, da er ja auch erstmal jeden Grashalm beschnüffeln muss. Der Hund hat einen größeren Dickschädel als ein Terrier!!!!
So erblasse ich immer ganz vor Neid, wenn ich durch die Straßen gehe , „ fremder Hund“ Anlauf zum Zaun nimmt und Herrchen nur mal leise pfeifen muss, damit dieser sich abwendet und zurücktrottet.
Ich kann pfeifen und rufen, aber nein, der Spaziergänger muss lautlos bis zur Grundstücksgrenze begleitet werden, vielleicht auch ein kurzes Wuff zum Abschied, ja und dann zu Frauchen zurück. Natürlich ohne Bestrafung, sogar noch mit Belohnung, denn der Mensch ist ja weitergegangen.
Wie gesagt, er hört, wenn er nichts Wichtigeres hat.
Letztens habe ich ihn gekämmt, da fuhren normale Fahrradfahrer vorbei, ich habe ihn zurechtgewiesen er soll sitzen bleiben. Aber ihr könnt euch nicht vorstellen, was er für ein Konzert abgegeben hat. Total beleidig gebrummt, gefiept und gejault. 10 Minuten danach waren wir fertig, ER musste noch zum Zaun rennen und kurz wuffen.
Nun überlege ich, ob ich von vorne anfange und eine Hundepfeife zum Einsatz bringe? Auf das hört er vielleicht dann besser wenn man ihm das neu beibringt, als auf das Rufen, was er seit 3 ½ Jahren ignoriert. Achso, ich arbeite mit dem Clicker. Also, was meint ihr?
LG
Yosoy

JanaLPN
30.05.2003, 08:59
Hallo Yosoy,

leider muss ich dich enttäuschen: er wird auf die Pfeife nicht besser hören als auf dein verbales Kommando HIER. Es liegt nicht an Pfeife oder nicht Pfeife, wenn er nicht kommt, sondern ganz einfach daran, dass er Prioritäten setzt, was ihm am wichtigsten ist. Und da er inzwischen gelernt hat, dass er ja nicht unbedingt sofort kommen muss, sondern dass du ihn auch "10 Jahre später" noch lobst, kommt er auch nicht gleich.

Wie hoch ist der Beutetrieb bei deinem Hund. Wenn er hoch ist, habe ich folgenden Vorschlag. Zuerst führst du die Pfeife ein, Doppelpfiff = Komm, indem du doppelt pfeifst (tüt-tüt), wenn du seinen Napf in die Hand nimmst, um ihn zu füttern. Du kannst ja meinetwegen klicken, wenn er schnell kommt, Belohnung ist dann der Napfinhalt. Als nächstes Doppelpfiff, wenn er sowieso gerade auf dich zuläuft. Die Geschwindigkeit kannst du bei Beutegeiern erhöhen, indem du kurz bevor er bei dir ankommt, einen Ball durch deine Beine nach hinten wirfst. Da kriegen sie richtig Speed drauf. Es macht nichts, wenn er an dir vorbei flitzt. Es geht erst einmal nur um die Geschwindigkeit.

Wenn du clickerst - was hast du denn als Belohnung? Meine Jüngste steht zum Beispiel gar nicht so auf Leckerli, viel wichtiger ist ihr, dass sie etwas tragen darf oder ein kleines Spiel.

Ich kenne deinen Hund nicht; deshalb ist es schwer, von hier aus Empfehlungen zu geben.

Auf jeden Fall würde ich in der Lernphase niemals den Hund rufen/pfeifen, wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass er sowieso nicht kommt. Und immer konsequent sein.

Falls seine Bindung zu dir hoch ist, kommt man auch damit weiter sich zu verstecken nach dem ersten "Hier".

Grüße

dobby
30.05.2003, 14:37
Hallo,

jetzt muss ich auch mal meine Meinung zum Thema Hundepfeife kundtun!!!

Also ich hatte mit Aruscha das gleiche Problem. Auf meine Stimme hat sie Null reagiert. Nur durch Zufall war ich eines Tages mit einer Freundin und ihrem Hund unterwegs. Und als ihrer ausbüchsen wollte holte sie eine Hundepfeife raus, pfiff, Hundi machte (zwar widerwillig, aber immerhin) kehrt. Und meine erst mit riesenaugen hat sie meine Freundin angestarrt.

Also ich mir auch eine Hundepfeife gekauft und siehe da, aus den 95 % Rufen, auf die sie früher nicht gehört hat, sind 95% geworden, auf die sie reagiert. Zwar kommt sie nicht immer gerne und freudig angerannt, aber immerhin sie kommt und bekommt dann natürlich ein "Riesenlob+Leckerchen" von mir. Naja, problematisch sind die 5 %, in denen sie noch nicht hört. Aber es ist ein Anfang. Also ich kann nur raten: ausprobieren!

Gruß Dobby

Ilona
30.05.2003, 15:29
Hallo Yosoy,

mich interessiert mal, wie Du das Kommen klickerst, denn eigentlich kann man mit dem Clicker so ziemlich jedes Verhalten, was man vom Hund sehen will, zuverlässig lehren. Aber das hilft Dir jetzt bei Deinem Problem nicht wirklich weiter, ne?

Also würde ich empfehlen, das Kommen ganz neu aufzubauen und ein neues Signal dafür zu installieren. Offensichtlich hat sich das Signal "Komm" oder "Hier" oder was immer Du sagst, bereits verschlissen, denn Hund kommt ja nur, wenn er erst seine dringenden "Geschäfte" (schnüffeln, Leute am Zaun begleiten usw.) erledigt hat.

Und wenn Du das Kommen dann neu aufbaust, kannst Du das auch mit Pfeife tun. Ist vielleicht sogar ein ganz guter Neuanfang. Allerdings geb ich Jana recht, wenn sie meint, dass eine Pfeife einzusetzen noch nicht zwangsläufig heißt, dass Hund gleich besser hört. Es ist genau so ein Lernprozess vonnöten, wie beim Rufen. Hund muss also lernen, dass Pfeifen gleich Kommen MÜSSEN bedeutet. Und dann weißt Du ja, wie die Übungen aufgebaut werden - ob mit oder ohne Pfeife, egal: Üben ohne Ablenkung, mit viel Lob und Jackpots in der Wohnung (zunächst nur zum Essen oder Spielen "rufen"), üben in gewohnter Umgebung (Garten z.B.) ohne Ablenkung mit viel Lob und Jackpots (Jackpot steht für super - gleich schnell - ausgeführtes Kommando), Üben mit leichter Ablenkung an gewohntem Ort etc. etc.

Vielleicht findest Du ein paar brauchbare Anregungen hier im Forum. Die Pfeife wurde schon oft diskutiert hier.

Lieben Gruß, Illi

JanaLPN
30.05.2003, 17:47
Original geschrieben von Ilona
Hund muss also lernen, dass Pfeifen gleich Kommen MÜSSEN bedeutet.

Hallo Illi,
davon gibt es noch eine Steigerung, nämlich: Kommen DÜRFEN:) . Meine Jüngste freut sich ein Loch in den Bauch, wenn sie herangepfiffen wird. Sie kommt angefegt, "fliegt" in die Fußposition und schaut mich erwartungsvoll an. Manchmal darf sie dann eine Markierung (Dummy) arbeiten oder ähnliches.
Grüße

Yosoy
30.05.2003, 21:21
@JanaLPN

Also, der Beutetrieb meines Hundes ist seeehhhr groß. Da kann man ihn aber auch kurzzeitug mit einem Quitschen seines Balles ablenken oder ein Geräusch was er nicht erwartet.
Das ist ein guter Tipp, mit dem Ball durch die Beine werfen. Da saust er los, wie ein Verrückter.
Ich denke schon, dass die Bindung zwischen uns ziemlich stark ist, schon allein durch den Clicker. Wir sind ja den ganzen Tag zusammen, nur sein Dickschädel macht einem Sorgen. Aber jetzt wird das volle Gehorsamsprogramm mit ein paar Kunststücken durchgezogen!!!
So, nun weiß ich wie ich da anfangen soll!!!! Eins hast du aber falsch verstanden, wenn er nicht gehört hat, dann habe ich ihn nicht belohnt, er wurde aber durch das Verschwinden des "Eindringlings" belohnt.
LG
Yosoy

Yosoy
30.05.2003, 21:30
@ dobby

Na, das lässt ja noch hoffen, vielleicht klappt es bei meinem genauso, das muss ich ihm gleich mal erzählen:D .
VG
Yosoy

@ Ilona

Naja, bisher habe ich geclickt, wenn er freudig auf mich zugetrabt kam, aber das Signal fehlte halt und er kam auch nur wenn er wieder mal was wollte:) . Ich dachte mir aber so kann man einen Grundstein setzen.
So hatte ich mir das auch gedacht. Etwas völlig Neues einsetzen, bei dem er lernt 90% zu hören. Bei den verbalen Lauten ist und bleibt es vielleicht im Hinerkopf, dass er nicht hören muss. Die Pfeife wird aber von Anfang an toll belohnt und dabei hat er auch anderweitig noch keine Erfolgserlebnisse gehabt, z.B wilde Kaninchenjagten im Wald, was ich ja noch verstehe! Ich denke, wenn ich hart daran arbeite kreigen wir in auch in der Richtung in die richtigen Bahnen.
LG
Yosoy+ die Sabbertasche

Ilona
31.05.2003, 12:06
@Jana

Jau, das Kommen dürfen ist natürlich die Inkarnation des perfekten Gehorsams:) Und wohl dem, der es schafft, seinem Pelz zu vermitteln, dass er kommen darf und nicht muss!!!

Supi, danke für dieses tolle Statement.

Illi, die grad überlegt, auf welcher Stufe sich wohl ihr Benji grad bewegt. Er kommt immer nach der Aufforderung "Komm", allerdings im Rottweilertrab (nur nicht zu schnell bewegen <ggg>), selten im Galopp. Für letzteres muss er nur weit genug von mir weg sein oder ich weit genug von ihm. Und dann heißt das Kommando beim Galoppieren gleich mal "Hier" und nicht "Komm", damit er auf dem Hundeplatz das Herankommen mit der schnellsten Gangart verknüpft:)

@Yosoy

Da hast Du doch das "Komm" mit dem Clicker schon gut begonnen. Auch ich klicke noch immer das Herankommen meines Hundes, auch wenn ich kein Signal gegeben habe und er einfach so kommt. Jetzt fehlte wohl der nächste Schritt bei Euch.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Du das mit der Pfeife gut hinbekommst und das Kommen Deines Hundes zuverlässiger wird. Und klar, kriegt Ihr das hin.

Eines solltest Du jedoch immer auch im Hinterkopf haben: Niemals darf das Kommando "Komm" ignoriert werden. Sonst macht Ihr beim Üben einen Schritt vor, aber zwei zurück. Und da spielt es keine Rolle, ob Du verbal arbeitest oder per Pfiff. Aber das weißt Du ja sicherlich selbst.

Stell Dir am besten eine gedankliche Rechnung auf, um Dich immer auf das Ziel zu konzentrieren und um effizient an diesem Signal zu arbeiten: Wenn ich pfeife, heißt das für den Hund "Komm her". Kommt er einmal nicht, muss ich das eine Mal nicht-Kommen durch 10 neue und erfolgreiche "Komm"-Übungen kompensieren:) Ist keine Spinne, wirst sehen, es hilft...Hat es bei uns auch;)

Und nun: Viel Glück!

Lieben Gruß, Illi

Yosoy
31.05.2003, 22:32
Dankeschön!

Dann werde ich mal sehen, zu was für einen tollen Hund mein dicker Muffel sich entwickelt. Wenn der wüsste, was ich alles mit ihm vorhabe:D . Das stellt er sich in seinen kühnsten Träumen nicht vor, Hund wird erzogen!:cool:
Aber ich denke, dass bekommen wir auch noch hin!!!!!;)
LG
Yosoy+ Arrek

linus & mika
02.06.2003, 14:14
Also ich bin mit der Pfeife auch total zufrieden, denn für uns ist die Pfeife das Supersignal, er MUSS dann sofort kommen, daher setze ich die Pfeife nur ein, wenn es wirklich brenzlig wird, Traktor aufm Feld und er ist nicht angeleint oder so.

Allerdings gibt es auch bei der Pfeife einige Dinge zu beachten.

Unsere Pfeife ist von Trixie und wurde einmal fest gelötet, da sich die Pfeifen sehr häufig aufgrund von Wetterverhälntissen verstellen.

Dann muss die Pfeife (Doppelpfiff) konditioniert werden. Wir haben das mit Leckerlie gemacht. Also Doppelpfiff, Leckerlie und Hand zur Seite gehalten, Hund kam angerannt, Leckerlie in den Lauf werfen, so daß er es sehen kann und sich holen kann. Wenn man das eine Zeitlang gemacht hat, hört er wie ne eins auf die Pfeife und das wirklich IMMER.