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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pferd bleibt beim Gehen stehen



Budjonnyfan
29.05.2003, 20:50
Hallo!!

Ein Schulpferd in unserem Reitverein, bleibt wenn man es in die Halle führt immer wieder stur stehen. Man soll einem Pferd beim Führen ja nicht in die Augen schauen, wenn man es führt weil es sonst meistens stehenbleibt. Das hab ich zumindest in einem Pferdebuch gelesen. Aber ich geh immer flott vor dem Pferd, hab die Zügel fest in der Hand und dreh mich nicht um. Trotzdem bleibt er immer wieder stehen und braucht ne weile bis er wieder weiter geht. Auch in der Halle beim Aufsitzen hab ich Probleme, weil er selbst da nicht stehenbleibt. Ich hab meinen Linken Fuß im Steigbügel drin und er marschiert einfach los. Da er ziemlich groß ist, hab ich ziemlich probleme mich so zu halten, aber bis jetzt hab ich es immer irgendwie geschafft. Aber langsam reichts mir halt auch mal. Diese Sturheit wirkt sich natürlich auch beim Reiten aus. Ich muss zum Beispiel die Gerte immer nach außen nehmen, das er überhaupt in die Wendung geht. Sobald ich die Gerte innen habe und ich eine Wendung gehen will, geht er geradeaus als wäre nichts gewesen. Ich zieh dann zugegeben wütend an den zügeln, weil mich das einfach nervös macht, diese ständigen Reibereien. Und ich mein das ist ja wohl kein Zustand mehr, wenn es einen wirklich aufregt dieses Pferd zu reiten. Wichtig ist vielleicht auch noch zu sagen das er selbst beim Putzen Probleme macht. Er steigt dann sogar ein wenig in der Box. Zwicken liegt allerdings bei ihm an der Tagesordnung. Aber er kann auch ganz lieb sein, ist eigentlich kein typisches Beißerpferd. Man merkt einfach das er überhaupt keine Lust auf die Reitstunde hat, denn das lässt er einen wie man sieht massiv spüren.

Bitte antwortet mir! Denn da ich dieses Pferd wirklich oft reite will ich langsam auch mal mit ihm zurechtkommen!!

Gruß,
Steffi

AnnaS
30.05.2003, 09:26
Das Pferd ist nicht stur, sondern es ist sich bewusst, dass es über dir steht. Er hat dich getestet und dabei festgestellt, dass du nichts gegen ihn ausrichten kannst. Also macht er das, worauf er "Lust" hat. Er zeigt dir durch das Stehenbleiben, durch das Losgehen beim Aufsitzen, durch das Schnappen....., dass du ihm untergeordnet bist.

Ziehst du jetzt noch an den Zügeln, weil du sauer bist, wird das nie besser. Du musst dich kompetent und mit einem gewissen Pferdeverstand durchsetzen. Allerdings bezweifle ich wirklich, dass du das unter den Voraussetzungen jemals schaffen kannst. Schließlich hast du ja keinerlei "Anleitung" oder Hilfe in dieser Reitschule zu erwarten.

Anna

Budjonnyfan
30.05.2003, 23:58
Hi Anna!!!!

Ich weiß das es daran liegt, das er sich einbildet der Ranghöhere zu sein, weil ich das so zulasse. Aber was soll ich denn machen, wenn er so ungehorsam ist?
Das ich manchmal vor Wut an den Zügeln beim Reiten ziehe, dafür könnte ich mich wirklich danach schlagen, da man so mit einem Pferd einfach nicht umgehen darf. Man merkt nämlich schon (buckeln, kopf hochwerfen), das es ihm irgendwo wehtut.
Klar meinen hier alle ich soll mir ne andre Reitschule suchen, aber wäre das für euch auch kein Argument wenn ich sage ich hänge voll an den Pferden. Ich habe halt da von der Longe an angefangen und es ist ja nicht so, als wenn es beim Reiten nie klappen würde, manchmal gehts sogar richtig gut, aber irgendwo macht mir jedes Pferd Probleme.
Was soll ich denn noch bei dem Sturen Wallach machen. Ich versuche immer streng mit ihm zu sein. Macht er einen Schritt aus der Box oder so zuviel weise ich ihn sofort zurecht. Auch beim Putzen verhalte ich mich streng. Aber ich kann doch nicht ganz gefühllos mit ihm umgehen. Es ist ja auch nicht so das er überhaupt nicht gehorcht. Fordere ich ihn auf, auf die Seite zu gehen tut er das ja auch und obwohl ich ihn bei jeder noch so winzigen Kleinigkeit zurechtweise sorry, verarscht er mich so beim Reiten. Wenn pure Anfänger auf ihm Reiten, dann latscht er voll lahm mitten in der Bahn herum spaziert nicht mal mehr auf den Hufschlag. Diese Reitschüler könnten wirklich an ihm verzweifeln, wie ich am Anfang halt auch. Aber mittlerweile kann ich ihn wenigstens auf dem Hufschlag halten. Wenigstens ein Fortschritt, in meiner Reitkarriere:D !!
Bitte helft mir irgendwie!!

Gruß

Steffi

AnnaS
31.05.2003, 08:08
Steffi, du verstehst das ziemlich falsch glaube ich. Was verstehst du unter "zurechtweisen"? Du sollst nicht streng sein. Zumindest nicht so, dass für Gefühle kein Platz mehr wäre. Du sollst konsequent, selbstsicher und souverän mit dem Pferd umgehen. Härte lässt sich zum Glück nicht jedes Pferd gefallen, also kommst du auch nicht weit damit. Das ganze musst du aber lernen.

Noch mal: Der Wallach ist nicht stur! Er weiß nur, dass er mit dir machen kann, was er will. Und bestrafst du ihn mit einer gewissen Härte, wird er vielleicht für den Moment still halten weil es ihm weh getan hat (an den Zügel zerren). Doch er wird es sich nicht gefallen lassen und irgendwann habt ihr ein riesen Problem.

Auch wenn es hart klingt aber das Pferd macht alles richtig. DU musst lernen. DU darfst deine Unwissenheit nicht am Pferd auslassen, damit du es irgendwie kontrollierst.
Das musst die aber wie gesagt alles lernen und scheinbar lernst du es nicht in dieser Reitschule.

Auch wenn du an den Pferden hängst, aber lass diese Reitschule Reitschule sein und such dir etwas anderes, wo du lernen kannst. Denn so bringt es weder dir noch den Pferden etwas außer Wut, Enttäuschung und beim Pferd sogar Schmerzen.

Anna

Inge1810
31.05.2003, 10:53
Guten Morgen,
ach Anna.... ist das schön.... ich kann Deinen Beitrag einfach nur unterschreiben, denn Du hast alles schon gesagt.... Ich hab mir nämlich extra eine Zwischennacht gegönnt, bevor ich hier antworte, weil ich doch die Netiquette bewahren will und dieser Reitstall mich langsam aber sicher aus der Fassung bringt.
Steffi, ich mache Dir keinen Vorwurf... NOCH nicht, denn es ist schonmal gut, dass Du in einem Forum um Hilfe bittest, aber bitte glaub uns, denn Du hast keine Vergleiche, da Du nur diesen Stall kennst und vielleicht bisher nicht beurteilen konntest, ob er nun gut oder schlecht ist, aber dazu sind wir ja da, um Dir zu helfen, denn ich denke, die Meisten hier haben schon eine Menge gesehen, um beurteilen zu können, dass Du dort nicht gut aufgehoben bist. Von den Pferden mal ganz zu schweigen. Du magst an den Pferden hängen, aber das wirst Du auch bald in einem anderen Stall. Ich habe auch oft den Stall gewechselt und hatte immer etwas Kummer wegen der zurückgelassenen Pferde, aber es war von unschätzbarem Wert, denn ich war auch schon in falschen Händen.
Du hast einen Traum.... Du willst einen Hengst.... ich kann es nicht nachvollziehen, weil ich weiß, wie schwierig es ist und wieviel uneingeplante Zeit es in Anspruch genommen hat. So manche Verabredung ging drauf, weil der Herr wieder meinte mit mir spielen zu können. Würdest Du Dich bei einem Hengst so verhalten, wie Du es derzeit tust, es könnte Dein Tod sein. Aber dazu bedarf es keines Hengstes (Du hast eh schon angedeutet, dass es auch Stute oder Wallach sein können), denn ich könnte Dir sofort und auf der Stelle etliche Pferde aus unserem Stall herauspicken, die Dir ganz unmißverständlich zeigen würden, dass Du zu weit gehst. Pferde wissen, dass sie stärker sind als wir und daran habe ich überhaupt keinen Zweifel. Einzig ihrem Wesen (und ich ziehe meinen nichtvorhandenen Hut vor Schulpferden, was sie auf sich nehmen.......) ist es zu verdanken, dass sie uns quasi zu Diensten sind. Wir setzen uns auf sie drauf und dafür waren sie ursprünglich nicht vorgesehen. Es sind stolze, kräftige und sanfte Wesen und die Menschen haben sie einfach als Fortbewegungsmittel hergenommen. Um ihnen dafür zu danken, dass sie uns auf sich tragen, sind wir ihnen es nicht schuldig, sie fair zu behandeln? Was Du machst ist alles andere als fair, es ist sogar gemein und leider hat man es Dir in der Reitschule nicht anders gezeigt. Nicht auf die Härte kommt es an, wie Anna bereits sagte. Ich war nie hart zu meinem Pferd, weder in der Hengstzeit, noch heute. Ich bin einfach nur konsequent und lasse mir von ihm nichts gefallen, aber das verdeutliche ich lediglich mit meiner Körpersprache, denn er hat gelernt, darauf zu reagieren und ab und zu imitiere ich einen kleinen (in Pferdeaugen sicher lächerlichen) Biß mit der Hand. Es ist das Auftreten, Furchtlosigkeit und 100%ige Fairness, die uns zu Partnern macht. Hätte ich so gehandelt wie Du es tust, ich bin sicher, dieses Pferd hätte es mir so heimgezahlt. Heute sind wir ein Team und ich habe ihm schon soviel zu verdanken, denn ich bin aus so kritischen Situationen heil rausgekommen und zum Glück hab ich auch Zeugen, denn das hätte mir niemand geglaubt, das dieses Pferd auf mich aufpasst, aber er tut es, weil ich ihn achte und liebe. Jetzt weiß ich, dass ich all die Jahre mit Pferden, die schön und auch schwer waren, brauchte, um zu lernen, was mein Ziel ist und das habe ich jetzt erreicht, weil ich erkannt habe, auf was es ankommt und jetzt erst weiß, wie es ist, mit einem Pferd so verschmolzen zu sein, dass Gedanken ausreichen können um zu kommunizieren. Wer das nicht erlebt hat, mag mich für verrückt halten und vielleicht bin ich das auch ;), aber seitdem tut es mir noch mehr weh, wenn das Wesen Pferd so mißachtet wird, wie es in Deinem Stall der Fall ist und Du dazu erzogen wirst, es ebenso zu tun.
Denk bitte mal drüber nach, auf welchem Weg Du Dich gerade befindest.
Viele Grüße

AnnaS
31.05.2003, 11:23
Hi Inge

Als ich eben deinen Beitrag gelesen habe, sind mir ein paar Gedanken dazu in den Kopf gekommen.

Leider ist es irgendwie so, dass das Pferd eher als "Gebrauchsgegenstand" betrachtet wird, anstatt als Partner.
Wenn man es mal mit einem Hund vergleich sieht man es ganz deutlich:
Der Hund lebt mit in der Wohnung, er kommt mit zu irgendwelchen Ausflügen, wenn man sich mal miteinander anlegen musste, kommt der Hund irgendwann an, legt seinen Kopf aufs Knie und blickt einen treu an. Dann ist wieder Friede.
So läuft es doch meistens.

Beim Pferd ist es anders:
Zum Pferd gehen die meisten, um "mal eben zu reiten". Dann wird 30 Minuten geputzt, eine Stunde geritten, und anschließend das Pferd wieder Weide- oder Stallfertig gemacht. Kommt es dabei zu Problemen oder Konfrontationen, ist das "blöde" Pferd dran schuld, was sooo schlechte Laune hat, was stur ist, was einen mal wieder provoziert hat, was nicht das tut, was man als Mensch von ihm will.

Und ich glaube, das hat einen einfachen Hintergrund:
Dadurch, dass Hunde die meiste Zeit mit dem Menschen zusammen sind, haben Menschen irgendwann raus, was er will, was er warum tut, was man tun muss, und im Zweifelsfall ist der Hund immer noch kleiner als Mensch, was das Gefühl vermittelt, wir als Menschen wären stärker.
Das Pferd allerdings ist größer, es ist stärker, es kann uns töten (um einiges schneller und leichter als der Hund). Also gehen Menschen mit einem großen Respekt dran, wenn nicht gar mit einer gewissen unterschwelligen Angst, zumal Mensch sich nicht die Zeit nimmt, auch Pferd zu beobachten, sein Verhalten zu studieren und daraus zu lernen. Da Mensch aber seine eigene Unfähigkeit überspielen müssen, Angst nicht zugeben will, und der Respekt eigentlich uns Menschen gebühren sollte und nicht dem Tier, dreht Mensch das ganze um und kommt dem Pferd in Sachen Härte und Aggression zuvor. Mensch bricht einfach mal seinen Willen, in dem man es mit der Gerte zum schneller gehen bewegen, in dem man ihm im Maul herum zerrt, damit es weiß "Mensch kann Pferd richtig weh tun, wenn Pferd nicht spurt", und wenn es mal schnappen sollte, haut man ihm einfach auf die Nase, dann kommt es einem nicht mehr zu nahe.
Dann fühlen die Menschen sich stark genug, um dem Pferd entgegen zu treten. Und wenn nun die Fronten geklärt sind, kann es mit dem Reiten losgehen. Man setzt sich also drauf, und da Pferd ja eingeritten wurde, weiß es doch wohl, was Mensch von ihm will. Und wehe Pferd tut es dann nicht! Dann zeigt Menschen ihm wieder, dass er auch ganz anders kann, denn Menschen können sich mit Hilfe von Gerte, Sporen und Zügelzerren da oben bemerkbar machen und dem Pferd in Erinnerung rufen, dass Menschen immer noch am längeren Hebel sitzen.
Wehrt sich das Pferd dann, kommt diese unterschwellige Angst zurück, denn Mensch merkt plötzlich, dass das Pferd ja doch das große starke Wesen ist und man dagegen ganz schön klein und hilflos ist. Also verstärkt man die Maßnahmen in Sachen "Wer ist hier der Boss".
Das ganze entwickelt sich zu einem Kreislauf. Wenn Pferd Glück hat, hat Mensch irgendwann die Nase voll und sagt "dieses sture Pferd reite ich nicht mehr". Oder Mensch geht als Sieger im Kräftemessen hervor, in dem das Pferd aufgibt, sich zu wehren.

Schuld ist immer das Pferd, das ist ja klar.

Nur ich frage mich, wann dieser Kreislauf endlich mal ein Ende findet. Wann endlich alle Menschen mal anfangen, drüber nachzudenken, ob das Pferd nicht ebenso ein Partner sein kann wie der treue Hund zu Hause. Wann der Mensch versucht zu lernen, dass er die Fehler macht und nicht das Pferd, und dass man am besten seine Finger vom Kräftemessen lässt und einfach lernt, wie man souverän und "anständig" der übergeordnete Partner des Pferdes wird.
Und das ist weder der längere noch der schwerere Weg. Was hält den Menschen also davon ab, genau diesen leichteren, kürzeren, gerechteren und vernünftigeren Weg zu gehen, wenn nicht die pure Angst, die durch das Wissen entsteht, dass das Pferd im Zweifel stärker ist???

Anna

PS: Jetzt kann sich auf den Schlips getreten fühlen wer will. Aber derjenige, der sich auf den Schlips getreten fühlt, sollte mal überlegen, ob ich so wahnsinnig Unrecht habe.

Inge1810
31.05.2003, 12:14
Du hast absolut Recht, Anna und mir fiel eine ältere und sehr wahre Geschichte ein, die kurz vor unserem Wechsel in unserem alten Stall passierte. Als wir in den Stall kamen, stand zwei Boxen weiter ein junges und unglaublich schönes Pferd. Mir fiel bald auf, dass kein Besitzer kam und ich ab und zu gebeten wurde, das Pferd von der Koppel zu führen. Er war fast wie ein Hündchen und deshalb ging ich oft mal zu ihm, um fünf Minuten zu schmusen, weil meiner damals noch nicht soviel Wert drauf legte (heute komm ich gar nicht mehr zum Paddock abmisten, weil er ständig seinen Kopf bei mir hat, um sich verwöhnen zu lassen :D). Ich hab mich natürlich erkundigt, was mit diesem tollen Pferd los ist und dabei erfuhr ich, dass der Besitzer, ein älterer Herr, einen schweren Unfall hatte. Vor diesem schönen Wallach hatte er ein altes und krankes Pferd und er behandelte es mit aller Härte, die er zur Verfügung hatte. Das Pferd hat sich nie gewehrt und muß die Hölle erlebt haben. An seinem letzten Tag holte der Mann das Pferd aus der Box um ihm noch kurz vor seinem Tod klarzumachen, wer hier das Sagen hat und scheuchte ihn durch den Wald. Ich mag mir nicht vorstellen, was dieses Pferd an Schmerzen und Qualen durchleiden mußte. Er kam zurück, führte das Pferd in den Hänger und ab auf den Schlachthof damit. Wenige Tage später, kam dann das erwähnte tolle Pferd. Wozu erst kennenlernen, denn was Jahre geklappt hatte, würde wohl auch mit diesem Pferd funktionieren. LeRoy kam, er wird ihm wohl schon beim Putzen klargemacht haben, wer der Boß ist, Sattel drauf und was soll ich sagen.... er schaffte es nichtmal hoch, denn kurz drauf lag er mit mehrfach zertrümmertem Knöchel auf dem Hof. Es war so schlimm, dass er wohl nie wieder in der Lage sein wird, sich auf ein Pferd zu setzen und ich brauche wohl nicht zu sagen, das ich kein Stück Mitleid mit dem Mann hatte. LeRoy stand noch einige Zeit bei uns und wurde dann verkauft..... "böses Pferd".......
Ich weiß jetzt nicht, warum ich das Bedürfnis hatte, genau diese Geschichte zu erzählen, aber ich denke noch oft daran und bei diesem Thema fiel sie mir wieder ein.
Vielleicht bewegt es ja den einen oder anderen "ein Pferd muß mit Härte behandelt werden Menschen" dazu, sich ein paar Gedanken zu machen, denn was wir tun, kommt irgendwann auf uns zurück.
In diesem Sinne.... einen schönen und sonnigen Samstag.

Budjonnyfan
01.06.2003, 07:40
Hi zusammen!!

Ich wechsel jetzt ab nächste Woche den Reitstall. Ein Schulpferd von uns wurde dorthin auch verkauft (das angeblich sturre pferd um das es sich hier handelte).
Diese Geschichte, die du erzählt hast Inge ist ja wirklich schrecklich. Ich glaub auch, das ihr ein wenig übertrieben habt, z.B. hab ich noch kein Pferd mit Sporen geritten und die Gerte setze ich wenn nur sehr sanft ein. Zugegeben verrückt werden könnte ich in manchen Reitstunden schon. Schließlich hat mir mein Reitlehrer nur patzige Antworten zurückgegeben wenn ich ihn was gesagt hab. Beispiel: ich hab ihn mal gefragt, wie ich das pferd ordentlich rückwärtsrichte. Er meinte dann so ich solle mein Pferd erst mal richtig vorwärtsbringen dann kann man über so was reden. Toll dachte ich mir echt toll, wenn einem nicht mal das beigebracht wird, dann brauch ich ein Pferd mein Leben lang nicht rückwärtsrichten.
Ein ist klar. Ich liebe Pferde (nicht nur unterm sattel) und ich will keinem Pferd der Welt absichtlich weh tun, soviel müsst ihr mir glauben. Und deshalb will ich auch nicht weiter dazu beitragen, Schulpferden derart das Leben zusätzlich schwer zu machen. Das hat ja nun wirklich kein Pferd der Welt verdient. Denn es war ja, wie ihr gesagt habt (so habs ich zumindest aufgefasst) ursprünglich nur ein Zwang, durch den Menschen das das Pferd überhaupt ein Reittier geworden ist. Ich mein ist ja klar würde ein Pferd wählen können, zwischen Reiten und Weiden würde es sich logisch für die Weide entscheiden. Aber diese Entscheidung fällt eben der Mensch.
Wobei ihr auch noch recht habt, ich hab einen Traum. Und zwar mir später mal ein eigenes Pferd zu kaufen (den hat wohl jeder reiter). So wie ich momentan reite, würde ich es nie richtig lernen. Und mit einem eigenen Pferd könnte das fatale Folgen haben (wenn es mir überhaupt jemand verkaufen würde).
Auch wenn ich jetzt den Reitstall wechsle würde ich doch gern von euch meine Fragen zu den anderen Themen noch gern beantwortet haben. Z.B. Galoppprobleme, Gerte......! Wär echt nett von euch, denn ihr scheint mir wirklich ne Menge Ahnung von Pferden zu haben, ich mein schaden kanns nie wenn ihr mir die Fragen beantwortet, oder?

Danke für eure Antworten,

Gruß
Steffi:D

AnnaS
01.06.2003, 09:15
Ich finde die Antwort deines Reitlehrers nicht wirklich patzig, und ich glaube, ich hätte etwas ähnliches gesagt an seiner Stelle.
Sieh mal, du beherrscht weder die drei GGA noch die Hufschlagfiguren. Und dann denkst du ans Rückwärtsrichten. Finde ich persönlich auch nicht gerade die richtige Reihenfolge.

Ich kann es gut verstehen, dass man schneller vorwärts möchte, als es meistens geht. Schließlich gibt es immer irgendwelche Vorbilder (ob nun Prominente oder aber die besseren Reiter aus dem eigenen Stall), wo man dann sagt "Oh, das möchte ich auch können". Nur man sollte sich auf den Stand konzentrieren, auf dem man gerade ist, zumal wenn man dabei noch solche Probleme hat. Nun ist Rückwärtsrichten keine sonst wie schwere Lektion, aber immerhin sollte man dazu wissen (und umsetzen), wie man die Hilfen richtig einsetzt und man sollte erst mal das wichtigste beherrschen.

Ansonsten freut es mich, dass du nun den Stall wechselst, in der Hoffnung, dass es dort besser klappt.

Anna