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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was war da los???



didie
28.05.2003, 10:50
Hallo Ihr LIeben,

ich muß hier mal was loswerden, wird aber etwas länger:

also mein Verdi geht jetzt schon seit Dezember, als ich ihn geholt habe, zur Hundeschule. Dort wurde bereits mehrfach sein Agressionspotential überprüft und da ist gar nichts. Man kann über ihn rübersteigen, ihn mit Stöcken, etc. berühren, wirklich alles.

Er ist tagsüber bei meiner Mutter, die Vermietung hat. Nun war bei ihr wohl ein Gast, den mein Hund gebissen haben soll. Angeblich ist der gute Mann verbotenerweise bei ihr mit dem
Fahrrad übers Grundstück gefahren und als er dann absteigen wollte, soll Verdi zugebissen haben. Meine Mutter sagt, da wäre nur ein kleiner blauer Fleck gewesen, aber er HAT GESCHNAPPT. Nur warum? Er kennt Fahrräder, spielt mit allem und jedem, ist immer nur freundlich. Ich habe gleich unseren Trainer angerufen und ihm alles erzählt. Er konnte sich das auch nicht erklären. Was kann da los gewesen sein? Muß ich mich jetzt sorgen, daß Verdi zum Beißer wird?

Nun habe ich natürlich einen Mörderstreß mit dem netten Herrn, der meinen Hund direkt als "beißenden Köter" bezeichnet hat. Ich habe alles direkt meiner Versicherung gemldet, aber kann da jetzt was schlimmes nach kommen???

Bitte, bitte helft mir
Didie

Hovi
28.05.2003, 11:49
Hallo Didie,

wie alt ist Verdi denn?

Für mich hört sich das eher so an, als ob ihn das sich bewegende Fahrrad gereizt hätte und er aus Spiel-/Beutetrieb heraus den Radfahrer gezwickt hat. Hat Deine Mutter denn gesehen, wie es passiert ist?

Es fehlen einfach ein paar Hintergrundinfos, um das Verhalten von Verdi beurteilen zu können... insbesondere zu dem Moment, als es passierte. Hat er geknurrt? Oder fand er einfach nur die Bewegung toll?

Vielleicht kannst Du es ja nochmal genauer beschreiben?

Liebe Grüße
Claudia

didie
28.05.2003, 13:14
Hallo,

Verdi soll im August 2001 geboren sein. Ich weiß leider nicht viel über seine Vorgeschichte, deshalb habe ich jetzt auch so eine Angst...

Leider kann ich nicht mehr Angaben dazu machen, da keiner diesen Vorfall gesehen hat. Ich kann mich nur auf die Auskünfte dieses Herrn beziehen. Aber er soll nicht geknurrt haben. Ich weiß aber, daß die Bremsen des Fahrrades gequischt haben sollen.

Ich kann es mir auch nur so erklären, daß
- Verdi Angst hatte (obwohl er Fahrradfahren über alles liebt), da die Bremsen wohl gequischt haben und der Mann dann vielleicht so schwungvoll sein Bein über die Stange geschwungen hat, daß Verdi dachte, der will ihn treten
- Verdi wirklich spielen wollte und das Bein des Mannes nur in den Mund genommen hat und der hat dann einfach zu heftig reagiert, so daß bei Verdi der Beißreflex ausgelöst wurde (obwohl der Mann dann wohl nicht nur mit einerm blauen Fleck davon gekommen wäre).

Wie kann ich ihm abgewöhnen, so zu spielen? Ich möchte auf gar keinem Fall, daß sowas nochmal vorkommt....

Liebe Grüße
Didie

Hovi
28.05.2003, 13:32
Hallo Didie,

zuallererst mußt Du natürlich zusehen, dass so etwas nicht mehr vorkommen kann, sprich: Verdi nicht unbeaufsichtigt da lassen, wo Fremde hinkommen können.

Es ist natürlich jetzt sehr schwer, irgend etwas zu sagen, eben weil niemand gesehen hat, was wirklich passiert ist und alles nur auf Vermutungen basiert. Er könnte erschrocken sein, Angst gehabt haben, gespielt haben... alles möglich.

Wichtig wäre, dass Du eine solche Situation (Fahrrad mit quietschender Bremse) mal mit einer bekannten Person (die der Hund aber nicht kennen sollte) übst. Schau, wie er in Deinem Beisein reagiert und was Du aus seinem Verhalten / Körpersprache herauslesen kannst.

Denn so, wie Du momentan im Dunkeln tappst, kannst Du keine wirksamen "Gegenmaßnahmen" ergreifen.

Liebe Grüße
Claudia

billymoppel
28.05.2003, 23:27
hallo didie,
klar, dass du erst mal von den socken bist. überrascht einen doch immer wieder, wenn der eigene hund mal das raubtier raushängen läßt. aber das ist er nun mal und daher hat claudia völlig recht: vertrauen ist gut, kontrolle besser. jeder hund ist ein individuum und man kann niemals voraus sehen, wie er in einer bestimmten situation reagieren wird. manchmal summieren sich auch kleinigkeiten, die, jede für sich unbedeutend, dann doch aggressivität auslösen.
und wenn wir mal davon ausgehen, dass dein hund jetzt um die zwei jahre ist: könnte es sein, dass er mit beginnendem erwachsenenleben das wachhund-gen in sich entdeckt hat?
und nun mal zur rechtlichen seite, die dich ja offensichtlich auch interessiert: von deiner versicherung hast du sicher nichts zu fürchten, schmerzensgeld für einen blauen fleck bewegt sich gegen null. aber: der gute mann kann dir erhebliche scherereien verursachen. er kann dich wegen fahlässiger kv anzeigen, die du nach deiner schilderung wahrscheinlich auch begangen hast, weil du deine aufsichtspflicht vernachlässigt hast. das allein wäre auch noch nicht soooo schlimm, bekommst du wahrscheinlich einen strafbefehl, der auch nicht so gravierend sein wird (vorbestraft bist du dann nicht), aber: beißvorfälle sind meldepflichtig (auch ärzte müssen das melden) und dann kann dir glatt maulkorbzwang vom ordnungsamt aufgebrummt werden. oder der gute mann geht gleich dahin.
das sind sicher keine guten neuigkeiten, daher sieh zu, dass du dich irgendwie einigst.
ich hoffe sehr, dass alles gut ausgeht.
lg
bettina

Sallydoggy
29.05.2003, 00:17
Hallo Didie!

Ich sitze hier an meinem Computer und habe gerade eine Mordswut im Bauch.
Warum?

Weil Du einen wohl erwiesenermaßen lieben Hund hast, der sich viel gefallen läßt und bisher nie negativ aufgefallen ist.
Du gehst mit ihm in die Hundeschule, wo er sich einwandfrei benimmt, er wird als aggressivionslos eingestuft.

Und dann kommt irgendein Mensch daher, betritt Verdies Revier, verpaßt ihm einen blauen Flecken und schon tritt Panik auf.

Okay, ich kann Dich gut verstehen, weil Du völlig im Dunkeln tapst, was dort passiert ist.
Da kreisen die Gedanken, man bekommt Angst vor Sanktionen, das Vertrauen in den Hund ist getrübt.

Ich bin sauer auf diesen Mann, der wegen einem blauen Fleck, den er wahrscheinlich selber zu verantworten hast, so ein Theater macht.

Meine Frage, meine Gedankengänge:
Er betritt ein fremdes Grundstück, es ist nicht sein Zuhause.
Es ist Verdies Revier!
Warum muß er so dreist sein und durch den Garten mit dem Fahrrad fahren?
Warum konnte er es nicht ruhig durch den Garten schieben, den Hund nicht beachten, vor allen Dingen nicht in die Augen gucken?

Okay, man weiß nicht, wie es sich zugetragen hat, aber jedem kleinen Kind wird beigebracht (sollte es zumindestens), daß man bei einem fremden Hund nicht davonläuft oder mit dem Fahrrad davon fährt.
Es löst nun mal immer einen Beutetrieb aus, nur manchen Hunden wurde es erfolgreich abtrainiert.

Verdie soll nicht geknurrt haben. Okay, aber vielleicht hat er beschwichtigt, den Blick abgewendet, die Pfote gehoben, gezüngelt etc.
Der Mann hat diese Zeichen nicht beachtet und ist einfach weitergefahren.
Ein eher unsicherer Hund fühlt sich in diesem Fall bedroht und schnappt schon mal zu.
Typisch ist, daß keine richtige Bißwunde entstanden ist, sondern Verdie eigentlich nur abgeschnappt hat.
Hätte er richtig beißen wollen, wäre es wohl keine Schwierigkeit für ihn gewesen, oder?!!

Die wenigsten Hunde sind richtig aggressiv, auch knurren heißt nicht immer Agressivität.
Unsichere Hunde knurren sehr viel, weil sie einfach anzeichen wollen, daß es ihnen in einer Situation nicht gut geht.
Vorher wird aber beschwichtigt und wenn das nicht hilft, dann muß es eben deutlicher gesagt werden - mit knurren.

Ich an Deiner Stelle würde eher schauen, wie sicher Verdie ist. Stellt er öfter die Nackenhaare auf (meistens Anzeichen von Unsicherheit, seltener von Agressivität!!), beschwichtigt er viel?
Schau da mal genauer hin!
Leider lernt man dieses selten in einer Hundeschule - nicht viele haben richtig Ahnung von der Körpersprache des Hundes!

Wichtig ist jetzt, daß Du Dich nicht bange machen läßt und das Vertrauen zu Verdie nicht drunter leidet.

Ansonsten denke ich nicht, daß man Du die Aufsichtspflicht verletzt hast!
Er war bei Deiner Mutter, wo er immer tagsüber ist.
Wenn das Gelände richtig gut eingezäunt ist, dann sollte es ausreichen.
Gut wäre ein Schild am Gartenzaun, daß sich ein Hund auf dem Grundstück befindet.
Aber wenn dieser Herr Gast bei Deiner Mutter gewesen ist, dann wußte er ja, daß sich ein Hund auf dem Gelände befindet und er sich dementsprechend verhalten muß. Oder?

Liebe Didie, mach weiter wie bisher, achte vielleicht nur mal genauer auf Verdies "Sprache".
Wenn ihr bisher ein gutes Team wart, dann sehe ich keinen Grund, warum sich dieses ändern sollte.

Und, wie gesagt, halte dem Mann, wenn er Dir noch Scherereien macht, ruhig auch vor, daß er auch Fehler gemacht hat.
Dann merkt er, daß Du Ahnung hat und er Dich nicht so leicht fertig machen kann.

Ich wünsche Euch beiden viel Glück!

Liebe Grüße von Ina Katrin und Sally

Thomas
29.05.2003, 00:58
Hallo Ina (oder Katrin oder Ina Katrin)!

Deinem Statement ist unschwer zu entnehmen das Du eine glühende Vertreterin von Turid Rugaas bzw. Calming Signals bist. Ich halte das Buch, mit ein paar kleinen Einschränkungen, ebenfalls für sehr wichtig und äußerst lesenswert, wie Du hier nachlesen kannst <click> (http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?threadid=6852)

ABER: Die Argumente die Du anbringst,

Ich bin sauer auf diesen Mann, der wegen einem blauen Fleck, den er wahrscheinlich selber zu verantworten hast, so ein Theater macht.

Okay, aber vielleicht hat er beschwichtigt, den Blick abgewendet, die Pfote gehoben, gezüngelt etc.
Der Mann hat diese Zeichen nicht beachtet und ist einfach weitergefahren.
können ja wohl nicht wirklich Dein Ernst sein. Hmm, ich fürchte sie sind Dein Ernst. Dann erkläre mir bitte, wie es angehen soll/kann das ein Nicht-Hundehalter, ja höchstwahrscheinlich sogar 80% (eher mehr) der Hundehalter (mich eingeschlossen - VOR dem lesen der Lektüre) jemals etwas von Calming Signals gehört haben soll?? Also Du setzt hier ein Wissen voraus das defacto in der Bevölkerung nicht vorhanden ist und drehst dem Herrn jetzt völlig überzogen nen Strick draus.

Keiner der hier schreiben Leute war bei dem Vorfall dabei, aber Du scheinst irgendwoher zu wissen, oder zumindest zu erahnen wie es sich zugetragen haben könnte. Ich finde ziemlich daneben, nach Beissvorfällen immer den Hunden die Schuld zuzuschieben. Aber jetzt in´s Blaue hinein dem dem Menschen den schwarzen Peter zuzuschieben ist keinen Deut "besser".

Wenn/Falls dem Übergriff des Hundes ein Fehlverhalten des Menschen vorausgegangen ist, dann ist es sicher nicht der Umstand, das ihm "leider entgangen ist", das der Hund sich über den Fang geleckt hat o.ä. Dieses nicht zu erkennen darf einfach nicht als Fehlverhalten gewertet werden! Sollen jetzt demnächst Kinder auf Calming Signals geschuhlt werden, damit sie in grenzwertigen Situationen auch ja richtig reagieren können? Nicht wirklich, oder?

Ich finde es grundsätzlich ja ehrbar, das Du Didie Mut zusprichst (wobei ich mich selbst bei sowas eher raushalte, da ich ja eh nicht zu einer sachlichen Einschätzung der Lage beitragen kann). Soweit sogut - aber bist Du hier m.M. nach etwas übers Ziel hinausgeschossen.

Gruß
Thomas

Sallydoggy
29.05.2003, 01:15
Hallo Thomas!

Tja, da hast Du wohl recht, ich bin etwas übers Ziel hinaus geschossen. Mein Fehler!

Meine einzige Entschuldigung hierfür ist, das mich solche Vorfälle immer unheimlich wütend machen, weil im Endeffekt der Hund drunter leiden muß, er die Konsequenzen tragen muß.

Warum sind viele Menschen so ignorant?
Es war Verdies Revier, danach hat sich der Mensch zu richten und sich dementsprechend zu verhalten!

Für mich muß nicht jeder Mensch Hunde mögen, aber er soll sie so respektieren und akzeptiereren, wie sie sind.


Sollen jetzt demnächst Kinder auf Calming Signals geschuhlt werden, damit sie in grenzwertigen Situationen auch ja richtig reagieren können? Nicht wirklich, oder?

Doch, genau dieses wäre erstrebenswert und gut!!
Schließlich gibt es schon Organisationen, die mit geschulten Hunden in die Schulen gehen, damit die Kinder lernen, wie sie auf einen fremden Hund reagieren.
Dort lernen sie dann, daß man einem fremden Hund nicht in die Augen guckt, nicht wegläuft etc.

Ansonsten war es wirklich meine Absicht, Didie Mut zuzusprechen - leider wohl wirklich zu emotionell.

Habe aber gerade heute wieder erlebt, wie ein kleiner spanischer Hund unter seinem Besitzer leider muß und dieses Bild geht mir nicht aus dem Kopf.

Bin ich entschuldigt, bzw. ein bißchen verstanden?

Wichtig ist doch auch, daß Didie nicht das Vertrauen zu Verdie verliert, damit sie weiterhin gut mit ihm zusammenarbeiten kann!

Also, ich stehe zu meinen Fehlern, aber der Grundtenor meines Textes bleibt der gleiche.
Ich hätte vielleicht nur eine Nacht drüber schlafen sollen,dann wäre er nicht sooooo emotional geworden.:rolleyes:

Morgen bzw. heute gehe ich auf die Hundeausstellung nach Dortmund und ich freue mich schon tierisch drauf!

Liebe Grüße und gute Nacht wünscht Ina

P.S.:Ich heiße Ina Katrin, werde aber nur Ina gerufen. Daher hier das Durcheinander! Ab jetzt bleibe ich bei Ina! Okay?

Thomas
29.05.2003, 01:46
Hallo Ina,

ich bin der letzte, der Dir wegen Deines emotionalen Postings einen Stick draus drehen will/wird, vorallem dann nicht wenn man, wie Du, auch mal ein Schritt zurück gehen kann. Naja, zumindest einen kleinen Schritt ;)

Dein Grundtenor bleibt also der gleiche, drum sei mir nochmal die Frage gestattet, warum Du den Menschen Ignoranz vorwirst, wo doch eingentlich "Unwissenheit" (die meines Erachtens weder als fahrlässig und schon garnicht als vorsätzlich bezeichnet werden kann, aufgrund des Spezialgebietes für weite Teile der Bevölkerung) das richtige Wort wäre? Das hat auch nicht unbedingt was mit "Hunde mögen bzw. respektieren" zu tun. Glaub mir, ich hatte vor meiner Hunde-Zeit nicht die geringste Ahnung von Hundeverhalten. Wie auch? Ein schwanzwedelnder Hund war für mich ein freundlicher und ein gähnender Hund ein müder. Ich frage also nochmal: Was ist daran ignorant?

Was das Thema Kinder anbelangt, würde ich auch gerne nochmal genau differenzieren. Ich gebe Dir absolut recht, das Kinder, möglichst schon in Kindergärten bzw. Schulen mit hündischem Verhalten konfrontiert werden sollten. Wird ja, soweit ich das mitbekomme, in Einzelfällen (von lokalen Trainern) ja auch gemacht - sicher noch viiiiiel zu wenig. Auf der anderen Seite darf das aber auf keinen Fall dazu führen, das dem Kind bei Nichtbeachtung etwaiger Signale seitens des Hundes vorgehalten wird, es hab sich falsch verhalten und somit zumindest eine Teilschuld an einem Übergriff zu tragen. Das kann und darf nicht richtig sein. In aller erster Linie hat ein Hundehalter Sorge dafür zu tragen, das sein Hund keine Gefahr darstellt, weder gegenüber einem Briefträger noch einem Kind das plötzlich in einen fremden Garten rennt um den dorthin geworfenen Ball wieder zurückzuholen. Das muss stets Priorität haben. Wenn sich darüber hinaus in der Allgemeinheit ein vermehrtes Wissen über Hunde und der Kommunikation etabliert, fande ich das selbstredend klasse und begrüßenswert. Aber die Reihenfolge der Verantwortlichkeit muss schon noch gewahrt bleiben.

Dir noch einen schönen Tag auf der heutigen WHA. :cool:

Gruß
Thomas

Ivonne
29.05.2003, 07:10
Moin zusammen,

hab die letzten Posts mehr überflogen.

Hab ich das richtig verstanden, es gibt nur die Aussage dieses Herrn, das Dein Hund gebissen/geschnappt hat ?
Habt ihr den blauen Fleck gesehen ?

Ich würds erstmal anzweifeln, wenn ich so 100%ig weiß, das mein Hund ein Klapskopf ist, dem auch Revierverteidigen so schnell nicht in den Sinn kommen würde.

Wenn er denn wirklich geschnappt hat, dann ist sicherlich ein Fehlverhalten des Mannes vorausgegangen, wobei ich hier aber eher an ein aktives als passives denke.
Vielleicht ist er auf ihn zugegangen? Dein Hund lag, er hat sich drübergebeugt? Das wurde Deinem Hund dann vielleicht doch zuviel, hat geknurrt, der Mann macht jetzt ein Schnappen draus?

Das sind zuviele offene Fragen, die geklärt werden müssen und laß Dir von dem Typen keinen Scheiß einreden.
Provozier die Situation abermals mit einem Helfer und Du wirst sehen, was passiert.

billymoppel
29.05.2003, 08:46
moin ivonne,
für so parteiisch hätte ich dich gar nicht gehalten. ein temperament am frühen morgen!:D
aber: der mann ist mieter, kein eindringling auf einem privatgrundstück. mag sein, dass er den hund gereizt hat, aber das ist im endeffekt schnuppe. der kann erzählen was er will, er hat eine, wenn auch kleine verletzung. du kennst doch den wesenstest: was hunde da abhalten müssen, ist eigentlich eine beleidigung für das wesen des hundes, aber so ist die zeit nun mal. da kann der hund soviel calming signals von sich geben, wie er will.
weiterhin: der hund hat ja offensichtlich eine eine unbekannte vergangenheit. einem solchen hund kann man beim besten willen niemals 100%ig vertrauen. vielleicht hat er schlechte erfahrungen mit blauen schnürsenkeln, mit orangen warnwesten...ich war auch geneigt, billy eines tages absolut zu vertrauen, bis ich vor einen krankenhaus saß, er neben mir auf der bank, ich hatte den arm um ihn gelegt. aus der notfallambulanz kam ein alkohilker, mit paar binden überall drum. da hat mein hund, dem ich das menschen gegenüber niemals zugtraut habe, geknurrt. aus tiefster seele, völlig ohne geräusch, ich hab's nur gespürt. er hatte sich völlig verspannt. warum? ich weiß es nicht. dass der mann alki war, war sicher nicht der grund, den wir kennen ein paar von denen, manche sind ja nette menschen mit netten hunden.
sitauationen auf dem hundeplatz, sind situationen auf dem hundeplatz. man sollte sich einfach hüten, daraus 1:1 verhalten in der realität abzuleiten.
und zum schluß meine vermutung, was passiert ist: es scheint ja verboten zu sein, auf dem grundstück rad zu fahren, also wird es nicht gemacht. der hund mag zwar erfahrung haben mit radfahrern, aber nicht mit radfahrern auf genau diesem grundstück. hunde sind in gwisser weise "spießer". normabweichendes verhalten löst konflikte aus (wie bei uns auch), dass instrumentarium darauf zu reagieren ist, glaube ich, nicht sonderlich diffiziel: ignoranz, flucht, aggression. na ja, wie bei uns auch. nur ist die welt eines hundes kleiner als unsere, weil der grad an verknüpfung, die er aus seinen erfahrungen ziehen kann, kleiner ist als bei uns. moral: was für uns völlig normal ist, nämlich radfahren obwohl verboten (regeln sind dazu da, gebrochen zu werden) kann hund in ernste konflikte stürzen.
lg
bettina

Ivonne
29.05.2003, 08:55
Moin Bettina,

hab nur versucht, ma aus einem anderen Blickwinkel zu bewerten.
Gibt genug Leute, die Hunden nicht freundlich gesinnt sind da gern intrigieren.

Sallydoggy
29.05.2003, 22:50
Hallo an alle, hallo Thomas!

Genau, der Grundtenor meines Textes bleibt der gleiche, da ändere ich nichts an meiner Meinung!

Ich schließe mich auch voll Ivonne an, die es ähnlich ausdrückt wie ich!

Die Ignoranz des menschlichen Verhalten liegt darin, daß dieser Mann auf dem Grundstück mit dem Fahrrad fuhr und es nicht geschoben hat.
Damit hat er es eigentlich provoziert, daß der Hund ankommt und irgendwie drauf reagiert.
Der Mann ist zwar Mieter dort, aber dem Hund ist er fremd und nicht wohlvertraut.
Ich gehe davon aus, daß die meisten Menschen wissen, daß man bei einem fremden Hund vorsichtig sein müssen.

Im täglichen Umgang setze ich es nicht voraus, da ist es meine Aufgabe als Hundehalter, auf meinen Hund und seine Reaktionen auf bestimmte Menschen, Situationen etc. zu achten.

Ich habe meine Sally von klein auf, habe sie mit 7 Wochen bekommen und bestens sozialisiert und ausgebildet.
Sie kennt und liebt viele kleine Kinder, trotzdem hat sie vor fremden kleinen Kindern erst mal Angst, wird unsicher und knurrt, wenn kleine Kinder sie streicheln wollen.
Ich erkläre den Eltern dann, daß sie aus Unsicherheit knurrt und sie bitte auf ihre Kindern achten mögen.
Sie dürfen und sollen Sally aber ein Leckerchen geben, damit ist sie nämlich bestechlich.
Ich würde ihr nie das Knurren verbieten, denn damit signalisiert sie mir, daß ihr etwas nicht behagt.

Sally läuft immer frei, auch in der Stadt und die Menschen haben viel Spaß mit ihr, da sie mir beim Einkaufen hilft (kleine Tasche in der Schnauze etc.).
Ich beobachte die Menschen jedoch sehr genau und wenn ich leiseste Anzeichen von Angst oder Unsicherheit entdecke, dann ist Sally sofort an meiner Seite.

Ich bin wirklich die letzte, die von allen Menschen verlangt, Hunde mögen zu müssen bzw. sich damit auskennen zu müssen.

Jeder hat seine Erfahrungen mit Hunden gemacht, leider viele sehr negative oder gar keine.

Unsere Hunde müssen beim täglichen Spaziergang soviele Einschränkungen ertragen, müssen an der Leine bleiben, manche sogar einen Maulkorb tragen und viele haben nur selten die Gelegenheit, sie richtig auszutoben.

Wenn dann der Hund aber auf dem eigenen Grundstück nicht mehr einfach nur sein darf und jeder einfach plump in sein Revier eindringen darf, dann sind wir wirklich schon weit gekommen.
Wenn von Verdie in irgendeiner Weise eine Gefahr ausgehen würde, dann würde es mich schon wundern, wenn er unbeaufsichtigt im Garten rumläuft, denn schließlich kommt ja auch mal der Postbote etc.
Scheinbar gab es damit ja noch keine Probleme. Oder?!
Zumindestens wurde hier nicht davon geschrieben!

Es gibt nun mal viele Menschen, die absolut keine Hunde leiden können, die sie aber auch nicht in Ruhe lassen können.
Sie provozieren sie und wenn der Hund reagiert, in dem er abschnappt oder sogar auch nur knurrt, dann haben sie wieder Öl auf ihr Feuer bekommen und schreien laut los.
Ich möchte diesem Menschen nicht unterstellen, daß er so jemand ist, aber wenn jemand so inadäquat reagiert und den Hund so massiv beschimpft, dann drängt sich dieser Verdacht für mich einfach auf.

Ich bin sehr für gegenseitige Achtung und Rücksichtnahme, aber ich verlange sie auch gegenüber meinem Hund!!

Auf der WHA war es super und Sally hat den 2. Platz bei der Mischlingshundeausstellung in ihrer Kategorie (Hündinnen unter 50 cm) gemacht.

Liebe Grüße und allen ein schönes langes Wochenende! Ina

Thomas
30.05.2003, 18:14
Ich schließe mich auch voll Ivonne an, die es ähnlich ausdrückt wie ich!
In Ivonnes´ Beitrag sind mit zuviele wenn´s, vielleichts und Fragezeichen drin, vondaher finde ich es müssig, weiterhin über den Hergang zu spekulieren.
Übrigens, das der Mann diesen Hund VOR dem Vorfall massiv beschimpft haben soll, habe ich nirgends gelesen. Das er DANACH not amused ist....naja...also das macht ihn in meinen Augen jetzt nicht gleich zum bösen Hundehasser...

Die Ignoranz des menschlichen Verhalten liegt darin, daß dieser Mann auf dem Grundstück mit dem Fahrrad fuhr und es nicht geschoben hat. Damit hat er es eigentlich provoziert, daß der Hund ankommt und irgendwie drauf reagiert.
Wahnsinn was Du für eine niedrige Messlatte für ignorantes Verhalten an den Tag legst. Finde ich wirklich bemerkenswert. Hey, dieser Hund, wie wohl die meisten unserer Hunde leben in einer Umwelt die nunmal davon geprägt ist das ständig irgendetwas um einen herum "passiert". Hätte der Mann nun einen Leiterwagen mit ein paar Getränke-Kästen hinter sich hergezogen wäre das für Dich wahrscheinlich ein ebenso ignorates Fehlverhalten gewesen? Oder was ist mit meinem Beispiel mit dem Kind und dem Ball (s.o.)? Auch ignorant? Um Himmels willen, wo willst Du den da eine Grenze ziehen? Deine Wunschvorstellung ist wahrscheinlich, das am besten alle Menschen bei Hundekontakt beschwichtigend auf den Hund einwirken. Das ist erstens völlig illusorisch und zweitens würde ich NIE auf die Idee kommen, z.b. einem Kind zu sagen, es soll sich mal eben über die Mundwinkel lecken weil mein Hund gerade Streß hat. Was soll das?? Unsere Hunde leben nunmal in einer Welt voller Umweltreize und nicht auf einem 3 ha großem Auslaufgebiet mit Sonnenblumen und Schmetterlingen. Diesen Ausgleich können und müssen wir ihnen natürlich bieten aber das hin und wieder auch mal jemand euren Weg kreutz, der sich nicht 100%ig in Deinem Sinnde verhält sollte sowohl von Dir als auch Deinem Hund schon "ausgehalten" werden können. Utopische Forderungen, wie sie Dir vorschweben, bringen doch niemandem etwas, sondern erhöhen nur den Frust für alle Beteiligten.
Du sprichst von gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung, verlangst aber gleichzeitig das jemand von seinem Drahtesel absteigt wenn ein Hund auftaucht? Find ich schon etwas befremdlich...

Freut mich, das Dein Hund auf der WHA erfolgreich war - Gratuliere.

Gruß
Thomas

PS. Meine Postings richten sich übrigens in keinster Weise gegen Verdi, nur um das mal klarzustellen. Die Aussagen beziehen sind ganz allgemein auf das Thema: Umgang von Nicht-Hundlern mit Hunden.

Sallydoggy
01.06.2003, 17:07
Hallo Thomas!

Entweder kannst oder willst Du mich nicht verstehen!

So überzogen, wie Du es darstellst, habe ich es in keinem meiner Texte ausgedrückt geschweige denn gemeint. Komisch, daß Du der einzige bist, der es nicht verstehst - man liest hier keine andere Meinung mehr.

Ich beende hier meine Statements zu diesem Thema, denn es würde nichts neues ergeben.

Nur soviel noch:
Meine Hündin läuft immer frei - es gab noch nie Streß und Theater, weil ich sehr viel Rücksicht auf die anderen Menschen nehme - ich erkenne auch schon im Ansatz, wenn vielleicht jemand Angst hat.
Ich entferne immer alle Hundehaufen (außer im Wald), weil ich nicht möchte, daß sich andere dadurch belästigst fühlen.
Ich mag es selber nicht, wenn überall Häufchen rumliegen und man reintritt.

Dadurch, daß ich sehr rücksichtsvoll und zuvorkommend im Umgang mit anderen Menschen und vor allen Dingen mit Nicht-Hundehaltern bin, gibt es nie Streß oder Streit und da bin ich sehr froh drum.

In diesem Sinne liebe Grüße von Ina und Sally

Thomas
01.06.2003, 21:35
Hallo Ina,

Du hast recht, ich kann Dich, resp. Deine Argumentation nicht verstehen - am >verstehen wollen< liegts eher weniger... Ob ich der einzige bin, der es nicht versteht weiß ich nicht, und selbst wenn...

Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, was Hundehaufen, Maulkörbe oder Einkaufstaschen tragende Hunde mit den Thesen zu tun haben die Du vertrittst. Deine Haupt-These, jedenfalls die, die ich hier kritisiere, war: "Der Mensch hat sich IGNORANT und INADÄQUAT verhalten..." Um nichts anderes ging es mir. Leider weichst Du meinen Fragen aus und ziehst es stattdessen vor, auf allgemeine Statements a lá "ich bin rücksichtsvoll" auszuweichen. Um solche, aus meiner Sicht, Selbstverständlichkeiten geht es mir doch garnicht. Mir ging es zu keinem Zeitpunkt der Diskussion um Deine persönlichen Verhaltensweisen oder die Deines Hundes...aber das hast Du leider nicht verstanden oder nicht verstehen wollen.

Gruß
Thomas

Barkley
01.06.2003, 23:00
Hallo!
Gabs doch schon öfter,dass z.B. Kinder unbefugt ein Grundstück betreten haben,Schild vorne dran"bissiger Hund",selbst dann haftest Du als Hundehalter,wenn Dein Hund die Kinder beisst,Du musst ihn eben sicher unterbringen.
@Ina:Was mich wundert,Du bezeichnest Deinen Hund als bestens sozialisiert,akzeptierst aber dass er fremde Kinder anknurrt bzw. Dir zeigt,wenn ihm etwas unbehaglich ist.
Mein Hund macht das auch aus Angst bei fremden Kindern,aber mich stimmt das immer nachdenklich,ich denke es ist oft der erste Schritt zur Aggression bzw. der nächste Schritt ist dass Beissen,wenn der Hund irgendwann mehr Selbstbewusstsein aufgebaut hat oder das Knurren als Warnung von Personen nicht beachtet wird,es kann ja immer passieren dass Kinder trotzdem auf den Hund zugehen und ihn streicheln.Hast Du da gar keine Bedenken?
LG Antje

linus & mika
02.06.2003, 14:41
Kleine Erfahrung mit unserem Schäferhund (leider nicht mehr am Leben, da bereits 16 Jahre alt), den wir mal hatten:

Mein Papa hatte eine Autowerkstatt direkt neben einer Fabrik. Das Tor war immer geschlossen, außer wenn mein Papa mit Autos rangiert hat. Der Hund lag immer brav in seinem Hof, hat den Hof nur verlassen, wenn er angeleint wurde zum gassi gehen. Die Fabrikarbeiter haben den Hund gehasst und immer kleine Asbach Flaschen auf den Hund geschmissen. Mein Vater hat zwar versucht, das zu unterbinden, aber die Arbeiter haben sich dafür nicht interessiert. Das ganze ging mehrere Wochen lang.

Irgend wann hat mein VAter mit Autos rangiert und genau in diesem Moment sind die drei Arbeiter an der Werkstatt vorbeigelaufen. Diesmal hatten sie keine Flaschen dabei, aber der Hund hat sich die drei gemerkt und einen nach dem anderen fürchterlich gebissen. Bis mein Vater das mitbekommen hatte, war auch schon die Polizei vor Ort, Krankenwagen usw. Naja, man könnte ja jetzt sagen, hätten die Männer nur nicht mit Flaschen nach ihm geworfen, aber nichts desto trotz hat mein Vater eine Strafe zahlen müssen, und wenn das nochmal passiert wäre, hätte man den Hund eingeschläfert. Sicherlich hört sich das alles ganz schlimm an, war auch für uns schlimm, aber es war unsere Schuld, wir hätten aufpassen müssen, auch wenn der Hund gequält wurde.

Das nur zum Thema, daß kein Hund sein Revier zu verteidigen hat, es ehrt zwar im ersten Moment, aber es ist eine SAche vom HF, den Hund gescheit zu sozialisieren und aufzupassen, daß so etwas nicht passiert. Daher bin ich voll und ganz Thomas Meinung. Zwar geht das nicht gegen Deinen Hund, um Gottes Willen, ich würde einfach prüfen, was ihn dazu veranlasst hat. Logo kann es auch sein, daß der Mann Schmarrn erzählt und eigentlich nix passiert ist, aber das kann niemand bezeugen und niemand kann gegenteiliges behaupten. Wenn dieser blaue Fleck wirklich exisitiert, kann man auch recht schnell feststellen, ob dieser von einem Hund kommt oder nicht.

Im Übrigen dürfte mein Hund keine kleinen Kinder anknurren, da würde ich sofort etwas unternehmen.

Sallydoggy
04.06.2003, 17:23
Hallo!

@all:
Sally knurrt, wenn kleine Kinder ihr zu nah kommen.
Es sind dann Kinder, die sie nicht kennt, die brabbelnd, kreischend usw. auf sie zukommen.
Sally kommt direkt zu mir, setzt sich vor mir hin und meine Aufgabe ist es dann, dafür zu sorgen, daß die Kinder sie nicht einfach streicheln.
Sally liebt Kinder, aber nur die, die sie kennt. alle anderen sind ihr fremd und sie muß erst eine Beziehung aufbauen.
Ich lenke sie oft ab mit Leckerchen und fremde (Kleinst-)Kinder können sie streicheln.

Von der Hundeschule, in der ich gearbeitet habe kenne ich Fälle, in denen Hunden das Knurren verboten wurde.
Diese haben später direkt geschnappt, ohne zu warnen.

Das Beste ist wirklich, daß die Eltern seltenst reagieren, wenn ihr Kind angeknurrt wird.

Sally warnt, es ist ihr zu eng, ich muß sie aus der Situation rausholen.
Die Aufgabe der Eltern wäre es, auf ihre Kinder zu achten und sie nicht wahllos zu jedem Hund laufen zu lassen.
Da sie es aber trotzdem tun, passe ich doppelt gut auf, da die Kinder nicht wissen, was sie tun, sie sind noch kindlich unbedarft, so wie es sich gehört.

Sally ist bestens sozialisiert, aber ich denke, sie darf auch zeigen, wenn ihr etwas sehr unheimlich ist.
Daran werde ich nichts ändern, denn es geht immer gut, selbst wenn die Kinder sie anpatschen und ich nicht schnell genug zur Stelle bin.
Sie geht auch von alleine schnell weg, weil es ihr nicht behagt.

Ich lenke sie positiv um, aber wenn es nicht mehr rechtzeitig geht, dann werde ich trotzdem den Teufel tun und ihr das Knurren verbieten.
Das Ergebnis davon habe ich schon zu oft erlebt!!!

@Antje:
Knurren ist nicht zwangsläufig der erste Schritt zur Agression, sondern ist oft ein Zeichen von Unsicherheit.

@Linus&Mike:
WAS würdest Du denn unternehmen - ihr das Knurren verbieten, sie strafen, an die kurze Leine nehmen?
Würde mich wirklich interessieren!

@Thomas:

Deine Haupt-These, jedenfalls die, die ich hier kritisiere, war: "Der Mensch hat sich IGNORANT und INADÄQUAT verhalten..." Um nichts anderes ging es mir.
Das, was ich an dem Verhalten des Mannes nicht verstehe und als ignorant bezeichne ist, daß er auf einem "fremden" Grundstück das Fahrrad nicht geschoben hat.
Er war ein Gast in dem Haus, KEIN Mieter bzw. kein Dauermieter.
Er kannte den Hund nicht und mußte mit einem inadäquaten Verhalten des Hundes rechnen.
Fast jeder Hund findet einen Fahrradfahrer spannend (Sally nicht!) und wenn dieser auf dem eigenen Grundstück fährt, umso mehr.
Mit ein bißchen Voraussicht, die von uns als Hundehaltern ebenso gefordert ist, hätte er einen Schaden beim Schieben des Rades weitgehend vermeiden können.
Aber manche wollen einfach ein Fehlverhalten eines Hundes heraufbeschwören, dieses wird auch deutlich in dem Bericht von Linus&Mike. Dort war auch abzusehen, daß der Hund irgendwann mal austickt.
Und so etwas läßt sich doch wirklich vermeiden, oder?!

Ich meine auch, daß wir Hundehalter in großer Verantwortung stehen und der bin ich mir sehr doll bewußt, aber ich wünsche mir auch oft, daß die Nicht-Hundehalter einfach mal mitdenken.
Aber wahrscheinlich ist das zuviel verlangt. Oder?!!

Vielleicht waren meine Worte "ignorant" und "inadäquat" sehr kraß, denn ich bin eigentlich jemand, der anderen ihr Fehlverhalten sehr schnell verzeiht und ich suche auch eher die Fehler bei mir, aber hier ging es um einen Hund, der sich nicht verteidigen kann, weil es niemand anderer gesehen hat.
Ich finde es dann schlimm, wenn alle die Fehler beim Hund suchen, der ansonsten lieb und unauffällig ist, selbst in anspruchsvollen Situationen.

Habe ich mich jetzt klarer und verständlicher ausgedrückt?
Ansonsten belasse ich es hierbei, mehr bringt nicht unbedingt mehr!

LG von Ina und Sally

Thomas
04.06.2003, 20:55
Hallo Ina!

Habe ich mich jetzt klarer und verständlicher ausgedrückt?
Ja, hast Du - dankeschön.

Vielleicht können wir uns ja bzgl. des Radlers auf eine Umschreibung einigen, die etwa so aussieht: Unüberlegtes Handeln, evtl. hervorgerufen durch Unwissenheit. Jedoch keineswegs ein (für sich allein betrachtet, also wenn vom Radler sonst keine groben "Schnitzer" ausgegangen sind) Grund, einen blauen Fleck davonzutragen? Ich meine, inadäquat oder ignorant wäre es für mich dann, wenn er lautstark mit Fahrradglockenläuten direkt auf den Hund zugefahren wäre. Was nun wirklich genau war wissen die Götter - also lassen wir es damit gut sein.

Vielleicht wird es Dich überraschen, aber was Du bzgl. Kind-Hund-Begegnungen geschrieben hast, dem stimme ich weitgehend zu.

Ergänzung dazu: Meine Trainerin war vor einiger Zeit bei einem Seminar welches von Turid Rugaas zusammen mit ein paar Leuten von den Scallywags <click> (http://www.scallywags1.freeserve.co.u k/index.html) veranstaltet wurde. Dort spielte sich zufälligerweise folgende Szene ab: Die Seminargruppe war gerade dabei auf einer (nicht eingezäunten) Wiese das Verhalten (vorallem Calming Signals) der Hundegruppe zu beobachten. Wie es der Zufall will, kommt eine Mutter mit ihrer 3-4 jährigen Tochter des Weges einlang. Ein Hund löst sich aus der Gruppe und geht auf die beiden Passanten zu. Ein Scallywags-Trainer beobachtet diese Szene und nähert sich der Gruppe Mutter/Kind/Hund. Offensichtlich war der Trainer der Meinung, das sich der Hund aufgrund der blossen Anwesenheit des Kindes (also keine Streichel-Attacke oder sonstiges) nicht "wohl" gefühlt hat. Reaktion des Trainers O-Ton (deutlicher Tonfall): "Kind, bitte schau sofort in eine andere Richtung!"
So, der Trainer hat dies nicht etwa gemacht um der anwesenden Teilnehmer-Schar eine Kostprobe zu demonstrieren. Nein. Der meinte es wirklich ernst. Er war wirklich der Ansicht, das DAS KIND Beschwichtigungs-Signale aussenden solle/müsse, damit der Hund mit der Situation besser klarkommt. Das finde ich dann allerdings schon ein starkes Stück! Ich habe das jetzt nicht erzählt weil ich der Meinung bin, das Du ebenfalls so gehandelt hättest. Du hast ja geschrieben, das DU Deinen Hund aus entspr. Situationen rausnimmst und nicht vom Gegenüber irgend ein Verhalten abverlangst. Ich hab das jetzt in erster Line deswegen erwähnt, weil ich der Meinung bin, das vorbildlich-hundgerechtes Verhalten von Normal-Leuten nicht eingefordert werden kann.
Das in solchen Situationen, falls das Mädchen den Hund hätte streicheln wollen, die Mutter entsprechend "aufgeklärt" werden sollte steht ausser Frage. Aber irgendwie schließt sich für mich der Kreis zu dem Fahrrad-Fahrer. Falls keinerlei Provokation von ihm ausging, dann hat er sich vielleicht nicht vorbildlich verhalten aber eben auch nicht übermäßig "daneben".

Gruß
Thomas

billymoppel
04.06.2003, 22:13
hallo thomas,
du hast ja so was von recht.
natürlich kann man nicht vom rest der hundelosen welt wunder erwarten. auch wenn man es sich wünschen würde. ich habe auch keine ahnung von katzen oder pferden und kenne das adäquate verhalten nicht unbedingt.
das beispiel von dem calming-signals-seminar finde ich ziemlich krass. eigentlich voll daneben. ich habe das meinem nachbars-steppke zwar auch mit erfolg erklärt, aber die betonung liegt halt auf dem erklären. und solange er es nicht begriffen hatte (ist ja auch erst vier), habe ich meine kleine tunlich aus seiner reichweite gehalten, weil ich mir eben nicht 100%ig sicher war.

@ina

hast du schon mal dran gedacht, dass dein hund, wenn du ihn ohne leine läßt, bei anderen menschen ängste, ja panik auslösen kann? er mag ja super-brav sein, aber er hat ja sicher kein schild umhängen, wo das drauf steht. im gegenteil, sowas kann menschen, die bestenfalls keine meinung zu hunden hatten, zu hundefeinden machen. und davon gibt es doch wahrlich schon genug. die leine vermittelt unseren (zugebenermaßen armen) nicht-hundemitmenschen auch sicherheit.

lg
bettina

Sallydoggy
04.06.2003, 23:37
Hallöle!

@Bettina:
Klar bin ich mir der Ängste einiger Mitmenschen sehr bewußt. Ich gehe mit sehr offenen Augen durch die Welt und beobachte alle Menschen um mir herum, vor allen diejenigen, die uns direkt entgegen kommen.
Wenn man sehr genau beobachtet, dann erkennt man kleinste Anzeichen, die einem Hundehalter deuten, daß jemand Angst vor einem Hund hat.
Beispiele:
Ein Kind, welches langsamer wird, evtl. ausweicht, ängstlich guckt, hinter den Rücken der Mutter geht etc.
Das gleiche Verhalten bei Erwachsenen, diese wollen aber eher die Straßenseite wechseln.

Es gibt so viele Anzeichen und diese beachte ich immer.
In dem Fall ist Sallysofort , also binnen einer bis höchstens zwei Sekunden neben mir, da sie auf den leisesten Pfiff oder auch nur ein Schnalzen angerannt kommt.
Ich zeige ihr dann nur mir dem Finger neben mein linkes Bein und sie geht bei Fuß neben mir.

In der Stadt haben wirklich ausnahmslos alle viel Spaß mit ihr, wenn sie mit ihrer kleinen Einkaufstasche in der Schnauze durch die Straße läuft, die Eltern freuen sich und zeigen ihren Kindern diesen fleißigen Hund.

Ich weiß, in der heutigen Zeit ist ein freilaufender Hund eigentlich nicht mehr gestattet, aber wenn sogar die Polizei mich nicht anspricht, obwohl ich einen Meter entfernt von ihnen vorbeigehe (Sally "bei Fuß" mit ihrem Einkaufsbeutel in der Schnauze), dann spricht es doch für sich. Oder?
Es war im Rahmen einer Demo in Schwelm und ihr einziger Kommentar laut und deutlich, als ich vorbeiging: "Endlich mal ein gut erzogener Hund!"

Weißt Du, Bettina, soviel Sicherheit vermittelt mir eine Leine nicht immer unbedingt!
Mir vermittelt es mehr Sicherheit, wenn ein Hund richtig hört, auf Handzeichen oder Kommando "bei Fuß" geht und der Besitzer den Eindruck vermittelt, als wenn er weiß, was er tut.

Ich habe ehrlicherweise teilweise richtig Angst vor Leuten, die einen Hund an der Leine haben, ihn kaum halten können und es nicht schaffen, den Hund auf sich zu fixieren.
Oft wollen diese Leute nicht mit Leckerchen arbeiten (ist ihr gutes Recht, jeder soll es so machen, wie er will!), weil der Hund ihnen zuliebe hören sollen und nicht wegen der Leckerchen.
Genau das sind die Leute, die bestimmt ohne Gehalt arbeiten gehen, nur um ihrem Chef zu gefallen.*grins*

Häufig sind es Leute mit Schäferhunden (passiert mir täglich, leider), die einen reißenden Hund an der Leine mit Stachelhalsband haben und wirklich den Eindruck vermitteln, als wären sie kaum Herr der Lage.

Ich denke also, daß wir (Gespann Sally und Ina) den Leuten sehr viel Sicherheit vermitteln, da wir wirklich ein Team sind.
So etwas sieht man nicht so oft, daher ist es sicherlich schwerer verständlich, warum ich Sally einfach laufen lasse.

In Situationen, in denen ich mal nicht so acht geben kann, mache ich sie auch fest oder lasse sie neben mir sitzen bzw. liegen, bis ich wieder konzentriert unterwegs bin.

@Thomas:
So liest es sich doch gut, ich denke, wir sind uns wieder einig!
Oft ist es ja so, daß man das ähnliche meint und eine ähnliche These vertritt, aber jeder drückt es anders aus und schon gibt es Konflikte.
Übers Internet ist es immer noch schwieriger, da die menschliche Gestik, Mimik und Intonation fehlt - da gibt es schon mal Mißverständnisse etc.
Aber Du hast es gut aufgeklärt und so kann sogar ich mich damit arrangieren!*freu*

Dein Beispiel ist wirklich sehr extrem und ich hätte, glaube ich, als Mutter des Kindes diesem Trainer einen Vogel gezeigt und ihn gefragt, was er da tut.

Man kann doch wirklich von einem Kleinkind nichts verlangen, sondern es nur schützen.
Nur über die Eltern kommt man an die Kinder und es ist die Aufgabe der Eltern, auf ihre Kinder zu achten und sie dem Hund vorsichtig näher zu bringen.

Heute ist es mir wieder in der Stadt passiert, daß ein kleines, ca. einjähriges Mädchen angelaufen kam und an Sally dran wollte.
Sally kam direkt wieder zu mir und wurde mit Leckerchen abgelenkt.
Aber meint ihr, die Mutter hätte das Kind weggeholt?
Pustekuchen!

Ich habe mich heute mit einer Freundin, die auch hier schreibt, länger über dieses Thema unterhalten und mich dazu entschieden, jetzt verstärkt die Eltern drum zu bitten, ihre Kinder nicht einfach zu Sally kommen zu lassen.
Bisher bin ich immer zu seicht, weil ich eigentlich die Beziehung KIND-HUND stärken will, aber Sally ist nun mal nicht dafür geeignet, es ist ihr zuviel.
Ich erfülle immer meine Pflichten, aber jetzt werde ich die Eltern auch mal mehr in die Pflicht nehmen.
Denn ich sehe auch nicht ein, daß es heißt, Sally wäre böse, nur, weil sie knurrt.
Dem Knurren gehen immer sämtliche Beschwichtigungssignale voraus, die natürlich nur ich erkenne.
Ich würde NIE von einem Fremden verlangen, auf diese zu achten, geschweige denn, sie zu kennen.
Aber da Sally vorher beschwichtigt und dann knurrt, ist es wichtig, daß ich es ihr nicht verbiete.

Noch ein kleines Beispiel:
Vorletzte Woche bin ich mit Sally nach Hamburg zu SAT 1 (Britt) gefahren.
Wir waren eingeladen, die Tickets für uns beide wurden von SAT 1 bezahlt.
Zugfahren war super-gut, Sally hatte einen eigenen Platz und durfte auch auf dem Sitz liegen (mit extra nagel-neuer sauberer Decke und Platzreservierung).
Sie brauchte auch keinen Maulkorb tragen und war super-super-lieb.
Auf der Rückfahrt mußten wir ab Dortmund mit der S-Bahn fahren und dort war eine große türkische Familie mit vielen Kindern drin.
Ich saß einen Sitz dahinter und ein kleiner Junge (schätzungsweise 3-4 Jahre alt) hatte irgendwie einen Narren an Sally gefressen.
Sie saß unten auf der Erde vor mir und der kleine Junge hing über dem Sitz und wedelte mit einem Schlüssel.
Er hat Sally öfter sehr lange fixiert und ihr war es sehr unheimlich.
Sie hat beschwichtigt und geknurrt, aber dann habe ich sie aufstehen und sich an anderer Stelle wieder hinlegen lassen.
So, daß der Junge sie nicht mehr direkt fixieren konnte.

Mir wäre es aber nie in den Sinn gekommen, dem kleinen Jungen, der einfach Spaß an einem Hund hatte, zu sagen, er solle sie nicht so angucken.
Das hätte er nicht verstanden und wäre von mir völlig daneben gewesen!
Ein kleines Kind entdeckt die Welt, dazu gehört auch die Tierwelt.
Die Eltern müssen ihren Kindern die Welt erklären, nicht ich darf belehren.
Bei älteren Kindern, schätzungsweise ab 6-7 Jahren, sieht es anders aus, sie verstehen auch mehr.
Aber selbst da kommt es immer wieder zu Fehlhandlungen, die allzu natürlich sind.
Also muß man auch hier wieder einen Blick auf alles haben!

Ihr seht also, wenn ich mit ohne Leine mit Sally durch die Straßen bewege, dann geschieht dieses völlig sicher und ohne Ängstigung für andere Passanten.
Wie ein Hund auf andere Menschen, auch Nicht-Hundehalter wirkt, ist oft bzw. fast immer Sache des Hundeführers.

In diesem Sinne liebe Grüße von Ina und Sally (beide völlig erschlagen von der Hitze)

Sallydoggy
04.06.2003, 23:47
Hallo nochmal!

Kurz noch zum Freilaufen:

Sally geht z. B. auch nicht alleine über die Straße.
Sie läuft voraus und am Straßenrand setzt sie sich hin und wartet auf mich.
Er auf ein "OK" läuft sie dann mit mir rüber.
Mir ist es schon passiert, daß ich sie am Straßenrand vergessen habe, weil ich das Auflösekommando nicht gegeben habe.
Sie geht auch nicht auf die Straße, wenn ihre besten Freunde auf der anderen Seite sind.
Liegt auf der Straße ein Stock oder ein Tannenzapfen (ihre große Leidenschaft!!!), dann setzt sie sich auf der Höhe hin und guckt dorthin.
Dann guckt sie mich an usw.
Wenn ich dann bei ihr bin, sage ich wieder "OK" und sie darf sich den Stock o.ö. holen.

Sie ist halt vom Wesen etc. 100 % Bordercollie, daher sehr leichtführig, aber sensibel und etwas unsicher.

Wenn sie mit ihrem Einkaufsbeutel vorausläuft, dann wartet sie auch an dem Ampeln.
Wenn dann alle Leute gehen, dann will sie auch gehen.
Blöd ist immer, wenn einer bei ROT über die Ampel geht, dann ist sie etwas durcheinander.
Daher habe ich immer das letzte Wort und sie geht nur nach Auflösekommando los.

Dieses war noch ein kleiner Exkurs in unsere täglichen Ausflüge.

Ich denke, so einen Hund, der wirklich mitdenkt, gibt es selten. Ich kenne keinen anderen, obwohl ich wirklich sehr, sehr viele Hunde kenne!

Gutes Nächtle, LG Ina und Sally

billymoppel
05.06.2003, 19:35
hallo ina,
ich halte das ganze trotzdem für riskant. mir geht das dabei nicht um verbote (wenn man sich an alles halten würde, was verboten ist....:D )
man kann bei aller liebe ein anderes individuum nie genau einschätzen, es funktioniert ja noch nicht mal bei sich selbst. über sich selbst ist man doch auch immer wieder überrascht.
ich musste z.b. eines tages feststellen, dass billy auf neongrüne warnwesten (obwohl er als hund diese farbe doch gar nicht sehen sollte???) allergisch reagiert, die orangenen sind im schnurz-egal. wieso, warum, ich weiß es nicht.
lg
bettina

Barkley
05.06.2003, 22:50
Hallo!
Ich stimme Dir absolut zu,dass Knurren oft ein Zeichen von Unsicherheit ist,ganz sicher auch bei meinem Hund.
Ich denke aber dass auch ein unsicherer Hund,der an Selbstvertrauen gewinnt,trotzdem irgendwann beissen kann,und auch ein unsicherer Hund kann anfangen zuzuschnappen(deshalb schrieb ich "Angstbeisser").Natürlich kann es auch sein,dass ein Hund einfach mit der Zeit lernt,mit Situationen,die ihm Angst machen umzugehen und das Knurren von selbst aufhört oder aber das Knurren nie aufhört und trotzdem nie etwas passiert.
Ich habe einfach die Erfahrung gemacht,dass es mit Hunden,die Menschen anknurren bzw. in Verbindung mit Menschen knurren oft zu Problemen kommt und deshalb bin ich etwas skeptisch in dieser Sache.
Es hört sich so an als sei Dein Hund sehr gut erzogen,und ich finde es völlig o.k. dass sie hauptsächlich ohne Leine läuft(wie mein Hund auch)aber es ist meist so dass ängstliche Leute es als angenehm empfinden,wenn man den Hund in ihrer Gegenwart anleint,es gibt ihnen einfach mehr Sicherheit und ich mache das auch wenn ich sehe,dass jemand ängstlich ist.Ich denke in der heutigen Zeit müssen die Hundehalter sich immer gegen die Bedrohung der allgemeinen Leinenpflicht(in meiner Wohngegend wären sehr viele Leute sehr glücklich darüber....) durchsetzen,natürlich könnten dadurch viele Zwischenfälle vermieden werden,aber ein Hund,der nur an der Leine geführt wird ist in meinen Augen eben kein glücklicher Hund und es entspricht auch nicht der artgerechten Haltung.
LG Antje,ebenfalls schwer hitzegeschädigt,wie auch der Hund...

Sallydoggy
08.06.2003, 00:05
Hallo!

@Antje:
Danke für Deine Zustimmung - ich kann Dir ebenfalls voll und ganz zustimmen.

Zu dem Anleinen:
Sally wird natürlich auch mal angeleint, auch wenn es sher selten ist. Aber wenn ich nicht richtig aufpassen kann, weil ich abgelenkt bin und ich merke auch, daß Sally unkonzentriert ist, dann mache ich sie schon aus dem Grunde mal fest, damit ich sie nicht ewig kritisieren muß ("Sally hier", "Sally nein" etc.).
Dieses alles ist zwar seltenst der Fall, nur wenn, dann kommt sie eben kurz an die Leine.
Ich stehe nämlich gar nicht darauf, immer an dem Hund "rumzuzuppeln", rumzumotzen etc.

Ansonsten sehe ich jetzt so eigentlich keinen Unterschied dazwischen, ob Sally angeleint oder unangeleint neben mir her geht "bei Fuß", mich anguckt und mal ein "turn left" etc. macht oder wenn dann eine Leine dran ist.
Tatsache ist, daß sie dann völlig auf mich fixiert ist, da würde eine Leine absolut nichts ändern.
Sie hat in diesen Situationen keine Augen für nichts und niemanden, von daher finde ich es so okay.

@Bettina:
Ja Bettina, auch Dir kann ich eigentlich im Prinzip zustimmen.
Nur ist es so, daß man ja auch an der Körpersprache des Hundes erkennen kann, wie er auf eine Situation (hier neongrüne Warnweste) reagiert.

Wenn man seinen Hund genau beobachtet und seine Körpersprache kennt, dann kann man vorhersagen, wie er reagieren wird.

Ich erkenne alleine schon an Sally`s Rutenhaltung, wie sie reagieren wird.
Oder ich erkenne vor einer Kurve an ihrer Körpersprache, ob jemand kommt oder nicht, ob ein Hund kommt oder nicht etc.
Sehr praktisch, weil ich mit einer Freundin spazieren gehe, deren Rüde nicht alle anderen leiden kann.

Wenn also merkwürde Situationen kommen, dann wird sie "bei Fuß" genommen und auf mich fixiert, so daß wir an allem und jedem gut vorbeikommen.
Wie schon erwähnt, hat sie dann für nichts und niemanden Augen.

Ansonsten gehört sie zu der Kategorie Hund, die nicht knurrt und irgendwann zuschnappt.
Dafür hole ich sie auch immer schnell genug aus den Situationen raus.
Und selbst wenn sie mal etwas länger aushalten muß, dann besteht kein Grund zur Sorge.

Sie ist wirklich etwas ganz besonderes ("merkt man, daß ich schwer verliebt bin - wie am ersten Tag vor über 4 Jahren, Sally gerade 7 Wochen alt???").
Sie versteht jedes Wort, ich kann ihr ganz normal sagen, was sie tun soll.
Ich brauche auch nicht einfache klare Kommandos geben, sondern kann in zusammenhängenden Sätzen reden.

Na ja, das kennt ihr wahrscheinlich von euren Hunden, denn wenn Hund auch Hobby ist, dann beschäftigt man sich ja wohl auch mehr damit.

Sodele, jetzt bin ich erst mal ca. 12 Tage "verreist" - meine 94-jährige Oma hat sich das Handgelenk gebrochen und ich muß meine Mutter bei der Pflege unterstützen.
Sally geht natürlich mit und auch die zwei Katzenbabys "Alisha" und "Akaso", die ich zur Zeit für den Tierschutz mit der Flasche großziehe.
Ich habe sie seit einer Woche und jetzt sind sie 4,5 Wochen alt.
Sally unterstützt mich tatkräftig, sie leckt sie nach dem Fressen immer sauber, spielt mit ihnen etc.
Einer meiner großen Kater ist der Patenonkel, er spielt auch mit ihnen, putzt sie sauber etc.
Es ist wirklich immer zu schön, ich habe es schön öfter gemacht.
Als Frührentnerin habe ich ja die Zeit dazu und die Tierschützer suchen ja immer händeringend Pflegestellen für Hunde, Katzen etc.

Liebe Grüße von Ina und Sally

P.S.:
@Thomas (natürlich auch alle anderen):
Kannst Du mir (könnt ihr mir) verraten, wie ich jetzt noch nachträglich ein Foto von Sally und/oder meinen Katzen ins Profil bekomme.
Ich schaffe es einfach nicht, habe es schon mehrfach probiert.
Über eure Hilfe würde ich mich sehr freuen!!

Thomas
08.06.2003, 02:07
Über eure Hilfe würde ich mich sehr freuen!!
Done.