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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Begeisteter Ballspieler



Jana81
21.05.2003, 10:13
Hallo, ich brauch mal wieder euren Rat...

Also meine Nala ist eine sehr begeisterte Ball- und Stockchenspielerin (das macht sie mittlerweile leider auch lieber, als mit ihren Hunde-Freunden zu spielen ). Nun, da ja der Sommer naht und die Parks überfüllt von Federball- und Fußballspielern sind, ist das für mich ein Spießrutenlauf mit dem Hund raus zu gehen. Da ich ja in der Stadt wohne gibt es auch keine Ausweichmöglichkeiten außer die Parks.
Wenn mein Hundi einen Ball sieht, dann ist sie weg! Da hilft kein brüllen und schimpfen und ablenken und so weiter. Sie rennt zu dem Ball, schnappt ihn und trägt ihn zu mir zurück. Meistens ist er danach auch noch kaputt wegen ihren spitzen Zähnen. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Ich hab so viel ausprobiert wie z.B. mit meinem Freund Fußball gespielt und jedes Mal, wenn Nala sich den Ball geschnappt hat, habe ich ihr es mit einem Strengen „Nein“ verboten. Hat nix geholfen. Dann hab ich sie mir geschnappt und sie jedes Mal danach auf den Rücken gedreht und geschimpft. Hat nix geholfen. Ich hab es mit ablenken versucht, indem ich mit ihr gespielt habe, während wo anders andere Leute Fußball gespielt haben. Hat auch nichts gebracht, der Ball war interessanter.
Könnt ihr mir vielleicht sagen, was ich noch machen kann oder ob ich was falsch mache? Nala ist eigentlich gerade auf dem besten Weg ein guterzogener Hund zu werden und ich habe nie Probleme mit ihr – außer bei diesem Thema.

Wäre toll wenn ihr mir schreibt! Liebe Grüße,
Jana

Thomas
21.05.2003, 11:13
Hi Jana!

1. Das mit dem "auf den Rückendrehen" solltest Du gleich aus mehreren Gründen tunlichst unterlassen.
- Es nützt nichts (hast Du bereits selbst festgestellt)
- Es handelt sich hierbei um eine "un-hündische" Abstrafung (keine "freiwilliges" sondern aktiv erzwungenes Unterwerfen)
- Darüber hinaus machst Du Dir damit das Herankommen des Hundes kaputt (Hund kommt, mit Ball, und wird dafür bestraft)

2. Trainingsvorschlag A

Verzichte in nächster Zeit darauf einen Ball/Stöckchen zu werfen und den Hund ungebremst dem Gegenstand nachjagen zu lassen. Besser wäre, einen Gegenstand auszulegen und erst NACH Freigabe (Kommado) ein Apportier- oder Suchspiel zu starten. Damit soll erreicht werden, das umherfliegende Bälle (eben auch diejenigen die Dir garnicht gehören), nicht automatisch ein Spielzeug darstellen sondern ein Spiel stets von DIR eingeleitet wird.

3. Trainingsvorschlag B

Etabliere ein Abbruchsignal aus der Bewegung. Mit planlosem (da nicht wirklich trainieres/konditioniertes) Brüllen und Schreien kommst Du, wie Du bereits festgestellt hast, nicht weiter. Im Gegenteil, es könnte sogar kontraproduktiv - da "anfeuernd"- wirken.
Befestige ihren Lieblingsball an einer Reizangel. Hilfsperson baut den Reiz und Spannung auf -> Hund jagt dem Ball hinterher -> darf hin und wieder die "Beute" auch erwischen (sonst Frustgefahr - und das Training wäre vorbei) -> ACHTUNG WICHTIG: während dem hinterherjagen ein "Platz"-Kommando geben (oder Sitz, wobei ich hier das Platz vorziehe, da "sicherer"). Also quasi direkt aus dem Beutetrieb heraus den Hund stoppen. Wenns klappt, darf Dein Hund als Belohnung (und das ist in dem Fall viel besser als jedes Leckerlie) sofort nach dem Platz wieder weiter dem Ball nachjagen, und ihn dann erwischen. Falls es nicht gleich mit dem Platz klappt (was nicht überraschend wäre und schon gar kein Beinbruch), dann den Befehl NICHT ÜBER DRUCK durchsetzen, sondern einfach das Spiel beenden (= Strafe genug - Schade - Pech) Der Übung darf der spielerische Charakter nicht verloren gehen, sonst kann man es gleich bleiben lassen. Um beim hinterherjagen dem Hund faire Chancen geben - aber nicht zuuu leicht machen, sonst merkt es Nala - also glaubwürdig spielen/üben.

Gruß
Thomas

Dodo H
21.05.2003, 12:46
Hallo Jana
: Ich hab so viel ausprobiert wie z.B. mit meinem Freund Fußball gespielt und jedes Mal, wenn Nala sich den Ball geschnappt hat, habe ich ihr es mit einem Strengen „Nein“ verboten.
-- das ist ja Ablenkung pur, auch ein Nein sollte langsam aufgebaut werden. Das Nein sollte bedeuten, das die Aktion abgebrochen wird, nicht wenn sie den Ball hat, das wäre ansonsten ja ein "aus" Kommando.

Wir haben Richy den Ball vor die Nase gehalten und bei jedem Nachschnappen den Ball so gehalten, das er nicht dran kam, blieb er entspannt (am Anfang war es nur ne Sekunde) machten wir Zerrspiele mit dem Ball. Nach und nach erhöhten wir die Zeit, er lernte schnell, nur nach einem Auflösekommando gibts ein Ballspiel. Richy lernte, das er nur mit "seinem Ball" spielen darf (hab zwei Kinder und hätte ansonsten bestimmt schon ein Vermögen für Bälle ausgeben). Als er das abwarten mit der Hand konnte, haben wir ihn an die Leine genommen, und den Ball langsam gerollt (nicht direkt vor der Nase), entspannte er sich, durfte er den Ball holen um ihn für ein Zerrspiel wieder zubringen.
Dodo