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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gewissensfrage



LindaRoHH
28.05.2002, 12:44
Mein 12-jähriger Kater hat FIP (trockene Form), wobei er von kleinauf mit dieser Krankheit lebt. Er hatte bisher keine offensichtlichen Ausbrüche der Krankheit, jedoch hat er im letzten Jahr insgesamt ziemlich abgenommen. In den letzten Wochen bemerkte ich, daß er weniger gesellig ist und sich meistens zurückzieht. Mein TA hat mir milde Aufbaumittel gegeben, die ihm ganz gut tun, aber jetzt kommt hinzu, daß er zwei völlig kaputte Zähne hat, die ihm das Essen erschweren und das, wo er doch schon so dünn geworden ist. Er mag garnicht mehr kauen. Was ich jetzt eigentlich nur machen kann, ist seine Zähne reinigen zu lassen, aber die Gefahr dabei ist, daß er sich von der Narkose und dem Stress nicht mehr erholt. Mein TA meint auch, daß ich das machen lassen soll. Die andere Alternative ist ihn mit Antibiotika vollzupumpen um die Endzündung im Maul in schach zu halten, aber das wird ihm gesundheitlich auch nicht auf Dauer helfen. Soll ich das Risiko eingehen und ihm die Zähne reinigen lassen? Besteht überhaupt die Chance, daß er sich von der Narkose erholt?

catweazlecat
28.05.2002, 14:25
Hallo Linda

also ich finde es sehr bemerkenswert das euer Kater mit dieser schlimmen Krankheit bisher so gut leben konnte! Da hat er es wirklich weit besser getroffen als die meisten mit diesem Leiden :-(((

Natürlich ist es eine schwere Entscheidung vor der du da stehst. Ich kann dir nur sagen was ich an deiner Stelle tun würde, nämlich die Narkose und die Reinigung bzw. wenn nötig Zahnentfernung in Kauf zu nehmen damit das Tier wieder schmerzfrei leben kann.
Du hast sicher auch schon Zahnbeschwerden gehabt und kannst dir gut vorstellen wie gemein solche Pein sein kann.

Sollte der Kater dabei nicht mehr aufwachen, hast du ihm zumindest weitere Schmerzen erspart und das ist doch eigentlich die Hauptsache.

Vieleicht kann der Arzt ja die Narkose auch ganz vorsichtig dosieren damit er nur gerade so wegtritt. Das machen wir mit den Katzenbabies ja auch so. Die bekommen auch keine volle Dosierung für OP's.

Ich drücke Dir und dem Kater fest die Daumen das alles gut wird!

Sigrid
28.05.2002, 14:30
Hallo Linda!
Vor diesem Problem stand ich auch vor 2 Jahren. Mein 17 Jahre alter Kater war zwar nicht an FIP erkrankt, verlor aber an Gewicht, hatte ein grosses Ruhebedürfnis und die Spuren seines Alters waren ihm anzumerken. Zu diesem Zeitpunkt musste Zahnstein bei ihm entfernt werden. Da habe ich auch überlegt, welche Entscheidung die Richtige wäre.
Habe mich für die OP entschieden, weil ich nur 2 andere Möglichkeiten gesehen habe:

1. Wie Du auch schreibst : Antibiotikum auf Lebenszeit!
2. Nichts machen

Da beide Varianten keine wirklichen Alternativen sind, habe ich die Zahnsteinentfernung durchführen lassen und denke, das war die richtige Entscheidung. Das Essen schmeckte ihm wieder richtig gut.

Nun ist Dein Kater ja erst 12 Jahre und hat doch wenn alles gut geht noch ein paar Jährchen vor sich. Hast Du denn einen TA, dem Du vertraust? Gehört Dein Kater zu den fürchterlichen gestressten beim TA?
Ich drücke die Daumen für die richtige Entscheidung.
Viele Grüsse
Sigrid

Kitara
28.05.2002, 15:24
Vielleicht solltest du ihm vor der OP nochmal Blut abnehmen lassen wenn du das noch nicht getan hast, um zu überprüfen wie es mit den Organen ausschaut...in dem Alter muss man auch mal die Nierenwerte überprüfen lassen weil durch die Narkose die Nieren sehr geschädigt werden können wenn sie schon angeschlagen sind.
Und vielleicht vor der OP noch eine Woche lang ein spezielles Aufbaufutter geben damit er gestärkt ist...
Wünsche dir und deiner Katzi viel Glück...ist wirklich eine schwere Entscheidung die dir keiner abnehmen kann :(

Marlenchen
28.05.2002, 15:45
Hallo Linda,
unser zahnloser Kater (Zähne mussten alle gezogen werden) bekommt einen Futterbrei, den wir durch den Mixer jagen mit Wasser vermischt, darunter kommt Nutri-Cal-Paste zum Aufbau. Jetzt hat er richtig gut zugenommen. Da er ja nicht kauen konnte, war er sehr dünn geworden.

Versuch das mal bei Deinem Kater, dann muss er die Nahrung nicht kauen und Du kannst ihn aufbauen, bevor die Zähne gemacht werden müssen.
Gruss, Marlenchen

happy-cat
28.05.2002, 16:40
Hallo Linda,

ich kann Dir nur raten -raus mit den Zähnen- und zwar schnell.
Meine "Uraltkatze" hat das gerade hinter sich. Jahrelang Cortison und Antibiotika haben keinen durchschlagenden Erfolg gebracht. Sie hat nun nur noch vorne Zähne. Seit der OP ist sie eine ganz neue geworden. Sie springt und tobt ist nicht mehr launisch und mampft sogar das Hills Senior Trockenfutter und Nassfutter ohne Verdauungsstörungen zu bekommen. Nur die erste Woche nach der OP gabs Futter aus dem Mixer. Du kannst Dir für die erste Zeit auch Aufbaufutter vom TA mitgeben lassen. Das Narkoserisiko ist jedenfalls geringer als infektiösen Schrott im Mund zu behalten. Ich wünsche Dir und deinem Katerli alles Gute

LindaRoHH
29.05.2002, 09:29
Vielen Dank an Euch für das Feedback. Eure Kommentare haben mir bestätigt, daß ich das Risiko einer Zahnbehandlung in Verbindung mit FIP eingehen sollte. Jetzt bekommt er noch eine kurze Weile Antibiotika um die Entzündung einzudämmen und ihm die Möglichkeit zu geben sich vor der Narkose zu stärken und dann wird ein Termin gemacht.
Gruß an Euch.
Linda

Griselda
29.05.2002, 10:23
hallo Linda,

bisher dachte ich immer das man Fip nur schlecht und die trockene Form so gut wie gar nicht diagnostizieren kann, wie hat Dein Tierarzt das gemacht?
Danke
liebe Grüße
Griselda

Sue22
29.05.2002, 10:54
Hallo Linda,

ich finde auch, dass du dich richtig entschieden hast!
Er soll ja nicht weiter leiden, und immer antibiotika macht einem Tier auch zu schaffen!

Ich hoffe das alles gut verläuft, da er ja schon so lange mit einer so schlimmen Krankheit lebt ;)
Mich würde allerdings auch interresieren wie und wann das diagnostiziert wurde mit dem FIP???

Die Katze meiner Eltern hatte auch FIP nasse Form, und auch das wurde erst festgestellt als es schon zu spät war,und sie wurde am 22.12.01 eingeschläfert. und die trockene Form lässt sich meines wissens noch schwieriger feststellen!

Enya
29.05.2002, 11:07
Liebe Linda, geh das Risiko ein, der TA hat heute gute möglichkeiten eine Narkose sehr vorsichtig zu dosieren. Sollte dein Liebling dennoch nicht mehr aufwachen, so hat er wenigstens keine Schmerzen erlitten. Durch kaputte Zähne und daraus resultierenden Entzündungen gelangen die Bakterien oft in die Blutbahn was dann weniger gut ist. Er ist dann auch anfälliger. PS: Um deinem Kater bis dahin das fressen zu erleichtern kannst du das Nassfutter pürieren und mit Wasser verdünnen. Ist dann fast wie eine Suppe. Hat bei unserer 16 Jahre alten Perserdame ( nur wenige Zähne vorhanden) sehr gut funktioniert. Alles gute für euch Enya

LindaRoHH
29.05.2002, 16:11
Hallo Griselda, hallo Sue,
Wie wurde FIP diagnostiziert? Vorgeschichte: wir lebten in USA als 1989 die kleine Perserkatze meiner Mutter unerklärlich krank wurde (Fieber, etc.) Der damalige TA hat alles mögliche an Tests gemacht, u.a. auch FIP. Hierbei wird ein Bluttest gemacht - wirklich nicht ganz so zuverlässig - der den Titer (Anzahl?) der vorhandenen Coronaviren bestimmt. 0-50 ist wohl völlig normal bei einer Katze, die kein FIP hat. Alles darüber deutet auf Kontakt mit dem Virus. Meine Katzen hatten Kontakt mit den Katzen meiner Mutter und somit ließ ich sie testen. Alle Katzen waren im Grenzbereich des Titers (100) und das besagte, daß es irgendwann zu einem Ausbruch der Krankheit kommen könnte aber nicht müßte. Übrigens: alle Katzen, auch die meiner Mutter, leben noch! War von dem Zeitpunkt an sehr vorsichtig mit Ihnen, habe Stress vermieden und hoffte, daß es nicht zum Ausbruch der Krankheit kommt. Vor 2 Jahren habe ich dann den Test nocheinmal gemacht und 3 meiner Katzen sind immernoch im Grenzbereich, nur mein einer Kater hatte einen sehr hohen Titer. Leider sind junge und alte Katzen - wegen dem geschwächten Immunsytem - anfälliger und deswegen treten mit zunehmenden Alter eher Probleme auf.
Gruß
Linda