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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angstangriffe zum Schein anderen Hunden gegenüber



Penny
17.05.2003, 13:12
Hallo an alle anderen erst mal.

Ich wohne mit Mann, Kind (knapp 1 Jahr) & Dobermann-Mix-Hündin Luna (geschätzte 9 Jahre) sehr ländlich & noch 3-4 Wochen zur Miete. Dann geht´s ins eigene Haus.
In den letzten 3,5 Jahre wurde Luna 6 oder 7 mal von anderen Hunden angegriffen & teilweise leicht verletzt. Es waren sowohl Hündinnen als auch Rüden darunter.Vor 14 Tagen hat Luna nun von sich aus zum ersten Mal einen anderen Hund (Rüden) im Genick gehabt & kräftig geschüttelt. Die Auseinandersetzung ging aber Verletungsfrei ab....der betroffene Rüde hatte wirklich keine Schramme!!!!!!!!!!! Ich mache mir dennoch Sorgen & frage mich, was Luna zu diesem Angriff trieb & was ich dagegen hätte tun können bzw. in Zukunft gegen solche Situationen tun kann. Hat Luna einen Angriff gestartet, um nicht selbst wieder zw. d. Zähne des anderen Hundes zu gelangen? Wollte sie meinen Sohn & mich verteidigen? Sind solche Gedanken überhaupt wichtig, wenn ich mir vorbeugend Gedanken machen will?
Unser Tierarzt meinte, Luna habe da eine Beißhemmung gezeigt, was er zunächst eher positiv wertete. Der Rüde war eindeutig der schwächere (da kleinere) Hund.
Meine vorläufige Beruhigung legte sich aber heute wieder, nachdem die angeleinte Luna von einer freilaufenden Berner-Senne-Hündin angegriffen & leicht verletzt wurde. Die andere Hündin hatte wieder keine Verletzung.
Vielleicht habt ihr einige Tipps für mich, wie ich nun mit Luna wieder streßfrei(er) Spazieren gehen kann!?! Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen!
Kerstin

Rintintin
17.05.2003, 13:51
Ich kann Dir dazu aus meiner Erfahrung leider nur eines sagen: unser erster Hund war gegenüber anderen Hunden der verträglichste Vertreter, den man sich denken kann. Eines Tages (da war er so ca. 9 Jahre alt) schießt aus heiterem Himmel ein Boxerrüde lautlos aus dem Hoftor raus, packt ihn (komisch: mitten am Rücken, nicht im Genick oder so) und schüttelt ihn. (Mein Mann hat damals den Boxer im Genick und über dem Schwanz gepackt und hochgehoben und gebrüllt, und geschüttelt und der hat dann unseren fallenlassen. Würde ich heute aber nie mehr wagen, damals waren wir noch unbeleckt davon, was in einem solchen Fall alles passieren kann. Ich hätts wohl auch nicht gepackt, der Boxer war nämlich schwer / alter Schlag.) Unserem ist nicht so viel passiert, gebrochene Rippen, aber keine Verletzung der Lunge. Ist auch gut verheilt.
Nur: seitdem musste ich ihn an die Leine nehmen, wenn er einen Boxer gesichtet hat, weil er (allerdings speziell gegen diese Rasse / Geruch, weiß nicht ??????) giftig wurde.
Die kleine Terriermaus, die ich jetzt habe, war eine große Kläfferin gegen andere Hunde. Ausgerechnet als sie mit viel Mühe soweit war, dass sie sich brav hat ablegen lassen und keinen Mucks gemacht hat, ist so ein Wildfremder auf sie drauf und hat zugeschnappt (samt dem berühmten Kommentar: "Des hott der noch nie gemacht!" des Besitzers. Ohne Worte!) Danach musste ich noch mal von vorne anfangen, beziehungsweise im Bereich der negativen Zahlen. Es hat aber geklappt. Sie sucht nicht von sich aus die Nähe zu anderen Hunden, aber sie lässt sie auch in Ruhe. Mehr kann ich von ihr wohl nicht erwarten.
Ich werde nur immer sauer, wenn andere ihre Hunde freilaufen lassen, wenn die nicht hören. Notfalls mache ich meine dann von der Leine ab. Aber die ist halt auch klein und wirkt eher niedlich als bedrohlich!
Sorry, ist wohl nicht wirklich hilfreich. . .

Penny
17.05.2003, 17:26
Hallo Rintintin,
auch wenn Du schreibst "sorry, war wohl keine Hilfe" (sinngemäß),freue ich mich über jeden Beitrag.
Auch wenn meine Luna nun schon etwa 9 J. ist, hilft hier wohl auch nur konsequentes Üben. Aber vielleicht hat ja jemand auch einen Tipp / eigene Erfahrung für mich!?! Z.B. ob Stachelhalsband oder Halti sinnvoll sind? Luna ist als Dobermann-Mix ja nun auch nicht gerade klein & eher ein Hund, um den manch einer eh lieber ´nen Bogen macht . Das soll nicht negativ gemeint sein - aber dann soll Luna nicht auch noch mal für "negative Schlagzeilen" sorgen. Da möchte ich lieber vorbeugen... gerade weil Luna ein großer Hund ist.

mellyonsurf
17.05.2003, 17:46
Ich habe mit meiner Blue (ca. 2 Jahre aus Spanien) als ich sie gerade hatte auch ein seltsames Erlebnis gehabt:

Sie war gerade 3 Tage bei uns, als ich mit ihr meiner Bekannten mit ihrem jungen Labrador-Mädel (damals gerade 4 Monate alt) begegnete. Blue hat sich dann aus dem Halsband gezogen (ich hatte sie natürlich an der Leine), hat sich auf KIRA gestürzt und sie auch direkt im Rippenbereich gepackt und geschüttelt - - - keine Ahnung warum, wieso, weshalb.

Heute glaube ich das es daran lag, daß Blue sich "meiner noch nicht sicher war" und dazu gerade läufig wurde. Aber warum ich es erzähle:
auf unserem Hundeplatz ist es üblich das die Fellmützen vor den Übungen frei laufen / spielen dürfen. Und nach anfänglichem Zögern habe ich Blue (dann nicht mehr läufig) auch losgemacht: und: NIX! Sie hat zwar rumgetobt und hat auch den einen oder anderen Hund unterworfen, aber ich habe gesehen, daß es rein erzieherische Maßnahmen waren. Also keine richtige Aggressivität.

Deshalb mein Rat für Dich: gibt es irgendwo bei Euch einen Hundeplatz wo Du deine Luna frei spielen kann. Damit sie lernt daß nicht jeder Wuff gleich aggressiv ist und sie angreift. Denn ich glaube, daß sie das durch die gehäuften Angriffe glaubt: JEDE andere Fellmütze will ihr was.

Das Halti ist als Hilfsmittel (richtig angewendet) sicher eine gute Sache, denn damit haben wir die nächsten "Begegnungen" mit Kira (s. o. ) gestaltent und mittlerweile hegt sie da auch keinerlei Aggressionen mehr.

Liebe Grüße,

Melly & Co

irene
18.05.2003, 15:47
...mach dir bitte nicht zu viele Sorgen und Gedanken, beobachte sie NICHT mit Argusaugen, sobald ein anderer Hund auftaucht, denn genau diese, deine Nervosität verschärft eine ansonsten harmlose Situation. Die Dame ist schon 9 Jahre alt und du hast ihr doch bisher vertraut, oder? Und nun ein kleiner Zwischenfall, der auf ihr Konto geht, wobei aber nichts passiert ist! Bitte überbewerte das nicht! Vermutlich hat der Rüde irgendetwas gemacht, wodurch sie sich bedroht fühlte, etwas das mit "blosem Auge" für uns kaum zu erkennen ist. Sie hat ihm nach Art des Hundes gesagt "Mit mir nicht!". Hätte sie gewollt, hätte sie ihn gebissen, das wollte sie aber offensichtlich nicht. Sicher ist ein Nackenschütteln nicht so harmlos, trotzdem solltest du das nicht überbewerten! Ich an deiner Stelle würde die nächste Zeit möglichst in Gegenden spazieren gehen, wo du die Hunde kennst, bis sich die Lage beruhigt hat, also bist du siehst, nichts ist anders als vorher!

Viele liebe Grüße

billymoppel
18.05.2003, 16:25
hallo penny,
sie frage die ich mir zuerst gestellt habe, als ich deinen beitrag gelesen habe, war die: warum ist dein hündin schon so oft opfer von beißangriffen gewesen? normal ist das nicht! wie ist ihr verhalten fremden hunden gegenüber, macht sie grobe fehler, ist sie schlecht sozialisiert?
ich habe auch eine hündin, die sich alles andere als normgerecht verhält (was bei ihrer vorgeschicht verständlich ist). sie macht vor allem bei der annäherung nach wie vor schwere fehler. und trotzdem ist sie in dem reichlichen jahr, die ich sie nun habe, nur ein einziges mal ernsthaft attackiert worden und auch niemals von einem rüden. diese hündin hat genau das gemacht, was deine gemacht hat, wohl weil es ihr einfach zu blöd war mit moppel. moppel hat das gut weggesteckt und die andere hündin ignoriert sie heute vollkommen. sie hat wohl, wenn auch ein bißchen zu drastisch, gesagt, was zu sagen war.
sie ist zwar relativ klein und viele hündinnen werden sie auch nicht ganz ernst nehmen, was man von deiner sicher nicht sagen kann.
meine rüde dagegen, den ich für sozial sehr sicher halte, war in vier jahren nur einmal opfer einer ernsthaften attacke (also keines rüden-scheinkampfes, die gibt es natürlich öfter mal, enden aber immer verletzungsfrei) und auch nur, weil es genau das eine mal war, wo er sich selbst überschätzt und den anderen unterschätzt hatte. diesen fehler hat er nie wieder begangen.
über die attacke deiner hündin würde ich mir, genau wie irene gesagt, darüber keinen großen kopf machen. (s.oben) auch ein hund hat mal einen schlechten tag. ich würde es espannt (!) beobachten, aber ich glaube nicht, dass sich deine hündin in ihrem alter noch zur mobberin kleiner hunde entwickelt, obwohl es denkbar ist.
lg
bettina

Penny
20.05.2003, 12:47
Hallo,
& danke für Eure Antworten erst einmal!

Ich möchte Luna´s "Angriff" nicht überbewerten und mache mir sicher auch mehr Sorgen als vielleicht notwendig. (Und Luna fühlt das, das stimmt auch.) Aber ich habe sie 1998 etwa 4jährig "geerbt" von jemandem, der Luna nicht mehr wollte - & der hat sie vom Gnadenhof. Außerdem war Luna noch nie ein einfacher Hund.... zumindest für jemanden, der wenig Hundeerfahrung hatte, so wie ich. Wir waren zwischen 1998 & 2000 auch 1,5 Jahre in einer Hundeschule und haben im Mai 2000 einen Wesenstest abgelegt. Anderen Hunden gegenüber war Luna schon seit ich sie kenneproblematisch: geblafft hat sie schon immer, aber noch nie hat bisher angegriffen...auch wenn keine Wunden entstanden.
Ich habe mich nun öfter mit Hund & Anhang verabredet, mit denen Luna sich versteht...damit wir beide wieder in unsere Köpfe kriegen, daß Luna & andere Hunde doch miteinander können...
Viele Grüße,
Kerstin