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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ohne Leine?



Zora1
01.05.2003, 21:33
Hilfe, ich weiß nicht mehr weiter, mag auch sein, dass ich zu schnell aufgeben will.
Leona ist ein Jack-Russel-Terrier, wir haben sie leider erst sehr spät bekommen und es ist unser erster Hund.
Sie ist am 2. Nov. letztes Jahr geboren. Also schon so gut wie 6 Monate alt.
Sie hört nur wenn sie will.
Wir möchten sie aber auch gerne mal von der Leine lassen, alle die wir sehen können das ohne Probleme. Aber sie hört kaum, wir haben das auf dem Hundeplatz ausprobiert, denn dieser ist ja eingezäunt.
Wir lassen sie ab und zu mit einem anderen Terrier laufen, der hört und da läuft sie ja praktisch mit und kommt so zu uns wieder. Aber wenn sie sich mal mit einem Hund nicht verträgt oder wir sie ohne andere Hunde laufen lassen, da wird sie nicht wiederkommen.
Vielleicht habt ihr einen Rat, dass wir es noch schaffen ihr das beizubringen.
Ich werde es nicht so schnell aufgeben.

Danke Zora

Mannja
01.05.2003, 22:10
Da gibt es viele Tipps...

Probiert es doch mal mit feinen Leckerchen (z. Bsp. Fleischwurststückchen).

Wenn Hundi dann kommt kräftig loben.

Ihr müsst Euch für den Hund interessanter machen als seine Umgebung.

Er muss das Herkommen mit etwas Angenehmen verbinden.

Er muss wissen, wenn ich komme bekomme ich etwas Schönes. (Leckerchen, spielen, Lob, etc.)

Außerdem solltet Ihr die Bindung zu Eurem Hund noch weiter ausbauen.

Dann wird Hundi ganz von selbst immer zu Euch kommen, bzw. bei Euch bleiben. Auch ohne Leine.

Oder versteckt Euch einfach mal, dann wird er schauen wo Ihr seid und Euch suchen. Dadurch lernt er auch, daß er nicht einfach weglaufen sollte. In der Natur wartet ein Rudel auch nicht auf jeden Einzelnen, sondern läuft einfach weiter. (Klingt jetzt recht hart)

Sicher kommen noch mehr Tipps. Viel Glück.

:)

Ilona
01.05.2003, 22:13
Hallo liebe Zora,

seit wann hast Du denn die Hündin schon?

Wie benimmt sie sich denn zuhause in Euren vier Wänden sozusagen? Hört sie da gut, auch nur, wenn sie will oder wie ist das bei Euch?

Wie schätzt Du Eure Bindung zueinander ein?

Dass Du sie gern von der Leine lassen möchtest, ist verständlich. Nur leider, wie Du das darstellst, wirst Du darauf noch ne Weile verzichten müssen, denk ich. Das ist aber überhaupt nicht schlimm. Übt nur immer fleißig Kommandos. Zunächst zuhause.

Nimm Dir vor, zuhause bestimmte Dinge mit ihr spielerisch zu üben. Nimm ihr Lieblingsspielzeug, ein paar Leckerchen und fang an. Bring ihr bei, Dich anzuschauen, wenn Du sie ansprichst (sehr wichtig!), auf ihren Namen sofort zu reagieren, zu kommen, wenn Du rufst und all diese wichtigen Dinge. Stell Dir dabei immer vor, dass Du ein "Baby" vor Dir hast, dem Du Schritt für Schritt den Eintritt in die Welt der Menschen erklären mußt.

Wenn sie die wichtigsten Kommandos zuhause zuverlässig kann, übst Du mit ihr draußen die gleichen Dinge. Sieh zu, dass Ihr dabei zunächst ganz allein seid und dass Euch nichts ablenkt. Ein überhörtes und nicht ausgeführtes Kommando wirft Dich gleich wieder ein paar Schritte zurück. Sieh also zu, dass jedes Kommando, welches Du gibst, IMMER befolgt wird. Das mußt Du mit liebevoller Konsequenz durchsetzen. Bestehe darauf, dass ein "Sitz", einmal gesagt, auch ein "Sitz" ist. Nur als Beispiel.

Nur so schaffst Du es, dass Deine Kleine später auch draußen auf Dich hört, egal, was immer Du von ihr verlangst.

Hab Geduld Zora, es wird schon werden. Die kleinen Schritte sind es, die den großen Erfolg bringen. Und schau nicht auf die anderen, die das schon können. Das führt vielleicht dazu, dass Du von Deinem Hund was verlangst, wozu er noch längst nicht in der Lage sein kann.

Liebe Grüße, Illi

sandinchen
01.05.2003, 22:13
Hallo Zora,
so ein Problem haben viele Hundebesitzer. Auch mein Kleiner hat manchmal was an den Ohren, wenn was anderes interessanter ist, als ich. Bei einem Jack-R ist das natürlich so eine Sache. Diese Hunde haben schon einen sehr großen Freiheitsdrang. Den einzigen Rat den ich dir geben kann ist üben üben üben. Du musst versuchen dich interessant zu machen, mit Spielzeug, Leckerlies... Versuch immer irgendwas tolles zu veranstalten, wenn dein Hund zu dir kommt, so dass es sich für ihn lohnt. Also beginne ein Spiel mit ihr etc.
Mein Hund lässt sich auch schnell von anderen Dingen ablenken, weil er so wahnsinnig neugierig ist. Du solltest versuchen, deiner Hündin beizubringen, dass sie in deiner Reichweite bleibt. Also nur 10, 20 Meter von dir weg, dann ist die Hemmschwelle größer, was "auf eigene Faust" zu unternehmen. Belohne sie immer, wenn sie dir ihre Aufmerksamkeit schenkt. Ich mache das mit dem Clicker. Es geht aber natürlich auch ohne. Wenn mein Hund zum Beispiel an einer Wegzweigung auf mich wartet, belohne ich ihn. Wenn er Blickkontakt aufnimmt - Belohnung.
Ich übe zudem mit einer Schleppleine und dem Clicker. Wenn er hier zu mir aufschließt und "bei Fuß" läuft bestärke ich ihn. Alles was er durch Zufall richtig macht, wird von mir bestärkt. Manchmal kommt es vor dass er sich dann wundert, weil er nicht gleich weiß, was jetzt richtig war, aber er testet es dann aus und kommt sehr bald darauf, so dass er das Verhalten dann öfter zeigt.

Achtet deine Hündin beim Spaziergang auf dich? Also ich meine, wenn du auf einmal die Richtung änderst, bemerkt sie das gleich? Du könntest dich dann z.B. mal vor ihr verstecken. Natürlich so, dass du sie noch sehen kannst. In einem Moment der Unaufmerksamkeit husch husch hinter den nächsten Baum. Wenn sie dich sucht und dich findet - dicke Belohnung! Auch einfach mal die Richtung wechseln hilft, dass mein Hund mehr aufpasst. Ihm liegt nämlich eigentlich sehr viel daran, dass ich nicht verloren gehe, aber wenn man immer nur geradeaus läuft, kostet das den Hund nicht sehr viel Antstrengung. Der denkt sich: "Frauchen ist ja hinter mir."

Ich habe jetzt auch angefangen draußen Suchspiele zu spielen. Z.B. Leckerchen zwischen Baumstämmen verstecken etc. Das macht dem Hund Spaß und er konzentriert sich nicht nur auf die Umgebung sondern auch mehr auf mich.

So, das waren jetzt mal ein paar Anregungen in loser Reihenfolge. Vielleicht hast du ja Lust ein paar Dinge davon auszuprobieren.

Und dann noch was zum aufgeben. Mein Hund ist etwa 2 Jahre. Er ist aus zweiter Hand. Wir sind noch lange nicht am Ziel, aber ich bin mir sicher, dass ich in einem Jahr einen ganz tollen Hund haben werde. (Natürlich find ich ihn jetzt auch schon toll). Er macht ständig Fortschritte. Manchmal gibt es auch Rückfälle, aber so ist das nunmal. Wenn was schief geht ärger ich mich auch, aber ich versuch mir selbst dann zu sagen: "Okay, das ist nun passiert. Morgen machen wir es besser." Ich versuch nicht ewig zu analysieren warum was schief gegangen ist, sondern konzentrier mich drauf, dass ich es beim nächsten mal anders und besser mach.

Wenn du Fragen hast z.B. zum Clickern, dann frag. Ich habe zwar auch erst damit angefangen, aber ich sehe ja selbst, wie schnell man damit Erfolg hat. Wenn Frauchen und Hund das Prinzip erstmal kapiert haben, ist es total einfach.

Ich hoffe du kannst mit meinem "Vortrag" etwas anfangen.
Liebe Grüße
Sandra und Dax

sandinchen
01.05.2003, 22:15
Da waren mal wieder ein paar schneller beim Tippen als ich. Deswegen die inhaltlichen Wiederholungen :D

Mannja
01.05.2003, 22:25
Was ich noch gelesen habe ist...

den Hund NICHT NUR herrufen um ihn an die Leine zu machen.

Sonst denkt er, Frauchen ruft mich, ich muss jetzt an die Leine, nö da komm ich nicht.

Öfter mal einfach nur so herrufen und ihn dann loben, oder belohnen.

Bis dann.

:)

AnnaS
02.05.2003, 07:32
Im Grunde kann ich mich den anderen anschließen. Ich hatte selbst mit meinem Hund lange dieses Problem. Ich ging letztlich nur noch mit Schleppleine raus, bis ich selbst "zu feige" war, Peppa laufen zu lassen. Den Mut dazu hat mir meine jetzige Hundetrainerin gegeben, als wir mal zusammen spazieren waren. Und siehe da, Peppa hat gehorcht wie eine Große und seit dem ging es immer weiter bergauf.

Bei uns stimmte einfach die Bindung nicht, obwohl ich die Hand dafür ins Feuer gelegt hätte, dass sie stimmt.
Das Problem war, dass ich mich zu sehr drauf konzentrierte, OB sie hören würde, oder ob sie auch ja richtig reagiert. Diese Unsicherheit von mir übertrug sich auf meinen Hund, und sie wurde auch sehr unsicher in meiner Gegenwart.

Dieser Spaziergang mit meiner Hundetrainerin war natürlich nicht das Wundermittel, denn ich musste zu Hause noch viel üben. Aber der Spaziergang hat den Knoten zum Platzen bringen lassen.
Seitdem habe ich bewusst darauf geachtet, nicht mehr an meinem Hund zu zweifeln. Die Schleppleine kam ab und ich war einfach überzeugt, Peppa würde schon hören. Klingt jetzt vielleicht riskant, aber ich will damit sagen, dass die innere Einstellung schon wichtig ist. Du darfst nicht zweifeln, nicht unsicher sein. Denn dadurch überträgst du es auf deinen Hund und er merkt "Frauchen ist angespannt".

Die Probleme hatten wir seitdem noch genau zwei Mal. Hörte sie nicht beim ersten Rufen, drehte ich mich um und lief los. Ich ging nicht einfach, sondern ich lief. Und sobald Peppa mich sah, lief sie in meine Richtung. In dem Moment habe ich sie mit "Feeeeeein Peppa" bestärkt. Ich war für sie "lustig", hab mit den Händen auf meine Oberschenkel geklatscht oder in die Hände geklatscht, und sie mit Worten immer bestärkt, bis sie bei mir war. Dann gabs Leckerlie.
Ich war einfach fröhlich, Peppa hatte also allen Grund, zu mir zu kommen, denn das machte ja Spaß.

Zum Thema Anleinen, was Mannja schrieb: Auch hier kann ich nur zustimmen. Doch ich möchte es noch ergänzen. Leine sie auch zwischendurch mal an, gehe ein paar Meter an der Leine mit ihr, und lass sie dann wieder laufen, so dass sie merkt, dass Leine nicht gleich das Ende des Spazierganges bedeutet.

Nimm auch immer etwas ganz interessantes mit zum Spaziergang. Zum Beispiel das Lieblingsspielzeug. Achte drauf, dass sie sieht, wie du es in deine Jacke steckst. Wenn sie dann frei läuft, spielst du ein paar Minuten mit ihr mit diesem Spielzeug, und ehe sie die Lust verliert, beendest du das Spiel und steckst das Spielzeug wieder weg. Das wiederholst du einige Male auf deinem Spaziergang. Dadurch merkt dein Hund mit der Zeit, dass es interessant ist, bei dir zu sein und dass es mal "willkürlich" ein dolles Spiel geben kann, wenn sie bei dir in der Nähe ist.

Achte auch drauf, dass du "Risikofaktoren" wie Rehe oder dergleichen vor deinem Hund siehst. Du musst wachsam spazieren gehen, damit du jedes Ablenkungsobjekt vor deinem Hund sehen kannst. Siehst du sowas, rufst du deinen Hund und machst dich interessant.

Rede auch nie böse mit deinem Hund, sondern freundlich. Zumindest dann, wenn es um das Spazierengehen geht, denn manchmal muss man ja energischer werden. Du glaubst gar nicht, wie fröhlich man z.B. "kleine Mistkröte" sagen kann, wenn man sich gerade über seinen Hund ärgert. Dein Hund muss erst mal merken, dass es ja nicht schlimm ist, zu dir zu kommen.

Und dann belohne jedes Verhalten bereits im Ansatz. Rufst du sie und sie guckt, belohnst du sie. Auf Entfernung gehts eben nur mit Worten, aber achte drauf, dass diese Worte dann in den höchsten Tönen kommen. Bestärke sie eben. Und für dieses Belohnen im Ansatz eignet sich der Clicker hervorragend.

Und ich bin der Meinung, auch wenn das der eine oder andere anders sehen mag, dass man mit Leckerlies anfangs wirklich verschwenderisch sein sollte. Gib bei jedem kleinsten Zeichen ein Leckerlie. Irgendwann wirst du auch da willkürlicher. Aber das Kommen muss IMMER belohnt werden. Übergeh das nicht einfach, weil du es irgendwann vielleicht für selbstverständlich hältst, sondern zeig immer, dass du gerade sooooo begeistert bist, dass sie zu dir kommt.

Ich weiß, man macht sich zum Affen und oft hofft man, dass niemand in der Nähe sein möge ;) . Aber es hilft wirklich.

Viel Erfolg
Anna

sandinchen
03.05.2003, 13:47
@ Anna

Süß, wie du deinen Hund mit Beschimpfungen lobst :p
Ich mach das auch: "Du blöder lieber Mistkerl! Ich könnt dir den Kopf runter reißen!" Es hilft sehr seinen Frust abzubauen. Und der arme Hund versteht ja zum Glück nix. Nur die Leute gucken manchmal komisch :D

Was ich dich gerne fragen wollte.
Ich habe ja wie schon erwähnt auch so einen Jäger. Wie lang hattest du deine Peppa denn schon, als du die Trainerin um Rat gefragt hast? Ich habe meinen Hund ja noch nicht sehr lange. Also hat sich das Abrufen natürlich noch lange nicht gefestigt und die Bindung ist natürlich auch noch ganz "frisch". Ich habe auch öfter dieses Problem, dass mir mein Kleiner ausbüchst, wenn er was wildes in der Nase. Wenn es nur das Sichtbare wäre, könnte ich ja versuchen schneller zu sein, aber wenn's um's Riechen geht, schau ich echt alt aus.
Er kehrt allerdings zum Glück nach ein paar hundert Metern wie der Blitz wieder zu mir zurück.
Die Schleppleine benutze ich nicht immer.

Habe ich dich richtig verstanden, dass du die Schleppleine eigentlich überflüssig findest? Oder findest du eine SL schon sinnvoll solange das Abrufen noch nicht richtig "sitzt"? Ich bin immer ganz hin und her gerissen, ob ich eine verwenden soll oder nicht.

Würdest du mir raten, so oft wie möglich auf die SL zu verzichten? Ich habe Angst, wenn ich sein Ausbüchsen jetzt nicht verhinder, könnte es später zu einem lieben Hobby von ihm werden. Es wird ja immer so viel von dieser "Selbstbelohnung" gesprochen.

Is' ja schon immer ein saublödes Gefühl, wenn Wau-Wau los rennt und hinter dem nächsten Hügel verschwindet. Ich glaube bei ihm geht's auch nur um das Hinterherrennen. Zur Strecke bringen würde der eh nix.

Also wie ich schon mal gesagt habe, denke ich, dass ich dieses Problem bestimmt noch besser in den Griff kriegen kann. Übung macht ja bekanntlich den Meister. Aber wie sieht es mit der SL aus? Ja oder nein?

Ich nehme natürlich auch gerne Rat von allen andren an.

Liebe Grüße
Sandra und ihr Jägersmann

AnnaS
03.05.2003, 19:41
Hallo Sandra

Also Peppa wird am Mittwoch 11 Monate alt und ich habe sie, seit dem sie 9 Wochen alt ist. Bei der Hundeschule hab ich mich im April angemeldet und da hab ich demnach auch erst meine Trainerin kennengelernt.

Tja, also mittlerweile muss ich sagen, finde das das Schleppleinenthema etwas "heikel". Ich hab mich aufgrund vieler Ratschläge hier an die SL herangemacht und war anfangs auch sehr zufrieden. Es hat wunderbar geklappt. Allerdings kamen mir schon oft Zweifel, wie es sein wird, wenn die SL mal ab ist. Peppa hat es nämlich wahnsinnig genau gemerkt, ob eine SL dran ist oder eben nicht (z.B. auf dem Hof oder im Garten, beim Spaziergang mit anderen Hunden, wo ich die SL ab hatte, usw.). Und mit SL saßen die Kommados perfekt, sie hat gehorcht wie eine "Alte". Ich fragte mich dann schon, wie es nun weitergehen würde, denn ich könnte die SL ja nicht ewig dran haben. Und so entschloss ich mich dann, mit Peppa in die HuSchu zu gehen, um eben auch unter Ablenkung und ohne SL zu lernen.

Meine Trainerin sagte damals, dass sie der Meinung ist, wenn SL dann für eine ganze Weile. Das war die zweite Trainerin, die das sagte. Und die Alternative dazu war, Bindung aufzubauen, wo es nur geht. Peppa mehr Selbstbewusstsein "einzuflößen" und mich selbst mehr kontrollieren. Ich hab mich dann für eben diese Alternative entschieden. Und ich bin mehr als zufrieden.

Ich achte bei Peppa bewusst drauf, dass sie nicht zu weit wegläuft von mir. Ich sage mal, es gibt eine imaginäre Grenze von etwa 20-30 Metern (ich hab kein gutes Augenmaß und mach es eben nach Gefühl). Innerhalb dieser Grenze kann sie schnuppern, laufen, und was weiß ich. Übertritt sie diese Grenze, rufe ich sie zurück. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie nicht mehr reagiert, wenn sie zu weit weg ist. Sie hält dann keinen Sichtkontakt mehr und ich bin Luft für sie.

Außerdem bin ich eben unberechenbar für sie. Ich gehe nicht einfach stur meinen Weg, sondern ich gehe auch mal plötzlich über eine Wiese, anstatt auf dem Weg zu bleiben, ich gehe plötzlich in die andere Richtung, oder ich bleibe stehen, oder mache eben sonst irgendwas. Peppa hat so mit der Zeit gelernt, auf mich zu achten.

Sollte sie doch mal eine "unsichtbare" Spur aufgenommen haben, die interessanter ist als ich, rufe ich sie einmal, und wenn sie nicht kommt, laufe ich in die entgegengesetzte Richtung weg. Ich habe eben auch die Erfahrung gemacht, dass sie immer mal wieder zu mir guckt, und sei es nur, dass es zufällig ist. Sie sieht dann, dass ich laufe, und zwar von ihr weg und im Nu ist sie wieder bei mir.
Und meine Spaziergänge sehen eben so aus, dass phasenweise gespielt wird, phasenweise ist sie an der Leine (1Meter-Leine) und darf schnuppern, muss aber auch mal Fuß gehen, je nach dem, was ich gerade will. Dann darf sie frei laufen und ich gehe einfach so mit, dann rufe ich sie wieder und spiele oder mache ein paar Übungen.....
Sie weiß eben nie, was kommt und somit bin ich unberechenbar geworden. Unberechenbar aber interessant und lustig. Und so hab ich den "besten" Hund an meiner Seite.

Die SL würde ich jetzt nur noch verwenden, wenn wir in Gebieten sind, wo viel Wild ist und wo es einfach noch zu riskant wäre, sie laufen zu lassen. Aber ich nehme die SL dann nur noch als verlängerten Arm und nicht als Erziehungshilfe. Denn wenn ich schon mit ihr in so provokantes Gebiet gehe, denke ich, wäre es noch ein bissl viel verlangt, wenn ich dann gleich mit sonst was für Erziehung ankommen würde. Das hat noch etwas Zeit.

Ich seh das alles nicht mehr so verbissen und so kommen wir weitaus besser miteinander klar.

Ob nun SL und wenn ja wie regelmäßig will ich nicht beurteilen. Ich denke, es gibt Fälle, die an der SL gut aufgehoben sind, aber es führt u.U. dazu, dass man als Mensch zu "bequem" wird und die SL nutzt, obwohl es mit ein bissl mehr Arbeit auch ohne gehen würde. Wenn du in einer HuSchu bist und mit dem Trainer/der Trainerin gut klar kommst würde ich einfach mal mit ihm/ihr drüber reden.

Gruß
Anna

PS: Ich möchte nicht, dass es missverstanden wird - ich weiß den Rat von hier mit der SL wirklich zu schätzen. Doch bei mir lag der Fehler eben woanders, wo die SL nicht wirklich helfen konnte.

gini_aiko
03.05.2003, 20:04
hallo anna,

vielleicht hab ich dich auch falsch verstanden ... aber für mich gehört bindung aufbauen und schleppleinentraining nicht von einander getrennt ... ich arbeite nur über bindung ... in wildreichen gebieten auch mit SL ... aber ich sehe keinen grund warum sich SL und bindungsarbeit ausschließen könnnten oder sollten! für mich gehört zum schleppleinentraining ABSOLUT der aufbau von bindung hinzu!

grüßle claudi mit aiko

sandinchen
03.05.2003, 20:16
Hallo Anna,
vielen Dank für deine ausführlichen Erläuterungen. Ich finde es hilft immer sehr, wenn man hört, wie es bei anderen läuft. Es erweitert einfach den Horizont und lässt einen die eigene Situation anders erkennen. Die eigene Betrachtungsweise ist halt doch oft sehr einseitig.

Bei uns ist es halt ziemlich schwierig nicht auf irgendeine Weise mit Wild in Kontakt zu kommen. Füchse und Dachse etc. laufen hier selbst durch Wohngebiete. Ich benutze die SL daher gern als "Rettungsanker", aber mehr auf psychischer Basis, denn so schnell wie sich mein Hund auf den Weg macht, kann ich gar nicht gucken. Da hilft die SL nur wenn ich sie halte. Ich habe halt das Gefühl die SL dämpft seine Ambitionen auszubüchsen ein wenig. Aber was interessiert den Hund eigentlich was ich denke...:p
Naja, ich glaube in manchen Gegenden kann ich nicht ganz drauf verzichten, aber ich möche mich auch mehr davon trennen. Ich mag es nämlich eigentlich gar nicht.
Ich bemühe mich jetzt auch mehr Unvorhersehbares einzubauen, damit sich mein Kleiner mehr auf mich konzentriert. Das klappt schon ganz gut.

Wartet halt noch eine Menge Arbeit auf uns, aber das ist es ja, was mir an hunden so Spaß macht. Man hört nie auf was neues zu lernen.

Liebe Grüße
Sandra

AnnaS
04.05.2003, 08:22
Claudia, du hast mich wirklich falsch verstanden. Ich hab es nicht so gemeint, dass Bindung aufbauen und SL-Training so unterschiedliche Dinge sind. Ich wollte damit nur sagen, dass ich mir die SL hätte schenken können, wenn ich mehr und vor allem richtig an der Bindung gearbeitet hätte. Denn dann wäre BEI UNS die SL nicht nötig gewesen.
Allerdings war ich gestern etwas im Stress, als ich das geschrieben habe. Kann also gut sein, dass ich mich nicht richtig ausgedrückt habe :rolleyes: .

Generell denke ich eben, dass die SL kein Wundermittel ist, sondern echt im Einzelfall überlegt werden sollte, ob die SL den erwünschten Sinn und Zweck bringt oder ob man nicht durch anderes Training den besseren Erfolg erzielt.
Ich finde eben, dass die SL auch Gefahren mit sich bringt. Zum Beispiel war es bei mir so (und das hab ich auch von anderen hier gelesen), dass man sich unsicher wird, ob der Hund auch wirklich ohne SL gehorchen wird. Hund und Mensch gewöhnen sich an die SL, Hund hört (was bleibt ihm letztlich auch anderes übrig als zu kommen?) und dann läuft es ja wunderbar. Doch was ist, wenn die SL irgendwann ab ist? Bei Peppa hat man eben gemerkt, dass sie ganz genau wusste, ob die SL dran war oder nicht.
Und so bin ich mittlerweile der Meinung, dass die SL genauso wie ein Halti oder ähnliches nur zum Einsatz kommen sollte, wenn man wirklich erfahrene Hilfe zur Seite hat. Denn gerade die SL verführt irgendwo dazu, zu sagen, ich spar mir das Geld für die HuSchu, immerhin kann mein Hund an der SL nicht abhauen und irgendwann lernt er schon, zu kommen, wenn ich ihn rufe.

Und was die Bindung angeht - nun ja, die baut man, denke ich, immer auf. Egal wie man gerade mit seinem Hund umgeht, ob man mit ihm spielt, mit ihm Übungen macht, ihn Kuschelstunden oder, oder, oder. Und so lange man an das Wohl des Hundes denkt, denkt man auch dran, ob Bindung auf- oder eventuell abgebaut wird, bei dem, was man da gerade macht. Und daran ist weder SL noch Halti oder Maulkorb hinderlich, denke ich mal.

Anna

gini_aiko
04.05.2003, 12:45
hallo anna,

ich gebe dir recht ... da hab ich dich wohl wirklich falsch verstanden. ich halte auch nichts davon, dass leute die keine ahnung von SL haben diese in eigenregie ohne fachliche anleitung anwenden. vielleicht war es auch zufall ... oder durch jene tatsache begründet, dass ich ich die SL nie in der hand hatte ... aiko differenzierte im gehorsam nie zwischen SL und ohne ... es mag auch daran liegen, dass ich sie nie aus gehorsamsgründen angewendet haben, sondern weil ich mir einfach nicht sicher war im wildreichem gebiet, ob er nicht doch dem jagen nachgeht.


Original geschrieben von AnnaS
Und was die Bindung angeht - nun ja, die baut man, denke ich, immer auf. Egal wie man gerade mit seinem Hund umgeht, ob man mit ihm spielt, mit ihm Übungen macht, ihn Kuschelstunden oder, oder, oder. Und so lange man an das Wohl des Hundes denkt, denkt man auch dran, ob Bindung auf- oder eventuell abgebaut wird, bei dem, was man da gerade macht.
mhh ich denke eine *gewisse* bindung wird sich schon aufbauen ... nur ich denke, dass der grund allen übels bei vielen in mangelnder bindung begraben liegt. bindung baut sich durch spielen, kuscheln ... sehr wohl auf ... aber vor allen dingen auch durch den richtigen umgang ... durch die richtige erziehung ... und das alles in allem macht dann die beziehung und die bindung zu einander aus ... und ich denke bei vielen happert es genau daran ... wieviele prozent der hundehalter beschäftigen sich soooo mit der materie wie wir hier ... ich denke das ist nur ein kleiner teil ... wenn ich nicht weiß wie ein hund behandelt gehört, kann ich noch so spielen und mit ihm kuscheln, aber es wird trotzdem immer probs geben, wenn ich nicht weiß wie er behandelt gehört ... und nur dieses gesamtbild macht für mich wie oben erwähnt bindung aus!

grüßle claudi mit aiko

Inge1810
04.05.2003, 13:17
Hallo,
ich fand Anna`s Erfahrung mit Peppa höchst interessant und habe etwas über uns selbst nachgedacht. Dabei sind mir einige Sachen aufgefallen.
Im Prinzip habe ich ein großes Vertrauen zu Kira. Für mich war immer klar, dass sie nicht jagt und nicht wegläuft. Bei Hundebegegnungen habe ich sie immer kurz vorher noch abgerufen und für mich war klar, dass sie sowieso kommt. Als ich meinen Sohn von einem Schulfreund abgeholt habe, der auf einem etwas abseits gelegenen Bauernhof lebt, bin ich mit der Mutter des Jungen in`s Haus und sie wurde auf einmal hektisch und meinte, dass das Tor offen ist und sie es schnell zumacht. Ich sagte zu ihr, dass sie das ruhig offen lassen kann, denn wo sollte Kira auch hin. Sie sieht, dass ich in`s Haus gehe, also wird sie auch im Hof auf mich warten. Wo ich diese Sicherheit hergenommen habe, weiß ich nicht. Das war halt einfach so. Ich konnte sie sogar bei mir halten (unangeleint, da ich auf dem Pferd saß), als ein anderer Hund hinter einem Reh hergelaufen ist. Sie hat das alles gesehen und blieb trotzdem bei mir, was für mich nichts Besonderes war, denn ich dachte mir, warum sollte der Hund hinter dem Reh herlaufen......
Dann sind da die anderen Situationen. Gestern z.B. wieder, da bin ich mit Kira das erste Mal richtig Radgefahren, damit sie auf der CACIB nicht so hibbelig ist. Für mich eine neue Situation, da ich selbst seit ewigen Zeiten nicht mehr Radgefahren bin, das Fahrrad falsch eingestellt war und dann noch den Hund kontrollieren. Vor uns ein paar Dackel und ich dachte mir... "Mist... bloß net hinrennen.. die sind angeleint....." Ich war nicht sicher, dass sie gleich kommt, habe sie wohl mit blödem Tonfall gerufen und schon war sie dort... Sie kam zwar gleich wieder, aber das hatten wir vorher auch schon. Immer wenn ich mir dachte sie soll jetzt bloß nicht dahin und unsicher war, sie abrufen zu können, ist genau das passiert, weil ich a) zu langsam reagiert habe, weil ich sie gedanklich schon mein Rufen mißachten gesehen habe b) ich übertrieben gerufen habe c) etwas angenervt eine Moralpredigt gehalten habe. Absoluter Quatsch von mir, denn andererseits reicht ein ruhiges "Kira" und sie kommt angefetzt, aber nur, wenn für mich innerlich klar ist, "wo soll sie denn auch hin, ist doch ganz klar, dass sie kommt". Ich habe daher auch nie an den Einsatz einer Schleppleine gedacht, obwohl wir eine haben, denn wozu auch. Ich habe erst bei Kira diese Einstellung (bis auf wenige Ausnahmen) und denke dass das auch der Schlüssel zum Erfolg ist, weshalb ich mich bemühen werde, das es möglichst nicht mehr zu diesen "Aussetzern" kommt. Allerdings darf ich das nicht zu bewußt machen, da ich mich sonst wieder verkrampfe und es dann nicht von innen rauskommt.
Erlebt Ihr es ähnlich?
Grüßle

gini_aiko
04.05.2003, 14:15
hallo inge,

besser hätte man es nicht sagen können ... so hab ich das auch vorhin gemeint mit der SL im wildreichem gebiet ... in anderen *zonen* würde ich nie auf die idee kommen, dass aiko nicht hören könnten ... dort (ständig hasen und fasane) werde ich selber unruhig und *traute* aiko noch nicht so ganz. es kommt sicher immer auch darauf an was ich wie austrahle und wie ich es dem hund vermittle, da hast du absolut recht!

grüßle claudi mit aiko

Inge1810
04.05.2003, 14:55
Hallo Claudia,
mir fallen immer mehr Situationen ein... z.B. Silvester, wir gehen Gassi, mit ner Freundin, die den Labbi Ihres Ex-Mannes dabeihatte. Die Knallerei geht ja schon weit vor Mitternacht los und meine Freundin wurde immer unruhiger. Sie meinte, ob wir die Hunde besser anleinen, aber ich sagte so... "och nö, ich laß Kira frei, wo soll sie denn hin". Gesagt und kurz drauf ein Riesenknall... Kira guckt mich an.... ich hab kurz gegrinst und sag so "gell, das war laut".... vom anderen Labbi war nur noch eine Staubwolke zu sehen. Ich konnte ja nicht wissen, was passiert, weil es unser erstes Silvester war. Die Meisten von uns haben ihren Hund von klein auf und wir bemühen uns ja alle, den Hund auszulasten, also kommt wirklich die Frage auf, warum sollten sie denn jagen oder vor Angst weglaufen? Instinktiv habe ich wohl souverän ;) reagiert, denn die Geschichte mit dem Reh war wirklich kritisch, da es ca. 20 m vor uns den Weg gekreuzt hat, aber ich hab wohl das Gefühl rübergebracht, wie uncool es wäre, dem Reh nachzurennen, hätte ich nun unter Druck gestanden und womöglich noch mit kreischiger Stimme gerufen, hätte ich es ihr interessant gemacht, hinterherzulaufen. Eine Frau auf der Hundewiese rief ihren Hund immer wieder, als die Beiden sich einem kleinen Wäldchen näherten und meint noch so, ob ich denn keine Angst hätte, dass Kira eine Wildspur aufnimmt und ich meinte nur "Nö, die macht das nicht", ja aber woher sollte ich das wissen? Mir wird jetzt immer klarer, wie hirnrissig meine "Aussetzer" sind. Ich will jetzt nicht dazu aufrufen, dass alle es so handhaben, denn der Schuß kann auch nach hinten losgehen, aber die Meisten kennen doch ihre Hunde und wir kümmern uns soviel drum, dass sie sich nicht selbständig machen müssen.
Anna und Peppa sind der beste Beweis dafür, das es mit der richtigen Einstellung klappt. So gesehen bekommt auch die Schleppleine für mich einen ganz andere Bedeutung... dient sie am Ende nur unserem Kopf, da wir eingreifen könnten, wenn wir wollten? Würde nicht Jeder automatisch viel sicherer reagieren, wenn die Schleppleine dran ist und dem Hund automatisch mehr Beschäftigung mit dem Frauchen anbieten? Also alles nur eine psychologische Sache?
Jetzt hör ich aber auf zu Denken :D
Grüße

AnnaS
04.05.2003, 15:35
Hi Inge

Ich denke schon, dass du recht hast mit dem, was du schreibst.
(Daniel K. würde von "positiven Energien" sprechen :D ). Nee aber im Ernst, es überträgt sich viel von unserer Haltung auf den Hund.

Bei uns ist es noch immer so, dass Peppa nicht frei auf dem Hof läuft. Denn da sind die Reize echt gemein, wenn sie bei mir bleiben soll, und da ich noch den Extremsituationen aus dem Weg gehe, bis sich wirklich alles noch mehr gefestigt hat, bleibt sie an der Leine, bis wir richtig im Garten sind. Da kann sie dann laufen.

Letztes Wochenende waren die Eltern meines Freundes hier. Sie wissen, dass Peppa nicht allein raus darf, und halten sich auch mehr oder weniger dran. Nur mein "Fast"-Schwiergerpapa ist immer etwas "trottelig" (ich kanns ja sagen, er ließt ja hier nicht mit :cool: ). Und so kam es, dass mein Freund mit seinen Eltern raus ging und ich den Kaffeetisch abräumte. Da kam dann sein Vater hoch, weil er was vergessen hatte, ließ die Wohnungstür auf und Peppa war draußen. Ich hatte das alles gar nicht mitbekommen.

Draußen war dann Panik. Die Mutter meines Freundes reif gleich "Oh nein, der Hund ist weggelaufen", mein Sohn rannte über den Hof und rief immer "ich fang sie wieder ein", mein Freund war genervt und ich ging raus und war eigentlich nur genervt von diesem Tumult. Ich rief Peppa, und als sie zu mir wollte, griff meine "Fast"-Schweigermama nach ihr und Peppa lief natürlich weg. Ich sagte dann, sie sollen sich mal alle nicht um sie kümmern und erntete ziemlich skeptische Blicke. Dann rief ich Peppa wieder und sie kam freudig zu mir. Ich hab ehrlich gesagt auch nicht daran gezweifelt, dass sie kommt. Nur bei ihr ist es halt so, wenn zig Leute nach ihr greifen, rennt sie erst recht weg und das begreifen die Leute nicht :mad: .

Aber zu deiner These mit der SL:
Ja, so ähnlich hab ich es für mich auch festgestellt. Die SLwar gut für MICH, aber nicht unbedingt für Peppa. Denn ICH hatte so Sicherheit, doch irgendwann kam halt die Unsicherheit, was nach der SL kommt, bzw was passiert, wenn ich sie abmache.
Für Peppa hat es gar nichts gebracht.
Ich bereue es aber nicht, dass ich es ausprobiert habe. Schließlich hab ich dadurch auch Erfahrungen gemacht und das ist ja auch nicht unwichtig.

Gruß
Anna

sandinchen
04.05.2003, 20:27
@ Inge, Anna, Melly

Ich stimme euch zu. Ich bin auch davon überzeugt, dass die Stimmung des Menschen von unseren Hunden sehr sensibel aufgenommen wird. (Es gibt da übrigens ein total süßes Buch: "Der siebte Sinn der Tiere", aber das nur nebenbei bemerkt.)

Jetzt müsste ich aber doch nochmal eine Frage stellen.
Ich habe meinen Hund seit dem 23.Februar. Wie ich oben schon erwähnt habe, ist unsere Bindung also noch sehr "jung". Ebenso die Erziehung. Die Spaziergänge laufen, bis auf gelegentliche "Aussetzer" beim Abrufen sehr unproblematisch. Ist ja auch klar. Er muss ja alles erstmal richtig lernen. Wie soll er alles richtig machen nach so kurzer Zeit?

Ich habe die Schleppleine also bisher verwendet, um meinem Hund einfach mehr Freiraum zu geben. Es ist für ihn doch viel schöner, an einer langen Leine, als an einer kurzen. Ich verwende die SL nicht unter professioneller Anleitung. So wie ich von euch gelesen habe, findet ihr das nicht so gut.
Ich habe das bisher ehrlich gesagt gar nicht für schlimm befunden. Meist halte ich die SL in der Hand, so wie viele Leute mit einer Flexi spazieren gehen. Ich besuche natürlich eine HuSchu und übe auch sonst viel mit meinem Fellfreundchen.
Ich glaube ich habe noch nicht ganz begriffen, wo genau das Problem liegt, wenn man ohne professionelle Anleitung eine SL verwendet. Könnt ihr's nochmal für Doofe erklären:rolleyes: :D ?

Wär euch sehr dankbar ;)

Sandra

sandinchen
04.05.2003, 20:28
@ Claudia, ich meinte dich, Melly hat ja gar nix geschrieben

Sunny_Filiz
05.05.2003, 00:01
Würde nicht Jeder automatisch viel sicherer reagieren, wenn die Schleppleine dran ist und dem Hund automatisch mehr Beschäftigung mit dem Frauchen anbieten? Also alles nur eine psychologische Sache?

Da ist meiner Meinung ganz viel dran, Sunny hatte eine einige Zeit "Jagd- und Rennanfälle", da hat kein Ball und nicht mal eine "Bratwurst" genutzt um sie abzulenken. Ich völlig frustriert, wurde immer unsicherer, dann Schleppleine, erstmal ohne "schleppen" also Ende in der Hand. Zeigte bei Sunny kaum Wirkung. ICH blieb also unsicher. Dann hab ich mir einen Adressenanhänger mit Telefonnummer gravieren lassen-frei nach dem Motto "renn doch, ich krieg Dich schon wieder" - und siehe da 3 mal Holz geklopft...ihre Rennanfälle lebt sie jetzt in Kreisen von ca 10 m um mich rum aus - gegen ein Karnickel vor Ihrer Nase habe ich jedoch keine Chance, da muß ich einfach aufpassen.

Irgendwie habe ich das Gefühl Hunde packen Dich an Deinen "Schwachstellen", sei es Inkonsequenz, Angst, dass er nicht wieder kommen könnte , der arme Hund doch so leidet, wenn er flehentlich zu Deinem Teller guckt und beim Essen zusehen muss, oder was auch immer. Ich denke, man sollte bei einem nicht erwünschten Verhalten des Hundes auch mal sein eigenes Selbst gründlich durchforsten.

So das war das jetzt Wort zum Sonntag...
tschüs

AnnaS
05.05.2003, 09:26
Hi Sandra

Nun ja, ich bin gegen das SL-Training ohne fachliche Anleitung, weil ich es selbst ohne fachliche Anleitung gemacht hab und gemerkt habe, dass es mich kein Stück weitergebracht hat. Wie gesagt, mit SL hat Peppa wunderbar gehorcht. Doch das entscheidende Weiterkommen, nämlich wenn die SL dann mal ab ist, das wurde zu einem absoluten Unsicherheitsfaktor für mich.

Bitte, liebe Fories, bekommt es jetzt nicht in den falschen Hals, aber:
Ich bin durch die Ratschläge aus dem Forum auf die SL gekommen. Und es ging auch wirklich gut. Doch als dann meine Frage kam, wann und wie ich es mache, wenn die SL das erste Mal dann ab ist, bekam ich keine befriedigenden oder weiterhelfenden Antworten mehr. Ich hätte zu der zeit wirklich gerne jemanden gehabt, der mich erklärt hätte, wie ich wann vorgehen soll, wenn die SL endlich ab ist. Und das hatte ich dann plötzlich nicht. Eben das war für mich ein Problem, weil ich irgendwo wusste, wenn ich die SL jetzt (eventuell zu früh?) abmache, kann es nach hinten losgehen. Finde ich aber nicht den geeigneten Zeitpunkt, würde Peppa noch Ewigkeiten an der SL laufen. Und vom Gehorsam an der SL her hätte ich die SL schon lange ablassen können, also war die reine Gehorsam absolut kein Kriterium bei uns.

Und ich persönlich finde auch, dass die SL eben wirklich dazu verführt, zu sagen "ich hab nun den verlängerten Arm, also was soll schon passieren? Läuft ja alles prima so" und man vergisst das eigentliche Problem bzw das eigentliche Training darüber hinaus.

Natürlich hat die SL uns auch genützt, z.B. was ein ignoriertes "Nein" bewirkt, wenn Hundi über einen Wassergraben springen will um Vögel zu jagen, aber die SL genau über dem Wasser zu Ende ist :D . Seitdem wird das "Nein" nicht mehr ignoriert, und somit hat die SL geholfen.

Mein rat wäre aber folgender:
1.) Hundeschule suchen, wo man einen Trainer/eine Trainerin hat, die sich wirklich um die Belange des HF kümmert und nicht einfach nur "Geld verdient"
2.) Beziehung aufbauen, Trainieren, üben
3.) Wenn das nicht klappt und keine Erfolge bringt mit Trainer/Trainerin sprechen, was es für öglichkeiten gibt
4.) An sich selbst erst mal kritisch (Fehl)Verhalten überdenken
5.) Noch so kleine Fehler vermeiden
6.) WENN dann nur noch die SL bleibt, dann mit Trainer/Trainerin zusammen bzw eben in Absprache und nach Anleitung

Übrigens habe ich am Samstag von meiner Trainerin noch einen Rat bekommen, der gar nicht mal so dumm ist, wenn man mal drüber nachdenkt. Sie sagte, wenn man in Gebiete geht, wo der Hund nicht frei laufen darf oder kann, dann sollte man selbst da nicht auf die SL zurückgreifen, wenn man sonst ohne SL geht. Vielmehr sollte man die kurze Leine verwenden, und mit dem Hund mal wieder vernünftiges Leinentraining machen, weil das meist vernachlässigt wird. Und dann soll man den Hund lieber an einer sicheren Wiese oder im Garten "auspowern". Ich fand diese Idee gar nicht mal so schlecht.

Gruß
Anna

gini_aiko
05.05.2003, 10:50
Original geschrieben von AnnaS
Bitte, liebe Fories, bekommt es jetzt nicht in den falschen Hals, aber:
Ich bin durch die Ratschläge aus dem Forum auf die SL gekommen. Und es ging auch wirklich gut. Doch als dann meine Frage kam, wann und wie ich es mache, wenn die SL das erste Mal dann ab ist, bekam ich keine befriedigenden oder weiterhelfenden Antworten mehr. Ich hätte zu der zeit wirklich gerne jemanden gehabt, der mich erklärt hätte, wie ich wann vorgehen soll, wenn die SL endlich ab ist. Und das hatte ich dann plötzlich nicht. Eben das war für mich ein Problem, weil ich irgendwo wusste, wenn ich die SL jetzt (eventuell zu früh?) abmache, kann es nach hinten losgehen. Finde ich aber nicht den geeigneten Zeitpunkt, würde Peppa noch Ewigkeiten an der SL laufen. Und vom Gehorsam an der SL her hätte ich die SL schon lange ablassen können, also war die reine Gehorsam absolut kein Kriterium bei uns.


hallo anna,

ich kann dich im prinzip hier sehr gut verstehen ... im nachhinein betrachtet, wenn man sich diesen text hier liest, kommt man aber zum schluss, dass dir auf distanz nie jemand diese fragen beantworten kann. hier kann es nur so laufen, dass jemand sein prob beschreibt ... die leute sagen ... als bei mir das so und so war, hab ich das und das gemacht ... bis der erfolg dann ersichtlich ist und wann die zeit reif ist ... zb die SL nicht mehr zu verwenden, muss jeder selber wissen und seinen hund einschätzen können. ein trainer kann dir auch nur sagen WIE du etwas machst, aber ob dein hund reif ist jetzt ohne SL zu laufen, muss man selber beurteilen können!

grüßle claudi mit aiko

AnnaS
05.05.2003, 11:21
Ja, genau darin sehe ich ja das Problem bei dem SL-Training. Man weiß im Prinzip nicht, wann der richtige Zeitpunkt ist. Und wenn der Hund an der SL ein "Hier" immer gefolgt hat, aber plötzlich ohne Leine läuft und ein "Hier" missachtet, kommt er eben wieder an die SL. Und das finde ich eben, so im Nachhinein betrachtet, irgendwo falsch, weil man so wahrscheinlich nie seinen Erfolg hat. Oder es dauert wirklich Jahre, so wie zwei Trainer es nun schon sagte. Daher bin ich ja auch dafür, dass man erst andere Wege geht und die SL eben NICHT leichtfertig verwendet, sondern nur, wenn es eben keine andere Möglichkeit mehr gibt.

Vielleicht bin ich aber auch nur so vorsichtig, weil es eben bei mir hätte ganz anders laufen müssen und ich daher keine all zu guten Erfahrungen mit der SL gemacht habe. Ok, auch keine negativen, aber eben "überflüssige" und somit habe ich eine Menge Zeit verschenkt, die ich eher in die Unterlassung von meinen Fehlern hineinstecken könnte.

Aber ich kann mich im Moment eh nicht wirklich gut ausdrücken. Mein Kopf ist voll "Anatomie" zur Zeit und die Abwechslung im Forum macht den Kopf irgendwie auch nicht frei :rolleyes: .

Gruß
Anna

gini_aiko
05.05.2003, 11:32
hallo anna,

ich verstehe dich an diesem punkt sehr gut ... ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwierig ist, den richtigen zeitpunkt zu erkennen ... bei mir war es so, dass ich die SL zu beginn in wildreichen gebiet verwendet habe ... bis ich mir sicher war, dass fasane für aiko *doof* sind ... und als er in fegelphasen zwar hörte, aber sehr *schleppend* ... im nachhinein betrachtet hätte man in diesen flegelphasen die SL nicht verwenden müssen ... das kleine prob ... hätte durch weglaufen auch gelöst werden können ... aber es hat mit der SL tadellos funktioniert ... wie aber schon oft erwähnt hatte ich die SL nie in der hand und hab in den seltensten fällen wirklich draufsteigen müssen bzw aufnehmen und vielleicht hatte es auch deshalb keinen einfluss darauf, dass aiko nach abnehmen der SL genauso hörte wie mit. das allheilmittel für jeden hund ist die SL sicher nicht, genauso wenig wie jeder erziehungsstil auf jeden hund passt!

grüßle claudi mit aiko

sandinchen
05.05.2003, 16:34
Ich hoff ich nerv euch nicht damit aber ich muss jetzt nochmal blöd nachfragen:
da mein Hund aufgrund der kurzen Zeit die wir erst miteinander verbracht haben noch gar nicht folgsamer sein kann, mache ich ihn an die SL wenn wir uns irgendwo rumtreiben, wo ich Wild vermute. Er hat natürlich auch meine Tel.Nr. am Halsband. Er war noch nie länger als ein paar hundert Meter von mir entfernt. (Bis auf eine Ausnahme, als er mich nicht gleich wieder gefunden hat. Er fand mich erst nach 10 Min.)
Ich hab irgendwie das Gefühl verantwortunglos zu sein, wenn ich es riskiere, dass er abhaut, obwohl es wirklich nur ein paar hundert Meter sind. Es gibt halt auch solche Leute, die sagen, wenn der Grundgehorsam nicht ordenrlich sitzt, dann ist ohne Leine laufen nicht drin. Ich seh das nicht so. Zu 90% läuft mein Hund ohne Leine (in der Stadt mit Verkehr etc. natürlich nicht). Würdet ihr es als verantwortungslos empfinden? Das ist jetzt auch wieder so blöd gefragt. Wie soll man das beantworten? Wahrscheinlich habt ihr Recht und man muss das wirklich selbst entscheiden. Bisher ist ja auch noch nix passiert, aber ich mach mir trotzdem immer solche Gedanken drum.

Ilona
05.05.2003, 16:48
Hallo Ihr Lieben,

die Diskussion hier zum SL-Training ist ja wirklich sehr interessant. Ich hab ja selber mit einer SL trainiert und kann nur Positives berichten.

Anna, als Du erzähltest, dass Du nie eine befriedigende Antwort auf die Frage erhalten hast, wann genau man mit dem SL-Training aufhören kann, wurde ich tatsächlich stutzig. Ja, was ist denn der richtige Zeitpunkt?

Ich hab gleich mal drüber nachgedacht, wie ich es gemacht habe und sage ganz ehrlich: Ich könnte noch heute keinen so genauen Zeitpunkt angeben. Und für einen Fremden - so per Internet - schon gar nicht.

Ich persönlich spürte einfach, dass er da war, der Zeitpunkt. Zunächst merkte ich an Benji, dass er zunehmend besser hörte. Die Schleppleine wurde von mir beim Spaziergang erst ziemlich oft als Mittel zur Einwirkung eingesetzt. Wir übten das Kommen, das Folgen bei Richtungswechsel etc.. Wir übten eigentlich bis zum Erbrechen. Nicht so, dass er keine Zeit zum Spielen gehabt hätte, aber jeder Spaziergang war halt einfach Training mit Auflockerungen. Zu Anfang gab es noch viele Einwirkungen, ich habe ihn oft korrigieren müssen. Diese Einwirkungen ließen dann aber rapide nach. Mein Motto war dann: Tu doch mal so, als hätte der Hund gar keine Leine. Und siehe da, man braucht die Leine eigentlich nicht mehr wirklich. Oder nur noch ganz, ganz wenig.

Ja, und dann, eines Tages, ließ ich ihn einfach frei. Oh Mann, ich war aufgeregt wie verrückt und noch viel aufgeregter wurde ich, als ich merkte, dass Benji sich OHNE Leine plötzlich ständig zu mir umdrehte, um zu gucken, wo ich bleibe. Ich hab die Gelegenheit gleich beim Schopf gepackt und das Nach-mir-schauen bestärkt.

Ja, so lief es bei uns. An die Leine muss er nun eigentlich schon lange nicht mehr. Ich nehm ihn ab und an dran, damit ers nicht verlernt, ordentlich auch mit Leine zu laufen.

Am Sonntag dann der absolute Härtetest: Wir sind mit Straßenbahn und U-Bahn ins Hundeauslaufgebiet gefahren. Es war wundervoll. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich merkte, dass ich irgendwo im Wald bei einer Pause die Leine liegen gelassen hatte. An Suchen war nicht zu denken, wir sind ne 2-Stunden-Runde gelaufen, die wollte ich nicht noch mal drehen. Also ging es ohne Leine heim. Und fragt mich mal, wie es ging? Als hätte Benji es geahnt, dass es nun drauf ankommt: Er wich mir keinen Zentimeter von der Seite. Nicht in der U-Bahn, nicht beim Überqueren großer Straßen, nicht in der Straßenbahn, nicht auf dem Weg von der Bahn nach Hause.

Braver Hund:-) Wir sollten wirklich manchmal mehr Vertrauen in unsere Pelze haben;)

Lieben Gruß, Illi

AnnaS
05.05.2003, 17:00
@ Sandra:

Du nervst nicht mit deinen Fragen. Nur die Beantwortung ist echt schwer. Ich denke, ich würde es wirklich vom Hund individuell abhängig machen. Wenn dein Hund extrem wildert und du ihn dann so gar nicht mehr erreichen kannst mit Stimme, Reaktionen, Pfiff oder ähnlichem, würde ich es vielleicht wirklich verantwortungslos finden.
Wenn du einfach nur Angst hast, er könnte nicht hören, dann würde ich es vielleicht erst mal ausprobieren, da er dich ja schon sehr positiv bestärkt hat, in dem er nie mehr als ein paar hundert Meter weg ist.
Ein weiteres Kriterium wäre für mich auch, wie es in der HuSchu läuft. Lässt er sich da leicht vom Spiel mit anderen abrufen? Wenn ja, wäre das für mich auch ein gutes Zeichen, denn das Spiel mit anderen ist ja auch Ablenkung pur. Zwar nicht ganz so mit jagen vergleichbar, aber wenn er sich da schon nicht abrufen lässt, lässt er sich garantiert auch nicht von einer Spur abrufen.
Ich würde an deiner Stelle überlegen, wie viel Vertrauen du in deinen Hund hast. Mein Vertrauen diesbezüglich in Peppa war ehrlich gesagt gleich Null. Als ich das Vertrauen hatte, gehorchte sie plötzlich auch. Ich denke, auch das ist Teil der Bindung - nämlich das Vertrauen von HF in den Hund, und nicht nur umgekehrt.

@ Ilona:

Genau das ist es - mehr Vertrauen in den Hund! Ich denke, der Hund spürt ganz genau, ob wir unsicher sind und zweifeln, oder ob wir selbstbewusst unseres Weges gehen. Nicht nur selbstbewusst, sondern eben auch mit dem Bewusstsein eines "artigen" Hundes ;) .
Im Prinzip lässt es sich ja mit den Leuten udn Hunden vergleichen, wo Frauchen Angst hat, ein anderer Hund könnte beissen und diese Angst eben auch den Hund spüren lässt. In den meisten Fällen überträgt sich diese Angst ja auf den Hund. Wieso also sollte sich nicht auch Vertrauen und Selbstsicherheit auf den Hund übertragen ?!?

Gruß
Anna

AnnaS
05.05.2003, 17:07
Dazu mal eine kleine Wiederholung (ich hatte es in einem anderen Thread schon mal geschrieben):

Nach dem gemeinsamen Spaziergang mit meiner Trainerin hatte ich den festen Vorsatz, Peppa beim nächsten Mal ohne Leine laufen zu lassen. Ich war wachsam ohne Ende, hab mich alle drei Schritte umgesehen, ob auch ja kein Ablenkungsobjekt in der Nähe ist.
Irgendwann war es dann wirklich da: Ein Hund in weiter Ferne. ich bekam es mit der Angst zu tun und dachte "Super, Peppa wird nicht hören. Sie wird einfach nicht hören, und dann haben wir den Salat". Also drehte ich um, ging auf einen anderen Feldweg zu, um auch ja dem anderen Hund nicht zu begegnen. Dabei drehte ich mich dann immer öfter um, um zu sehen, wie weit der andere Hund noch weg ist. Peppa hörte natürlich kein Stück, doch zum Glück sah sie den anderen Hund nicht. Und als sie ihn irgendwann sah, war er viel zu weit weg.

Beim nächsten Spaziergang näherte ich mich Peppa leicht an. Ich war nicht mehr ganz so vorsichtig, aber irgendwann kam der Moment, wo ich sie wieder an die Leine nehmen musste. Und je näher der Moment kam, um so mehr Zweifel hatte ich, dass sie sich anfassen lassen würde.
Und sie ließ sich nur mit List und Tücke anleinen.

Dann der nächste Spaziergang war unser Knackpunkt. Mir war es viel zu doof, nur noch ängstlich durch die Gegend zu laufen und dachte "Wenn du nicht zu mir willst, lieber Hund, dann lass es einfach. Ich weiß wie ich nach Hause komme und du nicht" (weil wir mit dem Auto weg waren). Und irgendwann rief ich sie, und sie kam, ließ sich aber nicht anfassen. Da dachte ich "Na ok, dann halt nicht". Und ich versuchte es noch ein paar Mal, als irgendwann der Punkt kam, wo man (obwohl ihr es vielleicht nicht glaubt) auch merklich Anspannung von Peppa fiel. Sie kam, ließ sich anfassen, spielte mit mir, kam immer, wenn ich sie rief, und wartete ab, ob sie an die Leine musste oder weiter laufen durfte. Das war wirklich ein Knackpunkt und seit dem kommt sie, wenn ich sie rufe.

So viel zum positiven Denken
:D

Gruß
Anna

Thomas
05.05.2003, 18:21
Sandinchen schrieb: "Ich hab irgendwie das Gefühl verantwortunglos zu sein, wenn ich es riskiere, dass er abhaut, obwohl es wirklich nur ein paar hundert Meter sind."
Hallo Sandra,

ich finde es nicht OK, wenn Du Deinem Hund einen Bewegungsradius von ein paar hundert Metern gibst. Der Hund befindet sich dann weit ausshalb Deines Einflussbereiches und ist demnach ganz sicher nicht mehr von Dir abrufbar (zuverlässig schon garnicht)....das liegt jetzt nicht an Dir oder dem Hund, sondern in der Natur der Sache. Hier gehts mir jetzt in erster Linie gar nicht mal um die Sicherheit Deines Hundes sondern eher um das Bild das Hundehalter in der Öffentlichkeit abgeben, wenn sie ihre Fiffis, völlig ohne jede Einflussmöglichkeit, in der Botanik herumrennen lassen.
Selbst ich wäre alles andere als begeistert, Deinen Hund auf meinen zuflitzen zu sehen, wenn ich z.b. gerade mit meinem Hund arbeite (sowas soll´s ja geben). Auch Kinderwagenschiebende Mütter (ist ja nicht jeder ein Hundefan), dürften zurecht wenig begeistert sein, Deinem (oder einem x-beliebigen anderen) Hund unangeleint zu begegnen - und Frauchen/Herrchen ein paar hundert Meter weiter, schemenhaft zu erkennen, sofern auf diese Distanz überhaupt ein Zuordnung möglich ist. Dabei ist es meiner Meinung nach auch völlig unerheblich, ob der jeweilige Hund nun brav, aggressiv, erzogen oder unerzogen ist.

Hmm, mein Posting hat jetzt zwar mit dem Thema SL nix zu tun, aber ich wollte es trotzdem nicht unerwähnt lassen.

Gruß
Thomas

sandinchen
05.05.2003, 18:25
@ Anna
Wenn ich das mit deiner Peppa vergleiche, dann ist mein (Frech)Dax eigentlich harmlos (das ist jetzt keinerlei negative Bewertung). Er wildert nicht extrem. Es kommt dann und wann mal vor, dass er ein paar hundert Meter davon flitzt. Von anderen Hunden lässt er sich so einigermaßen abrufen. Aber da fehlt es ihm dann meist nur an Konzentration. Er kommt sonst recht zuverlässig. Lässt sich immer problemlos anleinen etc., reagiert auch sofort auf meine Richtungswechsle etc.

Ich glaube ich mache mir auch deshalb so viele Gedanken, weil mal folgendes passiert ist.

Ich bin mit meinem Hund durch unseren "Stadtwald" gelaufen. Er war ohne Leine. Es ist so ein Wald wo auch Jogger laufen etc. Also Wald ist schon fast zuviel gesagt. Aber es muss wohl doch was zwischen den Bäumen rumgesessen haben, weil er vom Weg weg lief und nicht auf mein Rufen reagierte. Ich hab dann erstmal gar nix gemacht und gewartet. Dann hab ich nochmal gerufen. Nix. Ich bin seinen Spuren durch den Schnee gefolgt, hab diese Spur aber verloren. Ich bin dann etwa 10 Minuten hin und her durch das Wäldchen gelaufen. Dann am Waldende auf den Weg durch die Wiese. Da laufen wir üblicherweise immer weiter. Er kam mir dann auf dem Weg entgegen gelaufen. Er muss mich also gesucht haben und ist den Weg weiter gelaufen, den wir sonst immer gehen. Wenn es wirklich ums Wildern gegangen wäre, dann wäre er doch sicherlich noch weiter weg gerannt.
Ich hatte zwar schon ein echt mulmiges Gefühl, aber ich war mir sicher, dass er nicht weiter weg läuft, dazu ist er immer viel zu sehr darauf bedacht, wo ich mich aufhalte.
Aber was mir ein ganz blödes Gefühl machte war dieses: Im Wald ging eine Hundetrainerin mit ihrem Hund spazieren. Ich fragte sie natürlich, ob sie meinen Ausreißer gesehen hatte. Sie half mir suchen und als ich ihr erzählte, dass ich ihn erst seit kurzem habe, sagte sie: "Aber solange der Grundgehorsam nicht klappt, darf doch der Hund nicht von der Leine! Mein Hund geht ins Platz wenn Wild kommt!" Zu allem Übel ließ sie ihren Hund auf Kommando laut geben um meinen Stinker damit anzulocken.
Ich fühlte mich wie so ein kleines Mädchen, dass man dabei erwischt hat, wie es einen Kaugummi klaut.
Ich weiß, das ist jetzt total albern, aber seit diesem Ereignis habe ich immer so ein blödes Gefühl, wenn ich meinen Hund in "Risikogebieten" ableine. Mein früherer Pflegehund machte auch ab und zu mal ein paar einsame Ausflüge ins Unterholz etc. ohne dass ich ihn sehen konnt, kam aber auch nach spätestens 'ner Minute wieder zurück. Da hab ich mir lange nicht so 'nen Kopf gemacht. Und wenn der eine fliehende Katze erblickt hatte, dann war er auch erstmal auf und davon.
Ich frag mich jetzt halt,ob ich wirklich noch warten sollte, mit der "großen Freiheit" oder sollte ich nicht einfach mal wieder zu mir selbst zurückkehren und meinen Gott-gegebenem Vertrauen, das ich in Hunde habe, Glauben schenken.

Manchmal bin ich mit meinen 24 Jahren einfach so unglaublich unerwachsen, dass mir einfach jemand in den Hintern treten muss.
Tretet ihr mal :rolleyes: :p

sandinchen
05.05.2003, 20:36
Hallo Thomas,
unsere Beiträge haben sich irgendwie überschnitten. Ich habe deinen jedenfalls nicht mehr gelesen.

Schimpf mich doch nicht so :( :( Ich bin doch so sensibel
;)

Genau über deine Argumente mache ich mir ja Sorgen. Ich gebe meinem Hund keine mehrere hundert Meter Freiraum. Da hast du was falsch verstanden. Das ist ja genau das, was ich gerade verhinden will, dass er sich mehrere hundert meter "gönnt".
Ich übe ganz fleißig, dass er sich nicht mehr als etwa 10 meter von mir entfernt. Das klappt auch wirklich sehr gut. Ich glaube du hast es jetzt so verstanden, dass ich meinen Hund mehr oder weniger auf eigene Faust durch die Gegend rennen lasse. Das tu ich nicht! Er bleibt immer in meiner Nähe. Bis auf diese berühmten Ausnahmen. Nämlich dann wenn ihm was "wildes" um die Nase fliegt oder ein Eichhörnchen ihn einen Feigling nennt. Und da bin ich ja gerade mit mir selber am Ringen: Muss er so gut erzogen sein, dass er sich wie ein geölter Blitz ins Platz schmeißt, wenn eine Horde Wildschweine an uns vorbeirennt, damit er von der Leine darf? Ist alles andere verantwortungslos?
Mein Hund rennt nicht ständig herrenlos durch die Gegend und erschreckt alte Leute. Es ist jetzt halt, lass mich zählen, 4 mal passiert, dass er los geflitzt ist und nicht sofort auf Abruf umgekehrt ist. Und hier kommen nun die hundert Meter ins Spiel. Er rennt nicht etwa unaufhaltsam meilenweit weg, sondern "nur" hundert Meter und kehrt dann wie der Blitz zu mir zurück. Dieser Ausdruck mit den hundert Metern soll es nicht verharmlosen. Es sollte eigentlich nur darstellen, dass sein Jagdtrieb vermutlich nicht so stark ist, dass er mich deswegen völlig vergisst.

Jetzt frag ich dich mal: denkst du ich hab noch "absolute Leinenpflicht" und es ist überhaupt nicht tolerierbar, dass mein Hund mal ausbüchst? Ich frage mich halt, wie er's denn lernen soll, wie's ohne Leine läuft, wenn er nur mit laufen darf?
Los Thomas! Mach mich fertig! :D

Ich hoffe wenn du dir meine Beiträge noch mal geschwind durch liest, wirst du feststellen, dass ich nicht nach dem Motto "nach mir die Sintflut" lebe. Ich mache mir wirklich sehr viele Gedanken auch um meine Mitmenschen, deswegen schreib ich hier ja zum Thema. Ich könnte ja auch sagen: "Mein Hund jagt, na und?"
Ich habe sehr viele im Bekanntenkreis die Angst vor Hunden haben. Ich finde das auch nicht gut. Selbst ich trau manchem Hund dem ich begegne nicht ganz über den Weg.

Ich hoffe das war jetzt wirklich ein Missverständnis.

Eingeschüchterte Grüße
Sandra

Thomas
06.05.2003, 00:47
Ich hoffe das war jetzt wirklich ein Missverständnis.
Ja - war es ;)

Die mehreren hundert Metern sind jetzt also zu hundert Meter zusammengeschrumpft - ist doch schonmal was :D
Nee, im Ernst, für mich kam das wirklich so rüber, das Du ihm diesen Freiraum gönnst oder zumindest nicht großartig entgegensteuerst. Natürlich soll Dein Hund in "geeigneten" Gebieten frei laufen können - und dabei das Herankommen bzw. die Einflussnahme aus etwas größeren Distanzen 30, 40, 50 Meter trainiert werden - keine Frage. Nur würde ich schon peinlich darauf achten, das er möglichst keine (selbstbelohnenden) Ausbücks-Versuche startet. Damit wären wir dann wieder beim Thema SL bzw. keine SL. Wie oben bereits ausführlich diskutiert kann man da verschiedene Ansichten haben. Wie DU das mit DEINEM Hund am besten geregelt bekommst weiß ich nicht. Vielleicht einfach den Hund NOCH besser beobachten (Nase im Wind etc.) und rechtzeitig abrufen. Fest steht nur, das die Trainingsphase mit jedem weiteren erfolgreichem "Ausflug" Deines Hundes verlängert wird.

Gruß
Thomas

sandinchen
06.05.2003, 08:38
@Thomas

Nochmal Glück gehabt ;)

Mit deiner Meinung steh ich nun also wieder da wo ich am Anfang stand :D SL ja oder nein? Ich hab einfach keine Ahnung. Ich weiß auch nicht, warum ich mir da so schwer tu, diese Frage für mich zu beantworten. Ich denke eben auch, dass er es evtl. immer wieder tun wird. Es hat ja keine negativen Konsequenzen für ihn. Wenn ich sehe, er könnte gleich losrennen, ich dann aber zuerst in die andere Richtung lauf, dann flitzt er mir schon gleich hinterher. Aber ich kann ja auch nicht immer so durch die Gegend rennen. Es ist wirklich zu blöd. Im Moment denke ich mir halt, dass sich das bestimmt noch abschwächt, wenn die ganze Erziehung erstmal fortgeschrittener ist. Ich hoffe das zumindest. Ich werde mal auf dem Hundeplatz fragen, ob sie mit mir das Abrufen ganz intensiv üben können. Da gibt's ja wunderschön viele Übungen. Ich glaube ich muss dafür einfach noch mehr tun. Vielleicht sollte ich gleich mal damit anfangen, ihn auch beim Spielen mit anderen Hunden abzurufen. Das kann man weingstens üben. Die Rehe und Hasen verzichten immer, wenn ich frage, ob sie eine Übungsstunde mit uns machen ;)

Hat dein Hund auch schon solche Aktionen gestartet? Wenn ja, wie hast DU es in den Griff bekommen? Ich bin da wirklich dankbar um jeden Tipp. Obwohl ich wirklich glaube, dass da bei uns noch nicht soooo schlimm ist. Der lernt so schnell, der Bursche...

Liebe Grüße
Sandra und Dax

P.s.: Du weißt doch: hundert Meter, zweihundert Meter, dass ist für Frauen doch alles das gleiche :D

AnnaS
06.05.2003, 08:50
Hallo Sandra

Mal ein psychologischer Tip, weil dir hier niemand die Entscheidung abnehmen kann, ob SL oder nicht:
Wenn dich dieses ganze Thema jetzt so verunsichert, dann lass es ein paar Tage ruhen. Sowohl im Forum als auch im Umgang mit deinem Hund bzw in deinen Gedanken. Beschäftige dich gedanklich mit etwas anderem und lass die Frage bezüglich der SL außer Acht. Mit deinem Hund gehst du so wie immer in dieser Zeit.
In ein paar Tagen dann machst du einen Testlauf, so zu sagen. Du gehst mit deinem Hund ohne SL raus und testest ihn auf seine Zuverlässigkeit. Provoziere natürlich keine Extremsituationen, sondern achte nur bewusst drauf, wie zuverlässig er sich abrufen lässt, wie "anfällig" er für Spuren und sonstige Ablenkung ist und wie du dich aber auf ihn trotz Ablenkung verlassen kannst. Und hinterher entscheidest du objektiv, ob dein Hund an die SL gehört, oder ob es schlicht und einfach noch "normales" Training und noch mehr Bindung braucht (diesen Eindruck habe ich übrigens in eurem Fall, aber das ist irrelevant).

Wichtig ist nur, dass du dir diese Tage eine Auszeit nimmst vom Thema SL. Denn nur dann kannst du diesen Testlauf ausgeglichen machen und objektiv anschließend beurteilen.

Ist mal ein "Menschen-psychologier" Rat, anstatt ein hundepsychologischer. Aber auch um den Menschen muss man sich ja mal kümmern ;) .

Liebe Grüße
Anna

PS: Wie viel Tage du dieses Thema ruhen lässt, hängt individuell von dir ab. Mach es nach Gefühl. Wenn du merkst, dass du nicht mehr so verunsichert sondern neugierig bist, ist der richtige Zeitpunkt da.

Thomas
06.05.2003, 18:13
Hi Sandra,

find ich ganz gut was Du schreibst, Deine Motivation weiter an der Sache zu trainieren wird ganz sicher helfen, die unerlaubten Jagdausflüge von Dax einzudämmen. Da bist Du also grundsätzlich schon auf dem richtigen Weg. Die Anti-Jagd-Übungs-Tips (Link von Inge zur Großen Münsterländerin Website) sind auf alle Fälle eine feine Sache. 100% Kontrolle wirst Du aber voraussichtlich bei einem jagdlich (nicht wildernden, das wäre dann keinesfalls zu tolerieren) ambitionierten Hund kaum erreichen. Wobei wir bei der Frage anlangt wären die Du mir gestellt hast: Ja, mein Hund hat auch schon "solche" ;) Aktionen gestartet (von wegen degenerierter Jagdtrieb bei Westies *lach* kann ich nicht bestätigen).

Statistik:
Alter: 4 Jahre
Bei uns seit: knapp 3 Jahren
Unauthorisierte Jagdeinsätze: 3-4 (davon keiner länger als 5 Minuten, wobei einem die Zeit ja ewig vorkommt...).
Jagderfolg: Ja - leider: Mindestens (!) ein Meerschweinchen (r.i.p.), allerdings noch vor unserer Zeit, also beim Züchter.
Garantie das es morgen nicht wieder passiert: gibt´s nicht

Meine Gegenmittel:
1. In unübersichtlichen (Wald!) wildreichen Gebieten nur mit SL(allerdings macht das nur 1-2 % von unseren Gassi-Touren aus).
2. In Fremdgebieten erstmal ohne Leine, sobald ich erste Witterungstendenzen bei ihr erkenne -> Leine (die ein paar Minuten später auch wieder abgenommen wird...)
3. Üben - Üben - Üben, also immer wieder abrufen, ein zuverlässiges "Hier" ist für mich eines der wichtigesten Kommandos überhaupt. Viel variieren was unterschiedliche Konkurrenz-MO´s (Lecklie oder Ball in die Wiese schmeißen oder ein wartender 4-beiniger Spielgefährte) anbelangt. Wir haben anfangs auch ein bisserl mit einer Reizangel geübt. Also ein Stück (echtes) Fell an etwas Angel-ähnliches (Stock + Schnur tuts auch) dranbinden. Hilfsperson baut den Reiz und Spannung auf -> Hund jagt dem Fell hinterher -> darf hin und wieder die Beute auch erwischen (sonst Frustgefahr - und das Training wäre vorbei) -> ACHTUNG WICHTIG: während dem hinterherjagen ein "Platz"-Kommando geben (oder Sitz, wobei ich hier das Platz vorziehe, da "sicherer"). Also quasi direkt aus dem Beutetrieb heraus den Hund stoppen. Nur so hast Du später in freier Botanik eine Chance den Hund nach 3-4 Hopsern in Richtung Zielobjekt noch zu stoppen. Wenns klappt, darf Dax als Belohnung (und das ist in dem Fall viel besser als jedes Leckerlie) sofort nach dem Platz wieder weiter der Beute nachjagen, und sie dann "erlegen". Falls es nicht gleich mit dem Platz klappt (was nicht überraschend wäre und schon garkein Beinbruch), dann den Befehl NICHT ÜBER DRUCK durchsetzen, sondern einfach das Spiel beenden (= Strafe genug - Schade - Pech) Der Übung darf der spielerische Charakter nicht verloren gehen, sonst kann man es gleich bleiben lassen. Um beim hinterherjagen dem Hund faire Chancen geben - aber nicht zuuu leicht machen, sonst merkt es Dax - also glaubwürdig spielen/üben.

Aber wie oben schon angemerkt, 100%-ig wird das nicht werden, da es immer mal wieder dumme Zufälle gibt, der Fremdreiz einfach zu stark ist oder man selbst einfach zu langsam ist bzw. nicht gescheit aufpasst (letzteres ist wahrscheinlich der Hauptgrund). Aber wenn sich das nicht häuft (4x in knapp 3 Monaten bei euch ist sicher noch ziemlich "optimierbar" :D), dann läßt sich´s damit schon irgendwie leben, find´ ich.

Gruß
Thomas

PS. Superschnell kannst Du die Sache auch mit nem schicken Teletak-Gerät in den Griff bekommen. Spart den ganzen Quatsch mit SL, Reizangel oder irgendwelchen kindischen Motivations-Objekten. :D ;)

sandinchen
06.05.2003, 20:07
Ich glaub auch, dass da bei uns beiden noch nix verloren ist.

Aus dem Laufen direkt ins Platz - wovon träumst du denn Nachts? Spaß beiseite. Ins Platz gehen gehört auch noch nicht zu seinen Stärken, aber wie gesagt, was will man nach so kurzer Zeit erwarten? Ist ja ganz normal. Ich finde er lernt trotzdem überdurchschnittlich schnell.

Ich übe jetzt noch mehr auf unseren Spaziergängen. Es macht ihm Spaß. Durch den "bösen" Wald wo er das erste Mal ausgebüchst ist, sind wir heut ganz ohne Leine. Ich hab ihm Leckerlies vor die Nase gehalten, ihn dann auf Baumstämme hüpfen lassen etc.
Bisher habe ich immer feste Plätze gehabt, an denen wir draußen geübt haben. Jetzt bau ich überall mal 'ne Lektion ein, damit er sich nicht so auf die Umgebung konzentriert.

Wenn ich so zurückblicke, dann ist mein Ausreißer bis auf das erste Mal im Wald jedesmal ausgebüchst, wenn mein Freund auch mit dabei war. Und das bedeutet, dass ich dem Hund viel weniger Aufmerksamkeit geschenkt habe. Man unterhält sich ja dann, schlendert gemütlich durch die Gegend. Also könnte ich mit noch mehr Aufmerksamkeit meinerseits wirklich noch mehr erreichen.

Ja, Thomas, ich bin wirklich auf dem richtigen Weg. Ich habe nämlich nicht einfach so nebenbei einen Hund. Mein Hund ist meine ganze Leidenschaft. Ich denke mir ständg irgendwelche Sachen aus, damit's mein Hund noch toller hat. Ich mache mir wirklich sehr viele Gedanken um seine Ausbildung. Ich wollte schon einen Hund seit ich...wahrscheinlich seit ich denken kann. Ich kann mich nicht dran erinnern je ohne dem Wunsch nach einem Hund gelebt zu haben. Mit 24 Jahren habe ich mir diesen Wunch erfüllt, nachdem ich mir davor immer wieder gesagt habe: Nein, es wäre verantwortungslos! Wer weiß was passiert. Bis mein Freund zu mir gesagt hat:"Wenn du dir so sehr einen wünscht, dann geh endlich mal ein Risiko ein. Wer kann schon ein ganzes Hundeleben durchplanen?!"
Und damit hat er mich zu einem ganz schön glücklichen Menschen gemacht.

Das wär jetzt etwas ausschweifend, aber es musste einfach mal von mir gesagt werden :D :D :D

Thomas
07.05.2003, 02:11
Aus dem Laufen direkt ins Platz - wovon träumst du denn Nachts?
Wenn ich Nachts nicht gerade -so wie jetzt- Forumsbeiträge in der Tastatur hacke, dann träume ich davon wie mein Hund abliegt, während ein Hase in 2m Entfernung seines Weges vorbeihoppelt. Das wird allerdings ein Wundschtraum bleiben, es sei denn ich lege ihr ein Bleimäntelchen um :D
Aber Du hast natürlich recht, beim tippen der Reizangel-Übung war mir wohl kurzzeitig entfallen, das Du Dax ja erst seit kurzem hast. Aber bei konseqentem Training in reizärmeren Umgebungen könnt ihr diese Übung in einem halben Jahr in Angriff nehmen - Hand daruf! *positiv_bestärk*

Gruß
Thomas