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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pflegehund aus dem Tierheim!



Yosoy
30.04.2003, 20:24
Hallo an alle!

Ich überlege mir, ob ich meinem Hund eine Gesellschaft aus dem Tierheim hole. In der Hundeschule meinte man, ich solle mich um eine Hündin zum Spielen kümmern, dass er den sozailen Kontakt genießen kann,da er bei Hundebegegnungen immer unter Stress steht, in der näheren Umgebung gibt es allerdings keinen Hund der meinem stürmischen Vierbeiner gewappnet wäre. Ich habe gehört, dass man Hunde bis zu ihrer Vermittlung zu sich aufnehmen kann. Daher wollte ich mich erkundigen, ob jemand schon Erfahrung damit hat, wie das mit Tierarzt- und anderen Kosten ( Futter usw.) aussieht. Das Problem ist, dass wir in 2 Monaten umziehen, der Hund muss auch ins Flugzeug verladen werden. Zweithund keine Frage, aber erst nach dem Umzug, da es für einen Hund schon Stress genug ist und ich nicht weiß, wie die junge Dame das sieht, wenn man sie 2 Monate nach ihrem Einzug hier ins Flugzeug lädt:( . Trotzdem möchte ich meinen Großen schon jetzt während der Ausbildung hier die Möglichkeit geben einen Spielgefährten zu haben. Denn ohne Hund außerhalb der Stunden wird es sehr lange dauern, bis er an andewren hunden ordentlich vorbeigeht . Oder seht ihr eine andere Möglichkeit, einen täglichen Speilkameraden zu finden? Ich dachte nur, ich tue beiden Hunden dann was Gutes!

LG
Yosoy

billymoppel
01.05.2003, 09:05
nun, meistens ist es so, dass für die futterkosten selbst aufgekommen werden muss, die ta-kosten aber vom jeweiligen verein getragen werden.
allerdings halte ich eine solche umzugsituation nicht für optimal, um einen ja meistens verstörten pflegehund aufzunehmen. und es scheint ja ein echter groß-umzug zu werden, wenn ein flugzeug benutzt werden muss. das ist für menschen stress und für hunde auch. auch glaube ich nicht, dass vereine so gesegnet sind mit geld, dass sie diese (happigen) kosten tragen können.
und des weiteren glaube ich aus eigener erfahrung nicht, dass ein zweiter hund im rudel hilft, soziale probleme mit anderen hunden abzubauen. denn das eigene rudel ist eine sache, sozial sichere begegnungen mit fremd-hunden eine andere. das lernt hundi halt nur mit fremden hunden.
bei uns ist es beispielsweise so, dass billy, den ich für einen sozial sehr sicheren hund halte, moppel regelrecht verscheucht bei der kontaktaufnahme (auch weil er der boss ist). er macht sozusagen die sozialarbeit und wenn alles in sack und tüten ist, darf sie auch dazu und sich daneben benehmen. und klar, sie versteckt sich auch hinter ihm. denn hinter dem großen klugen billy kann man ja prima an seinen ängsten stricken. hilft ihr das? nein. und daher übe ich häufig allein mit ihr. alle verbesserungen, die sie erreicht hat (und das hat sie) kamen so zustande.
und letztens ist es doch so, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass du als pflegehund ein ausgeglichenes und sozial rundum gefestigtes wesen bekommst. dann hast du zwei hunde, um die du dich kümmern musst, was die sache nicht einfacher macht.
lg
bettina

Inge1810
01.05.2003, 09:32
Guten Morgen Yosoy,
bitte versteh es nicht falsch, aber ich finde die Idee nicht gut.
Die Tierheimhunde sind arm genug dran und sie für "Erziehungsprojekte" herzunehmen, fände ich unfair.
Was diese Hunde brauchen, ist ein festes Rudel und keinen unter Streß stehenden Rüden, den sie "therapieren" und dann wieder gehen können. Nicht bös gemeint, aber ich denke nicht, dass dem Tierheimhund damit geholfen wird, auch wenn Ihr Euch ein paar Wochen oder Monate liebevoll um ihn kümmert, aber eine Lebensstellung ausgeschlossen ist.
Such Dir doch lieber Leute in Deiner Umgebung, mit denen Du Dich oft treffen kannst, denn ich bin ganz sicher, dass es genug Hunde gibt, die mit der stürmischen Art Deines Hundes zurechtkommen. Klapper alle Hundewiesen ab, hänge Zettel in Supermärkte und inseriere vielleicht auch in einer Zeitung.
Wenn Ihr zufällig nach Mittelfranken zieht, würde ich meine Hündin zur Verfügung stellen (zum gemeinsamen Gassigehen, sonst aber nix ;) :D ), da es uns ähnlich geht. Sie steht zwar nicht unter Streß, liebt es aber ruppig und wild. Damit eckt sie oft an, weil die meisten Hunde eher zart besaitet sind und sich daher nicht grad über ein röhrendes und freches "Ungeheuer" freuen.
Ich wünsch Euch viel Glück bei der Suche.
Grüße

billymoppel
01.05.2003, 12:42
hallo inge,
also bei billy käme sie da voll gut an. er liebt die wilden damen! bei ihm können sie nicht ruppig genug sein. da fühlt sich der alte schwerenöter erst recht herausgefordert, um sie von seinen vorzügen (welchen eigentlich?) zu überzeugen. auch einem gepflegten freudigen ringkampf mit damen und jungen rüden ist er nie abgeneigt. aber bei uns fehlt es leider an entsprechenden mädchen. es gibt nur eine, die liebt er aber heiß und innig - sie heisst nicht moppel! der rest ist auch so zart besaitet oder einfach nur zickig und moppel ist halt moppel. er mag sie aber auch sehr gern. nur wenn anne( so heisst die herzens-rotti-dame) eines tages bei uns einziehen sollte, wäre sein lebensglück wohl absolut vollkommen!
lg
bettina

Cockerfreundin
01.05.2003, 14:22
Hallo, Bettina!

Zitat
______

der rest ist auch so zart besaitet oder einfach nur zickig
______

Also, zwischen zart besaitet und zickig liegen doch wohl Welten, oder???
Und vielleicht gibt's daneben ja auch noch Hunde, die es (wie ihre Menschen auch) einfach nur etwas ruhiger mögen ....

LG von
Annette + Basti, weder zart besaitet, noch zickig, aber je nach Tagesform genervt von allzu wilden GesellInnen

Yosoy
01.05.2003, 15:15
Hallo ihr Lieben!

Ihr habt schon recht, ich hatte ja auch Gewissensbisse, besonders die Arme nach 2 Monaten wieder abzugeben. Aber das Problem ist gelöst. Habe eine Hündin gefunden , die eine ähnliche Vergangenheit hat wie meiner. Aber da war eher mein Dicker Ausbildungsmaterial für sie, weil sie Angst vor ihm hatte. Aber wir treffen uns jetzt immer, und dann wird das schon. Der Knuddel lässt die Gute dann ja auch in Ruhe, wenn er merkt, dass sie nicht will. Er hat mich ganz entsetzt angeschaut, als ich die Leine losgemacht habe und meinte er solle laufen.
Aber er ist auch einer der es beim Spielen nicht stürmisch genug haben kann!!!!  Ich bin erstmal heilfroh, dass meiner die Hündin nicht genervt hat, als sie nicht wollte. Er hat sich erstklassig verhalten!!!! Haben auch schon jemanden gefunden, der seinen Rüden mit ihm zusammen lassen würde, um zu schauen, was er sagt!!!
So, dass war es erstmal!!!
Übe jetzt mit ihm weiter, ohne Hündin!
LG

Yosoy+ der Süße

billymoppel
01.05.2003, 16:32
@ yosoy

so halte ich es auch für die entschieden bessere lösung.

@ annette

deswegen ja auch das "oder". bei sehr zickigen damen (an der stelle gruß an eine solche rauhaar-dackeline, n i c ht amy) tut er mir nur manchmal fast leid. er gibt aber auch nie auf, vielleicht doch noch ihr herz zu erobern. aber da ist nichts zu machen. bei jeder annäherung bekommt er einen satz prächtiger dackel-zähne zu sehen. an spiel ist da natürlich nicht zu denken. man respektiert sich halt.
er selber ist gar nicht so ein hans-dampf, bei sehr ruhigen hunden sagt er gebührlich "hallo" und dann geht er rasch wieder anderen interessen nach.
regelrecht lustig wird es aber bei hunden, denen ihr stöckchen wichtiger ist, als eine hundebegrüßung: da steht er dann immer richtig doof rum und kann es irgendwie nicht fassen. dann kann man den groschen förmlich fallen sehen. das ist jedesmal schreiend komisch. der arme hat zu stöckchen und bällchen nämlich kein verhältnis.

Cockerfreundin
02.05.2003, 14:16
Hallo, Bettina!

War nicht so gemeint ;-))

Bei Basti sind es vor allem die stürmischen Jungrüden, die ihn zur Raserei treiben :-((
Springen immer um ihn rum, wollen an seinen Allerwertesten resp. an SEIN Stöckchen oder -schlimmer noch- an SEIN gerade frisch gebuddeltes Loch :-(( ... Dann wird erst gebellt ... dann geknurrt ... und wenn dann nicht Ruhe im Karton ist, fliegen die Fetzen... Ein paar Monate später sieht die Welt dann schon wieder gaaaanz anders aus ....

Von (jungen) Damen hingegen lässt Basti sich durchaus zu dem ein oder anderen Fang-mich-Spielchen oder lieber noch, einer kleinen Keilerei, einladen ...

LG von
Annette + Basti :-))

Chaostruppe
02.05.2003, 23:11
Wie schon an anderer Stelle beschrieben nehme ich Tierheimhunde in Pflege. Ich selbst habe fünf eigene Hunde, der sechste ist immer zu vermitteln.
Ich habe bis jetzt eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht, allerdings wissen meine Hunde auch schon mit immer wieder fremden umzugehen.
Futterkosten etc. trage ich, der Hund ist bereits geimpft, entwurmt, Leishmaniose-getestet, und gegen Flöhe behandelt wenn er zu mir kommt. TA-Kosten werden gegebenenfalls vom Verein übernommen.

Liebe Grüße,
Andrea