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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zeus kommt nicht und ignoriert mich (Achtung lang)



Kathrin0810
26.04.2003, 21:04
Hallo Hundefreunde,
bin neu hier und hoffe, dass ich hier ein paar Tipps zum Hier- Befehl bekomme.
Ich habe einen Dobermannrüden "Zeus", der nun 1 Jahr und 2 Mon. alt ist. Nur leider habe ich das hier schon oft angesprochene Problem, dass er den Hier- Befehl überhört und mich vollends ignoriert.
Wir haben jetzt erstmal den Fuss- Befehl an der Leine geübt. Dann wenn ich alleine mit ihm auf dem Feld bin oder im Garten gehe ich so vor:
Er macht Sitz oder Platz und dann rufe ich. HIER. Das klappt dann auch toll- (im Garten immer).
Nun gehen wir aufs Feld und er muss ohne Leine bei Fuss gehen. 5 Sec später rast er dem Traktor hinterher. Ich rufe: hier, hierher ZEUS - nichts:mad: , er dreht sich nicht einmal um. Nach 2/3 Min. blickt er zu mir, ich bin nun in der Hocke und rufe erneut: hier. ER KOMMT.
Heute Nachmittag gehe ich wieder mit ihm ohne Leine bei Fuss. Er läuft ruhig, schießt auf einmal ein Auto aufs Feld. Zeus hinterher. Ich habe das ganze Rufspiel von vorne begonnen - nichts. Der Autofahrer hupt, er erschrickt- schaut zu mir. Ich sitze wieder in der Hocke, er kommt nun angerannt- nachdem ich überschwenglich freundlich Hier gerufen habe- und lobe ihn (obwohl ich sehr wütend bin). Aber ich bin freundlich.
Er reagiert nicht auf mich, überhört und übersieht alles und jeden, der ihn an seinem Treiben hindern möchte (mich oder den der gerade mit ihm Gassi geht). Ich weiß einfach nicht mehr weiter- zumal ich meinen Hund gerne freilaufen lassen möchte (er möchte doch auch seinen Spass :-) ). Habe jetzt von der Schleppleine gehört, könnte diese helfen?
Ich bin dankbar für jeden Ratschlag.
Gruß
Kathrin

mellyonsurf
26.04.2003, 21:22
Also erst mal: So lang war´s auch wieder nicht!!!

Wenn ich Dich richtig verstehe kommt Zeus immer wenn Du in die Hocke gehst - oder???

Wenn dem so ist: Geh´erst mal immer in die Hocke (also auf seine Ebene) - kurz bevor er bei Dir ist, erhebst Du Dich langsam und lobst ihn stehend. Wenn das immer klappt, erhebst Du Dich früher - also während er im Lauf auf Dich zu ist. Daß Du ihn immer Loben mußt wie wild brauche ich ja nicht zu erzählen. Auf jeden Fall erhebst Du Dich immer früher, bis Du ihn irgendwann stehend abrufst.

Allerdings: wenn bei Euch im Feld immer so reger Verkehr ist, solltest Du auf "sicherem Grund", also auf einer großen eingezäunten Fläche (Hundeplatz) üben. Nur nicht gerade im Garten, denn da kommt er ja eh, hast Du geschrieben.
Die Schleppleine ist ein gutes Hilfsmittel, wenn man sie richtig anwendet. Vielleicht meldet sich ja auch Thomas zu Wort, der hat da immer ganz gute Tipps/Ideen.

Liebe Grüße,

Kathrin0810
26.04.2003, 21:50
Hallo Melly,
danke erst mal für deinen Rat. Das mit der Hocke habe ich jetzt 2x bemerkt. Hat geklappt. Allerdings erst, nachdem er lange hinter dem Fahrzeug, Traktor, Fahrrad hinterhergerannt ist und sich umblickt und dann sieht das ich in der Hocke sitze. Bis dahin vergeht aber wie gesagt eine lange Zeit :-( . Ich muss die Aufmerksamkeit bekommen, aber egal was ich in dieser Situation mache, er reagiert nicht auf mich. Habe auch Trainingsdiscs gekauft, die ich wie nach Anleitung konditioniert habe, aber nach dem 3. /4. Mal hat er das geräusch schon wieder überhört.
Gruß
Kathrin

wicca666
26.04.2003, 22:02
Hallo Kathrin,
ich habe einen 6monate jungen Schäferhundmix, da ich mit Leckerlis arbeite und mir immer die Tüten kaputt gegangen sind habe ich mir eine kleine Dose angeschafft. Wenn nun mal meine Phoebe nicht kommen will dann klapper ich mit der Dose und wie ein geölter Blitz ist sie bei mir. Das klappt auch jetzt noch obwohl sie nicht mehr jedes mal etwas bekommt. Oder ich rufe sie und laufen gleichzeitig weg von ihr, dann kommt sie auch ganz schnell.
Gruß und viel erfolg
Gaby

mellyonsurf
26.04.2003, 22:07
Also die Trainingsdisc habe ich bei meiner jagenden Dame auch erfolglos in die Schublade geschoben, denn irgendwie sind die Dinger zu leise. Da ist die klappernde Dose von Wicca oder wie bei mir der dicke Schlüsselbund glaube ich effektiver. Aber wenn mein Mädel einmal jagt, nützt selbst das nix mehr. Aber jetzt zu deinem Problem:

Für mich hast Du zwei Möglichkeiten: erstens: Probier eine Hundpfeife aus, vielleicht bist Du "nicht laut" genug für Zeus - oder gerade in einer anderen "Frequenz":D ;)

Ansonsten wäre die Schleppleine wohl doch angebracht: Aber ich finde es schwierig sowas schriftlich zu erklären (klappt immer besser im "praktischen"). Hast Du vielleicht jemanden, der Dir das Schleppleinen-Training zeigen könnte??? Wäre das einfachste. Habe schon versucht ein gutes Buch oder nen interessanten Link zu finden, aber leider ohne Erfolg. :rolleyes:

Nun denn, liebe Grüße erst mal,

mottine
26.04.2003, 23:48
Hallo Kathrin,
naja, Pupertät und der etwas spätreife Dobi:D

Versuche, den Trecker vor ihm zu entdecken, Schleppleine wäre gut, denn sobald er losrennt hat er jedesmal ein Erfolgserlebnis.

Bist Du auch schon mal weggerannt? Da er kommt, wenn Du in der Hocke bist: dadurch wirkst Du kleiner, weiter weg für den Hund.
Ist auch bei Welpen ein kleiner Trick.
Ablenkung? Ball spielen?

Mit Hund an der Leine die Trecker aufsuchen. Ablenken, auf Dich aufmerksam machen, tolles Lob, wenn er Dich beachtet, nicht den Trecker. Jagdmöglichkeiten vermeiden, keinen Erfolg geben.
Drücke Dir die Daumen
Tschüß
Silvia

Ilona
27.04.2003, 18:39
Hallo liebe Kathrin,

das Thema Kommen unter Ablenkung ist wohl eins der vieldiskutiertesten Themen überhaupt. Und glaub mir, nicht nur in diesem Forum:) Und Du stehst auch nicht allein da mit Deinem Problem. Wird Dir sicher jetzt nicht viel helfen, aber was ich sagen will ist: es ist noch längst nicht alles vergebens gewesen, was Du bisher getan hast.

Du bist doch schon auf dem richtigen Weg, indem Du in Deinem Garten ohne Ablenkung übst. Nun gehst Du den nächsten Schritt. Übe genau das, was Du im Garten übst, auch in Eurer näheren Umgebung. Und zwar ohne Ablenkung. Bau immer mal wieder eine "Komm"-Übung ein, wenn Euch nichts ablenkt. Jedes Kommen Deines Hundes auf Kommando bringt Dich Deinem Ziel ein Stück näher. Bedenke aber auch in diesem Zusammenhang: Jedes nicht-Kommen wirft Dich wieder zwei Schritte zurück.

Deshalb: Sieh zu, dass Dein Hund bei diesem Kommando NIEMALS die Möglichkeit erhält, es nicht zu befolgen. Das Hinterherlaufen hinter Traktoren und Autos ist ein selbstbelohnendes Verhalten und Dein Hund zieht daraus seine Konsequenzen. Nämlich für Dich sehr unschöne: Ich darf laufen, das ist toll und hören brauche ich nicht unbedingt. Frauchen freut sich nachher noch genau so, wenn ich fertig bin. Das ist ein wenig vermenschlicht ausgedrückt, aber so in etwa kann es sich in einem Hundekopf abspielen.

Liebe Kathrin, Du möchtest, und das ist verständlich, Deinen Hund frei laufen lassen können. Es ist ein lohnenswertes Ziel, das man anstrebt. Allerdings sollte der Hund erst dann von der Leine, wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass er mir folgt.

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo ich dachte, dass ich das mit Benji nie hinbekäme. Er lief über ein dreiviertel Jahr nur an der Leine. Normale Leine, Flexi, Schleppleine. Und dann haben wir geübt, geübt und geübt. Da dran führt nun mal kein Weg vorbei. Und glaub mir, für mich war das eine harte Zeit, denn vorher hatte ich eine Hündin, die richtig gut gehört hat. Uff, das war eine Umstellung.

Also besorge Dir ne Schleppleine (noch nicht zu lang, übe erstmal mit ca. 10m, später darf sie auch länger sein), damit Du das selbstständige Handeln Deines Hundes immer unterbinden kannst und er trotzdem Spaß hat beim Spaziergang mit Dir.

Helfen können Dir Übungen wie: unverhoffter Richtungswechsel von Dir, wenn Hund grad beschäftigt ist (Schnüffeln o.ä.). Mal gehst Du einfach in eine andere Richtung weiter, mal rufst Du vorher "Fiffi, komm". Laß dem Hund nach dem Rufen eine Sekunde Zeit zum Reagieren. Kommt er nicht, Richtungswechsel. Warte, bis er Dir wieder folgt, dann belohnst Du ihn dafür fürstlich. Kommt ein Auto oder Traktor und Dein Hund will hinterher, heißt es ruhig "Fiffi, nein", wechsle die Laufrichtung. Folgt er Dir, wirst Du sogleich das Kommando "Fiffi, komm" benutzen. Da er sowieso kommt, ist es für ihn einfach, eine Verknüpfung zum Kommando herzustellen.

Benutze das Kommando "Komm" oder "Hier" also nur, wenn Du Dir 100 % sicher sein kannst, dass er es auch befolgen wird. Sonst wird es zu einem Wort, dem der Hund keine Bedeutung beimißt.

Ein Hund an der Leine ist keine Schande, es ist zu seinem und zu Deinem Besten, solange er noch nicht sicher im Gehorsam steht.

Lieben Gruß

Kathrin0810
27.04.2003, 19:36
Hallo ihr Lieben,
vielen Dank an alle, die mir Rat zur Seite stehen. Ich werde sehen, was von den Ratschlägen bei Zeus am besten ankommt:D . Die Schleppleine werde ich mir auf jeden Fall zulegen, damit mein Hund wenigstens 10m weit weg laufen kann und er aber geschützt ist vor Autos :-) . Ich gebe nicht auf und werde üben, üben, üben.
PS: Wie sollte eine Schleppleine beschaffen sein (Breite, Länge, Kosten)? Ich habe mir ein paar angesehen, die ca. 0,6- 1,2cm breit und 10/20m lang sind und zwischen 10 und 20€ kosten. Was haltet ihr für am besten?

Gruß an euch alle
Kathrin :)

Ilona
28.04.2003, 10:24
Hallo liebe Kathrin,

nimm einfach die Leine, mit der DU Dich am wohlsten fühlst. Einige mögen die breiten lieber als die dünnen, andere eher umgekehrt.

Vorteil der dünnen Leine: Du hast bei einer Länge von ca. 15 m (Beispiel) nicht so viel Leine, als wenn sie breit wäre. Ist für's Verstauen wichtig.

Vorteil breite Leine: Wenn man mal reingreifen muss oder will, tut es nicht so weh, wie mit ner dünnen, bei der man heftig aufpassen muss:)

Viel Glück!

P.S: Noch ne Frage: Hast Du für Deinen Hund ein Geschirr? Das empfehle ich Dir sehr beim Laufen mit der Schleppleine. Schon allein deshalb, weil der Hund sich in der Schleppleine nicht so schnell verheddert, weil sie sozusagen am Rücken befestigt ist und somit günstig seitlich herunter hängen kann. Da verhakelt sie sich beim Laufen nicht zwischen den Vorderpfoten des Hundes. Ist mir grad noch so eingefallen.

gini_aiko
28.04.2003, 10:31
hallöchen,

illi hat alles schon prima erklärt ... ein zusatz noch - IMMER handschuhe anziehen bei schleppleinenarbeit ... ich hab mich da schon öfter höllisch verbrannt ... eine narbe wird man immer sehen ... ich hab eigentlich immer ganz dünne lederhandschuhe (reithandschuhe) ... nur manchmal vergess ich sie eben :rolleyes:

grüßle claudi

mellyonsurf
28.04.2003, 13:14
Mein persönlicher Tipp (neben den provilaktischen Handschuhen) Nimm lieber die Dünne! Die ist vor allen Dingen leichter, so daß Wuff im fortgeschrittenen Training nicht so schnell den Unterschied macht: Leine dran oder ab. Und wenn Du ihn ohne Leine laufen hast (zu Hause oder so), laß ihm ruhig zwischendurch das Geschirr an und mach einen Karabiner (ohne Leine, kriegst Du beim Schuster) dran. Denn der ist das eigentiche Gewicht der dünnen Schleppleine.

Liebe Grüße,

Thomas
30.04.2003, 22:06
Lieber Dr. Sommer-Pelz,
ich hab mit meinem Menschen ein großes Problem. Immer wenn ich mich auf Spaziergängen weiter als etwa 200 Schritte von ihm entferne um Freunde zu begrüßen oder diese kleinen hoppelnden Biester zu jagen, bekommt er einen totalen Gefühlsausbruch und schreit wütend bis panisch meinen Namen durch die Gegend. Und wenn ich dann fertig bin und zurückkomme, nimmt er sich doch glatt die Frechheit heraus, mich anzuraunzen.

Was kann ich dagegen tun? Ist er dominant?
Monty, 3, Dalmatinermix



Lieber Monty,

habe Geduld mit deinem Menschen. Unsere domestizierten Hausmenschen sind nicht nur so gut wie taub auf der Nase, sondern verfügen auch nur über einen sehr mickrig ausgeprägten Orientierungssinn. Dein Mensch ist vollkommen auf dich angewiesen! Wenn du dich zu weit von ihm entfernst, weiß er nicht mehr wem er nachlaufen soll und gerät in vollkommen übertriebene Panik.

Das Zauberwort heißt: systematische Desensibilisierung. Das bedeutet, dass du deinem Menschen Schritt für Schritt beibringen musst, dass er sich nicht aufregen muss, wenn du mal nicht in direkter Nähe bist, sondern wichtigeren Geschäften nachgehst.

Halte am Anfang einen relativ kleinen Radius um deinen Menschen herum ein, sodass du immer in Sichtweite für ihn bist. Wenn er dabei nicht in Panik verfällt, kannst du beim nächsten Spaziergang mit ihm den Radius ein bisschen vergrößern usw. Aber bitte alles in ganz kleinen Schritten! Du darfst ihn nicht überfordern.


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Quelle: Hundezeitung (www.hundezeitung.de)

AnnaS
01.05.2003, 08:48
Wie gut, dass ich Peppa schon im Babyalter beigebracht habe, dass der PC absolut tabu ist für sie :D

Anna