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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie stärke ich die Bindung?



Husky2000
25.04.2003, 18:28
Hallo @ all!

Ich habe einen nun ca. 2 1/2 jährigen Husky-Rüden. Ich hab ihn mit 9 Monaten aus einer nicht so guten Haltung bekommen.

Leider habe ich ein Problem: er ist ein wahnsinniger Jäger... Leider hatter er auch schon Jagderfolg, was das ganze noch erschwierigt und der Vorbesitzer hat ihn auch noch auf Hasenjagd (angeblich mit unechten Hasen) trainiert...
Sonst ist er ein absoluter Traumhund, liebt Kinder, wahnsinnig verschmust... bloß wenn er Katzen oder Hasen oder dgl. sieht tickt er irgendwie aus. Ich mache in solchen Situationen Unterodnung (Sitz, Platz). Teilweise ist er aber nicht zu beruhigen - er fixiert die "Kleintiere" und wenn er nicht an der Leine wäre - würde er sie sofort jagen...
Ich denke mal, dass ich diesen Trieb nie richtig loskriegen werde (liegt in der Natur), aber ich glaube, dass man durch Gehorsam es einigermaßen in den Griff kriegen kann.
Ich glaube, unsere Bindung zueinander ist nicht so stark, als der Trieb losjagen zu wollen bzw. "auszuticken". Deshalb happerts mit dem Gehorsam in dieser Situation...

Jetzt meine Frage, wie krieg ich ihn in solchen Situtationen dazu, dass er MICH beachtet und AUF MICH reagiert??

Ich habs schon mit Leckerli, Spielzeug und Lob probiert, er reagiert aber nicht drauf...

Wir gehen brav in die Hundeschule, dort ist er auch brav...
- klar, solche Ablenkung gibts dort nicht...

Habt ihr Tipps für mich?
Wäre für jeden Tipp dankbar!

LG ;)

Mascha
25.04.2003, 18:47
Hallo!

Ich glaube, unsere Bindung zueinander ist nicht so stark, als der Trieb losjagen zu wollen bzw. "auszuticken". Deshalb happerts mit dem Gehorsam in dieser Situation... Man kann das so sehen... :(
Ich würde allerdings eher mal davon ausgehen, dass es nur ein Gehorsamsproblem ist - was sich durch Training beheben bzw. verringern lässt. :)

Dein Hund muss die Erfahrung machen, dass es für ihn lohnender ist, zu Dir zu kommen. Außerdem braucht er die Möglichkeit, seinen Hetztrieb abzureagieren! Was tut Ihr dafür?

Meine Hündin "hütet" (d.h. hetzt) auch gerne Rehe oder ähnliches. Ich mache sie aber mit dem Schleuderball müde, und dann ist es nicht mehr besonders wichtig, ob da ein Reh aus dem Gebüsch hopst. Kann ich nur empfehlen! :D

Das Apportieren kann jeder Hund lernen (sofern er gesunde Zähne hat), und mit so einem Schleuderball kann sogar ich recht weit werfen. Wegen die Schnur daran kann man damit auch prima ein kleines belohnendes Zerrspiel machen usw.


- Das behebt alles noch nicht das eigentliche Gehorsamsproblem, aber es verringert die Motivation (den Trieb) des Hundes, Tiere zu jagen, und es stärkt auch die Bindung.

:) Hilft Dir das weiter?

Mascha
25.04.2003, 18:51
Wegen die Schnur oh nein, wer hat denn das geschrieben!?!?!?!? :( :rolleyes: :( Ich wollte sagen:

:p Wegen der Schnur ...

Hoffentlich stimmt's jetzt. Keine Fehlerteufel mehr unterwegs? ;)


Liebe Grüße,

Mascha

Sallydoggy
25.04.2003, 22:09
Hallo Husky2000!

Da hast Du ja wirklich eine Granate von Hund, ein Powerpaket, welches man auch nur sehr schwer müde bekommt.

Ein Husky hat einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb, weswegen die meisten Huskys ein Leben an der Leine pfrönen.
Dieses muß man immer wissen, bevor man sich einen Husky anschaffst.
Ich finde es schön, daß Du ihn aus schlechter Haltung übernommen hast und er jetzt ein schöneres Leben führen darf.

Ich denke, es wird generell sehr schwer, ihn frei laufen zu lassen, zumal er schon Jagderfolge hatte.
Du könntest ihm Ausgleich bieten, indem Du mit ihm Fahrrad fährst oder vielleicht Inlineskates.
Irgendeine Sportart also, bei der er sich an der Leine austoben kann und richtig rennen darf.
Es ist nun mal seine Bestimmung, dafür ist er geboren worden.
Damit kannst Du ihn zumindestens körperlich auspowern, die geistige Forderung und Förderung müßte auf andere Art und Weise geschehen.

Wichtig wäre es erst einmal, daß Du mit ihm den Blickkontakt übst.
Von Natur aus hält der Hund keinen Blickkontakt zum Menschen, weil es immer eine Geste der potentiellen Bedrohung für den Hund ist.
Hunde fixieren sich gegenseitig, bevor sie dann vielleicht zum Beißen und Kampf übergehen.
Oder aber der Schwächere wendet den Blick ab, er beschwichtigt!

Es ist wichtig, diesen Blickkontakt zu üben, da Du ihn damit von einer Situation ablenken kannst.
Er fixiert etwas, Du sagst:"Fiffi (?) guck mal" und er guckt zu Dir!
Damit hast Du erst mal gewonnen und so eher die Chance, ihn zu rufen.
Wenn er weiter das Kaninchen, Reh, Katze oder ähnliches fixiert, dann wirst Du ihn nicht abrufen können´!

Du übst es, in dem Du Dir ein Leckerchen vor die Stirn hälst.
Er muß Dich angucken und wird direkt belohnt.
Nicht lange warten, am Anfang schnell belohnen und das Verhalten bestärken.
Erst, wenn er sicher weiß, was Du von ihm willst wird der Zeitraum ausgeweitet.

Wähle super-gute Leckerchen wie Käse oder Fleischwurst, die Stücke müssen nur erbsgroß sein!
Er soll ja nicht gemästet werden, sondern sein neues Verhalten soll belohnt werden.
Wenn er zum dickwerden neigt, dann ziehe ihm etwas vom normalen Futter ab.
Sollte er keine Leckerchen nehmen, dann übe mit ihm, bevor Du ihn fütterst, damit er richtig Hunger hat.
Ich würde, wenn Du es nicht schon fütterst, vielleicht auf Trockenfutter umstellen und das Futter zum Spaziergang mitnehmen.
Er kann sich unterwegs sein Futter verdienen, kein Hund muß sein Futter nur aus dem Napf bekommen.
Der Wolf hat sein Kaninchen und sein Reh auch nicht im Napf liegen, er muß es sich erjagen und verdienen.
Und so wird man nie einen übergewichtigen Wolf antreffen!

So, das wäre es erst mal zum Thema Blickkontakt, ein wichtiges Element in der Beziehung zum Hund1

Ach so, paß auf, daß er sich beim Blickkontakt mit Dir nicht bedroht.
Wenn er den Blick erst nicht länger halten kann, dann ist es ihm vielleicht unangenehm.
Du kannst ihm die Sache erleichtern, in dem Du ihm zeigst, daß von Dir keine Gefahr ausgeht.
Du kannst kurz Deinen Blick abwenden und Dir mit der Zunge über die Lippen lecken.
Beides sind Beschwichtigungsgesten, die die Hunde untereinander anwenden und sich zu signalisieren, daß sie guter Absicht sind und von ihnen keine Gefahr ausgeht.
Die meisten Hunde verstehen die Sprache auch, wenn der Mensch sie anwendet.
So kannst Du ihm mehr Sicherheit vermitteln.

Für die Bindung generell wäre es wichtig, viele Dinge gemeinsam mit ihm zu unternehmen, neu zu entdecken.
Ein schönes Bindungsspiel ist z. B. (macht man mit Welpen):
sich auf den Boden setzen mit dem Lieblingsspielzeug und ihn dann damit über die Beine locken, durch die Beine durch (anwinkeln), hinterm Rücken herlocken etc.
Später kann der Hund sich daneben legen, er läßt sich kraulen, bei ganz viel Vertrauen kann man ihn auf den Rücken rollen und schmusen.
Alles im Tempo des Hundes, nicht überfordern und einengen1

Ansonsten ist es wichtig, beim Spaziergang so spannend für den Hund zu sein, daß alles andere nicht wichtig ist.
Warum nicht beim Spaziergang mal Elemente vom Dogdancing einbauen, so wird dem Hund nicht langweilig.
Seiten dazu findest Du hier im Internet, einfach Suchbegriff Dogdancing eingeben.
Dogdancing und auch Agility fördern die Bindung ungemein, warum nicht mal ausprobieren?!!!

Nimm gute Leckerchen oder sein Fressen mit, oder natürlich auch sein Lieblingsspielzeug.
Wenn er nicht gerne mit Spielzeug spielt, dann sorge dafür, daß er zu Hause kein Spielzeug zur freien Verfügung hat.
Gespielt wird nur noch mit Dir, nur Du machst ein Spiel lebending und bist wichtig für ihn.
Räume alles Spielzeug weg und hole immer mal etwas hervor, zeige es ihm, aber gib es ihm nicht.
Spiel selber damit, wirf es hoch, mach Dich spannend.
Vielleicht guckt er erst nur zu, aber irgendwann siegt jede Neugier und er möchte dann mal mitspielen.
Die Gelegenheit nutzen und kurz spielen, dann das Spielzeug wieder wegpacken.
So bringt man Hunde, die nicht mit Spielzeug spielen wollen, dazu, es doch zu tun.

Du kannst ihn auch aus der Hand füttern, auch das fördert die Bindung, denn Du bist diejenige, die ihn satt macht.

Bring ihm Kunststückchen bei oder bring ihm bei, etwas in der Schnauze zu tragen.
Für Huskys gibt es Packtaschen - gib ihm eine Aufgabe, laß ihn wichtig sein!
Hunde wollen arbeiten und Kunststücke sind in dem Fall der Ersatz für ihre eigentliche Bestimmung, also z. B. jagen, hüten, treiben, apportieren etc.

Sodele, das waren jetzt erst mal die wichtigsten Punkte, die mir eingefallen sind!
Das meiste kann man richtig ausbauen, soweit, daß er Hund ein richtiges kleines "Helferlein" wird.
Und so bekommt man einen Hund, der einfach ausgelastet ist und auch vom Kopf her "gesättigt" ist.

Ach so, noch etwas:
Ich würde ihn nicht ableinen, er darf keine weiteren Erfolge haben!!!!
Du kannst ihn entweder an der Flexi-Leine laufen lassen oder mit einer Schleppleine üben.
Aber dafür sollte die Bindung schon etwas besser sein!

Melde Dich mal wieder und berichte, wie es klappt und ob sich etwas realisieren läßt.
Bei weiteren Fragen kannst Du mich gerne auch persönlich anmailen: crazydog@telebel.de!

Übrigens, ich habe knapp zwei Jahre mit in einer privaten Hundeschule gearbeitet (so gut wie täglich), habe also einiges an Praxis und viele Hunde erlebt, die auf die Art und Weise gelernt habe.
Meine eigene Hündin Sally habe ich ebenfall so ausgebildet!

Liebe Grüße und viel Glück wünschen Euch Ina und Sally

Sallydoggy
25.04.2003, 22:15
Hallo, ich noch mal!

Es muß natürlich heißen:
Paß auf, daß er sich nicht beim Blickkontakt mit Dir bedroht fühlt.

Außerdem wollte ich noch anmerken, daß erst in ganz reizarmer Umgebung geübt wird, also z. B. zu Hause in aller Stille.
Dann später vor dem Haus, also immer noch reizarm.
Er darf nicht oder nur kaum abgelenkt werden, erst später übt man in einer Umgebung, wo es etwas anspruchsvoller ist.
Wenn Du direkt im Wald übst, dann wird alles andere immer spannender sein als Du und der Blickkontakt.

Also denn, viel Spaß und Erfolg!

Liebe Grüße, Ina und Sally

Yosoy
25.04.2003, 22:53
Hallo Husky 2000!

Mensch, da hast du ja ein richtiges Energiebündel, mit dem Ableinen wird es da wirklich schwierig. Du hast ja schon ausreichend Tipps bekommen und da möchte ich auch nichts mehr hinzufügen. Zum Hundeplatz: ja das ist so eine Sache, da funktioniert es, aber im Alltag dann nicht, das sagen aber viele, die allägliche Umgebung is etwas ganz anderes und der Hund reagiert ganz anders. Deswegen gehe ich mit meinem Hund und dem Trainer in ein Hudeauslaufgebiet, ein Park sozusagen, da gibt es alles, Hasen Hunde usw. .Sozusagen wird in der normalen Umgebung, auf dem Spaziergang das Problem behandelt !
Zu dem Schleuderball von Mascha: Eine ganz tolle Sache, habe ich früher auch immer gemacht, um meinen zu beruhigen, jedoch habe ich damit gerade das erreicht, was ich nicht wollte. "Der Hund bekommt Spaß daran, wegzulaufen und sich weit vom Herrchen zu entfernen!" Und du willst ja die Bindung haben. Viel Spielen, somit wirst du interessant für ihn und wichtig. Am besten den Schleuderball oder das andere Spielzeug an einer Schnur befestigen und um dich herum spielen, damit der Hund in deiner Nähe ist und diese schätzen lernt, auch mal mit dem Spielzeug Fährten legen.
Du kannst es ja mal mit dem Clicker versuchen, ich bin auch erst seit Kurzem dabei, aber nach kurzen Startproblemen, klappt es mit meinem Hund super, und ich sage dir, er ist auch ein Meister im Wild jagen, es ist zwar noch lange nicht behoben, aber wir machen uns. Wir haben schon alles ausprobiert und das ist das einzige, was uns bis jetzt beiden Spaß macht und wie es aussieht auch klappt. Ich weiß der Weg ist lang und ein hartes Stück Arbeit kommt da auf dich zu, aber du schaffst das schon!!!!! Ich habe auch noch viiiieeellle Hürden zu überwinden!!! Aber der Erfolg ist doch das Schönste!!!

LG

Yosoy+ Arrek;)

billymoppel
26.04.2003, 09:03
hallo husky,
ich habe mir dein posting dreimal durchgelesen, um dein problem mit der inneren bindung zu finden.
aber ihr habt gar keines. jagdtrieb ist eine sache, innere bindung eine andere. ein hund, der jagt, hat doch kein problem mit der inneren bindung. ganz im gegenteil, häufig sind jagdhunde gerade sehr menschenbezogene und freundliche hunde, was du ja auch schreibst.
das er jagd, darfts du ihm nicht persönlich übelnehmen und es hat auch nichts mit fehlender unterordnung zu tun.
das ist seine bestimmung.
der eine teil des hundes ist halt der wolf und in solchen augenblicken ist er nichts anderes und klar, dann ist man als mensch (der andere teil) abgemeldet. klassische jagdhund-persönlichkeitsspaltung.
ich persönlich halte es für schwierig, mit ablenkung etwas erreichen zu wollen: aus seiner sicht ist es doch so, dass er die beschäftigung, die ihm wirklich spass macht, schon gefunden hat. dazu kommt, das je erwachsenr huskys sind ( und deiner ist es ja noch nicht mal ganz), sie eigentlich recht wenig verspielt sind. die ich kenne, sind alle sehr "ernsthafte" hunde. sie zeigen recht wenig ersatzverhalten, weil sie trotz aller überzüchtung doch recht ursrünglich sind in ihrem wesen.
du kannst das eine oder andere machen, vielleicht hast du hin und wieder glück, aber ich glaube nicht, dass sich grundlegend etwas ändern läßt.
ich habe zweimal huskys bei der jagd erlebt und zie zeigen auch ein etwas anderes jagdverhalten als klassische jagdhunde. der drang auch zu töten, ist sehr hoch; normalen jagdhunden wurde das in jahrtausenden ausselektiert, sie begnügen sich meist auch ohne ausbildung mit dem stellen oder in richtung des herrschens treiben. und sie sind schnell, ausdauernd und stark, haben also auch von der konstitution her, kein problem, ein reh kalt zu machen.
das ist nun nicht besonders böse, sondern hängt mit der ursrünglichkeit dieser hunde zusammen.
wenn du ihm keine wildfreie gegend bieten kannst, wirst du dich damit abfinden müssen, ihn an der leine zu führen.
und von unterordnungspielchen während nebenan das reh steht, halte ich nicht viel. du gewinnst nur, weil er an der leine ist. ohne hättest du keine chance. der hund weiß das und du auch. also kannst du es auch lassen. geh einfach weiter.
und du solltest für seine auslastung sorgen: nur rennen reicht fü einen husky nämlich nicht. gut für die füße, aber nicht genug fürs hirn. er ist sicher ein fall, bei dem fährtenarbeit absolut sinn macht. oder eine andere jagdliche ersatzbeschäftigung.
nur wird das alles nicht dazu führen, dass du eines tages ungerührt mit ihm an einem reh vobeigehen kannst (gar noch ohne leine). dieser tag wird einfach nicht kommen.

Dagi
26.04.2003, 11:26
Hallo,

ich kann mich Bettina nur anschließen.
So traurig es ist - alle Huskys die ich kenne, verbringen ihr Leben an der Leine. Stop. Nein - eine Familie hat wirklich viel gearbeitet, der Hund darf frei laufen: trotzdem ist das Ergebnis, daß sie ihn ca. 1-2 x pro Woche im Tierheim wieder abholen. So weit ich das beurteilen kann, ist die Bindung dort wirklich sehr gut, der Hund ist sehr gut ausgebildet, sie unternehmen wirklich wahnsinnig viel mit ihm, machen Hundesport...und trotzdem - er bleibt nun mal ein Husky...

Ich hoffe, daß ihr es einigermassen in den Griff bekommt, so daß beide Seiten damit leben können.

Liebe Grüße
Dagi + Amy

Jela
27.04.2003, 12:15
Hallo Husky2000!

Ich kenne drei Huskys aus dem Ort, die ziehen ihr Herrchen vor dem Fahrrad in einem ordentlichen Tempo durch die Gegend, sollen dabei super lieb und entspannt sein. Von Ausbüchsen keine Rede. Denke mal, dass Herrchen einigermaßen Ersatz bieten kann für ihren enormen Bewegungsdrang. Ein anderes Mädel geht mit ihrem Husky gemütlich spazieren (macht natürlich auch Hundeschule, wo der Hund super brav ist), der büchst aber regelmäßig aus, geht jetzt fast nur noch an der Leine, ein Teufelskreis also, unter dem beide, Hund wie Besitzer leiden.

Besser finde ich es, sich endlich aus der Bequemlichkeit aufzuraffen und zu versuchen, dem Hund Ersatz zu bieten für seinen enormen Jagdtrieb. Bei dir umso mehr, da der Hund auch noch aufs Jagen konditioniert worden ist mit einem engebl. falschen Hasen. Leider kenne ich mich mit der Thematik nur wenig aus (oder Gottseidank, war nie nötig :cool: ), aber viele hier hechten mit ihrem Hund durchs Unterholz auf Spurensuche oder machen Dummyarbeit, kannst etwas rumstöbern oder nochmal dazu posten. Ich denke auch, das stärkt ungemein die Bindung zw. dir und deinem Hund und macht beiden Spaß, v.a. wenn du siehst, was für einen Fun dein Hund damit hat. Adressen und Anleitung müsste deine Hundeschule dazu geben können. Einen ganz tollen Beitrag dazu hat Ritintin gegeben, hier: http://www.zooplus.de/app/WebObjects/ZooShop.woa (2. Seite, leider unter der "Tele Tac"-Diskussion).

Vielleicht probierst du's erstmal aus, indem du (erstmal im Garten) Futter, Leckerlies (schön stinkender getr. Pansen), Spielzeug versteckst. Dann auch im freien Gelände etwas verstecken, vielleicht findet der Hund das für den Anfang dermaßen spannend, dass er erstmal nicht mehr nach Kleintieren späht.

Egal, was du versuchst, denke, einfach gemütlich spazieren gehen und einmal die Woche Unterordnung in der Hundeschule reicht bei einem Husky einfach nicht aus.

LG & viel Glück

Jela

Jela
27.04.2003, 12:23
Ups, muss das mit dem Verlinken wohl noch üben (*räusper*), also: Erziehung -> Tele Tac -> 2. Seite, Beitrag von Rintintin, suppacool, wie meine Schwester sagen würde. :D

Husky2000
27.04.2003, 22:59
Hi @ all!

Ich möchte allen danken, die sich soviele Gedanken zu meinem Posting gemacht haben und mir soviele Tipps gegeben haben...

Ich werde nun Schritt für Schritt mit dem Durcharbeiten der Tipps beginnen und ab und zu meine Erfahrungen hier herschreiben....

Er ist schon ein verdammt lieber Hund, und er hatte es bei den Vorbesitzern bei Gott nicht leicht... alkohol- und drogensüchtiges Pärchen, die ihn nur aus Prestiggründen hatten - ihm keinen Auslauf, etc. geboten haben - ihn grad mal zur Hasenjagd auf Rennbahnen gegen Jagdhunde antreten ließen um Spaß zu haben.. ja - für die Lauffreudigkeit ja o.k. - aber für den Jagdtrieb...
Zum Schluss bekam er nicht mal mehr genügend Futter, weil das Pärchen, das keiner Arbeit nachging, das Geld für Alkohol verwendet hat...
Vielleicht tu ich ihnen ja jetzt Unrecht und sie hatten ihn gerne - aber behandelt haben sie ihn nicht danach!

Wir kriegen es schön langsam in den Griff, dass er ängstlich gegenüber Fremden ist (vorallem Männern) - mein Trainer glaubt, dass er sicher schon einige Male eine "abgekriegt" hat, so wie er öfter zamgezuckt ist...

Wir gehen 2 x pro Woche in die Hundeschule und üben zuhause auch immer - auch Huskys können Fuß gehen! (natürlich darf er auch an der 20 Meter Schleppleine oder an der Flexileine laufen - er muss sich ja auch austoben können - aber auch Fuss gehen soll er - wir wohnen am Land - aber wenn wir in der Stadt sind, ist es für ihn und und all die anderen Leute besser, wenn er Fuss geht und uns nicht überall durchzieht...
Also - das Ziehen sind wir fast los - ab und zu zieht er noch, aber....

Meine jetzige Trainerin (bin jetzt im Fortgeschrittenen Kurs *freu*) meinte, dass ich einen wahnsinnig lieben, intelligenten und lernfreudigen Hund habe und dass wir noch vieles miteinander lernen können, wenn ich mich nur dahintersetze.

Wir arbeiten für den Herbst für unsere erste Prüfung hin.... *schwitz* *gg*

Er hatte öfter Probleme mit anderen Rüden (obwohl das viele Rüden untereinander haben) - aber er ist eher ein sehr dominanter Rüde, der zeigen will, dass er der Boss ist und die anderen sich unterwerfen müssen... das kriegen wir auch schon in den Griff..... Hundebegegnungen waren früher sehr schwierig - er hat wahnsinnig gezogen, hat sofort eine dominante Haltung eingenommen und hat auch mal seine Zähnchen gezeigt... aber man muss natürlich dazu sagen, dass er an der Leine war - ohne Leine sieht das Verhalten ja auch anders aus...
Anfangs ist er in der Hundeschule jeden Rüden und manche Hündinnen angegangen, jetzt macht er schon viel seltener...

Sodale, und jetzt kommen wir zu dem Entschluss, dass Menschen bei der Erziehung und im Umgang mit Hunden viel Mist bauen können und es sehr schwierig ist, das ganze wieder ins richtige Lot zu bringen...

Ich verachte Menschen, die die Hand an ein Tier anlegen - egal, ob Hund oder Katz,.... sie haben es nicht verdient geschlagen und schlecht behandelt zu werden!

Wir haben die Dinge schon recht gut gemeistert und arbeiten daran, also werden wir das mit dem Jagen auch noch in den Griff kriegen...

Wildreiche Gebiete kann man ja meiden, aber eine Katze begegnet einem ja bald mal. Mein Freund und ich möchten in einigen Jahren mal ein Kind haben. Ich werd dann auch viel Spazieren gehen und öfter sicher auch alleine - und ich hab dann nur Angst wenn er eine Katze sieht, dass er ausrastet und den Kinderwagen gleich mitreißt... und ihn ausschließen und immer zuhause lassen, das möchte ich auf keinen Fall - er ist genauso ein Familienmitglied....

Sodale, jetzt aber genug...

LG noch an alle :)

Jela
28.04.2003, 08:50
Hallöchen Husky2000!

Deine Reaktion finde ich etwas bescheiden. Du fragst, wie du die Bindung zu deinem Hund stärken kannst, nur um dann zu erklären, dass alles beim Alten bleibt und wie schlecht es der Hund vorher doch hatte. Vielleicht war er vorher glücklicher als jetzt bei dir, wo er seinen Trieb ausleben durfte?

Und das Fußgehen hat nichts damit zu tun, dass du dich im Feld interessant für den Hund machen kannst. Oder willst du ein Leben lang mit Schleppleine laufen, bis dein Hund zu alt und zu schwach ist zum Jagen? Mag ja sein, dass er sehr lieb und brav ist, aber schau ihn dir mal an: Meinst du nicht, er hat auch noch andere Interessen, als brav und lieb an deiner Leine zu laufen? Zum Leckerchen verstecken sollte es bei jedem Hundebesitzer noch reichen.

Tschüssle

Husky2000
28.04.2003, 15:25
Hallo Jela!
Also deine Antwort find ich jetzt nicht o.k.! Wirklich nicht!

Ich hab euch um Tipps gebeten bzw. vielleicht gibt’s ja andere Leute auch noch, die so eine Erfahrung schon gemacht haben!

Ich habe NIE behauptet, dass alles beim Alten bleibt – das finde ich schon krass! Ich habe gesagt, ich werde Schritt für Schritt Eure Tipps ausprobieren – nur alles auf einmal ist doch nicht möglich – oder??

Ich finde es echt nett von dir zu sagen, dass er vielleicht vorher glücklicher war! Ein Hund, der allen Anschein nach geschlagen wurde, der selten rauskam – und wenn dann ins Gasthaus oder zu einem Wettlauf auf der Rennbahn zur Gaudi der Zuseher soll glücklicher gewesen sein, als jetzt? Er darf überall dabei sein, wo es möglich ist, darf überall mit, wird in die Familie integriert, hat lange Ausläufe, Fahrradversuche, die wir noch üben müssen, darf freilaufen, wir spielen mit ihm, er bekommt nicht täglich sein Futter einfach so, sondern es wird im Garten etc. versteckt oder wir füttern nur von der Hand im Training.

Ich wollte mit den Beispielen nur aufzeigen, was wir schon gut in den Griff bekommen haben, und dass ich alles mögliche durchprobieren werde was möglich ist und, dass Ich sicher nicht aufgeben werde!

Ich setzte mich wirklich sehr dahinter, das Leben für Ihn interessant zu machen! Aber, wie ich schon geschrieben habe, werde ich das jetzt Schritt für Schritt angehen – ich kann nicht alles im durcheinander machen!

P.S. Außerdem läuft mein Hund nicht immer an der Leine! In reizarmen Gebieten darf er auch frei laufen (täglich)– und da hört er auch – er ist kein Husky, der erst nach 2-3 Stunden oder so retourkommt – im Gegenteil, er kommt sofort - nur bei Ablenkung happerts noch.

verständnislose Grüße

P.S. Ich wollte eigentlich nur Tipps haben was ich noch tun kann, keine wage Vermutung, dass es dem Hund viell. vorher besser gegangen ist. Durch einen Bekannten gabs diese Vermittlung unseres Hundes und er meinte bei seinem letzten Besuch, dass der Hund voll aufgeblüht ist!

Jela
28.04.2003, 16:12
Hallo Husky2000!

Hast du auch einen richtigen Namen?

Ich wollte dich keineswegs angreifen. Es hat sich im Nachhinein nur so angehört, dass es dir sehr wichtig ist, dass dein Hund brav Fuß läuft, ihr die BGH besteht usw., aber die tatsächlichen Bedürfnisse des Tieres außen vor sind.

Wenn ich mich darin getäuscht habe, na umso besser, dann freu ich mich für deinen Hund und es ist ja alles im Lot. Dass ihr ihn da raus geholt habt, ist natürlich sehr lobenswert, es kann ja eigentlich nur eine Verbesserung geben, wenn das so schlimm beim ersten Herrchen war.

Grüße

Jela
28.04.2003, 16:17
P.S.: Tipps habe ich oben nach bestem Wissen und Gewissen gegeben. Du hast aber nicht berichtet, was du jetzt vorhast, sondern nur wie brav er jetzt ist, wie gut er es doch jetzt bei dir hat etc. Da darf man schon mal ins Grübeln kommen, oder etwa nicht? Und wenn du hier postest, musst du halt auch damit rechnen, dass du etwas gesagt bkommst, was dir nicht so in den Kram passt, dafür aber ehrlich gemeint ist. Basta.

Husky2000
28.04.2003, 17:02
hi!

Ich habe ja oben berichtet, dass ich all eure Tipps jetzt der Reihe nach durchprobieren werde - ich schreib das jetzt aber nicht alles auf - da es ja in jedem Posting Tipps gibt, die ich jetzt wie gesagt der Reihe nach probieren werd!

Glaub mir, der Hund steht bei uns an erster Stelle. Wir versuchen seine Bedürfnisse zu befriedigen nach bestem Wissen und Können, halten uns immer auf dem Laufenden - informieren uns viel was es neues gibt was man machen kann etc...,

Ich hab mich nur über dich geärgert, weil du geschrieben hast, dass ich zuerst nachfrage, wie ich die Bindung stärken kann und dann doch alles beim Alten lasse...
Glaub mir, unsere komplette Freizeit ist nach unserem Hund ausgerichtet.. (was jetzt nicht heißen soll, dass uns das nervt - wir haben es ja von Anfang an gewusst und machen es ja gerne!!!!) und wenn du auch glaubst, dass er früher viell. glücklicher war, weil er seinen Trieb ausüben durfte - tut mir leid, aber Katzen und andere Kleintiere jagen - damit bin ich nicht einverstanden und dagegen "wirke" ich ein. Ich weiß nicht, ob du das schon einmal miterlebt hast, wie ein Hund eine Katze tötet, du versucht hast einzugreifen, es aber zu spät war... Glaub mir, das Gefühl ist beschissen - ich seh die Katze heute noch vor mir, sie tat mir so leid, alles Eingreifen von mir hat nichts geholfen....

Ich vertrage Kritik bei Gott - aber dass mir vorgeworfen wird, dass ich nichts ändere (obwohl ich es im Beitrag schreibe) und dass die Vermutung aufgestellt wird, dass es ihm vorher besser gegangen ist also jetzt schlechter geht - diese Kritik vertrag ich bei Gott nicht... ich sag ja auch nicht, deinem Hund gehts bei dir nicht so gut....

LG

Brana
28.04.2003, 22:23
Hallo Husky2000

Ich habe eine Hündin, die nur auf Hunde sozialisiert war und nicht auf Menschen. Als ich sie bekam war sie 48 Stunden später weg gelaufen und kam nach 12 Stunden zurück, weil ich 'ihre' zweite Hündin hatte. Zu mir hatte sie keinerlei Bindung.
Ich war dann bei einem Tierexperten für Hundeverhalten und der trieb meinen Hund nach Monty Roberts Art in einem großen Arial auf bis dieser stehen blieb und ihn fragend anschaute, was willst du eigentlich von mir. Er trieb dann die Hündin zu mir. Und immer, wenn diese in meiner Nähe sich aufhielt, ließ er sie in Ruhe. Entfernte sie sich von mir (den Radius kannst Du bestimmen) trieb er sie wieder an bis sie wieder in meiner Nähe verweilte. So hat er innerhalb weniger Minuten Bindung zwischen mir und dem Hund aufgebaut. Nämlich: sobald ich in der Nähe von meinem Frauchen bin gibt es keinen Stress, ich kann mich wohlfühlen. Vielleicht könnt Ihr das in der Hundeschule üben.
Übrigens dort gab es ein Mädchen mit einem Husky, mit dem sogar der Hundetrainer nicht zurecht kam. Der Hund war einfach zu intelligent. Die junge Frau hat dort soviel gelernt und dann mit ihrem Hund geübt. Der Husky jagt nicht mehr und geht mit ihr ohne Leine Gassi in einer ziemlich wildreichen Gegend in Oberbayern. Es war ein Husky aus dem Tierheim.
Viel Spass für Euch beide beim Üben.

Lg brana