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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer wird das Herrchen?



stevie
24.04.2003, 07:58
Wie kann ich sicher gehen daß mein hund mich und nicht meine mitbewohnerin als herrchen erkennt?

AnnaS
24.04.2003, 08:32
Hmm also in erster Linie musst du natürlich die Bindung zu deinem Hund aufbauen und nicht deine Mitbewohnerin. Dann musst du dich um den Hund kümmern und nicht deine MB. Und letztlich bleibt die Erziehung bei dir, und nicht an deiner MB. Hundeschule wird mit dir besucht, und nicht mit der MB. Und dann sollte das eigentlich klar sein für den Hund, zu wem er gehört.

Anna

Yosoy
24.04.2003, 18:26
Hey Stevie!

Klar geb ich Anna Recht, es ist dein Hund, also kümmerst du dich am meistens darum. Und genau aus diesem Grund wird der Hund dich als Rudelführer sehen und nicht deine MB. Wir leben zu dritt mit dem Hund, er wird von allen geknuddelt usw. Allerdings behalte ich die Oberhand, was die Erziehung und den Umgang angeht. Z.B. füttere ich als Frauchen den Hund und nicht irgendeiner. Ich darf als erstes aus dem Napf fressen, dass hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber der Hund muss sitzen bleiben, während ich über seinen Napf rumschlemmer, ich tu nur so;) . Dann darf er fressen. Z.B. Gehe ich auch immer mit ihm spazieren, während mal ab und zu einer mitkommt. Du bist Herrchen, wenn du am meisten mit dem Hund machst, bzw. sollte das das Herrchen sein. Wenn du das tust, kann nichts schief gehen. Klar ich grübel manchmal auch, wenn der Hund zu einem Familienmitglied latscht und gekrault werden will und nicht zu mir kommt ( allerdings knuddel ich ihn die restlichen 23 Stunden am Tag). Aber wahrscheinlich war ich in der Zeit zu anstrengend und er wollte halt lieber spielen oder bettelt bei anderen ihn aus der grausamen Stunde zu retten, z.B. beim Kämmen. Er denk ein anderer würde nachgeben. Für den Hund muss einer ganz klar der Chef sein. Sonst buttert er euch vielleicht beide unter, wenn das nicht raus ist. Wenn ich im Haus bin und der Rest im Garten, dann wartet mein Hundl auch vor der Tür bis ich komme und dauert es Stunden. Also, ihr müsst euch einigen, wer den Hund erzieht usw. . Denka dran, viele Köche verderben den Brei. Ich lass mir auch nicht reinreden;) .

LG

Ilona
24.04.2003, 18:46
Hallo Stevie,

wenn Du den Hund von Herzen gern hast, wird er Dich lieben. Egal, was auch immer Du tust.
Ein Hund spürt tausenmal besser als ein Mensch, wer es gut mit ihm meint.
Ein Hund liebt nicht unbedingt den Menschen, der ihn füttert. Es ist eher so, dass das gesamte menschliche Verhalten gegenüber dem Hund eine Rolle spielt: Deine Geduld, Dein Einfühlungsvermögen, Dein Verständnis - auch für seine Schwächen, Deine Konsequenz, einfach alles kommt zusammen.
Paß auf, dass Du die Liebe Deines Hundes nicht damit zu "erkaufen" versuchst, dass Du ihm durchgehen läßt, was er bei anderen nicht darf. Dann tanzt er Dir bald auf der Nase herum. Und das kann verdammt schnell gehen.

Wenn er jedoch mit Dir die schönsten Erfahrungen in seinem Hundeleben macht, wirst Du für ihn ein Leitbild (Rudelführer) sein und er wird Dich von ganzem Herzen lieben.

Spiele mit ihm hundgerechte Spiele, zeige ihm vorsichtig, wie das Leben in einem menschlichen Rudel funktioniert und vor allem (das kann ich nicht oft genug wiederholen) sei immer geduldig und konsequent. Hunde brauchen die Sicherheit, dass das, was Herrchen oder Frauchen auch immer machen, genau das ist, was auch das Beste für den Hund ist. Sage also nicht heute "Hü" und morgen "Hott". Klare Regeln vom ersten Tag an - wer das beherrscht, gewinnt das Herz eines Hundes am schnellsten, denn klare Regeln sind es, die dem Hund Vertrauen geben in sein Herrchen/Frauchen.

Sei niemals eifersüchtig auf jemanden, den Dein Hund ebenfalls gern hat. Zeige ihm, dass das ok ist.

Sei einfach da, wenn er Dich braucht. Dann hast Du den besten Partner an Deiner Seite, den Du Dir nur vorstellen kannst.

Ich wünsche Euch viel Glück beim Zusammenwachsen und viel Spaß mit Deinem Hund:)

Cockerfreundin
24.04.2003, 18:49
Das hast du aber wunderwunderschön gesagt (geschrieben), Illi!

LG
Annette + Basti :-)

Hovi
24.04.2003, 19:48
Hallo Stevie,

sichergehen kannst Du da gar nicht, denn die Liebe eines Hundes läßt sich nicht erzwingen. Sie ist ein Geschenk, das der Hund Dir macht.

Es kann Dir passieren, dass Dein Hund sich in bestimmten Situationen oder generell lieber an jemand anderen anschließt (z. B. eben Deine Mitbewohnerin). Er ist kein Automat, sondern ein Lebewesen, das Sympathien entwickelt.

Mein Bandit hat sich z. B. stets wahnsinnig gefreut, wenn meine Mutter oder mein Ex-Freund zu Besuch kamen. Er ist dann durch die Wohnung gefegt wie ein Derwisch und warf dabei Stühle und Lampen um. So extrem hat er sich nie gefreut, wenn ICH heimkam. Ich wurde mit seinem typischen Grinsen begrüßt und bekam einen Schuh (oder zwei oder drei) vor die Füße gelegt. Wenn es aber hart auf hart kam (z. B. gestellter "Kampf" zwischen mir und meinem Ex) stand er stets vor mir und griff den vermeintlichen "Angreifer" an.

Ein Hund hat so viel Liebe und Zuneigung in sich - die reicht durchaus für mehrere Personen aus!

Liebe Grüße
Claudia

Maggie_HH
24.04.2003, 21:50
So extrem hat er sich nie gefreut, wenn ICH heimkam. Ich wurde mit seinem typischen Grinsen begrüßt und bekam einen Schuh (oder zwei oder drei) vor die Füße gelegt

Du kannst dich aber deswegen geehrt fühlen! Das Hundegrinsen und Gegenstände wie Schuhe und Kauknochen vor die Füße legen oder bringen sind Unterwerfungsgesten! Also hat er dich doch so begrüßt wie es ein Chef verdient!!!! Henk und Maggie machen das auch so, Grinsen, schnell was suchen was sie mir bringen können, fiepen, grunzen und wedeln!
:D

Juliane

Hovi
24.04.2003, 21:56
Hallo Juliane,

hmm... ich hatte irgendwie nie so recht den Eindruck, dass das Unterwerfungsgesten seien.... es war halt seine Art, mich zu begrüßen. Das Grinsen sah wirklich umwerfend aus, er fletschte dabei die Zähne und zerknitterte das ganze Gesicht.

Bei Leuten, wo er sich RICHTIG freute, sauste er durch die Wohnung wie ein Irrer, rutschte mitsamt Teppich auf sie zu und fegte mit seiner Rute alles vom Couchtisch - er war einfach EINMALIG!

Liebe Grüße
Claudia

Inge1810
24.04.2003, 22:42
Hallo Stevie,
mich interessiert, wie diese Frage überhaupt bei Dir aufgekommen ist. Wärst Du eifersüchtig? Gibt es berechtigten Anlaß zu glauben, dass Deine Mitbewohnerin Dir den Rang ablaufen könnte?
Ich weiß nicht, wie eng Ihr zusammenlebt, aber die Mitbewohnerin gehört zum Rudel und es kommt nicht darauf an, wer sich am Meisten mit dem Hund befasst, sondern wer es am hundgerechtesten tut. Der Hund wird sich an dem Menschen orientieren, bei dem er sich gut aufgehoben fühlt.
Ergänzend zu den vorigen Postings rate ich Dir zu einigen Büchern über Hundekunde, -erziehung etc.. Und wenn Du es ganz ernst nimmst, dann kannst Du ja bereits an einem Seminar teilnehmen, denn das geht auch ohne Hund.
Mein Rat also, lerne jetzt schon dem zukünftigen Hund ein guter Rudelführer zu sein, mach Dein Herz auf für den Hund, zeig ihm das vom ersten Tag und dann wird sich die Frage von selbst erübrigen, wer das Herrchen ist.
Viele Grüße

Rintintin
24.04.2003, 23:10
Also bei uns füttere beileibe nicht nur ich, sondern irgendeiner, wenn die Zeit da ist. Es gehen auch mehrere Leute mit den Hunden.
Aber ich bin trotzdem das Frauchen, der Rest der Familie wundert sich immer nur, wie gut die mir hören.
Ich bin aber auch gar nicht verrückt drauf, der Mittelpunkt für meine Hunde zu sein. Freue mich auch mal, wenn ich was vorhabe, dass ich die Hunde "delegieren" kann, ohne dass sie traurig sind, wär ja schlimm, wenn's nicht so wäre.
Aber alles, was sie "können", haben sie und ich zusammen gelernt, und meinen Hunden macht es irrsinnigen Spaß, "was zu tun". Vielleicht liegt es daran. . .
Und dann wissen sie natürlich, was sie mit wem "machen können". Mir würde es morgens um 7 Uhr im Traum nicht einfallen, zu sagen: "Geh ins Tor" (= Badezimmertür) und dann Bälle dorthin zu kicken. Dafür ist Herrchen zuständig. Sich über Sofas zu rollen die Lieblingsbeschäftigung mit Sohn. Auf Schößen rumzutrampeln - dafür sind Töchter da. Grausige Zerrspiele - das ist der Part sämtlicher männlicher Hausbewohner oder -besucher.
Bei mir gibt's draußen Spaß, wer bei mir liegen will, muss RUHIG liegen, sonst fliegt Vierbeiner. Gebelle, Geheule & Co bringt bei mir nichts außer scheinbarer "Unsichtbarkeit" des Verursachers.
Das vielgerühmte "alle ziehen an einem Strang" ist in meiner Chaos-Familie leider immer noch ein Wunschtraum am fernen Horizont. Aber - obwohl das bestimmt schwer war - die Hunde haben's trotzdem gelernt, dass sie dies oder jenes dürfen oder nicht.
Ich glaube, Hunde mögen am meisten, wenn einer berechenbar (im Sinne von zuverlässig, nicht im Sinne von langweilig) und konsequent ist - und auch was von ihnen will. Dass ich sie natürlich auch knuddle, ist ja klar - sie sind ja auch meine Goldschätze. . .
Und dass meine Hunde alle Menschen mögen (selbst Briefträger, Schornsteinfeger und solche oft leidgeprüften Menschen) ist mir nur Recht, habe das auch schwer gefördert. Sie haben aber auch immer nur gute Erfahrungen gemacht. . .

Alpha
25.04.2003, 00:40
hallo stevie!
du kannst nicht sicher gehen,daß du für deine hund der rudelboss bist und nicht deine mitbewohnerin(-ich meine,na klar könntest du das,aber die methode wäre nicht so soft...)! allerdings ist es recht wahrscheinlich,das du vom hund als boss angesehen wirst, wenn du dich viel mit ihm beschäftigst,ohne aufdringlich zu sein;wenn du ihn geistig beschäftigst,wenn du mit ihm am meisten spazieren gehst,wenn du in krisensiuationen wie begegnung mit fremdem hund/besuch etc. "abgeklärt" und souverän reagierst;wenn du nicht hektisch und ausfallend,sondern stets überlegen und cool reagierst;wenn du ihn nicht "tröstest"wenn er gar mal aua hat;wenn du dich nicht mit leckerchen ihm unterwirfst natürlich(ob bei "dressur" oder beschwichtigung bei griff-in-futternapf etc);wenn du ihm keine zickereien durchgehen lässt,wenn er z.b. grad keinen bock hat,gekämmt zu werden oder zu horchen; wenn du ihn gerade dann mal wegschickst,wenn er streicheleinheiten bei dir einfordern will; wenn du dir eben halt nicht auf der nase rumtanzen lässt,-
dann ist die wahrscheinlichkeit recht hoch,das er dich als rudelführer ansieht! es gibt sehr viele beispiele dafür;zuviele,um sie hier aufzulisten,ohne zu wissen,ob du die bisherigen verstehst!ein hund schliesst sich gerne demjenigen an,der ihm schutz ins schwierigen zeiten zu verheissen scheint;und der anscheinend sich darauf versteht,sein rudel eindeutig und erfolgversprechennd zu lenken!kein leckerchen-softie also.
auch ist es kein zeichen für "boss-anerkennen", wenn hund den menschen verteidigt,ihn sehr begrüsst bei wiederkehr,ihn oft anstupst,zum spiel auffordert ,sich bei begegnungen mit fremden zwischen herrchen und fremden stellt usw.-IM GEGENTEIL!!! aber das wird wohl sooo schnell keiner lernen.
hoffe,du kannst was mit den aussagen anfangen?gruss,alpha

Thomas
25.04.2003, 00:58
Ja wen ham wir denn da? Du nimmst´s mir sicher nicht übel das ich auf Deinen Beitrag nicht weiter großartig eingehe. Würde -wie in alten Zeiten- ohnehin auf das bekannte Schema "80% Zustimmung - 20% Gegensätzlich Meinung" hinauslaufen...obwohl, wenn ich das gerade nochmal so durch lese, reduziert sich´s in DIESEM Fall sogar auf lächerliche 2% Ablehnung - iss doch was, gelle?

Gehts dem Rudel gut?

Gruß
Thomas