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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie trennt man raufende Hunde (Rüden)??



kullerchen
18.04.2003, 14:36
Hallo Hundefreunde!

Ich bin mit meinem "Gassi-geh-Hund" vor einigen Tagen in eine Situation gekommen, die mir die oben genannte Frage stellte. Nachbars Rüde, mit dem ich immer Gassi gehe, hat sich nämlich mit einem Rüden aus dem Dorf (der ist unterm Zaun durch gekrabbelt) gerauft. Erst dacht , dass ich sie lasse, damit sie die Rangordnung ausfechten können aber als ich dann sah dass sich "mein" Hund unterwarf und der andere nciht locker lies (hat ihn am Hals gepackt und nicht losgelassen) hab ich doch etwas Angst bekommen. Nun ja für Angst bleibt in so einer Situation eigentlich keine Zeit also habe ich versucht die beiden zu trennen. Wenn man allein ist, ist da allerdings ziemlich schwirig.Natürlich hat sich "mein" Hund die Angriffe des anderen nicht lange gefallen lassen und hat sich dann auch gewehrt. Da ich schon oft gehört habe, dass man Wasser über sie kippen soll, wollte ich das probieren. NAtürlich geht das ja auch nur wenn man jemanden hat, der die Hunde in dem Moment wo sie loslassen auseinader bringt. Ok das fiel also aus. Irgendwann kam jemand des weges, der "meinen" Hund an den Hinterbeinen nam und ich den fremden an den Hinterbeinen. Dann haben wir sie hochgehoben (sie haben den Boden nicht mehr berührt) so lange bis sie losliesen. Ich muss dazu sagen, dass es zwei Schäferhunde waren und ich garnicht wußte, was man in so einer Situation für Kräfte entwickelt. Jedenfalls haben wir sie so trennen können.

Ist euch schon mal sowas passiert? Wie habt ihr die Hunde trennen können? Und wie geht man am besten ran, wenn man allein ist?

Ich bin mit dem Schrecken davon gekommen und "mein" Dickerchen mit nem blutigem Ohr.
Was kann ich tun, wenn ich nochmal in solch eine Situation komme oder zu einem Kampf dazukomme?

Vielen Dank für Eure Hilfe.

MAndy

Ilona
18.04.2003, 14:55
Hallo Mandy,

wenn man allein ist und zwei raufende Hunde trennen will, ist das schon von vornherein schwierig. Dafür gibt es kein Patentrezept. Hast Du den einen "abgepflückt", kann es passieren, dass der andere, der wieder "Oberwasser" hat, weiter machen will usw. Es ist immer schwierig, hier zu raten. Hängt auch von den Hunden ab, die man trennt. Den fremden kann man vom eigenen wegtreten (ist nicht fein, geb ich zu), manchmal hilft es, manchmal nicht. Also, was soll man sagen?

Wie Ihr es zu zweit gemacht habt, ist das ok gewesen, was Du daran siehst, dass es gewirkt hat.

Es gibt kein Patentrezept für das Trennen von Hunden bei Raufereien, so viel ich weiß. Fragst Du zehn Leute, wirst Du zehn verschiedene Antworten erhalten. Hoffe also nur, dass es Dir nie oder so selten wie möglich passiert, dass Dein Hund von einem anderen angegriffen wird (oder wie auch immer), wenn das zweite Herrchen/Frauchen weit weg ist.

Lieben Gruß, Illi

kullerchen
18.04.2003, 21:08
Hallo Ilona!

Vielen Dank für deine Antwort. Ja, klar isses schwirig raufende Wuffs zu trennen. Hatte hier gepostet weil ich dachte, vielleicht hat jemand eine Möglichkeit selbst in Erfahrung gebracht, die er mir erzählen möchte. Aber dennoch ist mir schon bewußt, dass es extrem schwirig ist...vor allem allein. Nur ich kann die beiden ja nicht solange kämpfen lassen, bis einer vielleicht so starke Verletzungen davon trägt, dass er stirbt.

Gibt es vielleicht eine Möglichkeit die Hunde abzurufen. Dass heißt nur den eigenen und den anderen dann wegziehen. Also zum Beispiel, dass man "Aus" sagt und der eigene Hund los lässt und man in dem Moment den fremden Hund wegzieht? Oder stellen Hunde bei einer Rauferei die Ohren auf Durchzug? Vielleicht ist das auch wieder vom Hund abhängig... .

Mandy

Dodo H
18.04.2003, 22:21
Hallo
Das ist wirklich eine schwer Frage, gerade bei einem Hund, der trotz Unterwerfung des anderen nicht abläßt, der wäre für mich "gestört und unberechenbar".

Bist du mit zwei Leuen, klappt meist das hochziehen an den Hinterbeinen, dabei sollte man die Hunde vorher aber kurz nach vorn drücken, die meisten lassen dann reflexartig los, "nur" ziehen kann böse Wunden geben.
Tretten auch Situationsbedingt, damit kann man den Hund nähmlich noch mehr reizen,er weiß ja nicht wo die Schmerzen herkommen, meinen Hund hat das Tretten des anderen Hundes eine 8 cm Rißwunde gebracht, der Hund stand nur noch über ihm und wurde so nochmal angestachelt, weiter zu machen. Wir konntenihn den anderen durch hochziehen von unserem wegbekommen, und meiner flüchtete sofort, er hatte sich ja schon unterworfen und war froh, wegzukommen.

Ich persönlich würde wahrscheinlich versuchen, den anderen Hund zu kriegen und meinen mit einem Schrei ins Platz bringen (beim Schrei wäre meiner so verdattert, laute Worte kennt er kaum, das er es wahrscheinlich machen würde), hoffe aber, das diese Situation nie eintrifft und ich dann noch richtig handel.


Dodo

Dodo H
18.04.2003, 22:24
: Tretten
-- Mensch bin ich heute wieder Blond

kullerchen
18.04.2003, 22:46
Hallo dodo!

Ja, das war ja auch mein Problem. Das mit dem Treten, schlagen und soweiter bringt ja nichts...hab ich auch nciht gemacht, weil ich dies ja wußte.
Naja iss ja nochmal relativ gut ausgegangen aber da muss man immer wieder staunen, wie viele Hunde es gibt die völlig unsozialisiert sind und gestört :-((

Mandy

Cockerfreundin
19.04.2003, 13:31
Hallo, Mandy!

Mein Cocker Basti (2 Jahre) *prügelt* sich auch ab und an ganz gerne mal mit nem anderen Rüden... meistens sind es jüngere Rüden, die ihn nerven. er versucht sich dann zuerst auf *normale* art und weise, respekt zu verschaffen - also wegbellen, knurren, abschnappen. Aber, wenn das nix hilft, dann gibts auch schon mal ne kleine Keilerei. Je nach Größen- und Gewichtsverhältnissen halt ich mich entweder raus oder aber ich SCHREIE einmal richtig laut: "Schluss jetzt" und klatsche dazu noch in die Hände.

Bei Basti reicht das in der Regel aus, dass er ablässt. Je nach Situation lass ich ihn dann noch kurz absitzen oder abliegen oder wir gehen kommentarlos weiter.

Grüße von
Annette + Basti, dem kleinen Prügelheini ;-)

Claire Redfield
21.04.2003, 10:58
Also, selbst Erfahrungen habe ich noch nicht gemacht . . .
Ich habe aber in dem Heft, Partner-Hund gelesen, dass man in solch einer Situation folgendes machen soll: (Zitat)

Am besten rufen Sie Ihren Hund rechtzeitig zurück, wenn Sie merken, dass die Hundebegenung nicht "wie normal" abläuft. Die meisten Raufereien sind völlig harmlos und innerhalb von Sekunden beendet. Je lauter es zugeht, desto harmloser ist es. In ganz seltenen Einzelfällen kommt es zu einem ernsten Kampf. Gehen Sie am besten ganz schnell weg, damit die Hunde sich nicht noch unterstützt fühlen, sondern auf sich gestellt sind und die Sache untereinander regeln. Jegliches Eingreifen wie Schimpfen, Schreien, Schlagen, Dazwischen-Gehen oder an -den-Hinterbeinen-Wegziehen kann erst recht eine Eskalation bewirken. Bei dieser Situation gibt es keine "Lösung für alle Fälle". Im Notfall können sie versuche, einen Gegenstand (Stock, Ball, Leine) dazwischenzuwerfen, um die Situation zu unterbrechen. Im eigenen Garten kann man die Raufbolde mit einem Wasserschlauch anspritzen und vielleicht dadruch trennen. Es nützt weder Ihnen noch Ihrem Hund, wenn Sie dabei ernsthaft verletzt werden.

Ich hoffe ich konnte helfen . . .
Ich hab auch schon gehört, dass eine Frau, die zwei Rüden hatte sowas auch schon erlebt hat . . . Der eine wollte halt die "Führung" übernehmen. Sie haben sich festgebissen und lagen da so 15-30min . . .
Aber ich denke, an den Hinterbeinen ziehen ist keine Lösung . . . vielleicht verletzt man dann den Hund . . .
Und treten oder hauen schon gar nicht !!! Viele Hund werden dadruch nur noch aggresiver . . .

So eine Sitution ist bestimmt hard, aber man muss die Ruhe behalten und auch an sich denken. Die Frau, die ich oben nannte, wurde auch schon gebissen, als die zwei Rüden sich in die Wolle kriegten . . . Sie meinte, dass die Hund in so einer Situation in einer "anderen Welt" sind.

MfG
Claire

kullerchen
21.04.2003, 23:19
Hallo!

Sicher gibt es kein Patentrezept aber ich denke, dass sich große Schäferhunde beim "An der Hinterhand-Hochheben" nicht so viel antun können.Naja aber ich denke mal wenn man in solch einer Situation ist, denkt man recht wenig über die Konsequenzen nach. Und nen Hund der sich die Hinterhand gezerrt oder verrenkt hat iss doch allemal besser als nen Hund, der nur noch ein lebloser Körper ist oder? Und die beiden hätten sich sicher so lang gerauft, bis einer schwer verletzt ist.

kullerchen

Yosoy
22.04.2003, 11:43
@ kullerchen

Hallo Kullerchen!

Ich war mit meinen beiden Hunden auch schon mal in solch einer Situation. Das eine ist schon Jahre her, als ein größerer Hund unseren kleinen Wuschel zu Boden gedrückt hat und in der Kehle hängen blieb. Die sogenannte Beißhemmung bei dem anderen war irgendiwe nicht vorhanden, da mein Hund auf dem Rücken lag und schon laut geschrien hat. Es waren in diesem Moment zwar 2 Besitzer da, aber der des anderen Hundes war so geschockt, dass er sich nicht gerührt hat. Meine Schwester hat damals die Kette des anderen Hundes genommen und ihn geschlagen. Am Oberschenkelansatz, also zwischen Bein und Körper sind Hunde ziemlich empfindlich. Der andere hat daraufhin losgelassen und sie konnte unseren unter ihm vorziehen, bevor er nachsetzt. Allerdings gebe ich den anderen Recht und finde das Schlagen nicht die erst beste Lösung, da der Schmerz manche aggressiver macht und du weißt ja nie wie die Hunde drauf sind. In unserem Fall hat es jedoch geholfen. Auf dem Hundeplatz hat damals ein Hund angefangen sich zu raufen und alle sind mit eingestiegen. Alle hatten Schmerzen und wussten nicht wo er her kam, also haben sie den nächstwn gebissen und der ebenso. Versuche da mal eine Lösung zu finden. Die Trainer sind dauraufhin auch mit Ketten losgegangen und haben sie auseinandergezzert. Jetzt zu der Sache mit dem Wassereimer, toll, ich trage auch auf 3Stunden Spaziergang einen 5Liter-Eimer kaltes Wasser mit mir rum, durch den Wald. Is also auch nicht die beste Lösng. Möglichst sollten die beiden Hunde abgeleint sein, damit niemand sich durch die Leine bestärkt oder schwächer fühlt. Ich hatte das erst vor Kurzem mit meinem Schäferhund, er ist hingerannt und hat geschaut, die Besitzer haben ihre Hunde eng mit der Leine an die Seite gezogen, diese haben die Zähne gefletscht wie verrückt und einer hat schließlich meinen gebissen und sich verbissen. Sie standen dann auf dem Feld und niemand wollte loslassen. Die anderen Besitzer wussten nicht was sie tun sollten und fassten ihrem Hund ins Maul, völlig falsch, aber ich tat das bei meinem auch, versuch in solch einer Situation den anderen beizubringen ihren Hund an den Hinterbeinen zu packen. Denn das ist das Sinnvollste und Ungefährlichste für dich. Du hast Recht, man entwickelt in einer solchen Situation ungeahnte Kräfte, ich habe den Fang meines Hundes auseinandergezogen und so doll gedrückt, dass überall an der Stelle der Zähne die Finger offen waren. Du kannst Glück haben, dass jemand da war, der wusste was zu tun ist!!!! Wenn irgendwo jemand in dieser Situation wäre, das ein Hund einen anderen angreift und der Besitzer hilflos ist, wäre es für mich keine Frage so einzugreifen! Ich hoffe du hast trotzdem noch viel Spaß mit deinem Hund!:)

LG

Yosoy

Yosoy
22.04.2003, 12:08
@ Claire Redfield

Hallo!
Ja mit der Theorie ist das so ne Sache, steht alles schön beschrieben. Nur leider ist es in der Praxis oft etwas anders. Die Hunde würden sich sicherlich nicht doll beißen, wenn sie nicht gleich groß sind und bei 2 Schäferhunden kann das anders ausgehen. Da sich niemand unterlegen will, hinzu kommt noch der Sturkopf und die ewige Idee " Ich bin dominant!" beim Schäferhund, jedenfalls bei Rüden.
Der Cockerspaniel meiner Freundin wurde schon 18 Mal in 9 Jahren genäht, warum? Weil das mit dem Zurückrufen und dem Entfernen der Herrchen nicht so geklappt hat wie es sollte.
Ich habe ihr gesagt, mach ihn von der Leine, aber sie meinte, das würde sie nie tun, da er schrecklich ängstlich ist und mit der Leine ihr die Sicherheit gegeben wird ihm zu helfen und so ist es mit dem " Eine Rauferei geht meistens harmlos aus!" auch vorbei, Die meisten Fehler macht der Mensch in solch einer oft banalen Situation, dass sie eskaliert. Das Raradebeispeil an Hund, dass er zurückkommt funktioniert oft nicht so, erst recht nicht, wenn die Hunde noch ein Hühnchen miteinander zu rupfen haben, wie es bei mir der Fall war und nicht jeder Mensch liest solche Fachzeitschriften, um das richtige Verhalten in dieser Situiation zu wissen. Es wäre schön aber es ist leider nicht so, wenn du das weißt, ist da auch noch der andere Besitzer und in einem Bruchteil einer Sekunde kann dieser Fehler den er vielleicht macht mehr anrichten, als überhaupt nötig wäre, wie schon oben bei Kullerchen erzählt. Es war auch mein Fehler, ich weiß das mein Hund zu anderen Bellos rennt und sie ,nicht aggressiv, auskundschaftet. Allerdings wusste ich auch, das die beiden Hunde auf seiner Liste " Hühnchen rupfen" stehen, aber ich hätte nie gedacht, dass er dafür 70 Meter zurücklegt.Schon gar wo er sie vorher gesehen hat und sein Desinteresse groß war. Nun weiß ich es besser und bin vorsichtiger, aber viele machen sich daraus nichts. Ich erlebe immer wieder das freilaufende Hunde auf mich zugerannt kommen, woher soll ich wissen, dass der lieb ist, aber den Besitzern ist da egal!In solch einer Situation halte ich den Finger immer am Karabinerhaken, da er an der Leine zickiger ist als frei!, logisch! Also, die Theorie erzählt immer davon wie es perfekt sein sollte, aber wenn du mal in so eine Situation kommst, auch wenn dein Hund hört, kann es passieren ein anderer beißt ihn, der nicht hört, es gehören immer 2 dazu, dass alles klappt. Und von den Fällen gibt es einige.
Jetzt zu der Sache mit den Hinterbeinen, was würdest du tun, ihn doch sicher nicht schlagen, oder? Ihn anschrein, deiner hört, der andere macht weiter, auch gut! Wassereimer, sag ich nichts, zu kompliziert. Klaro, beißen lassen, bin ich auch dafür in der Natur fechten sie es auch aus, aber was sagt der andere Besitzer dazu und dann das Problem mit den gleich großen Hunden und da ist es immer gefährlich, dass sie sich ernsthaft verletzen! Die Hinterbeine sind, so finde ich, die beste Lösung. Du sollst ihn ja auch nicht so rumschleudern und die Beine verdrehn, dass was passiert, es geht nur ums Wegziehen, sie werden unsicher und lassen ( wenn auch nur kurzzeitig ) los, um zu schauen was nu abgeht.So ist es auch wenn du deinen Hund vorne anhebst, er ist unsicher und weiß die Situation nicht einzuschätzen.

Nimm dir das zu Herzen, in der Realität kann es doch passieren, dass es anders läuft. aber troitzdem hoffe ich natürlich, dass du nie in solch eine Situation kommst!!!:)

LG

Yosoy