PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hilfe, Angst vor Rüden in Nachbarwohnung



edda
17.04.2003, 13:08
Hallo zusammen,

ich brauche dringend euren Rat, denn ich habe keine Idee, was ich machen soll.
Wir wohnen im Erdgeschoss eines Mietshauses und in der gegenüberliegenden Wohnung wohnt ein Schäferhund Rüde. Als Waro noch nicht geschlechtsreif war, haben sich die beiden verstanden, aber vor ca. zwei Monaten wurde Waro draußen von dem Rüden einmal gepackt (nichts Schlimmes passiert). Seitdem begann aber unser Drama. Waro musste nach diesem Vorfall immer zur Wohnungstür laufen und Richtung anderem Rüden bellen. Das ganze Verhalten hatte sich schon wieder gelegt bis vorgestern. Da sind sich die zwei abends um 22.30 Uhr im Hausflur begegnet. Der Schäferhund ging sofort in die gebückte Angriffsposition über und Waro bellte und knurrte vorsorglich mal nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung". Seitdem schlafen wir keine Nacht mehr durch. Waro schreckt hoch, rennt zur Tür und bellt. Wenn man dann sagt "ist gut" legt er sich auch wieder hin, aber das ist ja kein Zustand (heute Nacht war es viermal). Waro geht nicht mehr ohne zu fiepen durch den Hausflur. Er will einfach nur schnell an der anderen Wohnung vorbei und raus. Den anderen Hundebesitzer stört das natürlich alles herzlich wenig. Der Schäferhund wird ziemlich grob gehalten. Bei dem ersten Vorfall hieß es nur, sollte etwas sein wir sind versichert. Die haben nicht mal nachgefragt am nächsten Tag.
So, aber was kann ich tun, dass mein Waro sein Schockerlebnis überwindet? Jetzt fahren wir erst einmal über Ostern weg, aber ich bin für jeden Tipp dankbar, denn die beiden Hunde werden ja immer wieder aufeinander treffen.

Es grüßen Edda & Waro

PS: Wie immer ist der Beitrag ziemlich lang geworden, sorry!

billymoppel
17.04.2003, 15:34
hlallo edda,
ich kann mich noch an den beitrag vom letzten mal erinnern.
ohne dir zu nahe treten zu wollen: meinst du nicht, dass du etwas übertreibst? wenn du wirklich so panisch bist, wie dein beitrag wiedergibt, macht das alles nur schlimmer, denn waro merkt das bestimmt.
ich habe die situation nicht miterlebt, als es zum ersten vorfall kam, aber das zwei rüden, die in enger nachbarschaft wohnen, sich mal fetzen, halte ich für normal. und das der andere hund nicht restlos gestört ist, merkt man doch an der tatsache, dass deinem waro nix passiert ist, wenn ein DSH gewollt hätte, hätte er deinem in einer sekunde die kehle auffreißen können. hat er aber nicht. rangkämpfe unter rüden klingen furchtbar, man denkt immer, dass es zwei tote gibt, tut es bei normal sozialisierten hunden aber nie. ist so eine art freistilringen unter getöse. ziel ist es den anderen auf den rücken zu legen, wenn er ist nicht freiwillig tut. in dem moment ist alles vorbei mein rat wäre schon damals gewesen, mit beiden an einen ort zu fahren, wo keiner revieransprüche stellt und sie dort noch einmal frei und ohne leine zusammenzubringen. wenn ein rüde bei einem rangkampf mal unterliegt, schadet es ihm doch nicht. billy und sein bester kumpel besprechen auch bei jedem treffen die rangordnung, meistens kurz und schmerzlos durch kopf auflegen des anderen (billy ist der unterlegene), aber gelegentlich geht es auch für 2-3 sek. sehr heftig zur sache. letztens als billy auf kurzes knurren von filou das mauseloch, dass er (!) aufgetan hatte, nicht gleich geräumt hat, als filou es wollte. passiert ist noch nie etwas und wird es auch nicht, weil die stärke so eindeutig auf filous seite liegt. und selbst wenn billy mal eine kleine lochung im fell hätte, was im eifer des gefechts unabsichtlich mal passieren kann, er ist ein hund und nicht aus pappe. sie brauchen aber eine rangordnung, da sich nicht nur gelegentlich im vorbeigehen treffen, sondern sehr häufig und auch wechselseitig beieinander zu besuch sind. eure beiden hunde hatten also die glegenheit nicht, eine rangordnung auszumachen (die sie eigentlich bräuchten, wenn sie unmittelbar zusammenleben und weil beide offensichtlich dominant sind; waro hätte sich auch unterwerfen können, hat es aber vorgezogen, contra zu geben), dann ist es völlig logisch, dass an einer engstelle wie einem treppenhaus, aggressivität auftaucht.
wie gesagt, ich kenne den DSH nicht und habe den ersten vorfall nicht miterlebt.
fahrt erst mal in den urlaub und beruhigt euch euch ein bißchen und dann würde ich es danach an einem neutralen platz (nicht die wiese vorm haus, die der dsh wohl völlig zu recht als sein eigentum beansprucht) noch mal miteinander versuchen. bescheidener als jetzt kann es ja nicht mehr werden. nehmt einen wassereimer mit, um die hunde notfalls trennen zu können.
lg
bettina

billymoppel
17.04.2003, 15:50
sorry, rechtschreibmäßig nicht ganz mein tag heute:o
was ich noch sagen wollte: mal ein bißchen angst zu haben, gehört doch auch zu einem hundeleben. wir haben doch auch oft angst.
mein möpple hat ja auch angst vor allem und jedem. natürlich bin ich darüber traurig und zornig, weil ich auch weiß warum sie so ist. aber ich habe nie versucht, es ihr abzunehmen. ich habe sie nicht betütelt und getröstet, sondern stur weiter den kontakt mit anderen hunden gesucht.
natürlich habe ich im park erst mal die hündinnen gemieden, von denen ich das gefühl hatte, sie würden ihr bescheuertes aus angst geborenes verhalten nicht gerade goutieren. und ich weiß ja, dass gerade hündinnen einander sehr übel mitspielen können. aber wenn wir doch eine gtroffen haben, musste und muß sie da durch. ansonsten habe ich an ihrem selbstvertrauen gearbeiet und siehe da, wir können sogar mit sehr großen rüden mittlerweile problemlos spazieren gehen. sie hat gelernt, dass man nicht wegrennen muss, wenn ein finsterer russischer terrier bei ihr schnuppern muss, sondern dass manauch als kleines mädchen zähne hat, die man zeigen kann. und dass es wirkung hat, auch bei einem 60kg-koloss. mit kleinen mädchen gibt es gar keine probleme mehr und ich sehe den tag schon, wo eine dogge mal ihre beste freundin wird.:D

edda
22.04.2003, 10:11
Hallo Bettina,

es geht mir nicht darum, dass die beiden keine Freunde sind. Mit zwei Rüden auf einer Etage, dass das nicht so einfach wird ist klar. Ich weiß auch, dass Rüden Rangkämpfe ausfechten und dass dabei i.d. Regel nichts Schlimmes passiert. Im Gegenteil, ich bin froh, dass Waro mittlerweile so gut sozialisiert ist, dass ich mich auf ihn verlassen kann, dass er die Hundespielregeln gelernt hat. Er ist in seinen ersten Lebensmonaten nicht bzw. schlecht sozialisiert worden. Er verträgt sich mit jedem Hund egal ob Rüde oder Hündinn. Wir können auch mit anderen Hunden spazieren gehen, er weiß wirklich wie er sich zu verhalten hat.
Ich bin also nicht panisch, sondern in dem Fall hilflos. Nicht nur, dass die Nachbarn es echt toll finden, wenn die beiden sich durch die geschlossenen Türen anbellen oder nachts um 11 Uhr plötzlich ein riesen Lärm im Hausflur ist, nein ich würde so gern die Nacht durchschlafen. Es ist wirklich so, dass mein Hund aufschreckt (so emfindet man das zumindest, wenn man plötzlich aus dem Schlaf gerissen wird), zu Tür rennt, zweimal bellt und wenn man dann sagt "ist alles ok", dann legt er sich wieder hin.
Ich weiß wirklich nicht was ich dagegen machen soll. Ich will auch nicht sagen, dass Waro einen Schock hat (war meine erste Vermutung), sondern es kann auch durchaus sein, dass er den anderen aus sicherer Deckung provozieren will. Ich weiß es einfach nicht und vor allem habe ich keine Idee, wie ich dieses Verhalten wieder heraus bekomme. Ach ja, reagiere ich nicht, bellt er so lange weiter bis ich unser Abbruchsignal sage (alles ok). Das hat Waro so gelernt allerdings in anderen Situationen, wenn er bellt. Vielleicht will er mich also auch nur auf den anderen Hund aufmerksam machen. Ich habe einfach keine Ahnung.

Es grüßen Edda & Waro


PS: Panisch reagiere ich nur, wenn Waro auf eine Straße zurennt und mein "Halt" oder "Hier" ignoriert. Da muss ich zugeben, dass ich meine Stimme in diesen Situationen (ist vielleicht dreimal vorgekommen), nicht besonders gut im Griff hatte.

billymoppel
22.04.2003, 13:42
hallo edda,
tut mir leid, wenn ich was falsch interpretiert habe.
ist natürlich auch blöd, wenn die nachbarn uneinsichtig sind. und es ist natürlich schon so (wobei ich das keinesfalls generalisietren will), dass auch ich häufig den eindruck habe, dass gerade jene leute zum dsh neigen, die einen verlängerten arm ihrer eigenen aggressivität brauchen. ich jedenfalls habe auch noch keinen richtig netten dsh-halter getroffen und auch keinen hund, von dem ich uneingeschränkt sagen würde, dass er es gut hat.
kannst du waro nicht daran hindern, zu tür zu laufen, quasi schon den ansatz unterbinden? für mein mädchen ist der flur zur wohnungstür tabu ohne meine erlaubnis. sie macht nämlich gern die kleine yorki-dame von den leuten über uns durch die wohnungstür an, wenn die an unserer tür vorbeikommt. die kleine ist ein liebes, etwas schüchternes mädchen und bei ihr traut sich meine groß-klappe-mit-nix-dahinter. aus sicherer deckung. mit zwei türen zwischen sich und dem objekt ihrer begierde ist sie dagegen relativ entspannt, wenn die kleine durchs haus geht.

edda
22.04.2003, 14:54
Hey Bettina,

brauchst dich nicht zu entschuldigen, ich neige dazu im Eifer des Gefechts die Sache nicht richtig zu beschreiben oder zu übertreiben..
Tja, auf jeden Fall hast du den DSH Besitzer gut beschrieben. Der Hund war vor zwei Jahren noch ein richtig toller Hund, der auch mit anderen Hunden spielen konnte. Aber Dank seines Besitzers kommt Berni (so heißt der DSH) gerade noch mit Hündinnen aus und auch da, würde ich nicht für garantieren. Der Besitzer steht halt auf dem Standpunkt: Rüden müssen sich raufen, sonst sind es keine ganzen Kerle. Berni hört, glaube ich, mittlerweile nur noch aus Angst oder nenn es Respekt auf ihn. Ich würde ja auch mal eine Einzelstunde mit meiner Hundetrainerin arrangieren, aber der andere Hundbesitzer findet das alles garnicht dramatisch und Hundeschulen sind Quatsch.Wir wohen aber nun einmal in einem Mietshaus und ich bin heilfroh, dass sich noch niemand beschwert hat. Ach so von ihm kam folgender Vorschlag: Wir sollten die Hunde doch mal im Hausflur von der Leine machen (wir haben Leinenpflicht im Treppenhaus) und dann klären sie das schon. Das habe ich aber dankend abgelehnt, weil den Hausflur ja anscheinend beide Rüden als ihr Revier ansehen und ich Verletzungen, die dann womöglich im Eifer des Gefechts durch Treppenstürze entstehen, vermeiden möchte.

Und zu deinem Tipp: Nachts machen wir mittlerweile die Schlafzimmertür zu, aber Waro läuft dann bis da und bellt vom Schlafzimmer aus. Da ich schlafe höre ich auch nicht, ob da wirklich ein Gesräusch ist oder ob er aus unerfindlichen Gründen wach wird und bellt.

Du merkst schon, ich bin wirklich ratlos.

Es grüßen Edda & Waro

billymoppel
22.04.2003, 15:31
das ist ja wirklich eine klasse-idee: im hausflur. wenn man tote haben will, dann da. da ist es auch schön eng und notfalls das hasenpanier ergreifen kann auch keiner. ich glaube, die ticken wirklich nicht richtig.
ansonsten weiß ich nun auch keinen rat mehr, leider. da kann man nur hoffen, dass waro sich wieder entspannt. nur werden sich begegnungen ja auf dauer nicht vermeiden lassen. das ist schon eine höchst unschöne situation. vielleicht passt du ja mal den moment ab (auch wenn's schwierig ist, ich schlafe auch sehr fest) wenn waro sich erhebt, um zur tür zu gehen und schickst ihn energisch auf seinen platz zurück?
aber falls es tröstet: mein nachtschlaf hält sich z.z. auch in grenzen, billy ist so was von schwer verliebt in die hündin aus dem nachbargrunstück. letzte nacht hat er arien gesungen. irgendwann hatte ich genug und habe ihn aus dem schlafzimmer geschmissen; erfolg null, er hat einfach vor der wohnungstüre weiter gesungen:mad: nur gibt sich das halt irgendwann, aber vor den kommenden wochen graust es mich auch. hilfeeeeee!!!!

Cockerfreundin
22.04.2003, 19:38
Hallo, Edda!

Nicht, dass mir etwas wirklich hilfreiches zu Eurem Dilemma einfällt ... aber der Vorschlag mit dem Showdown im Treppenhaus ... wirklich unglaublich :-(((

Apropos der DSH und sein (männlicher) Besitzer ... da könnten wir auch noch was beisteuern :-((

Aber heute hat Basti ehrenhaft nicht nur DSH Rex verbellt, um Freundin Emma zu verteidigen - und zwar erfolgreich :-))) Rex hat subito Fersengeld gegeben. Und Rex uner- und ungezogene "Gefährtin" Alina hat sich nach der Demonstration überhaupt nicht mehr weiter als 20 Meter an Basti und Emma herangetraut.

Ehrlich, Leute, ich war mächtig stolz auf meinen kleinen Prinz Eisenherz :-)))

Liebe Grüße von
Annette + Basti :-)

billymoppel
22.04.2003, 20:24
gratulation zu diesem ehrenhaften sieg!

Cockerfreundin
22.04.2003, 20:43
Merci... merci.... sagen
Annette + Basti :-)

Ivonne
22.04.2003, 20:54
*fragt sich grad, was rex wohl angestellt haben muß, das der sieg so ehrenhaft war*

Cockerfreundin
22.04.2003, 21:02
Ich sag nur: David gegen Goliath, Ivonne ;-))

billymoppel
22.04.2003, 21:03
bastis herzensdame belästigt?
und ich frag mich, ob es schäferhund-rüden gibt, die nicht rex, hasso oder arko heißen????

Ivonne
22.04.2003, 21:08
Versteh ich immer noch nich, was hatter denn nu gemacht?

Cockerfreundin
23.04.2003, 08:50
.... Rex kommt immer wie ein Blöder quer über die Wiese geschossen, bedrängt unter Missachtung jeglicher Hundeetikette und Individualdistanz die anderen Hunde.... kehrt dann wie von der Tarantel gestochen um, um anschliessend Alina das Feld zu überlassen :mad: :mad:

Alina hat eigentlich Leinenzwang, weil sie eben nicht nur bellt, sondern auch beisst (Emma hatte sie als Welpe wohl bereits mal in der Mangel) .... aber das interessiert Herrchen von Alina und Rex nicht die Bohne.

Tja ... so ist das. Aber Basti, ganz edler Ritter, lässt seine Herzensdame Emma halt nicht im Stich :) :) :)

Grüße von
Annette + Basti :)

edda
23.04.2003, 10:33
Ich kann auch nur sagen: Gut gemacht Basti!


Es grüßen Edda & Waro, der zu Frauchens Freude heute Nacht durchgeschlafen hat

U.Keller
23.04.2003, 18:44
Hallo Edda,

ich kann Dir in der Beziehung keinerlei Hoffnung machen. Zwei Rüden in der direkten Nachbarschaft bedeuten nun mal Streß: haben selbst noch zwei Rüden, okay, 1,5 (Bernersennen und Chihuahua) im Haus und im Nachbarhaus 2 "Kampfhundrüden" (ich lege nicht so viel Wert auf diese Bezeichnung, aber Caspar kämpft nun mal am liebsten mit diesen Rassen :D ).
Damit gibt es immer das Problem, dass wir diesen Hunden nicht begegnen dürfen.
Das einzigste, was DU machen kannst, ist selber die Ruhe zu bewahren. DU gibst DEINE Unsicherheit an den Hund weiter. Damit wird der Hund unruhig und kläfft bei jedem Geräuch. Also bleib ganz ruhig und nur keine Prügelei im Treppenhaus zulassen (die Blutflecken von den zwei Rüden im Nachbarhaus sind mittlerweile entfernt). Prinzipiell habe ich nichts dagegen, wenn Rangordnungskämpfe ausgefochten werden dürfen, aber in diesem Fall hat das keinen Sinn. Dafür leben die beiden zu eng und doch zu weit beieinander.
Ute