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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : was durfen hasen fresse?



pinkgina-g
17.04.2003, 09:54
Wir haben seit kurzem 2 hasen ( deutscher riesen, 8 wochen alt). I ch habe gehört das sie auf kein fall salt d.h kopf salst, eisberg usw. essen dürfen - davon wurden Sioe bauchweh, durchfall, gastritis kriegen und sogar tödlich sein kann. Stimmt das? Gibts etwas was sie absolut nicht fressen dürfen? Sie fressen sehr gerne altes brot - geht das? danke für eure hilfe!

diebrain
17.04.2003, 10:51
Ich muß ja schon ein bischen lächeln, denn ihr habt bestimmt keine Hasen, sondern Kaninchen, das ist schon ein großer Unterschied ;)

Erstmal will ich auf Deine Fragen eingehen:

Salate und Kohl können wenn die Tiere nicht daran gewöhnt sind zu Blähungen oder Durchfall führen, das ist Richtig. Außerdem sind viele Salatsorten im Supermarkt stark Chemie und Nitratbelastet, das ist weder für Mensch noch fürs Tier gesund. Allerdings kann man Kaninchen durchaus an Salate und Kohl gewöhnen, dazu sollte man sehr sehr langsam anfangen und nur mit sehr kleinen Portionen, sollten die TIere das vertragen kann man langsam steigern.

Da es aber so viele Gemüse und Obstsorten gibt die ein Kaninchen (immer nach langsamer Gewöhnung) fressen darf, sollte man nur wenig Experimentieren.

hartes Brot sollte nicht gegeben werden, es macht fett und dient nicht der Zahnabnutzung, es ist ein unnatürliches Lebensmittel und kein Tier braucht sowas.


Zum Thema Ernährung hier ein Ausschnitt aus unserer Infomappe. Diese Mappe gibts im Internet kostenlos als PDF Datei zum laden und ausdrucken evtl wäre das ja was für Euch:
http://www.diebrain.de/nh-mappen.html

Das wichtigste Grundnahrungsmittel für ein Kaninchen ist Heu, Heu und noch mehr Heu! Es muß immer im Kaninchenkäfig vorhanden sein, da Ihre Lieblinge eigentlich den ganzen Tag fressen müssen, um ihre Backenzähne gut abzunutzen und ihren Darm in Gang zu halten (der Verdauungs-trakt der Kaninchen ist auf solche faserreiche Kost eingestellt). Besonders gern mögen die Süßen natürlich gutes Kräuterheu, aber das Heu vom Ballen tut es auch. Es muß leicht grünlich sein und faromatisch riechen - staubiges, muffieges oder gelbes Heu wollen unsere Kaninchen nicht !!! Schimmeliges und feuchtes Heu können schwere Krankheiten hervorrufen, also prüfen Sie das täglich Brot Ihrer Kaninchen genau vor dem Verfüttern.

Frischfutter: frisches Gemüse und auch gelegentlich Obst, kann ebenfalls vorsichtig verfüttert werden, füttern Sie Grünfutter min. 2 x am Tag und nur in solchen Mengen, daß es schnell verzehrt wird, übrig gebliebene Frischfutterreste unbedingt entfernen.

Nun ein einfache Auflistung der Dinge, die verfüttert werden können:

Gemüse viel/Obst etwas weniger:

Fenchel, Möhren (mit Grün), Rote Beete, Sellerie, Kohlrabi (mit Blättern, aber wenig),Mangold, Radieschenblätter, gelegentlich auch verschiedene Salatsorten (vorsichtig verfüttern, wegen hohem Nitratgehalt und evtl. Unverträglichkeit bei einzelnen Kaninchen, in großen Mengen führt es zu Blähungen), Chicoree, Grünkohl, Äpfel, Tomaten (ohne Grün, giftig!), Broccoli, selten Mais mit Blättern (macht dick) und in geringen Mengen Petersilie, Dill und andere Kräuter.

Nicht verfüttern sollten Sie: alle anderen Kohlarten, Avocado und Kartoffeln samt Kraut, Paprika und Gurke führen gelegentlich zu Verdauungsstörungen.

Von Ihren Spaziergängen auf dem Land können Sie Ihrem Kaninchen so einiges mitbringen: natürlich Gras und Löwenzahn (bitte nicht an Straßenrändern und Hundeklos pflücken), Kohldistel, Beifuß, Kamille, Ackerminze, wenig Luzerne und viele andere Pflanzen. Daneben gibt es auch so einige giftige Pflanzen, bitte verfüttern Sie nur Pflanzen die Sie als ungiftig und für Kaninchen verträglich kennen. Allerdings besteht bei wild gepflückten Kräutern und Gräsern immer die Gefahr, die Tiere mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren, besser ist es deshalb, nur im eigenen Garten oder gesichertem Gelände zu pflücken.

Trockenfutter Ein ausgewachsenes, abwechslungsreich ernährtes Kaninchendraht in Wohnungshaltung benötigt kein Trockenfutter! Tragende, kranke Tiere, Tiere in Winteraussenhaltung oder Tiere im Wachstum können evtl. zusätzlich Trockenfutter bekommen, zwischen 15 und 30 g pro Tier und Tag. Trockenfutter (auch Pellets jeglicher Art ist als Energie- oder Kraftfutter zu betrachten. Aus folgenden Gründen halten wir Trockenfutter bei Wohnungstieren für Ungesund:

* Es macht dick (auch wenn die Tiere normalgewichtig erscheinen wenn die Tiere viel Bewegung haben, bekommen sie z.B. Leberverfettung etc.)
* Es quillt im Magen auf (Als Test mal einen Löffel Pellets in Wasser aufquellen lassen) und das belastet die dünnen Magenwände von Kaninchen extrem und macht übermäßig satt
* Es verlängert die Darmpassage. Der Kaninchendarm hat keine Peristaltik, er funktioniert nach dem Prinzip "oben rein unten raus". Durch Trockenfutter sind die Tiere zu satt (schon von einem Löffel tägl.) und fressen viel zu wenig Heu.
* Durch das ständig satt sein wird zu wenig Heu aufgenommen, der Zahnabrieb ist nicht gewährleistet: Tiere mit angeborener Neigung zu Zahnfehlstellungen werden diese in den meisten Fällen auch bekommen

Wenn Sie trotzdem nicht auf Trockenfutter verzichten wollen, achten Sie darauf, dass das Futter wenig bis keine Körner (Getreide) enthält und dafür mehr Kräuter, Pellets und getrocknetes Gemüse. Um Ihnen einen Anhaltspunkt zu den Höchstfuttermengen zu geben hier einige Richtwerte:

* Jungtiere bis 3 Monate 15 - 20 g,
* Zwergrassen bis ca. 1,5 kg 20 -30 g
* Mischlinge und kleine Rassen 30 - 50 g täglich

Beginnen Sie mit diesen Mengen und beobachten Sie ob Ihr Kaninchen die angebotene Menge bis zur nächsten Fütterung aufbraucht und reduzieren sie ggf. die Menge. Durch regelmässige Gewichtskontrolle können Sie gut feststellen ob die Futtermenge dem Energiebedarf Ihres Tieres entspricht. Lesen Sie dazu auch den angehängten Artikel von Dr.Drescher

Zweige Damit die Kaninchen ihre Zähne gut abnutzen können, sollten ihnen immer frische Obst-, Hasel- oder Birkenzweige zum Benagen zur Verfügung stehen. Die Blätter können gerne dran bleiben und werden mitverzehrt.

Einen Salzleckstein können Sie anbieten, sollten diese Steine allerdings angeknabbert werden, sind sie zu entfernen, es droht sonst eine Nitratvergiftung..

Natürlich müssen Kaninchen immer frisches Wasser im Käfig haben.

Getrocknete und Frische Kräuter ergänzen das Nahrungsangebot auf gesunde Art und Weise. Geeignet sind: Brennnesselkraut nur trocken! , Brombeerblätter nur trocken!, Dill, Gänseblümchen, Grüner Hafer, Haselnussblätter, Hirtentäschelkraut, Johannisbeerblätter, Kamille, Kornblumenblüten, Löwenzahnwurzel mit Kraut, Melisse, Petersilie, Pfefferminzblätter, Ringelblumenblüten, Sauerampferkraut, Schafgarbe, Sonnenblumenblüten, Spitzwegerrichkraut, Vogelmiere. Solche Mischungen können Sie auch in guten Zoofachgeschäften fertig kaufen, besser und billieger ist es, Sie mischen es selber mit Kräutern aus der Apotheke oder einem Kräuterlädchen.

Eine zusätzliche Vitamingabe ist bei einem artgerecht ernährten Kaninchen nicht nötig. .

Auch beim Futter ist weniger oft mehr. Wechseln Sie das Trockenfutter nur selten gegen ein anderes und dann nur sehr langsam, geben Sie nicht zu oft ausgefallene Obst- oder Gemüsesorten. Füttern Sie Ihr Kaninchen abwechslungsreich, aber doch wenn möglich mit einer festen Reihenfolge, und wechseln Sie auch die Gemüsesorten nicht zu oft. Kaninchen reagieren sehr empfindlich auf Futterumstellunge. Der Verdauungstrakt von Kaninchen wird durch schnellen Futterwechsel oder unbekanntes, ungewohntes Futter schnell überfordert, gewöhnen Sie deshalb Ihre Tiere langsam an neue Frischfuttersorten und füttern sie davon erst nur sehr wenig und dann, jeden Tag etwas mehr, wenn es vertragen wurde. Auch im Frühjahr die Tiere erst langsam an das Gras gewöhnen.

Liebe Grüße
Christine

pinkgina-g
21.04.2003, 19:53
für dein ausfuhrliches antwort - jetzt fuhle ich mich viel sicherer!:)

Christina2012
21.04.2003, 20:46
hallo pinkgina-g

schau mal unter dem link am ende meines textes. das ist meine homepage, auf der es viele tipps und ratschläge in bezug auf kaninchen gibt. (unter anderem wa sie fressen dürfen)

viel spaß, christina

Janna
22.04.2003, 11:42
Hi,
ich habe auch deutsche Riesen. Wenn man ihnen (auch anderen Kaninchen!) zuviel Kohl bzw. Salat gibt, wenn sie nicht dran gewöhnt sind, bekommen sie Blähungen und dies kann auch tödlich ausgehen! Hartes Brot dürfen sie auch fressen, sollen sie sogar! Apfel, Möhren, Löwenzahn, Klee etc. dürfen sie essen. Ich kann mich also diebrain nur anschließen! :D

Pardona
22.04.2003, 12:05
Hallo Janna,
Hartes Brot ist für Kaninchen nicht geeignet.
Dieses schrieb diebrain aber auch schon im Text.
Also Augen auf ;)

liebe Grüsse Pardona (die sich dem Text von diebrain nur anschliessen kann)

astrid219
22.04.2003, 18:46
@Jana
Ich füttere auch hartes Brot.
Es hat noch nie geschadet und mein Kani mag es.
Hier gehen die Meinungen dazu sehr auseinander. Die einen sagen ja die anderen nein und manche vertragen gar keine andere Meinung.
Du kannst also ruhig Brot füttern.

käsefazz
24.04.2003, 12:39
Hallo pinkgina-g!:D
Ich würde an deiner Stelle auch kein hartes Brot verfüttern, den Rest hat ja diebrain schon gesagt.;) Aber meine Meinungen gehen mit anderen dann doch etwas auseinander: Also mein Tierarzt hat mir gesagt ich darf Klee verfüttern, allerdings nicht in zu großen Mengen, da das Tier sonst Blähungen kriegt, die ebenfalls, wie mit dem Salat in zu großen Mengen, tödlich enden kann.:eek:

Käsefazz