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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ziehen an der Leine - nur bei Ablenkung...



Cornelia
17.04.2003, 08:31
Meine Hündin geht eigentlich sehr gut an der Leine, ohne zu ziehen. Auch das "Fuß-gehen" klappt schon sehr gut.
Nun habe ich aber noch ein Problem: Bei Aufregung oder Ablenkung ist es damit vorbei, sie fängt an, sich in die Leine zu hängen und zieht, und ist dann auch nicht - oder nur kurz - wieder "auf die Reihe" zu kriegen.
Das passiert immer dann, wenn sie sehr aufgeregt ist, z. B. bei Ausflügen oder Spaziergängen in noch unbekannten Gegenden oder (top of the tops!) wenn andere Hunde zum Spielen in SIcht kommen. Wenn wir zum Hundeplatz zur wöchentlichen Tobestunde fahren, ist es unmöglich, sie "ordentlich" vom Parkplatz zur Wiese zu führen.
Nun kann ich da ja noch mit der "Stehenbleiben"-Methode einigermaßen hinkriegen (fahre auch extra rechtzeitig hin, weil es dann ewig dauert, bis wir auf dem Platz sind...und hoffe, dass nicht schon auf dem Parkplatz diverse Hunde sind...), aber bei Ausflügen ist das ja nicht immer so machbar.
Beispiel: ich mache mit den Kindern und ihr einen Ausflug in einen Wald, in dem auch ein paar Wildgatter sind und Rastplätze - also massig interessante Sachen für sie. Ich KANN da ja nicht einfach immer so lange stehenbleiben oder RIchtung wechseln, bis sie nicht mehr zieht (schließlich habe ich auch noch meine Kinder dabei, die voranlaufen oder zumindestens weiterkommen möchten).
Oder wir sind in der Stadt unterwegs, um in mehreren Geschäften etwas zu erledigen - auch da geht das ja nicht immer so.
Es ist leider ja auch nicht möglich, sie dann gar nicht erst mitzunehmen - zum einen, weil ich sie ja z. B. nicht bei einem Tagesausflug alleine zu Hause zurücklassen kann, zum anderen muss sie es ja auch lernen, in gerade solchen Situationen "ordentlich" an der Leine zu gehen...
Was kann ich da tun? Oder ist das wirklich nur eine Altersfrage, die sich legt, wenn sie älter wird (ist ja erst 1 Jahr alt)?
Zurzeit mache ich es schon so, dass ich ihr bei solchen "Anlässen" statt des Halsbandes ein Geschirr anlege - nicht, weil sie dann weniger zieht (schön wär´s...), sondern damit sie nicht auch noch am Halsband "rumröchelt" dabei...
Bitte, bitte - gebt mir Tipps!:confused:

AnnaS
17.04.2003, 10:09
Also erst mal finde ich, dass man trotz Kinder stehen bleiben kann. Oder schränk deine Aktivitäten erst mal etwas ein, bis dein Hund vernünftig an der Leine geht.

Ich stelle mir mal vor, dass du z.B. an einem Tag in der Woche so einen Tagesausflug machst. Dann hast du 6 Tage die Woche Zeit, mit deinem Hund Leinenführigkeit zu üben. Und selbst wenn du mal 1 oder 2 Wochen die Tagesausflüge sein lässt, kannst du konsequent üben, ohne deinen Hund gleich den extremen Ablenkungssituationen auszusetzen, und somit die vorprogrammierten Rückschläge umgehen.

Was die Kinder betrifft - lass sie doch einfach vorgehen, und wenn sie dir zu weit weg sind, dann sagst du, sie sollen halt einfach warten. Erklär ihnen, wieso das so sein muss. Nun weiß ich nicht, wie alt deine Kinder sind, und ob sie schon alt genug sind (aus Erfahrung weiß ich, dass selbst 3jährige das schon verstehen). Oder geh allein mit deinem Hund raus, um zu üben, und die Kinder lässt du mal zu Hause (betreut natürlich, wenn sie noch so klein sind).

Warum gehst du mit einem 1jährigen Hund nur zu Tobestunden? Das, was ich darunter verstehe, sind Welpenspielgruppen, doch dazu ist dein Hund viel zu alt. Du müsstest in eine richtige Hundeschule, wo du in aller erster Linie erst mal die Leinenführigkeit trainierst, und zwar zwangsläufig unter Ablenkung, weil du dort nicht allein bist mit deinem Hund.

Leider schreibst du nicht, wie lange du deinen Hund schon hast. Und mir stellt sich die Frage, was in diesem ersten Lebensjahr mit deinem Hund an Grundgehorsam gelernt wurde. Hast du da eventuell etwas in der Erziehung verpasst? Oder hast du einen unerzogenenen (oder zumindest nicht leinenführigen) Hund übernommen?

Warum nimmst du deinen Hund mit, wenn du in die Stadt gehst und dort mehrere Geschäfte aufsuchst? In der Regel muss ein Hund vor dem Geschäft angebunden bleiben und darf nicht mit rein. Glaubst du, dein Hund hat wirklich so viel davon? Und zum anderen solltest du das erst dann machen, wenn dein Hund eben nicht mehr so extrem auf Ablenkung reagiert.
Meine persönliche Einstellung ist aber generell, den Hund zu solchen "Shopping-Touren" nicht mitzunehmen.

So, wie es sich anhört, willst du deinen Hund wirklich überall mit hinnehmen können. Das will wohl jeder, und das ist auch ok so. Nur muss der Hund das erst lernen, und so lernt er es leider nicht, denn DU MUSST dir die Gelegenheiten und vor allem die Zeit schaffen, um mit deinem Hund vernünftig zu üben. Von allein kann das kein Hund.

Und zu guter Letzt:
Du schreibst, dein Hund läuft hier an der Leine und dort an der Leine. Läuft dein Hund auch mal frei, und kann seine angeborene und instinktive Neugierde befriedigen, in dem er auch mal da hin laufen darf und schnuppern darf, wo es ihn so hinzieht? Man nennt das auch Zeitunglesen bei Hunden, denn sie müssen natürlich auch mal in ihrer Umgebung schnuppern können, sie müssen ihren Laufdrang befriedigen können, und ein Hund, der nur an der Leine läuft, kann überhaupt nicht ausgeglichen gehen, wenn er keinen Ausgleich hat.
Und so zumindest habe ich deinen Beitrag verstanden, da du deinen Hund ja in jeder Situation an der Leine hast.

Anna

Cornelia
17.04.2003, 12:16
Vielleicht kann man trotz Kindern stehen bleiben - aber bestimmt nicht pausenlos auf einem Ausflug, bei dem auch interessante Dinge für die Kinder sind.

Im übrigen habe ich ja geschrieben, dass ansonsten die "Leinenführigkeit" sehr gut klappt - an den normalen Tagen ohne irgendwelche "Sondertouren".

Wenn ich die Kinder vorgehen lasse, möchte sie natürlich schnell hinterher und zieht dann noch mehr - trotzdem müssen meine Kinder selbstverständlich nicht "stramm bei Fuß" gehen, sie laufen natürlich ganz normal vor.

Natürlich verstehen sie das, und ich gehe auch an den meisten Tagen die "größeren" Spaziergänge (und auch Erziehungsstunden) ohne meine Kinder, die sind mit 10 und 7 Jahren nämlich ohnehin anderweitig unterwegs....

Zur "Tobestunde" gehe ich mit ihr genau dafür - zum Toben mit anderen Hunden, die sie (zum Teil) schon seit der Welpenstunde kennt.

Wir SIND in einer Hundeschule, im ersten halben Jahr (ich habe sie seit sie 9 Wochen ist), haben wir alle "Grundbefehle" in Einzelstunden mit einer Hundetrainerin geübt, seit sie ein halbes Jahr alt ist, gehen wir in eine Gruppe - und da (wenn wir denn erstmal auf dem Platz sind....), klappt es auch gut - sie nimmt das quasi als "Schulstunde" und alles andere ist "Freizeit"....

Warum ich sie mitnehme z. B. in die Stadt? Na, damit sie es lernt - und ich nehme sie gewiss nicht mit, wenn sie irgendwo stundenlang angebunden warten muss (womit sie übrigens keinerlei Probleme hätte) - aber bei so einer Tour, wo ich für kurze Zeit ein oder zwei Geschäfte plus Reinigung aufsuche, nehme ich sie schon mit. Wir wohnen sonst sehr ländlich, und da ist es schon wichtig, dass sie auch mal so einen "Stadtbetrieb" kennenlernt (was wir übrigens auch in der Hundeschule im ersten Halbjahr und danach noch einige Male allein - und ohne Geschäfte aufzusuchen - geübt haben.).

Ja, ich möchte meine Hündin gerne überall mithinnehmen können - wie Du schon schreibst, möchte das ja wohl jeder gern. Und ich möchte (und werde) ihr Gelegenheit geben, das zu lernen - und deshalb frage ich ja hier nach Tipps dafür, wie ich es am besten anstellen kann...

Und zu guter Letzt:
Selbstverständlich läuft sie mindestens ebenso oft frei wie an der Leine (wenn nicht sogar mehr, wir wohnen, wie gesagt, sehr ländlich am Stadtrand) - nur habe ich damit keinerlei Problem, deshalb habe ich auch dazu nichts geschrieben....

Hast Du denn jetzt (ausser sie nicht mitzunehmen) noch einen guten Tipp für mich?

AnnaS
17.04.2003, 14:11
Entschuldige, deine Antwort auf meinen Beitrag klang irgendwie leicht angegriffen. Ich wollte dich nicht angreifen oder so. Ich wollte lediglich kritisch nachfragen, und deinen ersten Beitrag hatte ich eben genau so verstanden, wie ich geschrieben hatte.

Weisst du, trotz deiner Erklärungen jetzt frage ich mich, ob da nicht doch irgendwas falsch gelaufen ist bei euch. Wenn du sie hast, seit dem sie 9 Wochen alt ist, mit ihr bei der Welpengruppe warst und jetzt seit Monaten in der Hundeschule bist, und wenn du zu Hause konsequent an diesem Problem arbeitest, dann kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass sie keinerlei Reaktionen auf dich zeigt, wenn sie etwas interessantes gesehen hat. Meiner Meinung nach ist da irgendwo ein Fehler, sei es, wie du dich jetzt verhältst oder sei es, dass dieser Fehler schon in der Grunderziehung passiert ist.

Ich bin immer noch der Ansicht, dass du auch bzw. gerade und besonders während solcher Unternehmungen die Erziehung mit einbauen solltest. Sprich, auch dort immer wieder stehen bleiben, umdrehen, ein Stück zurück gehen, usw.
Sicherlich wird das dann kein so entspannter Tagesausflug, als würde dein Hund diese Zerrerei nicht veranstalten. Doch nur so wirst du irgendwann solche entspannten Tagesausflüge machen können.

Und was sagt die Hundetrainerin zu deinem Problem? Ich meine, die kennt den Hund und sie sieht wahrscheinlich auch, wie deine Hündin sich vor dem Platz verhält.

Tja, sorry, aber mehr fällt mir dazu im Moment wirklich nicht ein, außer eben weiter richtig konsequente Erziehung. Und da sie sonst artig an der Leine geht hast du doch schon die wichtigste Vorarbeit geleistet.

Anna

Rintintin
17.04.2003, 15:24
Hi, Claudia,
frag doch mal in Deiner Hundeschule wegen eines Haltis nach. Wenn das gut und richtig vorbereitet wird, dann hast Du das Ziehen und Zerren in ganz kurzer Zeit weg. Und Deinem Hund tust Du damit nichts Schlimmes! Wenn's gut klappt, kannst Du nach einiger Zeit auch das Halti wieder "einmotten".
Würde ich aber nicht allein in Angriff nehmen, sondern wie gesagt mit jemandem, der sich damit auskennt.
Dann bekommst Du, was Du Dir wünschst: einen Hund, der überall mit Dir mitkann! :)

Cornelia
17.04.2003, 18:16
Hallo Anna,
tut mir leid, wenn ich leicht "angefressen" geklungen habe - aber das war wieder genau so eine Antwort, wie ich sie schon so oft gekriegt habe:"dann würde ich sie ja gar nicht mitnehmen - dann ist bei Euch ja wohl vorher schon das und das nicht richtig gelaufen...o. ä.".
Dabei sind alle "Leinenzerrer" die ich so kenne, immer am Ziehen (Besitzer: "ach, das machen sie doch alle!" oder "ich weiss auch nicht, wie man das abstellen kann") und daher meist an Flexileinen....und die anderen gehen halt ebenso immer ordentlich....
Ich verstehe es ja auch nicht - übrigens genau wie unsere Hundetrainerin, @ Rintintin - warum sie sich so verhält :confused:
Im "Normalfall" an der Leine (ich gehe bei den Spaziergängen meist teils mit, teils ohne Leine) - super, auch ohne Leine hört sie gut, bis auf ....dazu bitte mein Beitrag "Komm - und wenn nicht?"
Deswegen ist es ja auch so schwierig, das zu Üben: wie gesagt, NUR wenn sie aufgeregt / abgelent ist, scheint die "reset"-Taste gedrückt zu werden und - puff....
Dabei schaut sie mich schon so an "ach mensch, ich willllll doch, aber ich kannn einfach nichchch..." - weiß auch nicht, wie ich das anders ausdrücken soll.
Die Trainerin meint dazu nur "weiterüben , immer auf Leinenführigkeit achten, usw - dann kommt das schon" - und ist ansonsten auch ratlos...
Von Geschirr, Halti usw. hält sie übrigens persönlich nix - sie arbeitet fast ausschließlich mit positiver Verstärkung, nur in "Härte-" bzw. Problemfällen auch mit Negativverstärkung, dann aber auch hauptsächlich über Stimme.
Anscheinend habe ich einen hochintelligenten Hund, der es eben vorzieht, selbst zu entscheiden, was er tut - wenn sie sich denn sicher ist, das ich nichts dagegen tun kann....(auch siehe "Komm - und wenn nicht?")
LG,
Conni

Miss P.
17.04.2003, 19:20
Hallo Cornelia,
was du so beschreibst kommt mir sehr bekannt vor.
Bei meiner Hündin war es genauso, ziehen bei Aufregung.
Vom Parkplatz bis zum Hundeplatz,hätte sie sich fast erwürgt,das hat mich total nervös gemacht und das merkt der Hund ja auch und es wird noch schlimmer.
Ich bin dann nicht mehr zum Hundeplatz und habe erst mal mit einem Trainer geübt.
Bei dem hat sie das ziehen schnell gelassen,der Mann hat auch eie Ruhe ausgestrahlt.
Richtig besser wurde es als sie ungefähr ein Jahr und 7 Monate war.
IWenn sie jetzt mal zieht höhrt sie auf dasKommando "langsam"+ kurzes mehrmaliges zupfen an der Leine.Das habe ich halt immer wieder geübt.
Du kannst also noch Hoffnung haben,wichtig ist Ruhe bewahren! Und von anderen Leuten nicht verrückt machen lassen.

Gruß Nanni

Thomas
18.04.2003, 01:42
Cornelia schrieb: "Von Geschirr, Halti usw. hält sie [gemeint ist Conelias Hundetrainerin[ übrigens persönlich nix - sie arbeitet fast ausschließlich mit positiver Verstärkung, nur in "Härte-" bzw. Problemfällen auch mit Negativverstärkung, dann aber auch hauptsächlich über Stimme."

Hallo Cornelia,
das verstehe ich nicht. Seit wann hat ein Geschirr etwas mit negativer Verstärkung zu tun?? Könntest Du bitte erklären, was Deine Trainerin (oder auch Du) damit meint?
Ein Halti könnte mann u.U. zu den Negativ-Verstärkern zählen, aber das ist sicher Definitionssache und kommt vorallem auch darauf an wie man damit arbeitet. Hier liegt Verhaltensabbruch (z.b. fixieren eines anderen Hundes) ja recht eng beisammen mit positiver Verstärkung ("guck zu mir"-> Leckerlie). Das geht eigentlich Hand in Hand und hat nichts damit zu tun, das hier mordsmäßig negativ (strafend, schmerzzufügend) auf den Hund eingewirkt wird. Im Gegenteil, es ist eigentlich, richtig angewandt, eine recht sanfte Methode und hat eher einen "absichernden" Charakter; nicht unähnlich einer Schleppleine.

Gruß
Thomas

Rintintin
18.04.2003, 02:29
Mein Hund ist - nach sorgfältiger Gewöhnung an das Halti - mit diesem Halti völlig entspannt und mit wedelnder Rute, interessierten Ohren neben mir hergetrabt. Nullolei Ziehen mehr. Da ich keine Schwierigkeiten mit dem Reithalfter bei Pferden habe (rein vom "Negativ-Image" her), habe ich auch keine mit dem Halti. Ich habe es als wesentlich sanfter empfunden als jeden noch so geringfügigen Leinenruck (von anderen Maßnahmen ganz abgesehen), weil ich meinen Hund plötzlich am "seidenen Fädchen" hatte. Dabei konnte ich ihn die ganze Zeit aus voller Überzeugung überaus freundlich ansprechen und loben -> sehr gute Stimmung. Ich hätte das Teil auch ohne mit der Wimper zu zucken weiterbenutzt - aber es hat seine Schuldigkeit getan. Hund geht "ohne" jetzt genauso gut wie "mit".
Nach meinen nur positiven Erfahrungen tut es mir manchmal Leid zu hören, dass es oft abgelehnt wird. Die größte "Arbeit" dabei ist das Verknüpfen des Haltis mit Positivem am Anfang, sprich, bevor das Halti das erste Mal in die Leine eingeklinkt wird. Aber mit Geduld und kurzen(!!!!!) "units" ist das überhaupt kein Problem. Habe erst neulich wieder gehört, dass ein Hund blöd geguckt hat, weil er plötzlich zum Fressen "sein" Halti nicht aufbekam. . . Hund kann damit fressen, spielen, (prinzipiell ja auch damit beißen) es tut nichts weh.
Genauso wie ich mit einem (leichten) Schnauzgriff reglementieren kann, kann ich mit exakt der gleichen Bewegung wohliges "Schnurren" hervorrufen. Kommt auf das Umfeld, die Situation, die Stimme und Stimmung an. Ich behaupte hier frech: mein Hund hat das Halti nicht als Negativverstärker empfunden. Und so war es auch nicht gedacht. Für uns beide war es ein sehr willkommenes und absolut erfolgreiches Hilfsmittel, unerwünschtes Vorwärtsstürmen "auf die sanfte Tour" abzustellen.
(Hatte übrigens zuvor schon das ganze Ampel-, Umkehr-, Stehenbleib-Programm durch. Umsonst, weil ich fürchte, dass das Ziehen schon selbstbelohnenden Charakter angenommen hatte.)

Rintintin
18.04.2003, 02:42
uuups, kann man hier nicht editieren?
Noch ein PS: Das ganze Ampel- & Co Programm hat jedenfalls stärker an unserer beider(!) Nerven gezerrt als das Halti jemals. Denn damit ging es ja vorwärts!
Bei zu langen Verweilen auf einem Punkt dagegen kommt nicht nur in Frauchen, sondern erst Recht im Hund echter Frust auf. Das ist weder der Stimmung noch dem Lernen förderlich.
Dass es den berühmten "will to please" nicht gibt, wissen wir ja nun. Aber ich bin sicher, dass gute Stimmung für beide Enden der Leinen befriedigend ist. Ich will ja meinem Hund auch nicht gefallen, aber es gefällt mir, wenn wir entspannt neben einander her gehen. Und ihm gefällt es bestimmt auch besser als wenn ich dauernd nörgele, zopple oder stehenbleibe.

Cornelia
18.04.2003, 07:57
@Thomas:
Nein, Halti & Co zählt sie natürlich nicht zu den Negativverstärkern.
Ich habe das mit positiv/negativ-Verstärkung nur dazu geschrieben, um zu zeigen , wie in unserer Hundeschule gearbeitet wird.
Unserer Trainerin ist der Meinung, dass man bei möglichst frühzeitig beginnender Erziehung ausschließlich mit positiver Verstärkung (hauptsächlich verbalem Lob, von Leckerli hält sie auch nicht so allzu viel...) eben alles so erreichen kann und deshalb keine Hilfsmittel wie z. B. Geschirr (da meint sie, es würde erst recht zum Ziehen verleiten,ebenso wie Flexileinen - nun ja, auch da gehen die Meinungen auseinander...) oder Halti brauchen.
Sie arbeitet denn dann auch nur in seltenen Fällen (z. B. wenn der Hund erst erwachsen übernommen wurde oder eben nicht von Anfang an konsequent erzogen wurde), mit Negativbestärkung - und da wie gesagt, auch hauptsächlich mit lauter Stimme o. ä.

Sooo - das zu unserer Hundeschule....
Da ich da wohl nicht unbedingt auf Unterstützung hoffen kann, wenn ich es mit "Halti" probieren möchte, will ich das eigentlich nicht so gerne - ich denke, wenn es nicht sachkundig angelegt und geführt wird, kann ich da evtl. mehr Schaden wie Nutzen bei meinem Hund anrichten. Und wechseln möchte ich die Hundeschule eigentlich auch nicht (Alternative wäre hier ein "Hundeplatz" nach guter, alter Manier - sprich Kettenhalsband usw. - oder die nächste (mir zusagende) Hundeschule erst in etwa 50km Entfernung...)

Deshalb hoffe ich auf noch weitere Tipps hier....
LG,
Conni

AnnaS
18.04.2003, 09:42
Hi Conni

Dir sei verziehen :D . Ich bin momentan auch nicht wirklich auf der Höhe, also kann es auch gut sein, dass meine Beiträge leicht "genervt" oder so klingen.

Du hast mich absolut falsch verstanden. Du sollst deinen Hund sicherlich nicht ständig zu Hause lassen. Ich bezog das eher auf die Situationen, wo es dir unmöglich ist, auch ausreichend erzieherisch auf deinen Hund einzugehen.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich bei dir immer noch nach dem "Harken" suche. Denn wenn alles wirklich so optimal gelaufen ist bei euch, dann will es mir nicht in den Kopf, dass du a) keine eigenen Vorschläge zur Verbesserung hast und b) so überhaupt nichts hilft bzw dass es überhaupt so ist, wie es ist.

Zum Halti kann ich persönlich nicht viel sagen, da ich selbst keinerlei Erfahrungen damit habe. Meine Mutter hat sich ein Halti für ihren Hund gekauft, auch ohne Ahnung davon zu haben, dafür hat sie eine perfekte Beratung im Tierfachgeschäft bekommen, wo sie es gekauft hat. Und sie hat keine Probleme damit, ihre Hundetrainerin (sie ist erst nachträglich zur Hundeschule gegangen) sagt auch, dass es ok ist wie sie das handhabt und dem Hund schadet es in keinster Weise.
Ok, durch die Hundeschule und das dort gelernt braucht sie auch kein Halti mehr, aber das ist eine andere Geschichte ;) .
Ich weiß also nicht, ob man wirklich die Unterstützung einer Trainerin dazu braucht, weil das ganze so kompliziert ist, oder ob eine gute Beratung in einem Geschäft nicht ausreichend ist.

Ich weiß, man will es selten hören, aber oft liegt der Ursprung doch in dem, was man selbst, wenn auch unbewusst, falsch gemacht hat. Du solltest vielleicht wirklich mal ganz selbstkritisch mit dir sein und dich fragen, ob da nicht doch etwas schief gelaufen ist, wie du reagierst, wenn dein Hund so zieht, was eventuell auch andere (Kinder oder Mann zum Beispiel) so machen, und, und, und.
Oft findet man dann nämlich schon einen Anhaltspunkt.
Und Fehler sind ja nicht schlimm, so lange man sie sich eingestehen kann und sie ändert.

Ansonsten bin ich wirklich im Moment absolut ratlos, hab aber auch einen ziemlich vollen und wirren Kopf im Moment. Ich überlass die Ratschläge hier wohl besser den anderen.

Gruß
Anna