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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : S-Bahn



boldo
16.04.2003, 10:31
Hallo!
Neues Problem, nachdem das mit dem Katzenfutter "gelöst" ist:
Zoe hat Angst vor der S-Bahn. Wäre ja kein so großes Problem, wenn die nicht "direkt" vor der Haustür vorbeifahren würde.
Am Anfang, also vor einer Woche, wollte sie "nur" weglaufen, wenn eine Bahn beim Gassi gehen an ihr vorbeifuhr, jetzt aber fängt sie am ganzen Körper an zu zittern und will sich nicht beruhigen lassen.
In den Büchern steht, man soll nicht darauf eingehen, so tun als ob es eine ganz normale Situation wäre, damit der Hund sich daran gewöhnt, aber das haben wir am Anfang gemacht und es ist schlimmer geworden ("zittern").
Was haben wir falsch gemacht und viel wichtiger: was können wir jetzt tun, damit sie ihre Angst verliert?
boldo

zasko
16.04.2003, 10:42
Hallo Boldo,

richtig ist : Auf keinen Fall beruhigend auf den Hund einreden! Diese Art von Zuspruch empfindet er als Bestärkung, dass etwas nicht stimmt.

Ich würde zunächst die Zeiten, zu denen ihr das Haus verlasst, so legen, dass gerade keine S-Bahn kommt und dann an der S-Bahn Strecke eine Stelle aufsuchen, wo du genügend Platz hast, um eine Entfernung zur S-Bahn zu wählen, die Zoe noch aushält, sie aber die S-Bahn mitbekommt. Diese Entfernung suchst du auf, und kurz bevor die S-Bahn kommt, verwickelst du sie (natürlich Zoe, nicht die S-Bahn :D) in ein interessantes Spiel oder bietest ihr tolle Leckerchen an. Lenk' sie ab und zeige ihr, es passiert etwas tolles, wenn die S-Bahn kommt. Mit Spiel oder Leckerchen aufhören sobald die S-Bahn vorbei ist. Wenn sie in dieser Entfernung die S-Bahn ganz gelassen hinnimmt, gibt es Spiel/Leckerchen erst mit Auftauchen der S-Bahn = S-Bahn kündigt Spass an. Wenn sie das soweit verknüpft hat, verkürzt du langsam den Abstand zur S-Bahn. Während dieser Zeit ist es aber ungünstig, wenn die S-Bahn nah an euch vorbeifährt, bevor ihr diese "Desensibilisierung" durchgeführt habt. Also besorg' dir einen Fahrplan und los geht's! Aber ein bisschen Geduld musst du schon haben, von heute auf morgen geht es nicht.

Liebe Grüße
Susanne

boldo
16.04.2003, 10:57
Vielen Dank!
Wir werden es mit der mit dem Ablenken probieren. Den Fahrplan hab ich übrigens schon, doch leider fährt die Bahn ja nie pünktlich
;) . Und was Geduld betrifft, mit einem launischen Kater, 2 Chinchillas und jetzt einer 6 Monate alten Hündin, kein Fremdwort!
Falls es nicht funktioniert, meld ich mich wieder.
boldo

Aliantha
16.04.2003, 11:01
Hallo Boldo,

Das ganze hört sich für mich an wie eins von den Beispielen aus Turid Rugaas, Calming Signals. Dort berichtet sie von einer Hündin die zitterte und keuchte wenn der Zug an dem Grundstück der Besitzer vorbeifuhr.
Das ganze wurde dann folgendermassen "gelöst": Jedes mal wenn ein Zug vorbeikam, haben sich die Besitzer bewusst die Augen von dem Hund abgewendet und laut und mehrfach gegähnt. Das ganze wurde einen Monat durchgezogen. Danach war das Thema Zug kein Problem mehr. Sie haben also durch Körpereinsatz ihren Hund beruhigt. Das Abwenden und gähnen zeigt dem Hund, ok für Herrchen und Frauchen ist alles ok, ich kann mich also auch beruhigen. (menschlich gesprochen). Das wird natürlich bei euch nicht von heute auf morgen klappen, aber wenn es regelmässig und konsequent durchgeführt wird, habt ihr vielleicht auch eine Chance.

Gruss, Anja