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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zwei Welpenprobleme



thekingdom
14.04.2003, 22:15
Hallo Zusammen!
Ich habe seit 4 Wochen einen ganz lieben Labrador-Mischling. Er ist jetzt mittlerweile in der 13. Woche. Eigentlich macht er auch kaum Probleme, er ist auch sehr gelehrig und hört auch schon ganz gut (Sitz, Platz, Komm,...).
Leider gibt es da zwei Probleme.
Um in den Garten bzw. ins Freie zu kommen muß er zwei Etagen bei uns im Haus durchlaufen, es ist auch kein Problem, wenn er auf der Treppe ist. Denn dann läuft er, aber er setzt sich am Treppenanfang auf den Absatz guckt ganz lieb und treu, bewegt sich aber nicht? Was soll ich bloß machen, ich kann ihn doch nicht immer mit Lerckerlis zum Gassigehen locken, oder?
Das zweite Problem ist mit seinen Knochen. Fressen bekam er anfangs aus der Hand, sogar die Markies zerkaut er mir ganz vorsichtig und sachte aus der Hand. Aber wenn er einen Markies im ganz ins Maul bekommt rennt er weg. Kommt man dann dazu knurrt er und paßt ganz scharf auf sein Leckerli auf. Das seltsame kommt aber jetzt! Er läßt sich sonderbarerweise grössere Knochen oder auch Spielzeug wegnehmen. Nur kleinere Gegenstände, so um die 5cm Länge - letzte Woche leider einen Hühnerknochen - läßt er sich kaum nehmen und knurrt und schnappt dann wie ein Bessessener?
Wie soll ich mich nur verhalten da er diese Auffälligkeit nur bei manchen Sachen zeigt und sonst auf "AUS" eigentlich hört?

Fido
15.04.2003, 00:10
Hallo,
hab einen Golden Retriver Welpen.
Zu dem Problem mit den Treppen:Er darf noch gar keine Treppen laufen,wegen der Gelenke,du mußt ihn auf jeden Fall so lange tragen wie es geht.Mindestens 6-7Monate.Ist superwichtig!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!

Zu deinem Problem mit dem Knurren :Setz dich auf jeden fall durch!!!Du bist der Chef!! Bei Ben hab ich richtig böse zurück geknurrt und ihm dann das was er nicht abgeben wollte weg genommen.Er darf dich nicht anknurren und er muß sich alles wegnehmen lassen.Könnte ja auch mal was sein was nicht so gut für ihn ist.(wie Hühnerknochen).Wenn er schnappt knurr ihn wieder an und drück ihm das Maul zuoder schmeiß ihn auf den Rücken.Stell dir nur vor nächstes Jahr schnappt ein 35Kg schwerer Hund nach dir.Ist dann bestimmt nicht mehr süß oder lustig.
Viel Erfolg
Petra

Ginger_19
15.04.2003, 08:22
Hallo,
du kannst doch einfach tauschen, also ein anderes Leckerlie geben. Vielleicht geht das.

Beim Treppensteigen ist das Hochlaufen in Maßen nicht so schlimm, das Runterlaufen ist aber nicht gut. Vielleicht ist ihm die Treppe zu steil und er weiß nicht, wie er anfangen soll? Das Problem hatte unsere Hündin, allerdings beim Hochlaufen, wir haben so eine Hühnerleiter. Gegen Locken mit Leckerlies ist eigentlich nichts einzuwenden. Wenn er es verstanden hat, dann die Leckerlies aber weglassen.

LG Ginger

Dagi
15.04.2003, 08:46
Hallo,

Beim Treppensteigen ist das Hochlaufen in Maßen nicht so schlimm, das Runterlaufen ist aber nicht gut
Das gilt NICHT für Welpen - die sollen WEDER hoch NOCH runterlaufen! Wie Petra schon gesagt hat: das ist gaaaanz wichtig!

Zu dem Weglaufen mit etwas Begehrtem: wir hatten auch so 'ne Spezialistin - ok, sie hat uns nicht angeknurrt, aber sie wollte es eben nicht hergeben. Normalerweise würde ich ja sagen, hingehen, ohne großes Trara aus dem Maul fischen, umdrehen, Hund ignorieren - aber Futter ist für mich echt so ein "Grenzfall" - das wird auch in einem normalen Rudel untereinander verteidigt, WEIL eben niemand dem anderen was wegzunehmen hat. Unsere Amy ist z.B. echt eine Seele von Hund - versteht sich mit allem und jedem. Wenn ihre Freundin Pauline zu Besuch ist, leckt sie sie zärtlich ab und kuschelt mit ihr. Pauline darf in ihr Körbchen - aber wenn ich beiden ein Leckerchen gebe (Pauline ist, weil Cocker, IMMER schneller damit fertig), dann knurrt Amy Pauline auch an, und hält sie damit auf Sicherheitsabstand, damit sie es ihr ja auch nicht wegnimmt.

Wenn der Hund wirklich bei allem anderen auf "Aus" reagiert, wäre es ja im Prinzip nicht so dramatisch. Das andere Problem ist natürlich: was, wenn der Hund mal draußen was für ihn ganz tolles aufnimmt, es könnte u. Umständen aber gefährlich für ihn sein...wenn er bisher mit seiner Knurrtaktik Erfolg hatte, könnte er es dann auch versuchen.

Wie gesagt, bei dem Thema bin ich sehr zwiegespalten. Hm, vielleicht hätte Amy mich auch angeknurrt, wenn ich versucht hätte, ihr ein tolles Leckerchen wegzunehmen - hat sie nur nie, da ich auf die Idee gar nicht gekommen wäre...zumidest verzieht sie sich in eine stille Ecke, wenn sie Leckerchen oder Knabberkram bekommt und da lass ich sie auch in Ruhe.

Liebe Grüße
Dagi + Amy

poekelmaus
15.04.2003, 08:58
Hallo!
Habe einen Golden mit 9 Monaten. Lass Deinen Welpen keine Treppen laufen, mit dem Alter darf er das auf gar keinen Fall, trag ihn auch wenn er immer schwerer wird, seine Gelenke und Deine Geldbörse (wg. TA) werden es Dir danken.
Dein Hund MUSS sich alles aus der Schnauze nehmen lassen von Dir. Das kann lebensrettend sein. Ich habe es immer so gemacht, Aus gesagt, zwei Finger in den Unterkiefer und raus damit. Danach furchtbar gelobt und Leckerlie angeboten. Mein Hund hat mich aber nie angeknurrt, das darf er nicht, er darf nicht Dich als Chef anknurren, klar verteidigt er sein Fressen, aber er muss wissen wer der Boss ist. Ich kann meinem Hund alles aus der Schnauze nehmen, auch wenn es für ihn superlecker ist. Er wird dabei immer gelobt. Wenn er knurrt, dann probier mal wirklich aus ihn auch anknurren. Bei meinem hat Wunder gewirkt, bei schlimmen Vergehen, ihn einfach zu ignorieren, zuerst hab ich geschimpft, tiefe Stimme, strenger Tonfall und ihn dann für ca. 10 Minuten total links liegen gelassen, er hat das Vergehen nie wieder gemacht. Probiere aus was bei Deinem Hund besser wirkt.
Lg Ingrid

Cockerfreundin
15.04.2003, 09:49
Hallo!

Dagi hat recht: Fressbare "Beute" wird auch unter Hunden, unabhängig vom Rang, verteidigt. Und auch ein älterer Hund respektiert das Distanzknurren desJüngeren, wenn dieser "seine Beute" gerade zerlegt.

Wuff muß aber unterscheiden lernen zwischen "erlaubter" Beute -die würde ich ihn auch in Ruhe fressen lassen- und allem möglichen Sch**** , der so herumliegt.

Wenn er so etwas aufgenommen hat, stell -oder hock- Dich doch mal seitlich neben ihn (nicht frontal, das weckt den Fluchtimpuls) .... dann fasst Du mit einer Hand ganz ruhig in das Fell unterhalb des Kinns und hälst es ganz ruhig fest... kein Ziehen und zerren, kein Geschrei... nichts... einfach ganz ruhig festhalten und freundlich, aber bestimmt sagen: "Gibs her" ... Irgendwann (bei manchen exemplaren dauert es länger ;) ) wird Wuff den Fang öffnen... dann nimmst Du das Teil ruhig ab und weiter gehts. Nach mehreren Wiederholungen hat wuff sicherlich/ hoffentlich verstanden, was Du von ihm willst.

Wichtig ist
a) nie frontal, sondern immer von der Seite zu kommen und
b) ganz ruhig zu bleiben - freundlich und bestimmt, aber ruhig

Grüße von
Annette + Basti :)

Dodo H
15.04.2003, 10:14
Hallo Dagi
: Wie gesagt, bei dem Thema bin ich sehr zwiegespalten.
-- ich auch, zum einen denke ich, der Hund hat wahrscheinlich schon gelernt (in seinem Welpenrudel), das man knurren kann und der andere überläßt einem seine Beute, zum anderen das der Hund lernt, lauf ich weg, kriegt man mich nicht, schluck ich schnell, ist es weg. Hunde tun doch das, was sich lohnt, was zum Erfolg fürt.
Ich finde, das Aus geben hat was mit Vertrauen zu tun, nicht mit zeigen, wer der Boss ist, denn wenn der Hund Angst hat, das man ihm was Geliebtes Wegnehmen will, lernt er Strategien, wie er das vermeiden kann, Sprich Weglaufen, Knurren, Schnell schlucken (muß nicht, könnte passieren).
Ich sehe das so, will ich bei meinem Hund etwas unterbinden, lerne ich ihm, das es sich mehr lohnt, eine Tätigkeit aufzugeben, als dieser nachzugehen, das ich ihm "mehr" belohne als das Objekt seiner Begierde.
Dodo

Dagi
15.04.2003, 10:50
Hallo Dodo,

Aus geben hat was mit Vertrauen zu tun, nicht mit zeigen, wer der Boss ist
Genauso sehe ich das auch.

wenn der Hund Angst hat, das man ihm was Geliebtes Wegnehmen will, lernt er Strategien, wie er das vermeiden kann, Sprich Weglaufen, Knurren, Schnell schlucken (muß nicht, könnte passieren).
Genau SO ist es uns ja mit Amy ergangen. Nachdem sie ja den Schnuller verschluckt hatte, und operiert werden musste, hatten wir fürchterliche Angst, daß so etwas noch einmal passiert. Also, Hund genau beobachtet und immer sofort weggenommen, bzw. Spazierweg mit Augen abgesucht und sofort weggeräumt, was Amy interessieren konnte - das Ergebnis nach nur zwei Tagen war, daß sie sich mit allem verkrümelte :rolleyes: Unser Fehler.
Zum Glück hat mir damals Alpha hier wertvolle Tips gegeben, so daß ich unser Verhalten wieder umstellen konnte.

Wir haben gezielt mit allen möglichen Dingen "Aus" geübt. Das hat auch gut geklappt, außer mit heißgeliebtem Spielzeug - da hat sie sich immer in Sicherheitsabstand gebracht. Aber auch da war es irgendwann so weit - wir haben monatelang immer im Spiel "Aus" geübt und ihr das Objekt sofort wieder zur Verfügung gestellt. Am Tauschen (probiert) war sie nämlich bei heißbegehrten Objekten nicht interessiert. Klar, Hund lernt ja auch nur: ich bekomm zwar was, aber das, was ich eigentlich will, wird mir entzogen. Genau aus dem Grund habe ich das Tauschen nicht weiterverfolgt. NUR das Aus und Wiedergeben. So erwartet Amy ja immer, daß sie es wiederbekommt. Und die paar Male, wo ich ihr draußen wirklich was wegnehmen, bzw. mit einem "Pfui" belegen muss - sie nimmt sie jetzt locker hin :D
Aber wie gesagt: geknurrt hat sie nie, weswegen ich mir in der Richtung nie Gedanken gemacht habe. Ich weiß heute nur sicher: auf "Aus" lässt sie jeden Gegenstand aus dem Maul fallen und wartet ab - und wenn ich Pfui sage, geht sie weiter...so geschehen kürzlich mit einer gammeligen Maus, die sie nur zu gerne als Hundekaugummi genutzt hätte... :D :D :D

Liebe Grüße
Dagi & Amy

Dodo H
15.04.2003, 12:30
Hallo Dagi
: Das hat auch gut geklappt, außer mit heißgeliebtem Spielzeug - da hat sie sich immer in Sicherheitsabstand gebracht.
-- und das ist die Kunst, die Methode zu finden, mit der es klappt, bei einem klappt das tauschen, bei dem anderen ist es, das das Spiel dann weitergeht, er/sie es wieder bekommt, wenn er/sie das Spielzeug losläßt.
Und das hat was mit Vertrauen zu tun, das der Hund keine Angst hat, etwas zu "verlieren".

Dodo