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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Plötzliches Schnappen



Patrizia
12.04.2003, 15:37
Halli Hallo...

Wir haben jetzt seit mittlerweile 9 Monaten eine 4 jährige Collie-Schäferhündin bei uns, die wir aus einer schlechten Haltung herausgeholt haben.

Sie hatte eigentlich ziemlich viele Verhaltensauffälligkeiten, die wir mittlerweile mehr oder weniger in den Griff bekommen haben und langsam benimmt sie sich wie ein richtiger Hund.
:)
Früher war sie doch sehr ängstlich, zurückhaltend bis verstört aber in keinster Weise aggressiv, also kein Angstbeisser oder so.
Auch mit Dominanz hatte sie nie ein Problem.

Mittlerweile ist sie viel selbstbewußter und sicherer geworden, sie hat angefangen zu spielen, geht jetzt auf Menschen und andere Hunde zu usw.

Seit neuestem aber zieht sie beim Kraulen oder Spielen immer wieder die Lefzen hoch oder schnappt gar.
Sie zielt dabei nicht wirklich und wenn sie einen zu fassen bekommt berühren einen die Zähne kaum, aber es ist doch irgendwie beängstigend.
Sie scheint es nicht wirklich ernst zu nehmen, es scheint irgendwie zum Spiel zu gehören.

Wir wissen nicht wirklich, wie wir damit umgehen sollen - zunächst brechen wir natürlich sofort das Spiel bzw den Körperkontakt ab und sagen NEIN, bei Wiederholung haben wir dann den Schnauzengriff angewandt.
Das Problem ist, sie versteht zwar ganz eindeutig, dass ihr Verhalten gegen die Regeln ist (sie senkt sofort den Kopf und unterwirft sich, wenn sie geschnappt hat) und trotzdem tut sie es immer wieder.

Wie sollen wir mit einem solchen Verhalten umgehen?

Für jeden Tip wären wir sehr dankbar.

Liebe Grüße

Patrizia

Maggie_HH
12.04.2003, 16:56
Wenn das Verhalten plötzlich aufgetreten ist und ihr sonst keine Probleme mit ihr habt, könnte es sein, dass sie Schmerzen hat. Macht sie es denn vielleicht nur, wenn ihr sie an einer bestimmten Stelle massiert bzw. krault??? Achte mal darauf, ob es immer in der gleichen Situation ist, sollte das so sein, dann geht mal schnell zum Tierarzt!

Juliane

Patrizia
12.04.2003, 19:36
Hallo...

Erstmal danke für deine Antwort...

Na daran haben wir natürlich als erstes gedacht, aber ich schließe Schmerzen eigentlich aus.

Sie schnappt nicht bei bestimmten Berührungen und bisher hat sie auf Schmerzen auch nie mit Beissen reagiert, viel eher mit Winseln.

Mir kommt es eher so vor, als ob es sowas wie Übermut wäre, Welpen z.B. schnappen ja auch oft im Spiel.
Oder kann es doch ein Dominanzproblem sein?
Vielleicht will sie jetzt, wo sie selbstbewußter geworden ist, ihre Grenzen austesten?

Übrigens hat sie letzte Woche ein ähnliches Verhalten einem Artgenossen gegenüber gezeigt.
Wir waren stundenlang im Park, haben mit einer anderen Hündin zusammen gespielt und die zwei haben sich sehr gut vertragen.
Nicht einmal beim gemeinsamen Stöckchen - Holen gab es Rangdifferenzen und auch aus dem selben Wassernapf haben sie getrunken.

Als wir dann aber gemeinsam auf den Bus gewartet haben, beide Hunde lagen friedlich nebeneinander, fing Lea auf einmal anscheinend grundlos an die Lefzen hochzuziehen und ehe wir reagieren konnten ging die Rauferei los.

Also ich finde es schon irgendwie seltsam...


Liebe Grüße

Patrizia

mellyonsurf
12.04.2003, 23:09
Hallöchen!

NAch deinem Beitrag denke ich daß Du das gleiche Problem hast, wie ich vor einiger Zeit und ich habe auch um HILFE gepostet.;)

Leider weiß ich nicht wie ich Dir hier einen Link zu einem anderen Beitrag reinsetzen kann:rolleyes: , aber wenn Du im Hundetalk unter Suche eingibst:

Hilfe mein Hund beißt mich

findest Du meinen Beitrag und die Antworten darauf, mir hat es geholfen und Blue tut es kaum noch, vielleicht hilft es Dir auch.

Liebe Grüße

Thomas
12.04.2003, 23:45
Hallo Patrizia,

ich finde es superschwierig hier ein wirklich passenden Tip zu geben ohne den Hund gesehen zu haben. Die Verhaltensweisen die Du beschreibst, können ganz unterschiedlich motiviert sein. Ich denke, das sich ein erfahrender Fachmann/frau sich die Sache mal vor Ort bei euch ansehen müßte. Erst wenn man die komplette Körpersprache im Kontext zu "offensichtlichen" Ausdrucksformen (schnappen, Leftzen hochziehen) sieht, lassen sich zuverlässige Rückschlüsse ziehen. Man benötigt sehr viel Erfahrung um die vielen kleinen/unauffälligeren Signale
1.) zu erkennen und
2.) dann richtig zu deuten.
Gerade den eigenen Haltern fallen bestimmte Dinge, nicht oder nicht deutlich genug auf.

Für den Fall, das sie tatsächlich aufgrund ihrer wachsenden (Selbst-)Sicherheit jetzt langsam versucht eure Grenzen auszutesten, wäre die von Dir praktizierte "Antwort" (also Spiel/Streichel-Abbruch + ggf. Schauzengriff), aus meiner Sicht durchaus korrekt. Wenn man diesen möglichen Hintergrund "weiterspinnt", wäre es evtl. noch interssant mal zu beobachten, ob sie z.b. bei Unterordungsübungen in letzter Zeit ebenfalls meint ein bisserl rumzicken zu müssen; sprich Kommandos z.b. langsamer und mit offensichtlichem Widerwillen ausführt.

Das es für sie, wie Du animmst, zum Spiel dazugehört, glaube ich persönlich weniger. Gerade weil Du schreibst, das es auch bei engem Körperkontakt vorkommt. Stressmotivation (durch was auch immer hervorgerufen) erscheint mir da schon eher denkbar. Deine Theorie mit dem Übermut, passt eigentlich nicht mit dem Leftzen ziehen zusammen. Aber wie gesagt, ich würde das an Deiner Stelle mal "angucken lassen"...

Gruß
Thomas

AnnaS
13.04.2003, 09:17
Ich schließe mich Thomas mal an, denn ich glaube auch eher nicht, dass es sich dabei um das Spielen handelt. Mein erster Gedanke war eigentlich der, dass es ihr irgendwann vielleicht alles zu viel wird.
Sie kam aus schlechter Haltung, wo sie wahrscheinlich keinerlei Sicherheit bekommen hat. Diese Sicherheit bekommt sie nun durch euch, aber daran muss sie sich erst gewöhnen. Was sind schon 9 Monate gegen 4 Jahre?
Ich denke, dass sie vielleicht auch mit sich selbst irgendwo im Konflikt ist. Denn sie geht ja nicht einfach weg, wenn ihr sie streichelt oder krault, was ein Hund machen würde, wenn er einfach "keine Lust" mehr auf Streicheleinheiten hat.
Vielleicht ist ihr einerseits diese Nähe angenehm, andererseits verunsichert sie es vielleicht auch, und darum droht sie, denn sie schnappt ja nicht gezielt, wie du schreibst.
Da es sich aber wirklich um ein Verhaltensproblem handelt, geb ich auch hier Thomas wieder recht - ihr solltet mal einen Fachmann holen, der das wirklich sehen und dann beurteilen kann, und der sich auch eine Weile mit euch beschäftigt.

Gruß
Anna

Maggie_HH
13.04.2003, 11:58
Ich schließe mich Thomas ebenfalls an, beobachte ihr gesamtes Verhalten (da du ausschließt, das es sich um eine schmerzbedingte Reaktion handelt), wie befolgt sie eure Kommandos usw. Knurrt sie, wenn ihr ihr das Fressen wegnehmen wollt? Wird sie denn gestreichelt, wenn SIE es möchte? Also wenn sie zu euch kommt?
Fordert sie auch das gemeinsame Spielen mit euch?
Ich kenne eine Hündin, die jetzt seit über einem Jahr bei ihren Besitzern ist, sie hat früher auf der Straße gelebt und war danach noch 1 Jahr im Tierheim. Sie war am Anfang auch gegenüber allem ängstlich. In diesem Jahr hat sie sich langsam SEHR viel Selbstbewußtsein angeeignet und testet seit geraumer Zeit immer wieder ihre Grenzen! Es kann bei deiner Hündin ja vielleicht auch ähnlich sein!

@Thomas:
Na wer schleicht sich denn so Stück für Stück wieder ins Forum???? Du bist nicht sehr konsequent, oder? :D Aber ich finde es schön, dich wieder hier im Forum zu sehen! Hoffe, das bleibt auch erstmal so!:rolleyes:

Juliane

Patrizia
13.04.2003, 13:53
Danke für eure Tips:D

ALSO...

Wirklich offentsichtliche Anzeichen für ein Dominanzproblem gab es nie mit ihr, sie läßt sich jederzeit ihr Fressi oder Spielzeug wegnehmen, befolgt Kommandos (die sie übrigens super schnell gelernt hat) sagen wir mal zufriedenstellend, so, dass wir sie auch im Freilauf jederzeit "unter Kontrolle" haben.
Aber ich hab jetzt mal wirklich gründlich darüber nachgedacht:

In letzter Zeit gab es einige kleinere Zwischenfälle, so hat sie z.B. Essen vom Tisch geklaut, sie hat unsere Katze von der gemeinsamen Decke verjagt und überläßt zwar uns, nicht aber meinem 3 jährigen Sohn ihr Spielzeug (nach ihm hat sie übrigens noch nie geschnappt). All das war früher kein Thema.

Vielleicht hat sie sich bisher alles aus Angst gefallen lassen, und nun fängt sie mit Machtspielchen mit den eher rangniederen Mitgliedern der Familie an und orientiert sich langsam nach oben?

Lea kommt von sich aus auf uns zu um ihre Bedürfnisse "mitzuteilen", die wir dann, wenn wir Zeit haben, auch versuchen zu erfüllen.
Am Anfang z.B. hat sie überhaupt gar nicht gespielt, jetzt freut sie sich ein Loch ins Knie, wenn wir auf ihre Aufforderung zum Spiel reagieren und im nächsten Moment - schnapp - wedelt aber weiter und bricht von sich aus den Kontakt auch nicht ab.

Genau das selbe beim Schmusen, sie freut sich, wedelt, legt ihren Kopf auf uns ab, schmeisst sich auf den Rücken und irgendwann - schnapp - bleibt aber weiter liegen.
Sie entschuldigt sich jedesmal und kommt trotz Kontaktabbruch von unserer Seite sofort wieder auf uns zu.

Wenn sie wirklich Angst vor ihrer eigenen Courage hätte, oder nur auf diese Weise ihre Grenzen aufzeigen kann, so hätte sie das doch von Anfang an so gemacht, oder?
Und würde sie dann sofort wieder ankommen?

Ich hatte noch eine (ok, ziemlich menschliche) Idee.
Wäre es vielleicht möglich, dass sie sowas wie Flashbacks von früher bekommt?
Hunde können doch sicherlich auch ein Trauma davontragen und vielleicht wird sie in gewissen Situationen einfach 1:1 in die Vergangenheit zurückversetzt.
Dagegen spricht allerdings, dass sie nicht gezielt schnappt und dass es mittlerweile wirklich ständig passiert.

Ach und da ist mir nochwas eingefallen:
Bis vor ca 2 Monaten hat mein Freund (Leas Hauptbezugsperson) immer mal wieder mit ihr das "Rangelspiel" gespielt (das sie erfunden hat).
Die zwei haben ohne Spielzeug miteinander gerangelt - dabei hat er Lea z.B. nachdem sie sich auf den Rücken geworfen hatte durch die Gegend geschoben. Lea wehrte sich dagegen, indem sie seinen Arm mit der Schnauze festhielt (aber nie drohte oder schnappte) oder ihn trat. Es war immer klar ersichtlich, dass sie sich dabei freute - es blieb immer ein Spiel.

Sie forderte immer nur ihn zu diesem speziellen Spiel auf, irgendwann jedoch versuchte sie es auch bei mir und da ich einen kleinen Sohn habe und grade noch ein Baby erwarte habe ich die Beiden gebeten dieses Spiel doch lieber zu unterlassen, bevor Lea auch noch die beiden Kleinen zu diesem doch wilden Spiel auffordert.

Kurze Zeit später fing sie mit ihrem seltsamen Verhalten an.
Kann es da einen Zusammenhang geben?

Ich hoffe, ihr habt noch ein paar gute Ideen - wichtig ist mir eigentlich zu wissen, wie wir damit umgehen sollen - Kontaktbruch und Schnauzengriff scheinen ja gar nicht zu helfen.

Und noch was, ihr sprecht von einem Fachmann - wie und wo finde ich so einen?

Na ja, ich danke euch wirklich für eure guten Tips!

Liebe Grüße

Patrizia

Thomas
13.04.2003, 23:37
Hallo Patrizia!


Am Anfang z.B. hat sie überhaupt gar nicht gespielt, jetzt freut sie sich ein Loch ins Knie, wenn wir auf ihre Aufforderung zum Spiel reagieren
Es ist natürlich mehr als verständlich, das ihr die anfänglich noch zaghaften Spielrunden mit Lea absolut gefördert habt. Klar. Ihr wart ja offensichtlich auch sehr erfolgreich bei diesem Bemühungen. Mittlerweile würde ich jedoch auf Spielaufforderungen NICHT mehr reagieren sondern grundsätzlich selbst ein Spiel einleiten (und beenden).

Lea kommt von sich aus auf uns zu um ihre Bedürfnisse "mitzuteilen", die wir dann, wenn wir Zeit haben, auch versuchen zu erfüllen.
Hier gilt das gleiche wie beim Spielen. Also, LEA teilt euch z.b. ihr Kuschel-Bedürfniss mit --> Ignornier sie dann ebenfalls. Also wegschicken und ein paar Minuten später wird durch DICH die Kuschel-Runde eingeleitet.

Und noch was, ihr sprecht von einem Fachmann - wie und wo finde ich so einen?
Zum Beispiel, indem...
... Du im Web ein bisserl suchst, z.b. hier <click> (www.ig-hundeschulen.de)
... Du die Halter von offensichtlich gut sozialisierten/erzogenen Hunden bei Deinen Gassirunden nach ihren Ausbildern fragst (sofern vorhanden...).
... Du Deinen Wohnort verrätst und darauf hoffst, das hier im Forum Dir zufällig jemanden in Deiner Nähe empfehlen kann.

Gruß
Thomas

PS. @ Juliane: Ähm...*räusper*...ja, Du hast schon recht. Was Konsequenz bei mir selbst anbelangt habe ich tatsächlich hin und wieder so meine Durchhänger ;)

AnnaS
14.04.2003, 09:59
Hallo Patrizia

Wieder schließe ich mich Thomas an :D , will aber noch etwas ergänzen.

Wenn sie euch Spielzeug überlässt, das Futter wegnehmen lässt, usw, dann würde ich nicht auf Rangordnungs- oder gar Dominanzprobleme tippen.
Dass sie deinem 3jährigen Sohn ihr Spielzeug NICHT überlässt, ist irgendwo klar. Sie wird deinen Sohn nicht an ranghöher akzeptieren, denn dein Sohn ist noch gar nicht fähig dazu, sich "über sie zu stellen" (in der Rangordnung). Sie wird deinen Sohn als Kumpel betrachten, aber nicht als ranghöher.

Essen vom Tisch klauen und solche Geschichten.... nun ja, ich behaupte wirklich mal, dass sie langsam aber sicher eben ihre Grenzen austestet, eben weil sie mutiger wird, mehr Selbstsicherheit bekommt.

Was diese Spiele angeht, bei denen sie deinem Mann den Arm festhält - also ich persönlich würde das unterbinden. Ich meine, bei uns ist es auch so, dass Peppa weiß, wie sie mit uns spielen kann, und dass die Grenzen bei meinem Sohn im Spiel wesentlich niedriger gesteckt sind. Bei ihm ist sie auch immer vorsichtig. Da ich persönlich aber nicht riskieren möchte, dass sie diese Grenzen mal im Spiel "vergisst" weil sie es mit uns ja auch machen könnte, unterbinde ich das lieber, und spiele eben anders mit ihr. Ich persönlich würde eben auch sagen, dass man eben doch ein klein wenig ander agieren muss, wenn Kinder mit in der Familie sind.
Und ich sage so oft "ich persönlich", weil ich denke, dass es dafür eben keine "generelle Lösung" gibt, sondern das jeder für sich selbst abschätzen muss.

Ansonsten würde ich aber sagen, dass ihr schon auf dem richtigen Weg seid. Erst kam die Phase, in der sie sich eingewöhnen musste und dementsprechend unsicher war. Diese Unsicherheit verschwindet immer mehr, und eure Erziehung ist gefragt. Und ich glaube eben, dass ihr da auch dem richtigen Weg seid. Seid nur bitte gemeinsam (also du und dein Man) konsequent, sprecht vorher ab, was erlaubt ist und was nicht, und wenn ihr euch beide daran haltet, werden diese kleinen Probleme auch irgendwann verschwinden, weil euer Hund nun anfängt, auch "Familienregeln" zu lernen.

Gruß
Anna

Patrizia
14.04.2003, 14:20
Vielen lieben Dank...

Und mal wieder kann ich mir nur an den Kopf greifen und sagen - da hätt ich auch selbst drauf kommen können, aber manchmal bin ich halt etwas dumm. :D

Natürlich habt ihr Recht, hä, hab ich auch theorethisch eigentlich gewußt, aber hmmm, wir haben uns halt so gefreut, dass sie anfing zu spielen und Nähe gesucht hat.

Das Rangelspiel haben wir ja schon abgeschafft, man kann ja nie wissen...

Aber jetzt, kommt ein neues Problem:
Gestern sind wir fast an Lea verzweifelt.
O.k. sie war noch nie optimal leinenführig, hat also immer etwas gezogen zwischendurch, aber gestern hat sie nur noch gezogen wie blöd.
Wir waren insgesamt etwa 1 Stunde mit ihr unterwegs und dieses extreme Ziehen, aber auch Kreuzen des Weges, nicht auf leichten Leinenzug reagieren hat die ganze Zeit angehalten.
Ausserdem hat sie wirklich jeden Artgenossen nicht nur angekläfft (was zwischenzeitlich mal, je nach Abneigungsgrad passiert), sondern auch angeknurrt usw.
An den Strassen jedoch hat sie wie üblich brav "Sitz" gemacht, aber das war auch das einzige auf was sie gehört hat.

HÄÄÄÄ????
Jetzt versteh ich gar nichts mehr!
Das Schlimme ist, dass ich, wenn dies so bleibt, momentan gar nicht mehr mit ihr Gassi gehen kann, weil ich doch im 8. Monat schwanger bin und gleichzeitig ein 3 jähriges Kind, einen wildgewordenen ca 30 kg schweren Hund und mein Gleichgewicht unter Kontrolle zu bringen dürfte mehr als schwierig sein. Mein Freund ist aber doch arbeiten bis abends...

Woran kann denn nun das wieder liegen???
Hilfe!!!:(

billymoppel
14.04.2003, 16:32
hallo patrizia,
also zunächst würde ich aus dem schnappen nicht so ein drama machen: ich kenne das von meiner moppel auch. sie kam aus schlechter haltung und wurde auch drangsaliert. verbal und körperlich. und tatsächlich ist es so, dass sie manchmal beim streicheln urplötzlich herumfährt und schnappt, besonders bei überraschenden bewegungen über ihren kopf hinweg. alles hinter ihr, was sie nicht sehen kann. ich kann ihre panik in solchen momenten förmlich riechen, gelegentlich macht sie dabei auch unter sich. wirklich ein flashback. sobald der panische moment vorbei ist und sie merkt, dass es meine hand ist, wird sie devot und entschuldigt sich. früher auch bei plötzlichen berührungen ihrer pfoten, das hat sich mittlerweile gegeben.also sehr vorsichtig sein beim streicheln und nur so, wie sie es mag.
zum heutigen problem: kann es sein, dass sie nicht ganz ausgelastet ist? du bist ja hochschwanger und hast den kleinen noch dabei, mehr als ein leinenspaziergang ohne echten auslauf geht doch da sicher nicht? und wahrscheinlich merkt sie auch, dass du so deine probleme mit dir selber hast und macht deshalb einen drauf. das schöne wetter und die allgemein gute laune tut wahrscheinlich sein übriges, meine hunde sind die letzten tage auch wie entfesselt. nehemen wir mal an, dein mann geht früh und abends mir ihr eine große runde, dann ist die zeit dazwischen für einen halbwegs agilen hund ganz schön lang.
die derben balgspiele mit deinem mann würde ich entgegen anderer meinung wieder einführen. mein rüde liebt die auch und macht sie auch nur mit meinem mann. bei mir versucht er es gelegentlich, aber weil ich darauf nicht so erpicht bin, ignoriere ich ihn. aber das ist ja kein grund warum männe nicht sollte. unter hunden geht es bei diesen spielen auch häufig sehr grob zu, wenn meine beiden richtig in fahrt sind, wackelt die wohnung. und gerade das rangniedere mädchen umfasst dabei gern die läufe des rüden und zieht daran. sie hat ja keine hände und nur das maul um sich zu wehren. das ist natürlich spielerisch sie beißt niemals richtig zu, aber so ist es ja bei euch auch. und wenn die rangverhältnisse ansonsten gefestigt sind, besteht kein grund, sich nicht auf eine rangelei einzulassen.
als letztes wollte ich dich noch bitten, auf deinen sohn einzuwirken: er sollte wirklich niemals dem hund irgendwas wegnehmen, weil kinder in der rangfolge hinter dem hund kommen. zwar tolerieren die meisten hunde viel, aber es kann auch mal ärger geben. das ändert sich erst in höherem alter, bei uns war es so als ich so 11, 12 jahre alt war. das sie knurrt ist also normal, eher ein zeichen, dass sie sich richtig eingelebt hat. und das sie die katze vertreibt ist auch normal, sie hat wohl beschlossen, dass sie die katze beherrscht und nicht umgekehrt. solange sie nicht versucht, mus aus ihr zu machen, würde ich das respektieren. miezi wehrt sich schon, wenn es ihr zu bunt wird. aber wenn sie sich anstandslos vertreiben läßt, ist sie mit ihrer rolle offensichtlich einverstanden.

Thomas
14.04.2003, 18:43
Sorry, Billymoppel - aber da möchte ich schon widersprechen:
- Von dramatisieren hat keiner was gesagt. Die Problematik jetzt aber runterzuspielen halt ich aber auch für falsch...
- Die Rangelspiele (Herrchen vs. Hund) würde ich mit DIESER Hündin, ZUR ZEIT keinesfalls wieder aufleben lassen. Wem wäre damit gedient? Das Risiko hier was zu verschlimmbessern wäre mir zu hoch (ich spreche deshalb von Risiko, da ja keiner hier im Forum deine Hündin kennt/gesehen hat).

Patrizia, ich bleibe bei meiner Meinung, das sich das jemand (also nicht irgendjemand ;) ...you know), vor Ort ansehen sollte. Gerade auch im Hinblick auf die bevorstehende Geburt (Glückwunsch übrigens), denn in Kürze wirst Du Dir beim Gassigehen sicher noch eine weitere Hand zusätzlich herbeiwünschen. Die Aussicht, dann einen halbwegs entspannten, verträglichen Hund neben Dir und dem Kinderwagen laufen zu haben, sollte Anreiz genug sein, hier tätig zu werden...

Gruß
Thomas

Thomas
14.04.2003, 18:48
ich spreche deshalb von Risiko, da ja keiner hier im Forum deine Hündin kennt/gesehen hat.
...ich spreche deshalb von Risiko, da ja keiner hier im Forum Patrizia´s Hündin kennt/gesehen hat.

zasko
14.04.2003, 19:25
Hallo Patrizia!

Ich möchte mich Thomas Ratschlag, dass du dir jemanden vor Ort suchst, der sich eure Hündin und die Probleme mal anschaut dringend unterstützen.

Ich hatte sehr ähnliche Probleme. Zasko mit 2,5 Jahren aus schlechter Haltung zu mir gekommen. Das erste Jahr super ängstlich und unterwürfig zu allem und jedem. Viel am Aufbau vom Selbstbewusstsein gearbeitet. Und nach etwa einem Jahr fing er an, fremde Leute, vor denen er sonst zurückgewichen ist anzuknurren und kurz darauf auch nach ihnen zu schnappen. Desgleichen mit anderen Rüden, wobei hier erschwerend hinzukam, dass er in dieser Zeit auch mehrmals beim Weglaufen bzw. sich unterwerfen von anderen Rüden gebissen wurde. Dann fing er aber langsam an, dieses Verhalten auf alle Hunde (also auch Hündinnen und Kastraten) zu übertragen. Lieber aggressiv nach vorne. Spätestens da war mir klar, alleine schaffe ich das nicht. Ich habe über "Rumfragen" Kontakt zu einer Tierärztin, die nur Verhaltenstherapie, macht aufgenommen und bin dann nachfolgend über sie weitergeleitet in eine Hundeschule gegangen. Ich habe der Organisation, der beide angehörten selber gute Erfahrung gemacht, auch innerhalb dieser kannst du mal schauen, ob bei dir jemand in der Nähe ist ( http://www.bhv-net.de/ ). Sie hat mir damals auch gesagt, dass es gerade bei Schäferhunden eine häufige "Komplikation" ist, dass sie nach schlechten Erfahrung angstaggressiv werden, sobald sie wieder selbstsicherer werden. Bei Zasko kam noch erschwerend eine Schilddrüsenunterfunktion hinzu. Auch dieses würde ich mal beim Tierarzt abchecken lassen.

Holt euch bitte Hilfe und nehmt diese Verhaltensänderung nicht auf die leichte Schulter!

Liebe Grüße!
Susanne