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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund ohne Jagdtrieb?



bjadla
11.04.2003, 19:18
Hallo
Gibt es eigentlich Hunde die garkeinen Jagdtrieb haben?
Welche Rassen? Da ich direkt am Wald wohne kann ich
mir keinen Hund anschaffen der jagd. Oder ich müsste
ihn nur an der Leine haben was ja wirklich keine artgerechte
Haltung wäre.

Maggie_HH
11.04.2003, 21:14
also ich denke man kann nicht pauschal sagen, dass eine bestimmte Rasse keinen Jagdtrieb hat! Jeder Hund ist individuell! Also ich kann dir nur vorschlagen, mal die Tierheime in deiner Umgebung anzuklappern und dir einen Hund zu suchen, der schon ausgewachsen ist und von dem dir die Betreuer sagen können, ob der Hund einen Jagdtrieb hat oder nicht!

Juliane

mellyonsurf
11.04.2003, 22:00
Ich weiß man sollte hier keine Rasse "pauschalisieren", denn jedes Tier hat seinen eigenen Charakter - - - da hat Maggi wohl recht. Aber es gibt sicherlich Rassen, die wenig zum Jagdtrieb neigen.

z.B. der Berner Sennen Hund! Also die "dicken" die ich persönlich kenne, haben keine nennenswerten "Jagdtreib-Ambitionen" gezeigt und es wäre auch für diese Rasse untypisch. Sie haben es halt lieber etwas gemütlicher...

Aber nichts destotrotz, der Tipp mit dem Tierheim ist natürlich suuuuper. Erstens weißt Du bei einem erwachsenen Hund schon etwas mehr über die Fellmütze und 2. rettest Du eine "Tierheim-Seele",

liebe Grüße

Thomas
11.04.2003, 23:39
Bjadla, meine beiden Vorrednerinnen haben recht, ganz sicher kann man sich in Sachen Jagdtrieb nie sein. Ab gesehen davon kann mit entsprechenden Erziehungsbemühungen schon auch einiges erreicht werden. Zwar nicht unbedingt ein vollständiges eliminieren des Jagdtriebes aber z.b. ein unkontrolliertes jagen (Stichwort: RECHTZEITIGESAbrufen, soblad die Nase in den Wind gehalten wird).

Also, spontan fällt mir in den diven "Gewichts-Klassen" folgende Rassen ein:

Klein:
Malteser, Coton de Tular, Tibet Terrier, Klein-/Mittel-Spitz, Boston Terrier, Mops, Franz. Bully.

Mittel:
Groß-Spitz, Elo

Groß:
Old English Sheepdogs (Bobtail), Collie. Hütehunde im allgemeinen? Hmmm, sicherlich oftmals auch grenzwertig...?
Komisch, außer Hütehunden fällt mir da eigentlich nix "gescheites" ein - komisch

Noch größer:
Landseer, Leonberger, Bernhardiner, Neufundländer, Schwarzer Terrier.

Achtung: Bei den o.g. Rassen ist zwar der Jagdtrieb nicht bzw. schwach ausgeprägt, dafür handelst Du Dir u.U. andere Probleme ein wie z.b. Bellfreudigkeit, Schutztrieb, Hütetrieb. Ein paar der genanten Rassen sind als Ersthund sicher weniger geeignet...

Gruß
Thomas

Thomas
11.04.2003, 23:59
Zwar nicht unbedingt ein vollständiges eliminieren des Jagdtriebes aber z.b. ein unkontrolliertes jagen
Muss natürlich heißen: "... kein unkontolliertes jagen" - logo ;)

volker
12.04.2003, 10:43
Hallo,

Ich würde sagen die Vorredner haben doch schon die richtige Richtung vorgegeben.

Es ist nun mal so, daß eigentlich alle Hunde etwas Jäger sind, da es in ihren Genen zur Nahrungs beschsaffung gehört. Wenn aber eine Sättigung des Hundes gegeben ist hat Thomas ja bereits eine große aUSWAHL ERWÄHNT:

Ich persönlich würde auf Hütehunde achten, da Sie meist über sehr gute Anlagen in Bezug auf Familiie und Bindung verfügen.

Gestern habe ich in einem Beitrag vom Otterhund erfahren, solch einen Jäger der ca. 700 Jahre für die Otterjagd eingesetzt wurde, würde ich eher abraten.


Gruß Volker

gini_aiko
12.04.2003, 17:36
hallöchen,

mhhh ich wär bei solchen geschichten immer etwas vorsichtig - wie bereits von meinen vorschreibern erwähnt steckt in allen hunden ein mehr oder weniger großer jäger.

wähle ich dann einen aus der *offiziel* eher keine jagdeigenschaften hat sonder zb hüteeigenschaften oder schutzeigenschaften muss man erst mit diesen zu rande kommen.

heute habe ich in der huschu zum beispiel einen border und einen aussie erlebt, die beide unabhängig von einander (verschiedenene besitzer, ... die hunde und besitzer kennen sich nicht einmal) zu richtigen jägern, die das wild auch legen mutiert sind, weil ihnen trotz reichlicher beschäftigung eine aufgabe fehlt. solche hunde im speziellen die hütehunde bedürfen einens handlings, das nicht jedermanns/jederfraus sache ist. es sind zweifelsfrei wunderbare hunde (wems gefällt), die aber ein großes maß an auslastung brauchen. auf der anderen seite noch zb herdenschutzhunde ... kommt sicher auch nicht jeder damit zurande einen hund mit hohem schutztrieb zu besitzen.

ich denke jeder hund egal ob jagtrieb oder nicht, kann aufgrund richtiger beschäftigung/auslastung/erziehung, ... so weit gebracht werden, dass er sich sein futter nicht selbst erlegt. ich denke es ist alle mal besser eine rasse bei sich einziehen zu lassen, die einem vom wesen her gefällt, als sich prinzipiell nur auf wenige rassen zu beschränken, die einem eventuell gar nicht so zusagen.

liebe grüße
claudia mit aiko und gini

Cockerfreundin
12.04.2003, 19:52
Hallo!

Ich kann Claudia nur zustimmen: ich habe einen Cocker Spaniel (lt. FCI zur Gruppe der Stöberhunde/ Jagdhunde zählend) aus einer explizit nicht jagdlichen Zucht (sog. schönheits-Linie), der wirklich nichts jagt außer den Kühlschrank. Wild stöbert er nicht auf, dafür jede Menge Fress- und nicht Fressbares :rolleyes: ... Alles in allem also ein Prachtkerlchen, der wirklich zwischen den Enten Spazierengehen würde ;) :D

Liebe Grüße von
Annette + Basti :)

Anatolien
13.04.2003, 17:10
Hallo

Thomas hat recht der Collie ist ohne Jagdtrieb
guck doch mal auf
www.phantom-of-scotland.de
(Ist zwar ein kurzhaar Collie, aber auchohne Jagdtrieb);)

Hovi
13.04.2003, 18:27
Hallo,

ich kann mich nur der Aussage anschließen: Jagdtrieb ist individuell verschieden!

Auch Hovawarte sollten eigentlich nicht jagen, da ihre ursprüngliche Bestimmung war, selbständig Haus und Hof zu bewachen und dieses Territorium auch dann nicht zu verlassen, wenn jagdbares Wild in der Nähe war.

Leider wußte Bandit nichts von dieser Bestimmung! Er jagte wie der Teufel, und es hat mich jede Menge Zeit, Geduld und Nerven gekostet, diesen extremen Jagdtrieb in den Griff zu kriegen. Jason ist da wesentlich einfacher, er läßt sich auch abrufen, wenn er grad am losspurten ist, aber wenn er dürfen dürfte, täte er auch mögen wollen: insbesondere Eichhörnchen stehen ganz oben auf seiner Liste.

Wahrscheinlich hat ihn mal eines vom Baum herunter ausgelacht!

Gerade Rassen wie Mops oder Malteser jagen aber tatsächlich so gut wie überhaupt nicht, sind aber halt auch nicht jedermanns Sache.

Liebe Grüße
Claudia

Virgilswelt
13.04.2003, 18:44
Öhm, daß ein Cillie nicht jagd, halte ich für ein Gerücht. es gibt auch unter den Collies Exemplare, die sehrwohl jagen.

Mal ne ganz blöde Frage: Ist der Hütetrieb nicht vom Jagdtrieb abgeleitet, bzw. dieser umgeleitet worden???

Ansonsten denke ich, ist man mit den Begleithunden noch auf der sichersten Seite. Auch wenn es da sicher Ausnahmen gibt.

Virgilswelt
13.04.2003, 18:45
natürlich kein Cillie, sondern ein Collie :rolleyes:

Anatolien
13.04.2003, 18:58
Hallo

Also ich kenen sehr viel Collies und keiner von ihnen hat einen Jagdtrieb.
Meine Mutter selbst hat 2 KH collies

Virgilswelt
13.04.2003, 19:04
Mag sein, daß du nur solche erfahrungen gemacht hast. So sollte es ja auch sein. ich habe aber auch schon welche kennegelernt, die jagen gegangen sind, wenn sie konnten. Ich wolte damit lediglich sagen, daß es immer Ausnahmen gibt.

Dodo H
13.04.2003, 20:38
Hallo Mandy
: Mal ne ganz blöde Frage: Ist der Hütetrieb nicht vom Jagdtrieb abgeleitet, bzw. dieser umgeleitet worden???
-- Zitat von einer Border Collie Seite : "Hüteverhalten beruht auf Jagdinstinkt. Hütehunde tun nichts anderes als Wölfe heute noch. Sie laufen in weitem Bogen um eine Herde, treiben sie einander zu, sondern Tiere aus, fixieren sie mit starrem Blick. Nur töten, das soll der Hund nicht. Diese letzte Handlung ist dem Rudelführer vorbehalten, wenn der Schäfer das Schaf ergreift, sei es um die Klauen zu schneiden, das Fell zu scheren usw. Es ist die Kunst des Züchters, nur die erwünschten Phasen des Jagdverhaltens zu kultivieren und die unerwünschten zu unterdrücken. "

Mein Collie wäre auch gerne jagen gegangen, hat er auch ab und zu, doch man konnte ihn jederzeit abrufen.
Dodo

mellyonsurf
13.04.2003, 21:50
Jagdtrieb und Hütetrieb sind zwei verschiedene Dinge.

Der Hüte- oder sogenannte MEUTEtrieb ist das Bestreben sein RUDEL nicht zu verlieren bzw. zusammenzuhalten.

Der Jagdtrieb läßt sich genaugenommen gliedern in BRINGTRIEB und BEUTETRIEB:

Der Bringtrieb bezeichnet die Bereitschaft BEUTE aufzunehmen, und sie dann zu bringen oder auch zu verschleppen. (-->genau das läßt sich nutzen um dem Hund das apportieren beizubringen)

Der Beutetrieb (und das ist unser "Jagdtrieb"-Problem) ist das Bestreben alle "fliehenden Objekte" zu fassen und festzuhalten.

PUUUUUHHHH, ganz schön theoretisch und von mir auch nur erlesen!!!

@hovi:


Er jagte wie der Teufel, und es hat mich jede Menge Zeit, Geduld und Nerven gekostet, diesen extremen Jagdtrieb in den Griff zu kriegen

VERRÄTST Du uns WIE??? Dank meinem Husky-Mix Blue bin ich für gute Ratschläge immer offen. Zur Zeit versuche ich den Bringtrieb ÜBER ihren Beutetrieb zu bringen (Stöckchen schmeißen), aber ich habe noch nicht das Gefühl daß ich damit Erfolg haben werde. Sie apportiert zwar einige male, aber dann ist ihre Aufmerksamkeit auf Stock und mich wieder wie weg geblasen...

Naja, wir geben nicht auf,

Thomas
13.04.2003, 21:54
Ja, das meinte ich mit "grenzwertig"(s.o.), da hat wahrscheinlich jeder so seine eigenen Erfahrungen gemacht. Vielleicht meldet sich ja auch mal Birgit und berichtet in Bezug auf Jagdtrieb mal was von ihren OES - wäre auch interessant.
Ich denk mal, das bei Hütehunden der Jagdtrieb, sofern er denn vorhanden ist, relativ gut umgeleitet werden kann - aber das setzt natürlich auch ordentlichen Zeitaufwand voraus - sicher mehr als bei so manch anderen Rassen. Das ein gelangweilter/unterforderter Hütehund die Jagd für sich als selbstbelohnende Tätigkeit entdecken könnte, ist daher alles andere als abwegig...

Also dann vielleicht doch eher nen sog. Gesellschafts-Hund...mal abwarten was für eine "Gewichtklasse" bjadla denn nun eigentlich vorschwebt..

Gruß
Thomas

Dodo H
14.04.2003, 01:48
Hallo
Also ich würde auch mal sagen, das bei einem Hütehund der Jagdtrieb "leichter" umgelenkt werden kann, da diese einen stärkeren Meutetrieb haben (Erklärung zum Meutetrieb unten)

@ Melly
Ich bin der Auffassung, das der Hütetrieb vom Jagdtrieb Abgeleitet ist.
Hab jetzt auch noch etwas nachgelesen, und wieder dieses Beispiel von der Arbeitsweise eines Hütehundes: Der Hütetrieb ist eine natürliche Verhaltensweise, die ihren Ursprung im Sozial- und Beuteverhalten des Wolfes hat. Ein sich nähernder Wolf greift die Beute nicht sofort an, zusammen mit seinen Rudelmitgliedern kreisen sie die Beute in immer enger werdenden Kreisen ein, um es an der Flucht zu hindern. Ein weiterer Wolf versteckt sich vor der Herde, während ein schnellerer Artgenosse die Beute zu ihm hintreibt. Dabei wird die Laufrichtung der Beute auch durch Schnappen in die Fesseln oder Flanken beeinflusst.
Nach dem selben Prinzip arbeitet der Hütehund, jedoch meist alleine. Er ändert ständig seine Positionen, um Plätze einzunehmen, die eigentlich von seinen fehlenden Artgenossen besetzt wären. Durch Niederkauern und Anstarren hindert er einzelne Schafe daran, sich von der Herde zu entfernen. Um Rinder daran zu hindern, bedarf schon das Schnappen nach den Fesseln oder Flanken.
Diese typischen Verhaltensweisen sind angeboren und müssen nicht durch Training erlernt werden. Jedoch müssen viele Elemente dem Hund durch sorgfältige Erziehung vertraut gemacht werden

Diese Erklärung habe ich für Meutetrieb gefunden: "Meutetrieb: das Bestreben, sich einer Gruppe anzuschließen" das hieße doch, da Hunde Rudeltiere sind, haben sie alle mehr oder weniger einen starken Meutetrieb. Und in diesem Zusammenhang, denke ich, das bei Jagdhunden der Meutetrieb nicht so stark wie der Jagdtrieb ist, und beim Hütehund umgekehrt, deshalb sagt man, das einige Hütehunde den "Wiill to please" haben.

Welche Rasse wird den als "Balljunkie" als erstes genannt (Beute-Bringtrieb)?

Dodo und Richy

Bin auch auf die Antwort von Birgit gespannt, hoffe, das eine kommt.

Dagi
14.04.2003, 09:23
Die Erklärung zum Beutetrieb ist so nicht richtig.

Das Jagdverhalten ist von verschiedenen einzelnen instinktiven und erlernten Verhaltensweisen zusammengesetzt:

Erst einmal braucht es einen "Antrieb", wie z.B. Hunger, was bedeutet, daß eine Handlungsbereitschaft vorhanden sein muss. Diese Handlungsbereitschaft ist umso höher, je größer der Hunger ist, oder je öfter schon Jagderfolg gemacht wurde. Den Hunger können wir wohl größtenteils bei unseren "verwöhnten" Vierbeinern ausschließen.

Was dann folgt, ist das sogenannte Appetenzverhalten - der Hund wird Umherlaufen, Schnüffeln, Hören und das in gesteigertem Maße - auch das Erblicken, die geübte Annäherung gehört noch zum Appetenzverhalten.

Und dann kommt etwas zum Tragen, was man AAM, angeborenen Auslösemechanismus nennt: und zwar durch den Schlüsselreiz des Beuteobjektes.

Dann erfolgt die Ausrichtung auf das Objekt (Taxis) und dann die Erbkoordinierte Endhandlung (das, was wir als Jagd dann bezeichnen, aber natürlich ist das ganze schon Jagd).

Das "Nachfassen des fliehenden Wildes" ist also nicht der Beutetrieb, sondern eine letzte Handlung von einer ganzen Handlungskette.

Wenn dieses Nachfassen als Trieb ausreichen würde, würden ja vollgefressene Tiere auch noch jagen, da der Reiz ja bestehen würde - das tut aber kein sattes Tier, weil eben dieses Nachfassen, bzw. die Flucht als Reiz nicht reicht. Auch dieses Nachfassen ist nur ein Teil eines Handlungsmusters und ist nicht DER Beutetrieb. Das ist ein Teil der Erbkoordinierten Endhandlung.

Nur mal so zur Info - ich weiß, daß Du es ja auch nur irgendwo gelesen hattest.

Liebe Grüße
Dagi + Amy

mellyonsurf
14.04.2003, 10:43
Huii Dagi,

das war jetzt viel Theorie für den frühen Morgen. Ich habe meine "Definitionen" aus dem Buch

Der große Spiele-Spaß für Hunde (Durst-Benning/Kusch)
(übrigens mit vielen interessanten Anregungen

Ich wollte hier auch keinen Streit vom Zaun brechen, störte mich nur an der Gleichstellung von Hüte- und Jagdtrieb. Aber ich glaub ich war da seh etwas auf der falschen Fährte und habe das zu allgemein gesehen.

Klar: bei einem Hütehund kann ich den Jagdtrieb in Hüteverhalten umwandeln, bei einem "reinen Jagdhund", wofür ich meinen Husky-Mix halte, dürfte das eher schwierig sein! ODER????

Liebe Grüße,

gini_aiko
14.04.2003, 10:51
hallöchen

ich wage hier nochmal den quereinstieg

@ melly
hier hat doch niemand den hüte- und den jagdtrieb gleichgestellt, sondern nur die richtige behauptung in den raum gesetzt, dass der hütetrieb den jagdtrieb entstammt und deshalb auch hütehunde in jagdleidenschaften schwelgen können. niemand sagte, dass dieser trieb bei ihnen so ausgeprägt sei wie bei einem zb. deutsch kurzhaar.

wie gesagt ist das m.e erachtens trotzdem SEHR vom jeweiligen hund abhängig vgl. mein obiges bsp. mit border und aussie.

lg claudia

mellyonsurf
14.04.2003, 10:58
@gini-aiko:

Ich habe mich doch schon geoutet;) daß ich es nicht richtig "erfaßt" habe und es zu allgemein gelesen habe...
Deswegen war meine Frage ja auch, ob man bei einem bereits erwachsenen (2 Jahre) Husky (Mix, aber der Husky ist die HAUPTKOMPONENTE) den sehr ausgeprägten Jagdtrieb ebenfalls in HÜTETRIEB umleiten kann???

So, Antworten lese ich später. Nutz jetz die Sonne aus und geh Auto waschen:rolleyes: :cool:

Sonnige Grüße,

Sunny_Filiz
14.04.2003, 12:20
Hallo Melly,
bin ein bisschen im Internet gesurft zum Thema Husky und jagen und habe glaube ich eine ziemlich gute Beschreibung Deiner Blue und meiner Sunny gefunden:


Nachteil Nr. 1
Ein Husky ist ein absolutes Rudeltier. Er braucht Gesellschaft, ganztags. Ihm einfach einen Zweit - oder Dritthund zuzugesellen, lst das Problem nicht. Der Husky wird sich in dieses Rudel einpassen. Aber : Je enger die Bindung zum Hunderudel ist, desto lockerer wird sie zum Menschen. Husky's sind zwar menschenfreundlich und nie aggressiv, aber sie sind auch sehr eigenständig und ordnen sich nur dem unter, der tagein tagaus die Chefrolle im Rudel trät. Wer mit seinem Husky glücklich werden will,* darf diese Rolle also nie einem anderen (Mensch oder Hund) überlassen. Husky's sind selbstbewußte Hunde, sie brauchen" keinen Menschen, sie können sich, wenn man sie läßt, ganz schnell eine eigene Husky - Welt aufbauen.

Nachteil Nr. 2
Husky's sind neugierig: gierig auf Neues. Immer der gleiche Tagesablauf, dieselbe Umgebung, dasselbe Spiel, das ?est jeden Husky bald an. Husky's sind die geborenen Entdecker. Und sie können - im Handumdrehen und mit Begeisterung - aus jeder Wohnung ein Schlachtfeld und aus jedem Ziergarten eine Mondlandschaft machen. Kenner empfehlen deshalb eine täglich wechselnde Route für den Auslauf und ansonsten einen ausbruchsicheren, geräumigen Zwinger. Das mit der wechselnden Route ist richtig, das mit dem Zwinger nur bedingt.

Nachteil Nr. 3
Husky's sind Jäger. Jahrzehntausende haben sie den Menschen in Eis und Schnee gedient" als Zugtier, Pfadfinder, Wärmflasche. Aber im Sommer hatten sie frei. Da durften sie tun und lassen, was sie wollten. Da mußten sie sich allerdings auch selbst versorgen. Und dieser Trend zum Selbstversorger liegt jedem Husky im Blut. Wer seinem Husky das jagen abgewöhnen will, der muß schon zum Junghund eine ganz, ganz feste Bindung aufbauen. Und er muß reaktionsschneller sein als sein Hund und ihn abrufen eher er losstürmt. Sicher darf er sich allerdings nie fühlen, und verantwortlich bleibt er auch...

Nachteil Nr. 4
Husky's sind Bewegungsfanatiker, Kilometerfresser. Husky's wollen laufen, querbeet und volle Pulle. Und auch dieses Rennen-Wollen haben sie von ihren Vorvfahren geerbt: Die arktische Eiswüte ist keine Schlaraffenland. Mit Abwarten und Zugucken kann ein arktischer Jäger nicht überleben. Er muß suchen und laufen, laufen, laufen. Desire to go, nennen es die Amerikaner: Der Drang loszustürmen. Und sie empfehlen Schlittenhunderennen im Winter und Trainingswagen fahren im Sommer. Beides ist für Otto Normalverbraucher hierzulande nur schwer zu bewerkstelligen.


Tja , ich glaube es hilft wirklich nur eine gute "Bindung" aufzubauen, Fahrradfahren (oder einfach Auto abschaffen und den Hund vor eine "Kutsche" spannen) und beschäftigen, beschäftigen, beschäftigen. Ich hoffe, daß bei meiner wenigstens eine Spur des Berner Sennens, der ja angeblich stark beteiligt gewesen sein soll, vielleicht mal auftaucht. Ansonsten habe ich mir halt einen Husky mit Knickohren an Land gezogen...

Na denn, Weidmanns Heil

mellyonsurf
14.04.2003, 15:21
Jawoll haben wir, einen Husky mit Schlappohren meine ich!

Das mit Beschäftigung und Laufen weiß ich, dementsprechend gehen wir regelmäßig Rad und Inliner fahren!!! Und unsere Routen sind auch 3 mal täglich ANDERS!!!

Ihr ganztags-Rudel hat sie auch (mit 3 Kids ist arbeiten nicht so easy (sind erst 2, 5, 8) und für spielen zu Hause habe ich mir ja jetzt ein Buch gekauft. Und da arbeiten wir schon an den ersten Spielchen.

Ich glaube nicht, daß ich den Jagdtrieb ganz weg bekomme (denn mit Brutalo-Mehtoden will ich nicht arbeiten), aber wir werden da schon Kompromisse finden.

Liebe Grüße,