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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Ding mit der Bezugsperson, Respekt & Liebe



linus & mika
09.04.2003, 18:16
Hi Zusammen,

tja, Linus entwickelt sich immer schneller und lernt unglaublich schnell, nur die Sachen, die für mich wichtig sind, scheint er nicht kapieren zu wollen. Mitlerweile bringt er den Ball (mit allem was dazugehört: Sitz, ablegen und wenn ichs nicht sofort nehme, sogar mit der Nase anstubsen), ist im Büro bereits sauber, macht Platz, bleibt usw.. Stubenrein ist er zu Hause noch nicht und das mit dem REspekt, tja. Er hört nicht auf mich, weder draussen (er bleibt einfach sitzen beim gassi gehen und schaut in der Gegend rum, selbst wenn ich minutenlang auch stehenbleibe, setzt er sich nicht in Bewegung, ich müsste ihn wegzerren, damit er einen Schritt geht, meistens lässt er sich dann schleifen) Mit Leckerli kriege ich ihn zwar, aber nur, bis es aufgegessen ist, so nach dem Motto :"pah, wenn ich kein Leckerli krieg, geh ich auch nicht gassi, und auch mit Leckerli geh ich nicht gassi" Sobald jemand anderes kommt, zieht er dort hin, ich wieder mit ruhigen bestimmten Ton: "Bleib" und bleibe dabei stehen, während er sich einen abzieht. Dummerweise kommen die Leute auch noch zu uns "Ach ist der süß" und streicheln, tolle Belohnung fürs Ziehen, grmpf.

Auch wenn wir zu Hause sind, ich rufe ihn, er hört nicht, ich kann zehn mal rufen, es interessiert ihn nicht. Kaum ruft mein Freund ihn, zapp, rennt er schwanzwedelnd zu ihm hin.
Selbe Spiel im Büro, ruft meine Kollegin, rennt er freudestrahlend hin, mich ignoriert er völlig. Sicher, wenn ich mal alleine lasse, dann ist die Freude groß, wenn er mich sieht, aber nur für wenige Sekunden, das wars dann. Übrigens, er hebt langsam schon das Beinchen beim Pinkeln. Also ich glaube, der Hund ist überreif oder zu dominant. Mache ich aber Rangordnungsspielchen mit ihm, interessiert ihn das gar nicht, er legt sich dann ins Körbchen und ignoriert mich.

Ich bin wirklich schon den Tränen nahe, und habe das Gefühl, der Hund hat mich kein Stück lieb, geschweige denn daß er mich respektiert. Wenn ich ihn dann streicheln will, legt er sich demonstrativ mit dem Rücken zu mir. Mache ich irgend etwas falsch? Gibt es dafür Tricks und Tipps? Wie gesagt, er macht alles brav mit, außer Leine gehen (aber nur wenn ich mit ihm alleine bin, sobald jemand dabei ist, geht er eins a fuss - muss man sich in dem alter mal vorstellen, unglaublich, selbst die trainerin der welpenspielstunde war fasziniert) Seit gestern mache ich das selbe Spiel mit ihm und ignoriere ihn, gehe zwar mit ihm in den garten und spiele kurz mit ihm, aber bin in der wohnung nicht mehr immer zugänglich für ihn. Selbst wenn ich dann spielen möchte, will er nicht, sondern läuft an mir vorbei zu meinem Freund.

Also keine Ahnung, was ich falsch mache, aber ich wäre wirklich dankbar, wenn jemand einen Tipp hat (manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht), denn je mehr er sich in das Verhalten reinsteigert, desto eher werde ich wohl nie seine Bezugsperson.

gini_aiko
09.04.2003, 18:23
hallo,

als ich deinen beitrag gelesen habe ist mir die kinnlade immer weiter runter gekippt. dein kleiner ist 10 wochen alt - du überforderst ihn! deiner kleiner ist fix und alle bei all dem was du von ihm verlangst. der ist ein BABY im wahrsten sinne des wortes du DARFST das einfach noch nicht von ihm verlangen. er geht deinem freund zu, weil du von ihm zuviel verlangst.

man muss sehr wohl konsequent sein und von welpenbeinen an mit dem hund arbeiten, aber bitte nicht so - du pumpst den kleinen komplett aus.

ich kann dir nur raten eine welpenschule zu besuchen und dich genau mit der welpenausbildung und der welpenpflege auseinanderzusetzen.

gruß claudia

Ilona
09.04.2003, 19:16
Hi Linus,

ich denke, Claudia hat Recht. Bist Du diejenige, die den Hund allein erzieht? Klingt fast so:) Was verlangt Dein Freund von Eurem Hund? Genau so viel wie Du?

Hm, manchmal kann es schon sein, dass es in der Beziehung Mensch-Hund einfach nicht klappt, weil es mit der "Chemie" nicht stimmt. Ich will Dir keine Angst machen, ich will nur zum Nachdenken anregen.

Wenn er, wie Claudia schreibt, wirklich erst 10 Wochen alt ist, würde ich die Ansprüche, die Du stellst, ein wenig zurück schrauben. Er ist ein Baby, und wir verlangen von unseren menschlichen Babies auch nicht, dass sie mit vier Monaten schon sitzen oder krabbeln können.

Mach vieles mit ihm, was Du ohnehin schon tust, mehr in spielerischer Form und freut Euch des Lebens, wenn das eine oder das andere dann gut klappt.

Möchtest Du die Bindung zu Deinem Hund ein wenig intensivieren, kannst Du ihn in der nächsten Zeit aus der Hand füttern (Schüssel in die Hand bei den Fütterungszeiten und los geht es. Sieh zu, dass Du diejenige bist, die ihn immer füttert.)

Wenn Ihr allein seid, kannst Du ihn für eine viertel Stunde oder zwanzig Minuten am Stück auch mal mit der Leine an Dich binden. Damit meine ich, binde Dir seine Leine um den Bauch oder die Hüften, während Du Dich in der Wohnung bewegst. Da er Dir auf Schritt und Tritt folgen muss und auch Deine Richtungswechsel in der Wohnung mitmachen muss, wird er mit der Zeit zunehmend aufmerksamer auf Dich schauen. Damit Du draußen beim Spazierengehen seine Aufmerksamkeit hast, kannst Du das mit der umgebundenen Leine ebenfalls versuchen. Bleib mal stehen, dann renne wieder ein Stück usw. Und immer, wenn Dir Dein Zwerg folgt, wird er belohnt:)

Und noch eins: Rufe ihn nicht zehnmal. Er lernt super schnell, dass Dein Rufen nicht ernst gemeint ist und er nicht darauf hören muss. Gerade zuhause, in der ablenkunsfreiesten Umgebung solltest Du seine Aufmerksamkeit damit kriegen, dass Du ihn nur rufst (bis er es gelernt hat), wenn er ohnehin grad kommen wollte, weil Du zum Beispiel sein Lieblingsleckerchen oder sein Lieblingsspielzeug in der Hand hast:) Einmal rufen (maximal nach fünf Sekunden noch einmal) reicht. Hört er nicht, wird die Übung abgebrochen. Das nächste Mal rufst Du ih, wenn Du sowieso seine Aufmerksamkeit hast. Und dann kommt er, ganz sicher:)

Mach Dir nur nicht so viele Gedanken, denn der Hund merkt genau, wer was von ihm verlangt und von wem er "nur" Streicheleinheiten bekommt. Sei nicht so streng und spiele mit ihm sehr, sehr viel, auch ohne immer was von ihm zu verlangen. Dann werdet Ihr eines Tages sicherlich eine super Beziehung haben.

Lieben Gruß, Illi

sporty
09.04.2003, 19:37
ich kann claudi nur zustimmen dein hund ist 10 wochen
und kann das alles garnicht können.
wie lang gehst du denn mit ihm raus?
es reichen am anfang 5 min aber dafür öfter. der hund kann noch nicht so lang.

jetzt teil dir das mit der erziehung mal ein fang langsam an
es reichen ein paar mal am tag 1-2 minuten üben und zwar erstmal sitz und nicht was sowas schweres.

lass es ruhig angehen ihr habt genug zeit er ist doch grad 2 wochen bei dir.
dann werdet ihr auch unzertrennlich.

nicole

sandinchen
09.04.2003, 20:14
Hallo Mika,
nur ein Tipp am Rande. Man sollte mit einem Hund vor dem 5. Monat überhaupt keine weiten Spaziergänge unternehmen. Es reicht völlig aus, wenn man mit ihm auf die nächste Wiese geht, wo er sich austoben kann. Bei den Wölfen werden die Kleinen bis zu diesem Alter auch daran gehindert, auf eigene Faust weiter weg zu laufen. Wenn man zu weit geht mit dem Hund könnte er später (muss natürlich nicht) zum Streunen neigen. Wie geasgt, dein Hund sollte zwar alles kennen lernen, aber er muss keinesfalls die große, weite Welt sehen :p
Das reicht später auch noch. Marathonmärsche sind bei einem wachsenden Hund eh tabu. Mir fiel das nur gerade ein, weil du geschrieben hast, er geht nicht mit dir spazieren. Welpen haben da meistens gar keine Lust drauf. Es ist eben auch gar nicht in ihrem natürlichen "Programm", einfach nur rumzulaufen. Die finden ganz andere Sachen toll. Sachen zerkauen, im Wind wehende Gänseblümchen fangen, Omis anbellen...

:p

Liebe Grüße
Sandra

billymoppel
09.04.2003, 20:44
ganz abgesehen von dem, was meine vorredner gesagt haben und womit sie recht haben, solltest du auch mal die beziehung zwischen dir und deinem freund untersuchen. ist es nämlich so, dass in einer partnerschaft einer ein starkes übergewicht hat, wird sich der andere auf den kopf stellen können, der stärkere wird immer ihre bezugsperson sein, auch wenn er nur 10min da wäre. alles andere wäre aus hundesicht selbstmörderisch. wenn man selbst kein problem mit solch ungleichgewichtiger partnerschaft hat, sollte man dann auch vom hund nichts anderes erwarten.
wie gesagt, soll nicht heißen, dass es bei euch so ist, ich wollte dir keinesfalls zu nahe treten.
wenn es an der zeit ist und der hund alt genug ist, würde ich auch dafür sorgen, dass "papi" sich an der erziehung beteiligt, sonst hat man das schöne feierabend-papi-syndrom, was ja auch bei kindern nicht unüblich ist.

mellyonsurf
09.04.2003, 20:49
Hi Milka (???)

Als ich deinen Beitrag gelesen habe, dachte ich erstmal: WIE alt mag LINUS sein, nach deinem Text hätte ich geschätzt so etwa 6 Monate - und dann wäre es sehr wahrscheinlich daß dein Freund der Bezugspartner ist (denn oft, meistens - oder immer?!? suchen sich die Fellmützen ihren "besten Freund" selber aus.

Aber als ich gelesen habe 10 Wochen, habe ich geschluckt...In dem alter sind viele Welpen noch bei ihrer Mutter. Also beherzige die Tipps die oben in Hülle und Fülle stehen! Nur einen Tipp habe ich oben noch nicht gefunden, und es werden sich wohl einige finden die mir widersprechen ;) wegen Dominanz und so...

Begib Dich in dieser jungen Phase ruhig mal auf seine Ebene. Kriech mit ihm auf allen vieren durch die Bude und spiel mit ihm "wie ein Hund"...ein bischen Rennen, mal anstubsen und "bellen"... ich weiß es klingt saudoof und man kommt sich auch ein bischen albern vor, aber ich habs bei meinem Dicken (hatte ich von Welpen an) und Blue (kam mit fast 2 jahren von der Straße) so gemacht. Und noch heute wissen sie, wenn ich "WUFF" sage und sie in die Seite knuffe oder mal am "Stert" zupfe : AHA, JETZT wird getobt.(Allerdings brauche ich bei meinen Riesen heute nicht mehr auf die Knie gehen:p )

Also denn, es ist schön wenn man einen gut erzogenen Hund haben möchte, aber ein 2-jähriger Mensch muß auch nicht säuberlich mit Messer und Gabel essen oder am besten noch "gepflegte Konversation" führen...:rolleyes:

Liebe Grüße und WUFF

mellyonsurf
09.04.2003, 20:51
Sorry, wenn ich mir namentlich schon nicht sicher bin, sollte ich wenigstens das Pseudonym richtig abschreiben::D :rolleyes: :cool:

In meinem obigen BEitrag also :

Hallo MIKA!!!

linus & mika
09.04.2003, 21:42
Hi Ihr Lieben

Ihr habt sicherlich alle recht und ich danke Euch allen für Euren Tipps, warscheinlich bin ich einfach zu ehrgeizig. Ich werde die Tipps beherzigen, was mich dazu veranlasst hat, Sorgen zu haben? Seine Brüder. Zwei Stück von ihm, sind bereits stubenrein. Und da die einen Besitzer Verwandte von mir sind und ich diese besucht habe mit Linus, und nach fünf minuten wieder gehen musste, weil Linus sich so gefreut hat auf sein Brüderchen und natürlich mit ihm spielen wollte, und sein Brüderchen ständig von meiner TAnte hoch gehoben wurde, nein der arme Hund, Deiner beisst ja ständig, bin ich gegangen, es hat mich ziemlich zerschmettert. Im Nachhinhein allerdings hat mir mein Papa erzählt (von ihm sind die Hunde), daß Linus Brüderchen das letztgeborene war und sich den anderen unterworfen hat und daß ich mir keine Gedanken machen sollte.

Nachdem ich heute noch ein bisschen mit Linus gespielt habe und auch draussen mit ihm getobt habe, ist unsere Beziehung auch wieder vollkommen ok. Ich denke, daß mein Freund und meine Kollegin sich nicht soviele Gedanken machen um die Erziehung wie ich, weil ich einfach Angst habe, im Welpenalter etwas falsch zu machen. Aber Ihr macht mir irgendwie wieder Mut.

Übrigens, daß was Ihr schreibt, beherzige ich seit er bei uns ist. Mit den Übungen ist es vermutlich einfach zu viel des Guten, wie Ihr schon zu Recht schreibt.

Vielen Dank noch mal

AnnaS
10.04.2003, 09:00
Hi Mika

Mach bitte nicht den Fehler und messe deinen Hund an anderen. Dein Hund ist individuell, also sag bitte nicht, dass ein anderer Hund im gleichen Alter dies und jenes schon macht, also muss dein Hund das eigentlich auch machen.

Und zum Thema Stubenreinheit:
Ein Hund mit 10 Wochen KANN noch gar nicht 100%ig stubenrein sein. Davon mal ab kann es aber auch ein Zeichen von Unsicherheit sein, wenn er in die Wohnung macht. Oder besser gesagt machen manche Hunde auch in die Wohnung, wenn sie unter- oder überfordert sind.
Ich glaube, bei dir ist es auch ganz einfach erklärt. Du schreibst, in der Wohnung ist er unsauber und meldet sich nicht, im Büro ist es aber ganz anders.
Nun, im Büro wird er von der Kollegin als jungen Hund betrachtet, und du wirst da wohl keine Zeit finden, um so intensiv mit ihm zu üben. Zu Hause aber ist er dem "Druck" des "ständigen" Übens ausgesetzt. Für mich klingt es logisch, dass das Büro ein Ort für deinen Hund ist, in dem er geborgen ist, weil dort nicht so viel verlangt wird von ihm. Zuhause aber ist dein Hund gefordert. Und damit kann dein Hund in dem Alter noch gar nicht umgehen.

Ich finde es schön, dass du eingesehen hast, dass du zu viel von deinem Hund verlangst. Und bedenke bitte, dass du deinen Hund mit einer solchen Überforderung auch kaputt machen kannst. Auch wenn du es sicherlich nur gut meinst, aber aus diesem zu gut meinen kann auch ganz schnell ein komplett unsicherer Hund werden und das ganz geht nach hinten los.
Lass ihn Welpe sein. Konzentrier dich im Moment in Sachen Erziehung am besten nur auf die Sauberkeitserziehung. "Sitz" oder "Platz" kann man spielerisch wunderbar mit einbringen, aber bitte nicht übertreiben. "Fuß gehen" muss ein Hund in dem Alter noch überhaupt nicht. In dem Alter lernen die meisten Hunde erst, dass es überhaupt ein Halsband und eine Leine gibt, und dass man diese Dinger an sich festgemacht bekommt.
Und wenn du dein "Baby" dann auch Baby sein lässt, wird sich die Bindung wieder stärken.

Alles Gute
Anna

Prisca
10.04.2003, 10:11
Hallo,

ja so eine Mensch-Hund-Beziehung ist nicht so einfach.

Einen Welpen der mit 10 Wochen völlig sauber ist hab ich auch noch nicht erlebt. Es gibt sicher welche, wo es etwas besser klappt als bei anderen. Ich habe die Erfahrung gemacht, das ich an diesen "Unglücken" nicht unschuldig war, ich hab die Zeichen übersehen oder wollte sie nicht wahrnehmen, so nach dem Motto: "Der Kleine war doch gerade erst draußen."

Liebe! Du solltest die Sache mit der Liebe nicht ganz so menschlich sehen, Dein Hund versteht das nämlich nicht, in dem Alter schon überhaupt nicht. Ich will damit nicht sagen, dass Hunde nicht lieben können, nur eben nicht im menschlichen Sinne. Meine Hunde lieben mich, da bin ich mir sicher, kommt aber mein Mann Freitags von Montage bin ich übers Wochenende abgemeldet, da gehen die beiden zum Schmussen zu ihm. Manchmal bin ich dann auch etwas eifersüchtig -im menschlichen Sinne- aber ich kann´s auch verstehen. Mir bleibt dann noch die Variante des "Zwangsschmusens", das erlaubt mir meine Position als Chef im Rudel, aber wirklich befriedigend ist das nicht. Ich hab sie ja ab Montag wieder für mich.

Die Idee mit der gleichen Ebene finde ich super, hab das auch praktiziert und tue es noch, ich habe zwei Teckel, da geht das.
Sie freuen sich immer, wenn wir mal hundisch miteinander sprechen. Diese "Fremdsprache" - für mich - klappt bei meinen auch beim schimpfen, sind sie zu aufdringlich oder betteln usw. dann knurre ich mal kurz in die Runde und schon herrscht Frieden. Warum soll der Hund nur unsere Sprache lernen? Wir sind doch sonst so für Fremdsprachen zu haben.

Das Brüderchen tut mir jetzt schon leid, was soll bloß aus ihm werden. Spielen, toben, gewinnen und verlieren gehört zum Hundeleben dazu. Mal von der Wichtigkeit für die Prägung und Entwicklung der Hundepersönlichkeit ganz abgesehen. Er wird dann vielleicht Karriere machen als hysterischer von Frauchens Arm Kläffer. Ein super Hundeleben, Gratulation!

linus & mika
10.04.2003, 13:31
Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für Eure tollen Hinweise und Tipps, ich habe gestern abend viel darüber nachgedacht, habe mal einen Rückblick gemacht und versucht, mich in den Hund zu versetzen. Nachdem ich jetzt Eure ganzen Threads lese, fällt mir auf, daß ich doch einiges richtig gemacht habe, ihn einfach nur viel zu sehr überfordert habe und er wirklich, wie Tobi es schon geschrieben hat, meinen Freund als Spielkameraden sieht und mich als Respektperson. Gestern hatte er wohl dann die Schnautze voll und einfach gestreikt. Nachdem ich ihn dann den ganzen Nachmittag ebenfalls ignoriert hatte und abends kurz weg musste, und meine Kollegin auf ihn aufgepasst hat und er sich riesig gefreut hat, als ich wieder gekommen bin, war auch das wieder vergessen. Beim gassi gehen hat er dann auch super gehört und ich habe mit ihm auf dem RAsen getollt. Übungen habe ich erst mal nicht mehr gemacht, ich habe ihn auch weitesgehend so an der Leine laufen lassen wie er wollte. Mit kleinen Einschränkungen, aber um das mal ein bisschen aufzulockern.

Als wir wieder im Büro waren, hat er dann ganz von alleine sein Lieblingsspielzeug gebracht und vor mir sitz gemacht und das Spielzeug fallen lassen. Mit einer schrägen Kopflage hat er mich dann angeschaut, so nach dem Motto: "Ich hab dich doch lieb und jetzt zur Versöhung spiel mit mir" und wer kann da schon wiederstehen?

Meine Kollegin und ich haben dann noch sehr lange zusammen gesessen und darüber gesprochen, und sie meinte auch, daß er zwar so sehr frech ist, aber schon genau weiß, was er darf und was nicht. Zum Beispiel frisst er keine Schuhe an, beisst nicht in Stühle oder Tischbeine, spielt nicht mit Kabeln, bellt nicht usw. Am Tisch betteln macht er auch nicht, selbst wenn man isst, legt er sich in sein Körbchen und schläft, weil er genau weiß, daß er nichts bekommt und somit ist der Tisch uninteressant.
Weiterhin weiß er genau, daß er sich im Büro zu benehmen hat, weil doch manchmal Besuch kommt. Er rennt dann zwar freudestrahlend zur Tür und lässt sich streicheln und kurz knuddeln, aber er geht dann sofort freiwillig wieder in sein Körbchen. Also alle Uneigenheiten hat sich überhaupt noch gar nicht angeeignet und scheinen ihn auch gar nicht zu interessieren. Und sie meinte auch, ich solle mal einen Gang zurückschalten, dann würde er auch Spaß mit mir haben.

Ein weiterer Hinweis darauf, daß er auf mich schon recht gut hört ist, daß er mit meinem Freund partout nicht an der Leine gehen will. Aber auf meinen Freund hört er, wenn er ruft hier, weil er genau weiß, daß er dann spielen kann. Bei mir ist es dann so, daß er zuviele Ereignisse in seinem Kopf abgespeichert hat, daß bei mir das Wort hier bedeutet, daß zum Beispiel das Schnüffeln vorbei ist, das Spielen oder er in die Wohnung muß. Dazu muß ich jetzt sehen, daß das Gleichgewicht wieder hergestellt ist, und wenn er hier hört, sich freuen darf, daß es jetzt was besonderes gibt und nicht immer nur negative Dinge. In dem FAll vergleiche ich es auch mal mit kleinen Kindern.

Lustigerweise muß ich ihn gar nicht bestrafen, ich muß nur den Tonfall ändern oder mit festen, strengen Ton "Ab ins Körbchen" (was er übrigens auch schon macht) Für ihn ist das dann Strafe genug, weil er sich in dem Moment genauso verhält, wie wenn ein anderer Hund die Rangordnung klarstellt (Im Fang festhalten und runterdrücken - hat er bei unserer Hundetrainerin gemacht, die einen Dobermann hat und das zur Begrüßung gemacht hat - Ich habe Linus dann beobachtet, ob er weiterhin Angst hat vor dem Hund, aber hatte er nicht, er hat nach kurzer Zeit die Ohren wieder hochgestellt und ganz vorsichtig mit ihm gespielt, also richtig Respekt gehabt) Selbst wenn ich ihn beim Pipi machen in der Wohnung erwische, reicht ein Pfui, ihn auf den Arm nehmen, in den Garten gehen, völlig aus, er zieht den Schwanz ein und schaut mich ganz bedröppelt an, nach dem Motto: "Menno, hättest Du nicht schneller runtergehen können, ich konnts halt nicht mehr einhalten"

Ich glaube mal wieder, daß Theoretiker, wie ich es einer bin, weil ich versucht habe, ihn aus Büchern zu lehren, aber völlig missachtet habe, daß er ja auch noch einen eigenen Charakter hat und nicht jeder Hund gleich ist, nicht immer auch gute Praktiker sind.

Übrigens, Linus ist seit Sonntag in der Hundeschule und da durfte er auch Toben und Spielen, nach den Trainingseinheiten. Wir fanden die Welpenspielstunde ziemlich gut, weil nicht nur getobt wurde, sondern auch Übungen gemacht wurden und viele Tipps gegeben wurden.



Oh mann, sorry, daß ich jetzt soviel geschrieben habe, danke schon mal jetzt fürs Lesen

Also danke Euch allen für die motivierenden Worte und kritischen Beiträge. Ich glaube wie gesagt nicht, daß ich ein Problemhund habe, er ist einfach sehr dominant und muß ab und an in seine Schranken gewiesen werden, allerdings bin ich froh, keinen Duckmäuser zu haben, wenn ich ein Kind hätte, würde ich das auch nicht wollen. Na ist doch ne gute Trainingszeit *hehe*

So jetzt lass ich Euch aber in Ruhe

mellyonsurf
10.04.2003, 14:14
Hallöchen Mika!

Schreib Dir ruhig alles von der Seele:D , mach ich auch immer;) !!!

Was ich Dir nach deinem "Brieflein" sagen wollte: Ich glaube kaum daß Linus megadominant ist, höchstens ein waschechter Terrier.;) :D , obwohl dafür ist er fast zu brav...


Zum Beispiel frisst er keine Schuhe an, beisst nicht in Stühle oder Tischbeine, spielt nicht mit Kabeln, bellt nicht usw. Am Tisch betteln macht er auch nicht, selbst wenn man isst, legt er sich in sein Körbchen und schläft, weil er genau weiß, daß er nichts bekommt und somit ist der Tisch uninteressant.

Obwohl mach Dir mit dem "zerkauen" nicht allzuviel HOffnung:D , unser Dicker hat seinen ersten Schuh mit 5 Monaten in Angriff genommen:( , allerdings habe ich ihn dabei erwischt:eek: , es gab mal richtig ÄRGER und seit dem lassen ihn die Schuhe auch schon wieder kalt...

Und noch was: GENAU so wie Du MEHR mit ihm Hund sein solltest (was Du ja jetzt tust *freu), sollte dein Freund ihm auch mal zeigen, daß er CHEF sein kann. Denn ob LINUS will oder nicht, wenn Männe sagt LEINE dann muß er auch bei ihm an der Leine gehen...

Viele Grüße

Jela
10.04.2003, 14:19
Hallo Mika!

Linus tut mir ein bisschen leid, weil er schon so viel in seinem jungen Alter erdulden muss. Andere Hunde in diesem Alter haben genug damit zu tun, stubenrein zu werden, Quatsch zu machen, rumzuwuseln und die Welt zu entdecken, haben also keine Zeit, auch noch mit dem überzogenen Ehrgeiz von ihren Menschen klarzuwerden. Sorry, aber da geht einem ja der Hut hoch, wenn man dich liest! Und du meinst sicher Welpenspielgruppe und nicht Hundeschule, oder? Und deine Tanten, die sind aus Walt Disney, die Bösen, die die Tiere quälen, Hündchen läuft dann weg und findet bei einem süßen kleinen Mädchen endlich einen Freund fürs Leben, der es versteht. Davon, dass Hunde spielen, sich kabbeln und zanken müssen, haben die wohl nie was gehört. Hunde haben, wie alle Lebewesen, auch ihre Aggressionen, ist euch das klar? Zinnsoldaten gibt’s im Spielwarenladen. Mannomann! Grrrr
:mad:

doggie
10.04.2003, 16:28
Jela, in Teilen gebe ich Dir absolut recht. Ich konnte kaum fassen als ich gelesen habe daß Linus erst 10 Wochen alt ist. Und dann ein solches Erziehungsprogramm..*kopfschü ttel
Unsere Hündin ist jetzt seit einem Jahr bei uns, sie war kein Welpe mehr als sie zu uns kam und es gibt heute noch Tage an denen ich stark an unserer Bindung zweifele und auch an der ganzen Erziehung der letzten Monate. Aber doch bitte nicht nach 2 (in Worten: zwei!!!!) Wochen!
Mika, ich hoffe wirklich Du nimmst Dir die Aussagen der anderen zu Herzen und lässt Deinen Linus das sein was er ist: ein Hundebaby dessen Leben in erster Linie in Entdecken der Umwelt, Spielen und Bindung zu seinen Menschen aufbauen besteht. Natürlich kann Erziehung mit eingebracht werden und soll sogar, aber doch bitte in Maßen und nicht in Massen!!

Gruß

linus & mika
10.04.2003, 16:31
[QUOTE]Original geschrieben von Jela
Hallo Mika!

Linus tut mir ein bisschen leid, weil er schon so viel in seinem jungen Alter erdulden muss. Andere Hunde in diesem Alter haben genug damit zu tun, stubenrein zu werden, Quatsch zu machen, rumzuwuseln und die Welt zu entdecken, haben also keine Zeit, auch noch mit dem überzogenen Ehrgeiz von ihren Menschen klarzuwerden. Sorry, aber da geht einem ja der Hut hoch, wenn man dich liest! Und du meinst sicher Welpenspielgruppe und nicht Hundeschule, oder? Und deine Tanten, die sind aus Walt Disney, die Bösen, die die Tiere quälen, Hündchen läuft dann weg und findet bei einem süßen kleinen Mädchen endlich einen Freund fürs Leben, der es versteht. Davon, dass Hunde spielen, sich kabbeln und zanken müssen, haben die wohl nie was gehört. Hunde haben, wie alle Lebewesen, auch ihre Aggressionen, ist euch das klar? Zinnsoldaten gibt’s im Spielwarenladen. Mannomann! Grrrr
:mad: [/QUOTE

Hallo Jela,

also bei Deinem netten Beitrag fällt mir wirklich nix mehr ein. Scheinbar hast Du meine Threads entweder nicht richtig gelesen oder nicht richtig verstanden. Logo meine ich mit Hundeschule Welpenspielstunde, ich habs ja danach nochmal geschrieben, damit es keiner missversteht.

Falls Du noch nicht verstanden hast, was elektronische Kommunikation ist, würde ich es Dir gerne erklären, aber das würde den Rahmen sprengen. Eins nur, wenn Du schon als Senior was weiß ich hier auftrittst solltest Du Deine schriftlichen Kommentare entweder noch einmal überdenken, wenn Du sie los schickst, oder aber per private Message schicken. Ich glaube zu wissen, daß ein Forum dazu da ist, um sich gegenseitig Tipps zu geben und nicht sich gegenseitig fertig zu machen und in Deinem Beitrag habe ich keinen einzigen Tipp gelesen. Verstehe mich nicht falsch, ich kann sehr wohl Kritik vertragen, wenn sie von jemanden kommt, der sich mit so etwas versteht, und nicht von jemanden, der erst mal los brüllt und die Mitglieder doof und ich meine wirklich doof anmacht.

Ich denke, darüber hast Du jetzt nachzudenken, vielleicht liest Du Dir aber meine Beiträge noch mal durch, um danach festzustellen, daß ich keinesfalls ein Tierquäler bin. Aber eigentlich ist mir Deine Meinung ziemlich egal.

In diesem Sinne

linus & mika
10.04.2003, 17:03
Original geschrieben von doggie
Jela, in Teilen gebe ich Dir absolut recht. Ich konnte kaum fassen als ich gelesen habe daß Linus erst 10 Wochen alt ist. Und dann ein solches Erziehungsprogramm..*kopfschü ttel
Unsere Hündin ist jetzt seit einem Jahr bei uns, sie war kein Welpe mehr als sie zu uns kam und es gibt heute noch Tage an denen ich stark an unserer Bindung zweifele und auch an der ganzen Erziehung der letzten Monate. Aber doch bitte nicht nach 2 (in Worten: zwei!!!!) Wochen!
Mika, ich hoffe wirklich Du nimmst Dir die Aussagen der anderen zu Herzen und lässt Deinen Linus das sein was er ist: ein Hundebaby dessen Leben in erster Linie in Entdecken der Umwelt, Spielen und Bindung zu seinen Menschen aufbauen besteht. Natürlich kann Erziehung mit eingebracht werden und soll sogar, aber doch bitte in Maßen und nicht in Massen!!

Gruß

Hi doggie,

gibt ja doch noch Leute, die Ihre Missbilligung nett verpacken können, danke doggie.
Ich nehme es wirklich ernst und habe mir auch einige Aussagen zu Herzen genommen,. Gestern habe ich wirklich an seinen Signalen gemerkt, daß ich langsam machen muß und danach war auch alles wieder normal. Ich möchte auch keinen Musterhund haben, der nach 10 Wochen schon alles kann, es war nur so, daß ich dachte, jetzt kannst Du ihm meisten beibringen und auch am meisten kaputt machen, also hatte ich etwas Angst und habe jedes Buch verschlungen und jeden Tipp sofort versucht umzusetzen, was natürlich total falsch war.

Hinzu kommt vielleicht, daß Linus ein Jack Russell Terrier ist und die Erziehung von Vornerrein schwieriger ist, das hat mich beängstigt und ich wollte gleich zum Anfang alles richtig machen. Also ich werde die Übungen jetzt sein lassen, sondern nur noch im Spiel gezielt einsetzen, wenn er das Gewünschte sowieso schon von alleine macht und es ihm auch Spaß macht.

Naja, scheinbar sollte man aber in Foren aufpassen, was man fragt, denn man will ja keine Romane schreiben und reduziert seine Probleme auf ein geringes Maß, da kann es schon mal vorkommen, daß man missverstanden wird.

gini_aiko
10.04.2003, 17:54
hallo mika,

weißt du ich glaub viele meinen es nicht *böse* wenn sie so explodieren. in foren sind die umgangstöne öfter etwas rauher. als ich deine texte das erste mal gelesen habe, dachte ich du willst uns veräppeln. ich hab mir dann die site von linus angesehen und gemerkt wieviel liebe dahinter steckt und dass du einfach möglichst alles perfekt machen möchtest. du scheinst große *angst* zu haben etwas falsch zu machen, ... bzw. einen dominaten hund zu haben. man kann ein hund *tot* trainieren und dann geht einfach gar nix mehr, ... besonderes bei einem so jungen wurm kann viel schaden anrichten. aber ich denke du hast und bereits verstanden.

schalte einfach einige gänge zurück und mach so weiter wie bisher nur eben VIEL langsamer.

noch was zur bindung: bindung braucht zeit und liebe. spiel viel mit linus, ... beim spazieren gehen kannst du dich verstecken, ... usw.

meld dich einfach wenn du fragen hast, geht besser zu beantworten als pauschal ne kleine welpenfibel im forum abzutippen.

liebe grüße
claudia mit aiko und gini

linus & mika
10.04.2003, 18:31
Hi gini_aiko,

naja, an den unterschiedlichen Antworten (und Tönen, wenn man das so nennen kann ;) ) kann man dann schon sehen, daß einige es nicht grad gut meinen, denn sonst würden sie ja Verbesserungsvorschläge machen oder zumindest, wenn die Antwort im ersten Moment Kritik ist, Mut machen.

Als ob ich dem Hund böses wollte (Zitat von Laura: Linus tut mir ein bisschen leid, weil er schon so viel in seinem jungen Alter erdulden muss), daher merkt man schon, wer sich den Thread durchliest und nicht.

Aber egal, ich danke Dir auf jeden Fall, aber bei der Antwort konnte ich wirklich nicht anders, als so zu antworten. Sieh mal, Du hast ja auch gleich kritisiert, aber auch gleichzeitig wertvolle Tipps gegeben.

Also, ich möchte auch gar nicht weiter darauf eingehen, das würde den Thread sprengen und das gehört ja eigentlich nicht zum Thema.

Ich glaube, er war gestern einfach bockig und hat mir ein Zeichen gegeben und ich hab es glücklicherweise erkannt und mir zu Herzen genommen, was mir hier gesagt wurde.
Heute lief alles wunderbar, gassi gehn kein Problem, ich blieb stehen, er hat mich angeschaut und gewartet. Wir haben mit seiner Leine gespielt, er ist über den RAsen getobt und hat brav seine Geschäfte erledigt. Im Büro hat er vorhin gejammert und ich bin nicht gleich aufgesprungen, weil ich telefonieren musste, als das Gespräch zu Ende war, hat er noch ein paar mal gewinselt und ist vor der Tür hin und her gelaufen. Da ich meine Jacke anziehen musste, hat es ihm wohl etwas zu lange gedauert und hat mich angeschaut, einen Tropfen Pipi gemacht und sich zur Tür umgedreht, nach dem Motto "Jetzt mach endlich, ich muss, siehste doch", ich also diesmal nicht pfui, sondern direkt mit ihm raus. Draussen Lob und Leckerli und gespielt. Er ist mir überall hin gefolgt, hat nicht gezerrt und ist nicht einfach hocken geblieben. Hat mich auch während des kurzen Spazierganges immer wieder mal angeschaut. Oder ist auf mich zugesprungen und hat mit dem Schwanz gewedelt.

Ich habe also verstanden und der Hund fühlt sich wohl und belohnt mich ab und zu mit Abschlecken und Gehorchen.

mellyonsurf
10.04.2003, 19:03
Hallo Mika!

Als eine die dieses Forums- Thema von Anfang an gelesen hat, und ihren Senf dazu abgegeben hat, möchte ich mich hier noch mal zu Wort melden:

Als ich damals mit 19 mein erstes (zweibeiniges:D )Kind bekommen habe, habe ich in der Schwangerschaft auch alles "gelesen" was ich zu fassen gekriegt habe, denn gerade als JUNGE Mutter wollte ich beweisen daß ich PERFEKT sein kann... Gott sei dank habe ich mit jedem Schinken den ich gelesen habe, gemerkt, daß manche total überzogen waren und viele sich gegenseitig widersprochen haben. Ein Forum, daß mir den Kopf zurecht rücken konnte (;) lieb gemeint...:) ) hatte ich damals nicht!

Ich denke Du hattest vor lauter GUTEM WILLEN den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen, aber aus deinen Zwischenbeiträgen habe ich schon gelesen, daß Du dich BESSERN willst:) :D :p ! Beste Beweise:


Ich glaube mal wieder, daß Theoretiker, wie ich es einer bin, weil ich versucht habe, ihn aus Büchern zu lehren, aber völlig missachtet habe, daß er ja auch noch einen eigenen Charakter hat und nicht jeder Hund gleich ist, nicht immer auch gute Praktiker sind.

EINSICHT IST DER BESTE WEG ZUR BESSERUNG!

und


Ich habe also verstanden und der Hund fühlt sich wohl und belohnt mich ab und zu mit Abschlecken und Gehorchen.

Mach weiter so, pack die "Bücher" in die Mottenkiste (zumindest vorerst) und genieße dein Baby. Und nimm Dir nicht jeden Wortlaut so zu herzen: Du weißt daß Du um HILFE gepostet hast und Du bsit bereit Lehren draus zu ziehen. DAS ist wichtig,

liebe Grüße und ein Wuschel an alle Fellmützen

Cockerfreundin
10.04.2003, 21:35
Hallo, Mika!

Die zwei Wochen, die Linus jetzt bei Euch ist, sind für Euch "nur" zwei Wochen ... für Linus ist es ein Fünftel seines bisherigen Lebens! Und alles ist neu: das zuhause, das Büro, all die Menschen und Hunde, die Leine, die Regeln... einfach alles!

Ich habe damals mit Basti gute Erfahrungen gemacht mit ganz kurzen, aber festen "Schulstunden" ;) ... sprich Übungs- und Spieleinheiten ... zuerst nur Zuhause, später dann auch auf unseren Spaziergängen an (zunächst) festen Orten. Das hat ihm Sicherheit gegeben und vor allem uns beiden Erfolgserlebnisse. Und "Üben" war für Basti von Anfang an etwas gaaaanz tolles :) :) :)

Viel Freude weiterhin mit Eurem welpen wünschen
Annette + Basti :)

Jela
10.04.2003, 22:42
Hallo Mika!

Kannst mir glauben, dass das nicht mein normaler Ton war und ich war bewusst böse. Stimmt, habe schon viel hier geschrieben, davon vielleicht 2 oder 3 'böse' Beiträge. Ich war aber wirklich geschockt. Stimmt, hatte auf der Arbeit nicht wirklich Zeit zu lesen, aber konnte auch wirklich nicht glauben, was da alles von so einem kleinen Knäuel verlangt wird. Ich wollte aber sicher nur das ausdrücken, was die anderen dir auch klar machen wollten: nämlich dass das Problem nicht das kleine Hündchen ist. Aber der Ton spielt die Musik, das sollte ich am besten wissen. ;) Also sorry, wenn ich über's Ziel hinaus geschossen habe. :(

Grüße

Jela

Jela
10.04.2003, 22:45
Übrigens, du wurdest aber auch schnell persönlich, also von wegen "elektronische Kommunikation". Und guck mal, die anderen sind "Freaks" und "Dedicated", dafür müsste ich noch viiiiel schreiben. :D :p

linus & mika
11.04.2003, 11:47
:p Danke Euch und sorry noch mal, Jela, für das Angreifen, war auch von mir nicht so fair. Warscheinlich habe ich mich selber unter Druck gesetzt, weil meine Tante mit dem Brüderchen schon geschafft hatte, aber im Nachhinhein und nach längerem Nachdenken über den 5 minuten Besuch meinerseits muss ich wirklich sagen, daß meiner eigentlich richtig gut im Einklang ist und normal für sein Welpenalter. Und ihrer völlig verängstigt, weil er gar nicht weiss, was er machen darf und was nicht. Dazu hat er Fressstörungen und kotzt ständig. Also das hätte mir gleich was sagen müssen.

Aber nun bin ich schlauer, auch wegen der netten Hinweise (auch nicht so netten ;) ) von Euch. Ich habe zwar schon selbst am Abend drüber nachgedacht und mit meiner Kollegin gesprochen, aber dennoch hat einiges meine Gedanken bestätigt.

.

sandinchen
11.04.2003, 14:30
Hallo Mika,

ich habe, so wie du, meinen 2-jährigen Hund auch erst seit kurzem. (Am Sonntag sind es 7 Wochen). Ich habe zwar schon viel Erfahrung mit Hunden, weil ich immer viel mit Hunden zu tun hatte (Pflegehunde, Freunde etc) aber nun mit einem eigenen Hund sieht die Sache halt ganz anders aus.
Ich habe auch schon unendlich viele Bücher über Hunde gelesen und weiß vielleicht mehr als manche Hundebestizer in ihrem ganzen Leben über ihre Hunde erfahren, aber dieses Wissen kann einem manchnal auch zum Verhängnis werden . Nicht, dass ich es jetzt besser finden würde, wenn man sich nicht ständig informiert, aber dieser ganze "Theoriekram" kann einen manchmal ganz schön verunsichern. Ich kenne das Gefühl, dass man jaaaa nichts falsch machen will. Man stellt dann unterbewusst Erwartungen und enttäuscht sich dann selbst, wenn irgendwas anders läuft. Aber ich glaube, davon, dass alles immer so funktioniert, wie man es sich vorstellt, davon muss ich mich, genau wie du, ganz schnell verabschieden.
Wenn mein Hund sich bei einer Übung z.B. mal besonders "begriffstutzig" (ich mein das jetzt mal menschlich gedacht) anstellt, dann ärger ich mich auch oft und denk mir: Mensch! Vor 5 Minuten klappte es bestens!
Aber dann versuch ich mich daran zu erinnern, dass ich einen Hund vor mir hab, der eben manchmal hundert oder noch mer Wiederholungen braucht, bis er wirklich verstanden hat, was ich von ihm will.

Ich wollte dir hiermit eigentlich nur sagen, dass du mit deinem Prpblemchen immer alles richtig machen zu wollen nicht alleine da stehst. Ich möchte auch am liebsten immer alles perfekt machen, wie man an anderen Forumeinträgen von mir vielleicht auch erkennen kann. Aber so läuft das halt nicht.

Ich finde von einem Hund kann man vor allem auch folgendes lernen: Alles mal ein bißchen lockerer zu betrachten. Ein Hund macht sich nicht ständig 'nen Kopf über Gott und die Welt. Er tut einfach, was ihm gerade in den Sinn kommt.
Ich versuche mich auch immer wieder daran zu halten. Auch wenn es mir nicht immer gelingt.
Aber morgen ist ja auch noch ein Tag...;)

Liebe Grüße
Sandra und Dax

volker
11.04.2003, 16:55
Hallo Mika,

ich habe deine Berichte aufmerksam gelesen und möchte dich auch nicht brichtigen oder mahnend den Finger erheben.

Aber das was ich lese bedrückt mich etwas, da es für mich eine verkehrte Welt ist.
Ich kann verstehen, daß die Hunde immer "mein Kind" "mein Baby" etc genannt werden. Die Doppelmoral beginnt aber schon damit, daß wir einem Welpen seine Mutter entziehen ,ihn zu unserem Kind machen und zur absoluten Abhängigkeit erziehen.
Das war aber nur mal so ein Gedanke und ich habe ihn bereits wieder vergessen.

Nun Mika, ich möchte dir nur eines mit auf den Weg geben. Der Hund ist von der Rasse her betrachtet nicht die glücklichste Wahl, er passt zu dir vielleicht nicht perfekt. Ich hoffe, daß der Hund sich entsprechend deiner Vorstellung entwickelt. Ich glaube aber eher, daß der JR dabei der Verlierer sein wird.

Ich will dir aber in keiner Weise ein Vorwurf machen, nur es tut mir als langjähriger Fan der Rasse leid, daß diese in Mode gekommen ist.


Grüße und viel Spaß


Volker

linus & mika
11.04.2003, 16:56
Hi Sandinchen,

vollkommen richtig, das ist mir nun auch bewusst geworden, obwohl ich gar nicht so ein Perfektionist bin, das bin ich eben nur bei Dingen, die mir super wichtig sind, aber ich glaube auch, daß Mensch von einem Hund noch jede Menge lernen kann.

Und ich habs ja gestern gesehen, wie gut es funktioniert, sobald man locker lässt. Er hört, er kommt gerne, er freut sich auf mich, er macht gerne Dinge für mich, zum Beispiel seine Quietsche-Maus bringen, mir vor die Füsse zu legen und mit der Nase anstubsen und schräg gestellten Kopf angucken. DA könnt ich ihn auffressen. Gestern hab ich mich öfter mal zu ihm auf die Ebene begeben und wir beide haben mit den Zähnen an einem Seil gehangen, da hatte er Spaß.

Und daran habe ich einfach gemerkt, daß ich nicht anfangen sollte nur Übungen zu machen sondern ihn einfach machen lassen. Die Übungen macht er von ganz alleine im Spiel, weil er sieht, wie sehr ich mich darüber freue und er will mir ja gefallen.

sandinchen
11.04.2003, 17:14
Original geschrieben von linus & mika

Die Übungen macht er von ganz alleine im Spiel, weil er sieht, wie sehr ich mich darüber freue und er will mir ja gefallen.

Hallo Mika,
jetzt will ich dich nicht gleich wieder dagegen reden, aber deinen letzten Satz solltest du noch mal überdenken. Ein Hund tut nämlich nur sehr selten das was uns gefällt, sondern fast immer das was ihm gefällt.
Vielleicht ist es besser so ausgedrückt. Ich denke ein Hund tut immer das, wovon er persönlich den größten Vorteil hat. Ich versuche auch immer, diesen Gedanken für mich im Hinterkopf zu behalten.
Wenn du mit deinem Hund spielst und er verhält sich so, dass es "dir gefällt", dann wirst du weiter mit ihm spielen. Das merkt sich dein Hund und wird es beim nächsten Mal vielleicht wieder so machen, aber nicht, weil er glaubte, er würde dir gefallen, sondern weil er gelernt hat, dass dann das Spiel weitergeht.

Ansonsten mach weiter so,
Grüße Sandra

gini_aiko
11.04.2003, 22:03
Und daran habe ich einfach gemerkt, daß ich nicht anfangen sollte nur Übungen zu machen sondern ihn einfach machen lassen. Die Übungen macht er von ganz alleine im Spiel, weil er sieht, wie sehr ich mich darüber freue und er will mir ja gefallen

das ist leider ein irrglaube - kein hund macht etwas um zu gefallen - hier ein zitat von jean donaldson aus hunde sind anders:

[I][...]wann begraben wir ein für alle mal die idee, hunde hätten den "wunsch zu gefallen?" welch nichts sagende und gefährliche vorstellung. ich suche immernoch den hund, der überhaupt am inneren zustand seines besitzers interessiert ist? der hund interessiert sich höchstens dafür, wie sich der ausdruck dieses zustandes auf ereignisse auswirkt, die von ihm für bedeutung sind. obwohl bei einigen hunden das lob bei abwesenheit jeglicher anderer motivation als bestärker funktioniert, ist dessen wirkung begrenzt und lässt das gen des *wunsches zu gefallen* in höchst zweifelhaften licht erscheinen.
bei näherer betrachtung wird die sache noch haltloser. legen wir also für anfänger fest, dass das lob als signal für sicherheit dient - ein anzeichen dafür ist, dass die wahrscheinlichkeit aversiven handelns extrem niedrig ist. in der herkömmlichen unterordnung ist das offentsichtlich so. die hauptmotivation, so sagt man, ist das lob. die hauptmotivation besteht eigentlich aus dem vermeiden aversiver mittel, also der so genannten *leinenkorrektur*. taut der trainer überhaupt etwas, so lernt der hund, wenn er für eine reaktion gelobt wird, dass er seine korrektur vermieden hat; und damit bekommt das lob für ihn einen sinn und eine bedeutung. auch sind hohe und abgehackte stimmen, wie sie häufig zum loben des hundes eingesetzt werden, möglicherweise an sich reizvoll, zumal sich der mensch dieser lauten töne in seiner interaktion mit tieren in praktisch allen kulturen bedient. bedeutet dies aber, dass der hund diesen ton als zeichen für einen inneren zustand desjenigen ansieht, der diesen ton hervorbringt? das ist unwahrscheinlich. [...][/]

liebe grüße
claudia mit aiko und gini

linus & mika
14.04.2003, 13:30
Hallo Volker,

den Hund habe ich nicht, wegen einer Modeerscheinung, die habe ich auch nicht mitbekommen. Ich weiß auch, dass Jackies einen eigenen Charakter haben, deshalb wollte ich ihn ja haben. Da ich die Mutter von Linus kenne (die Hündin meines Papas) und ich diesen Hund schon immer geliebt habe, war ich auch die erste, die den Finger gehoben hat, als es hieß, Gipsy sei schwanger. Linus habe ich auch nach seinem Wesen ausgesucht, nämlich den Frechsten vom Wurf (5 Brüder). Dass das jetzt unheimlich viel Arbeit bedeutet ist mir klar, deshalb frage ich ja auch Leute, die sich mit Hunden auskennen.

Ich finde es auch nicht ganz ok, daß hier jeder schreibt "Linus tut mir leid" oder "Linus ist der Verlierer", das hört sich an, als wäre ich ein Tierquäler und wüsste nicht, wie man Hunden umgeht. Jack Russells sind eigen, sind keine Schäferhunde oder Dackel, daher habe ich mich (was mein Fehler ist), vorher schon in unzähligen Büchern und auf unzähligen Internetseiten über die Rasse schlau gemacht. Auch Leute, die einen Jack Russell haben, haben mir vieles bestätigt. Der Satz, daß der Hund mir gefallen will, ist so vielleicht nicht ganz richtig, stimmt aber zur Hälfte.

Ich habe um Hilfe gerufen, weil ich gemerkt habe, daß ich etwas falsch mache und ihn zu sehr fordere. In einem Jack Russell Forum wurde mir eine tolle Seite empfohlen:

http://www.spass-mit-hund.de/

Unter Calming Signals habe ich öfter Linus wieder erkannt, als mir lieb war und dadurch die Bestätigung bekommen, daß wir einfach aneinander vorbei geredet haben :)

Dadurch daß diese Rasse eben sehr unterschiedlich von allen anderen Hunden ist, bin ich vermutlich in dem Jack Russell Forum besser aufgehoben, dort gabs zwar auch Kritik, die ich hier um Gottes Willen natürlich auch annehmen würde, aber auch jede Menge hilfreicher Tipps und mutmachender Worte von Besitzern, die ähnliches auch kannten und mir Fehler ersparen wollten. Bisher habe ich dort noch keinen einzigen Satz gelesen, wie "Linus tut mir leid" oder ich solle mal überdenken, ob ich der richtige Partner für den Hund wäre. Oder so lustige Sachen, wie ob ich ein Problem mit meiner Beziehung hätte, da musste ich ja echt erst mal lachen.

Naja, dies ist mit Sicherheit ein tolles Forum, aber offensichtlich nicht für uns.

So long
:D

sandinchen
14.04.2003, 13:53
Hallo Mika,
sieh es nicht so eng.
Es gibt doch überall Leute, die einem mal ans Bein pieseln. ;)

Manchmal ist es auch einfach schwierig in so einem Forum richtig verstanden zu werden. Ist ja auch nur ein Forum, da kann man sich kein vollständiges Bild machen.

Liebe Grüße,
Sandra

volker
14.04.2003, 14:05
Hallo Mika,

Ich habe deinen Beitrag mit interesse gelesen und stimme dir in der Beurteilung teilweise zu. Es wird hier manchmal vielleicht etwas heiß diskutiert aber niemand ( unterstelle ich jetzt einfach ) meint es böse.

Ich habe gesgt, daß es mir leid tut, daß die Rasse in Mode gekommen ist und dazu stehe ich auch. Mir blutet das Herz wenn ich JR´s mit tollen Anlagen sehe ,welche verkümmern da die Hunde unseren Ansprüchen gerecht werden sollen und leider aufgrund gesellschaftlicher Zwänge auch müssen.

Meine Meinung habe ich mir aus deinen Berichten heraus gebildet und deshalb kann diese auch falsch sein.

Wenn du schreibst , daß du dich mit mehreren Besitzer der Rasse unterhalten hast, dann frage ich dich ob es die richtigen oder die üblichen JR Besitzer waren.

Die meisten Besitzer die ich kenne sind zum Beispiel Pferdenarren, welche mir immer sagen, daß ihre Hunde zufrieden und glücklich sind wenn sie beim ausreiten mit dabei sein dürfen. Nun ist der JR aber kein Langstreckenläufer und es macht ihn nur glücklich, weil es der Höhepunkt der Ereignisse seines bescheidenen Lebens ist.

Nach dem Lesen deiner Beiträge habe ich mich gefragt ob du weist, was dein Hund wirklich will und auch braucht oder ob du ihm Dinge beibringst welche deiner Meinung nach korrekt sind.

Es ist nunmal so, daß das was ein JR braucht nicht unbedingt in unser Denkschema passt und wir zum Jäger werden müssen um ihm das zu bieten was ihn glücklich macht.


Grüße Volker

linus & mika
14.04.2003, 16:38
Hallo Volker,

wie ich bereits gesagt habe, würde es dieses Forum sprengen, würde ich alle Randinformationen hier herein packen, daher sollte man nicht vorschnell urteilen, sondern vielleicht seine Fragen zur Umgebung stellen und man kann dann immer noch ein Urteil fällen, aber Vorschnell irgend was schreiben ohne Tipps zu geben oder ein paar Fragen zu stellen, damit man es besser beurteilen kann, finde ich nicht ok. Daher sagte ich auch, daß es vielleicht nicht das beste Forum für uns ist. Damit will ich niemandem auf die Füsse treten, sondern beurteile das nur für uns.

Zu den Randbedingungen: Die neue Frau von meinem Papa hat vier Pferde und nimmt ihre Gipsy mit auf Ausflüge oder wenn sie einfach nur im Stall ist. Da wir meinen Papa recht häufig besuchen, wird unserem Linus dieses Glück auch zuteil werden, natürlich nicht mit mir auf dem Pferderücken ;)

Weiterhin habe ich natürlich Leute gefragt, die Züchter sind und Mitarbeiter des Jack Russell Clubs sind. Also keine HInterhof-Züchter oder Modezüchter, wie Du es so schön nennst. Deine Meinung über Modehunde kannst Du ja gerne kund tun, ich bin ebenfalls nicht dafür, denn gerade für diese RAsse reicht es nicht aus, wenn jemand den Hund süß findet und zum nächsten Händler fährt und sich einen kauft, weil er einfach goldig ausschaut. Daher möchte ich diese Aussage einfach nicht auf mich beziehen. Mir war auch von Anfang an klar, was es bedeutet, einen Jack Russell zu haben, ich habe lediglich meine Ängste beschrieben, die bei dieser Rasse ziemlich schnell Realität werden können, wenn man nicht aufpasst.

Daß der Hund nicht unbedingt als Jagd- oder Pferdebegleiter eingesetzt werden muß, ist Dir hoffentlich auch klar, aber daß er einen gewissen Auslauf und Beschäftigung haben sollte, ist mir klar, dennoch keine 24 Stunden am Tag, daher meine Regelmentarien, was die ERziehung angeht. Was ist verkehrt daran, daß der Hund hört, sitzt, platz macht, an der Leine geht, wenn er ansonsten die meiste Zeit seinen Spass haben darf? Daß ich es übertrieben habe, habe ich schon mehrmals eingesehen, dennoch muss ich dazu sagen, daß Jack Russells (und wenn Du schon so ein FAn bist, wüsstest Du das auch), sehr gerne lernen und Kopfmässig fit gehalten werden wollen. Logischerweise nicht gleich als Welpe an, schon klar.

Ich denke, damit habe ich mich genug gerecht fertigt und ich mag jetzt auch nicht mehr, langsam kommt man sich ja wirklich wie ein Tierquäler vor.

volker
14.04.2003, 17:05
Hallo Mika,

Nun du mußt dich nicht angegriffen fühlen, da es mir auch gar nicht zusteht ( möchte ich auch gar nicht ) dieses zu tun.

Was ich eigentlich hören wollte ist die Richtung in welche du mit Linus gehen willst. Also welche Ziele du verfolgst und du euer gemeinsames Leben zu gestalten gedenkst.

Daß dein Hund gewisse Kommandos lernen soll ist ebenfalls verständlich wie auch richtig. Die Frage ist aber was du mit dem Spaß haben meinst, den da gehen deine Ansichten vielleicht in eine andere Richtung wie bei Linus.

Es ist wichtig, daß du für dich festlegst wo deine Grenzen sind und wo die deines Hundes sein sollen.

Meiner hat z.B. am Wochenende eine Ratte aus einem Rübenkeller herausgeholt. Meine Nichte befand diese Aktion für unmöglich und hat mich gebeten ihm dieses doch abzugewöhnen.

Ich werde es ihm sicherlich nicht abgewöhnen, da es für ihn der größte denkbare Spaß verbunden mit Lebensfreude ist.

Und vor allem ist es das weshalb er über viele Generationen seine Lebensberechtigung hatte.

Aus diesem Grunde vergrabe ich auch grünen Pansen oder versenke ihn in Schlammlöcher.

Du siehst, jeder hat seine eigene Meinung darüber was richtig oder Wichtig ist und was nicht.

Ich freue mich nunmal über meinen Jäger und habe meine Ansicht von Spaß und Spiel seinen Bedürfnissen ein Stück weit angepasst. Vielleicht verstehst du mich jetzt etwas besser und fühlst dich nicht angegriffen. Mache dir einfach einmal Gedanken darüber ob du einen cleanen Hund willst oder einen JR. Wenn du weißt was du willst und was das beste für deinen Hund ist bist du bereits weiter als die meisten JR Besitzer.

Grüße Volker

AnnaS
15.04.2003, 08:00
Hi Volker

Wen versenkst du im Schlamm? Den Pansen, oder deinen JR??? :D :D :D

Anna

billymoppel
15.04.2003, 09:55
ich kann dir da nur zustimmen!
für mich war das auch ein lernprozess. ich bin zum jagdhund gekommen, wie die jungfrau zum kinde. bald musste ich feststellen, dass mein hund seine wirklich glücklichen momente im wald hat. also habe ich mich darauf eingelassen (und nicht mehr erwartet, dass er irgendwelche spielchen spielt, die er nicht spielen will), ihn einer wenigstens grundhaften jagdlichen ausbildung unterzogen (die seiner sicherheit sicher wesentlich mehr dient, als wenn ich versucht hätte, ihn mit zwang davon abzubringen) und gehe halt zumindest am wochenende spur mit ihm, auch wenn es mich ank... an einer spurleine durchs unterholz geschleift zu werden. aber machen wir dann rast, habe ich die größte denkbare belohnung: einen hund der mit sich, mit mir und der welt als solcher im reinen ist. einen hund, der seine besonderen gaben zumindest ansatzweise befriedigen konnte. dann brechen wir unser brot zusammen und ich glaube nicht, dass wir jemals mehr zusammengehören als in diesen augenblicken. zwar kann ich ihm die wirkliche jagd nicht bieten, nicht weil ich grundsätzlich etwas gegen die jagd habe, sondern nur gegen die art wie sie hierzulande praktiziert wird. aber das ist eine andere diskussion.

Dagi
15.04.2003, 10:36
Hallo Mika,

ich habe den Thread erst jetzt aufmerksam durchgelesen und möchte doch noch was dazu sagen - keine Sorge, nix mehr zu der Überforderung ;)
Aber: vor allem Dein zweiter Beitrag hat mich ein wenig stutzig gemacht. Und zwar die Art und Weise, in der Du von dem Hund erzählst: er weiß genau..., er versteht...,
Das ist einfach nicht drin! Hunde wissen nicht genau, Hund verstehen nicht - bei Hunden gibt es auch kein richtig oder falsch - es sind und bleiben Hunde! Und alles was sie "wissen" sollen, müssen sie lernen, und das ist ein langer Prozess, der gerade erst angefangen hat.
Ich habe halt den Eindruck, daß Du es irgendwie zu menschlich siehst - ok, vielleicht wusstest Du auch nur nicht, wie Du es schreiben solltest?

Und bitte nicht den Dackel verharmlosen
:D das ist auch ein sehr eigener Geselle! Allerdings habe ich auch so ein besonders liebes Exemplar, das nix angeknabbert hat.
Aber gib Dich keiner Illusion hin - irgendwann kommt's dicke :D :D :D zum Beispiel in der Pubertät. Tja, und vorgestern hat Amy dann auch zum ersten mal ein Schuhband angekaut ;)
Dein Hund hat noch nicht nix angekaut, weil er weiß, daß es tabu ist - sondern weil er es als Kauspielzeug noch nicht ausprobiert hat *gg*. Aber vielleicht hast Du auch Glück, und er wird es nie ausprobieren...

Auch etwas anderes hat mich noch aufhorchen lassen: er bringt Dir den Ball und guckt dann so lieb mit schiefgelegtem Köpfchen. Du schriebst, daß man da wohl kaum widerstehen könnte. DOCH! Unbedingt! Gerade bei so einem eigenwilligen Charakter, solltest Du nicht auf SEINE Spielaufforderungen eingehen - sonst hast Du sehr schnell so einen Hund, der Dich anjault oder verbellt, wenn Du nicht sofort mit ihm spielst.

Starte ALLE Aktionen immer nur DU! Ob es das rausgehen ist, spielen, schmusen, füttern - egal was: die Initiative sollte immer von Dir ausgehen! Das ist ein Rat, den ich Dir unbedingt mit auf den Weg geben möchte.

Naja, ich hoffe, Du liest es doch noch...

Liebe Grüße
Dagi & Amy

Dagi
15.04.2003, 10:39
Korrektur: es war nicht Dein zweiter, sondern Dein dritter Beitrag :rolleyes:

Ach ja: und das Bellen kann noch kommen... ;)

Dagi

linus & mika
15.04.2003, 12:37
Hi Zusammen,

naja, dieses Thema ist doch etwas schwierig, um es in einem Forum zu diskutieren. Ich bin eigentlich mit Hunden groß geworden, allerdings nie mit einem Jack Russell. Da mich soviele Leute vor dieser Rasse gewarnt haben, habe ich mich vorher und mitten drin schlau gemacht. Mir wurde immer öfter gesagt, daß diese Rasse von anfang an gewisse Dinge lernen soll, sonst springt er, je nach Person, auf dem Kopf rum, und das lernt die Rasse unheimlich schnell.

Nun, was ich eigentlich von Linus erwarte, wenn er mal älter wird, oder was ich mir unter einer gemeinsamen Zukunft vorgestellt habe:

- Einen Mitjogger
- Einen Freizeitpartner mit eigenem Kopf
- Keinen Jäger, aber ich freue mich schon jetzt auf lustige Waldspaziergänge, also buddeln darf er, und seinen Jagdtrieb soweit es nicht ins wirkliche Jagen an sich geht, leben und seinen Spaß haben. Im Wald war ich noch nicht, da er noch ein Welpe ist, und noch keinen ausreichenden Impfschutz, daher läuft er maximal 15 minuten draussen und nur an der Leine. Schnuppern darf er, allerdings noch nicht an Kot von anderen Hunden. Da reiße ich ihn weg. Ansonsten darf er sich mit uns in unserem Garten 2000qm² austoben und buddeln und schnuppern und Äste anknabbern.
- Ein Wandersbegleiter

Und wenn wir Papa besuchen, darf er mit seiner Mama mit zu den Pferden.

Auf der anderen Seite soll er (auch zur eigenen Sicherheit) einfach auf die normalen Kommandos hören. Alles andere, wie Ball bringen oder sonstige lustige Kunststücke sind Nebensache und mir überhaupt nicht wichtig. Wie gesagt, der Hund weiß schon wo seine Grenzen liegen, wird diese mit Sicherheit auch immer mal wieder in Frage stellen, wie irgend wann anfangen Schuhe anzuknabbern oder so, da gebe ich mich keiner Illusion hin, gestern nacht hat er auch zum ersten Mal richtig gebellt, weil draussen ein Hund gebellt hat.

Vermutlich habe ich ihn einfach zu sehr, mit unseren alten Hunden verglichen, und erwartet, daß er die selbe Entwicklung durchlebt. Daß er aber seinen eigenen Kopf hat habe ich erst in den letzten Tagen registriert.

Aber das kriegen wir schon hin ;-)

Jela
16.04.2003, 08:50
Hallo Mika!

Nochmal ich. :cool:

Hundebesitzer und ihre Hunde - wie Eltern mit ihren Kindern, oder? Die einen sagen, der Hund soll sollen, die anderen, es muss auf die Bedürfnisse des Tieres eingegangen werden. Und dann ist da auch der Hund, der seinen ganz eigenen Kopf hat. Alles unter einen Hut, macht die große Kunst, glaub ich.

(Das war das Wort zum Sonntag. :D )

Grüßle

Jela
16.04.2003, 08:51
...alles unter einen Hut zu bringen,.... (das Wort zum Sonntag war nicht ganz ausgereift :rolleyes: )

mellyonsurf
16.04.2003, 10:09
Also laßt uns Künstler sein, nach bestem Wissen und Gewissen!;) Berühmt werden wir eh erst nach dem Tod!

Ein bischen zynisch, ich weiß.

Aber Jela trifft den Nagel auf den Kopf, wenn wir auf der einen Seite den Bedürfnissen unserer Fellmützen nachkommen wollen und auf der anderen Seite der Hund sich unseren "Regeln" anpassen soll, dann müssen wir immer am "Miteinander" arbeiten. Und wenn man das von "Herzen" will, dann klappt das auch.

So, jetzt haben wir auch noch was lyrisches. Viel Spaß mit euren Wuffs,