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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : An Besitzer von Hündinnen



moni
21.05.2002, 23:03
Hallo, habt ihr Probleme mit Läufigkeit , nachfolgender Scheinträchtigkeit bzw. Gebärmuttervereiterung bei Euren Hündinnen. Oder habt ihr Eure Hunde kastrieren lassen?
Habe zwei Hündinnen, welche eine etwas Probleme hatte nach Läufigkeit hatte, bin am Überlegen Kastration ja oder nein.
Wer hat ausserdem eine ältere Hündin, traten vermehrt Krebserkrankungen auf?
Danke für jede Antwort

Thomas
21.05.2002, 23:46
Hallo Moni,

ich habe meine Hündin (3 Jahre) vor 2 Wochen kastrieren lassen. Der Hauptgrund war in unserem Fall die stetig zunehmenden Symptome der Scheinschwangerschaft. Es war ganz klar so, das sie mir jeder Läufigkeit mehr darunter gelitten hat. Bei Hündinnen die zur Scheinschwangerschaft neigen, nehmen die entspr. Symptome i.d.R. zu - somit ist es nicht einzusehen, sie das noch mind. 20 Mal durchstehen zu lassen. Ich habe die Hündin erst bekommen, nachdem sie ihre 2-te Läufigkeit bereits hinter sich hatte, ansonsten hätte ich sie wahrscheinlich zwischen der ersten und der zweiten Läufigkeit kastrieren lassen um damit das Risiko einer Erkrankung an Gebährmutterkrebs bzw. Gesäugekrebs vorn vorn herein drastisch zu reduzieren. Zumindest kann man aber durch eine "späte" Kastration Gebärmuttervereiterungen und Tumoren an Eierstöcken und Gebärmutter vorbeugen. Wie gesagt, es gibt sicherlich vielfältige Gründe die für eine Kastration sprechen, bei uns war es die Scheinträchtigkeit. Falls dieser Grund nicht vorhanden gewesen wäre, hätte ich die Kastration nicht mehr machen lassen...aufgrund des Alters und der oben beschriebenen, verminderen Krebsvorsorge-Effizienz.
Natürlich sollte man sich auch der mögl. Risikien bewußt sein (Narkose, evtl. Inkoninenz im Alter, häufiger bei großen Rassen etc.).
Übrigens, dem vielbeschriebene "Speck-Ansetz-Problem" kann man als Halter ohneweiteres entgegensteuern - sollte also sicher kein Contra-Argument sein.

Wäge das Für & Wider ab und entscheide im Sinne Deiner Hündin. Viel Glück

Thomas

Lotti
22.05.2002, 08:36
Hallo@moni,

Also wir stellten uns all diese Fragen auch, bevor wir unsere Joyce kastrieren liessen. Es gibt viele Leute, die immer Tipps geben möchten, doch leider kann man auch eine Kastration nicht pauschalisieren. Der eine sagt "Bloss nicht vor der ersten Läufigkeit" ein anderer meint genau das Gegenteil.
Es wäre müßig und auch anmassend Dir Tipps zu geben, aber wir können Dir erzählen, wie es bei uns war. Ein komplette Kastration wurde bei unserem Hund im Alter von sage und schreibe 5 Monaten durchgeführt, sprich, vor der ersten Läufigkeit. Dafür haben wir allerdings regelmässig den Tierarzt besucht, damit wir auch ja den richtigen Zeitpunkt finden. Ein komplette Kastration, hat medizinisch erwiesen Vorteile (Gesäugetumore..) . Im Wesen blieb sie eigentlich so "Babyhaft - verspielt" , wie sie vorher war,was man uns schon vor der Kastration angekündigt hatte, was aber noch dazu gekommen ist, ist die Tatsache, das sie unwahrscheinlich anhänglich geworden ist ! Durch die frühzeitige Kastration, und die dadurch komplette Entfernung der Gebärmutter, kann man Tumoren im Brustbereich vorbeugen, da es gar nicht erst zu einer "Pubärtät" kommt. Die Op verlief, trotz des jungen Alters ohne Komplikationen und unsere Joyce ist mit ihren 12 Monaten immer noch so neugierig und verspielt wie vor dem Eingriff. Sie hat kein Gramm zugenommen, allerdings achten wir natürlich auf gesunde und ausgewogene Ernährung und sehr viel Auslauf !Mit anderen Hündinen hat Sie keinerlei Schwierigkeiten, auch wenn böse Hündinnen auf uns zukommen geht Sie dem Stress aus dem Weg. Abschliessend können wir Sagen, dass wir diesen Schritt in keiner Weise bereuen und ihn jedesmal wieder so gehen würden. Sicherlich gibt es nun wieder Leute, die das Gegenteil behaupten würden, doch wir können nur von unserer Seite berichten und das nur positiv. Also Moni, die Entscheidung liegt natürlich bei Dir und ich würde sie mir auch von keinem abnehmen lassen !

Sisi
22.05.2002, 09:33
Hallo moni,
meine Hündin wurde mit ca. 8 Monaten kurz vor der zweiten Hitze kastriert. Die OP wurde noch vorgezogen weil sie schon wieder läufig wurde. Sie ist meine erste Hündin (ich hatte vorher nur Rüden) und ich bin damals davon ausgegangen Kastration heißt alles raus (Gebärmutter und Eierstöcke). Mein damaliger TA führte eine Teilkastration durch d.h. ein Teil der Gebärmutter ist noch drin. Er erklärte mir dieses Vorgehen damit, das sie kurz vor der zweiten Läufigkeit stand und es besser wäre einen Teil der Gebärmutter drin zu lassen das sich die Hormonproduktion wieder reguliert. Fazit der Geschichte: Meine Hündin wird trotz Kastration viermal im Jahr Scheinträchtig hatte letztes Jahr sogar Milch. Solltest Du Dich für eine Kastration entscheiden erkundige Dich das Dein TA auch wirklich ALLES rausnimmt, es bringt sonst überhaupt nichts. Bei meiner Hündin können auch weiterhin Gebärmuttertumore entstehen. Die Teilkastration ist rausgeworfenes Geld und gehört verboten.

Grüße von Sisi (Simone)

Tatjana
22.05.2002, 09:53
Hallo Moni,
auch ich war mir damals nicht sicher wie ich entscheiden sollte. Da ich selber ein großer Feigling bin :) wollte ich meiner Hündin (Bernersenn-Husky-Mix) die Kastration ersparen. Die ersten Jahre war auch alles OK.
Als Laika 6 Jahre alt war ging es ihr einige Wochen lang ziemlich schlecht. Trotz vieler Tierarztbesuche, zuletzt in der Uniklinik, Blutuntersuchungen etc. konnte keine Diagnose gestellt werden.
Ich war ziemlich verzweifelt, weil Laika sehr träge war und ganz offensichtlich Schmerzen hatte. Zwischendurch machte sie dann wieder mal einen besseren Eindruck.
Dann merkte ich, daß ihr eine gelbliche Flüssigkeit aus der Scheide lief. Gleich am nächsten Tag wurde sie operiert. Sie hatte eine Gebärmuttervereiterung mit einem weißwurstgroßem Geschwür, welches Gott sei Dank nach außen aufgeplatzt war und nicht nach innen in den Bauchraum.
Laika ist jetzt 10 Jahre alt und es geht ihr super!
Sie hat die Notoperation gut überstanden.
Nie wieder würde ich zögern eine Hündin sobald wie möglich kastrieren zu lassen.

Viele Grüße
Tatjana

moni
22.05.2002, 11:15
Danke für Eure Antworten.
Wie war es nach der Op, was musste beachtet werden.
Ab wann konnten Eure Hunde dann wieder ganz normal herumhüpfen?
Danke Gruss moni

Tatjana
22.05.2002, 11:35
Also meiner Laika ging es ziemlich bald wieder gut, obwohl es bei ihr ja nicht eine Kastration unter "normalen Umständen" war. In der Früh war die OP, am Abend durften wir sie holen. Sie war noch sehr wackelig auf den Beinen und weinte ein bißchen. Das größte Problem ist bei ihr die Halskrause, deswegen hatte sie diesmal eine hundefreundlichere, wie ein ganz breites Halsband, nicht so einen Trichter über den Kopf.
Natürlich hoben wir Sie ins Auto und raus und ich blieb auch mit ihr im Erdgeschoß, damit wir zum Pippi machen nur 2 Meter in den Garten raus konnten. In der ersten Nacht weinte sie noch ein bißchen, doch schon am nächsten Morgen ging es ihr viel besser. Das Wichtigste ist , daß die Hündin auf keinen Fall die Fäden an der Wunde aufbeißt. Das Interesse für die Wunde ist natürlich groß und das ziemlich lange.
Es ging ihr wirklich von Tag zu Tag besser, sie hatte ja nun auch endlich die Schmerzen los. Nach ca.eineinhalb Wochen war alles vergessen.

Liebe Grüße

OESFUN
22.05.2002, 11:48
Hallo

da bin ich dann wohl die einzige, die der Kastration nicht so positiv gegenübersteht. :confused:

Wir sind jetzt bei Hündin Nr. 5 und 6 angelangt (6 Jahre und 18 Monate) beide unkastriert und unserem ersten Rüden (3 Jahre) auch unkastriert.

Erst bei einer Hündin haben wir uns zur Kastration entschieden, da die Tierärztin der Meinung war das diese eine geschlossene Gebärmutterentzündung hätte. Da ich verlangt hatte das entfernte Organ nach der Entnahme sehen zu wollen, stellte sich dann heraus, das es eine Fehldiagnose war - sie meinte zwar dann da wäre eine kleine Zyste dran - aber obwohl ich damals noch keine Brille brauchte habe ich diese nicht entdecken können. Die Hündin war zu diesem Zeitpunkt 6 Jahre alt, wurde prompt 3 Monate später inkontinent und brauchte danach bis an ihr Lebensende Canphedrin.

Die Hündin die mein Mann mit in die Beziehung brachte bekam mit ca. 9 Jahren Mammatumore - sie war aber jahrelang mit Spritzen gegen die Läufigkeit behandelt worden, was wohl erwiesenermassen krebsfördernd ist.

Ansonsten hatten wir noch keine Probleme mit Scheinschwangerschaften oder Tumoren.

Zu den Kastrationen allgemein. Ich gehöre, zugegebenermassen nicht zu den Befürwortern :D , sehe aber grundsätzlich ein, wenn ein Hund aufgrund von Krankheit kastriert werden muss.

Man sollte aber nicht ausser acht lassen, das es zu Nebenwirkungen kommen kann. Bei grossen Hunden kommt es oft zu Inkontinenz, bei langhaarigen Rassen zu Fellveränderungen, Hündinnen, die zur Dominanz neigen werden oft "sehr zickig", es kann auch noch zu einer sogenannten Stumpfpyometra kommen. Wenn man vor der ersten Läufigkeit kastriert reifen die Hunde nicht aus. (Prof.Dr. Bostedt hat auf einem Vortrag mal dazu geraten Bilder von Kindern vor Einsetzen der Pubertät und danach zu vergleichen um zu erkennen welche Wirkung die Hormone auf den Körperbau des Menschen haben - vergleichbar ist es beim Hund). Ob sein diskreter Hinweis, das Kastrationen mit die Haupteinnahmequelle von Tierärzten sei (und das nachfolgende verkaufen von Hormonmitteln) lasse ich mal dahingestellt. Einleuchtend fand ich aber, das er erklärte, das nicht alle Tumorarten durch die Kastration verhindert werden können, sondern nur die, die hormonell gesteuert entstehen und das dieser "Vorteil" der Kastration mit der Gabe von künstlichen Hormonen (z.B. bei Inkontinenz) wieder aufgehoben wird.

Also, es muss wirklich jeder selber wissen - aber für mich ist die Kastration eines gesunden Hundes nicht das richtige - und lt. Tierschutzgesetz ist es eigentlich auch verboten (aber das wäre dann, glaube ich, ein anderes Thema).

Viele Grüsse
Birgit

Sisi
22.05.2002, 13:05
Hallo Moni,
Meine Hündin ist mittags um zwölf kastriert worden, um zwei Uhr durfte ich sie wieder holen. Sie konnte noch nicht laufen, war aber schon halbwegs wach. Sie ruhte gute 24 Stunden. Am nächsten Tag wollte sie gleich wieder loslegen merkte aber das das noch nicht so richtig geht. Ich muß sagen meine Hündin war sehr vernünftig und kurierte sich richtig aus. Nach dem Fäden ziehen war alles wieder o.k.
Ich habe ihr einen Damen-Body angezogen, so konnte ich ihr die Halskrause ersparen. Der Body läßt sich prima aufknöpfen wenn ein Geschäft erledigt werden muß, und der Hund kann sich relativ frei bewegen, fressen und trinken ist mit der Halskrause nicht möglich. Wenn Du Deine Hündin vom TA wieder abholst, nimm den Hundekorb (http://www.zooplus.de/shop/hunde/hundebett/hundekorb) mit, so läßt sich der noch benommene Hund besser transportieren.

Grüße von Sisi

Thomas
22.05.2002, 13:08
Hi Moni,

was ist bei euch eigentlich der Auslöser, das ihr eine Kastration in Erwägung zieht? Gibt es quasi einen "Grund" für euch persönlich bzw. speziell den Hund betreffend? Oder geht es mehr eine allgem. Überlegung?

Moni schrieb: "Wie war es nach der Op, was musste beachtet werden."

Tagebuch-Auszug:
09.00 Uhr OP
11.15 Uhr aus der Narkose erwacht
11.45 Uhr aus der TA-Praxis abgeholt (sie war natürlich noch ziemlich benommen)
Danach hat sie dann Zuhause in ihrem Körbchen, in einer Art Dämmerzustand, den Rest des Tages verbracht. Ab und zu hat sie gejammert, was aber offensichtlich nicht´s "besonderes" ist und einfach eine Reaktion auf die Narkose (bzw. Nachlassende Schmerzmittel) darstellt.
Am Tag VOR der OP sollte am Mittags nicht mehr gefüttert werden und auch früh höchstens einen Mini-Happen. Am OP-Tag garnichts füttern und am Tag drauf geringe Menge "leichter Kost" (z.b. ein bisschen selbstgekochtest Hünchen mit Reis).
Die nächsten Tage sind wie dann natürlich recht langsam angegangen, also nur kurze Spaziergänge, Wuffi die Treppen rauf-/runtergetragen usw. Nach nach 10 Tagen (letzten Freitag) hat sie die Fäden rausbekommen. Bis dahin hatte sie ein Leibchen um, damit sie nicht selbst an die Fäden rankam. Leibchen finde ich persönlich viel besser und weniger einschränkend für den Hund als eine Halskause.
Die OP selbst ist heutzutage eigentlich ein Routineeingriff. Nichts desto trotz würde ich zu einem erfahrenen Arzt gehen - hier lässt sich ja sich eine geeignete Adresse über Empfehlung aus dem Bekanntenkreis finden.



Moni schrieb: "Ab wann konnten Eure Hunde dann wieder ganz normal herumhüpfen?
Nach etwa 7-10 Tagen.

read ya´
Thomas

Thomas
22.05.2002, 13:17
Oh Gott - ich schreibe nie wieder "mal schnell" in der Mittagspause einen Beitrag - mein letzter wimmelt ja nur so vor peinlichen Rächdschraibfelern :D

Thomas

Romina mit Joy
22.05.2002, 14:40
Hallo!

Wir haben eine zweijährige Sheltiehündin. Da auch sie nach jeder Läufigkeit stärker scheinträchtig geworden ist, nurnoch in der Ecke lag, kaum noch fressen wollte und sogar Milch hatte und eines Abends Geburt simulierte haben wir uns zur Kastration entschieden.
Wir hatten morgens um 9 Uhr Termin. Der Tierarzt hat unsere Joy stufenweise narkotisiert, sie hat sich zwar nach der ersten Spritze übergeben, aber dann war sie auch ganz schnell eingeschlafen. Wir durften noch bei ihr bleiben bis der Arzt den Katheter gelegt und den Bauch rasiert hatte.
Um halb zwölf konnten wir sie dann schon wieder abholen. Den Nachmittag über hat sie noch tief geschlafen, gegen Abend dann hat sie angefangen zu winseln, sobald nicht alle ihre Menschen im Zimmer waren. Allerdings konnten wir sie nicht dazu überreden, sich zu lösen. Die nächsten Tage hat sie nur einmal in 24 Stunden gepinkelt!
Am nächsten Tag hat sie versucht, zu laufen. Scheinbar hatte sie aber Schmerzen, denn sie ist immer nur ein paar Schritte geduckt gerannt und hat sich dann wieder fallen lassen. Aber auch das wurde von Tag zu Tag besser.
Am vierten Tag war sie wieder topfit.
Heute kann ich sagen, dass es die beste Entscheidung für unseren Hund war. Sie ist munter, fröhlich und lebenslustig, spielt, frisst, tobt. Die Narbe ist wunderbar verheilt und kaum noch zu erkennen.
Aus gesundheitlicher Sicht war es das Beste, das wir für Joy haben machen können.

Viele Grüße

Romina mit Joy



http://sheltiewelt.beep.de

Thomas
22.05.2002, 15:07
Hi nochmal,

zu der Frage, was sonst noch nach der OP zu beachten ist habe ich noch eine Ergänzung:
Wenn es der Hündin nach der OP nicht besonders gut geht, sie Schmerzen hat (was ja normal ist bei so einer OP-Wunde) und rumjammert, sollte man sie natürlich auf keinen Fall trösten (= bestärken) sondern einfach nur [B]da sein.[/B ]Also einfach Ruhe und Normalität ausstrahlen.

Ansonsten kann mann natürlich auch TTouches anwenden und ein Homöopathisches Mittel wie z.b. Arnika D6 geben.
Die ersten ein/zwei Tage sind sicher nicht gerade "easy going" aber spätestens nach einer Woche ist i.d.R. alles vergessen...

read ya´
Thomas

Alpha
22.05.2002, 23:25
Hallo!
Meiner ganzganz eigenen Meinung nach kann ich nicht dazu raten,eine Hündin kastrieren zu lassen!Wenn man unbedingt seine Hündin kastrieren lassen muß,sollte man das nach der ersten und vor der zweiten Läufigkeit tun,um Mammakarzinome verhindern zu können.Da ich als Verhaltenstherapeut seit Jahren mit Hunden arbeite und nach Austausch mit anderen Forschern/Trainern und "meinem"angestellten Tierheilpraktiker ,muß ich feststellen,daß kastrierte Hündinnen sehrsehr oft zu Verhaltensauffälligkeiten und -veränderungen neigen.Sie werden,nicht wie wir Menschen,nicht bei der Hormonumstellung unterstützt.wer seinen Hund (egal ob Rüde oder Hündin)zu früh,sprich vor der ersten Läufigkeit ,kastriert,schneidet die Entwicklung des Hundes ab.Der Hund bleibt in dem bis dahin anerzogenen Stadium des Sozialverhaltens-sprich "welpiges Verhalten"-und kann so schnell von erwachsenen Hunden als nicht "lebenswürdig"da unterentwickelt("geistig behindert")eingestuft werden und getötet werden.Was ganz normal und verständlich ist.Deshalb:nie vor Abschluß der Reife (sozial und Beißhemmung)kastrieren,bei Hündinnen wenn überhaupt nur in dringendsten Fällen bzw.zwischen erster und zweiter Läufigkeit!
Gruß,Alpha

Simone
23.05.2002, 19:07
auch ich muß mich den wenigen hier anschließen die gegen eine kastration sind. beide hündinnen die ich hab sind nicht kastriert würde es zwar machen lassen wenn es gesundheitlich sein müßte aber so ohne medizinische indikation ist dies auch nicht notwendig. meine große ist 10 jahre und meine kleine 5 jahre beide sind gesund haben 1-2 mal im jahr ihre läufigkeit und ich mehr arbeit ,scheinschwangerschaft gehört zum natürlichen zyklus der hündinnen ist von der natur so gewollt .reguliere ich aber mit homöopathischen mitteln um die symptome so gering zu halten das sie nicht auffällig sind. die große fängt jetzt an alters typische erkrankungen zu bekommen wie arthrose ect.

Simone
23.05.2002, 19:15
Hier nochmal die physiologische beschreibung der Hormone die bei einer kastration enfernt werden.
Im Eifolikel werden die Hormone Östradiol, Östron und Östriol synthetisiert. Nach einer Kastration werden diese Hormone im weiblichen Körper fehlen. Dadurch wird die Synthese von Eiweiß im Körper gehemmt und die Lipolyse (Abbau von Mastzellen) wird ebenfalls indirekt gehemmt (deshalb das Dickwerden). liegt also nicht nur am futter sondern wird über hormone gesteuert.
Östrogene haben auch Einfluss auf den Kohlehydrat-Stoffwechsel in Leber und Muskeln. Nach einer Kastration entstehen auch hier Störungen, Blutzucker kann variieren. Weil die weiblichen Hormone ebenfalls die Ablagerung von Calcium, Phosphor und Asot (Stickstoff) im Knochengewebe stimulieren, kann nach einer Kastration Osteoporose (Knochenerweichung) entstehen.daher auch die gabe von hormonen bei frauen die in dei wechseljahre kommen oder durch eine op die gebärmutter eierstöcke verlieren.
Betrachtet man die Östrogene nicht für sich allein, sondern in Kooperation mit anderen Hormondrüsen (Hypophyse, Nebennierenrinde), entsteht im Körper nach einer chirurgischen Intervention und der Entfernung der Eierstöcke eine komplette Störung des Stoffwechsels. Besonders kritisch ist der Eingriff vor der Geschlechtsreife, dabei können durchaus auch psychische Krankheiten auftreten. Insgesamt können daraus eine Reihe anderer Krankheiten entstehen, welche aber für jedes Tier ganz individuell betrachtet werden müssen. ich hoffe es hilft dir in deiner entscheidung weiter auch kannst du dir ja mal das tierschutzgesetz durchlesen §6 gruß simone
übrigens wenn das tierschutzgesetz im grundgesetz verankert sein wird wird die strafbarkeit bei tierärzten die ohne indikation kastrieren rechtlich einklagbar sein .

moni
23.05.2002, 20:17
Hallo, nochmals Dank an alle die sich so ausführlich beteiligt haben.
Warum ich daran denke meine beiden kastrieren zu lassen, die ältere war vor einiger Zeit läufig, bekam dann später Ausfluss, hat mein TA mit Medikament in den Griff bekommen, aber ich habe doch Angst das sie mal eine Gebärmuttervereiterung bekommt.
Der Hund meiner Schwester ist fast daran gestorben, weil es fast keine Anzeichen gab.
Meine Kleine war erst einmal Läufig, also wäre demnächst der richtige Termin, zum späteren vorbeugen, darum wollte ich erst mal erkundigungen einziehen.
Aber ehrlich gesagt, hab ich doch Angst das bei der Op was schief geht, ich werde jetzt mal die nächste Läufigkeit meiner Grossen abwarten, sollte dann wieder was sein, werde ich sie auf jeden Fall katrieren lassen.
Gruss moni

Inge1810
23.05.2002, 23:56
Hm, ich bin jetzt sehr stark in`s Grübeln gekommen, denn nach langen Überlegungen, vielen Gesprächen, hatte ich mich schon fast dazu entschlossen, meine Kleine baldmöglichst kastrieren zu lassen. Es war nur eine Hundebesitzerin, die mir Mut gemacht hat, es nicht zu tun und eben hier Simone, die sich gegen eine Kastration stark macht. Ich möchte keinesfalls Welpen haben, aber ist das Grund genug? Ich weiß noch nichtmal, ob sie zu Scheinschwangerschaften neigt und darunter leidet. Es ist ja ein Überbleibsel aus alten Zeiten und daher sind scheinschwangere Hündinnen doch vollkommen normal, weil es in ihrer Natur liegt, darf ich mir deshalb Anmaßen ihr ein Leid unterzuschieben? Dann heißt es aber wieder, Scheinschwangerschaften können eine größere Gefahr als eine Kastration darstellen. Wenn also doch Kastration, wäre es dann nicht besser, es so bald wie möglich zu tun? Die Hündin eines Bekannten wurde mit 6 Monaten kastriert und hat das super weggesteckt (so erscheint es zumindest) Ich weiß nun gar nicht mehr, was ich denken oder tun soll und wäre für weitere Erfahrungsberichte dankbar. Ich habe noch einen Link, der mich zusätzlich in Grübeleien gestürzt hat: http://huskys.info/husky-dateien/malamute/gesund/kastration.htm

Inge1810
24.05.2002, 00:06
Ach noch was, ich muß ganz ehrlich sagen, daß ich bei einem Rüden keinen Moment zögern würde, ihn kastrieren zu lassen. Bei meinem verstorbenen Hund hab ich zwar lange gezögert, aber es nie bereut. Hat nix damit zu tun, daß ich so fies bin und mich an allem Männlichen räche ;) Für eine Hündin ist es m.E. doch ein schwierigerer Eingriff.

Stella
24.05.2002, 15:02
Hallo!

Nun habe ich auch mal alle Beiträge durchgelesen.Ich habe eine 71/2 Monate alte Labrador-Hündin und möchte sie mit so 10Monaten kastrieren lassen eine Frage die mir noch niemand beantworten konnte ist wie teuer das ungefähr wird.Wieviel habt ihr denn so bezahlt?(Meine Tierärztin konnte ich noch nicht fragen)Ich hoffe ihr könnt mir diese Frage noch beantworten

Gruß Stella

Thomas
24.05.2002, 16:19
Stella fragte"Wieviel habt ihr denn so bezahlt?"

Hi Stella,

----> 250 EURopäische Taler

read ya´
Thomas

PS. Die TÄ hat netterweise während der Narkose gleich noch schnell den Zahnstein (per Ultraschall) entfernt...kann man also gleich noch miterledigen lassen, falls erforderlich...

Inge1810
27.05.2002, 22:46
Ich habe mich heute entschieden und ich werde Kira kurz vor oder nach der ersten Läufigkeit kastrieren lassen. Ich habe nochmal mit einigen Tierärzten (und Hündinnenbesitzern) gesprochen und mir wurde auch dazu geraten, ohne Erwartung an finanziellen Reichtum, denn drei Tierärzte brauche ich nicht für eine Kastration ;) Ich werde furchtbar mitleiden, aber gerade heute war wieder ein Hund in der Tierarztpraxis, der fast an einer Gebärmutterentzündung gestorben wäre. Das scheint mir doch sehr häufig vorzukommen und dann noch die ganzen anderen Gründe. Der Stallrüde ist ja jetzt schon hinter ihr her *seufz* Seit ich sie habe, quäle ich mich schon mit der Entscheidung und ich hoffe, ich habe sie klug und weise getroffen. Übrigens, es hat sich auf mein Posting mit den Geschwistern von Kira noch niemand gemeldet. Auf keinen Fall will ich bei mir Welpen, denen auch niemand ein Zuhause geben will bzw. dann doch überfordert ist und wieder loswerden will. Die arme Frau ist fast am Durchdrehen, will sie aber auch nicht in`s Heim geben. :(

Corinna
28.05.2002, 13:45
Hi Moni!
Möchte jetzt auch noch meinen Senf dazugeben ;-)

Wir haben unsere Dalamtiner-Hündin (3,5 J.) nach der ersten Läufigkeit kastrieren lassen. Bei ihr lief "das volle Programm" ab während ihrer Läufigkeit, sie war scheinschwanger, hatte Milch etc. Außerdem "duftete" sie schon vor der Läufigkeit - das fing schon sehr früh an, da war sie gerade ein halbes Jahr alt - so stark, daß wir die Rüden einfach nicht mehr von ihr abhalten konnten.Die sind uns teilw. bis zum Auto gefolgt und wir mußten uns dann oft auch noch mit den Hundebesitzern rumstreiten, was uns einfällt mit einer läufigen Hündin in den engl. Garten zu gehen... es war einfach nervig - für uns und auch für die Kleine.
Daß wir uns zu der Kastration entschlossen haben, war wirklich die beste Entscheidung. Alina wurde weder dick, noch verfressen, nicht inkontinent, träge oder zickig. Sie wurde sogar noch lebenslustiger wie vorher und wir würden es immer wieder tun.
Sie wurde morgens operiert, am nachmittag konnten wir sie schon wieder abholen. Sie war dann ziemlich träge und schlapp aber nach zwei Tagen war sie schon wieder fast die Alte. Natürlich sollte sich der Hund grds. noch ein, zwei Wochen schonen.
Ein Tipp noch für die Narbe: Es gibt solch spezielle Salben, die Narben fast vollständig verschwinden lassen. So eine Salbe bekamen wir damals von unserer Tierärztin. Wir haben die Salbe wochenlang regelmäßig aufgetragen und heute sieht man wirklich nichts mehr von der Narbe! Nur wenn man ganz genau hinschaut...;-)

LG
Corinna

Corinna
28.05.2002, 13:50
Ach ja und gekostet hat uns das Ganze damals so um die 650DM!

LG
Corinna

Nasida
29.05.2002, 00:47
Hallo Moni,
ich persönlich habe sehr schlechte Erfarungen bei der Kastration meiner ersten Hündin gemacht.
Sie hat mit dem Leben bezahlt!!!
Nun habe ich wieder eine Hündin(2 Jahre), aber ich habe große Angst den gleichen Fehler zu machen.
Bis jetzt gab es keine Anzeichen auf Scheinträchtigkeit ect.

Nur die Hündin meiner Chefin hatte vor zwei Wochen eine Notoperation...Diagnose Gebärmuttervereiterung!
Das gab mir schon zu denken.

Denke es muß jeder selber für seinen Hund entscheiden, man kann da pauschal nichts raten.

Mir stecken die schlechten Erfahrungen noch zu tief in den Gliedern um jetzt eine Entscheidnung für meinen Hund zu fällen!

CU
Nasida

Thomas
29.05.2002, 09:32
Hallo Nasida!

Was war bei der Kastration passiert?

-Zusammenhang mit der Narkotisierung?
- Probleme bei der Wundheilung?
- Hast Du im nachhinein das Gefühl, beim richtigen Arzt gewesen zu sein (Aufklärung, Durchführung etc.)?

Ich habe mir vor der Kastration meiner Hündin (ist jetzt gerade mal 4 Wochen her) auch so meine Gedanken über das OP-Risiko gemacht. Sicher gibt es (wie bei jedem größeren Eingriff auch) immer ein Restrisiko. Allerdings halte ich es im Fall der Kastration bei Hündinen für durchaus vertretbar da diese OP letztlich für erfahrende TÄ ein absoluter Routineeingriff ist (daily buisness).

Trotzdem kann ich natürlich gut verstehen, das Du mit diesen leidvollen Erfahrungen der Sache kritisch gegenüberstehst....in Deiner Haut möchte ich bei Deiner Entscheidung nicht stecken. Aber nachdem es offensichtlich keinen konkreten Grund (med. Indikation) für eine Kastration Deiner Hündin gibt, würde ich erstmal abwarten...andererseits geht die Wahrscheinlichkeit, das es euch ein zweites Mal trifft ja gegen null....ach...wie man es dreht und wendet...man dreht sich im Kreis...

Grüße
Thomas

Odilíntintin
30.05.2002, 11:11
Hallo!
Zunächst einmal finde ich es sehr interessant zu lesen, was andere über Kastration bzw. Nichtkastration denken und was sie mit ihrem eigenen Hund erlebt haben. Klar, es ist ein nicht so leichter Eingriff, und jeder muss es für sich selbst bzw. seinen Hund abwägen.
Hier nur mal meine Erfahrungen: Wir haben eine Hündin, die 1 Mal Junge bekommen sollte. Das war dann letzten Sommer. Da wir 2 Männchen behielten stellte sich die Frage, ob denn nun die beiden Männchen oder aber die Mutti kastriert werden sollte, da wir das Theater nicht haben wollten, wenn sie wieder läufig werden sollte. Ich habe damals sehr viel zu diesem Thema gelesen, hier viele Meinungen gehört und dort kastrierte Hunde gesehen, und jeder meinte doch etwas anderes. Also fragte ich meinen Tierarzt, zu dem wir sehr großes Vertrauen haben und der die Drei bisher super behandelt hat. Er selbst sagte, dass es natürlich für die Männchen leichter sei die Kastration durchzuführen, da der Hund an sich nicht aufgeschnitten werden muss. Unserer Hündin ging es aber nach dem Säugen nicht sehr gut, sie war sehr lebensunlustig und passiv geworden und hatte auch körperlich sehr abgebaut. Auch das war mit ein Grund weshalb wir uns letztendlich und nach reifem Überlegen dazu entschlossen, das Weibchen kastrieren zu lassen. Hauptsächlich wollten wir damit die Scheinschwangerschaften vermeiden, die viele Hündinnen von Bekannten haben und sehr darunter leiden.
Blanca wurden gegen Mittag die Eierstöcke rausgenommen, dafür war nur ein Schnitt an der Seite nötig gewesen, der mit 4 Fäden genäht wurde. Wir nahmen sie am Nachmittag so gegen 17 Uhr nach Hause, sie lag zwar beim Tierarzt ruhig und scheinbar total benommen auf dem Boden, konnte danach aber nicht schnell genug nach draußen kommen und hüpfte ohne Aufforderung und wie der Blitz ins Auto, also wir die Tür noch nicht mal richtig geöffnet hatten. Zuhause angekommen wurde sie freudig von den beiden Kleinen begrüßt, die aber sofort merkten, dass es ihr nicht so gut ging und die sie den ganzen Tag über trösteten und sich an sie schmiegten. Am Abend gingen wir mit ihr Gassi, sie ging langsam aber ohne sich zu beklagen und erledigte ganz normal ihre Geschäftchen.
Bereits am nächsten Tag hüpfte sie - trotz der Fäden! - auf den Feldern rum und versuchte sogar einen anderen Hund zu besteigen.
Blanca hat sich total super erholt von der OP, sehr schnell, ohne irgendwelche Nebenwirkungen, und ihre Narbe hat sie nur am ersten Tag ab und an geleckt, ansonsten war sie scheinbar uninteressant und nicht störend.
Sie ist innerhalb von kurzer Zeit wieder unsere alte Blanca geworden, die sie war bevor sie Mutti wurde. Auch körperlich hat sie sich gefangen, sie hat wieder tolles Fell bekommen (sieht jetzt wieder aus wie ein Samoyede und nicht wie ein Skelett mit spröden weißen Härchen) und auch etwas an Gewicht zugelegt, ohne dabei fett zu werden. Sie frisst etwas besser als vorher, aber immer noch weniger als sie für ihre Größe und Gewicht eigentlich sollte (sie war immer eine schlechte Fresserin), von daher können wir aus unserer Erfahrung nur sagen: Wir sind sehr froh die Hündin kastrieren gelassen zu haben, wir bereuen es überhaupt nicht.
Es bleibt natürlich immer deine Entscheidung :rolleyes: , aber vertraue auch deinem Tierarzt wenn du ihn schon länger kennst und frage ihn einfach mal.
Viel Glück und herzliche Grüße,
Diana