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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ersthündin zieht sich zurück



Fannylu
06.04.2003, 20:36
Hallo,
wir haben eine 7 jährige Schäfermixhündin und seit 4 Wochen ein kleines Welpenmädchen aus dem Tierheim. Die Kleine ist jetzt ca. 4 Monate alt und wirklich lieb. Mit unseren erwachsenen Hündin habe wir den Welpen zweimal besucht und sie war eigentlich auch ganz angetan von der Süssen.
In der ersten Woche hat dem Welpen mit einpaar Brüllern beigebracht nicht an ihr Futter zu gehen oder ihr Sofa nicht zu benutzen. Alles denke ich normal, es gab kein aggressives Verhalten.
Nach der zweiten Wochen hat sich unsere Große einen Spass daraus gemacht, den Welpen über den Haufen zu rennen, auf Spaziergängen oder im Garten. Dies haben wir nach Absprache mit der Hundetrainerin unterbunden und da gibt es auch keine Probleme mehr. Die ersten beiden Wochen hat die Große der Kleinen mal ein "Küsschen" gegeben oder freudig gewedelt. Wir halten natürlich auch die Rangfolge ein, d.h. die Große in allem zuerst.
Doch in den letzten Tagen zieht sich die Große Hündin immer mehr zurück. Sie ignoriert den Welpen völlig und die Kleine kämpft verzweifelt um ihre Aufmerksamkeit. Dabei ist der Welpe aber nicht zu aufdringlich, sucht sie aber die Nähe der Großen geht die weg oder zieht sich zurück. Inzwischen lässt die Große den Welpen zuerst durch die Tür gehen und weigert sich an ihren Futternapf zu gehen, sie steht am äußerten Ende der Küche und kommt erst ran, wenn ich die Kleine ins andere Zimmer gebracht habe. Im Auto quescht sich die Große ganz eng an die Tür, so daß die Kleine in der Mitte sitzt.
Wie gesagt, die Große zeigt keine Aggession, nur ab und zu Bewegungseinschränkung, wobei sie mit einem Satz auf die Kleine zustürmt.
Ansonsten schaut die Größe totunglücklich drein, ihre Augen sind getrübt, sie bekommt bei Kleinigkeiten eine Bürste (nicht wegen der Kleinen) und reagiert schon zickig auf andere Hunde und versucht ihren Schwanz zu fangen.
Was soll ich nur tun? Meine Große ist zwar meist Selbstbewußt, aber doch ein Sensibelchen. Ich habe Angst, das da irgendwas in ihr brodelt. Oder meint Ihr das wird noch.
Die Hundetrainerin, die auch schon bei uns Zuhause war meint die Beiden liegen nicht auf einer Wellenlänge, jeder für sich lieb, aber die Große ist zu unsicher. Wenn ich die Große so traurig sehe, kommen mir schon die Tränen, ich denke sie ist total überfordert.
Weiss einer einen Rat?

Liebe Grüße Jana

mellyonsurf
06.04.2003, 21:23
Hallo Jana!

Das alles ist aus der Ferne natürlich etwas schwierig zu beurteilen.

Als unser Dicker (2 Jahre) vor kurzem die ebenfalls 2 jährige Blue in unserem "Rudel" willkommen heißen mußte, was es auch erst pure Freude (wow, endlich ein Dauerspielkamerad), aber dann kamen erste Dämpfer. War wohl vorprogrammiert, denn unser dicker Samson ist eher friedfertig und Blue (vorsicht, böses Wort ;) dominant. So war das am Anfang immer ein Spiel mit der Waage: Blue sollte sich willkommen fühlen, aber Samson nicht von seinem Platz verdrängt werden.

Also bekam Samson immer alles zuerst: das Futter, das Leckerchen, die Leine an, das morgendliche Begrüßungsritual... und Blue gleich danach.

Trotzdem hat Samson sich eine zeitlang (so nach 4, 5 Wochen) zurück gezogen und sich kaum noch in unserer Nähe hingelegt. Wir sind dann penetrant hingegangen und haben ihn immer gerufen, damit er sich zu uns legt.

Ich weiß nicht, ob das bei Euch auch was nützt, aber der beste Weg ist meines Erachtens, die Schäferhündin ein bischen zu "betüddeln" (verwöhnen)...

Tut mir leid, wenn ich da nicht viel mehr helfen kann, aber vielleicht braucht euer altes Mädchen nur ein bischen Zeit.

Liebe Grüße,

billymoppel
06.04.2003, 21:30
ich habe natürlich nicht die weisheit mit löffeln gefressen und es könnte tatsächlich sein, dass eure hündin zu unsicher ist für einen zweithund, aber: ich halte es für einen grundlegenden fehler, dass ihr das umrennen unterbunden habt. das ist keineswegs spass, sondern dient der klärung der rangordnung, ohne dass gewalt angewandt werden muss. billy rennt moppel pro spaziergang ca.2x um, um ihr zu zeigen, dass er schöner, stärker, klüger und mehr willens ist, die führungsposition einzunehmen. dies gibt es in verschiedenen intensitäten - von leicht bis ziemlich brutal. letzteres vor allem dann, wenn er kontakt zu fremden rüden aufbauen will und sie mit ihrer kläfferei schwer die formvollendete annäherung stört. andere auseinandersetzungen, außer einem gelegentlichen knurren, gibt es nicht. wie ernst dieses umrennen gemeint ist, habe ich erst letztens gemerkt, billy macht nach dem spaziergang gern gelegentlich ein autorennen auf einer privatstraße. er liebt das sehr. möppche ist dann schon im auto. der tage fiel der spaziergang etwas knapp aus, so dachte ich mir, es kann nicht schaden, wenn möbi trotz kurzer beine mal mitmacht. es ging nicht: billy wollte es nicht, er hat sich immer wieder umgewandt und sie über den haufen gerannt. dies ist sein sport und da hat sie nichts zu suchen. ich werde das in zukunft respektieren.
ich verstehe auch nicht, aus welchem grund das umrennenen unterbunden wurde. die kleine ist mit vier monaten doch nicht aus pappe und der welpenschutz - falls es den unter hündinnen überhaupt gibt - läßt auch nach. rangorndung wird meist nicht durch einzelne kämpfe geklärt, sondern dies ist ein stetiger prozeß, tag für tag. meist kleinigkeiten, die wir nicht mal bemerken. eine der möglichkeiten dies relativ friedlich zu klären, habt ihr eurer hündin genommen und da sie wohl auch sonst unsicher und wenig aggressiv ist, macht sie nun, was sie denkt, dass ihr wollt: der kleinen den vortritt lassen. denn so muss sie euer verhalten ja auslegen. und ist todunglücklich dabei, weil sie nicht weiß, wieso. im rudel klären die sub-tiere die rangordnung unter sich, die alpha mischt sich da nicht ein. das gilt für uns menschen natürlich nur insoweit, wie keine ensthaften beissereien vorkommen, aber die gab es ja bei euch nicht. also kein grund einzugreifen.
ziel müsste nun sein, den ursprünglichen zustand wieder herzustellen und eurer hündin zu ermöglichen, die rangordnung vernünftig zu klären.
ps: knurren klärt nicht die rangordnung, auch der niedere knurrt den höheren an, dies ist nichts als ein warnsignal: bis hierher und nicht weiter, sonst könnten wir die rangordnung mal wieder klären.

Fannylu
06.04.2003, 23:41
Hallo,
erstmal Danke für Eure ausführlichen Antworten.
Klar betüddeln wir unsere Schäfermaus, sie ist auch viel liebebedürftiger als sonst und von den Extraleckerlie hat sie schon etwas zugelegt. Aber die Kleine muss ja auch mal alleine mit uns los und dann fühlt sie sich anscheinend erheblich zurückgesetzt. Oder wenn wir mit dem Welpen spielen, unsere Große ist nicht der große Spieler, an Bälle und ähnlichen Sachen die Welpen toll finden hat sie schon seit der Junghundzeit kein Interesse mehr.
Und die Sache mit dem Umrennen, da haben wir die erste Zeit genauso gedacht wir Ihr, die Beiden machen lassen und nur nicht einmischen. Aber es wurde immer heftiger, Welpe wurde zwar in Spielstellung angebellt und wenn er losrannte hinterher, soweit o.k., hat sie sie jedoch eingeholt machte der Welpe teilweise achtfach Saltos und wurde dann weiterangebellt. Die Kleine saß da mit angelegten Ohren und versuchte nach der Großen zu schnappen oder versuchte sich zu verstecken. Richtige Angst zeigte sie nicht, denn sie rannte kurze Zeit später der Großen wieder fröhlich hinterher.
In der Welpenspielstunde hat sich die Kleine mit wilden Gebrüll und Geknurre auf die anderen gestürzt, erst nach mehrmaligen Runternehmen hat sie einigermaßen ordentlich gespielt. Dadurch ist die Trainerin darauf aufmerksam geworden, was bei uns los ist und hat sich die Beiden zuhause angesehen. Sie meinte das ist das reinste Mobbing und würde der Kleine seelisch und körperlich schaden, komisch ist aber das die Große sich im Haus vollkommen anders verhält.
Ich denke nicht, das bei diesem Überrennen die Rangordnung eine Rolle spielt, denn das gleiche macht sie teilweise mit Hundekumpeln im Park, nur das die ihr oft sagen wann es reicht und dort steht sie in der Rangordnung nicht an erster Stelle. (ich weiss soetwas gibt es in zufälligen Rudeln nicht, aber ihr wißt schon was ich meine).
Die Kleine ist auch bei anderen erwachsenen Hunden schon sehr selbstbewußt , soetwas wie auf den Rücken werfen macht sie nur bei Menschen.
Schade das ich den Kopf der beiden Mäuse nicht reinsehen kann, dann wäre ich ein gutes Stück weiter.

Liebe Grüße Jana

Mannja
07.04.2003, 23:30
Kann es sein das Eure Große eifersüchtig ist, sich aber nicht traut es zu zeigen, weil die Kleine unter Eurem Schutz steht?

Auch wenn Ihr Eure Große "betüddelt" merkt sie vielleicht das die Kleine trotzdem irgendwie bevorzugt wird?

Vielleicht mag Eure Große ihren Platz neben Euch nicht teilen.

Kenn mich ja auch nicht so aus, aber das wäre vielleicht meine Version zu diesem Thema.

Hmmmm :( vielleicht tauen ja Beide noch auf. Vielleicht dauert das halt nur etwas länger. Ist ja erst 4 Wochen her.

Vielleicht dauerts sogar ein paar Monate bis Beide doch noch dicke Freunde werden.

Würde sie aber zu nichts zwingen und einfach mal machen lassen...

Den ganz normalen Alltag weiterleben, wie immer. Die Zwei müssen sich ja erstmal aneinander gewöhnen. Das geht nicht so schnell.

Fannylu
08.04.2003, 16:18
Hallo Mannja,
ich denke es stimmt, die Große will den Platz mit uns nicht teilen.
Draussen ist sie viel freundlicher zu der Kleinen, doch sobald die Kleine von uns auch nur gerufen wird erstarrt sie, als ob sie total abwesend ist.
Im Haus versuchen wir, soweit es geht, die Kleine nicht zu beachten, aber die Große schmollt trotzdem.
Also mein Herz gehört der Großen, dazu ist die Kleine erst viel zu kurz da, sie wird wirklich nicht bevorzugt. Es ist eben etwas anderes ob wir nur einen Urlaubshund für eine Woche haben, oder eine Kleine die nicht mehr geht. Ich sehe ja wie die Große mit unserer Katze umgeht, die wird abgeschleckt und immer begrüsst.
Sie reagiert zur Zeit genauso wie im letzten Jahr als Nachbarshündin sie auf unserem Grundstück gebissen hat und das hat Monate gedauert bis sie aus diesem Tief wieder raus war.
Richtig schlimm wird es wenn einer mit der Kleinen alleine weg war, das braucht sie ja jetzt auch zwecks Sozialisierung, wenn wir wiederkommen schreit die Große wie ein Welpe.
Ich kann nur hoffen es wird besser.
Liebe Grüße Jana

cheroks
09.04.2003, 10:47
Hallo Jana,
ich denke, deine Große verhält sich ganz normal. Das Haus ist ihr Revier und da tummelt sich jetzt ein Welpe herum, der sie warscheinlich eher nervt. Es ist jetzt eigentlich deine Aufgabe, den Welpen gut zu integrieren in dem du deinem Hund klar machst, die darf hier sein!
Sie verhält sich doch eigentlich gut, in dem sie das Napf der Kleinen respektiert, sie in Grund und Boden ignoriert usw. Sie zeigt der Kleinen ich bin hier der Chef und ranghöhere verhalten sich eben rangniederen gegenüber so. (deshalb ist sie draußen warscheinlich auch freundlicher)Auch dass sie nicht zusammen liegen und dass sie die Kleine umrennt und "platt" macht ist "normal". Lass sie einfach mal machen, wenn deine Große gut sozialisiert ist, dann wird sie der Kleinen auch nichts tun. Deine Kleine muss halt lernen sich der Großen unterzuordnen. Im Grunde kannst du jetzt richtig sehen, wie sich ein Rudel bildet, auch wenn wir Menschen das oft als fies empfinden.
Versuch mal deine emotionale Seite ein bisschen abzustellen. Deine Große muss ja nicht wirklich etwas erleiden. Du bist der Rudelführer und kannst auch bestimmen, wer zum Rudel gehört.
Die beiden werden sich schon verständigen, schließlich sind es zwei Hunde die die gleiche Sprache sprechen.

Lg Tina

mellyonsurf
09.04.2003, 15:25
Hallöchen!

Tina (Cheroks) hat mich noch auf etwas anderes gebracht. Bei uns im Haus lebt ja noch diverses Kleingetier daß ja auch zu unserem Rudel gehört. Und als die Kaninchen jetzt im Frühjahr das erste mal wieder in ihren Freilauf kamen wollte unsere Blue (Schäfer-Husky-Mix, seit ca. 2 Monaten bei uns, sie hat sie vorher noch nicht gesehen...) auch "lecker Beute" machen und als ich ihr unmißverständlich klar gemacht habe daß die beiden Hoppler zur Familie gehören war sie auch erstmal "bockig" und hat geschmollt...."Wie so lecker Frischfleisch und ich darf nicht... bah seit ihr DOOF!!!"
Hat ein paar Tage gedauert und jetzt ignoriert sie die Ninchen einfach...

Also hat Tina gar nicht so unrecht, wir Menschen sind Boss und sagen wer bei uns lebt BASTA!!! Hart aber herzlich grüßen

billymoppel
09.04.2003, 21:23
das ist definitiv falsch, dass wir menschen als rudelführer bestimmen, wer bei uns lebt. in gewissen grenzen sicher, was z.b. völlig außenstehende wie kaninchen betrifft. aber zwei hündinnen, die nicht miteinander leben wollen (wobei es hier ja noch nicht soweit ist) werden auch nicht miteinander leben, eher macht die eine der anderen den gar aus. wie ich schon schrieb, mischt sich der alpha i.d.r. nicht in rangkämpfe der subtiere ein. das klären die ganz alleine. und gerade bei hündinnen kommt es eben vor, dass keine klein bei geben will, solche tiere kann man unmöglich zusammen halten, sondern muss sie trennen! natürlich kann man auch versuchen, immer dazwischenzutreten, bis zu dem tag, wo man für eine weile nicht aufpasst und das war es dann. oder man hat ewig währenden zank und streit, weil die verhältnisse ungeklärt sind. auch eine traumhafte vorstellung. das hat nichts mit mangeldem gehorsam zu tun, sondern einfach damit, dass der alpha dafür nicht zuständig ist.
leider möchte jela ja nicht glauben, dass sie genau das das getan hat, indem sie die vollkommen normalen disziplinierungsmaßnahmen der großen unterbunden hat und die kleine nun glaubt, sie kann sich alles herausnehmen und damit gleichzeitig die große total verunsichert hat.

mellyonsurf
09.04.2003, 21:36
Jetzt muß ich aber doch nochmal aufmüpfen...;)

Also:

Ich denke schon daß der Rudelführer in der Regel "bestimmt" ob ein Rudelmitglied akzeptiert wird oder nicht.

Allerdings ist es auch so, daß der Rudelführer (in der Regel ein Rüde) keinen neuen Rüden in sein Rudel läßt, es sei den der Neue fordert ihn zum Kampf und der alte "Rudelführer" unterliegt. Gerade das ist wohl der Grund, warum die meisten Experten abraten 2 unkastrierte Rüden zusammen zu halten, meist wird die Haltung eines Paares (also Männlein und Weiblein empfohlen). Aber auch da gibt es Ausnahmen, in meiner Jugend (is ja noch nicht so lange her) hatten wir einen Rüden und als der ca. 3 Jahre alt war, bekam ich MEINEN Rüden und es hat problemlos geklappt: Der alte hat die PAPA Rolle übernommen und war so lange die beiden zusammen waren der CHEF.

Allerdings muß ich Billymoppel zustimmen, daß man die Hunde ihre Rangordnung schon selber bestimmen lassen muß, auch wenn es manchmal (aus menschlicher Sicht gesehen) heftig zugeht. Denn der "erste" Hund sollte seine Stellung in der Familie auf jeden Fall behaupten durchsetzen können --- wenn er das will ---

unser Rüde Samson hat "Nachkömmling" Blue nämlich auch die "höhere Position" (klingt doof, aber ich weiß nicht was ich sonst schreiben soll?!?" überlassen, und das ohne daß wir alpha-Tierchen:D ;) uns eingemischt hätten.

bis denn

billymoppel
09.04.2003, 22:27
hi melly,
nein, nicht der rüde bestimmt die rangornung, es gibt eine rangordnung unter rüden und eine parallele unter den weiblichen tieren. wobei wegen des uralten rechtes zur fortpflanzung, die rangordnung unter hündinnen wesentlich brutaler ausgekämpft werden k a n n. wölfisches erbe, denn wirklich nur die alpha pflanzt sich fort, bei den rüden ist es nicht ganz so. zwar steht primär dem alpha das recht zur fortpflanzung zu, aber durch die mehrtätige dauer der standhitze (wölfinnen sind sogar mehrere wochen in der hochranz), ist es stets möglich, dass auch das niedere tier zum zug kommt. was es im rudel meist auch tut. deswegen haben welpen auch nur bei rüden absoluten welpenschutz, es könnten ja stets eventuell die eigenen kinder sein. weswegen es gerade bei rüden nicht zu ernsthaften kämpfen kommt, weil ja mehr oder weniger jeder mal darf, bei der rangordnung unter rüden werden also andere ziele verfolgt.
ich würde mir daher nie zwei hündinnen halten, zwei rüden halte ich dagegen nicht für wirklich problematisch. es kracht gelegentlich kurz und heftig. gut, es geht bei hündinnen fast immer gut (wenn es einen deutlich unterlegenen part gibt), aber ich kenne leider auch ein paar beispiele, wo es nicht funktioniert hat, einer endete tödlich: das alte wurf-geschwister-problem, wo noch nicht einmal eine körperliche oder geistige überlegenheit zum tragen kommen konnte, um eine rangordnung auszubilden. mir persönlich wäre das risiko zu hoch.
dagegen gibt es zwischen rüde/hündin schon eine rangordnung, die ist aber nicht so festgefügt, der eigentlich unterlegene hat immer noch viele privilegien, was es auch dem halter einfach macht, weil man nicht so genau darauf achten muss, die rangordnung einzuhalten.

mellyonsurf
09.04.2003, 22:40
Hi billymoppel!

Ich habe auch nicht geschrieben, daß es nur unter Rüden Rangordnungskämpfe gibt, sondern nur daß der RUDELFÜHRER (gesamt, wölfisch gesehen) meist ein RÜDE ist.

Und das die Mädels ärger kämpfen ist nicht nur bei Hund und Wolf so (guck mal wo nur FRAUENS arbeiten und wo nur Kerle... es gibt bei uns weibern einfach mehr Stress;) :rolleyes: :eek: )!!!

Meiner persönlichen Meinung nach würde ich mir auch jederzeit wieder ZWEI Rüden anschaffen, einfach aus der Erfahrung heraus, ich hatte ja auch nur geschrieben, daß uns mehrere sogenannte "Experten" davon abgeraten haben.
Ich stimme Dir ja auch in den meisten Punkten voll zu, nur dein erster Satz:


das ist definitiv falsch, dass wir menschen als rudelführer bestimmen, wer bei uns lebt

hatte mich gestört. Aber Du hast meinen Ergeiz angestachelt, sobald ich die gottverdammte Bügelwäsche (:( :eek: ich HASSE DAS:mad: ) erledigt habe, werde ich mich nochmal über Rudelstrukturen schlau machen....

Liebe Grüße, und nehmt nicht immer alles bierernst

billymoppel
09.04.2003, 22:57
nein, auch gesamthündisch ist nicht ein rüde der rudelführer: es gibt zwei: eine für die mädchen und einer für die jungs. diese strukturen verlaufen parallel zueinander.
viel spass beim bügeln, ich hab's schon hinter mir:D (die hassenswerteste tätigkeit überhaupt). ich bin gerade dabei, den bügelfreien haushalt einzuführen.

billymoppel
09.04.2003, 23:15
ich glaube sogar, jedenfalls bestätigen das meine erfahrungen, dass bei zwei souveränen tieren in einer gemischten beziehung, meist die hündin die oberhand hat, einfach weil hündinnen durchsetzungswußter sind. (und weil sie was zu bieten haben, was der rüde gerne hätte) bei allen, die ich kenne, ist es so. ich bin da eine ausnahme, bei uns ist es umgekehrt, weil moppel nicht souverän ist und ihr ihre rolle a la "billy regelt das schon" auch wesensmäßig entgegenkommt. aber schon gegen die sehr wesensfeste dackeline meiner freundin hat er null schnitte und akzeptiert das auch. die hat heute sogar mal versucht, ihn aus seiner(!) wohnung zu schmeißen, weil sie ein bißchen heiß und grantig war und der gute meinte, er dürfte schnuppern:D

mellyonsurf
09.04.2003, 23:31
So, bügeln erledigt. Forschung gestartet.

Zu billymoppels letztem Beitrag: die FEststellung daß RÜDE sich WEIB unterwirft habe ich ja hier zu Hause auch schon gemacht (mehrfach:D ;) ). Aber zurück zum Thema Rudel und Janas /Fannylus Problem:

Ich habe zu dem Thema eine interessante Seite gefunden, die vielleicht hilfe bietet:

http://www.tierklinik-hach.de/wissen/erziehung.html

Bestätigt zwar billymoppels und meine Meinung bezüglich der Einmischung in die Rangordnung, ist aber allgemein ganz interessant zu lesen.

Und dann zum Thema Wolf/Hund / Rudelführer:

Ja es gibt sowohl einen ALPHA Rüden, also auch eine ALPHA Hündin die jeweils für die Ordnung innerhalb ihres GEschlechts zuständig sind. Der Rüde hat in soweit die Leitung, daß ER die Marschrichtung bestimmt. Eine Quelle dafür:

http://home.arcor.de/marri/rudel.htm

Wenn ich das jetzt auf den Hund in der Familie "umwälze" sind mein Mann und ich die ALPHA-Tiere und die "unteren" Tiere machen dann wieder unter sich aus, wer zum BETA Tier wird...oder:confused: ???

Ist ja auch egal, ich denke ersterer Abschnitt dieser Ausführung ist für die Frage dieses Foren-Themas WICHTIGER.

LG

Prisca
09.04.2003, 23:48
Guten Abend,

ich bin neu hier im Forum, aber das obige Problem kenne ich gut. Ich besitze auch zwei Damen, die Große ist jetzt 4 Jahre die Kleine 2. Als wir uns für einen zweiten Hunden entschlossen, haben wir uns auf das gute Sozialverhalten unserer Großen verlassen und dachten, es wird schon werden. Leider stellte sich die Situation in der ersten Woche nicht sehr harmonisch dar, ich war sogar schon soweit, die Kleine wieder abzugeben, mit ihren damals 10 Wochen hätte sie auch noch woanders gute Chancen gehabt. Mir gingen die ständigen Zurechtweisungen der Großen gegenüber dem Welpen und das mir ausweichen wenn die Kleine bei mir war derartig auf die Nerven. Es machte mich einfach traurig, ich liebe meine Große, aber das kleine Fellmonster hatte sich doch auch schon in mein Herz geschlichen. Was also tun. Ich wählte einen einfachen Weg, wenn auch zu dem Zeitpunkt eher unbewußt, ich ließ die beiden kurzzeitig allein und verließ die Wohnung. Keine Ahnung, was die in der Zeit getrieben haben, als ich wiederkam lagen sie zusammengekuschelt auf dem Sofa. Seit diesem Tag sind die beiden ein Herz und eine Seele und die Große verteidigt ihre Kleine wann immer sie es für nötig erachtet.
Im nachhinein betrachtet, war dies vielleicht nicht ganz risikolos, aber soweit kannte ich meine Große schon, ich wußte woll, sie würde ihr nicht ernsthaft wehtun. Sie hatten aber die Gelegenheit die Rangordnung unter mir deutlich festzulegen. So ist es bis heute geblieben und in kleine Auseinandersetzungen zwischen meinen Damen misch ich mich schon lange nicht mehr ein, die Kleine weiß doch ganz genau wo ihre Grenzen sind und das sie keine Chance hat. Hält sie sich nicht an die Regeln selbst Schuld! Insgeheim bewundere ich aber auch den Großmut und die Toleranz meiner großen Hündin, sie läßt ihr soviel durchgehen ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.
Ich glaube Du hast Deiner großen Hündin die Möglichkeit genommen, sich die Kleine so "hinzubiegen" wie sie es für richtig hält. Sie wird noch mehr als einmal von anderen überrannt werden und Du kannst leider nicht immer und überall helfen. Deine Kleine hat jetzt eine falsche Erfahrung gemacht und Deine Große ist sicher sehr verunsichert, sie weiß nicht mehr um ihre Stellung im Rudel. Hoffentlich führt das nicht zu ernsten Problemen zwischen den beiden, wenn die Kleine in das Alter kommt, wo sie die Rangordnung geklärt haben will.
Das eine Hundetrainerin Dir eine solche Auskunft gibt - natürliches Verhalten und dann noch so spielerisches, einfach zu unterdrücken - kann ich ehrlich gesagt, nicht verstehen.

Raja01
10.04.2003, 09:27
Hallöchen!

Ich denke auch, dass es falsch war, das "Umrennen" zu verbieten.
Unsere Raja spielt regelmässig mit dem "Hunderudel" von Nachbarn (4 Hündinnen, 1 Rüde, Größen von Bobtail bis Zwergdackel). Raja ist auch gerade dabei, mit diesen Hunden die Rangordnung zu klären und wird häufiger umgerannt.

Das sieht dann für uns immer recht gefährlich aus, wenn der größere Hund - manchmal sogar mit Anlauf - zum kleineren, jüngeren Hund rennt und ihn umschmeisst und der kleine Hund dabei in den höchsten Tönen quietscht.

Da es Raja jedoch anscheinend Spass macht (wenn die anderen Hunde müde werden, dreht sie noch ein Stück mehr auf und fordert sie heraus), unterbinde ich das Ganze nicht. Ich beobachte nur aufmerksam, dass ich notfalls eingreifen kann, wenn Raja verletzt wird. Unsere alte Hündin hat sich nämlich bei so einem Spiel mal das Bein verstaucht (und ich musste 12 kg Hund 2 km nach Hause schleppen, weil ich es nicht übers Herz gebracht habe, sie auf 3 Beinen humpeln zu lassen).

Grüße,

Anita + Raja

Justie
07.05.2003, 22:50
Hallöchen,

als "Frischfleisch" hier, habe ich mir mal eben etwas ältere Themen angeschaut. Ich hoffe, es stört nicht, wenn ich auch dazu noch mal meinen Senf zugebe :D :D

Unser Großer (Akela, ein Schäferhund-Husky-Mix) war gut 4 Jahre, als wir uns anfang des Jahres die kleine Hexe (auch Schäferhund-Husky-Mix, allerdings weder verwandt noch verschwägert mit Akela, damals 8 Wochen alt) zulegten. Irgendwie stand für uns von Anfang an fest, das wir beide Hunde gleich behandeln müssen. Und genau so halten wir es auch. Gibt es Leckerli... dann gibt es die für beide gleichzeitig, Streicheleinheiten, auch gleichzeitig (wozu hat der Mensch schließlich 2 Hände? :D). So halten wir einen wie den andren. Ausnahme allerdings, Hexe und Akela fressen getrennt, da sie ihr Futter (inzwischen ist sie 6 Monate alt) noch nicht verteidigen kann und er ihr sonst alles wegfrisst.
Das Ergebnis: Akela ist ein Super-Pflegepapa, bringt der kleinen Hexe alles bei, was sie bei "Kämpfen" lernen muss und auch, wie sie sich zu unterwerfen hat. Auch er unterwirft sich ihr, um zu zeigen: "das hast Du jetzt richtig gemacht". Klar geht es manchmal wild her, auch hat er sie schon über den Haufen gerannt, aber sie ist hart im Nehmen und hat sichtlich Spaß daran.
Hier im Haus und im Garten sind die beiden also ein Herz und eine Seele (Ausßnahme natürlich, wenn einer der beiden einfach mal seine Ruhe haben will und schlafen), nur beim Gassi will Akela noch nicht so viel von ihr wissen. Ist ja eigentlich auch klar, die Kleine hängt den ganzen Tag an ihm, da braucht er auch mal ein bisschen Freiraum.
Ich denke mal, wenn sie älter ist und auch etwas ruhiger, dann werden die beiden hier im Haus öfter mal pennen und sich dann beim Gassi so richtig austoben.
Wenn Hexe ca. 1 Jahr alt ist, werden auch beide zusammen ihr Fresschen bekommen... einen Napf in jeder Hand und gleichzeitig abgestellt ... und ich werde den Teufel auch tun und mich da dann einmischen :)

Fannylu
10.05.2003, 15:06
Hallo,
tut mir leid, daß ich mich solange nicht gemeldet habe, aber wir hatten eine stressige Zeit.
Unsere Große war ziemlich krank, musste operiert werden und hat zusätzlich Probleme mit der Bandscheibe. Sicherlich erklärt das vieles von ihrem Verhalten, das zurückziehen und gewähren lassen.
Es war nicht leicht mit einem schwer kranken Hund und einem Junghund, aber irgendwie haben wir es geschafft.
Die Kleine hat sich als ziemlich selbstbewußt, ja dominant erwiesen. In der Junghundgruppe ist sie zwar die Kleinste, aber der absolute Boss und auch vor anderen erwachsenen Hunden kuscht sie keinesfalls.
Zu dem Überrennen , vielleicht habe ich es nicht richtig erklärt. Wir haben das ganze immer erst dann abgebrochen, wenn der Welpe massive Aggressionen zeigte, d.h. sie schnappte und biss nach der erwachsenen Hündin. Dieses Schnappen und Zähneklappern zeigte sie auch in der Welpenstunde, echt schlimm und die Kleine sollte sich dieses Verhalten auf keinen Fall angewöhnen. Naja das überrennen ist zur Zeit kein Thema weil die Große das auch gesundheitlich Gründen nicht mehr schafft. Aber die Große hat Angst vor den Zähnchen der Kleinen und das weiss die Süsse auch.
Wir werden sehen wie es sich weiterentwickelt, die Kleine übernimmt aber immer mehr die Führung und spürt die Schwäche der Großen, obwohl wir die nach allen Kräften untersützten, sie braucht ja jetzt auch viel mehr unsere Fürsorge.

Liebe Grüße Jana