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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fuß hin Fuß her



Liesl
03.04.2003, 19:33
Hallo an alle!
Ich bin son bissel verzweifelt.
Ich versuche schon seit längerer Zeit raus zu bekommen wie ich meinem Hund (Paul, Golden Retriever 9 Monate alt) das Fuß gehen beibringen soll.

Ich habe auch schon viele Befehle mit dem Clicker eingeübt aber ich weiß nicht wie ich es ihm damit beibringen soll. Oder auch ohne Clicker, keine Ahnung... Könnt Ihr mir helfen ? Habt Ihr ein paar Tipps für mich und Paul?

Vielen Dank schon einmal und liebe Grüße.
Liesl u. Paul

Mannja
03.04.2003, 20:07
Ich habs meiner Hündin so beigebracht...

Den Hund neben mir "Sitz" machen lassen, und beim loslaufen "Bei Fuß" sagen.

Den Hund dabei so kurz an der Leine halten, daß er nicht nach vorne oder nach hinten ausbüchsen kann, sondern nur NEBEN mir laufen kann.

Beim "Fuß" laufen kräftig loben und/oder Leckerlie geben.

Wenn er zappelt oder sich nicht richtig konzentriert wieder "Sitz" machen lassen und das ganze Spiel von vorne beginnen.

Das kann aber allerdings eine Weile dauern, bis der Hund weiss was man von ihm will. Du brauchst vieeeeeeel Geduld.

Und vor allem Ruhe bewahren und nicht schimpfen. Das Üben soll dem Hund Spaß machen.

"Bei Fuß" laufen lassen sollte man sowieso nur in bestimmten Situationen wenn es nötig ist. Bei Straßen überqueren oder ähnliches. Also nicht gerade beim Gassigehen oder so.

Hmmm, aber vielleicht hast du es ja schon so probiert?

:(

Thomas
04.04.2003, 00:38
Hallo Liesl,

um Dir die richtigen/notwenidigen Tips zu geben, wäre es sinnvoll zu erfahren, was genau bei euch beim Fußgehen das Problem darstellt; z.b.

- prescht er voraus (zieht)?
- hängt er zurück?
- schnüffelt er permanent?
- beisst er in die Leine?
- hampelt er herum?

Stichwort clickern, weil Du es angesprochen hast: Ich habe in diesem Thead <click> (http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?postid=72159#po st72159) mitbekommen, das Du eine Neueinsteigerin in Sachen Clicker bist. Von daher wäre es interessant zu wissen, ob Du den Clicker bereits richtig konditioniert hast und evtl. schon den ein oder andern kleinen Erfolg -abseits des BeiFuss-Trainings- damit erziehlt hast. Evtl. läuft da noch was Grundsätzliches daneben?

Anyway, ich gebe Dir mal stichpunktartige ein paar Hinweise die aus meiner Sicht beim Clickertraining in diesem speziellen Fall wichtig wären. Konkrete Tips kann Dir dann sicher noch jemand geben, sobald Du o.g. Fragen beantwortet hast.

* Beginne mit dem Training zunächst in einer möglichst reizarmen Umgebung, z.b. Wohnung oder heimischer Garten.
* Achte darauf, das Du die volle Aufmerksamkeit Deines Hundes hast. Ggf. solltest Du vorher noch ein "Schau"-Kommando etablieren (das ließe sich auch wunderbar mit dem Clicker trainieren).
* Trainiere NUR DANN, wenn Du Dich selbst gut fühlst und positiv gestimmt bist. Auch Hundi sollte möglichst ausgeglichen sein und nicht gerade z.b. in Spiellaune sein.
* Wenn der Hund nicht zum ausbücksen neigt, kannst Du durchaus ohne Leine üben. Das vereinfacht normalerweise das Handling mit dem Clicker und der Leckerchengabe, weil Du die Hände frei hast. Falls dennoch erfoderlich, dann nimm die Leine UND den Clicker in die Linke Hand, gefüttert wird mit der rechten Hand (Futterbeutel ist grundsätzlich auf der vom Hund abgewandten Körperseite, er soll ja nicht am Futter "kleben" sondern Dich möglichst anschauen). Das Beispiel bezieht sich auf die übliche Fussposition, Hund links vom HF.
* Falls Paul nicht verfressen sein sollte (kann ich mir beim einem Golden zwar nicht vorstellen... ;)), dann kann das Leckerchen auf mit einem Ball(wurf) ersetzt werden. Ballwürfe geradeaus in die Fussgehrichtung können übrigens bei etwas "lahmen" Hund recht nützlich sein und auf diese Weise etwas mehr Speed in die Sache bringen...
* So, los geht´s: Hund sitzt oder steht neben Dir. Du gehst 2-3 Schritte los. Folgt Dir der Hund gibts sofort den Click und das Leckerli.
* Die Abstände für Click & Belohnung laaaaangsam herauszögern, d.h. 4 Schritte, 5 Schritte dann 7, 9 usw.
* Wenn das zuverlässig klappt, kannst Du zur variablen Bestätigung übergehen, d.h. einmal schon nach 2 Schritten C&B, beim nächsten mal erst nach 8 Schritten. Bei der varialben Bestätigung soll der Hund nicht erahnen können, wann das nächste C&B kommt. So wird die Spannung (Aufmerksamkeit) erhöht und somit können auch mal länger Stecken ohne C&B zurückgelegt werden.
* Der nächste Schwierigkeitsgrad wäre dann ein Training im Fremdgebiet ohne Ablenkung und dann Fremdgebiet mit Ablenkung. Lass Dir dabei allerdings VIEL Zeit. Es bingt absolut nichts den Hund zu überforden und Misserfolge zu kassieren. Passe das Lerntempo dem Hund an und achte darauf das sich das Training möglichst erfolreich gestaltet. Das erhält die Motivation, sowohl für den Hund als auch für Dich.

Viel Erfolg
Thomas

Ilona
04.04.2003, 12:06
Hallo Liesl,

so, wie Thomas es für das Clickertraining macht, ist es eigentlich sehr sinnvoll. Und sehr wichtig auch sein Hinweis, zunächst ganz ohne Ablenkung anzufangen.

Du mußt nur wissen, wozu Du das Fuß brauchst. Für ne Prüfung musst Du intensiv trainiern. Soll der Hund nur an Deiner linken Seite gehen lernen, brauchst Du nicht so einen Aufwand zu treiben.

Ohne Clicker kannst Du wie folgt üben:

Hund sitzt links neben Dir, Du hast einen Ball oder ein Leckerchen in der rechten Hand (die linke läßt die Leine ganz locker hängen, zieh nie an der Leine, das bringt nichts), auf welches Du die Aufmerksamkeit Deines Hundes lenkst. Sobald Dein Hund auf die Hand schaut, läufst Du mit einem fröhlichen "Fuß" zügig los. Zügig deshalb, damit der Hund Dir besser folgt. Und zügig auch deshalb, weil die Übung dadurch freudiger aussieht. Hunde schleichen so ungern neben einem her:)
Mach ihn immer wieder auf Deine rechte Hand aufmerksam und zeig ihm, dass sich da was tolles verbirgt und der Hund wird neben Dir laufen und versuchen, an das, was in Deiner Hand ist, ranzukommen. Du lobst kräftig und freudestrahlend Deinen Hund ("Feiiiiiiiiiin, Aiiiiiiiiiii, schau hier Paul"), wenn er schon mal auf Deine Hand schaut, die Du in Brusthöhe hältst und neben Dir läuft. Wichtig ist am Anfang, dass Dein Paul so ein kleines Gefühl bekommt dafür, wie er bei Fuß zu laufen hat (dicht bei Dir, Kopf hoch und später schaut er Dir in die Augen).

Es macht zu Beginn nichts, wenn er noch nicht so ganz dicht neben Dir läuft oder auch ab und an mal versucht, hochzuhüpfen, um die Hand zu erreichen. Diese Kleinigkeiten kann man später abbauen. Freude bei dieser Übung ist angesagt:)

Lauf zunächst eine ganz kurze Strecke, nur ein paar Schritte geradeaus. Ist der Hund neben Dir geblieben und hat sich nicht ablenken lassen, heißt es nach ein paar Schritten "OK" (juble dabei oder reiße die Arme hoch und freu Dich) und Du gibst ihm das Leckerchen aus der Hand und beendest damit die Übung. Oder wenn Du ein Spielzeug in der Hand hattest, wird mit dem "OK" die Übung beendet und es wird mit dem Spielzeug gespielt. Wirf es weg, damit er sich ein wenig bewegen kann oder wie auch immer.

Du kannst die Fußübung nach ein paar Spielminuten wiederholen. Ausgangsposition ist immer das Sitzen oder Stehen des Hundes an Deiner linken Seite.

Später erst steigerst Du dann die Laufstrecke, gehst auch ein paar große weite Bögen rechts herum. Schau immer, dass Du Deinen Hund beim Bögenlaufen nicht "verlierst", das heißt, dass er nicht hinterher hängt, sondern immer schön neben Dir bleibt. Noch später läufst Du die rechten Bögen enger und noch später läufst Du auch mal weite linke Bögen, dann enge, dann läufst Du mal ne 8 usw.

Unterbrich die Übung sofort, wenn Du merkst, seine Aufmerksamkeit läßt nach. Wenn Du Schritt für Schritt jeden Tag drei oder viermal übst, wirst Du sehen, wie schnell das Dein Hund gelernt hat.

Ich habe mir mit dieser Art zu üben meine Hündin gut aufbauen können. Sie lief "Fuß" wie ne Eins und sah mir in die Augen. Perfekt für die Begleithundprüfung, unnötig für das Laufen bei Fuß auf der Straße:):D

Dodo H
04.04.2003, 13:22
Hallo Liesl
Für was willst du das Fußlaufen, für eine Prüfung oder nur so?
Ich finde es auch wichtig, zu erfahren, wo dein Problem liegt, Thomas hat ja schon nachgefragt.
Noch eins, pass auf, das wenn du mit Leckerchen / Ball in der rechten Hand läufst, sich dein Hund nicht angewöhnt, zu weit vorzulaufen oder sich schief abzusetzen (dann müsstes du das hinterher wieder korrigieren, und das ist ja nicht Sinn der Übung).
Dodo

Liesl
06.04.2003, 14:43
Ich noch mal!
Vielen Dank erstmal vorab, es waren schon supi Tipps dabei. Hier noch einmal meine Antworten auf Eure Fragen.

Das Problem bei Paul und mir liegt hauptsächlich darin (wie ich glaube), daß er nicht so sonderlich auf mich achtet, wenn wir unterwegs sind. Er zieht nicht an der Leine und hängt auch nicht sonderlich hinterher, er läuft eigentlich recht anständig an der Leine aber er läuft mir halt gerne mal vor die Füsse und wechselt die Seiten, läßt sich superschnell ablenken und will dann auch dort hin (zur Ablenkung).
Wenn ich ihn von der Leine lasse, dreht er sich auch öfters um und guckt ob ich noch da bin, aber an der Leine hat er noch nicht einmal (glaub ich) zu mir hoch gesehen. Wie bekomme ich bloss diese Aufmerksamkeit vom Hund hin?

Zum clickern: Er weiß auf jeden Fall was es bedeutet. Ich habe ihm damit bis jetzt Pfote geben, "gib fünf" und "etwas herbringen" eingeübt und das klappte sehr schnell sehr gut.

Hoffe ich konnte Euch weiterhelfen mir weiter zu helfen... :)

Vielen Dank und liebe Grüße
Liesl

Barkley
06.04.2003, 16:34
Hallo!
Ich finde die anderen haben es schon perfekt beschrieben.Die Aufmerksamkeit Deines Hundes bekommtst Du ganz sicher,wenn Du es wie schon beschrieben übst,egal ob mit Clicker oder nicht.Einen Golden Retriever wird weder ein Leckerchen noch ein Spielzeug in Deiner Hand kalt lassen.
Aber mach Dir darüber nicht zu viel Kopfzerbrechen,Du schaffst das ganz sicher und mit 9 Monaten ist Paul ja in einem Alter,wo alles ein bisschen schwieriger ist..
Viele Grüße und viel Erfolg!